Novalis als eine Persönlichkeit

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Novalis als eine Persönlichkeit
Hiromi TSUTSUMI
In diesem Aufsatz soll von Novalis als moralischem Wesen
die Rede sein, nämlich von seinem Gewissen und dessen
Herkunft, seinem Ethos und dessen Wirkung, obwohl seine
ganze
Persönlichkeit
nicht
nur
aus
dem
besagten
Gewissen(dem Über-Ich), sondern auch aus dem sogenannten
Trieb (dem Ich) besteht, der doch jetzt leider nicht so
eingehend abzuhandeln ist wie jenes.
Zu Anfang Dezember 1794, als sich Novalis auf den ersten
Blick in ein kaum dreizehnjähriges Mädchen, Sophie von
Kühn verliebt und es seinem Bruder Erasmus mitgeteilt hatte,
schrieb ihm Eras-mus als Antwort einen langen Brief, den
dieser mit folgenden Worten beschloß: „Meine besten
Wünsche, daß Du an der Hand Deiner Sophie die drei
Ungeheuer in dem Labyrinthe des menschlichen Lebens:
Hypochondrie, Mißmut und Langeweile umbringen magst,
begleiten Dich.“1)
Daraus ist zu vermuten, deß die Kinder der Familie
Hardenberg, vor allem Novalis, mehr oder weniger von
solchen drei Ungeheuern heimgesucht worden, kurz, sie also
alle in einem gewissen Sinne Hypochonder gewesen seien.
Zum Beispiel litt auch ihre Mutter eine Zeitlang an derselben
Krankheit, und das achte kind Bernhard soll aus einer Art
Melancholie Selbstmord begangen haben.
Am 29. Mai 1831 schrieb J.P.Eckermann ein Gespräch mit
Goethe nieder: „Goethe erzählte mir von einem Knaben, der
sich über einen begangenen kleinen Fehler nicht habe
beruhigen können. ‚Es war mir nicht lieb, dieses zu
bemerken,’ sagte er, ‚denn es zeugt von einem zu zarten
Gewisssen, welches das eigene moralische Selbst so hoch
schätzet, daß es ihm nichts verzeihen will. Ein solches
Gewissen macht hypochondrische Menschen, wenn es nicht
durch eine große Tätigkeit balanciert wird.’“2)
Dies scheint gerade auf die enge Beziehung zwischen
Gewissen und
— 83 —
Hypochondrie hinzudeuten. Angenommen, die Umkehrung
in diesem Fall sei auch wahr, daß jeder Hypochonder im
großen und ganzen ein zu zartes Gewissen in Besitz habe, so
wird es schon auch von Novalis gelten, solang er sich seit
seiner Kindheit mit den besagten drei Ungeheuern geplagt
hat.
Zum Vorschein kommt nun eine Frage, was das Gewissen
eigentlich bedeutet, oder wie man es definieren soll. Nach
Immanuel Kant ist das Gewissen mit dem sogenannten
Sittengesetz im Menschen zu vergleichen, nach G.W.F.Hegel
entspricht es dem menschlichen Selbstbewußtsein, und um
mit Sigmund Frend zu reden, kann man es als das Über-Ich
bezeichnen. Daraus läßt sich leicht folgern, daß das Gewissen
nichts anderes bedeutet als Moralität oder Sittlichkeit unseres
Inneren, wonach wir im praktischen Leben über Gut und
Böse auf eigene Weise urteilen und handeln können. Nach
der Ansicht Freuds wird das Gewissen des Kindes eigentlich
nicht nach dem Vorbild der Eltern, sondern des elterlichen
Gewissens anf gebaut. Dieses z.B. bestätigen einige alte
Sprichwörter: „Art läßt nicht von Art.“ ; „Der Apfel fällt nicht
weit vom Stamme.“ ; „Wie der Vogel, so das Ei.“ Hier
erinnere ich mich auch an Friedrich Nietzsche, der sich
darüber
zustimmend
äußerte:
„Die
Eltern
machen
unwillkürlich aus dem Kinde etwas ihnen Ähnliches-sie
nennen das ‚Erziehung’, keine Mutter zweifelt im Grunde
ihres Herzens daran, am Kinde sich ein Eigentum geboren zu
haben, kein Vater bestreitet sich das Recht, es seinen
Begriffen und Wertschätzungen unterwerfen zu dürfen.“3)
Und anderswo wußte er noch deutlicher zu sagen: „Es ist gar
nicht möglich, daß ein Mensch nicht die Eigenschaften und
Vorlieben seiner Eltern und Altvordern im Leibe habe: was
auch Augenschein dagegen sagen mag. Dies ist das Problem
der Rasse. Gesetzt, man kennt einiges von den Eltern, so ist
ein Schluß auf das Kind erlaubt.“4)
Für jetzt haben wir leider nur wenige Quellen, um auf die
Frage zu antworten, mit welchem Gewissen oder mit welcher
Moralität sich Novalis’ Eltern überhaupt trugen. Aus
verschiedenen Biographien betrachtet, können wir doch
mindestens nicht daran zweifeln,
— 84 —
daß die Eltern unseres Dichters in Sinn und Meinung treue
Bekenner zu der Herrnhuter Brüdergemeine vom Grafen
Zinzendorf waren und bis zvm Tode es blieben.
