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Pressemitteilung
Herausgegeben von der Stabsstelle für Presse und Kommunikation der Freien Universität Berlin
Kaiserswerther
100/2011 Straße 16–18, 14195 Berlin, E-Mail: [email protected], Internet: www.fu-berlin.de/presse
13. April
2011
Verantwortlich für diese Ausgabe: Kerrin Zielke, Telefon: 030 / 838-73185, E-Mail: [email protected]
Neues Lehrangebot „Provenienzforschung“
Im Sommersemester 2011 beginnt die weltweit erste universitäre
Ausbildung zur Erforschung der Herkunftsgeschichte von
Kunstwerken und Kulturgütern
Die Freie Universität Berlin bietet im Sommersemester 2011 für Bachelorstudenten der Geschichtsund Kulturwissenschaften erstmals eine umfassende Ausbildung in Provenienzforschung an. Diese
wissenschaftliche Richtung befasst sich mit der Herkunftsgeschichte von Kunstwerken und
Kulturgütern und spielt unter anderem eine Rolle bei der Rückgabe von Werken, die vom NS-Regime
enteignet wurden. Das Lehrangebot ist die weltweit erste universitäre Ausbildung in
Provenienzforschung.
Das
Lehrangebot
vermittelt
die
Grundlagen,
Terminologie
und
Methoden
der
Provenienzforschung durch aufeinander aufbauende Veranstaltungen und Praktika in
Museen, Archiven und dem Kunsthandel. Die Studierenden erlernen Rechercheverfahren, um
die Herkunft und den Verbleib von Kunstwerken zu bestimmen und nachzuweisen. Zudem
erhalten sie Einblick in die politische, juristische und moralisch-ethische Dimension der
Provenienzforschung.
Die Provenienzforschung hat sich an Museen seit der „Washingtoner Konferenz über
Vermögenswerte
aus
der
Zeit
des
Holocaust“
1998
zu
einem
eigenständigen
Aufgabenbereich entwickelt. Auf der Konferenz haben sich 44 Staaten bereit erklärt,
Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und nicht zurückgegeben
wurden, zu identifizieren und die Vorkriegseigentümer oder ihre Erben ausfindig zu machen.
Auch Deutschland hat sich 1999 mit der „Gemeinsamen Erklärung“ der Bundesregierung, der
Länder und der Kommunen zur Auffindung und Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt
entzogenem
Kulturgutes
Koordinierungsstelle
in
bereit
erklärt.
Magdeburg
eine
Bereits
1994
Institution
wurde
mit
geschaffen,
Gründung
die
Such-
der
und
Fundmeldungen zu beschlagnahmten Kulturgütern entgegennimmt und dokumentiert. Auf
Anregung
des
Beauftragten
der
Bundesregierung
für
Kultur
und
Medien
(BKM)
Staatsminister Bernd Neumann wurde 2008 die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/Seite 1/1
forschung (AfP) unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet, die mit
Mitteln des BKM eine bundesweite Überprüfung der Sammlungsbestände unterstützt. Der
Bund stellt dafür jährlich eine Million Euro zur Verfügung, die Kulturstiftung der Länder trägt
mit 200.000 Euro pro Jahr die Kosten der Geschäftsstelle. Bisher wurden von der AfP
zahlreiche Projekte an Museen, Bibliotheken und Archiven in Deutschland gefördert, was die
Nachfrage nach Fachkräften erheblich steigerte. Nach wie gibt es jedoch weltweit keine
Ausbildung oder zusätzliche Qualifikation für Provenienzforscher, weder als Studiengang
noch als Weiterbildung.
Das Modul ist von der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ am Kunsthistorischen Institut der
Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin konzipiert
worden.
Als
Dozenten
beteiligen
sich
Spezialisten
aus
dem
Arbeitskreis
für
Provenienzforscher, der Koordinierungsstelle Magdeburg, dem Zentralarchiv der Staatlichen
Museen zu Berlin, dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem
Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen sowie aus dem internationalen
Kunsthandel.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gern:
Dr. Meike Hoffmann, Freie Universität Berlin, Kunsthistorisches Institut, Forschungsstelle
„Entartete Kunst“, Telefon: 030 / 838-54523, E-Mail: [email protected]
Pressedienst
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