Aktennotiz - Bundesamt für Gesundheit

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Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Gesundheit BAG
Direktionsbereich Verbraucherschutz
Abteilung Chemikalien
Internes Dokument für den Vollzug
Datum:
Für ergänzende Auskünfte und Anregungen:
31. Juli 2009
[email protected]
Kampagne Schädlingsbekämpfung und Fachbewilligung
Ergänzende Fragestellungen zur Checkliste für den Vollzug
Ziel des Dokumentes:
Unterstützung der kantonalen Vollzugsbehörden bei der Kontrolle von
Schädlingsbekämpfungsbetrieben. Das Dokument ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.
Teil A: Die aufgeführten Fragestellungen betreffen zentrale Punkte in der Schädlingsbekämpfung.
Personen, die in diesem Arbeitsgebiet praktisch tätig sind, müssen darüber Auskunft geben können.
Bei Betrieben, die sich diese Fragen nie gestellt haben oder kaum Auskunft geben können, ist
anzunehmen, dass die notwendige Fachkompetenz für die Durchführung von professionnellen
Schädlingsbekämpfungsaktionen fehlt. Die Sorgfaltspflicht kann unter diesen Vorraussetzungen kaum
wahrgenommen werden. Es bleibt den Behörden überlassen, in diesem Fall die geeigneten
Massnahmen (Weiterbildungsverpflichtung, Fachbewilligungsentzug...) zu verfügen.
Teil B: Unverbindliches Muster für eine Arbeitsdokumentation. Bei Unfällen oder Beschwerden sollten
die wichtigen Schritte im Arbeitsablauf rekonstruiert werden können.
Ab Seite 7: Ergänzende Beilagen mit Fragen zu bestimmten Themen aus Teil A
A. Ausgewählte Fragestellungen in Anlehnung an das IPM Konzept
(Integrated Pest Management):
Das IPM - Konzept gliedert den Arbeitsprozess eines Schädlingsbekämpfers in folgende drei grosse
Arbeitsschritte:
1. Befallserhebung, Vorabklärungen
2. Behandlung (Bekämpfung)
3. Nachsorge, Prophylaxe
Die Behandlung (Bekämpfung) selbst wird dabei nur als ein Teil des Arbeitsprozesses verstanden.
Wichtige Aspekte dieser "integralen" Betrachtungsweise sind Prävention, Information und Schulung,
Behandlungsmethodik sowie Risikominimierung für Mensch und Natur.
Nachfolgend sind die wichtigen Fragestellungen aufgeführt, mit denen sich ein Schädlingsbekämpfer
auseinandersetzen muss, um Arbeitsanweisungen zu verfassen und potentiell sichere, wirksame und
nachhaltige Behandlungen durchzuführen. Weitere Fragestellungen sind in der Kampagnencheckliste
FB-SB enthalten.
Weitere Informationen:
Bundesamt für Gesundheit, Direktionsbereich Verbraucherschutz, Abteilung Chemikalien, Telefon +41 31 322 96 40, [email protected], www.bag.admin.ch
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1. Fragestellungen zur Befallserhebung / Vorabklärungen:
Werden die Schädlinge vor einer Behandlung bestimmt und die vorkommenden Entwicklungsstadien
(Eier, Larven, Adulte) berücksichtigt?
Schädlingsliste in Beilage 1 (Seite 7, ohne Bestimmungsmerkmale).
Unterschiedliche Entwicklungsstadien reagieren verschieden empfindlich auf Bekämpfungsmittel.
Wird bei Unsicherheit ein Monitoring (Überwachung) installiert?
Welche Eigenschaften oder Schadbilder identifizieren einen bestimmten Schädling der bekämpft wird?
Bestimmte äussere Merkmale sowie die aktive Zeit, Tag/ Nacht etc. müssen bekannt sein.
Art der Nahrung, bevorzugte Schlupfwinkel? --> Bestimmt u.a die Behandlungsmethodik.
Sind Resistenzphänomene beim Schädling bekannt (z.B bei Bettwanzen)?