Dieser
Pietismus fordert es von seinem Anhänger, dessen Glauben
und
Leben,
Konfession
und
Lebensweise
in
Übereinstimmnng zu bringen. Novalis’ Vater war es, der eben
den Anspruch pietistischer Askese vertrat und der auch seinen
Kindern, insbesondere dem ersten Sohn ein zu zartes
Gewissen zuteil werden ließ, wodurch sie alle später unter der
Hypochondrie, Mißmut und Langewile mehr oder weniger
leiden sollten.
Jedenfalls mußte Novalis seinen Eltern
besonders dem Vater seine frühe Moralität und seinen starken
Willen zugleich verdanken, aber gerade dadurch wußte er
wohl, daß allzufrühe Moral dem Menschengeschlecht äußerst
nachteilig sei, daß wie Religion, unendlich viel Schaden
angerichtet habe.
Nun ist das schon bekannt, daß das Blau in erster Linie
Novalis' Lieblingsfarbe war, und die blame Blume selbst bis
heute als das wichtigste Symbol gegolten hat, das gerade für
das Verständnis dieses mystischen Romantikers unentbehrlich
ist. Wenn so, braucht man hier aufs neue zu erklären, was
eigentlich blaue Farbe bedeutet. Zum Glück kann man in
dieser Hinsicht G.W.F.Hegel zu Rate ziehen: „Das Blau
hingegen, als die dem passiven Dunklen sich zuneigende
einfache Einheit des Hellen und Dunklen, ist das Symbol der
Sanftmut, der Weiblichkeit, der Liebe und der Treue, weshalb
denn auch die Maler Himmelskönigin fast immer in blauem
Gewände gemalt haben.“5) Diese Definition scheint auch auf
Novalis’ Charakter ganz und gar zuzutreffen.
Die blaue
Blume also soll auf seine innige Sehnsucht nach der ewigen
Himmelskönigin oder der ewigen Weiblichkeit hindeuten.
Nebenbei
bemerkt,
vollkommenste
soll
Blume
Goethe
geliebt
die
haben,
Rose
als
wodurch
die
seine
Lieblingsfarbe nicht schwer zu erraten ist: das Rosenrot oder
dasjenige Purpurrot, das nach Hegel von jeher für die
leidenschaftliche Farbe oder für die königliche Farbe gegolten
hat. Das ist auch dem edlen Goethe würdig.
Lieblingsblume
betrifft,
scheint
Novalis
selber
Vergißmeinnicht geliebt zu haben; denn er besang
— 85 —
Was die
das
es in den vermischten Gedichten, und noch dazu ließ er
jenenSylvester im 'Heinrich von Ofterdingen' ein eben
aufgeblütesVergißmeinnicht an einen Zypressenzweig binden
und es Heinrich geben.
In einem Brief an Fräulein Just gibt sich Novalis für einen
Deterministen aus: „Was ich kann, das will ich, und was ich
will, das kann ich, Wer kann wider sein Schicksal, Ich gehöre
zu den Deterministen.“6) Es ist zwar fragwürdig, ob diese
Selbstbestimmung gar objektiv richtig sei, aber gesetzt,
Schicksal sei nur Auswirkung des Charakters eines Menschen,
so läßt sich nicht leugnen, daß Novalis schließlich zu einem
Deterministen werden sollte, zumal da ein Hauptbestandteil
seiner Persönlichkeit, nämlich sein zartes Gewissen, schon in
der Jugendzeit ganz und gar vollendet worden war. Nach dem
treffenden Ausdruck des jungen Schillers bestimmen die
ersten Jugendjahre vielleicht die Gesichtszüge Menschen
durch sein ganzes Leben, so wie sie überhaupt die Grundlage
seines moralischen Charakters sind. Auch Novalis war ganz
dieser Meinung; denn er ließ den Held seines Romans tief
einsehen, daß Schicksal und Gemüt Namen eines Begriffs
sind.
