Psychologie - fitforstudy.de

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Gerhard Merkel, Psychologie
Psychologie
Gegenstand und Fragestellung der Psychologie
I.) Psychologie im Alltag:
„Die Psychologie geht uns alle als Menschen an“
1.)Wirkungen der Psychologie auf den Alltag
a.) Beispiele aus dem Alltag
Wo begegnet uns Psychologie im Alltag?

Schule/FH/Uni => Informationspsychologie

Werbung
=> Werbepsychologie (z.B. Motivforschung)

Sport
=> Sportpsychologie (z.B. Trainingsmethoden)

Arbeit/Beruf
=> Kommunikationspsychologie (Körpersprache)

Verkehr
=> Verkehrspychologie (z.B. Fahrverhalten, Unfallforschung)
b.) Der tagtägliche Einfluß der Psychologie nach PROSKE

Warum ist Psychologie in aller Munde?
-
Häufung von Lebenskonflikten => Jedermann ist von den Problemen der Psychologie betroffen
Verlust von Werten/Normen => Verlust von Selbstsicherheit
=> Erwarten von Psychologie Antworten
„Jeder“ kann mitreden
„Modischer Trend“ => Selbsterfahrung, Esoterik
Warum könnte es sein das Psychologie „von so gut wie allen so wenig“ verstanden wird?
-
Viele Begriffe in der wissenschaftlichen Psychologie werden anders verwendet als in der
Alltagspsychologie (Wille, Trieb, Idiot, Intelligenz, Depression = Fachtermini)
Begriffe werden verwendet, ohne daß ihre Bedeutung genau geklärt wird ( z.B. Frustration,
Streß, Psychotherapie, Psychologie, Neurose, psychisch gestört etc. = Bedeutung nicht klar
definiert)
Psychologie ist vielschichtiger als es insbesondere die „populärwissenschaftliche Behandlung“
vermuten lässt (z.B. Kummer Ecke, Psycho Seite, Erziehungsberatung, Lebensberatung)
Viele Erkenntnisse der wissenschaftlichen Psychologie werden in der Öffentlichkeit verfälscht
dargestellt (z.B. Tests in Zeitschriften)
„Grenzwissenschaften“ oder „Scheinwissenschaften“ werden mit der wissenschaftlichen
Psychologie verbunden
- Astrologie
- Graphologie etc.

Ambivalenz (Doppelwertigkeit)
Interesse
-
Angst/Mißtrauen
Ambivalente Einstellung der Öffentlichkeit zur Psychologie
Viele Ergebnisse der psychologischen Forschung sind für den Laien sogar enttäuschend
z.B. Glaube,
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Gerhard Merkel, Psychologie
Placebo Effekte (Pille mit Traubenzucker – Patient wird gesund – er glaubt)
Rosenthal – Experimente (Neuer Dozent, vorher wird Schülern andere Charakterzüge des D
erzählt, nach 1 Std. Vorlesung Auswertung eines Fragebogens => Vorgeformte Meinung)
=> Viele Erfahrungen der „Laien“ werden durch die wissenschaftliche Psychologie als richtig
bestätigt/nachgewiesen!
=> Der Psychologe versucht das menschliche Seelenleben mit wissenschaftlichen Methoden
systematisch zu beschreiben und zu erklären, in gewissen Grenzen Verhaltensweisen
vorauszusagen und dementsprechend Ratschläge zu geben
c.) Unterscheidung
 „naives“ psychologisches Wissen (Naive Verhaltenstheorie)
 wissenschaftlich psychologisches Wissen ( Wissenschaftliche Verhaltenstheorie)
Merkmale und Funktionen der Privatpsychologie
Charakteristische Merkmale der Privatpsychologie
 hohe Subjektivität, Orientierung an eigenen Erfahrungen
 Ansammlung von „Alltagsweisheiten“
 „Schwarz – Weiß“ Denken, Verallgemeinerungen
 Stabilität gegenüber Veränderungen
Funktionen der Privatpsychologie
 Ermöglicht schnelle Beurteilung von Personen
 Ermöglicht schnelle Orientierung in neuen Situationen
 Ermöglicht schnelles Reagieren
 Trägt zur eigenen „Sicherheit“ bei
ABER: Privatpsychologie ist unkritisch:
 Erlaubt auch Diskriminierung von Menschen und Situationen
 Rechtfertigung eigener Handlungen ( = „Sündenböcke“)
Unterschiede zwischen Privat- und Wissenschaftlicher Psychologie: vgl. Traxel
Die moderne Psychologie ist eine empirische Wissenschaft deren Forschungsgegenstände
beobachtbar und deren Aussagen
 Sprachlich eindeutig formuliert
 Nach bestimmten logischen Prinzipien aufgebaut und überprüft (vgl. Methoden)
 Und von anderen Personen nachprüfbar sind
Vorteile der Privatpsychologie gegenüber der wissenschaftlichen Vorgehensweise vgl. Laucken
 Schnelle Orientierung in bestimmten Lebenssituationen (vgl. Funktionen der Privatpsychologie)
 „Naive“ Verhaltenstheorien sind in lebenspraktischen Situationen „leichter“ anwendbar als manche
wissenschaftliche Theorie
=> zwischen „naiver“ und „wissenschaftlicher“ Psychologie besteht eine Interdependenz/
Wechselbeziehung
=> Fortschritte der wissenschaftlichen Verhaltenstheorie können die naive bereichern, aber diese
lässt sich nicht alles aufdrängen, sondern bei „Common-Sense-Korrelative“ (gesunder
Menschenverstand) Heckhausen
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Gerhard Merkel, Psychologie
Begriffserklärungen
 Psychologe: Hochschulstudium, Erforschung des menschlichen Verhaltens und damit
verbundene seelischen Prozessen
 Psychiater: in der Regel ein Arzt, in offenen oder geschlossenen Anstalten, Erforschung,
Diagnose und Therapie psychischer Krankheiten
 Psychotherapeut: Arzt, Zusatzausbildung, Neurosen-Behandlung, nicht nur Symptome beheben,
sondern auch Verarbeitungsprozesse
 Psychose: Störungen in der Erlebnisverarbeitung und in der Geistestätigkeit
 Neurose: Verhaltensstörung
2.) Definition und Gegenstand der Psychologie
a.) Was ist Psychologie
Alltagsdefinitionen
 Bondy: „Psychologie ist die Lehre vom Seelenleben der Menschen und Tiere“

