Leben in Gemeinschaft - Konflikte im Alltag (Best. Nr. 5119)

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Regeln des Zusammenlebens
Ein Leben ohne Pflichten – ein Chaos?
Der Renaissance-Künstler Pieter Brueghel
der Ältere malte das Bild auf der rechten
Seite im 16. Jahrhundert und nannte es
„Das Schlaraffenland“. Es zeigt ein
Land, in dem jeder nur das tun und lassen
muss, was er will. Die Menschen kommen
zusammen und schlagen sich den Magen
voll, denn in diesem Land laufen Eier und
Schweine (siehe im Hintergrund) bereits
fertig zubereitet herum und man muss sich
nur noch bedienen. Es gibt keine Regeln
und keine Pflichten. Ein Paradies?
Glücklich sehen die träge und faul
herumliegenden Menschen jedoch nicht
aus und das stürmisch-düstere Wetter im Hintergrund lässt das Bild auch nicht gerade idyllisch
wirken. Kann uns ein Leben ohne Pflichten glücklich machen?
Ohne Pflichten keine Rechte
Wer sich selbst nicht an Pflichten hält, kann diese selbstverständlich auch
nicht von anderen Menschen einfordern. Er hat somit keine Rechte. Ohne
Rechte kann es allerdings wiederum keine Gerechtigkeit geben. Kann
eine ungerechte Gesellschaft noch ein Paradies sein? Vielleicht für den
Stärksten, doch sicher nicht für alle Beteiligten. Aus diesem Grund gibt
es in Gesellschaften Rechte und Pflichten. Sie richten sich im Idealfall
nach den Bedürfnissen der Bürger.
Arten von Recht und Pflicht
Unser Zusammenleben in der Gesellschaft wird gleich von einem ganzen
Netz an Regeln abgesichert:
- Gesetze: verbindliche Rechtsnormen
- Gebote: Handlungsanweisungen
- Verbote: Anweisungen zur Unterlassung von Handlungen
- Richtlinien: nicht gesetzliche Handlungsvorschriften
- Sitten: moralischer Wertkanon, der sich aus Tradition oder Gewohnheit eingebürgert hat
- Bräuche: Handlungsabläufe, die sich aus Tradition oder Gewohnheit eingebürgert haben
Es bestimmen also nicht nur Gesetze, was erlaubt und verboten ist. Vielmehr werden Handlungen
und Wertvorstellungen sozial vom jeweiligen Umfeld geprägt. Dafür können beispielsweise die
Erziehung und die Schulbildung eines Menschen wesentlich sein.
Du bestimmst mit!
Natürlich bestimmen aber nicht nur die Werte und Normen der Gesellschaft, in der du lebst, was du
als gerecht empfindest. Das letzte Wort liegt bei dir: Du hast alle Mittel und Wege, um dir selbst
einen Einblick zu verschaffen und zu bewerten, ob das, was dir von der Gesellschaft als gerecht
serviert wird, tatsächlich gerecht ist. Nicht nur verändert dich deine Welt, sondern auch du kannst
die Welt verändern!
Andere Länder, andere Sitten?
In gewissem Ausmaß lässt sich also sagen, dass wir von der
Gesellschaft, in der wir leben, in unserem Begriff von Recht und
Pflicht geprägt werden. Damit ist auch Gerechtigkeit ein Begriff,
der in verschiedenen Gesellschaften nicht gleich definiert sein muss.
„Andere Länder, andere Sitten“, sagt ein Sprichwort.
Wie ist das allerdings, wenn wir über den Tellerrand unserer
Gesellschaft hinausschauen? Auf globaler Ebene, also beim Blick
auf alle menschlichen Gesellschaften, muss ein neuer, gemeinsamer
Begriff von Rechten und Pflichten immer erst festgelegt werden,
denn, wie wir gesehen haben, sind die Begriffe „Recht“ und
„Pflicht“ kulturell geprägt, also von Kultur zu Kultur verschieden.
Um hier gerecht zu sein, kann nicht einfach der
Gerechtigkeitsbegriff eines Landes auf die anderen übertragen
werden, sondern die globale Gemeinschaft muss zusammen agieren.
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