20.09.09, gut für alle, weil es wirklich so bemerkenswert ist

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Erläuterungen zum Stufenplan, Rolle GBs: a) Hoffnung auf Bündnis (- 1935 Vertrag), auch aus rassischen
Gründen und wg. Vermeiden eines 2-Fronten –Krieges
b) ab 1937 Einsicht, dass kein Bündnis möglich- neue Devise; „Je eher, desto besser.“
Erläuterungen zu Revisionspolitik-Austritt aus Völkerbund: Austritt wg. harter französ. Haltung zur
geheimen Aufrüstung
Erl. zu Revisionspolitik-Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht: Am 16. März 1935 nahm Hitler
die Verlängerung der Dienstzeit in der französischen Armee und die Erneuerung des französischbelgischen Militärabkommens zum Vorwand, alle Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages für
nichtig zu erklären. Die Wehrpflicht wurde wieder eingeführt und die Friedenspräsenzstärke auf 550.000
Mann festgelegt.
Erläuterungen zu Münchner Abkommen:
kein bes. Druck der Westmächte
Vermittlung Mussolinis
Garantieerklärung GBS und Frs gegenüber Resttschechei (blieb ohne Folgen, aber größere Festigkeit bei
der folgenden Polenaktion)
übergehen d. SU, die Beistandspakt mit Tschechoslowakei hatte
Ausschluss der Tschechoslowakei
In der Folge war es zweifelsfrei, WER der Aggressor war. Insofern war die Appeasement-Politik
erfolgreich.
Erläuterungen zu dt.-poln. NA-Pakt / allgemein Polen:
Pakt auf 10 Jahre
Polen war eine Militärdiktatur und wollte sich unabhängig von Versailles-Koordinaten machen:
NA-Pakt m. SU am 27.5.1932
nach dt. Sudentenlandbesetzung: Polen besetzt tschech. Teschener Gebiet
Hitlers Konzept: 1) Ausschaltung als eigenständ. Machtfaktor
2) Juniorpartner gg. d. SU (potenzielles Aufmarschgebiet)
Polen sollte nach Kündig. d.dt-poln. Vertrages dem Anti-Komintern- Pakt beitreten
24.10.1938: Ribbentrop trägt poln. Botschafter Lipski eine dt. Globallösung vor: exterritoriale Autotalent
Eisenbahn nach Danzig u. Ostpreußen; Beitritt z. Anti-Komintern- Pakt; Danzig z. Dt Reich
Ablehnung dieses Konzepts am 19.11.1938
Erläuterungen zu „ Wende 1938 …,ab März Stalins Wendung…“
17.4.1939: Sh bietet Fr +GB Bündnis auf d. Basis d. Unverletzlichkeit d. Grenzen an (Overy,82) erste brit.
Reaktion erst 6 Wo. später (Sondierungsgespräche)/ poln. Sowjetfurcht als Stolperstein
D:\75900784.doc
Die Münchener Konferenz vom 29. September 1938 fand unter äußerst fragwürdigen
Voraussetzungen statt. Sie honorierte die militärische Erpressungspolitik und nahm Hitlers letzte
Bedingungen ohne wesentliche Milderung an. Der Einmarsch deutscher Truppen begann am 1. Oktober.
Vor allem entschied diese Blitzkonferenz in Abwesenheit der betroffenen tschechoslowakischen Regierung
und überging auch die durch Beistandspakt mit Prag verbunden Sowjetunion. Dieser Umstand hat zu der
kriegsauslösenden Schwenkung Moskaus und zur sowjetischen Rechtfertigung des Pakts mit Hitler
beigetragen.
Die Sowjetunion hatte sich schon im März 1938 nach der Österreichaktion bereit erklärt,
»unverzüglich im Völkerbund oder außerhalb des Völkerbunds praktische Maßnahmen mit anderen
Mächten zu erörtern, wie sie durch die Umstände diktiert werden. Morgen kann es schon zu spät sein,
aber heute ist die Zeit dafür noch nicht verpaßt, wenn alle Staaten, besonders die Großmächte, im
Problem der kollektiven Rettung des Friedens eine feste, unzweideutige Haltung einnehmen werden.«
Aber London, wo inzwischen Halifax anstelle des aus Protest zurückgetretenen Eden das Foreign Office
übernommen hatte, winkte ab. Zu riskant erschien eine direkte Einschaltung der Sowjetunion, die
militärisch die Tschechoslowakei nur über polnisches Gebiet erreichen konnte. Polen würde dem
keinesfalls zustimmen; es war antisowjetisch orientiert, hielt am Pakt mit Berlin fest und erwartete
überdies territorialen Gewinn aus einer Dezimierung der Tschechoslowakei. Vor allem argwöhnte
Chamberlain, Moskaus Interesse sei es, den Westen in einen Krieg mit Deutschland zu verwickeln,
so wie umgekehrt die Sowjetunion Deutschlands Ablenkung nach Osten fürchtete.