Welche äusseren Bedingungen braucht ein bestimmter Schädling?
Feucht / trocken, heiss / kalt, innen / aussen, hell / dunkel, Nahrungsquelle...
Wird die Umgebung für eine Bekämpfungsmassnahme miteinbezogen?
Je nach Art des Objektes und dem umgebenden Umfeld müssen unterschiedliche Verfahren und
Schutzmassnahmen ergriffen werden. Beispiele: Lebensmittelbetrieb mit Bioprodukten (BioSuisse Vorgaben, HACCP Zertifizierung, IFS = International Food Standard...) , Spital im
Stadtzentrum, Restaurant, Mühle an einem offenem Gewässer, Landwirtschaftsbetrieb, Altersheim
am Waldrand, Privatwohnung...
Werden Anwohner über bevorstehende Aktionen informiert?
Die Anwohner können sich entsprechend vorbereiten z.B Katzentürchen schliessen, Kinder unter
Kontrolle halten...
Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Bekämpfungen:
Wird bei einem festgestellten Befall die weitere Umgebung ebenfalls untersucht?
--> lokaler oder umfassender Befall?
Beispiel: Bei einem Schabenbefall in einem Mehrfamilienhaus sollten auch umliegende
Wohnungen auf Befall untersucht werden.
Werden die Brutgebiete identifiziert?
--> innen, aussen, Ritzen, Zwischenböden, Kabelschächte, Abzüge, Lebensmittel...
Werden mögliche Befallsursachen vor einer Behandlung identifiziert?
Beispiele:
Feuchtigkeit, bauliche Mängel, Nahrungsquellen, Schlupfwinkel
passive Einschleppung (Lieferanten, Mitarbeiter, Nahrungsmittel...)
Schäden am Gebäude, Lüftungen, Wasserleitungen oder Isolationen
Aus unmittelbarer Umgebung (Grünanlagen, Bäckerei, Bach..)
Unangemessene Temperatur und/oder Feuchtigkeit evt mit Schimmel?
Hygienische Schwachstellen? (Reinigung, Vogelnester, Abfall...)
Fehler im Produktionsablauf?
Falsche Lagerung?
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2. Fragen zur Behandlungsmethode
Werden alternative Behandlungsmöglichkeiten ohne Chemie berücksichtigt?
Beispiele:
Mechanische/ bauliche, hygienische oder organisatorische Massnahmen:
verhindern des Eindringens z.B Wareneingangskontrolle
Entfernung der Nahrungsquellen: Sammelbehälter, Entsorgungssystem
Reinigung, Enfernung von Brutmöglichkeiten, Deckung nehmen...
Lebendfallen
Bekämpfung mit physikalisch wirkenden Methoden:
Temperatur- (bei geeigneten Räumen) und/oder Feuchtigkeitsregulation,
Dehydrierende Stäube z.B Produkte auf Kieselsäurebasis
(Lichtfallen z.B UV-Elektrofallen)
biologische Bekämpfung
z.B Bacillus thuringiensis, räuberische Nematoden, parasitierende Insekten z.B Erzwespe,
Katzen, Förderung natürlicher Feinde
Fragen zur Bekämpfung mit Chemikalien
Die definitive Auswahl einer Bekämpfungsmethode ist die Kernkompetenz eines
Schädlingsbekämpfers und verlangt professionnelles Fachwissen.
Welche Kriterien zur Auswahl der Wirkstoffgruppe und des Produktes (Formulierung) werden
angewendet?
Einige Auswahlkriterien: siehe Beilage 2, Seite 8
Die Wirksamkeit eines Produktes allein ist keine hinreichende Begründung.
Welche Kriterien werden für die Wahl der Ausbringungsart angewendet?
Einige Auswahlkriterien: siehe Beilage 3, Seite 12
Die Wahl muss dem gewählten Produkt und der jeweiligen Umgebung des Befalls angepasst
sein.
Wird ein Behandlungsplan erstellt?