Ruch/Zimbardo: „Genau genommen bedeutet das Wort Psychologie de Wissenschaft von
Psyche. Die Psychologen waren mit dieser Definition noch nie zufrieden, weil „Psyche“ ein
überaus vager Ausdruck ist... “
„Die meisten zeitgenössischen Psychologen würden einer Definition der Psychologie als der
Wissenschaft vom Verhalten der Lebewesen zustimmen. Mit Verhalten sind vor allem
Aktivitäten und Prozesse gemeint, die objektiv beurteilt werden können.

Ruch: Psychologie ist die Lehre vom Erleben und Verhalten des Menschen“
- Verhalten: Jene Vorgänge, die auch von den Personen der Außenwelt beobachtet werden
können
- Erleben: alle Vorgänge, die in unserer Innenwelt ablaufen und nur von uns selbst
wahrgenommen werden können (= Bewußtseinsinhalte)
b.) Der Mensch als Gegenstand der heutigen Psychologie
-
Der Mensch ist ein Lebewesen (empirische Basis)
Der Mensch ist ein biologischer Organismus (naturwissenschaftliche Grundlage)
Der Mensch ist ein soziales Wesen (sozialwissenschaftliche Fundierung)
3.) Psychologie als Wissenschaft:
a.) Ziele der Psychologie
-
Zu erklären
Zu kontrollieren/ überprüfen
Zu verändern
Zu beeinflussen
b.) Rangordnung der Ziele
1. Beschreibung
2. Erklärung
3. Kontrolle, Veränderung, Anwendung der Erkenntnisse
1.) Beschreibung
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Unterscheidung zwischen dem, was tatsächlich beobachtet wurde, und dem was daraus geschlossen
wurde
2.) Erklärung
Zusammenhänge z.B. im Verhalten von Kindern und Eltern sind erklärt, wenn sie auf allgemeine
Gesetzmäßigkeiten zurückgeführt werden können.
- Vorwissenschaftliche und wissenschaftliche Erklärungen
- Erklärungsebenen (siehe Bsp.)
=> Ziel der Psychologie: möglichst allgemeine Erklärungen = Theorien

Nutzen der Theorie: Erklärung von Zusammenhängen
Vorhersage (Hypothesenbildung)
Vorwisssenschaftliche
Verallgemeinerungen
„Wie die Alten sungen so
zwitschern auch die Jungen“
„Der Apfel fällt nicht weit vom
Stamm“
Wissenschaftliche
Verallgemeinerung
In vielen Fällen wird eine Ähnlichkeit (darf nicht zufällig sein) im
Verhalten zwischen Eltern und Kindern beobachtet. Man kann von
gesetzmäßigen Zusammenhängen sprechen.
Gesetzmäßigkeit
Ursache – Wirkung
Zusammenhang
Das Beobachten elterlicher
Verhaltensweisen durch die
Kinder ist die Ursache für die
Ähnlichkeit im Verhalten
zwischen Kindern und Eltern
Die Ähnlichkeit im Verhalten
zwischen Eltern und Kindern
beruht auf gleichen Anlagen
(Genen)
Das Lernen – hier Imitationsund Beobachtungslernen –
bestimmt das Verhalten
Reifung, Entfaltung,
Wachstum bestimmen das
Verhalten (Gene!)
Annahmen
Theorien
Empirismus
„lernen“
Nativismus
„angeboren“

Ziel der Psychologie wissenschaftlicher Art ist es, möglichst Allgemeine Erklärungen für die
beobachtbaren Phänomene zu finden

