doc - Landeskrankenhaus Bregenz

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Herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Kindes
Liebe Eltern,
Ihr Kind ist nun geboren, und wir möchten Ihnen mit vielen Tipps und
Empfehlungen zur Seite stehen.
Ihr Muki-Team vom LKHB
Aus Liebe zum Leben
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Inhaltsangabe:
Die ersten Tage Ihres Babies ……………………...
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Babypflege…………………………………………
Seite 5
Ernährung………………………………………….
Seite 6 - 7
Stillen………………………………………………
Seite 8 - 10
 Stillpositionen………………………………..
Seite 11 - 13
 Hygiene der Brust……………………………
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Pumpen…………………………………………….
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Entleeren der Brust von Hand……………………..
Seite 15
Alternative Fütterungsmethoden…………………..
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Blähungen…………………………………………
Seite 17 – 18
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Liebe Eltern !
Ihr Kind ist geboren, es muss sich jetzt sehr schnell auf das Leben außerhalb des
Mutterleibs umstellen und selbstständig viele Funktionen steuern können:
Atmung, Temperaturregulation, Ernährung und vieles andere. Diese kurze
Phase, die normalerweise innerhalb weniger Tage automatisch abläuft, kann
aber sehr störungsanfällig sein, deshalb haben wir verschiedene Kontrollen
eingebaut, um Ihrem Baby einen optimalen Start ins neue Leben zu
ermöglichen.
Unmittelbar nach der Geburt erfolgt mit Wärmeschutz ein erster Kontakt mit
Mutter und Vater, dabei wird Ihr Kind von Hebamme und Arzt genau
beobachtet. Bei operativen Geburten (Kaiserschnitt, Saugglocke) und bei
kleinen frühgeborenen Kindern betreut ein Kinderarzt Ihr Kind während der
ersten Minuten (Atemwege freimachen durch Absaugen von Schleim und
Fruchtwasser, kurze Sauerstoffgabe, Wärmeschutz und erster medizinischer
Check), danach erhalten Sie es. Frühgeburten und kleine Neugeborene unter 2,5
kg sowie kranke Neugeborene erfordern eine besondere Behandlung und werden
anschließend auf die Neonatologie verlegt.
Vor dem Verlassen des Kreißsaals erfolgt eine Überwachung durch die
Hebamme (Atmung, Herzschlag, Temperatur, Auffälligkeiten). Ihr Kind hat
jetzt, nach 1 bis 2 Stunden, die wichtigste Umstellung auf das Leben außerhalb
der Mutter schon geschafft.
Auf der Mutter-Kind-Station erfolgt eine Aufnahmeuntersuchung durch die
Schwester, eine Blutzuckermessung sowie eine orale Vitamin-K-Gabe
(Konakion, diese wird am dritten Tag wiederholt).
Am Morgen nach der Geburt ist die erste kinderärztliche Untersuchung, der
Kinderarzt/die Kinderärztin besucht Sie danach und teilt Ihnen das Ergebnis mit.
In den folgenden Tagen sind einige Vorsorgeuntersuchungen geplant:
Hüftultraschall (Mo-Mi-Fr etwa 8 Uhr 30) (bei Auffälligkeiten Nachricht
durch den Kinderarzt).
Hörtest (ab dem dritten Tag, das Kind soll satt und müde sein)
eine Blutabnahme zum Ausschluss von angeborenen Stoffwechselerkrankungen (nach dem zweiten Tag, Ihr Kind sollte schon gut trinken).
Jeden Dienstag und Freitag um 10 Uhr 20 halten die Kinderärzte einen Vortrag
Gemeinsam gegen den plötzlichen Kindstod. Wir freuen uns auf Ihr Kommen
(Frauen1, Mehrzweckraum).
Am Tag vor der Entlassung (10 Uhr) ist im Beisein der Mutter die Abschlussuntersuchung des Kindes durch den Kinderarzt. Wichtige Befunde sowie die
Ernährung des Kindes werden nochmals besprochen. Jetzt ist nochmals Zeit, alle
wichtigen Fragen zu stellen.