Von aussen nach innen, Räume, Schlupfwinkel (Liftschächte, Lüftungen, Stromverteiler,
Energiekanäle)
Nager: Werden die Anzahl Köder und Stationen nummeriert und in einem Plan
eingezeichnet? --> Wichtig für die Nachkontrolle und Reinigung
Berechnung der notwendigen Produktmenge:
Werden Herstellerangaben und Sicherheitsdatenblatt berücksichtigt?
Wird die zu behandelnde Oberfläche (m 2) berechnet? --> Bei Sprühtechniken, Stäube
Wird das zu behandelnde Raumvolumen (m 3) berechnet? --> Bei Vernebelungen, Begasung
Wird die Ausbringleistung eines Gerätes pro Zeiteinheit (Tröpfchengrösse, Düse) beachtet?
Sind MAK und Rückstandsgrenzwerte nach FIV (Fremd und Inhaltsstoffverordnung) bekannt?
Weitere Fragen zu den Schutzmassnahmen (STOPN - Konzept): Siehe Checkliste
Fragen zur Notfallorganisation / Erste Hilfe: Siehe Checkliste.
Vorbereitung von Örtlichkeiten:
Wird abgesperrt und / oder das Behandlungsgebiet markiert?
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Wird gereinigt? (--> Beeinträchtigung der Wirksamkeit / Wirkdauer von Produkten...)
Werden Küchenschränke, Pflanzen, Lebensmittel, Aquarien, Maschienen u.a allenfalls entfernt
oder abgedeckt?
Werden Zündquellen entfernt und / oder die Energie abgeschaltet (Gasherd, Boiler...)
Begasungen: Ist sichergestellt, dass das Gas nicht ungewollt in andere Räume gelangen kann?
Äussere Bedingungen bei Behandlungsdurchführung:
Werden die äusseren Bedingungen wie Wind- und Windrichtung (--> Abdrift), Temperatur,
Feuchtigkeit (--> Haltbarkeit von Produkten, Geruchsbelästigung) berücksichtigt?
3. Fragestellungen zur Nachsorge/ Prophylaxe
Fragen zur Entsorgung von Produkteresten / Gebinden und zur Reinigung:
Wird das Wasch / Spülwasser zurückgehalten, neutralisiert...?
Wird Restprodukt bis zur Entsorgung an einem sicheren Ort aufbewahrt?
Werden unter Berücksichtigung einer gewollten Residualwirkung (--> Langzeitwirksamkeit)
unnötige Produktrückstände entfernt z.B Köderboxen eingesammelt oder Stäube aufgenommen?
Präventive Massnahmen / Kundenberatung und Schulung:
Werden Präventionsmassnahmen zur Verhinderung eines erneuten Befalls mit den Kunden
diskutiert?
Beispiele für Präventivmassnahmen:
bauliche Massnahmen z.B:
Schlupflöcher dichten, Insektengitter, Streifenvorhänge, senkrechte Leitungen, keine
Risse/Spalten resp. glatte Fassadenoberflächen, angepasste Baumaterialien und
Kabelschächte, Entfernung unnötiger Lichtquellen.
Verhinderung von stehendem Wasser, auch kleinste Mengen.
Präventive Massnahmen bei geplanten Neubauten (Biozidsperren, Materialien...).