Solche allgemeinen Erklärungen, die für möglichst viele beobachtbare Sachverhalte zutreffen,
nennt man Theorien -> psychologische Basis um Urteile zu fällen
3.) Veränderung, Kontrolle, Anwendung:
Bedeutung der Anwendung von psychologischen Erkenntnissen z.B.
 Entwicklung von Lernprogrammen
 Pädagogische Aktivitäten
Aber: auch negative Verwendung möglich!
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4.) Fragestellungen der Psychologie
V = f (P/R)
Verhalten ist eine Funktion der Persönlichkeit und der einwirkenden Reize
Bsp. Petra schubst Hans. Hans schlägt daraufhin Petra.
=> Komplexe Vorgänge müssen auf einfache reduziert werden
Verwendung einfacher Modelle um zu Erklärungen zu kommen
Um das Verhalten von Hans erklären zu können müßte man u.a. wissen:
 Welche Bedeutung haben für ihn verschiedene Reize?
 Welche manifesten Persönlichkeitsmerkmale von Hans bestimmen, wie einzelne Reize
beantwortet werden?
 Was will Hans mit seinem Verhalten erreichen? Bewußt/unbewußt
 Welche Verhaltensalternativen hat er?
 Wie beeinflußt der Kontext (z.B. anwesende Personen) sein Verhalten?
 ...
schon bei diesen wenigen Fragen ergeben sich Überschneidungen, z.B. ob sich Hans vom Kontext
beeinflussen lässt hängt von seiner Persönlichkeitsstruktur ab, das gleiche gilt auch für seine Ziele,
sein Verhalten, usw.
5.) Geschichte der Psychologie
1.) Anfang der Psychologie:
Erforschung der Seele und ihre Zusammenhänge mit dem menschlichen Körper (ehemals
Philosophie)
Leib + Seele unabhängige Naturgegebenheiten (psychophysischer Parallelismus) bis 16 Jh.
Leib + Seele beeinflussen sich gegenseitig (Psychophysischer Dualismus)
Leib + Seele sind eine Einheit, eng miteinander verbunden (psychophysischer Monismus)
2.) Griechische Philosophie:
a.) Plato (427 – 347 v. Chr.)
Zweiheit von Körper und Seele
3teilung der Seele in begehrenden, ....................., Vernünftigen Teil
b.) Aristoteles (384 – 323 v. Chr.)
Unterteilung der Seele
vegetative (Ernährung, Fortpflanzung
Kognitive (Lust, Triebe)
Rationale Seele
c.) Ärzte
Empedokles (ca 450 v. Chr.)
Hippokrates (ca 400 v. Chr.)
Galenus (201-130 v.Chr.)
Kosmische Elemente: Luft, Erde, Feuer, Wasser
Zuordnung der Elemente zu den Körpersäften
Luft
– Blut
sanguinisches Temperament
Erde
– Schwarze Galle melancholisches Temperament
Feuer – Gelbe Galle
cholerisches Temperament
Wasser – Schleim
phlegmatisches Temperament
=> Die Menschen bewegende Kraft ist Luft
3.) Augustinus (354-430 n.Chr.) / Thomas von Aquin (1225-1274 n.Chr.)
Augustinus – Vorreiter der Selbstbeobachtung (Lutrospektion?)
- 3 Wirkungsweisen der Seele
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Gedächtnis, Intellekt, Willen
4.) 17/18 Jahrhundert / Europäische Philosophie
a.) Descartes (1596-1650)
„Denken ist die zentrale Eigenschaft der Seele“
-Tiere haben keine Seele
- Handlungsweisen sind dem Menschen vererbt => Nativismus
b.) David Hume (1711-1776)
- Begriff der „Empirie“ wurde eingeführt
c.) Philipp Melanchthon (1497-1560)
- prägte den Begriff „Psychologie“
Christian Wolff
-> prägte diesen Begriff in seiner „Rationalpsychologie“
5.) Johann Friedrich Herbart (1776-1814)
- Begründete die Psychologie als eigene Wissenschaft (Trennung von der Philosophie)
- verwarf die These das man in der Psychologie keine Experimente durchführen durfte
6.) In den Folgejahren wurden neue psychologische Methoden entwickelt und Experimente
durchgeführt: (-> Verwendung von naturwissenschaftlichen Methoden)
a.) Ernst Webber (1795-1878)
Gustav Fechner (1801-1887)
Sie suchten Gesetze des Zusammenhangs zwischen Reizen und Empfindungen (z.B. bei
Gewichten...subjektive Einschätzung eines Buchgewichtes nach 1 und 15 Minuten)
b.) Ebbinghaus
Selbstbeobachtungsverfahren zur Gedächtnisentwicklung
c.) Binet (1857-1911) / Simon
Legten 1905 erste Tests zur Messung des geistigen Entwicklungsstandes von Kindern vor
(Behinderte aussondern), IQ Test
7.) Beginn der wissenschaftlichen Psychologie
- Wilhelm Wundt (1832-1920)
Gründung des ersten Instituts für experimentelle Psychologie an der Uni Leipzig
Durch seine Schüler Cattell (1860-1944),
Titchener (1867-1927),
Spearman (1863-19..)
Gelangte die experimentelle Psychologie nach England und in die USA
8.) Wilhem Dilthey (1833-1911)
-> im Gegensatz zur naturwissenschaftlichen Psychologie Begründer der
geisteswissenschaftlichen Psychologie
-„Die Natur erklären wir, das Seelenleben aber verstehen wir“
- Versuch mit Hilfe der Intuition das seelische Erleben zu erforschen, Empathie II.)
Richtlinien der Psychologie
1.
2.
3.
4.
Behaviorismus (Lernpsychologie)
Tiefenpsychologie (Psychoanalyse)
Gestalttheorie (Ganzheitspsychologie)
Kybernetisch orientierte Psychologie
Beachte:
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Gerhard Merkel, Psychologie
-
Die 4 Hauptrichtlinien sind nur Ansätze zum Verständnis des menschlichen Erlebens und
Verhaltens
Sie stellen keine umfassende Sicht des Menschen dar, sondern zeigen meist kleine Aspekte aus
der Perspektive ihres inhaltlichen Ansatzes
1.) Der Behavriorismus
= klare Vertretung der Lernpsychologie
 sieht den Menschen als „black box“