Daran scheiterte weiterhin die Bildung einer Ost-West-Front, die doch möglicherweise Hitler, der einen
Zweifrontenkrieg zu fürchten hatte, auch ohne militärische Ausweitung gebremst hätte. Daß Moskau in
München nicht beteiligt wurde, ist letztlich auch nicht mit einer Rücksicht auf Polen zu rechtfertigen. Als
im Frühsommer 1939 die Westmächte endlich nach Moskau gingen, war es zu spät; die Sowjets
schwenkten bereits.
Noch weniger ist der Ausschluß der Tschechoslowakei zu rechtfertigen. Für Prag war die Münchener
Konferenz ein brutales Diktat, von Anfang an, nicht erst durch Hitlers Vertragsbruch im März 1939,
ungültig. Es hat tatsächlich das Schicksal der Tschechoslowakei entschieden. Daran ändern auch die
Garantieerklärungen nichts, die England und Frankreich für die Resttschechoslowakei abgaben. Vollends
hatten die Konsultations- und Friedensvereinbarungen, die Hitler mit England noch in München und mit
Frankreich (6. Dezember 1938) abschloß, nur verbale Bedeutung. Gewiß, Chamberlain konnte als
Friedensretter nach London zurückkehren. Und Hitler hatte nicht ganz sein Ziel erreicht; Schacht
gegenüber beschimpfte er Chamberlain: »Der Kerl hat mir den Einzug in Prag verdorben.«
Zum Einlenken mögen nicht nur die Bedenken der Militärs beigetragen haben, sondern auch die geringe
Kriegsbegeisterung, mit der eben jetzt die Berliner Bevölkerung eine waffenstarrende Parade quittiert
hatte. Aber das änderte nichts an der Tatsache, daß in München die Grenzen einer sinnvollen
Appeasement-Politik endgültig überschritten worden waren. (…)
K.-D. Bracher, Die deutsche Diktatur, S. 340f.
Hitler-Stalin-Pakt
Inhalt:
Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 enthielt folgende Vereinbarungen:
- keine aggressive Handlung gegen den Vertragspartner,
- Zusicherung strikter Neutralität,
- Konsultation über Fragen von gemeinsamem Interesse,
- keine Beteiligung an gegnerischen Allianzen,
- friedliche Lösung aller Streitigkeiten.
Im geheimen Zusatzprotokoll hatten Ribbentrop und Molotow folgende Interessenabgrenzungen
vorgenommen:
l. Im Baltikum: Nordgrenze Litauens,
2. in Polen: Narew ,Weichsel-San („freundschaftliche Verständigung" über das Schicksal des polnischen
Staates),
D:\75900784.doc
3. in Südosteuropa: Interesse der Sowjetunion an Bessarabien-völliges politisches Desinteresse
Deutschlands an diesen Gebieten,
4. strenge Geheimhaltung.
Stalins Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt:
1. Vermeiden eines Bündnisses der Westmächte und Nazi-Deutschlands gg. die SU;
2. Erfolglosigkeit der Annäherung an GB, die aufgrund des brit.Antikommunismus sehr schwierig
war. Erst nach März 1939 gab es Bemühungen und zwar wg. Polen. Da Polen sich ohne sowjet.
Hilfe nicht gegen Dtld. Verteidigen ließ, andererseits Polen zwar die Deutschen, aber auch die
Sowjets fürchtete (auf keinen Fall ins Land), blieb eine gemeinsame Politik der SU mit GB
bezügl. der dt. Aggression gegen Polen auf der Strecke.
2. Stalin ging davon aus, dass Hitler und der Westen sich in Kriegen untereinander erschöpfen
würden, und die Sowjetunion dann das Proletariat in Europa befreien könnte, wie er es nannte.
Dazu durfte er sich selbst nicht in einen Krieg verwickeln.
4. Erweiterung des sowjet. Machtbereichs von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer zum Nulltarif
Hitlers Gründe:
1. Vermeiden des Zwei-Fronten-Krieges bei seiner Polen-Aktion (Hitler:„Das Gelingen der
Isolierung Polens ist entscheidend“) GB und Fr würden nicht eingreifen gegen 2 Großmächte
(daher auch die Enttäuschung über die brit. Kriegserklärung am 3. 9.)
2. Beschaffung von Rohstoffen durch sowjet. Lieferungen (Entwertung einer zu erwartenden
brit. Seeblockade)
Bedeutung des Paktes:
für SU:
Erfahrung der Münchner Konferenz, die die SU als Faktor der internationalen Politik schlicht ignorierte
für Deutschland:
Grundlegend ist, dass Hitler seine Expansionsziele in Phasen zu realisieren gedachte und dabei eine
gleichzeitige Gegnerschaft Russlands, Frankreichs und GBs zu vermeiden versuchte; keineswegs ging es
um den Verzicht auf die „Eroberung von Lebensraum im Osten.“
D:\75900784.doc
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