Tracheotomie /Koniotomie

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Klinische Bezüge
Tracheotomie /Koniotomie
Indikation
 längerfristig kontrollierte Beatmung notwendig
 Sicherung der Atemwege
 Operation des Larynx
 Notfalltracheotomie: Verlegung der Atemwege
Einteilung und Ort des Eingriffs
 Koniotomie : Notfalltracheotomie ; Inzisur zwischen Cart. cricoidea u. Cart. thyroidea
 Obere/Hohe Tracheotomie : Inzisur zwischen 2. und 3. Trachealspange
 Untere/Tiefe Tracheotomie : Inzisur zwischen 4. und 5. Trachealspange
Durchführung
a) Koniotomie
 Hautinzisur (ca. 0.8 – 1cm breiter Querschnitt) zwischen Ring – und Schildknorpel
 Querdurchtrennung des Lig. Conicum (etwa 0.5 mm unter der Haut)
b/c) Tracheotomie
 Hautinzisur
 Eröffnung der Trachea
 Anlage eines Tracheostomas
 Vorsichtiges Einführen des Trachealtubus mit Ballon, nicht zu tief, da sonst Gefahr
des Abrutschens in linken oder rechten Hauptbronchus besteht => nur eine Seite
durchlüftet
 Fixierung des Tubus
Chronisch – obstruktive Atemwegserkrankungen
engl.: Chronic obstructive pulmonary disease (COPD), Chronic obstructive lung disease
(COLD)
Definition
Unter diesem Begriff werden chronische (obstruktive) Bronchitis und Lungenemphysem
zusammengefasst.
 Bronchien sind verengt
Ursachen
Atemwegsbelastung durch
 Rauchen
 Schadstoffexposition (giftige Gase, Staub)
Symptome
 Atemnot (Dyspnoe) häufig bei Belastung
 Husten (chronisch)
 Auswurf (weiß)
Komplikationen
 Notfall : Versagen der Atempumpe (Atemmuskulatur) => paradoxe Atmung
 Rechtsherzinsuffizienz: erhöhter Blutdruck in der Lungenarterie => Herz muss mit mehr
Druck pumpen => Überbelastung
 Chronisches Cor pulmonale
Herzinsuffizienz (s. auch Kardiologie – Vorlesung)
Definition – Einteilung – Ursache
 Pumpschwäche des Herzens als Folge verschiedener Herzkrankheiten
 Organismus wird unzureichend mit Blutvolumen versorgt
 Einteilung nach der bevorzugt betroffenen Herzhälfte in Links - , Rechts-, und
Globalherzinsuffizienz
 Häufigste Ursache : Koronare Herzkrankheit (KHK)
Linksherzinsuffizienz (Funktionsstörung des linken Ventrikels):
 Stauung des Blutes im Vorhof
 Rückstauung von Flüssigkeit in der Lunge (Alveolarbereich)
 Symptome : Luftnot /mögliche Folge : akutes Lungenödem
Rechtsherzinsuffizienz (Funktionsstörung des rechten Ventrikels):
 Blutstau vor dem rechten Herz
 Wassereinlagerungen im Bereich der Knöchel und Schienbeine
 Weitere Folgen : Halsvenenstauung/in bestimmten Organen gesteigerte venöse
Blutfüllung
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Definition
 durch Verengung oder Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße hervorgerufene
Mangeldurchblutung des Herzmuskels
Ursachen
 Angina pectoris (AP) : mögliches Symptom des Herzinfarkts, ausgelöst durch eine
Koronarinsuffizienz und das dadurch entstehende Missverhältnis von Sauerstoffbedarf u.
Sauerstoffangebot
 Herzinfarkt : Durch den Verschluss (selten : nur durch unvollständige Stenose) eines oder
mehrerer Herzkranzgefäße ausgelöste Mangeldurchblutung des Herzmuskelgewebes, die zum
Absterben desselben führt (Myokardnekrose). Ursache für den Verschluss sind meist die
Ausbildung einer Thrombose (intravasale Blutgerinnung ) oder arteriosklerotische
Ablagerungen.