 Grundlegende Begriffe:
S = Stimulus = Reiz
R = Response = Reaktion
Reiz
Reaktion
Black B
Black Box
Stimulus -> Black Box -> Response
a.) Mitbegründer/ extremster Vertreter: J. Watson !!!
Das Verhalten des Menschen ist eine Reaktion auf einen Reiz, und die richtigen Handlungen
(Reaktionen) auf einen bestimmten Reiz würden nach den Prinzipien der Häufigkeit, Neuheit der
S-R Verbindung, gelernt.
Aber: Erweiterung von Watsons Ansatz um sog. Innere Prozesse ( z.B. Triebe, Motive,
Einstellungen, Ziele, etc.)
b.) Durch Versuche von Thorndike, Skinner, Hull u.a. wurden Gesetzmäßigkeiten über den Erwerb
von Verhaltensweisen gefunden (vgl. Lernpsychologie)
Skinner: Maus muß Hebel betätigen um im Käfig an Futter zu kommen, lernt Verhalten Hebel
betätigen.
Hull: Bild, man kann alte oder junge Frau sehen, je nachdem wie man hinschaut
c.) Behaviorismus
=> Positiv: Methodische Vorgehensweise wirkt belebend auf die Methode der ges. Psychologie
=> negativ: Verallgemeinerung von Tierversuchen auf den Menschen
2.) Die Gestalttheorie = Ganzheitspsychologie
a.) Historischer Ausgangspunkt:
->Wahrnehmungsexperimente über sogenannte Scheinbewegungen u optische Täuschungen
Wertheimer (1889-1943)
Er folgerte aus dem Phänomen der Scheinbewegung, daß jene auf Einzelreize ausgehenden
psychologischen Untersuchungen zu fehlerhaften Resultaten gelangen müßten, da der Mensch
nicht Einzelreize, sondern ein Gesamtbild, eine Gestalt wahrnimmt, die sich von der Summe der
Einzelreize unterscheiden könnte!
Bsp.: „Blick aus dem Fenster“ -> Bäume, Häuser, etc.
=> Der Begriff der Gestalt wird nicht nur für die Wahrnehmung, sondern auch auf das Denken und
andere psychische Prozesse angewendet!
=> Erleben und Verhalten ist ein dynamischer Prozeß, ein ständiges Entstehen und Verschwinden
von Gestalten = ein kognitiver Prozeß
Die Gestalt (Einheit/Ganzheit), die sich von der Umgebung abhebt, entsteht aus dem
Zusammenwirken des Wahrnehmungsfeldes (Reize) und des inneren kognitiv-emotionalen
Feldes. Aus der Dynamik beider Felder ergibt sich Aktivität des Organismus ( =Verhalten), die
als ständig aufeinanderfolgende Gestalten aufgefaßt werden kann.
b.) Gestaltgesetze
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1.) zwischen Reizen und der Wahrnehmung besteht keine konstante Beziehung (subjektive
Wahrnehmung)
2.) Psychische Prozesse (Wahrnehmung, Denken) unterliegen der Tendenz, Gestalten zu bilden
( Prinzip der guten Gestalt)
c.) Vertreter der Gestalttheorie
Köhler, Koffka neuer Vertreter: Metzger
Begründer der Gestalttherapie: Perls / Goodman / Hefferline
Feldtheorie: Kurt Lewin
Kurt Lewin
30 er Jahre (emigrierte ´33 in die USA) : Experimente zur Erforschung des Verhaltens in
der Gruppe (Erziehungsstile, Führungsstile)
Feldtheorie des menschlichen Verhaltens:
„ Innere Antriebskräfte des Menschen werden weitgehend durch die Kräfte der Umwelt (=Feld)
ersetzt“
Feld = Gesamtheit aller Bedingungen des Lebens, die das Verhalten des Menschen
beeinflussen und auf die es einwirkt.
Mensch wirkt von sich
Auf Umwelt ein (Mensch
Beeinflusst)
Mensch wird beeinflusst
(nur Umwelt prägt würde heißen: alle
aus Bronx müßten Verbrecher werden)
Subjekt
Objekt
Wechselbeziehung
Experiment:
3 Gruppen von Schülern
1.) Lehrer diktatorisch, totalitär
2.) Lehrer demokratisch, lässt Freiräume
3.) Laissez-faire, Lehrer lässt Schüler alles machen
Leistungsverhalten:
1.) (relativ) konstant leistungsstark, war Lehrer abwesend extremes Leistungstief
2.) mind. Gleiches Niveau, auch in Abwesenheit!
3.) Tiefstand, Verhaltensniveau in Ab-/Anwesenheit gleich.
Exkurs: Kommunikation (Gerhard Merkel)
Kommunikation und Wahrnehmung
Kommunikationskanäle durch verbale und non-verbale Mitteilungen
Wir bilden Motive, Einstellungen, Vorurteile, Erwartungen, ein sogenanntes Wahrnehmungsgitter =>
ein Frembild/Eindruck subjektiver Art entsteht!
Eine objektive Wirklichkeit oder Realität gibt es nicht!
Es gibt nur subjektive Realität = Basis
Konflikte sind nicht objektiv, die Entstehung und Lösung findet in den Köpfen der Menschen statt
Grundsätze der Kommunikation:
Nicht die Realität wird verändert, sondern die Vorstellung darüber
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Z.B.
1
ROT
2
ist O ein Buchstabe oder Zahl?
Menschliche Kommunikation
Kommunikation = Mitteilung, Verbindung, Verkehr ( Duden)
Lat. Kommun = gemeinschaftlich, gemein
Communication is message (Paul Watzlawick)
Kommunikation heißt Mitteilung (sich gegenseitig mitteilen)
Als Interaktion bezeichnet man einen ununterbrochenen Austausch von Mitteilungen zwischen zwei
oder mehreren Personen (zwischenmenschliches Handeln = Interaktion)
Kommunikation ist nicht nur sprachlicher Ausdruck, sondern umfaßt auch paralinguistische
Phänomene ( Umgang mit Sprache) und Körpersprache
Material der Kommunikation
Kanäle:
Der mit Abstand wichtigste Kanal ist der visuelle Kanal ca 70% tauschen wir über den visuellen Kanal
aus ( auf alle Kommunikationssituationen bezogen)
Visuell (sehen) 60 – 70 %
Auditiv (hören) 15 – 20 %
Gustatorisch (schmecken)
Olfaktorisch (riechen)
10-15 %
Taktil (berühren)
Thermisch (wärme)

