dosb presse - Sport pro Gesundheit

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Nr. 26/ 27. Juni 2006
Seite
Kommentiert: Sportbegeisterung der dritten Art
Neuer Lotterie-Staatsvertrag der Länder soll Wettmonopol sichern
„Schule und Bürgergesellschaft“ von der UNESCO ausgezeichnet
Verleihung des Deutschen Schulsportpreises des DOSB/der dsj 2006
Schäuble trifft DOSB-Präsident Bach zum ersten Meinungsaustausch
Goldene Ruderer holen Goldene Sportabzeichen
Fanbetreuung bei der Weltmeisterschaft: Zur Not rund um die Uhr
Deutsche Badegewässer weiter mit guter Qualität
Lebenslange Sperre für Dopingsünder bei weltgrößten MarathonLäufen
Schwimmbad-Infrastruktur wird zum Notstandsgebiet
Kein Tropenholz für die Olympischen Spiele in Peking
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DOKUMENTATION:
Spitzensporterfolge im Verbund von Wissenschaft und Praxis
I
Gerber kritisiert Kürzung der Mitfinanzierungsquote für Laufbahnberater
II
Ehrenamtliche Arbeit leidet weiterhin unter bürokratischen Hemmnissen III
Offizielle Bewerber für die Winterspiele 2014 benannt
IV
DOSB und Commerzbank verleihen Preis „Pro Ehrenamt“
V
Noch Fragen zur Fusion?
V
Deutsche Sportjugend und Bundeselternrat wollen enger
zusammenarbeiten
VI
Saudi-Arabische Delegation zu Gast beim DOSB
VI
DOSB-Sportabzeichentour zu Gast im nordbadischen Wertheim
VII
LSB Hessen begrüßt Leitlinie der Ministerpräsidentenkonferenz zu
Sportwetten
VII
DOSB-Vizepräsidentin Ridder-Melchers beim Jahresempfang des LSB
Bremen
VIII
Ausstellung „Sport, Toleranz und Fair Play“ in Köln
VIII
Hamburger Sportbund wählt neues Präsidium
IX
Trauer um Dr. Herbert Buhtz
IX
JUGENDFORUM:
Mit Peb und Pebber gegen Kinderspeck
I
Internationale Schülerspiele finden 2006 in Bangkok statt
II
Deutsche Herzstiftung fordert Verbot der Tabakwerbung
III
Sportpolitik in Europa - von der Jugend mitgestaltet
IV
Kurzmeldungen
IV
BÜCHER
STELLENAUSSCHREIBUNG Direktor Leistungssport DOSB
STELLENAUSSCHREIBUNG EU-Büro Brüssel
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Kommentiert:
Sportbegeisterung der dritten Art
Die Fußball-WM 2006 hat gerade Halbzeit gefeiert. Aber sportliche
Bilanzen sind verfrüht. Einen Sieger gibt es mit Sicherheit schon heute:
Die Millionen Fans aus aller Welt in Deutschland. Sie haben gemeinsam
mit der bundesdeutschen Bevölkerung und den Medien dem diesjährigen
Weltfest des Fußballs eine einzigartige fröhlich-friedliche Stimmung
verliehen, die Integrationskraft des Fußballs (und damit des Sports
schlechthin) verstärkt und nicht zuletzt ein ganz unerwartetes Bild von
deutscher Lebensart gemalt.
Ein entscheidender Katalysator für die Fröhlichkeitsdynamik waren die
FIFA-Fanfeste mit dem weit blickenden Public Viewing. Ihr
Grundgedanke ist ein 4 Wochen offen stehender Marktplatz im Herzen
der großen Städte, der deutschen Fans wie ausländischen
Fußballenthusiasten
einen
permanenten
Anlaufpunkt
mit
multikulturellem Flair bietet. Fußball, Feiern, Fröhlichkeit und
Freundschaft - ein unwiderstehliches Angebot mit anhaltender Wirkung.
Die Fans haben es den Initiatoren, Organisatoren und örtlichen
Ausrichtern gedankt, und das millionenfach. Die ambitionierte Zahl von
8 Millionen Besuchern war bereits nach einer Woche erreicht. Gegen
Ende der WM werden es wohl einschließlich der rund 200 kleinen FanFeste annähernd 25 Millionen sein; fast das zehnfache an
Stadionbesuchern. Die Fan-Feste werden bei künftigen Europa- und
Weltmeisterschaften nicht mehr wegzudenken sein.
Fußballbegeisterung und Partystimmung schlagen gleichermaßen hohe
Wellen. Die Fans nutzen den großen Raum ohne Eintritte und
nummerierte Sitzschalen, für bunte Bemalung, bewegende Gesänge und
ungehemmtes Flirten. Nirgendwo mehr wird das Motto „Time to make
friends“ wahrhafter umgesetzt als auf den Fan-Festen.
Kein Zweifel: Neben den Stadien und dem heimischen Fernseher hat sich
eine dritte Qualität des Zuschauens durchgesetzt, bei dem sich
umfassender Durchblick mit einem beseelten Gemeinschaftserlebnis
verbinden lässt. Hoffnungsvolle Perspektiven für die WM 2010 in
Südafrika!
Dr. Hans-Jürgen Schulke
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Neuer Lotterie-Staatsvertrag der Länder soll Wettmonopol sichern
Urheberschutz für den Sport gefordert
(DOSB PRESSE) Um das staatliche Sportwettenmonopol zu verfestigen,
wollen die Bundesländer bis spätestens Ende 2007 einen neuen
Staatsvertrag
abschließen.
Das
beschloss
die
Ministerpräsidentenkonferenz der Länder bei ihrer Tagung in Berlin. Bis
zur Dezember-Sitzung des Gremiums soll eine Arbeitsgruppe einen
Entwurf für einen neuen Lotterie-Staatsvertrag ausarbeiten, der
voraussichtlich vier Jahre gelten soll. Die Länderchefs berufen sich auf
das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 28. März, das
grundsätzlich die Zulässigkeit eines staatlichen Monopols mit dem Ziel
der Eindämmung der Spielsucht bestätigt hatte. Einmütig wollen die
Bundesländer darüber hinaus an dem bestehenden Verbot von privaten
Sportwetten in Deutschland festhalten.
Die 16 Länder wollen in Zukunft, auch bereits in der Übergangszeit
„nach einheitlichen Maßstäben umfassend und konsequent“ gegen in
Deutschland illegale Sportwetten vorgehen und das staatliche
Wettmonopol für Oddset, einer Marke des Deutschen Lotto- und
Totoblocks, aufrecht erhalten. Die Ministerpräsidenten stellten fest: Das
staatliche Monopol sei geeignet, neben der Sucht-Eindämmung auch die
Begleitkriminalität
zu
bekämpfen.
Gegen
Werbeaktivitäten
ungesetzlicher
Sportwettenanbieter
im
Zusammenhang
mit
Sportveranstaltungen wollen die Bundesländer energisch vorgehen, wie
es in einem von der Konferenz verabschiedeten Papier
„Zukunftsperspektiven Lotteriemonopol“ heißt.
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat unterdessen ein im Jahr
2002 erlassenes Verbot bestätigt, mit dem einem Wettbüro die
Vermittlung von Sportwetten untersagt wurde, die in Bayern nicht
erlaubt sind. „Eine vor dem 3. Oktober 1990 von einem Hoheitsträger in
der damaligen DDR erteilte gewerberechtliche Erlaubnis zur
Veranstaltung von Sportwetten rechtfertigt es nicht, in Bayern solche
Wetten zu veranstalten oder zu vermitteln“, heißt es in einer
Pressemitteilung des Gerichts. Einem Nürnberger Wettshop wurde es
konkret untersagt, Wetten eines in Gera ansässigen Unternehmens zu
vermitteln. Insgesamt gibt es vier Unternehmen, die in den NachwendeTagen eine durch den Einigungsvertrag geschützte Lizenz erhalten
haben. Inhaber dieser DDR-Erlaubnisse sind derzeit betandwin, Digibet,
Interwetten und Sportwetten Gera. Erstmals in Frage gestellt wurde, ob
diese ehemaligen DDR-Lizenzen bundesweit gelten.
Dr. Andreas Eichler, kommissarischer Generaldirektor des DOSB,
erklärte auf einem FDP-Experten-Hearing in Berlin, die Sportförderung
in Deutschland sei ohne die Erträge aus dem Glücksspiel nicht
gewährleistet. Die Abgaben aus Veranstaltungen des Deutschen Lottound Totoblocks gingen überwiegend in die Breitensport-Förderung und
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
kämen letztendlich über die Landessportbünde den Vereinen zugute.
Eine nationale Deregulierung zu Gunsten privater Anbieter, die über
Konzessionen Lizenzen bekämen, hätte letztendlich zur Folge, dass
sozialpflichtige Abgaben, etwa für Kultur und Sport, rechtlich nicht
durchsetzbar wären. Für die gemeinnützigen Belange des organisierten
Sports sei es nicht vertretbar, wenn es eine Abhängigkeit von der
Umsatzpolitik privater Anbieter gäbe. „Wer mit dem Sport Geschäfte
macht, muss auch den Sport beteiligen“, merkte Eichler grundsätzlich an
und forderte „eine Art Urheberschutz für den Sport“. Der
kommissarische DOSB-Generaldirektor warnte überdies vor einem
„Domino-Effekt“: Eine Teilöffnung des Glücksspielmarkts auf dem
Sektor der Sportwetten werde wahrscheinlich auch das noch
unangetastete Lotto- und Totomonopol ins Wanken bringen.
Bei der Veranstaltung „Gibt es Sportförderung ohne Sportwetten?“, den
der FDP-Bürgerfonds durchführte, erklärte Alexander Graf Lambsdorff,
stellvertretender Vorsitzender der FDP-Gruppe im Europäischen
Parlament: Der europäische Wettmarkt werde sich weiter steigern; vor
allem die Angebote über SMS und von TV-Stationen nähmen in der
Tendenz zu. Die Europäische Kommission habe schon Anfang der
neunziger Jahre Schritte zur Standardisierung unternommen, referierte
er. „Eine fiskalische Begründung zur Aufrechterhaltung eines staatlichen
Monopols reicht nicht aus“, positionierte sich der Europa-Abgeordnete.
Das Bundesverfassungsgerichtsurteil sei “wenig befriedigend” und
europarechtlich kritisch einzustufen. Allerdings: „Aus Brüssel ist derzeit
keine Abhilfe zu erwarten. Eine europäische Rechtssetzung ist nicht zu
erwarten.“ So gebe es außerhalb Deutschlands unterschiedliche
Tendenzen: Während Schweden, Italien und die Niederlande ihr
staatliches Angebot verfestigten, habe Österreich eine erste
Liberalisierung durchgesetzt, und Großbritannien und Nordirland hätten
einen deregulierten Markt.