Hygiene und fortpflanzungsbehindernde Massnahmen z.B.:
Bruttätigkeit verhindern und Brutstätten entsorgen
z.B Ritzen verschliessen, Vogelhäuser, Pflanztöpfe, Gartengestrüpp entfernen
Reinigung von Haustieren und waschen von Hundekissen u.ä
Holz lasieren, lackieren (Verhinderung der Eiablage), Feuerholz aussen lagern
Entzug der Nahrungsgrundlage z.B
Abfallbehälter verschliessen, Misthaufen abdecken resp. entfernen
Entsorgen von schlechten Lebensmitteln (Milben/ Vorratsschädlinge)
Deckung nehmen (Vegetation) z.B Büsche oder Efeu entfernen
Klimakontrolle (Temperatur und/oder Feuchtigkeitsregulierung) z.B
Lüften --> Luftfeuchtigkeit z.B < 50%,
heizen oder kühlen
Lagertemperatur korrigieren
Organisatorische Massnahmen
Regelmässige Lagerkontrolle/ Inspektion (--> Monitoring, Serviceverträge)
Eingangskontrollen beim Wareneingang
Wechseln / Waschen (70°C) von Kleidung / Bettwäsche (Läuse, Milben)
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B. Arbeitsdokumentation: Beispiel
Schädlingsbekämpferbetrieb:
Verantwortlicher Schädlingsbekämpfer:
Weitere Teammitglieder:
Datum Kundenanfrage:
Kundenangaben:
Betriebsadresse:
Tel:
Fax:
Email:
Versicherungsschutz:
Zertifizierung(en), Spezielles:
Bekämpfungs- oder Kontrolldatum:
Verantwortliche Person:
Funktion:
Angaben zur Inspektion vor Ort:
Festgestellte(r) Schädling(e):
Art der Schlupfwinkel:
Art des befallenen Objektes:
z.B Privathaus, Lebensmittelbetrieb, Art des Gewerbebetriebs:
Lager für:
Ausmass des Befalls, befallene Örtlichkeiten:
Fläche oder Volumen des Objektes:
Umgebung des Objektes:
z.B Industrie, Kindergarten, Altersheim...
Vermutete Befallsursache:
Besprochene Vorbereitungsaufgaben des Kunden:
Angaben zur Bekämpfungsmethodik
Mechanische/ bauliche Massnahmen:
Organisatorische Massnahmen:
Thermische Bekämpfung
Temperatur °C:
Einsatzdauer:
Biologische Bekämpfung mit:
Biozid- oder Pflanzenschutzmitteleinsatz:
Behandlungsdauer:
Begründung für Methodenwahl (evt. Verweis auf separate Dokumentation):
Angaben zum eingesetzten Produkt:
Produktname:
Formulierung:
z.B Gebrauchsfertige Lösung, Konzentrat, Emulsion, Spray, microverkapselt...
Enthaltene Wirkstoffe:
Zu beachtende MAK, BAT, FIV-Grenzwerte:
Dosierung:
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Zulassungsnummer BAG (Biozide):
Zulassungsnummer BLW (Pflanzenschutzmittel):
Gründe für Produktauswahl und Formulierungsart (evt. Verweis auf separate Dokumentation):
Ausbringungsart:
Maschinelle oder manuelle Ausbringung?
Gerätetyp und Zubehör:
Begründung der Wahl (evt. Verweis auf separate Dokumentation):
Ergriffene Schutz und Sicherheitsmassnahmen:
Art der persönliche Schutzausrüstung:
Art der Schutzmassnahmen für die Umgebung (Personen, Umwelt, Absperrung):
Lüftungzeit:
Wartezeit bis Freigabe:
Art der Entsorgung:
Nachkontrolle (ja/nein):
Datum:
Empfohlene Massnahmen zur Prävention / Kundenberatung/ Schulung:
Kontrolle der Umsetzung der Empfehlungen (j/n):
Beobachtung und Verbesserungsvorschläge (j/n):
Unterschrift verantwortlicher Schädlingsbekämpfer:
Literatur und Quellennachweis
-
Ausbildungsunterlagen des Verbandes schweizerischer Schädlingsbekämpfer (VSS) zum Erwerb
der Fachbewilligung im Bereich der Schädlingsbekämpfung
-
European Pest control Manual der CEPA, Ausgabe September 2005
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Kampagne Schädlingsbekämpfung und Fachbewilligung
Ergänzende Fragen zur Checkliste für den Vollzug
Beilage 1:
Arten von Schädlingen / Lästlingen
Je nach Blickwinkel, können diese Ordnungen auch als Nützlinge gelten...