relativ, abhängig von Situation
Mitteilungen austauschen:
20 % verbal
Wortwahl (individuell)
Satzbau u.a.
Aktiver Wortschatz (was
man nutzt)
 3000 – 4000 Wörter
von 120 000
Passiver Wortschatz
(was man versteht)
50 % Körpersprache
ein Großteil davon ist kulturell
unterschiedlich
Mimik / Gestik
Körperhaltung
Augenkontakt
Kommunikationsdistanzen
Gehen / Schritt
Aussehen / Kleidung
Farben / Geruch u.a.
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30 % Umgang mit der Sprache
Lautstärke
Tonfall
Tonmodulation
Stimmhöhe
Artikulation
Pausen
Dialekt
Sprachtempo u.a.
Kommunikation und Wahrnehmung
-
Menschen die miteinander agieren, erzeugen Wirkungen und Gegenwirkungen
Man muß erkenne, daß der oder die Kommunikationspartner in ihren Reaktionen in erster Linie
davon bestimmt sind, wie ein Verhalten auf sie gewirkt hat und nicht davon wie es gemeint wurde.
(wie das Verhalten angekommen ist = Basis der Reaktion)
Physischer,
psychischer IstZustand
Selbstbild
Wie man sich selbst
sieht
Fremdbild/Eindruck
Meine Wirkung auf
andere
Feedback
-
Entscheidend dafür wie jemand bei anderen ankommt, ist einzig und allein das Fremdbild !!!
Fremdbilder sind subjektive Eindrücke, Resultate eines von Einstellungen, Vorurteilen, Motiven,
Zielen, Erwartungen, Wünschen(z.B. Anerkennung). Bedürfnissen und Gefühlen beeinflußten
Wahrnehmungsaktes des Kommunikationspartners
=> ein Mensch besitzt mehrere Fremdbilder
Beachte: Fremdbilder sind für den jeweiligen Kommunikationspartner immer subjektive Realität, auf
die reagiert wird.
In der Kommunikation müssen wir also in Wirkungen denken, das heißt in subjektiven Realitäten
„Die Wirklichkeit finden nicht in der Realität statt, sondern in den Köpfen der Menschen“
Grundsätze der Kommunikation:
-
Bestimmte kommunikative Phänomene bleiben unerklärlich, solange sie nicht im Kontext gesehen
werden
Kommunikation ist eine Wechselbeziehung
= die Beziehung zwischen den Kommunikatoren ist wichtig!
Die Kommunikationsweisen jedes einzelnen bedingen die Kommunikationsweisen jeder anderen
Person und umgekehrt.
Jede Person beeinflußt wiederum individuell die jeweilige Umwelt und wird von ihr in einem FeedbackProzeß beeinflusst.
3.) Tiefenpsychologie
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a.) Grundannahme: Wir begehen Handlungen, dessen Ursachen uns nicht bewußt sind (=>
unbewußte Wünsche, Motive Triebe etc.)
Vertreter der Tiefenpsychologie:
S. Freud (1856-1939)
A. Adler ( 1870-1937)
C. Jung (1875-1961)
In der Psychoanalyse: Bewußtmachung der unbewußten Hintergründe des menschlichen
Handelns, unbefriedigte Wünsche/unverarbeitete Konflikte aus der (frühen) Kindheit,
Verhaltensanomalien bewußt machen
b.) 4 Kernstücke der Psychoanalyse (Therapieform) nach Freud:
1.) Libido Theorie
= Antriebskraft des menschlichen Verhaltens ( Energie der Sexualtriebe/angeboren)
=>Libido durchläuft verschiedene Phasen:
Orale Phase, Säuglingsalter bis ca 2/3 Jahre „alles wird in den Mund gestopft“
Anale Phase, bis 3/4 Jahre (Endet meist wenn Kind alleine auf Toilette geht,
Ausscheidungsorgane sind interessant)
Frühe genitale/phallische Phase, 4-6 Jahr, Kiga alter, Libido konzentriert sich auf die
Geschlechtsorgane (harmlos)
Latenzphase , 6-12 Jahr, Libido bezieht sich auf das Gegengeschlecht (Jungs hängen
an ihren Müttern, evtl eifersüchtig auf Vater)
Späte genitale/pupertär-genitale Phase (Pupertät) ab 12(Ödipuskonflikt,
Ödipuskomplex)
=> alle Phase sollen durchlebt und nicht unterdrückt werden, sonst Störungen
2.) Aufbau der Psyche
-
„Child Ego“
„Adult Ego“
„Parents Ego“
Es ( Lustprinzip), Triebe, will sofortige Befriedigung seiner Bedürfnisse
Ich (Realitätsprinzip), ausgleichendes Element zwischen „Über-ich“ und „es“
Über-Ich (moralische Instanz), Gewissen, Ge- und verbote, Werte, Übernommene
Verhaltensweisen bis zum 7. Lebensjahr (das ist so, das gehört so)
z.B. Streng erzogene Pers = starkes Über-Ich, sehen schw-weiß, „Das ist richtig!“