„Wir Liberale sind für eine Öffnung des Markts“, erklärte Dr. Guido
Westerwelle,
Vorsitzender
der
FDP-Bundestagsfraktion
und
Bundesvorsitzender der FDP. „Allerdings sollte ein Teil der Einnahmen
für Gemeinwohlbelange und den Sport ausgeschüttet werden. Auch wir
wollen einen angemessenen Jugend- und Verbraucherschutz gegen
Spielsucht. Bei der FDP gibt es kein Gedankengut der Prohibition.“
Seine Partei wolle der Diskussion über die Liberalisierung des
Sportwettenmarkts eine neue Richtung geben und stelle den Antrag
seiner Bundestagsfraktion auf Zulassung von privaten Anbietern zur
Diskussion. Da das „Beharrungsvermögen in den Bundesländern“ zum
Teil noch ausgeprägt sei, könnte man die Beratung nicht allein den
Ländern überlassen. Westerwelle: „Eine Monopollösung ist nicht
geeignet, Rechtssicherheit zu gestalten. Dadurch werden noch mehr
Umsätze ins Ausland verlagert, der Grau- und Schwarzmarkt werden
gestärkt.“
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Nr. 26/27.06.2006
Die Privaten hätten sich die Sportwetten aus dem gesamten GlücksspielSegment herausgegriffen, um einen Paradigmenwechsel einzuläuten,
meinte Alexander Malwitz von der Arbeitsgruppe Strategie und Planung
der Gesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks. Schon heute
sei auf den Internetseiten der privaten Anbieter das komplette Spektrum
von Glücksspielwetten zu finden. „Wollen wir ein Las Vegas?“, fragte er
rhetorisch. Eine Konzessionslösung, die etwa zehn deutsche Anbieter
zuließe, sei in Deutschland nicht funktionabel. „Diese Anbieter
verhielten sich dann rein marktwirtschaftlich; sie ständen untereinander
im harten Wettbewerb.“ Von daher wären Solidaritätsabgaben an den
Sport und an weitere gemeinnützige Gruppierungen nicht realistisch
durchsetzbar.
Betandwin-Direktor Marcus Meyer räumte ein, sein Unternehmen zahle
in Deutschland „keinen Cent Wettsteuer“; dies sei ja wegen der
rechtlichen Situation auch nicht möglich. Allerdings investiere es
hierzulande in erhebliche Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen.
Der private Wettanbieter sei einer der größten Sportsponsoren in
Deutschland und habe in der Saison 2005/2006 rund 16 Millionen Euro
in den Sport investiert. Ab der kommenden Saison sei betandwin zudem
Hauptsponsor des Bundesligisten Werder Bremen und des Zweitligisten
TSV 1860 München.
In einer lebhaften Diskussion wurde darauf hingewiesen: Das Szenario
sei sehr zweifelhaft, dass der Sport bei einer rechtlichen Öffnung des
Sportwettenmarkts mehr Geld zur Verfügung gestellt bekäme. Das
Monopol könne allerdings nur aufrechterhalten werden, wenn
„überragende Gründe des Gemeinwohls“ dafür sprächen. Andererseits
hieß es von einem Wettshop-Inhaber, er zahle jährlich 350.000 Euro
Personalkosten und 400.000 Euro Steuern. Und: Österreich habe kürzlich
die Sportwetten dereguliert und einen Annex zu den privaten
Pferdewetten
durchgesetzt.
Handwerk,
Zuverlässigkeit
und
wirtschaftliche Kriterien sprächen für den neuen Weg; schließlich gebe
es eine Parallelität zu „Finanzdienstleistern, die letztlich auch Wetten
platzierten“, wurde argumentiert. Steuersitze der großen Internetanbieter
seien Malta und Gibraltar, wo es eine Steuerquote von 0,2 Prozent gebe Oddset müsse hingegen 16,6 Prozent Lotteriesteuer und - je nach
Bundesland - zwischen 15 und 20 Prozent Konzessionsabgaben
abführen.
Holger Schück
„Schule und Bürgergesellschaft“ von der UNESCO ausgezeichnet
(DOSB PRESSE) Die UNESCO hat die Veranstaltung „Schule und
Bürgergesellschaft - Wege zu einer partnerschaftlichen Gestaltung
moderner Bildung und guter Schulen“ als offiziellen Beitrag zur UNDekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Die
Tagung fand in Stuttgart statt. Veranstalter war die badenwürttembergische Sportjugend in Kooperation mit der Landesregierung
und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Schulsportliches Vorbild: Gustav-Adolf-Schule in Herne
Verleihung des Deutschen Schulsportpreises des DOSB/der dsj 2006
(DOSB PRESSE) Unter dem Motto “Schulsport bewegt Schule“
zeichnete der Deutsche Olympische Sportbund am 22. Juni 2006 in Bad
Bramstedt Schulen aus, die dieses Motto in ihren Schulalltag einbringen
und sich in besonderer Weise für einen vielfältigen, innovativen und
nachhaltigen Schulsport einsetzen. Dieser Schulsportpreis wird seit drei
Jahren jährlich verliehen und ist ein Beitrag des organisierten Sports zur
Qualitätsoffensive für eine Verbesserung der Situation im Schulsport.
Der erste Preis, verbunden mit einem Scheck in Höhe von 5000 Euro,
fiel in diesem Jahr an die Gustav-Adolf-Schule in Herne. Weitere
Preisträger sind die Sprachheilschule Wilhelmsburg in Hamburg sowie
die integrierte Gesamtschule in Bonn-Beuel, denen jeweils ein Scheck in
Höhe von 2.500 Euro verliehen wurde. Erstmals wurde auch ein
Sonderpreis vergeben. Dieser ging an die Landesberufsschule für
Hörgeräteakustiker in Lübeck und wurde mit 1.000 Euro dotiert.
Bei der Preisverleihung in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) hoben
die Senatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Alexandra DingesDierig,
der
Vorsitzende
der
Kommission
Sport
der
Kultusministerkonferenz der Länder, Burkhard Jungkamp, und der
Vorsitzende der Deutschen Sportjugend, Ingo Weiss, die Bedeutung
dieses Schulsport-Preises hervor. Ingo Weiss: „Durch diesen Wettbewerb
kommen Initiativen, Projekte und Aktionen ans Licht, die zur
Nachahmung anregen und die sonst leider nur allzu oft im Verborgenen
bleiben.“ Die Liste der sportlichen Aktivitäten der siegreichen Herner
Gustav-Adolf-Schule als Ganztagshauptschule ist lang: Erlebnis- und
Abenteuersport, Pausensport, Arbeitsgemeinschaften, Schulsportfeste,
Schulsportwettkämpfe, Mitausrichter des Landesfinales „Jugend trainiert
für Olympia“ im Judo, Schulsporttage und Schulfahrten mit sportlichem
Schwerpunkt, Präventionsangebote und Sportförderunterricht und
schließlich Evaluation und Qualitätsmanagement. Und hinter all diesen
Aktivitäten steckt ein pädagogisches Konzept, das voll und ganz den
Zielen und Vorgaben der Deutschen Sportjugend und des Deutschen
Olympischen Sportbundes entspricht.
In allen Jahrgangsstufen dieser Ganztages-Hauptschule wird innerhalb
des Sportunterrichts ein besonderes Augenmerk auf kooperative,
teambildende Aufgabenstellungen und Spielformen gelegt. Mindestens
einmal pro Schuljahr wird ein Fitness-Test durchgeführt. So erhalten die
Schülerinnen und Schüler regelmäßig eine Rückmeldung über ihre
körperliche, gesundheitliche und leistungsbezogene Entwicklung. Bei
besonders auffälligen Ergebnissen können gezielt Empfehlungen für
Gesundheitsberatungen, Sportfördergruppen oder für Angebote von
Sportvereinen gegeben werden. Besonders beeindruckt hat die Jury die
Einrichtung eines „Jugend-Fitness-Clubs“ an der Herner Gustav-AdolfSchule. Dieser hilft nicht nur bei der Durchführung der Fitness-Tests an
der Schule und wertet diese aus, sondern er organisiert auch praktische
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Bewegungsangebote, mit denen die sozialen Kompetenzen der
Schülerinnen und Schüler erweitert werden. Aktivitäten wie
Sportklettern oder Besuch einer Stunt-Schule klingen nicht nur
spannend, sie sind auch dazu geeignet, für ein lebenslanges Sporttreiben
zu animieren. Zu beachten sind auch die Möglichkeiten der Ausbildung
zur Ersten Hilfe bei Sportverletzungen und die Kooperation mit einem
Altenpflegeheim, die im Rahmen des Schulsports geboten werden. Der
Sportjugend-Vorsitzende Ingo Weiss sagte bei der Auszeichnung der
Siegerschule: „Wir finden in diesem Programm Best-Practice-Beispiele,
die vom Deutschen Olympischen Sportbund auch für andere Schulen
empfohlen werden können. Und das soll letztlich auch Sinn dieses
Wettbewerbes sein.“
Chance zum Aufbruch im deutschen Sport nutzen
Schäuble trifft DOSB-Präsident Bach zum ersten Meinungsaustausch
(DOSB PRESSE) Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat sich
am Montag in Berlin zu einem ersten intensiven Gedankenaustausch mit
Dr. Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB), getroffen. In dem Gespräch, an dem von DOSBSeite auch die Vizepräsidenten Eberhard Gienger (Leistungssport) und
Hans-Peter Krämer (Wirtschaft und Finanzen) teilnahmen, stand die
Neuorientierung des deutschen Sports nach der Fusion von Deutschem
Sportbund und Nationalem Olympischen Komitee zum neuen DOSB am
20. Mai 2006 in Frankfurt im Vordergrund. „Das Bundesministerium des
Innern wird auch in der Zukunft ein verlässlicher Partner und Förderer
des Sports sein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Präsident
Bach und seiner Mannschaft“, sagte Dr. Schäuble. Angesprochen wurden
u.a. die künftige Zusammenarbeit und die Frage einer möglichen Hilfe
des BMI zur Anschubfinanzierung des neuen DOSB. „Wo Hilfestellung
sinnvoll und machbar ist, werden wir den DOSB unterstützen“,
versicherte Schäuble.
Bach, auch Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees
(IOC), hob die vertrauensvolle Beziehung hervor: „Auch ich freue mich
auf eine Fortsetzung der guten Partnerschaft. Das BMI ist ein
unverzichtbarer Partner in der Förderung des Spitzensports. In den mit
dem Leistungssport befassten Gremien des DOSB werden wir eng mit
dem BMI kooperieren.“ Weitere wichtige Gesprächsinhalte betrafen den
Bereich der Dopingbekämpfung und das Ausloten von Möglichkeiten zur
optimalen Vorbereitung des deutschen Sports und seiner Athletinnen und
Athleten auf die nächsten Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking.
„Bei den Anti-Doping-Maßnahmen wird es darum gehen, einen
gemeinsamen Weg von Sport und Staat zu einer Anti-Doping-Strategie
zu finden, die die Athletinnen und Athleten nicht kriminalisiert“, erklärte
Bach. Schäuble und Bach waren sich einig, dass mit der Gründung des
neuen DOSB vom 20. Mai 2006 die einmalige Chance zu einem
Aufbruch im deutschen Sport gegeben ist. „Diese große Chance werden
wir in partnerschaftlichem Miteinander nutzen“, fassten die
Gesprächspartner zusammen.