Die erste Mutter-Kind-Pass Untersuchung sollte bei Ihrem Kinder/Hausarzt
im Alter von 4 – 6 Wochen durchgeführt werden.
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Wir empfehlen ihnen in den ersten Lebensmonaten für die Pflege ihres
Babys:
1. Sanfte Reinigung

durch tägliches Bad mit Wasser ( 37° C), Dauer max. 5 -10 min
Als abendliches beruhigendes Ritual vor der Abendmahlzeit
Für stark trockene Haut ein rückfettendes Bad oder Mandelöl als Pflege
für den ganzen Körper (dünn auftragen)
2. Pflege
 Calendula Babycreme (Weleda) für die Popflege
Vermeiden sie festes Rubbeln mit dem Waschlappen (keine mech.
Irritation)!
* evtl. Einmaltücher (Rolle)
Ein gesunder Säugling benötigt keine Seife
* Zum Entfernen von Stuhlresten ist Mandelöl süß am Besten
Öle und Creme bitte sauber halten
3. Nabelpflege
 den Nabel 2x tägl. mit sterilen Tupfern und Isozid-H Tinktur reinigen
und mit Baneocin Puder behandeln, bis er ganz trocken ist (ca. 10 Tage)
Der Nabel kann zu Hause während des Heilungsprozesses etwas
nachbluten.
* Isozid-H Tinktur
* sterile Tupfer
* Baneocin Puder (Rezept)
4. Nagelpflege
Das erste Kürzen der Fingernägel sollte mit einer Babynagelschere
erfolgen, sobald die Nägel deutlich vor gewachsen sind.
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Säuglingsernährung
Für gesunde reife Neugeborene ist Muttermilch die beste und natürlichste
Ernährung. Wir bemühen uns deshalb, alle Mütter zu einem erfolgreichen Stillen
zu bringen und haben deshalb eine ausführliche Anleitung beigefügt.
Bis der Milcheinschuss erfolgt ist, benötigen einzelne Kinder zusätzlich
Flüssigkeit (Tee) oder Anfangsnahrung, um diese wenigen Tage zu
überbrücken. Im Krankenhaus verwenden wir dafür Primergen, eine spezielle
Säuglingsnahrung für die ersten Lebenstage, die außerhalb nicht erhältlich ist.
Sollte die Muttermilch nicht ausreichen, kann eine volladaptierte (der
Muttermilch weitgehend angepasste) Säuglingsnahrung verwendet werden.
Diese Nahrungen haben im Namen die Bezeichnung PRE, also xy – Nahrung
PRE.
In Allergikerfamilien (Mutter oder Vater mit: Heuschnupfen, Asthma,
Neurodermitis) kann die Anlage zum Auftreten einer Allergie weitervererbt
werden, hier empfehlen wir Ihnen als Allergieprophylaxe natürlich Muttermilch,
bei künstlicher Ernährung aber eine hypoantigene (HA) Säuglingsnahrung für
die ersten 6 Monate. Diese Nahrungen haben im Namen die Bezeichnung PRE
und HA, also xy – Name HA PRE.
Im Idealfall sollte 6 Monate voll gestillt werden, ab dann ist eine Beikost
erforderlich.
Wichtig ist die Vitamin D3 Prophylaxe: bei der Entlassung erhalten Sie ein
Rezept für Oleovit D3 (1 Tropfen täglich) oder Supradyn junior (3x5 Tropfen
täglich, früherer Name Elevit).
Wann braucht ein gestillter Säugling vermehrt Flüssigkeit oder zusätzlich Tee:
- in den ersten Lebenstagen
- an heißen Sommertagen
- bei hohem Fieber oder bei stärkerem Durchfall,
das heißt mit anderen Worten: ein gesunder Säugling hat – neben der
Muttermilch - keinen zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf in den ersten 6
Lebensmonaten.
Wo bekomme ich nach der Entlassung Rat oder Hilfe?
 nach einem Monat ist bei Ihrem Kinderarzt die erste Mutter-Kind-Pass
Untersuchung vorgesehen. Sollte es vorher medizinische Probleme geben,
wenden Sie sich an ihn.