Wahrscheinlich müssen die ersten Jugendjahre sein
Gemüt und Schicksal bestimmt haben. Er war sich selber
dieses sehr gut bewußt, deshalb konnte er sagen, er gehöre zu
den Deterministen. Jedenfalls kann man hier Novalis eine
Persönlichkeit nennen, ohne deren Kenntnis man ihn
durchaus nicht erkennen kann. Wie bedeutend die
Persönlichkeit für Dichten und Schriftstellern sein kann,
erklärte Goethe einmal zu Eckermann:
„Allerdigs ist in der Kunst und Poesie die Persönlichkeit
alles; allein doch hat es unter den Kritikern und Kunstrichtern
der neuesten Zeit schwache Personagen gegeben, die dieses
nicht zugestehen und die eine große Persönlichkeit bei einem
Werke der Poesie oder Kunst nur als eine Art von geringer
Zugabe wollten betrachtet wissen. Aber freilich, um eine
große Persönlichkeit zu empfinden und zu ehren, muß man
auch wiederum selber etwas sein.“7)
Im folgenden handelt es sich um das Ethos und dessen
Wirkung, wovon ich am Anfang dieser Abhandlung etwas
erwähnt habe.
-86-
Erkenne dich selbst! Das ist das bekannteste Wort, das
einst jener griechische Philosoph Sokrates als Orakel vom
Apollon im Tempel zu Delphi erteilt bekommen haben soll.
Von alters her spricht man immer davon, wenn die Rede auf
Anthropologie fällt. In der Tat hat diese Gnome tief in die
Geister der .bisherigen, großen Menschen eingegriffen, die
gerade nach der sogenannten Selbsterkenntnis ebenso gestrebt
haben wie Sokrates. Auch Novalis war es, der als Maxime
diesen Spruch im Gedächtnis festhalten wollte. Unter seinen
vermischten Gedichten befindet sich z.B. ein folgendes:
Eins nur ist, was der Mensch zu allen Zeiten gesucht hat;
Überall, bald auf den Höhn, bald in dem Tiefsten der
Welt-Unter verschiedenen Namen — umsonst — es
versteckte sich immer,
Immer empfand er es noch—dennoch erfaßt er es nie.
Längst schon fand sich ein Mann, der den Kindern in
freundlichen Mythen
Weg und Schlüssel verriet zu des verborgenen Schloß.
Wenige deuteten die leichchte Chiffre der Lösung,
Aber die wenigen auch waren nun Meister des Ziels. Lange
Zeiten verflossen—der Irrtum schärfte den Sinn uns—
Daß uns der Mythus selbst nicht mehr die Wahrheit verbarg.
Glücklich, wer weise geworden und nicht die Welt mehr
durchgrübelt,
Wer von sich selber den Stein ewiger Weisheit begehrt. Nur
der vernünftige Mensch ist der echte Adept—er verwandelt
Alles in Leben und Gold—braucht Elixiere nicht mehr. In
ihm dampfet der heilige Kolben—der König ist in ihm—
Delphos auch,und er faßt endlich das: Kenne dich selbst.8)
Dieses Gedicht wurde im Mai 1798 gemacht, als der
sechsund-zwanzigjährige Novalis auf derBergakademie zu
Freiberg die Bergwerkskunde studierte. Wann überhaupt er
dieses Wort ‚Kenne dich selbst,’ kennenlernte, kann man jetzt
leider nicht feststellen, aber daß er es schon kannte, als er
noch in den Kinderschuhen steckte, ist leicht zu vermuten.
Denn das beweist ein vom 5. Oktober 1791 datierter, langer
Brief von dem neunzehnjährigen Novalis an Professor K.L.
Reinhold in Jena, worin sich folgendes befindet:
— 87 —
"Ich werde in 3 wochen nach Leipzig abgehn, und nach einer
gänzlich veränderten Lebensordnung zu leben dort anfangen.
Jurisprudenz, Mathematik und Philosphie sollen die 3
Wissenschaften seyn, denen ich diesen Winter mich mit Leib
und Seele ergeben will und im stengsten Sinne ergeben. Ich
muß mehr Festigkeit, mehr Bestimmtheit, mehr Plan, mehr
Zweck mir zu erringen suchen und dis kann ich am
leichtesten durch ein strenges Studium dieser 3 Wissenschaften erlangen. Seelenfasten in Absicht der schönen
Wissenschaften und gewissenhafte Enthaltsamkeit von allem
zweckwidrigen hab ich mir zum strengsten Gesez gemacht.
‚Lerne dich selbst kennen’ soll mein Memento mori seyn, und
‚Lebe verborgen’ der Wahlspruch meines practischen
Lebens.“9)
Abgesehen von dem Memento mori, scheint das Gebot
‚Lerne dich selbst kennen’ schließlich zu der unendlichen
Selbdstbetrachtung, Selbstbeherrschung und Selbsterziehung
zu gelangen. Zu diesem Behuf muß man zunächst sein
gegenwartiges kleines Selbst genug erkennen und dann durch
Reflexion und Selbstkritik danach streben, sich zu einem
höheren, vollkommeneren Menschen zu erheben. In dienern
Sinne muß Mensch werden gewiß so eine Kunst sein, wie
Novalis selber behauptet. Es kommt mir vor, als habe ein
sittlicher, ideeller Wunsch bestimmend auf das kurze aber
sehr inhaltsreiche Leben des Dichters eingewirkt Als Beweise
für die Richtigkeit meiner Ansicht möchte ich im weiteren
Novalis selbst anführen.