Es und Über-Ich kämpfen ständig miteinander, während das „Ich“ zu regulieren versucht
3.) Abwehrmechanismen:
1.) Projektion
Vom Über-ich mißbillligte Wünsche werden auf andere Personen übertragen
z.B. A würde gerne zu schnell fahren, B tuts, A mißbilligt was B tut
2.) Verschiebung
Entladung von aufgestauten/verdrängten Wünschen auf „harmlosere“ Personen, vgl.
Milgram (Vesuch mit Stromstößen)
3.) Rationalisierung
Eigenes Verhalten wird durch Anlehnung an Autoritäten oder durch vordergründige
Argumente „gerechtfertigt“
z.B. Kaufentscheidung wird nachträglich rational begründet“
4.) Traumtheorie (Traumbuch):
Der Mensch verarbeitet Probleme in Schlaf, träumt in verfremdeter Form
=> Analyse der Träume => Erkenntnisse über die Psyche
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Gerhard Merkel, Psychologie
4. Kybernetisch orientierte Psychologie
Bekannter Vertreter: Wiener
Kybernetik: Wissenschaft von der Steuerung und Regelung von Systemen = Regelkreissysteme
Annahme: technische, biologische, soziale Systeme folgen den selben Gesetzmäßigkeiten
Hierarchie von Systemen:
 Statische Systeme
 Dynamische Systeme
 Rückkopplungssysteme
=> höhere/komplexe Systeme (vor allem soz. Systeme)
Miller/Galanter/Pribram „Plans and the structure of behavior“
Menschliches Verhalten ist ein geplantes und strukturiertes System zielgerichteter Operationen
(Handlungen)
Kleinstes System des menschlichen Verhaltens ist ein in 4 Phasen ablaufender Regelkreis
T O T E – Einheit
T = Testphase (Prüfen)
O = Operationsphase (Handeln)
T = Testphase (erneutes Prüfen)
E = Exitphase (ende des Vorgangs)
Prozeß
Anfang
Ende (Feedback Element)
System
Bsp: Hammer in die Wand schlagen
Prozeß: hat immer einen Anfang und ein Ende
System: Anfang + Ende + Feedback
III.) Disziplinen der Psychologie
1.) Allgemeine Psychologie
Zentrale Themen sind: Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis, Denken/Intelligenz (kognitive oder
soziale), Motivation (Biologisch=angeboren und psychologische=gelernt Theorien)
 versucht grundlegende für alle Menschen geltende Regelmäßigkeiten im Erleben und
Verhalten zu finden!
Latent vorhanden
Motiv
Bratwurst
Auslösender Faktor
Motivation
Hunger
Verhalten
=>
Kauf
Generell werden 6 Motivationstypen unterschieden, man muß herausfinden welches Motiv der
jeweilige Mensch hat und es ihm dann anbieten
2.) Entwicklungspsychologie
Beschreibung des Entwicklungsgeschehen der physischen, psychischen und sozialen Faktoren
des menschlichen Verhaltens und Erlebens
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Gerhard Merkel, Psychologie
Anlage - Umwelt Problematik
3.) Pädagogische Psychologie
Befaßt sich mit den Bedingungen des sozialen Erziehungsgeschehens auf allen Altersstufen
Früherziehung, Schulpsychologie, Ausbildung, Erwachsenenbildung
4.) Differentielle Psychologie
Abweichungen einzelner Personen oder Gruppen von den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten
Galton/Binet/Stern: -Interindividuelle Differenzen
1 feststehendes Persönlichkeitsmerkmal z.B. Intelligenz, 2
Gruppen/Personen werden untersucht zu 1 bestimmten Zeitpunkt
- Intraindividuelle Differenzen
1Persönlichkeitsmerkmal z.B. Intelligenz 1 Mensch zu 2 verschidenen
Zeitpunkten wird untersucht
5.) Sozialpsychologie
Befasst sich insbesondere mit der Umweltabhängigkeit (Sozialpsychologie), Individualismus und
den verschiedenen Gruppenprozessen (Soziologie)
Psychologische
soziologische Sozialpsychologie
6.) klinische Psychologie
klassisches Arbeitsgebiet -> Hauptarbeitsgebiet
Aufgaben: Beratung, Vorbeugung, Diagnose, Therapie
3 verschiedene Diagnosegruppen: Organische Gehirnschäden (genetisch + Unfälle)
Neurosen(Störungen, Abweichungen im Verhalten,
Duschzwang, Sauberkeitsfimmel)
Psychosen (Störungen in der Wahrnehmung,
Erlebnisverarbeitung,Gedächtnisverarbeitung
Schizophrenie verläuft in Schüben)
IV.) Methoden der Psychologie
1.) Beobachtung:
Systematische, bewußte, sorgfältige Wahrnehmung eines Ausdruckes, Handlung, Vorgangs
Problematiken:

Trennen von Beobachtung und Deutung

Objektivität der Beobachtung
Form der Selbstbeobachtung = Introspektion
2.) Befragung:

Interview
Meinungen und Tatsachen werden erfragt (-> Meinungsforschung/ Marktforschung)

Exploration
Vertieftes psychologisches Gespräch, Ursachen von Abnormitäten finden
Erforscht Lebenssituation des Klienten (Anamnese)

Tiefenpsychologisches Gespräch
Klärung der Psychogenese

Fragebogen
Multiple choice
Rating scales
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Gerhard Merkel, Psychologie
Sachgerechte Führung des Gesprächs
Empathie!! Einfühlungsvermögen
3.) Ausdrucksdeutung
Deutung der Körpersprache
Graphologie ?!
4.) Experiment
= absichtliches herbeiführen eines Vorganges unter planmäßiger Abwandlung seiner
Bedingungen mit dem Zweck, die Gesetzmäßigkeiten des Vorganges zu erforschen



Vorgänge müssen varierbar / wiederholbar sein
Alle Variablen müssen planmäßig erfüllbar und kontrolliert werden können
Nur eine Untersuchungsvariable darf verändert werden, die anderen müssen gleich
gehalten werden
Laborexperimente: künstliche Situation
Feldexperimente: Realisierung einer Versuchsperson in realer Situation
5.) Test
Eine Versuchsperson soll durch eine Aufgabenstellung unter bestimmten, genormten
Bedingungen zu einer Äußerung, Reaktion veranlasst werden.

Messung eines Persönlichkeitsmerkmales

Vergleich/Einordnung der Leistung einer Person anhand der Leistung einer
Vergleichsgruppe in diesem Test
Catell hat den Begriff „Test“ eingeführt (mental test = Intelligenztest) vgl. Binet
3 Voraussetzungen

Objektivität: gleiche Ergebnisse bei verschiedenen Testleitern

Zuverlässigkeit (Reliabilität): Meßgenauigkeit auch bei längeren Zeitabständen

Gültigkeit (Validität): Test mißt genau was der vorgibt (hat eine klare Wissenschaftliche
Theorie dahinter)
Projektive Tests (Rohrschach Test „Tintenklekse“),TAT
Problem: wenn Laien Tests durchführen!
Weitere Tests:
HAWIE/HAWIK, hamburger Wechsler ...
CFT, kulturfreier test
FPI, freiburger persönlichkeitsInventor
dZ konzentrations- belastungstest
IST Intelligenz Struktur Test
V.) Entwicklung der Persönlichkeit
1.) Theorien der Entwicklung und deren Determinanten:
Theorien der Entwicklung:
1.) Praeformationstheorie
2.) Tabula-Rasa-Theorie
3.) Interaktionistischer Ansatz
1.) Praeformationstheorie
Anlage, Genetisch
Praeformations = lat. Vorherbildung

Mensch trägt alle Fähigkeiten, Eigenschaften, Begabungen bereits von Geburt an in sich.

Praeformationstheorie gründet sich auf den „Nativismus“ (Gegenteil = Empirismus9
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Gerhard Merkel, Psychologie

Pädagogischer Pessimismus (vgl. Comenius)
2.) Tabula-Rasa-Theorie

Bipolare Version, Lernen (hängt vom sozialen Umfeld ab)




Mensch ist bei seiner Geburt ein „unbeschriebenes Blatt / blanke Tafel“
Ursprung dieser Auffassung im „Empirismus“
Pädagoischer Optimismus (Bsp. Watson/ Leibnitz)
Moderne Entwicklungstheorie „Milleutheorie“
3.) Interaktionistischer Ansatz
= Multifaktoreller Ansatz
Menschliches Verhalten lässt sich nicht nur auf 1 Faktor zurückführen => Faktorenkomplex

Zusammenwirken von Anlage und Umwelt

Kind ist aber nicht nur passiver Empfänger von Anlagewirkungen und Umwelteinflüssen,
sondern: Verhalten entwickelt sich durch ständige, aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt
Vgl. Mensch <-> Objekt Mensch<->Subjekt Mensch ist beeinflußtes Objekt und
beeinflussendes Subjekt
Determinanten (Bestimmungsfaktoren) der Entwicklung
1.) Anlage Endogene Faktoren
a) Jeder Mensch hat bestimmtes genetisches Material
Genotypus vgl. moderne Gen-Forschung DNA, DNS
Huxley „schöne Welt“
b)
Befunde der Humangenetik: 22 Paare Chromosomen + xy Kombination
xy = Mann xx = Frau
Turnersyndrom Frauen, geistig behindert
44 + x
Klinefeltersyndrom
44 + xxxy
Downsyndrom (Trisomie 21)
45 + xy
Oft junge o. alte Mütter, bekommen Mongolide Kinder, bleiben auf Stand von 2-3 Jährigen, Kleinwüchsig
c)
Zwillingsuntersuchungen
Newman/Shields IQ Korrelation EZ .88
Relativität der Zwillingsforschung
EZ = Eineiige Zwillinge
ZZ .63 vgl. Penrose => Intelligenz genetisch bedingt
ZZ = Zweieige Zwillinge
1.) EZ sind im Erscheinungsbild völlig gleich Aussehen, Haarfarbe, Größe
2.) Bisher keine völlig getrennt voneinander aufgewachsenen EZ
3.) Bei EZ: Übereinstimmung nimmt ab