 Stillberatung: in Bregenz im Eltern-Kind-Zentrum in der Braike (Frau Gabi
Kainz), Telefon 0650-7845536 – dort erhalten Sie auch Adressen anderer
Laktationsberaterinnen.
 Stillberatung: beim AKS (Arbeitskreis für Vorsorgemedizin) ist eine StillHotline geplant.
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 Mutterberatung und Säuglingsfürsorge: Öffnungszeiten im Gemeindeamt
erfragen.
 Nachbetreuung durch Hebammen: wenn Sie spätestens am 4. Tag nach der
Geburt nach Hause gehen, können Sie Hausbesuche einer frei
praktizierenden Hebamme in Anspruch nehmen (Frau Evi Lerch, Hard,
0699-104 96 324, die Ihnen auch gerne andere Hebammen sagt, oder
www.hebammen.at).
Wir haben aus dem großen zur Verfügung stehenden Angebot bewusst nur
einige Namen herausgenommen, dies soll keine Wertung sein, weitere Adressen
erfahren Sie gerne bei uns:
Mutter-Kind-Station im Landeskrankenhaus Bregenz, 05574-401-1340.
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STILLEN
1. FRÜHER BEGINN
-
Legen sie ihr Baby nach der Geburt so früh wie möglich an die Brust, denn es ist der
unvergessliche Beginn einer innigen zwischenmenschlichen Beziehung. Dabei
bekommt es das wertvolle
Kolostrum (Vormilch)
-
wird in den ersten Tagen gebildet
beugt Krankheiten beim Baby vor
hilft Mekonium (1. Stuhlgang ) auszuscheiden und beugt so Neugeborenengelbsucht
vor
stillt Babys Hunger und Durst ausreichend
Sie können bei uns das „24 Stunden Rooming-in“ in Anspruch nehmen (Baby bleibt rund
um die Uhr bei der Mutter). So lernen sie den Rhythmus ihres Babys tags und nachts über
kennen und bekommen für zu Hause mehr Sicherheit.
2. DAS ANLEGEN
- Sitzen oder liegen sie bequem und entspannt, die Brust wird im „C-Griff“ (Daumen
-
-
oben – vier Finger unten) angeboten
Kissen sind hilfreich, dass das Baby während der Mahlzeit von der Brust nicht
abrutscht.
Der Säugling muss mit dem ganzen Körper der Mutter zugewandt sein (Bauch an
Bauch), damit er den Kopf nicht drehen muss, um die Brust zu erfassen. Ohr,
Schulter und Hüfte des Kindes sollten in einer Linie sein.
Die Brustwarze liegt in der Höhe des kindlichen Mundes.
Reizen sie die Lippen ihres Babys mit ihrer Brustwarze von oben nach unten und
motivieren es so, seinen Mund ganz weit (wie zum Gähnen) zu öffnen.
Das Baby schnell an die Brust bringen
Nase, Wange und Kinn berühren fast die Brust
Stellen sie sicher, dass ein großer Teil des Warzenvorhofes in Babys Mund ist und
die Lippen nach außen gestülpt sind
Schmerzfreies Stillen ist ein Anzeichen dafür, dass das Baby korrekt angelegt
ist.
Unterbrechen sie den Saugschluss, bevor sie das Baby von der Brust nehmen (einen
Finger in den Mundwinkel des Babys schieben)
3. WIE OFT STILLEN
-
mindestens 8 –12 mal in 24 Stunden brauchen Babys eine Stillmahlzeit.
Häufiges Stillen fördert die Milchproduktion und längere Abstände zwischen den
Stillmahlzeiten vermindert die Milchmenge
-
IHR BABY, NICHT DIE UHR ZEIGT IHNEN, WANN ES ZEIT
ZUM STILLEN IST!!!
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4. WIE LANGE STILLEN
-
Sie stillen solange das Baby mag, danach lassen sie es aufstoßen und bieten ihm
nochmals die Brust an. (es bekommt den „Nachtisch“)
Durchschnittliche Stilldauer 20 – 40 Minuten
5. MILCHSPENDEREFLEX (Beginn des Milchflusses)
Folgende Reaktionen können Anzeichen für einen gut funktionierenden Milchspendereflex
sein:
Nachwehen und vermehrt auftretender Wochenfluss (während der ersten Tage nach
der Geburt.