„Ich muß noch erzogen werden, vielleicht muß ich mich bis
an mein Ende
erziehen.
Im
Zivilstande
werde ich
verweichlicht. Mein Charakter leidet zu wenig hefftige Stöße
und nur diese können ihn bilden und fest machen. Schon
diese hefftige Leidenschaft hat auf mainen Charakter und
meine Einsicht einen, wie ich mir schmeichle, vortheilhaften
Einfluß gehabt. So ein Charakter, wie der Meinige, bildet sich
nur im Strom der Welt. Einem engen Kreise kann ich nicht
meine Bildung danken. Vaterland und Welt muß auf mich
wirken: Ruhm und Tadel muß ich ertragen lernen.“
„Mein Geist und seine Bildung ist ohnedem mein heiligster
Zweck; äußere Veränderungen und körperliche Unfälle
werden also diesem
— 88 —
nie entgegenstehn, wenn sie nicht mittelbar seine
Entwicklung
und
die
Freyheit
seiner
Bewegungen
hemmen.“11)
„Die höchste Aufgabe der Bildung ist, sich seines
transcendentalen Selbst zu bemächtigen, das Ich seines Ichs
zugleich zu seyn. Um so weniger befremdlich ist der Mangel
an vollständigem Sinn und Verstand für Andre. Ohne
vollendetes Selbstverständnis wird man nie andere wahrhaft
verstehn lernen.“12)
„Wir sind gar nicht Ich, wir können und sollen aber Ich
werden. Wir sind Keime zum Ich-werden. Wir sollen alles in
ein Du, in ein zweites Ich verwandeln; nur dadurch erheben
wir uns selbst zum großen Ich, das eins und alles zugleich
ist.“13)
„Anweisung, überall zu lernen und überal sich zu
bilden.14)
Allein aus diesen Worten kann man sich leicht einen
Begriff davon machen, was dem jungen Novalis am Ethos lag.
Ein
bewußter
Gedanke
von
Selbsterziehung
oder
Selbstausbildung war es, der den stets schwankenden Geist zu
dessen möglichster Vollendung drängen konnte. Außer
praktischen
Arbeiten,
die
Novalis
als
kursächsischer
Salinenbeamte verrichten mußte, trieb er noch viele Studien,
und zwar Religion, Geschichte, Philosophie, Mathematik,
Chemie, Pharmakologie, Mineralogie und so fort. Vor allen
anderen studierte er Philosophie am liebsten und am längsten,
insbesondere Fichtes Ich-philo Sophie, woraus er seine eigene,
schöne, treffende Ich-Auffassung ziehen konnte wie folgt:
"Das Ich soll konstruiert werden. Der Philosoph bereitet,
schafft künstliche Elemente und geht so an die Konstruktion.
Die Naturgeschichte des Ichs ist dieses nicht, Ich ist kein
Naturprodukt, keine Natur, kein historisches Wesen, sondern
ein anarchistisches, eine Kunst, ein Kunstwerk.“15)
Ich ist ein Kunstwerk, das ist, wie ich schon behauptet habe,
eine sehr wichtige Idee, die der strebsame junge Novalis bis
an sein Ende immer im Herzen bewahrte. Wie alle anderen
Arbeiten hielt er sogar seine Sohriftstellerei bloß für ein
Bildungsmittel, was sein Brief an Rahel Just vom 5.
Dezember 1798 bekräftigt: "Die Schrift-stellerei ist eine
Nebensache—Sie beurteilen mich wohl billig nach der
Hauptsache—dem praktischen Leben. Wenn ich gut, nützlich,
— 89 —
tätig—liebevoll und treu bin—so lassen Sie mir einen
unnützen. unguten und harlen Satz passieren. Schriften
unberühmter Menschen sind unschädlich, denn sie werden
wenig geiesen und bald vergessen. Ich behandle meine
Schriftstellerei als ein Bildungsmittel —ich lerne etwas mit
Sorgfalt durchdenken und bearbeiten—das ist alles, was ich
verlange. Kommt der Beifall eines klugen Freundes noch
obendrein, so ist meine Erwartung übertroffen. Nach meiner
Meinung muß man zur vollendeten Bildung manche Stufe
übersteigen. Hofmeister, Professor, Handwerker sollte man
eine Zeitlang werden wie Schriftsteller.“16)
Novalis selbst ist in der Tat eine Zeitlang Naturforscher und
Amtshauptmann wie Dichter und Schriftsteller geworden. Er
hat sich alles zunutze gemacht zu seinem großen Zweck der
Zwecke —der Erhebung des Menschen über sich selbst. Er
hat sich mit Fleiß und Geduld immer weiter abhärten und
über seh selbst erheben wollen, was man bei Betrachtung
einer Personalität nicht hoch genug schätzen kann.
