Geldpolitische Geschäfte des Eurosystems (Tenderverfahren)

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Übungen und Vertiefungen
1. Aufgabe
Stellen Sie fest, welches geldpolitische Instrument in den nachstehenden Aussagen
angesprochen wird:
1 Hauptrefinanzierungsgeschäfte
2 Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte
3 Einlagefazilität
4 Spitzenrefinanzierungsfazilität
a) Unter diesem Instrument versteht man liquiditätszuführende befristete Transaktionen mit
einer Laufzeit von ca. 3 Monaten.
b) Der Zinssatz für dieses Instrument bildet im Normalfall die Untergrenze für den
Tagesgeldsatz am Interbankenmarkt.
c) Diese liquiditätszuführenden Geschäfte werden im wöchentlichen Rhythmus angeboten
und weisen in der Regel eine Laufzeit von 7 Tagen auf.
d) Die Geschäftsbanken nutzen dieses Instrument in der Regel „overnight“ zur Abdeckung
eines vorübergehenden Liquiditätsbedarfs.
e) Dieses Instrument wird vor allem in Zeiten eines hohen „Misstrauens der Banken
untereinander“ verstärkt in Anspruch genommen.
2. Aufgabe
Die EZB führte das nachstehend beschriebene Hauptrefinanzierungsgeschäft nach dem so
genannten „amerikanischen Verfahren“ durch.
Hauptrefinanzierungsgeschäft der EZB
Gebote
391.122 Mio. EUR
Zuteilung
316.000 Mio. EUR
Mindestbietungssatz 1,25 %
marginaler Satz
1,31 %
gewichteter
Durchschnittssatz
1,32 %
Welche zwei der folgenden Aussagen treffen auf dieses Geschäft zu?
1
2
3
4
5
6
Das Angebot an Zentralbankgeld überstieg die Nachfrage.
Gebote zum Mindestbietungssatz konnten nicht zugeteilt werden.
Gebote zum Satz von 1,33 % erhielten volle Zuteilung.
Billigstgebote waren möglich.
Gebote zu 1,32 % mussten von der EZB repartiert werden.
Alle Gebote ab 1,31 % wurden zum Einheitssatz zugeteilt.
3. Aufgabe
Neben den Hauptrefinanzierungsgeschäften führt die EZB auch längerfristige Refinanzierungsgeschäfte durch
a) Welche der nachstehenden Aussagen zu diesen Geschäften ist zutreffend?
Aussagen
1 Diese Geschäfte hat die EZB erstmalig im Jahr 2005 durchgeführt.
2 Die EZB hat bisher bei diesen Geschäften 100 % zugeteilt.
3 Diese Geschäfte dienten dazu, bei den Kreditinstituten Geld abzuschöpfen.
4 Diese Geschäfte stoßen bei den Kreditinstituten auf ein relativ geringes Interesse.
5 Mit diesen Geschäften verbindet die EZB nicht die Intention, geldpolitische Signale zu
setzen.
b) Ermitteln Sie die Höhe der Zinsen für ein Kreditinstitut, das bei einem längerfristigen
Refinanzierungsgeschäft (Zuteilungstag 2. Dezember 20.., Rückzahlungstag 4. März n.J.,
kein Schaltjahr) ein Gebot von 50 Mio. EUR zu 4,85 % abgab. Das Gebot wurde im
Rahmen eines amerikanischen Zinstenders voll zugeteilt.
▼
EUR
c) Stellen Sie fest, zu welchem der nachstehend aufgeführten geldpolitischen Instrumente der
EZB die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte gehören.
Geldpolitische Instrumente
1 Offenmarktgeschäfte
2 Ständige Fazilitäten
3 Mindestreserve
4 Kombination von Offenmarktgeschäft und Ständiger Fazilität
Tragen Sie eine 5 ein, wenn keines der aufgeführten Instrumente zutrifft.
4. Aufgabe
Im nachstehenden Auszug aus einem Monatsbericht der Deutschen Bundesbank werden
„Sonstige Tendergeschäfte“ der EZB im Zeitraum Juni bis September 2011 dargestellt.
a) Welche der nachstehenden Aussagen zu diesen Geschäften ist zutreffend?
Aussagen
1 Es handelt sich um liquiditätszuführende und liquiditätsabsorbierende Geschäfte.
2 Es handelt sich ausschließlich um liquiditätsabsorbierende Geschäfte.
3 Bei allen Geschäften war die Nachfrage größer als das Angebot.
4 Es gab kein Geschäft mit voller Zuteilung aller Gebote.
5 Die Zuteilung erfolgte jeweils nach dem „holländischen“ Verfahren.
b) Die Westbank AG gab zum Geschäft am 7. September 2011 folgende Gebote ab:
- 20 Mio. Euro zu 1,03 %
- 15 Mio. Euro zu 1,10 %
- 10 Mio. Euro zu 1,25 %
Wie viel Euro Zinsen fielen bei dem Geschäft an?
▼
EUR
5. Aufgabe
In der nachstehenden Grafik wird die Entwicklung der Inanspruchnahme der Einlagenfazilität
von Januar bis September 2011 im Eurowährungsraum dargestellt (Werte in Mio. EUR).
Aussagen
1 Die hohe Inanspruchnahme im September 2011 ist auf einen attraktiven Zins
zurückzuführen.
2 Am 18.1.2011 wurden etwa 20 Mio. Euro dieser Fazilität in Anspruch genommen.
3 Die starken Schwankungen deuten darauf hin, dass die Einlagenfazilität ein Instrument zur
längerfristigen Geldanlage ist.
4 Von Mitte August bis Mitte September 2011 stieg das in Anspruch genommene Volumen
der Einlagenfazilität um etwa das Fünffache.
5 Im Durchschnitt wurden von Januar bis September 2011 ca. 140 Mrd. Euro in Anspruch
genommen.
Lösungshinweise
1. Aufgabe
a) 2
b) 3
c) 1
d) 4
e) 3
2. Aufgabe
2 (marginaler Zuteilungssatz liegt über dem Mindestbietungssatz)
3
3. Aufgabe
a)
5
b)
(50 Mio. • 92 Tage • 4,85 %) : (360 • 100) = 619.722,22 EUR
c)
1
4. Aufgabe
a) 2
b) Nur die 20 Mio. Euro zu 1,03 % wurden zugeteilt, da dieses Gebot unter dem marginalen
Zuteilungssatz liegt. Der Westbank wurden (20 Mio. * 1,03 * 7) : (360 * 100) = 4.005,56 Euro
gutgeschrieben.
5. Aufgabe
4
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