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Goldene Ruderer holen Goldene Sportabzeichen
Wie sich einstige Olympiasieger noch heute im Breitensport bewähren
(DOSB PRESSE) Während in Duisburg auf der Internationalen WedauRegatta bei einer bundesweiten PR-Veranstaltung die Ergebnisse des
Deutschen Sportabzeichens für das Jahr 2005 bekannt gegeben wurden,
haben ehemalige Spitzenruderer auf der jährlichen Ruderwanderfahrt des
Ruderclubs Deutschland (RCD) durch Berlin den Grundstein für
ähnliche Erfolgszahlen in diesem Jahr gelegt. 14 der 28 rudernden
Teilnehmer konnten auch „goldene“ Eindrücke mitnehmen: Sie haben
auf dieser Fahrt erfolgreich die Bedingungen für das Deutsche
Sportabzeichen erfüllt. Der Sportorden konnte ihnen dank der
Unterstützung des Landessportbundes Berlin mit dem SportabzeichenObmann Neuköln, Otto Horn, am Ende der Wanderfahrt übergeben
werden.
Bereits zum zehnten Mal hatte Ruder-Olympiasieger Kraft Schepke,
ehemaliger Geschäftsführer des Landessportbundes Niedersachsen und
stellvertretender Vorsitzender der RCD Stiftung Rudern, dieses
Sportabzeichen-Projekt durchgeführt und die Teilnehmer zur jährlichen
Wanderfahrt zum Sportabzeichen-Erwerb eingeladen. Und der „harte
Kern“ ist fast immer dabei. So zum Beispiel Hans Lenk (71 Jahre),
Goldmedaillengewinner mit dem Achter in Rom 1960 und heute
Präsident der Weltakademie der Philosophen, der schon zum 14. Mal mit
Erfolg die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllte; übrigens
begleitet von seiner Frau Ulrike, die es zum 7. Mal schaffte. Auch die
einstige deutsche Meisterin Karola Lischewski erwarb zum 14. Mal das
Sportabzeichen und ließ damit locker Wolfgang Hottenrott (66 Jahre,
olympisches Gold 1968) und Dr. Frank Schepke (71, olympisches Gold
1960) hinter sich, die beide zum 7. Mal das Sportabzeichen erwarben.
Hans Betz (Olympia-Fünfter 1952 im Achter), mit 75 Jahren der älteste
Bewerber für das Deutsche Sportabzeichen, brachte zum 9. Mal die
Bedingungen erfolgreich hinter sich. Dies erreichte Renate Lantin-Holler
(zweimal deutsche Meisterin) zum 6. Mal. Jürgen Saegebrecht (66) vom
BRC war bereits zum 11. Mal erfolgreich, und Dieter Stephany (72),
ebenfalls mehrfacher deutscher Rudermeister, war überglücklich, durch
die 5. Prüfung endlich das „Goldene Sportabzeichen“ zu erhalten. Gerd
Wolter (67), EM-Gold 1952 im Vierer, wird jedoch mit seinem 4. Gold
seine Frau Sigrid nicht mehr einholen; sie schaffte das Sportabzeichen
zum 18. Mal. Egbert Hirschfelder (64) (olympisches Gold 1964 und
1968), und Michael Schwan (66) (Olympia-Bronze 1964 und WM-Gold
1966), haben sich je zum ersten Mal in die Liste der
Sportabzeichenträger eingetragen, und Kraft Schepke (72) (olympisches
Gold 1960), zum 43. Mal. Die 14 erfolgreichen SportabzeichenAbsolventen starteten beim Lauf, beim Kugelstoßen, beim Schwimmen
und natürlich beim Rudern.
DOSB PRESSE
Seite 17
Nr. 26/27.06.2006
Fanbetreuung bei der Weltmeisterschaft: Zur Not rund um die Uhr
Freiwillige Helfer für die KOS im Einsatz
(DOSB PRESSE) Täglich von acht Uhr morgens bis Mitternacht sind
drei Fanbetreuer und 15 Volunteers in der Leitstelle der KOS, der
Koordinationsstelle Fan-Projekte, in Frankfurt am Main aktiv. Hier wird
die Arbeit der Fan-Botschaften in den Spielorten koordiniert, werden
Reports gesammelt und ausgewertet, Veranstaltungstipps für die Website
„Fanguide 2006“ (http://FIFAworldcup.com/fanguide2006) erstellt und
die Fan-Helpline betrieben.
Unter 0700/3264 8433 (6,2 Cent/30 Sek.) laufen täglich zwischen 50-100
unterschiedliche Anrufe von Fans ein: es geht beispielsweise um
verlorene Handys und Tickets, Übernachtungstipps oder um Fragen nach
den genauen Sicherheitsvorschriften zum Mitnehmen von Kameras ins
Stadion. „Die Fanbetreuung hat mit über 800 Volunteers in den
insgesamt 16 Fan-Botschaften und hier in der Leitstelle eines der größten
Kontingente an freiwilligen Helferinnen und Helfern zu koordinieren“,
berichtet Gerd Wagner, hauptamtlicher Mitarbeiter der KOS. Da gilt es
auch, grundlegende Erfahrung in Sachen Fanarbeit zu vermitteln:
„Oberstes Ziel unserer Arbeit bei der WM 2006 ist es, insbesondere den
ausländischen Fans gute Aufenthaltsbedingungen in Deutschland zu
schaffen. Wir verstehen unsere Gastgeberrolle darin, den vielen Gästen
bei Problemen schnell und zuverlässig zu helfen“, erläutert Wagner das
Ziel des Fan- und Besucher-Betreuungsprogramms.
Die Volunteers stürzen sich mit Feuereifer in ihre Aufgabe, sogar
außerhalb ihrer Dienstzeiten: Als Volunteer Reiner Müller am späten
Abend noch sechs Engländer vor dem Stadion aufgabelt, die ihren Bus
nach Calais verpasst haben, reicht ein Anruf in der KOS-Leitstelle und
die Fan-Rettungsmaschine setzt sich in Gang: Einige Telefonate mit der
Auslandsauskunft sowie der Busgesellschaft in England und
Internetrecherchen später hat die Leitstelle die Reiseleiterin im Bus am
Hörer. Zum Glück sind sie erst bis Bad Camberg im Taunus gekommen
und man werde auf die verlorenen Landsleute warten. Kurzerhand wird
dann ein Volunteer-Fahrdienst installiert, und die Engländer werden an
den 60 km entfernten Rasthof kutschiert, wo sie den Bus in die Heimat
noch erreichen. Auch so sieht Fanbetreuung bei der Weltmeisterschaft in
Deutschland aus.
Für Rückfragen und weitere Informationen zur Fan- und
Besucherbetreuung der FIFA WM 2006 wird folgender Kontakt
empfohlen: Koordinationsstelle Fan-Projekte (KOS), Gerd Wagner,
Herriotstraße 1, 60528 Frankfurt, Tel: 069 - 2006 2221, E-Mail: [email protected]
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Deutsche Badegewässer weiter mit guter Qualität
EU-Standards werden zu hohen Prozentsätzen eingehalten
(DOSB PRESSE) Es ist weiterhin sicher, an den meisten deutschen
Flüssen, Seen und Küsten zu baden. Dies ist das Ergebnis des jährlichen
Badegewässer-Berichts, den die Europäische Kommission vorgestellt
hat. Er beruht auf Messungen im Sommer 2005, stellt jedoch einen guten
Anhaltspunkt auch für die diesjährige Gewässergüte dar. Dies ist gerade
zu Beginn der Urlaubssaison eine wichtige Entscheidungshilfe. EUUmweltkommissar Stavros Dimas machte allerdings auf unterschiedliche
Trends aufmerksam: „Es ist ermutigend, dass das Wasser an weit über
95% der Meeresstrände in Europa weiterhin sauber genug zum Baden ist.
Gleichzeitig macht mir die sich verschlechternde Einhaltung der
Standards an Binnengewässern Sorge. Ich fordere die zuständigen
Behörden auf, ihre Anstrengungen zur Überwachung und Sauberhaltung
von Badegewässern zu verstärken.“ Auch in Deutschland hat sich die
Qualität der Badegewässer am Meer nochmals leicht verbessert. Nur an
zwei Stränden an der Ostsee genügte das Wasser nicht den bindenden
EU-Mindest-Standards.
An Binnengewässern ist dagegen eine leichte Abnahme der
durchschnittlichen Wassergüte zu verzeichnen. Dennoch werden an 94%
der Badestellen in Deutschland die bindenden EU-Standards und an 82%
auch die strengeren Richtwerte eingehalten. Obwohl auch die meisten
Binnengewässer eine gegenüber dem Vorjahr relativ konstante Qualität
aufweisen, kommt es doch an manchen Stellen zu Veränderungen.
Badegästen ist deshalb zu empfehlen, sich unmittelbar vor Ort über die
aktuellen Messwerte zu informieren. Allerdings gehen nur solche
Badegewässer in den Badegewässerbericht der Kommission ein, die von
den Mitgliedstaaten gemeldet werden. Erstaunlicherweise hat
Deutschland seit 1990 über 40 Prozent der einmal gemeldeten Gewässer
ohne weitere Erklärung aus seinen Meldungen gestrichen. Als Hüterin
des Gemeinschaftsrechts hat die Kommission die Bundesregierung am 6.
April 2006 aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.
Lebenslange Sperre für Dopingsünder bei weltgrößten Marathon-Läufen
(DOSB PRESSE) Die Direktoren der World Marathon Majors (WMM),
ein Zusammenschluss der größten Marathonläufe der Welt in Boston,
London, Berlin, Chicago und New York, haben jetzt eine Richtlinie
festgelegt, nach der jene Top-Athleten und Athletinnen, die nachweislich
schon einmal gegen die Anti-Doping-Regularien verstoßen haben, mit
einem lebenslangen Startverbot bei der weltweiten Marathon-Serie
WMM belegt werden: „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun,
um jemanden vom Betrügen abzuschrecken. Die Konsequenzen müssen
so drakonisch sein, dass es keinen Anreiz mehr dafür gibt“, erklärte
Mark Milde, der Direktor des Berlin-Marathon. Auf einer Konferenz in
New York verständigten sich die fünf Direktoren auch darauf, nach
neuen effizienten Wegen zu suchen, um die bestehenden Doping-Tests in
ihren Rennen weiter auszubauen.
DOSB PRESSE
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Nr. 26/27.06.2006
Schwimmbad-Infrastruktur wird zum Notstandsgebiet
Opposition in Potsdam drängt auf verstärkten Schul-Schwimmunterrricht
(DOSB PRESSE) Die Fraktion der Linkspartei.PDS im
brandenburgischen
Landtag
drängt
auf
einen
besseren
Schwimmunterricht an den Schulen. Wie der sportpolitische Sprecher
Christian Görke erklärte, liege der durchschnittliche Anteil der
Nichtschwimmer bei allen Schülern im Bundesland bei zwölf Prozent.
Nach Angaben des brandenburgischen Sportlehrerverbandes können in
einigen Regionen sogar 20 Prozent der Schüler nicht schwimmen. Mit
einem Antrag will die Oppositionsfraktion die Landesregierung
beauftragen, bis zum 1. Oktober eine tiefgreifende Analyse mit Sofortmaßnahmen zur Qualifizierung des Schwimmunterrichts vorzulegen.