Im allgemeinen könnte man einen Gegenstand seines
Studiums oft viel deutlicher besthnmn als sonst, indem man
ihn mit einem anderen vergleicht. Habe ich hier Novalis als
Objekt meiner Abhandlung aufgestellt, so möchte ich mich
jetzt auf eine andere Person beziehen, wobei ich doch an
niemand anderen denken kann als an Goethe, der etwa 23
Jahre früher geboren und 31 Jahre später gestorben als
Novalis und dessen Anbeter und Kritiker zugleich dieser zu
Lebenszeiten gewesen ist. In welcher Hinsicht aber soll man
diesen mit jenem vergleichen? Allerdings handelt es sich hier
um das Motiv der Erziehung. Da ich oben von Novalis’
beständigem Ringen um Selbsterkenntnis und Selbstbüdung
einigermaßen berichtet habe, möchte ich jetzt die Rede auf
dasjenige von Goethe bringen, und mich hierin auf Thomas
Mann berufen, der einmal in der Abhandlung über Goethes
Laufbahn als Schriftsteller gerade das Erziehungsmotiv
treffend behandelt hat.
„Ich will aber einen Gedanken, eine Neigung und Idee
nennen, die der Hauptausdruck der Liebe des Geistes zum
Leben ist. Es
— 90 —
ist der ErziebungsRcdanke. Goethe war ein durchaus
erzieherischer Mensch. Die beiden großen Denkmale seines
Lebens, der ‚Faust’ und der ‚Wilhelm Meister’, beweisen es.
Namentlich
der
‚Wilhelm
Meister’
zeigt,
wie
der
autobiographische, bekennerisch-selbstbild-nerische Drang
sich
objektiviert,
sich
nach
außen
ins
Soziale,
ja
Staatsmännische wendet und erzieherisch wird. Drang und
Berufung aber zur Erziehung stammen n^ht aus eigener
Harmonie, sondern aus eigener Problematik, Disharmonie,
Schwierigkeit, aus der bekennenden Nos mit sich selbst. Das
Erziehertum des Dichter-Schriftstellers ist zu bestimmen als
e'ne bekennende Problematik, als eine UnaJItäglichkeir, die
dennoch zur Repräsentativität und zum Ausruck des
menschlich Allgemeinen berufen ist...Der Schriftsteller, so
kann man definieren, ist der Erzieher, der selbst auf dem
sonderbarsten Wege erzogen worden, und immer geht die
Erziehung bei ihm Hand in Hand mit dem Kampf mit sich
selbst.“17)
Es ist nicht zufällig, daß Wilhelm Meister durchaus ein
Lieblingsbuch von Novalis war. Zu wiederholten Malen hatte
Novelis den Meister so eifrig gelesen, daß er ihn zuletzt
teilweiss auswendig lernen konnte. Was überhaupt zog ihn
aber
so
stark
an?
Wahrscheinlich
war
es
der
Erziehungsgedanke im Meister, bei dem er viele Anklänge an
sich selbst fand; denn er war selber auch auf dem
sonderbarsten Wege erzogen worden. Mit anderen Worten:
er mochte vielleicht im Roman ein Vorbid seiner eigenen
Selbstbildungs-jahre, nämlich der Übergangsjahre vom
Unendlichen zum Endlichen sehen, obwohl er doch später in
seinen letzten Lebenstagen anfing scharfe Kritik an Goethe zu
üben. Genau wie Goethe war Novalis von Jugend auf darum
ganz und gar erzieherisch, weil er selbst ein problematisches
Dasein führen mußte. Das kann man nicht schwer verstehn,
wenn man von seinem Werdegang etwas Eingehends zu
wissen bekommt.
Nun soll-in wir wieder auf die besagte Selbsterkenntnis
zurückkommen. Sich selbst erkennen ist nicht so leicht, wie
man im allgemeinen denkt. Denn von alters her hat es
niemand gegeben, der diesen einfachen aber vielsagenden
Sinnspruch absolut definieren
— 91 —
konnte. Freilich kann jeder Mensch diese alte Gnome so
auslegen wie er will, aber schließlich könnte man sich nicht
damit zufriedengeben. Gibt es denn gar keine Hinweise,
worauf wir angewiesen sein können? Doch können wir auch
in dieser Hinsicht Goethe zu Rate ziehen.