Ein prickelndes oder schmerzhaftes Gefühl in der Brust
Aus der anderen Brust tropft Milch
Ein Wechsel im Saug- Schluck- Rhythmus des Kindes, vom schnellen zum
langsamen Saugen mit regelmäßigem Schlucken
Schlucken
Im Mundwinkel des Babys sichtbar werdende Milch
Ein Gefühl der Entspannung bei der Mutter
Durstgefühl der Mutter
6. WUNDE BRUSTWARZEN
- Denken sie dran: Richtiges Anlegen ist entscheidend zur Vorbeugung
wunder Brustwarzen!
- Die Ursache wunder Brustwarzen muss ergründet und behoben
werden!
-
Stillen sie während der Heilungsphase kürzer aber häufiger
Bieten sie die weniger wunde Brustwarze zuerst an
Vermeiden sie luftundurchlässiges Material an der Brust (verwenden sie
Brustwarzenschoner statt Stilleinlagen)
Benutzen sie beim Waschen der Brust nur Wasser
Lassen sie Licht und Luft an ihre Brust, so oft es geht
Unterbrechen sie mit ihrem Finger den Saugschluss, bevor sie ihr Baby von der Brust
nehmen
7. GENUG MILCH
-
In den ersten Wochen (nach dem Milcheinschuss) zeigen 6 – 8 nasse Windeln und
mindestens 2 Stuhlwindeln pro Tag, dass ihr Baby genug Milch bekommt
Ab der 6. Woche kann der Stuhlgang seltener werden (manchmal bis zu 10 Tagen
kein Stuhlgang)
8. ZUVIEL MILCH
-
Stillen sie nur an einer Seite pro Stillmahlzeit
Wenn ihr Baby kurz nach dem Stillen noch Hunger hat, bieten sie ihm noch einmal
die gleiche Seite an.
Stillen gegen die Schwerkraft kann den Milchfluss verlangsamen (das Baby liegt auf
der Brust)
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9. SCHMERZHAFTE ODER SEHR VOLLE BRUST
-
warme Duschen oder warme Umschläge vor dem Stillen helfen
streichen sie vor dem Stillen etwas Milch aus , um das Ansaugen zu erleichtern
(Handentleerung)
stillen sie häufig
achten sie auf die Anlegetechnik
10. WACHSTUMSSCHHÜBE
-
Manchmal möchte ihr Baby häufiger trinken, dadurch wird bei einem
Wachstumsschub die Milchmenge gesteigert.
Dies geschieht im Alter von ca. 3 Wochen, 6 Wochen, 3 Monaten und 6 Monaten.
Wenn sie ihrem Baby beim Wachstumsschub zusätzlich das Fläschchen geben
- dann saugt das Baby an der Brust weniger oft
- dann wird weniger Muttermilch gebildet
- dann ist ihr Baby hungriger
- dann wird die Mutter unsicher
- dann bekommt das Baby wieder ein Fläschchen
- daraus fließt die Milch die Nahrung schneller
- dann ist das Baby länger satt
- dann saugt das Baby an der Brust weniger oft usw..........
11. IST MEINE MILCH ZU WÄSSRIG
keinesfalls !
- Die Zusammensetzung ihrer Milch verändert sich während einer
Stillmahlzeit und auch während der Tageszeit
Vordermilch ist wässriger, um den Durst ihres Babys zu löschen.