Nach einer aktuellen Statistik der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft
(DLRG) kann jeder vierte Bundesbürger nicht schwimmen. Besonders
bedenklich sei die Situation bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre:
In dieser Altersgruppe sei jeder Dritte Nichtschwimmer, heißt es. „20
Prozent aller Schulen bekommen keinen Zugang zu Schwimmhallen das Schulschwimmen findet also gar nicht statt“, erklärte DLRGPräsident Klaus Wilkens. Hinzu komme, dass immer mehr
Schwimmbäder geschlossen werden: allein in den letzten 15 Jahren
1.500 Einrichtungen. Derzeit gebe es bundesweit noch rund 6.800 Freiund Hallenbäder.
Kein Tropenholz für die Olympischen Spiele in Peking
(DOSB PRESSE) Das Organisationskomitee der Spiele der XXIX.
Olympiade Peking 2008 (BOCOG) hat nach einer durch BOCOG
veranlassten Untersuchung durch zuständige Regierungsstellen
versichert, für die Errichtung der 24 olympischen Sportstätten kein
Tropenholz aus Indonesien zu verwenden. Anlass der Meldung sind
Proteste und Aktionsaufrufe von Naturschützern und entsprechende
Medienberichte darüber. „BOCOG hat diese Vorwürfe sehr ernst
genommen und ist ihnen intensiv nachgegangen, weil die Verwendung
von Tropenholz in olympischen Einrichtungen und Wettkampfstätten der
in seinen Umweltrichtlinien publizierten Philosophie grundlegend
widersprechen würde“, heißt es in einer Pressemitteilung. In den 2002
erstellten und 2004 bestätigten Umweltrichtlinien mit dem Titel
„Olympic Projects Environmental Guide“ sei die Verwendung
nachhaltiger
Materialien
und
das
Nutzungs-Verbot
für
Tropenholzprodukte niedergelegt.
NRW-Bildungsgutscheine würdigen das ehrenamtliche Engagement
(DOSB PRESSE) Der Landessportbund Nordrhein-Westfalen vergibt
„Bildungsgutscheine“ im Wert von 95,00 Euro. Sie berechtigen zur
Teilnahme an einem Fortbildungswochenende mit den Themen
„Vereinspraxis“ oder „Vereinsmanagement“. Als Beleg dient der
Landesnachweis „Ehrenamtliches Engagement im Sport“.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION I
Nr. 26/27.06.2006
Spitzensporterfolge im Verbund von Wissenschaft und Praxis
Trainerakademie schließt Vereinbarung mit Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie
Die Trainerakademie Köln des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat einen
Kooperationsvertrag mit der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp)
abgeschlossen. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung von Prof. Dieter Kespohl
(Vorstandsvorsitzender der Trainerakademie), Dr. Lutz Nordmann (Direktor der
Trainerakademie), Prof. Dr. Jürgen Beckmann (Vorsitzender der asp und
Lehrstuhlinhaber für Sportpsychologie an der TU München) sowie Dr. Michael Kellmann
(stellvertretender Vorsitzender der asp). Erfolgreiches Trainerhandeln im Leistungssport
erfordert zunehmend auch wissenschaftlich fundierte sportpsychologische Kenntnisse.
Die Vertragspartner erneuern durch diese Vereinbarung die seit langem bestehende
Zusammenarbeit mit der Absicht, die Aus- und Fortbildung von hochqualifizierten
Trainerinnen und Trainern auf höchstem, international konkurrenzfähigem Niveau
durchzuführen und zu sichern.
Durch die enge Verzahnung der Leistungssportpraxis mit der sportpsychologischen
Lehre und Forschung wird der aktuelle Austausch von neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Praxis sichergestellt. Den Trainerinnen und
Trainern werden die Möglichkeiten und Grenzen der Sportpsychologie aufgezeigt, um
vor diesem Hintergrund ihre eigene Tätigkeit zielführend gestalten und reflektieren zu
können. Die Fachvertreter der Sportpsychologie werden gleichzeitig eigene
wissenschaftliche Ansätze an den Erfordernissen der Leistungssportpraxis ausrichten
können.
Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf folgende Felder:
1. Austausch von Erfahrungen mit Blick auf die im Leistungssport notwendigen
theoretischen und praktischen Qualifikationen;
2. Beratung und Mitarbeit an der Fortschreibung und Qualitätssicherung aktueller
curricularer Ausrichtungen des Diplom-Trainer-Studiums an der Trainerakademie;
3. Beratung und Mitarbeit an der Fortschreibung des asp/bdp-Curriculums für den
Leistungssport;
4. Beratung über die Gewinnung von Lehrkräften mit ausgewiesener
sportpsychologischer sowie leistungssportlicher Expertise (vgl. BISp-ExpertenDatenbank);
5. Erfahrungsaustausch
hinsichtlich
aktueller
sportartübergreifender
sowie
sportartspezifischer Probleme und Ansätze mit besonderen trainingsmethodischen
Akzentuierungen;
6. Unterstützung bei der Gewinnung geeigneter Hospitationsmöglichkeiten für
Sportpsychologen und -psychologinnen, die an der aktuellen asp/bdp-Fortbildung
„Sportpsychologie im Leistungssport“ teilnehmen.
Als zentrale Aus- und Fortbildungsinstitution für Trainerinnen und Trainer des deutschen
Spitzensports nimmt die Trainerakademie Köln des DOSB - maßgeblich unterstützt und
gefördert durch das Bundesministerium des Innern und das Innenministerium des
Landes Nordrhein-Westfalen - eine strategische Position im Deutschen Olympischen
Sportbund ein. Die wissenschaftlich fundierte Aus- und Fortbildung der Trainerinnen und
Trainer sowie der Austausch fortgeschrittenster Ansätze, Erfahrungen und Erkenntnisse
aus Praxis und Wissenschaft bilden ein wichtiges Fundament für die Sicherung der
internationalen Konkurrenzfähigkeit des deutschen Sports.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION II
Nr. 26/27.06.2006
Seit Gründung der Trainerakademie im Jahr 1974 haben 1.085 Studierende aus 38
Sportarten erfolgreich ihr Studium absolviert. Die Ausbildung wird in enger
Zusammenarbeit mit mehr als 150 national und international führenden
Wissenschaftlerinnen
und
Wissenschaftlern
sowie
Experten
aus
der
Leistungssportpraxis durchgeführt.
Nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit im Leistungssport erfordert
wissenschaftlich fundierte Trainer-Kompetenz und permanente Innovationen. Eine
strategisch ausgerichtete Kopplung einer wissenschaftlich fundierten Prozessbegleitung
in Training und Wettkampf sowie Schule, Ausbildung, Studium und Beruf mit einer
anwendungsorientierten Grundlagenforschung, die auf die Schaffung des notwendigen
Erkenntnisvorlaufs ausgerichtet ist, besitzt für die Trainerakademie deshalb einen
herausragenden Stellenwert mit Blick auf die Qualitätssicherung des Diplom-TrainerStudiums. In den damit verbundenen Prozessen entstehen wichtige Erkenntnisse und
Erfahrungen, die in die Aus- und Fortbildung unserer Spitzentrainerinnen und -trainer
einfließen. Andererseits erhalten führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
von Trainerinnen und Trainern wertvolle Hinweise und Anregungen für ihre eigene
wissenschaftliche Arbeit. Echte, für alle Beteiligte nutzbringende Zusammenarbeit
entsteht auf diesem Wege.
Für die Trainerakademie Köln des DSB ist es daher ganz entscheidend, leistungsstarke
Partner aus Wissenschaft und Forschung für die Aus- und Fortbildung der deutschen
Spitzentrainerinnen und Spitzentrainer, die ihre Einsatzfelder im Spitzensport sowie im
Nachwuchsleistungssport engagiert wahrnehmen, zu gewinnen. Neben den zentralen
Institutionen im wissenschaftlichen Verbundsystem des deutschen Leistungssports,
dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig und dem FES in
Berlin erschließt die Trainerakademie in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut
für Sportwissenschaft (BISp) in Bonn wichtige Ressourcen der universitären Forschung.
Nicht nur auf Grund der räumlichen Nähe ist die Deutsche Sporthochschule ein
wichtiger Partner. Eine 1997 abgeschlossene Kooperationsvereinbarung wird
entwickelt, gepflegt und ausgebaut.
Gerber kritisiert Kürzung der Mitfinanzierungsquote für Laufbahnberater
Im deutschen Spitzensport sind erhebliche Finanzierungsengpässe durch die von der
Stiftung Deutsche Sporthilfe vorgenommene Kürzung der Mitfinanzierung der
Laufbahnberater entstanden. Das erklärte Dr. Dietrich Gerber, stellvertretender
Vorsitzender der Präsidialkommission Leistungssport des DOSB, auf der
Mitgliederversammlung des Olympiastützpunktes Berlin. Die Mittelkürzung um 2.000
Euro jährlich pro Laufbahnberater führe in Berlin zu Mindereinnahmen von 6.000 Euro,
die äußerst schwer zu kompensieren seien. „Bei allen Olympiastützpunkten läuten die
Alarmglocken“, sagte Gerber. „Die Laufbahnberatung ist für die soziale Absicherung der
Athleten ein wichtiger Baustein. Es ist unverständlich, dass hier der Rotstift angesetzt
wurde.“
Gerber kritisierte zudem, dass alle Leistungszentren durch die vorläufige
Haushaltsführung des Bundes für 2006 in eine „Schieflage“ geraten seien. So habe der
OSP Berlin das erste Mal einen vorläufigen Etat aufstellen müssen. Nach
Verabschiedung des Bundeshaushalts durch den Deutschen Bundestag werde
nunmehr in Kürze der Missstand abgestellt. „Die Zuweisung von vorläufigen
Betriebsmitteln hat uns in den letzten Monaten überproportional stark belastet“, erklärte
Gerber. „Einige Zahlungen mussten von uns bereits zu Jahresbeginn komplett geleistet
werden, obwohl wir nur anteilige Summen vom BMI erhalten haben. Das ging an die
Substanz.“
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION III
Nr. 26/27.06.2006
Ehrenamtliche Arbeit leidet weiterhin unter bürokratischen Hemmnissen
Sportpolitik in der „Bundestagsarena“
„Die Prävention ist der entscheidende neue gesellschaftliche Ansatz. Die Sportvereine
müssen ermuntert werden und auch finanziell so ausgestattet sein, dass sie diese
Aufgabe leisten können“. Das erklärte der Vorsitzende des Sportausschusses des
Deutschen Bundestages, Dr. Peter Danckert (SPD), auf einer Diskussionsveranstaltung
in der „Bundestagsarena“ in Berlin. Gesundheits-Projekte und Anti-Gewaltinitiativen
seien nicht kostenlos zu bekommen, merkte er an. Die Politik habe die Aufgabe, die
Vereine und ihre Übungsleiter zu unterstützen, denn im Endeffekt würden höhere
Krankheitskosten vermieden und die gesamtgesellschaftlich geschuldeten Probleme
aus misslungener Integration von Migranten abgefedert.