Arthropoden/ Gliedertiere (Stamm)
- Hexapoda (Überklasse) Insekten/ Insecta (Klasse) mit den Ordnungen
Blattodea: Schaben --> Nachtaktiv / lichtscheu
Hymenoptera (Hautflügler): Wespen, Ameisen (z.B Pharaoameise), Bienen...
Isoptera: Termiten (sind auf dem Vormarsch...)
Diptera (Zweiflügler): Fliegen und Stech-/ (Culicidae) Mücken
Lepidoptera (Schmetterlinge): Motten, Prozessionsspinner
Hemiptera (Schnabelkerfe): Bettwanzen (Cimex), Wanzen (z.B Feuerwanze) und Blattläuse
Psocoptera (Staubläuse): Staub- (bei Schimmel), Holz- und Bücherläuse (keine "Läuse")
--> trockene, warme Stellen, Haus (Vorräte), Nester
Phthiraptera (Tierläuse): Unterordnungen:
Anoplura: Kopf, Kleider, Filzläuse;
Mallophaga ("Wollfresser"): Fiederlinge / Haarlinge
Siphonaptera (Flöhe): Flöhe z.B Katzenfloh
Zygentoma (Fischchen): z.B. Silberfischchen --> Schäden: Tapeten, Textilien, Mehl, Brot
Coleoptera (Käfer): z.B Pelz-, Speck- Teppich- Rüsselkäfer...
- Arachnida (Spinnentiere / Oktopoda):
Ordnungen:
Milben (Acari) z.B. Vogel- / Herbstmilbe und Zecken z.B Holzbock, Tauben-, Hundezecke
Spinnen (Araneae) z.B Mauerspinne
Skorpione
- Crustaceae (Schalentiere): Asseln (Isopoda), Krebse
- Myriapoda: Tausendfüsser
- Chilopoda: Hundertfüsser (z.B gemeiner Steinläufer)
- Dermaptera: Ohrwürmer (z.B. gemeiner Ohrwurm) --> warme Stellen: Steine, Häuser, Sand
Vorratsschädlinge:
Milben z.B. Mehl, Käse, Moder, Backobstmilbe
Motten z.B. Dörrobst-, Speicher-, tropische Speicher-, Mehlmotte --> Larven
Fleischfliegen z.B Gold- resp Schmeissfliegen
Fruchtfliegen
Käfer: Korn- Reis- Brot-, versch. Reismehl- (Triboliumarten), Mehl-, Speck- (Verpuppung im Holz)
Speisebohnen- Getreideplatt- Erdnussplatt- Tabakkäfer.
Landwirtschaft/ Pflanzenschädlinge: Rüsselkäferarten (Curculionidae)
Schaben
Materialschädlinge:
Lepidoptera: Kleider- Pelz- Samenmotten
Coleoptera: Teppich-, Australischer Teppich-, Pelz-, Speckkäfer
Holzzerstörende Insekten
Totholz: gewöhnlicher Nagekäfer "Holzwurm" , Hausbock, Splintholzkäfer, Totenuhr.
Feucht, Frischholzinsekten: Bockkäfer, Borkenkäfer, Holzwespen
Nager: Ratten, Mäuse, Wühlmäuse... Insektenfresser: Haus-Spitzmaus
Vögel: Tauben, Spatzen...
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Kampagne Schädlingsbekämpfung und Fachbewilligung
Ergänzende Fragen zur Checkliste für den Vollzug
Beilage 2:
Wahl der Wirkstoffgruppe und des Produktes (Formulierung)
Ist das Produkt (Wirkstoff) für das Umfeld und die Schädlingsart zugelassen?
Zulassung als Biozid z.B. Insektizid, Rodentizid oder Holzschutzmittel vorhanden?
Zulassung als Pflanzenschutzmittel (Vorratsschutz, Garteneinsatz...) vorhanden?
Ist die Wirkung spezifisch für den Zielorganismus?
Schonen von natürlichen Feinden, Nachhaltigkeit...
Wurde eine Risikoabschätzung gemacht?