Herzklappenfehler
Übersicht über die Herzklappen
rechtes Herz
 Valva tricuspidalis (Trikusspidalklappe)
 Valva trunci pulmonalis
(Pulmonalklappe)
linkes Herz
 Valva mitralis (Mitralklappe)
 Valva aortae (Aortenklappe)
1)Herzklappeninsuffizienz
Problem : unvollständiger Verschluss der Herzklappen
Auswirkungen und körperliche Reaktionen
 Blut fließt zurück in die Vorhöfe / in die Kammern
 Pendelblut
 Dilatation : Gewebeerweiterung des Vorhofs bzw. der Kammer ; z.B. Links – Ventrikel –
Dilatation
 Hypertrophie : Muskelaufbau als Anpassung an physiolog. Mehrbelastung
Nach einiger Zeit
 O2 - Minderversorgung des zusätzlich aufgebauten Muskelgewebes
 Blut kann nicht mehr vollständig aus Kammer/Vorhof gepumpt werden
Komplikationen
 Herzinsuffizienz, z.B. Linksherzinsuffizienz
 Rückstauungen von Blut (in der Lunge) => Ödeme
 Atemnot, rasches Ermüden
2) Herzklappenstenose – Verengung der Klappenöffnung
a, Mitralklappenstenose
 Verwachsung der Klappensegel
 ungenügendes Öffnungsvermögen der Klappe
 Behinderung des Blutflusses in den linken Ventrikel
 erhöhte Leistung des linken Vorhofs notwendig
Körperliche Reaktionen
 Herzmuskelhypertrophie
 Dilatation im Bereich des Vorhofs
Nach einiger Zeit
 O2 – Mangel
 Pumpenwirkung des Vorhofs erschöpft
 Blutstau vor der Mitralklappe, über Lungenvenen bis in die Lunge möglich
 Verlangsamter Blutfluss in Lunge
 erschwerte O2- Aufnahme
 Anstieg des Drucks im Lungenkreislauf
 Fortsetzung des Drucks in rechte Herzkammer
 Dilatation im Bereich der rechten Herzkammer
 Herzmuskelhypertrophie
 O2 – Mangel
Komplikationen
 Rechtsherzinsuffizienz
 Blutrückstau im rechten Vorhof
 periphere Ödeme
b, Aortenstenose (häufigste Klappenerkrankung)
Definition - Ursachen
 Einengung der linksventrikulären Ausflussbahn im Bereich der Aortenklappe
 Ursachen
 Endokarditis
 Degenerativ – sklerotische Klappenveränderungen (im Alter am häufigsten)
Folge





Verengung der Klappenöffnung zwischen linker Herzkammer und Aorta
Druckerhöhung in der linken Herzkammer, Druckgradient zwischen Kammer u. Aorta
Herzmuskelhypertrophie
Dilatation => O2 – Mangel
Abnahme des Schlagvolumens
 Linksherzinsuffizienz
Lungenemphysem
Definition - Einteilung
 krankhafte Überblähung der Lunge
 Einteilung in akutes u. chronisches Lungenemphysem
Merkmal
Akutes Lungenemphysem
rückbildungsfähige
Problem
Lungenblähung infolge einer
Verengung der kleinen Bronchien
nach einem Asthmaanfall
Ursachen
Symptome
Patiententypen
(Übergänge zwischen
beiden Typen möglich)
Diagnose
Therapie
Komplikationen
Chronisches Lungenemphysem
Ungleichgewicht zwischen
aggressiven und schützenden
Enzymen in den Alveolen
 1 – Proteinase – Inhibitor
Mangel
 angeborener Enzymdefekt : ca. 1- 2 % der Patienten
 erworben:
 Tabakmissbrauch (Inaktivierung des 1 - Proteinase
Inhibitors
 berufsbedingt
- Fremdkörper – Reaktion
Vorstufe: chronische
- chemische Reize
Bronchitis
- hohe Druckbelastung
 Leistungsminderung & Atemnot
 Husten & Auswurf
„Pink Puffer“ („rosa Keuder“)
 schwere Atemnot mit niedrigem O2 – Gehalt, Reizhusten
 respiratorische Insuffizienz
„Blue Bloater“
 eher übergewichtiger Patient, geringe Luftnot, häufig Husten mit
Auswurf
 Rechtsherzinsuffizienz
 Anamnese
 Röntgen => Emphysemzeichen
 Lungenfunktionstest
 Bronchospasmolytika
 Stärkung der Atemmuskulatur
 Substitutionstherapie mit 1 - Proteinase – Inhibitor
 Lungentransplantation
 Spontanpneumothorax
 Infektionen der Luftwege
 Pulmonale Hypertonie
Pneumothorax
Definition - Unterscheidung
 Unter Pneumothorax versteht man eine Ansammlung von Luft im Pleuraspalt, also
zwischen beiden Schichten des Lungenfells. Dadurch kommt es zu einem teilweisen
oder kompletten Kollaps des Lungenflügels.
 Unterscheidung : Spontanpneumothorax, Traumatischer – u. Spannungspneumothorax
Spontanpneumothorax
1) Idiopathischer Spontanpneumothorax (80% bei Männern)
 Betroffene : schlanke, hochgewachsene Männer < 40 Jahre
 Häufigste Ursache: Platzen einiger Alveolen
2) Symptomatischer Spontanpneumothorax (selten):
 Betroffene: Menschen im mittleren bis höheren Alter
 Folge von chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (z.B. Asthma, Lungenabszess,
Emphysem, Tbc, Karzinom)
Traumatischer Pneumothorax (nach Unfällen/medizinischen Eingriffen)
1) offener Pneumothorax:
 Brustwandverletzung
 Verbindung zwischen Außenluft und Pleuraspalt
2) geschlossener Pneumothorax:
 kurzfristige Verbindung des Pleuraspalts zur Außenluft oder
 Lungenverletzung
Spannungspneumothorax:
 Durch Ventilmechanismus rasch zunehmende Luftansammlung mit
Mediastinalverlagerung und Schockgefahr infolge Gefäßkompression
 lebensbedrohlich !
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