„Der Sport ist an sich gewaltfrei“, sagte der CDU-Abgeordnete Klaus Riegert. Er wies in
der Runde der sportpolitischen Sprecher der Fraktionen darauf hin, das
bürgerschaftliche Engagement, das vom Sport geleistet werde, sei für die Gesellschaft
unbezahlbar. Die Arbeit der Ehrenamtler, gerade auch auf diesen Feldern, werde
allerdings immer noch durch das „typisch deutsche Problem“ belastet. Unverständlich
und nicht nachvollziehbar seien formale und bürokratische Hemmnisse, wenn
beispielsweise Schulhöfe mit ihren Sport- und Bewegungsflächen nach der
Unterrichtszeit wegen Haftungs- und Versicherungsproblemen geschlossen werden.
Für die SPD lobte Dagmar Freitag, dass sich das DOSB-Präsidium und der
geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger klar zu den verpflichteten
Aufgaben des Sports bei der Integration von Zuwanderern und anderer Randständiger
positioniert habe. „Der Integrationsgipfel weckt große Hoffnungen“, erläuterte die
Parlamentarierin. „Die Bundesregierung unterstreicht damit, welches hohe Potenzial im
Sport steckt.“ Dennoch müsse man gemeinsam aufpassen, den Sport bei diesen
Anstrengungen nicht zu überfordern: „Wir können ihm keine Bürde aufladen, die er nicht
schultern kann.“
Detlef Parr (FDP) erklärte, die Integration beginne bereits mit dem Schulsport, der zu
einem „Spielball zu Lasten der wissenschaftlichen Fächer“ verkommen sei. Im
Sportunterricht habe sich schon viel zu lange eine „Schmuse- und Kuschelpädagogik“
breitgemacht; eine stärkere Leistungsorientierung, die zur Charakterbildung beitrage,
sei vonnöten. Der Liberale bedauerte, dass der Bund zuletzt die Förderung etlicher
sinnvoller sportlicher Migrations-Projekte eingestellt habe. So seien vom
Bundesfamilienministerium Zuwendungen für das Präventionsmodell Bremer
Jugendfußball gestoppt worden.
Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, das pädagogische Potenzial des
Sports zur Gesundheits- und Gewaltprävention werde immer noch zu wenig genutzt.
Der Bund gebe dreistellige Millionenbeträge für den Spitzensport aus, so dass zu wenig
für gesellschafts- und sozialpolitische Projekte übrig bleibe. „Wir alle müssen erheblich
mehr investieren“, forderte Hermann. „Die Fußball-Bundesliga scheffelt Werbemillionen,
auf der anderen Seite wird zu wenig für die soziale Arbeit des Sports ausgegeben.“
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION IV
Nr. 26/27.06.2006
Sochi, Salzburg und PyeongYang sind offizielle Bewerber für die Winterspiele 2014
Entscheidung im Juli 2007
Sochi (Russland), Salzburg (Österreich) und PyeongYang (Korea) sind am 23. Juni
2006 vom Executive-Board des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in
Lausanne als offizielle Bewerberstädte für die XXII. Olympischen Winterspiele 2014
ausgewählt worden. Sieben Kandidaten hatten sich um Aufnahme in diesen erlesenen
Kreis der Bewerberstädte bemüht. Neben den drei akzeptierten Städten Sochi,
Salzburg und PyeongYang waren Jaca (Spanien), Almaty (Kasachstan), Sofia
(Bulgarien) und Borjomi (Georgien) am Start des Bewerbungsrennens.
Die Vor-Auswahl des IOC-Vorstands basiert auf technischen Expertisen international
renommierter Experten für Olympische Spiele. Entlang von 25 Fragekomplexen prüften
sie, in welchen Städten die Olympische Winterspiele 2014 erfolgreich durchgeführt
werden könnten. Die Fragen bezogen sich u.a. auf die Unterstützung von Regierung
und Öffentlichkeit, die allgemeine Infrastruktur, Sportstätten, Vorstellungen zum
Olympischen Dorf, Umweltbedingungen und Umweltrisiken, Unterbringung, Transport,
Sicherheit, Erfahrungen aus vergangenen Großereignissen am Ort und die
Nachhaltigkeit des Gesamt-Konzepts. Der Bericht wurde auf der Internet-Seite des IOC:
www.olympic.org veröffentlicht.
Den drei offiziellen Bewerberstädten bleibt nun noch bis zum 10. Januar 2007 Zeit, ihre
Bewerbungsunterlagen beim IOC einzureichen. Eine Evaluierungskommission wird sie
prüfen und auch Besuche der jeweiligen Städte vornehmen. Einen Monat vor der Wahl
des Gastgebers der XXII. Olympischen Winterspiele auf der 119. IOC-Session im Juli
2007 in Guatemala wird das IOC den Abschlussbericht zum Auswahlverfahren
veröffentlichen. Das IOC weist darauf hin, dass es in den kommenden Tagen auch noch
einmal Unterlagen zum Gesamtverfahren in sein Internet-Angebot aufnehmen wird.
Stimmen zur Vorentscheidung:
Dimitry Chernyshenko (Präsident Sochi 2014)
Wir bieten der Olympischen Bewegung in diesem Wettbewerb einen einzigartigen
kompakten Plan. Die Regierung übernimmt alle Garantien, Sochi wird großartige
Winterspiele in einem Wintersportland bieten. Zwischen Küste und Bergen bauen wir
ein neues Transportsystem auf, drei neue Autobahnen mit einer Olympia-Sonderspur
und eine neue Eisenbahn.
Seung Hoo Han (Vorsitzender PyeongYang 2014)
PyeongYang ist einzigartig, und wir sind fähig, die Olympische Bewegung weiter
auszubauen, das ist unsere Priorität. Wir erwarten viele Zuschauer nicht nur aus China,
sondern aus ganz Südost-Asien. Die Regierung in Seoul und auch in der Provinz
unterstützt das Bewerbungskomitee in allen Dingen.
Fedor Radmann (Vorsitzender Salzburg 2014)
Wir haben keine Probleme. Ein kleiner Teil der Salzburger Bevölkerung ist noch
pessimistisch, aber die Begeisterung wird kommen. Wenn wir eine seriöse Arbeit
abliefern, und ich habe da einige Erfahrung, werden wir die IOC-Mitglieder überzeugen.
Und wenn die Begeisterung von außen kommt, wird sie auch auf die Bevölkerung
überspringen.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION V
Nr. 26/27.06.2006
Ein Zeichen geteilter Verantwortung
DOSB und Commerzbank verleihen Preis „Pro Ehrenamt“
Auch 2006 loben der Deutsche Olympische Sportbund und die Commerzbank erstmals in Kooperation mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement - den
Preis „Pro Ehrenamt“ aus. Persönlichkeiten und Institutionen aus Wirtschaft, Medien
und Politik, die sich für das Ehrenamt im Sport eingesetzt haben, sind aufgerufen, sich
bis zum 15. September zu bewerben. Die Ehrenamtlichen selbst können ihre Förderer
vorschlagen.
Rund 23 Millionen Bundesbürger ab 14 Jahren engagieren sich ehrenamtlich, davon
mehr als zehn Prozent in Sportvereinen. Diese im Freiwilligensurvey 1999 ermittelten
Werte hat eine aktualisierte Untersuchung 2004 bestätigt. Von der viel beschworenen
„Krise des Ehrenamtes“ kann deshalb keine Rede sein. Allerdings stehen die
Ehrenamtlichen in den Sportvereinen vor enormen Herausforderungen: Steigende
Erwartungen von Mitgliedern und sozialem Umfeld bei verstärktem Wettbewerbsdruck
durch kommerzielle Sportangebote verlangen ihnen Höchstleistungen ab. Ohne
Unterstützung ist das Spiel kaum zu gewinnen. Gesellschaftliche und wirtschaftliche
Organisationen sind deshalb gefordert, ihren Beitrag zu leisten.
Dafür werben DOSB - vormals DSB - und Commerzbank seit 2000 mit dem Preis „Pro
Ehrenamt“, den sie jährlich an Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien
vergeben, die sich für das Ehrenamt im Sport einsetzen und gute Bedingungen für die
Ehrenamtlichen schaffen. Eingebettet in die Initiative „Danke! Sport braucht dein
Ehrenamt“ der Kooperationspartner soll „Pro Ehrenamt“ ein Zeichen geteilter
Verantwortung setzen. Persönlichkeiten und Institution, die sich für das Ehrenamt im
Sport engagiert haben, sind bis zum 15. September eingeladen, sich zu bewerben. „Wir
hoffen auch auf viele Vorschläge der Ehrenamtlichen selbst: Sie können ihre Förderer
vorschlagen“, betont Markus Böcker, der die Initiative auf Seiten des DOSB leitet. Die
Preisverleihung findet am 5. Dezember 2006, dem Tag des Ehrenamtes, im Rahmen
einer feierlichen Veranstaltung statt.
Im Ehrenamts-Portal von DOSB und Commerzbank finden Interessierte weitere
Informationen und die Bewerbungs- bzw. Vorschlagsformulare: www.ehrenamt-imsport.de/Unsere Aktion/Pro Ehrenamt.
Noch Fragen zur Fusion?
Am 20. Mai 2006 ist in Frankfurt am Main der neue Dachverband des Sports, der
Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), gegründet worden. Seitdem läuft der Prozess
der Verschmelzung auf der operativen Ebene. Im Arbeitsalltag gilt es, die
Organisations-Strukturen den auf vielen Ebenen veränderten Bedingungen anzupassen
und neue Strategien umzusetzen. Das ist vor allem Neuland für den Dachverband. Aber
auch Haupt- und Ehrenamtliche in Landessportbünden, in Fachverbänden,
Kreissportbünden oder Vereinen könnten sich fragen, ob die Veränderungen im Haus
des deutschen Sports in Frankfurt am Main ihre Arbeit beeinflussen werden. Der DOSB
bietet deshalb Gelegenheit, über das Internet unter www.dosb.de in der Rubrik „DOSB Die Gründung“ Fragen zur Fusion zu stellen, die dann kompetent beantwortet werden
sollen.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION VI
Nr. 26/27.06.2006
Mehr Bewegung für Kinder in Kindergarten und Schule
Deutsche Sportjugend und Bundeselternrat wollen enger zusammenarbeiten
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Kinder in Bewegung“ der Deutschen Sportjugend (dsj)
unter der Leitung von Vorstandsmitglied Jan Holze und der Moderation von Dr. Klaus
Balster diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern der dsj-Mitgliedsorganisationen
vorwärtsweisende Wege zu „Mehr Bewegung für Kinder“. In einem konstruktiven Dialog
versuchten die Forumsteilnehmer den Blick auf das eigene Handeln und das ihrer
Organisationen zu richten, um damit einen breiten Prozess in Gang zu setzten, der
letztlich zu sichtbaren gesellschaftlichen Änderungen führt. Gemeinsam mit dem
Vorsitzenden des Bundeselternrates, Wilfried Wolfgang Steinert, wurden Wege zur
Veränderung gesucht. Der Bundeselternrat hat sich unmissverständlich für mehr
Bewegung in Kindergarten und Schule ausgesprochen. Sport und ästhetische
Erziehung müssten in Zukunft stärkere Beachtung finden, damit die Schule als
Lebensraum für Kinder gestaltet wird. Der richtige Weg hierfür könne nur unter
Einbindung von regionalen Netzwerken erfolgen. Beide Organisationen werden ihre
Bemühungen, die eine adäquate Kinderwelt als Bewegungswelt zum Ziel haben,
fortsetzen und den Dialogprozess intensivieren.