Bei welchen Produkten ist das Gefahrenpotential für den Anwender und das Umfeld möglichst
gering? Wurde überlegt, ob sicherere Alternativen bei gleicher Wirksamkeit verfügbar sind?
Ist bekannt, wie ein Produkt allgemein wirkt?
Körperoberfläche (Kontaktgift), Verdauungsorgane (Frassgift), Atmungsorgane (Produkte mit
hohem Dampfdruck)...
Ist bekannt, welche Wechselwirkungen mit Materialien (Schäden) auftreten können?
Lösungsmittel oder wasserbasierte Formulierungen?
--> verschiedene Lösungseigenschaften z.B. für Farben, Schmutz, Fugenmaterial, eher
höheres Schadenpotential bei Formulierungen mit organischen Lösungsmitteln.
Unterschiedliches Verhalten von Lacken, Suspensionen, mikroverkapselten Produkten etc.
Oberflächeneigenschaften von Behandlungsobjekten:
Porosität --> Einfluss auf Eindringtiefe, Wirkdauer, Reinigung / Dekontamination
Material --> Korrosionsprobleme, Flecken?
Wie ist die Wirksamkeit einer Formulierung bei verschmutzten Oberflächen (Staub...)
--> Meist geringere Wirksamkeit und eher sichtbare Rückstände / Flecken.
Sind die Reinigungs- oder Dekontaminationsarbeiten, die nach einem Einsatz durchgeführt werden
müssen bekannt?
Wie gut ist die Lagerfähigkeit?
Von gebrauchsfertigen oder konzentrierten Formulierungen --> Wirksamkeit?
von Restbrühe?
Wie stabil ist das Produkt im gebrauchsfertigen Zustand?
Lichtempfindlichkeit?
Temperaturempfindlichkeit?
Feuchtigkeit?
Welche Wirkdauer hat ein Produkt?
Wann braucht es Langzeitwirksamkeit (Residualwirkung), wann nur eine kurze Wirkdauer?
Welche finanziellen Verpflichtungen können bei Verwendung von Produkten auftreten?
z.B. VOC Abgabe (Volatile Organic Compound)
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Wirkstoffgruppen und Wirkstoffe, Beispiele
Insektizide:
Organophosphate (Phosphorsäureester)
Wirkweise: Cholinesterasehemmer (Acetylcholin als Signalübertrager zwischen den Synapsen
wird nicht abgebaut, was zu einer Überreizung der Nerven resp., einer unkontrollierten
Muskelbewegung führt)
Produktbeispiele: Dichlorvos (DDVP), Malathion, Fenitrothion...
Eigenschaften: Kumulationseffekte, meist Kontaktgifte,
Sinnvoller Einsatz: in allen Situationen, in denen Langzeitwirkung erforderlich ist oder bei
pyretroidresistenten Schädlingen
Carbamate
Wirkweise: Cholinesterasehemmer
Produktbeispiele: Propoxur, Bendiocarb.
Sinnvoller Einsatz: Alternative zu Organophosphaten
Pyrethroide
Wirkweise: Wirkung auf Transportmechanismen (Na/K-Kanäle) in der Zellmembran. Dies führt wie
bei den Cholinesterasehemmern zu Fehlern in der Signalübertragung.
Sinnvoller Einsatz: Situationen, in denen eine schnelle Initialwirkung (Knock-Down Effekt)
erforderlich ist und auf geringe Humantoxizität Wert gelegt wird (Wohnbereich!). Bei
Organophosphat Resistenz
Naturpyrethrum
--> Mischung aus Pyrethrin, Jasmolin, Cinerin
Pyrethrumvarianten wirken als Repellent
Synthetische Varianten ( = Pyrethroide):
lichtinstabil: Allethrin, Tetramethrin, Resmethrin, Phenothrin...