„Man hat zu allen Zeiten gesagt und wiederholt, man solle
trachten sich selber zu kennen. Dies ist eine seltsame
Forderung, der bis jetzt niemand genüget hat und der
eigentlich auch niemand genügen soll. Der Mensch ist mit
allem seinem Sinnen und Trachten aufs Äußere angewiesen,
auf die Welt um ihn her, und er hat zu tun, diese insoweit zu
kennen und sich insoweit dienstbar zu machen, als er es zu
seinen Zwecken bedarf. Von sich selber weiß er bloß, wenn
er genießt oder leidet, und so wird er auch bloß durch Leiden
und Freuden über sich belehrt, was er zu suchen oder zu
meiden hat. Übrigens aber ist der Mensch ein dunkles Wesen,
er weiß nicht, woher er kommt, noch wohin er geht, er weiß
wenig von der Welt, und am wenigsten von sich selber. Ich
kenne mich auch nicht, und Gott soll mich auch davor
behüten.“18)
Goethe sagt, er wolle sich selber nicht erkennen, aber
gerade daran schein ein Paradoxon zu liegen; denn sein
langes, künstlerisches Leben selbst bekundet die Geschichte
und Konfession eines sich immer erkennenden und
erziehenden Menschen. In den 'Maximen und Reflexionen'
finden wir z.B. diejenige Stelle, die uns darauf hinweist, daß
Goethe
selbst
über
db
Selbsterkenntnis
nicht
selten
nachgedacht habe.
„Nehmen wir sodann das bedeutende Wort vor: Erkenne
dich selbst, so müssen wir es nicht im aszetischen Sinne
auslegen. Es ist keineswegs die Heautognosie unserer
modernen
Hypochondristen,
Humoristen
und
Heautontimormenen damit gemeint; sondern es heißt ganz
einfach: Gib einigermaßen acht auf dich selber, nimm Notiz
dir selbst, damit du gewahr werdest, wie du zu deinesgleichen
und der Welt zu stehen kommst. Hiezu bedarf es keiner
psychologischen Quälereien; jeder tüchtige Mensch weiß und
erfahrt, was es heißen soll: es ist ein guter Rat, der einem
jeden praktisch zum
— 92 —
größten Vorteil gedeiht.“ 19)
Dies ist ein ganz praktischer Gesichtspunkt, der deutlich
einen der Grundsätze von Goethes Gesinnungen und
Handlungen zum Ausdruck bringt. Goethe war in der Tat kein
verträumter Theoretiker, sondern sein ganzes Leben hindurch
ein tüchtiger Praktiker. In dieser Beziehung hat Novalis
einmal Goethe scharf besprochen: „Goethe ist ganz
praktischer Dichter. Er ist in seinen Werken, was der
Engländer in seinen Waren ist: höchst einfach, nett, bequem
und dauerhaft. Er hat in der deutschen Litertur das getan, was
Wedgwood in der englischen Kunstwelt getan hat. Er hat. wie
die Engländer, einen natürlich ökonomischen, und einen
durch Verstand erworbenen edlen Geschmack. Beides
verträgt sich sehr gut und hat eine nahe Verwandtschaft, in
chemischem Sinn.
In seinen physikalischen Studien wird es
recht
es
klar,
daß
seine
Neigung
ist,
eher
etwas
Unbedeutendes ganz fertig zu machen, ihm die höchste
Politur und Beauemlichkeit zu geben, als eine Welt
anzufangen und etwas zu tun, wovon man voraus wissen kann,
daß man es nicht vollkommen ausführen wird, daß es gewiß
ungeschickt bleibt, und daß man es nie darin zu einer
meisterhaften Fertigkeit bringt. Auch in diesem Felde wählt
er einen romantischen oder sonst artig verschlungenen
Gegenstand.“20) In diesen Kennzeichnungen darf man etwas
Richtiges oder Zutreffendes anerkennen, was Novalis erst
nach wiederholtem Lesen in Goethe hat ausfindig machen
können, sei es, daß man dafür oder dagegen ist.
Ohne Streben nach der Selbsterkenntnis und Selbstbildung
kann aus einem Menschen michts werden, wenn er auch mit
vollem Talent geboren worden sei.
Mit Novalis kann man
auch keine Ausnahme machen. Er war eigentlich ein
strebsamer, sich nur langsam vollendender Mensch, nicht so
ein frühvollendetes Genie, wie man ihn sich im allgemeinen
vostellt.
Gestützt
auf
seine
naive
Empfindsamkeit,
bescheidene Selbstbewußtheit und unbeugsame Willenskraft,
fing er an im Dunkeln zu tappen, dann erst schlug den Weg
zur Selbsterkenntnis ein und ging dabei Schritt für Schritt, um
sich langsam weiter biszur Vollendung ausbilden zu lassen.
— 93 —
Novalis war sich selber seiner langsamen Vollendung voll
bewußt. Zum Beispiel beweist es sein folgendes Wort, das
sich in einem Brief an Friedrich Schlegel findet: „Ich will
mich nicht übereilen und langsam Eins vollenden, um mich
selbst vollenden zu lernen.“21)
Ein andermal beschrieb Novalis den verworrenen Menschen
im Vergleich mit dem geordneten.