An beispielhaften Initiativen, etwa das „Obeldicks“-Programm des MTV Aurich und
„KiGa-Go“, ein Angebot des Hessischen Turnverbandes und des Instituts für
Sporternährung, konnte aufgezeigt werden, wie Kindern, die sonst dem Sport fern
stehen, Spaß an der Bewegung vermittelt werden kann. Dr. Balster zeigte exemplarisch
eine Reihe von nachahmenswerten Beispielen auf, die ohne großen organisatorischen
und finanziellen Aufwand umgesetzt werden können und bei denen vor Ort an der
Verwirklichung von Kinderwelt als Bewegungswelt gearbeitet wird. Dr. Balster rief die
Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf, sich als „Motor für Kinder„ verstärkt
einzusetzen und möglichst viele Sportorganisationen auf diesem Wege mitzunehmen.
Saudi-Arabische Delegation zu Gast im DOSB
Im Rahmen des Kooperationsabkommens zwischen dem Deutschen Olympischen
Sportbund (als Nachfolgeorganisation des Nationalen Olympischen Komitees für
Deutschland) und dem NOK für Saudi Arabien hat eine Gruppe saudischer
Nachwuchsfußballer vom 19. bis zum 25. Juni 2006 Deutschland besucht. Die 15köpfige Delegation wurde vom Generalsekretär des Saudischen Komitees, Dr. Rashed
Hamed Alheraiwel, und weiteren hohen Funktionsträgern, wie Mansour A. Al-Kohadairy
begleitet, dem stellvertretenden Präsidenten des staatlichen Wohlfahrtsbüros, Mitglied
des Exekutiv-Komitees des Saudischen Fußballverbandes und Vizepräsidenten der
asiatischen Sektion des Internationalen Presseverbandes AIPS. Bei ihrer Ankunft
wurden die saudischen Gäste vom kommissarischen Generaldirektor des DOSB,
Bernhard Schwank, am Frankfurter Flughafen begrüßt.
Bestandteil
ihres
Besuchs
war
eine
gemeinsame
Trainingseinheit
mit
Nachwuchskickern von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt unter Leitung des
DOSB-Entwicklungsexperten und DFB-Lizenztrainers Lars Isecke sowie eine
Sightseeingtour in der Main-Metropole. Im Zentrum der Aufmerksamkeit der
jugendlichen Besucher jedoch stand verständlicherweise vor allem die FIFA-FußballWeltmeisterschaft 2006. Auch diesem Anliegen konnte die gastgebende internationale
Abteilung des DOSB mit Besuchen des Spieles Niederlande gegen Argentinien (public
viewing in der Main-Arena Frankfurt) und einem Besuch des WM-Spiels Saudi-Arabien
gegen Spanien im FIFA-WM-Stadion Kaiserslautern entsprechen.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION VII
Nr. 26/27.06.2006
Der Sportorden - eine Herausforderung
DOSB-Sportabzeichentour zu Gast im nordbadischen Wertheim
Schon jetzt haben sich beim Sportkreis Tauberbischofsheim 1500 Interessierte
gemeldet, die am 30. Juni und 1. Juli in Wertheim und Kreuzwertheim die Prüfungen
zum Deutschen Sportabzeichen ablegen wollen. Die Sportabzeichentour des Deutschen
Olympischen Sportbundes macht zum zweiten Mal in Folge im Nordbadischen Station,
nachdem im Vorjahr schon Tauberbischofsheim eine sehr erfolgreiche Veranstaltung
auf die Beine stellte. Kooperationspartner des DOSB sind der Badische Sportbund Nord
und die Förderer Barmer Ersatzkasse und ratiopharm. Wertheim ist die vorletzte von
insgesamt sechs Etappen, bevor am 29. August das Finale der Sportabzeichentour in
Potsdam stattfindet. Danach wird Bilanz gezogen, ob die Tour auch dieses Jahr ein
Rekordergebnis an Teilnehmerinnen und Teilnehmern verzeichnen kann, die die
Prüfungen zum Deutsche Sportabzeichen bestehen möchten.
Unter der Schirmherrschaft von Stefan Mikulicz, Oberbürgermeister der Stadt Wertheim,
und der Federführung des Sportkreises haben die Vereine und Schulen in
Zusammenarbeit mit der Kommune ein buntes und abwechslungsreiches Programm
zusammengestellt. Vereine, Familien, die Polizei und die Bundeswehr können das
Deutsche Sportabzeichen in den Disziplinen Laufen, Werfen/Kugelstoßen, Hoch- und
Weitsprung, Inline-Skating, Schwimmen, Turnen und Radfahren kostenlos kennen
lernen und die Bedingungen zum Erwerb des Sportordens natürlich auch erfüllen.
Anmeldungen von Einzelpersonen sind noch am Veranstaltungstag möglich. Die
Schulen der Region absolvieren zeitgleich den „Sportabzeichen-Schulwettbewerb“.
Eingebettet ist der Wettkampf in ein attraktives Rahmenprogramm der „Heimattage
Baden-Württemberg“.
Das
Deutsche
Sportabzeichen
des DOSB
ist die
Auszeichnung
für
überdurchschnittliche Fitness. Jeder, der sich mit Training vorbereitet, kann es erwerben
- unabhängig von der Mitgliedschaft in einem Sportverein. Nähere Informationen zum
offiziellen Sportorden gibt es unter www.sportabzeichen.de.
LSB Hessen begrüßt Leitlinie der Ministerpräsidentenkonferenz zu Sportwetten
Der Landessportbund Hessen begrüßt die Haltung der Ministerpräsidenten der
Bundesländer zum Thema staatliches Wettmonopol. „Die Ankündigung, den privaten
Wettanbietern in der künftigen Gesetzgebung deutlich ihre Grenzen aufzuzeigen, ist
ganz im Sinne der Existenzsicherung des organisierten Sports“, so Dr. Rolf Müller,
Präsident des Landessportbundes Hessen. Der Sport in Hessen, soviel zum
Hintergrund, finanziert sich aus Umsatzanteilen an den staatlichen Sportwetten und an
Lotto. Eine Öffnung des Wettmarktes für private Anbieter zöge einen Umsatzrückgang
der staatlichen Sportwetten und Lotterien und somit eine Gefährdung des bewährten
Sportsystems nach sich. Der Landessportbund bekräftigte in diesem Zusammenhang
sein Angebot an die Hessische Landesregierung zu tatkräftiger Unterstützung bei der
Umsetzung der vom Bundesverfassungsgericht im Lotto-Urteil geforderten Auflagen.
„Wir werden das Unsere tun um deutlich zu machen, dass Spielsucht eine ernsthafte
Krankheit ist, der freilich vorgebeugt werden kann“, so Dr. Rolf Müller in Frankfurt.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION VIII
Nr. 26/27.06.2006
Zum Jubiläum wurde Ehrenamtspreis verliehen
DOSB-Vizepräsidentin Ridder-Melchers beim Jahresempfang des LSB Bremen
Bereits zum fünften Male konnte der Landessportbund (LSB) Bremen jetzt zu seinem
mittlerweile traditionellen Jahresempfang im Juni einladen, und rund 300 Gäste waren
gekommen. Der Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen, Bürgermeister
Jens Böhrnsen, hatte sich zur Übernahme der Schirmherrschaft und der Festrede für
den Jahresempfang bereit erklärt. Auch Ilse Ridder-Melchers (Vizepräsidentin Frauen
und Gleichstellung im neuen Deutschen Olympischen Sportbund) richtete Grußworte an
die Gäste. LSB-Präsidentin Ingelore Rosenkötter freute sich über zahlreiche Gäste aus
dem Sport, der Politik, der Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Die
Veranstaltung stand diesmal u.a. auch im Zeichen des 60. Jahrestages der LSBGründung am 6.7.1946. Auf dem Jahresempfang wurde darüber hinaus erstmals der
Ehrenamtspreis von LSB und Commerzbank verliehen.
DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers stellte in ihrem Grußwort die positive Rolle
von Ingelore Rosenkötter bei der Gründung des neuen Dachverbandes heraus und hob
hervor, die neue DOSB-Führung müsse „ein Präsidium des Dialogs“ sein. Man werde in
Form von Regionalkonferenzen an die Basis gehen, deren erste im Juli in Bremen (bei
SGO) stattfinden werde. Ridder-Melchers betonte die Rolle der Frauen im DOSB und
verwies mit Blick auf die gesamtgesellschaftliche Rolle des Sports darauf, dieser trete
im Dialog mit der Politik „nicht als Bittsteller“ auf. Der Ehrenamtspreis 2006 von
Landessportbund und Commerzbank Bremen ging in der Kategorie Einzelperson an
Bernd und Petra Manuth vom Sport Club Schiffdorferdamm von 1971. Der Preis in der
Kategorie Gruppe ging an den Vorstand des Tennisvereins von 1927 - Stadtwerder e.V.
Ausstellung „Sport, Toleranz und Fair Play“ in Köln
Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Christoph
Bergner, hat im Deutschen Sport & Olympiamuseum in Köln die Ausstellung „Sport,
Toleranz und Fair Play“ eröffnet. Die für den Europarat in enger bilateraler
Zusammenarbeit zwischen Finnland und Deutschland erarbeitete Ausstellung
thematisiert positive Werte des Sports und seine integrative Kraft. „Sport ist eine
hervorragende Möglichkeit, dass insbesondere auch Jugendliche ihre Freizeit aktiv und
gemeinsam gestalten, ihre sportlichen Fähigkeiten erproben und dabei soziales
Verhalten und Tugenden wie Disziplin und Verlässlichkeit trainieren“, hob Dr. Bergner in
seinen Begrüßungsworten hervor. Die Ausstellung wurde erstmals anlässlich der 10.
Europäischen Sportministerkonferenz im Herbst 2004 in Budapest gezeigt und tourt
seitdem durch die Mitgliedsstaaten des Europarates.
Frage der Woche zum Thema „Fußball-Bundestrainer“ auf www.dosb.de
Jeden Montag fragt der Deutsche Olympische Sportbund in seinem Internetportal
www.dosb.de nach interessanten oder kuriosen Hintergründen aus der Welt des Sports.
Interessierte können sich beteiligen und ihre persönlichen Fragen direkt im Portal per EMail an das DOSB-Redaktionsteam versenden. Aktuell wird die Antwort auf folgende
Frage gesucht: „Der wievielte Bundestrainer in der bisherigen Geschichte des DFB ist
Jürgen Klinsmann?“ Die Auflösung erscheint wie gewohnt montags auf www.dosb.de.