Hintermilch ist fetthaltiger und kalorienreicher, um seinen Hunger zu stillen und das
Baby nimmt besser zu
12. DAS SCHLÄFRIGE BABY - was können sie tun
-
wecken: Strampelhose ausziehen, Windeln wechseln oder Füßchen massieren
Stillposition wechseln ( im Rückengriff anlegen)
viel Haut- und Körperkontakt
13. DAS UNRUHIGE BABY - mögliche Ursachen
-
das Kind hat Hunger
abendliche Unruhephase
Wachstumsschub
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14. STILLPOSITIONEN
Durch das Wechseln der verschiedenen Stillpositionen – Wiegengriff, Rückengriff und Stillen
im Liegen – verteilt sich die Belastung der Brustwarze beim Stillen auf unterschiedliche
Bereiche. Jede Mutter sollte diese Positionen anwenden, da dadurch wunde Brustwarzen und
in weiterer Folge Milchstau vermieden werden können. Auch für das Baby ist es einfacher, in
einer guten Haltung zu trinken und zu gedeihen.
Wiegengriff:
Der Wiegengriff ist eine weit verbreitete Stillhaltung. Hierbei sitzt die Mutter, bequem durch
Kissen (Rücken, Arm evtl. auch Knie) gestützt, in einem geräumigen Sessel, auf einer Couch
oder im Bett. Die Mutter hält das Baby sicher in ihrem Arm, sein Kopf ruht auf ihrem
Unterarm oder in ihrer Ellenbeuge, je nach dem, was ihr angenehmer ist. Sein Rücken wird
von ihrem Unterarm gestützt, und ihre Hand hält den Oberschenkel oder den Po des Babys.
Das Baby befindet sich in Seitenlage, die Knie eng an die Mutter herangezogen. Es sollte die
Brust erfassen, ohne den Kopf drehen zu müssen. Sein Ohr, seine Schulter und seine Hüfte
bilden eine gerade Linie. Der untere Arm des Babys liegt entweder unter der Brust der Mutter
oder um ihre Taille, je nachdem, was einfacher oder bequemer ist.
Rückengriff:
Das Baby ist der Mutter zugewandt, sein Körper liegt seitlich von ihr unter ihrem Arm. Der
Po des Babys ruht auf einem Kissen in der Nähe des Ellenbogens der Mutter. Die Hüften des
Babys sind an der Rückenlehne des Stuhls, Sofas oder beim Sitzen im Bett an die Wand
gelehnt. Der obere Teil seines Rückens liegt parallel zum Unterarm der Mutter, die seinen
Hinterkopf mit ihrer Hand stützt. Der Rückengriff stellt eine Position dar, Baby gut zu
beobachten und seinen Kopf besser zu kontrollieren. Der Rückengriff eignet sich gut bei
Müttern mit großen Brüsten, bei Flach oder Hohlwarzen und beim Stillen nach einem
Kaiserschnitt. Er hat sich auch bei Babys bewährt, die Schwierigkeiten haben, das Trinken an
der Brust zu lernen ( schläfrige und saugschwache Babys sowie Frühgeborene ).
Stillen im Liegen:
In der seitlichen Stillhaltung liegt die Mutter auf ihrer Körperseite - gut gestützt von Kissen.
Das Baby liegt auf der Seite, der Mutter zugewandt, mit dem Rücken gegen den Arm der
Mutter und die Knie eng an die Mutter geschmiegt. Damit das Baby während des Stillens auf
der Seite liegen bleibt, wird ihm ein zusammengerolltes Badetuch, eine Decke oder ein
kleines Kissen hinter den Rücken gelegt. In der Seitenlage kann die Mutter ausruhen oder
schlafen während sie ihr Baby stillt.
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14. Stillpositionen
Durch das Wechseln der verschiedenen Stillpositionen – Wiegengriff,
Rückengriff und Stillen im Liegen – verteilt sich die Belastung der Brustwarze
beim Stillen auf unterschiedliche Bereiche. Jede Mutter sollte diese Positionen
anwenden, da dadurch wunde Brustwarzen und in weiterer Folge Milchstau
vermieden werden können. Auch für das Baby ist es einfacher, in einer guten
Haltung zu trinken und zu gedeihen.
Wiegengriff:
Der Wiegengriff ist eine weit verbreitete
Stillhaltung. Hierbei sitzt die Mutter,
bequem durch Kissen (Rücken, Arm evtl.
auch Knie) gestützt, in einem geräumigen
Sessel, auf einer Couch oder im Bett. Die
Mutter hält das Baby sicher in ihrem Arm,
sein Kopf ruht auf ihrem Unterarm oder in
ihrer Ellenbeuge, je nach dem, was ihr
angenehmer ist. Sein Rücken wird von
ihrem Unterarm gestützt, und ihre Hand hält
den Oberschenkel oder den Po des Babys.