Bei Körpergröße am meisten

Intelligenz weniger große Unterschiede
4.) Keine völlig gleichen EZ -> schon siamesische Zwillinge zeigen klare körperliche und
geistige Unterschiede (kein 100%ig gleiches Genetisches Erbmaterial)
-> Intrauterine Verhältnisse (im Mutterleib)
5.) Ergebnisse von Zwillingsforschung widersprechen sich: Newman <-> Gottschald
d.) Tierexperimente

Tyron 1940
Anlagedeterminiertheit
15
Gerhard Merkel, Psychologie
Labyrinthintellligenz, 9x gekreuzte Generationen, dumme + dumme Ratten und intelligente
+ intelligente Ratten wurden gekreuzt => intelligente Ratten durchschnittl. 25 Fehler,
dumme Ratten durchschnittl. 160 Fehler
! Umwelt wurde nicht beachtet!
Tierexperiment von Cooper / Zubek 1958
Fehler
Dumme Ratten
Intelligente Ratten
Einengende

normale
anregende
Umwelt
Gleicher Versuch wie Tyron nur Umwelt beachtet
- Umweltbedingungen => Umwelt hat großen Einfluß
3 Experimente/Versuche mit dummen und intelligenten Ratten in Abhängigkeit von
verschiedenen Umweltbedingungen (einengende, normale, anregende Umwelt)
Fazit: Nicht nur die Anlage hat Bedeutung sondern auch die Lernumwelt
e.) Familienforschung

Galton / Darwin

Kritik

Fam. Bach/Strauss etc
=> Anlage ist bei der Entwicklung des Menschen (Verhalten) beteiligt, nicht jedoch
ausschließlich
Beachte! Anlage ist nicht unbedingt vererbt => intrauteriner Erwerb (Lernprozeß im Mutterleib)
2.) Umwelt exogene Faktoren


Chemisch-physikalische Einflüsse direkt auf den Organismus, indirekt auf das Verhalten
Soziokulturelle Einflüsse, direkt auf das Verhalten
Diese beiden Gruppen lassen sich aufteilen nach dem Zeitabschnitt ihres Einflusses in Bezug auf
die Geburt:
Praenatal = vor der Geburt
Perinatal = während der Geburt
Postnatal = nach der Geburt
a.) Chemisch-physikalische Einflüsse
toxisch (=giftig) / Ernährung (Körpergröße) / Verletzungen / Krankheiten / Klima (Hautfarbe) /
landschaftlich-geophysische Einflüsse

praenataler Bereich
16
Gerhard Merkel, Psychologie
Rauchen ( => Körpergröße)
Drogen ( => Intelligenz/Hirnschädigung) Entwicklungsverzögerung
Contergan ( => Schmerzmittel mit schlimmen Nebenwirkungen, zB Mißbildungen)
Röteln ( => körperliche Mißbildungen)

perinataler Bereich
Sauerstoffmangel
Druck auf den Kopf etc.
=> Hirnschädigung (Zerstörung von Zellen); Motorik, Psychischer Bereich

postnataler Bereich
toxhischer Einfluß (Alkohol, Drogen) -> debile Kinder von alkoholkranken Eltern
Verletzungen
Sauerstoffmangel
Krankheiten (zB.Meningitis = Hirnhautentzündung)
Impfungen
=> Hirnschädigungen, Sprache, Motorik
b.) Soziokulturelle Einflüsse

praenataler Bereich
Schraml: „Gesamtes Erleben/Verhalten der Mutter, ihre Situation und ihr Milleu beeinflussen
das Kind und seine Reifung“

perinataler Bereich
interindividuelle Unterschiede
Gerburtstrauma ( RANK)
Atemnot / Beengtheit (leichte/schwere Geburt)
Psychische Situation der Gebärenden (gewollt / ungewollt / soz.Absicherung /
Geburtsvorbereitung)

postnataler Bereich
=> Umwelteinflüsse nach der Geburt äußerst zahlreich
Beispiele:
1)
Hospitalismus (Spitz) -> anaklitische Deprivation (=Anregung)
2)
Intelligenz Milleu (Speer) - Kinder von Schwachsinnigen
3)
Sprache/Motivation – Umwelt (Bernstein/Heckhausen) restricted code / elaborated
code (Oberschicht / Mittelschicht / Unterschicht)
4)
Ethnologische Untersuchungen von:
Mead
Erikson
Kardiner Sauberkeitserziehung, Haltung zum Materiellen
Sioux-Tanala
=> es gibt indirekte und direkte Umwelteinflüsse auf die Entwicklung des Verhaltens
Aber: Isolierte Betrachtung von Anlage und Umwelt bringt uns nicht weiter
2. Mechanismen der Entwicklung
Reifung (Anlage)
Lernen (Umwelt)
1. Reifung
Reifung ist der genetisch gesteuerte Entwicklungsprozeß
a.) Bsp. Für Reifungsvorgänge
Entwicklung des Gehirns
Sauberkeitserziehung (McGraw)
17
Gerhard Merkel, Psychologie
b.) Reifung und Verhaltensentwicklung
Schenk / Danzinger
Dennis / Dennis
Gesell / Thompson
Untersuchungen beziehen sich primär auf psychomotorische Bereiche
2. Lernen
Lernen ist der Prozeß, durch den Verhalten aufgrund von Interaktionen mit der Umwelt oder
Reaktionen auf eine Situation relativ dauerhaft entsteht oder verändert wird, wobei
auszuschließen ist, daß diese Veränderungen durch angeborene Reaktionsweisen,
Reifungsvorgänge oder vorübergehende Zustände des Organismus (Ermüdung, Rausch)
bedingt ist.
18
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