DOSB PRESSE
DOKUMENTATION IX
Nr. 26/27.06.2006
Günter Ploß im Amt bestätigt
Hamburger Sportbund wählt neues Präsidium
Der Hamburger Sportbund (HSB) wird in den kommenden vier Jahren von einem neuen
Präsidium geführt. An der Spitze des im Rahmen der im April 2006 beschlossenen
Strukturreform von 13 auf sechs Mitglieder reduzierten Gremiums steht Günter Ploß
(Walddörfer SV). Der 58-Jährige gewann seine erste Wiederwahl im Amt mit
überwältigender Mehrheit. Ihm zur Seite stehen für die kommenden vier Jahre fünf
ebenfalls gewählte Funktionsträger: Peter Gründel (59, TSV Stellingen): Vizepräsident
Finanzen, Ehrhard Erichsen (67, Harburger SC): Vizepräsident Breitensportentwicklung,
Rolf Reincke (42, Altonaer FC): Vizepräsident Leistungssportförderung, Irmelin Otten
(36, Hamburger EV, GW Eimsbüttel): Vizepräsidentin Frauen im Sport und Vereins/Verbandsentwicklung,
Arne
Klindt
(41,
Walddörfer
SV):
Vizepräsident
Sportinfrastruktur. Zudem wurde die Aufnahme von Stefan Karrasch als Vorsitzender
der Hamburger Sportjugend ins Präsidium bestätigt.
Ausgeschieden sind die bisherigen Mitglieder Paul-Gerhard Wienberg-Schaper (2.
Vizepräsident), Erich-Gunter Waeselmann (Breiten- und Freizeitsport), Alex Bansner
(Sportanlagen) Claudia Grabichler (Umwelt), Bärbel Schliestedt (Frauen), Dr. Gerd
Augner (Sonderaufgaben) und Günter Quast (Leistungssport). Waeselmann und
Bansner wurden in Anerkennung ihrer jahrzehntelangen ehrenamtlichen Verdienste zu
neuen Ehrenmitgliedern des HSB ernannt. Günter Ploß bedankte sich über das ihm
entgegengebrachte Vertrauen: „Ich gehe mit Optimismus, Tatkraft und Zuversicht in die
neue Legislatur und bitte Sie um Ihre Unterstützung.“ Er zeigte sich aber auch besorgt
über die finanzielle Situation des HSB und forderte von der Politik: „Wir brauchen das
Sportfördergesetz als verlässliche Grundlage der Finanzierung.“
Trauer um Dr. Herbert Buhtz
Erinnerungen an eine große Ruderkarriere
Der Berliner Sport und insbesondere die Berliner Ruderer trugen vor wenigen Tagen
Dr. Herbert Buhtz zu Grabe. Nur zwei Monate nach seinem 95. Geburtstag verstarb am
Ende eines erfüllten Lebens und nach kurzer Krankheit der letzte Teilnehmer und
(Silber-) Medaillengewinner der Olympischen Spiele von 1932 in Los Angeles. Als
junger Mann war der gebürtige Koblenzer von Magdeburg nach Berlin gezogen, um sich
beim Berliner Ruder-Club sportlich zu vervollkommnen. Seine überaus erfolgreich
verlaufene Karriere erlebte mit dem zweifachen Gewinn der Diamond Sculls bei der
berühmten Henley-Regatta auf der Themse westlich von London, dem zweiten Platz im
Doppelzweier mit seinem Partner Gerhard Boetzelen bei den Sommerspielen vor 74
Jahren in Amerika sowie dem EM-Titel im Achter 1938 in Mailand ihre absoluten
Höhepunkte. Doch der zehnfache deutsche Meister machte sich nicht nur als Aktiver
einen Namen, sondern vor allem als Funktionär.
Nach dem 2. Weltkrieg gehörte der weit über die Grenzen anerkannte Zahnarzt zu den
Männern der ersten Stunde, die den BRC und den Berliner Regattaverein (heute
Landesruderverband) wiederbegründeten. Der Gentleman alter Schule gab sein großes
Wissen auch gern als Trainer weiter, zunächst in Brasilien, wo er in Rio de Janeiro drei
Jahre lang wirkte, später dann bei seinem geliebten Berliner Ruder-Club, dem er seit
1930 angehörte.
DOSB PRESSE
BÜCHER
Nr. 26/27.06.2006
Noch mehr Fußballbücher … rund um die Weltmeisterschaft 2006
Die FIFA WM 2006 in Deutschland beschert uns eine Vielzahl von Druckerzeugnissen
über das Fußballspiel. Die Palette beschränkt sich nicht nur auf fachliche und
wissenschaftliche Neuerscheinungen, sie beinhaltet auch zahlreiche belletristische
Werke, die sich dem Spiel literarisch nähern. Aus der Fülle an Neuerscheinungen
stellen wir wiederum eine kleine Auswahl vor:
Péter Esterházy: Deutschlandreise im Strafraum. (Berlin Verlag: Berlin 2006; 184 S.)
Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy, der 2004 mit dem Friedenspreis des
Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, kann selbst auf eine eigene Karriere als
Fußballer zurückblicken. Seine Erinnerungen daran gehen über in die „Strafraumreise“,
bei der er die deutsche Fußballseele zu erkunden versucht.
Ludwig Harig: Die Wahrheit ist auf dem Platz. Fußballsonette. (Hanser: München
2006; 76 S.)
Der Lyriker und Hörspielautor Ludwig Harig aus dem Saarland, der schon bei der WM
1974 in Deutschland mit „Netzer kam aus der Tiefe des Raumes“ damals „Notwendige
Beiträge zur Fußballweltmeisterschaft“ herausgegeben hatte, richtet seine Sonette an
großen zurückliegenden Ereignissen des Weltfußballs aus deutscher Sicht aus.
Gabriele Neumann (Hrsg.): Fußball vor der WM 2006. Spannungsbogen zwischen
Wissenschaft und Organisation. (Sport & Buch Strauß: Köln 2003; 164 S.)
Dieser Sammelband geht zurück auf die 19. Jahrestagung der Kommission Fußball der
Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) 2003 in Saarbrücken. Die Palette
der behandelten Themen reicht von der Optimierung der Fußball-Leistung (z.B.
komplexes Schnelligkeitstraining, Möglichkeiten der Kraftdiagnostik) bis zur
Weiterentwicklung
des
Fußballs
(z.
B.
individuelle
Talentförderung,
Präventionsmaßnahmen gegen Burnout bei Fußballtrainern).
Andreas Merkt (Hrsg.): Fußballgott. Elf Einwürfe. (Kiepenheuer & Witsch: Köln 2006;
219 S.)
In diesem Sammelband melden sich zehn Theologen und eine Theologin zu Wort. Mit
ihren weiten „Einwürfen“ legen sie einerseits ein tiefes „Fanbekenntnis“ ab, andererseits
näheren sie sich in ihren Beiträgen dem Fußball in religiöser Hinsicht: Ihre Beiträge
handeln z. B. vom Geist des Spiels, vom Abseits, vom Gewinnen und Verlieren und
davon, was „Die Elf“ numerologisch zu bedeuten hat.
Jürgen Schiffer: LiteraTOR!!!. (Sportverlag Strauß: Köln 2006; 357 S.)
Bei diesem Buch handelt es sich um einen Bücherkatalog zur gleichnamigen
Ausstellung in der Zentralbibliothek der Sportwissenschaften der Deutschen
Sporthochschule Köln anlässlich der Fußball-WM 2006 in Deutschland. Der Band
umfasst 14 Kapitel mit rund 400 ausgewählten (vorwiegend deutschsprachigen) Titeln:
von der „Frühgeschichte des Fußballs“ über den fünffach ausdifferenzierten “Fußball in
Deutschland“ bis hin zu „Fußball und Kunst, Literatur und Sprache“ sowie abschließend
„Frauen und Fußball“.
Dr. Detlef Kuhlmann
DOSB PRESSE
JUGENDFORUM I
Nr. 26/27.06.2006
Mit Peb und Pebber gegen Kinderspeck
Eine TV- Kooperation für mehr Bewegung und ausgewogene Ernährung im Kindesalter
In einer bislang einzigartigen Kooperation hat die Plattform Ernährung und Bewegung
(peb) gemeinsam mit dem größten deutschen Kindersender Super RTL ein neues TVFormat für Kinder ins Leben gerufen. Die täglichen Fernseh-Clips mit den Puppen „Peb
und Pebber - Helden privat“ sollen bei Kindern im Vorschulalter schon ganz früh
spielerisch Einstellungen zu ausgewogener Ernährung und Bewegung prägen. „Peb und
Pebber“ sind künftig nicht nur auf dem Fernsehschirm zu sehen, sondern treten parallel
auch in einer breit angelegten Initiative von peb auf.
„Alle Studien zeigen: Die Weichen für eine ausgewogene Ernährung und ausreichend
Bewegung werden schon im Vorschulalter gestellt. Therapien mit übergewichtigen
Kindern sind nur selten erfolgreich. Daher werden aus dicken Kindern meist auch dicke
Erwachsene“, erklärt Professor Erik Harms, Vorstandsvorsitzender der Plattform
Ernährung und Bewegung. „Daher setzen wir mit Peb und Pebber auf einen
vorbeugenden Ansatz, der Eltern und Kinder gleichermaßen einbezieht. Kinderspeck
soll erst gar keine Chance haben.“
Die Plattform Ernährung und Bewegung ist eine gemeinsame Initiative von Politik,
Verbänden und Wirtschaft. Mit rund 100 Partnern ist peb das europaweit größte
Netzwerk zur Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. In allen
Industriestaaten mit einem hohen Bruttosozialprodukt ist es in den vergangenen 15
Jahren zu einem dramatischen Anstieg der Zahl übergewichtiger und adipöser
(fettleibiger) Menschen gekommen.
In Deutschland sind heute rund eine Million Kinder und Jugendliche übergewichtig. Sie
haben mit Langzeitrisiken zu kämpfen wie: Diabetes Typ II, Bluthochdruck, HerzKreislauferkrankungen, verschiedensten orthopädischen Folgekrankheiten und
psychosozialen Beeinträchtigungen. Jeder Übergewichtige trägt damit ein hohes
individuelles Gesundheitsrisiko. Die Folgen belasten gleichzeitig auch das
Gesundheitssystem und machen Übergewicht zu einem zentralen Problemthema
unserer Gesellschaft.
Einige EU-Länder setzen deshalb auf Verbotsstrategien. Harms: „Verzichtsappelle sind
aber bei Kindern, Eltern und Erziehern erwiesener Maßen nicht erfolgreich. Nur positive
Botschaften können Lebensstile nachhaltig verändern.“ Deshalb setzt peb auf diesen
Weg und hat mit Impulsen von Ernährungswissenschaftlern, Pädagogen, Sportlern und
TV-Experten das Konzept von „Peb und Pebber - Helden privat“ entwickelt. Als
Fernsehpartner konnte der im Kinderbereich führende Sender Super-RTL gewonnen
werden.
Die Handlung der ersten Staffel aus 15 Episoden ist stark von Slapstick und Bildwitz
geprägt. Zentrale Botschaften wie -„wer sich viel bewegt, braucht viel Energie, wer sich
wenig bewegt, braucht wenig Energie“ - vermittelt das Puppenformat kindgerecht und
ohne mahnenden Zeigefinger. Peb und Pebber kommen z.B. auf die verrücktesten
Erfindungen wie die vollautomatische Pausenbrot-Tausch-Maschine oder die essbare
Tischtennisplatte. Ihre besondere Leidenschaft gilt dem Essen, Trinken und Sport. Sie
sind unglaublich neugierig, manchmal bis an die Grenze des Erlaubten, und testen
ständig neue Kochrezepte und Sportarten.