Das Baby befindet sich in Seitenlage, die
Knie eng an die Mutter herangezogen. Es
sollte die Brust erfassen, ohne den Kopf
drehen zu müssen. Sein Ohr, seine Schulter
und seine Hüfte bilden eine gerade Linie.
Der untere Arm des Babys liegt entweder unter der Brust der Mutter oder um
ihre Taille, je nachdem, was einfacher oder bequemer ist.
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Rückengriff:
Das Baby ist der Mutter
zugewandt, sein Körper
liegt seitlich von ihr unter
ihrem Arm. Der Po des
Babys ruht auf einem
Kissen in der Nähe des
Ellenbogens der Mutter. Die
Hüften des Babys sind an
der Rückenlehne des Stuhls,
Sofas oder beim Sitzen im
Bett an die Wand gelehnt.
Der obere Teil seines
Rückens liegt parallel zum
Unterarm der Mutter, die seinen Hinterkopf mit ihrer Hand stützt. Der
Rückengriff stellt eine Position dar, Baby gut zu beobachten und seinen Kopf
besser zu kontrollieren. Der Rückengriff eignet sich gut bei Müttern mit großen
Brüsten, bei Flach oder Hohlwarzen und beim Stillen nach einem Kaiserschnitt.
Er hat sich auch bei Babys bewährt, die Schwierigkeiten haben, das Trinken an
der Brust zu lernen (schläfrige und saugschwache Babys sowie Frühgeborene).
Stillen im Liegen:
In der seitlichen Stillhaltung liegt die Mutter
auf ihrer Körperseite - gut gestützt von
Kissen. Das Baby liegt auf der Seite, der
Mutter zugewandt, mit dem Rücken gegen
den Arm der Mutter und die Knie eng an die
Mutter geschmiegt. Damit das Baby während
des Stillens auf der Seite liegen bleibt, wird
ihm ein zusammengerolltes Badetuch, eine
Decke oder ein kleines Kissen hinter den
Rücken gelegt. In der Seitenlage kann die
Mutter ausruhen oder schlafen während sie
ihr Baby stillt.
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15. RICHTIGE HYGIENE DER BRUST UND BRUSTWARZEN
Vor jedem Stillen Hände mit Wasser und Seife waschen oder ein
Desinfektionsmittel verwenden.
Wie schon in der Schwangerschaft, sollen Brust und Brustwarzen nur mit klarem Wasser
gewaschen werden. Keine Körpermilch nach dem Duschen für die Brust verwenden.
Nach dem Stillen soll das Milch – Speichel – Gemisch auf der Brustwarze antrocknen. Einige
Tropfen Muttermilch werden abgedrückt und auf der Brustwarze und dem Brustwarzenhof
gut verteilt und luftgetrocknet.
Gut sind Stilleinlagen aus Wolle oder Seide (keine Plastikeinlagen). Die Stilleinlagen sollten,
sobald sie nass sind, gewechselt werden.
Stilleinlagen nur auf einer sauberen Unterlage ablegen.
16. DAS PUMPEN
Hygienemaßnahmen
-
-
Duschen sie täglich ohne Verwendung von Reinigungsmitteln und Körperlotion für
die Brust
Waschen sie die Hände vor dem Pumpen mit Wasser und Seife, zum Abtrocknen
immer ein frisches persönliches Handtuch verwenden
Reinigen sie das Pumpset nach dem Gebrauch zuerst mit kaltem und dann mit heißem
Wasser.
.Im Krankenhaus bekommen sie jeden Tag ein frisches Pumpset. Zu Hause genügt
einmal täglich die gründliche Reinigung im Geschirrspüler bei 65° Celsius, oder
gründliches Reinigen und 5 Minuten auskochen.