„Je verworrener ein Mensch ist, man nennt die Verworrenen
oft
Dummköpfe,
desto
mehr
kann
durch
fleißiges
Selbststudium aus ihm werden; dahingegen die geordneten
Köpfe
trachten
müssen,
wahre
Gelehrte,
gründliche
Enzyklopädisten zu werden. Die Ver-worrnen haben im
Anfang mit mächtigen Hindernissen zu kämpfen, sie dringen
nur langsam ein, sie lernen mit Muhe arbeiten: dann aber sind
sie auch Herren und Meister auf immer. Der Geordnete
kommt geschwind hinein, aber auch geschwind heraus. Er
erreicht bald zweite Stufe: aber da bleibt er auch gewöhnlich
stehn. Ihm werden die letzten Scgritte beschwerlich, und
selten kann er es über sich gewinnen, schon bei einem
gewissen Grade von Meisterschaft sich wieder in den Zustand
eines Anfängers zu versetzen. Verworrenheit deutet auf
Überfluß an Kraft und Vermögen, aber mangelhafte
Verhältnisse; Bestimmtheit auf richtige Verhältnisse, aber
sparsames Vermögen und Kraft. Daher ist der Verworrene so
progressiv, so perfektibe!, dahingegen der Ordentliche so früh
als Philister aufhört.
Ordnung und Bestimmtheit allein ist
nicht Deutlichkeit. Durch Selbstbearbeitung kommt der
Verworrne zu jener himmlischen Durchsichtigkeit, zu jener
Selbsterleuchtung, die der Geordnete so selten erreicht. Das
wahre Genie verbindet diese Extreme.“22)
Als ein wahres Genie hatte Novalis selbst einerseits viel
Verworrenes im Leibe, so begabt er auch andereseits war.
Sonst hätte er auf keinen Fall dieses Fragment schreiben
können. Um mit Fleiß und Ceduld sein eigenens Talent zum
Dichten zu entwickeln, und um mit Mühe und Not seine
romantische Welt zu ergründen, brauchte er auch lange
Lehrjahre, die man wenigstens auf die Dauer von 16 Jahren
schätzen kann, und zwar vom 12. Lebensalter, wo er
— 94 —
Lateinisch und Griechisch kennenlernte und erste Gedichte
versuchte, bis zum 28., wo er den ersten Teil des ‚Heinrich
von Ofterdingen’ fertig machte. Inzwischen schrieb er über
200 Briefe und machte auch etwa 200 Gedichte, außer einer
Abhandlung und zwei Romanversuchen. Noch dazu zählen
seine
natur-und
geisteswissenschaftlichen
Fragmente
insgsamt mehr als 2300, abgesehn von einigen Tagebüchern,
Studienblättern und Reisejournalen.
Im Februar 1800 berichtete Novalis dem Kreisamtmann Just
von der Vollendung seiner philosophischen Lehrjahre: „Die
Philosophie ruht jetzt bei mir nur im Bücherschranke. Ich bin
froh, daß ich durch diese Spitzberge der reinen Vernunft
durch bin, und wieder im bunten erquickenden Lande der
Sinne mit Leib und Seele wohne. Die Erinnerung an die
ausgestandenen Mühseligkeiten macht mich froh.
gehört in die Lehrjahre der Bildung.
Es
Uebung des
Scharfsinns und der Refexion sind unentbehrlich—Man muß
nur nicht über die Grammatik die Autoren vegessen: über das
Spiel mit Buchstaben die bezeichneten Größen. Man kann die
Philosophie hochschätzen, ohne sie zur Hausverwalterin zu
haben, und einzig von ihr zu leben. Mathematik allein wird
keinen Soldaten und Mechaniker, Philosophie allein keinen
Menschen machen.“23)
Aus diesen Worten läßt sich folgern, daß Novalis seinem
Wesen nach eher zu Dichtern gehörte als zu Philosophen.
Um diese Zeit war er gerade dabei, seinen originellsten
Roman
'Heinrich
von
Ofterdingen'
niederzuschreiben,
wodurch er nun erfuhr, daß die wahre Poesie erst da anfängt,
wo die philosophische Sphäre zu Ende geht. Wie der Held
seines Romans wurde er selbst zum Dichter reif genug, um
etwas zu schreiben und zu dichten, was seit langem sein
sehnlichstes Verlangen gewesen war.
Zuletzt werde ich noch einmal auf das Problem der
Selbsterkenntnis
zurückkommen.