DOSB PRESSE
JUGENDFORUM II
Nr. 26/27.06.2006
„Das Konzept eines Fernsehformats zur Vorbeugung von Übergewicht mag zunächst
überraschen. Schließlich ist übermäßiger Fernsehkonsum ein zentraler Faktor für
Übergewicht“, erklärt Harms. „Doch wenn wir die Zielgruppe erreichen wollen, müssen
wir sie dort abholen, wo sie sich aufhält.“
Peb und Pebber werden aber zukünftig nicht nur auf dem Fernsehschirm zu sehen sein,
sondern wirken in einer breiten Initiative, an der sich die Industrie- und Handelspartner
von peb beteiligen können, auch in anderen Umsetzungsformen. So finden Eltern und
Erzieher parallel zum Sendestart auf der Webseite www.pebundpebber.de begleitende
Informationen zu jeder einzelnen Episode. Eltern können dort auch Tipps, Spielideen
und Anregungen zum Ausdrucken downloaden, mit denen sie gemeinsam mit ihren
Kindern die Abenteuer von „Peb und Pebber“ spielerisch in den Alltag einbauen können.
Zielsetzung der unterschiedlichen TV-ergänzenden Projekte ist es, „Peb und Pebber“
bei Kindern und Eltern schneller bekannt und aus unterschiedlichen Blickwinkeln
erlebbar zu machen. Die Wirkung von Figuren und Vorbildern im TV ist heute
unbestritten. Seit den 1970ern zeigen umfangreiche Forschungsarbeiten insbesondere
rund um die US-Serie „Sesamstraße“ die Wirksamkeit dieses Ansatzes für
unterschiedliche kognitive und emotionale Aspekte bis hin zum Verhalten. Kinder stellen
insbesondere bei Puppen Bezüge zu ihrem Alltag her. Positive Rollenvorbilder können
bei Kindern deshalb auch Verhaltensänderungen hervorrufen.
Harms: „Bei der Entstehung von Übergewicht wirken zahlreiche Faktoren zusammen.“
Das Verhalten von Kindern werde von Bezugspersonen wie Eltern, Verwandten und
Freunden, Kindergärtnern und Lehrern, aber auch durch Medien wie Fernsehen, Radio
und Zeitschriften geprägt. Auch eine Strategie gegen das Übergewicht müsse daher
vielfältig und vernetzt sein. „Peb und Pebber sind deshalb für uns ein ganz zentraler
Mosaikstein. Sie schaffen die Grundlage für die notwendige Überzeugungskraft und
Dynamik, um in ganz kleinen Schritten die Lebensstile von Kindern auf Dauer zu
verändern.“
Internationale Schülerspiele finden 2006 in Bangkok statt
Attraktive Bewerbungen für die nächsten Jahre
Ein Jahr nach der Neuwahl des Komitees der Internationalen Schülerspiele sind die
Weichen für die Zukunft gestellt. Nach den Spielen 2006 in Bangkok (Thailand) findet
die Schüler-Olympiade in Reykjavik (Island) statt. Auch für 2008 ist die Entscheidung
mit San Franzisco bereits gefallen. Das Exekutivkomitee, mit Präsident Torsten Rasch
(Darmstadt) an der Spitze, hofft in einem Gespräch mit IOC-Präsident Dr. Jacques
Rogge im Herbst dieses Jahres auf stärkere finanzielle Unterstützung durch das IOC.
Zum zweiten Mal in Asien, vom 23. bis 29. August, werden in Bangkok etwa 2.200 junge
Menschen im Alter von zwölf bis 15 Jahren aus 90 Städten erwartet. Diese messen sich
in zehn Sportarten. Das Programm mit den Klassikern Leichtathletik, Schwimmen,
Tennis, Tischtennis, Basketball und Volleyball wird bereichert durch Taekwondo,
Tanzsport, Sepak-Takraw (Mix aus Fußball-Tennis und Volleyball) als
Demonstrationssportart und Futsal, die Modifikation von Hallenfußball. Besonders froh
ist das Exekutivkomitee schon jetzt über das großzügige Angebot der Stadt Athen für
2009. Bei einem Besuch dort wurde jüngst deutlich, wie eifrig Griechenlands Hauptstadt
diese Bewerbung verfolgt. Rasch: „Diskutiert wurde über die Vorstellung Athens,
erstmals ein Programm für behinderte Kinder und Jugendliche anzubieten.“
DOSB PRESSE
JUGENDFORUM III
Nr. 26/27.06.2006
Vor allem Jugendliche besser schützen!
Deutsche Herzstiftung fordert Verbot der Tabakwerbung
Deutschland ist in der Europäischen Union das einzige Land neben Luxemburg, das
noch immer kein umfassendes Verbot für Tabakwerbung verhängt hat. Anlässlich des
Weltnichtrauchertages forderte die Deutsche Herzstiftung deshalb die Bundesregierung
auf, eine ehrliche Tabakpolitik zu betreiben und die Bürger vor der immensen Gefahr
der Zigarettensucht endlich angemessen zu schützen.
Eigentlich müsste Deutschland gemäß einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2003 schon
längst ein weitreichendes Tabakwerbeverbot haben, doch bislang ist die
Bundesregierung dieser Vorgabe nicht nachgekommen. Im Gegenteil, Deutschland
hatte sogar vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die Richtlinie geklagt, weil ein
solches Werbeverbot angeblich nicht in den Kompetenzbereich der EU falle. Die
Deutsche Herzstiftung fordert, die Klage zurückzuziehen und umgehend ein
durchgreifendes Tabakwerbeverbot zu verabschieden. Denn Rauchen gehört
bewiesenermaßen zu den größten Gesundheitskillern überhaupt und muss deshalb
entschieden zurückgedrängt werden.
Da die Nikotinsucht durchschnittlich schon im Alter von elf Jahren ihren Anfang nimmt,
also in einer Lebensphase, in der Heranwachsende noch beeinflussbar sind, fordert die
Deutsche Herzstiftung auch ein flächendeckendes Rauchverbot für Schulen, wie dies
bereits in fast allen anderen europäischen Ländern verwirklicht ist. „Jugendliche können
Tabak nur dann als Leben zerstörende Droge begreifen, wenn Rauchen zukünftig nicht
mehr als normaler Bestandteil der Gesellschaft wahrgenommen wird“, betont der
Kardiologe Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen
Herzstiftung und Chefarzt im Herz-Zentrum Bad Krozingen. Bislang existiert ein solches
Rauchverbot jedoch noch nicht in allen Bundesländern. Vorbildlich sind Berlin,
Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und
Schleswig-Holstein. In den dortigen Schulen ist das Rauchverbot bereits gesetzlich
verankert, in Bayern und Bremen ab dem 1. August 2006.
Darüber hinaus sollten nach Ansicht der Deutschen Herzstiftung auch endlich alle
Zigarettenautomaten aus der Öffentlichkeit verschwinden. Denn Zigarettenautomaten
sind bei Kindern und Jugendlichen einer der am häufigsten genutzten Orte für den
Zigarettenkauf. Nicht vergessen sollte man, dass Deutschland nach wie vor das Land
mit der weltweit höchsten Automatendichte ist.
Bei den Folgen des Rauchens ist neben den Krebserkrankungen vor allem an die
dramatischen Auswirkungen auf Herz und Kreislauf zu denken. „Rauchen führt zu
lebensgefährlichen Ablagerungen in den Gefäßen. D. h. die Gefäße werden immer
enger, und es kann durch ein Blutgerinnsel zu einem plötzlichen Verschluss der Arterie
kommen, was zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Raucherbein führen kann - je nach
betroffener Gefäßregion“, mahnt Prof. Gohlke. „Die Folgen der Nikotinsucht können fatal
sein“, so die Warnung des Herzspezialisten. „Nach einem Herzinfarkt zum Beispiel kann
die Pumpkraft so massiv eingeschränkt sein, dass nicht einmal mehr normales
Bergaufgehen oder Fahrradfahren möglich ist und eine qualvolle Invalidität über viele
Jahre die Folge ist.“
DOSB PRESSE
JUGENDFORUM IV
Nr. 26/27.06.2006
Sportpolitik in Europa - von der Jugend mitgestaltet
Das Europäische Jugend- und Sportforum 2006 wird in Finnland veranstaltet
Das Europäische Jugend- und Sportforum 2006 wird vom 26.9. bis 1.10.2006 in
Pajulahti/Finnland über 100 Jugendliche aus ganz Europa versammeln. Diese von der
ENGSO-Jugend (European Non-Governmental Sports Organisation), ISCA
(International Sports and Culture Association), dem Finnischen Sportbund, dem
Finnischen Gymnastikbund sowie der Young Finland Association durchgeführte
Veranstaltung will die Sicht der Jugend Europas in die europäische Sportpolitik
hineintragen. Auf Grund der finnischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr
2006 wurde auch bewusst Finnland als Veranstaltungsland ausgewählt.
Ziel ist es, die europäische Sportpolitik kritisch zu diskutieren und daraus
Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten sowie Anregungen für die eigene
Arbeit mitzunehmen. Die Jugendlichen werden sich unter dem Motto „Jugend- die
Zukunft des Sports in Europa“ mit den Themen Sport und Gesundheit, Ehrenamtlichkeit
und Chancengleichheit im Sport in Europa befassen. Gerade die Sicht der Jugend und
von Nicht-Regierungsorganisationen auf die europäische Jugend-, Kultur- und
Sportpolitik soll mit dieser Veranstaltung beleuchtet und in die politischen Institutionen
hineingetragen werden. Es ist vorgesehen, mit Vertretern der EU-Kommission, des
Europarates und der finnischen Regierung während des Forums zu diskutieren.
Zielgruppe dieser Veranstaltung sind junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die
in den Strukturen des Kinder- und Jugendsports in Europa auf regionaler, nationaler
oder internationaler Ebene engagiert sind. Nähere Informationen sind erhältlich über
dsj-Vorstandsmitglied Jan Holze ([email protected]) oder abrufbar unter www.dsj.de im
Bereich Europa. Die Teilnahme ist kostenfrei, Reisekosten werden bis zu einer Höhe
von 230 Euro erstattet. Anmeldeschluss ist der 15. Juli 2006.
Sportjugend Sachsen kooperiert erfolgreich
Die Aktivitäten der Sportjugend im Landessportbund Sachsen werden immer noch
durch das Fehlen hauptamtlichen Personals in Städten und Kreisen erschwert. Positiv
bewertet der 8. Sportjugendbericht die Mitarbeit in Jugendringen und Netzwerken. Eine
sehr gute Kooperation besteht zum Beispiel mit den Jugendämtern in Dresden, Leipzig,
Torgau/Oschatz und Vogtland-Plauen.
Die Sportjugend Schleswig-Holstein nutzt den 1. Jugendtourismustag
Beim 1. Jugendtourismustag in Schleswig-Holstein hat sich auch die Sportjugend des
Landessportverbandes mit ihren umfangreichen Angeboten in Jugendfreizeitstätten und
speziell für Ferienaktionen präsentiert.
Sportvereine profitieren vom Förderprogramm für Ferienbetreuung in Rheinland-Pfalz
Mit einem speziellen Förderprogramm und 200.000 Euro unterstützt die rheinlandpfälzische Landesregierung Ferienprojekte von kommunalen Jugendämtern und freien
Trägerverbänden, so dass auch die Sportvereine davon profitieren können.
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