Lichtstabil, lange Wirkdauer:
Permethrin, Deltamethrin (--> Hautschutz), Cypermethrin, Cyfluthrin
Kurze Wirkung: Bioallethrin, Bioresmethrin
Weitere pflanzliche Insektizide: Neem Extrakt, Nikotin, Rotenon
Hydramethylnon (Köder):
Wirkweise: auf Zellatmung (Mitochondrien)
Produktbeispiel: Maxforce (Gelköder mit Lockstoff), Amdro
Frassgift gegen Pharaoameisen / Argentinische Ameise, Schaben
Akarizide
Produkte: Benzylbenzoat, Organophosphate, Pyrethroide
Anorganische Verbindungen:
Borsäure (Staub)
Silica Gel, Diatomeen Erde --> physikalische Wirkung
geringe Humantoxizität
Wachstumsregulatoren:
--> Hormonelle Insektizide z.B Pyriproxyfen, Fenoxycarb --> Wirkung als Juvenilhormonanaloge
--> Häutungsbeschleunigung --> Insekten bleiben klein
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Chitin Synthese Hemmer:
Verhindern das Larvenwachstums, Verpuppung und Häutung
z.B. Diflubenzuron, Novaluron
Pheromone --> Befallserhebung/ Monitoring
Rodentizide
Akutgifte:
werden heute kaum mehr eingesetzt, da zu gefährlich
Antikoagulantien:
Verhindern die Bildung von Prothrombin durch Einwirkung auf die Vit. K-Reduktase. Antidot bei
Vergiftungen: Vit. K1.
Bsp: Difenacoum, Brodifacoum, Warfarin, Defethialon
Repellentien
z.B Diethyl-m-toluamid (DEET) und auch Pyrethrumvarianten, KIK, Anti-Brumm, Taubenwehr
Begasungsmittel:
Phosphin (PH3 --> Produkte: Phostoxin, Polytannol),
SO2F2 (Profume)
CO2
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Beilage 3
Angaben zur Wahl der Ausbringungsart und des Gerätes
A) Beschreibung der Ausbringungsarten
Spray:
Für Raumbehandlung, kleine Volumina, Mehrfachsprühung oder "one shot", Aerosol
Zu beachtende Eigenschaft: Druckgaspackungen sind meist brandgefährlich (Treibgase)
Spritzen / Sprühen:
eher für kleine Flächen, Ritzen oder Hohlräume
Wahl der Düsen / Art des Sprühstrahls muss an örtliche Gegebenheit angepasst sein:
Ritzen, Spalten: eher schmaler Sprühstrahl / Sprühwinkel. Oberflächen: breiterer Sprühwinkel
Spritz-, Sprüh- oder Nebelmitteleinsatz: Möglichst gute Reinigung vorher, da die Wirksamkeit der
Mittel erhöht und sichtbare Rückstände vermieden werden können.
Produkte oft mit geringer Wirkstoffkonzentration
Ausbringung z.B. mit Druckbehälter (Handpumpe): Tragbare / manuelle / maschinelle
Sprühgeräte
Vernebeln (ULV = Ultra low Volume, kalt, heiss)
Umfassende Oberflächenbehandlung in grossen Räumen resp. Volumina, Bekämpfung von
fliegenden Insekten, kurze Wirkzeit da Sedimentation und kein Depot --> z.B. Motten, Milben
Im Vorratsschutz, Wein und Obstbau (--> kein Biozideinsatz)
Elektrovernebler: Kalt- und ULV (= Ultra low Volume) Vernebelung.