Inwieweit
Novalis
überhaupt sich selbst erkennen konnte, das gibt uns sein
Brief-an Tieck zu verstehen: „Mein Bruder ist recht fleißig
und es rührt sich in ihm unser gemeinschaftliches Band, die
Poesie. Er dichtet und schreibt, und wie mich dünkt, nicht
ohne Hoffnungen. Er hat in kurzer Zeit viele
— 95 —
Schwierigkeilen der ersten Versuche überwunden und seine
Versi-fication bildet sich immer mehr. Ich habe ihn gebeten
nur amsig fortzufahren und sich von den Fehlern der ersten
Versuche nicht abschrecken zu lassen. Er muß sich
nachgerade
von
dem
Einfluß
seiner
Lieblingsmuster
losmachen lernen. Man lernt nur nach gerade ohne Hilfe gehn
und es ist gut, wenn die Muster auch ihren eignen poetischen
Gang gehn. Du bist ihm noch hinderlich—Er hat sich in Dich
hineingelesen und nun wird alles tieckisch. Ich suche ihn Dir
mit guter Manier abwendig zu machen—Kann er erst selbst
gehn, so mag er immer in Deine Pußtapfen treten. Es freut
mich sein Eyfer, der ihm gewiß belohnt wird und ich sehe ihn
gern in eine Beschäftigung vertieft, die auf alle Weise zur
Reife
befördert,
und
den
anmuthigsten
Lebensgenuß
gewährt.“24)
Dieses treffende Urteil über seinen zweiten Bruder gründet
sich auf seine eigene Erfahrung, daß er selbst auch im
Dichten und Schreiben viele gleichartige Schwierigkeiten
hatte, sie mit großer Mühe überwinden und sich nachgerade
von
allem
Einfluß
seiner
bisherigen
Lieblingsmuster
(insbesondere von Goethe) losmachen mußte. Zu diesem
Zeitpunkt wußte er in Dichtung und Leben schon gut
Bescheid, daher konnte er ebenso sagen wie Reiner Maria
Rilke, daß die Poesie ganz und gar auf Erfahrung beruhe.
Erfahren heißt die Leiden erdulden, Schmerzen ertragen und
Schwierigkeiten des Lebens überwinden.
Auf dem Wege zur Selbsterkenntnis kann man sich nur
dadurch überwinden, daß man sich stets schwierige Aufgaben
stellt und sie zur Ausführung bringt. Dieser Weg läuft nicht
immer auf flachen Ebenen, sondern manchmal auf so
schroffen Felsengegenden, daß man oft den gefährlichen
mühseligen Gang gehen muß und sein Endziel nur selten
erreichen kann. Es gibt zwar viele Leute, die immer mit
Nachdruck behaupten, wie mühsam und schwer man sein
tägliches Brot verdienen muß, aber leider wenige, die genau
wie Sokrates sich so eifrig bestreben, ihren Geist immer
gößer zu machen und sich desto weniger um Körper und Geld
zu kümmern. Wenn man doch wahrer Mensch werden will,
dann muß man immer
— 96 —
danach streben, daß man auf olle Fälle durch die enge Pforte
eingeht. In diesem Sinne können wir uns Novalis zum Vorbild
nehmen. Denn als Weltmann und Dichter zugleich wußte er
sich immer Proben zu geben und sie zu ertragen. Tatsächlich
ist er der einzige unter seinen zeitgenössischen Romantikern,
der einen festen Beruf ausgeübt und nur in Nebenstunden
dichterische Werke geschaffen hat. Der Unterschied zwischen
seinem Alltagsleben und seiner Dichtung scheint zwar sehr
groß, abei der Schein trügt oft. Um das rechte Verständnis für
diesen Romantiker zu bekommen, muß man in erster Linie
sein Gewissen und dessen Herkunft, sein Ethos und dessen
Wirkung erforschen.
Sonst
könnte man eine solche
Persönlichkeit durchaus nicht richtig verstphn, geschweige
denn sie würdigen. Jetzt möchte ich diesen Aufsatz über
Novalis mit einem Gedicht beschließen:
Volk und Knecht und Überwinder,
Sie gestehn, zu jeder Zeit,
Höchstes Glück der Erdenkinder
Sei nur die Persönlichkeit.
Anmerkungen
Orthographie und Interpunktion in den Zitaten basieren auf
den als Quellen angegebenen Texten. Es werden folgende
Abkürzungen verwandt:
HKA = Novalis Historisch-kritische Ausgabe. Stuttgart
Bd.l : 1960 ; Bd.2 : 1965 ; Bd.3 : 1968 ; Bd.4 : 1975.
Die Angaben beziehen sich auf Band und Seite.
NFRA = Novalis Fragmente. Erste vollständige, geordnete
Ausgabe. Dresden 1929.
EGMG =Eckermanns Gespräche mit Goethe in
zwei Bänden. Der Tempel Verlag in
Leipzig. Ohne Jahresangabe. Die Angaben
beziehen sich auf Band und Seite.
1 ) HKA 4, 373.
2 ) EGMG 2, 67 f.
3 ) Nietzsches Werke in drei Bänden.
München 1966. Bd.2. S. 652.
4) ebd. S. 738.
5) G.W.F.Hegel Werke in zwanzig
Bänden. Prankfurt am Main 1970.
Bd.10. S. 108.
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