Heissvernebler: kleinere Tröpfchen --> bessere Verteilung und grössere Höhe als Kaltvernebelung
ULV-Kaltvernebelung mit Ventilator: ähnliche Ausbringcharakteristik wie bei Heissvernebelung
Pulver / Puder / Verstäubung
Oberflächen, schwer zugängliche Hohlräume z.B Zwischenböden, Nistplätze von Insekten
z.B bei Wespen, Ameisen, Motten, Milben, Crack + Crevice (Spalten und Ritzen) Behandlung
Langzeitwirksamkeit
Ausbringung mit Handzerstäuber oder Pressluft- resp. Elektrogeräte
Mikroverkapselte Produkte:
= Meist konz. Wirkstoff in Mikrokapseln --> Langzeitoptimierung: Wirkstoff wird langsam
freigesetzt --> geringere Akuttoxizität und Umweltgefahr als bei gleicher Menge
unverkapseltem Wirkstoff
Lacken:
Oberflächenbehandlung, Langzeitwirkung
Dekontamination evt. schwierig
Ausbringung: Pinsel, Druckpistole
Einsatz selten: für kleine und schlecht zugängliche Bereiche z.B innerhalb von Maschienen
Injektionen / Imprägnierung
Holzschutz
Lange Wirkung
Köder mit / ohne Köderbox
Fest-, flüssig oder Gelköder
Gefahr der Verschleppung, Verschmutzung von Köder --> verlangt Kontrollen
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11/12
Dampf freisetzend
z.B. Mottenstrips (Monitoring)
Begasung (PH3, SO2F2, CO2)
Vorratsschutz, Kulturgüter
Verlangt spezielle Vorsicht und Ausbildung (Fachbewilligung für Begasungsmitteleinsatz)
Pelletspender oder Platten für PH3
Mechanische Bekämpfungsmittel
Leim, Elektrisch, Drähte, Netze, Feindattrappen...
Fallen: regelmässig Prüfung und Reinigung / Auswechslung
Fragen zur Ausbringungsart:
Sind hinsichtlich der Ausbringungsart und des Produktes die Risiken für den Anwender und die
Umgebung bekannt?
z.B. Vergiftungsgefahr, Unverträglichkeiten oder Allergien
Brandgefahr (Lösungsmittel / Sprays / Verbrennung / Entzündung an Auspuffrohren / Elektrizität)
Umweltgefahren
Gibt es Probleme mit Sedimentation oder Entmischung (Emulsionen, Mikroverkapselung), die zu
veränderter Wirksamkeit oder Ausbringproblemen (Düsen, Maschienen) führen?
Ist eine Verschleppungsgefahr von Produkt und Kontamination der Umgebung gegeben?
Welche Dekontaminationsmethode / Reingung muss gewählt werden?
B) Fragen zu den Ausbringgeräten:
Eigenschaften von Ausbringgeräten, die einem Bekämpfer bekannt sein sollten:
Reichweite, Ausbringrate (Tröpfchengrösse / Art der Düse und des Pestizids, Druck)
Gibt es Lärmbelastung? --> Problem bei Vernebelungsgeräten --> Ohrenschutz
Gibt es Geruchsbelästigung? z.B Heissvernebelung --> Benzindämpfe
Wie muss das Gerät gelagert werden?
Welche Wartung muss durchgeführt werden?
Kabel, Dichtungen, Schläuche, Düsen, Motoren?
Art der Reinigung?
Welche Reinigungsmittel sind geeignet? Verstopfungsprobleme?
Werden Deklarierungen und / oder Zertifizierung des Gerätes / der Geräteteile und Materialien
beachtet?
Gibt es Probleme mit Korrosion?
Weshalb wird in einer bestimmten Situation eine bestimmtes Ausbringerät gewählt?
Welche Schlupfwinkel können erreicht werden?
Spraydosen --> eher kleine Räume
Tragbare / manuelle / maschinelle Sprühgeräte --> für Ritzen oder unzugängliche Räume
Motorsprayer --> grosse Flächen, offenen Räume,
Elektrovernebler (Kalt- und ULV Vernebelung) --> grosse Raumvolumina
Heissvernebler --> eher grosse Raumvolumina, umfassende Oberflächenbehandlung
Puderzerstäuber: Hand, Pressluft, Elektrogeräte --> unzugängliche (Hohl)Räume
Mechanische Bekämpfungsmittel (Fallen, Leim, elektrisch, Drähte, Netze, Feindattrappen)
Köderboxen (Nager) --> Unerreichbarkeit des Köders für nicht Zielorganismen geprüft?
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