Bewahren sie anschließend das Pumpset trocken und sauber auf
Auslösen des Milchspendereflexes (MSR)
-
Anwesenheit des Babys, wenn das nicht möglich ist, ein Foto
entspannte angenehme Atmosphäre
beruhigende Musik, Wasserplätschern
warme Umschläge
Brustmassage
Pumpen zur Anregung der Milchproduktion
-
-
Pumpen Sie 2-3 stündlich tagsüber und mindestens 1 mal in der Nacht
Um die Milchmenge zu steigern pumpen Sie abwechselnd
o rechte Brust 7 Minuten
linke Brust 7 Minuten
o
5 Minuten
5 Minuten
o
3 Minuten
3 Minuten
achten Sie während des Pumpens darauf, dass die Brustwarze in der Mitte des
Ansatztrichters ist
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Aufbewahrung der Muttermilch
-
-
im Kühlschrank(4 –6°C) ist die Muttermilch 72 Stunden haltbar, Fläschchen immer
mit Datum und Uhrzeit versehen.
Bei Zimmertemperatur hält die Muttermilch 6 bis 8 Stunden
Für längerfristige Aufbewahrung stellen sie die Milch gleich nach dem Abpumpen für
2 Stunden in den Kühlschrank und dann können sie sie bei 18°C einfrieren (6 Monate
haltbar)
Tiefgefrorene Muttermilch tauen Sie am besten über Nacht im Kühlschrank oder bei
Raumtemperatur auf (nie in der Mikrowelle)
Aufgetaute Milch kann im Kühlschrank gelagert werden und sollte innerhalb von 12
Stunden aufgebraucht werden.
Reste erwärmter Muttermilch verwerfen Sie bitte
17. ENTLEEREN DER BRUST MIT DER HAND
Das Entleeren der Brust von Hand sollten Sie kennen, damit Sie sich bei einer vollen Brust
schnell selbst helfen können.
Die häufigsten Anwendungsgebiete sind:
- gestaute Brust: etwas Entleeren im Bereich des Vorhofes erleichtert dem Baby das
Anlegen
- Trennung vom Säugling: Gewinnung der Milch für das Kind
- Das Kind kann wegen einer Erkrankung nicht an der Brust trinken: Entlastung der
Brust und Aufrechterhaltung der Milchproduktion
Zum Entleeren der Brust ahmt man mit den Fingern die wellenförmige Zungenbewegung
nach, mit der der Säugling trinkt.
Dazu nimmt man die Brust in die Hand, Daumen und Zeigefinger formen ein „C“ und liegen
ca. 2 –3 cm hinter der Brustwarze.
- Nun wird die Brust leicht angehoben,
- Daumen und Finger drücken etwas in Richtung Brustkorb
- und werden anschließend mit leichtem Druck (darf nicht weh tun) nach vorne zur
Brustwarze geführt, ohne auf der Haut zu rutschen.
- Danach loslassen, bis die Brust nur noch locker von der Hand gehalten wird
- Finger und Daumen gehen in die Ausgangsposition, 2 – 3 cm, hinter der Brustwarze
zurück
- Das Loslassen ist wichtig, damit die Milchreservoire sich wieder nachfüllen können.
- Nun beginnt man wieder von vorn, die Entleerung muss so rhythmisch sein, wie ein
Baby auch trinken würde.
- Sobald der Milchfluss an dieser Stelle versiegt, muss die Hand um die Brust
verschoben werden, um alle Milchreservoire zu erreichen.
- Mit etwas Übung ist diese Methode genauso hygienisch und effektiv wie eine
elektrische Milchpumpe.
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18. KURZINFORMATION ÜBER ALTERNATIVE
FÜTTERUNGSMETHODEN
Falls sie ihr Kind vorübergehend zufüttern müssen, besteht die Möglichkeit, anstatt mit der
Flasche, sich mit folgenden Methoden zu behelfen.
FINGERFÜTTERUNG
- bei schwierigem Anlegen oder falschem Saugen
- Saugtraining wird ermöglicht
- Jede Mama kann es leicht lernen
- Vorsicht: nicht bei Hohl- oder Flachwarzen anwenden
BECHER- UND LÖFFELFÜTTERUNG
- bei schwierigem Anlegen oder vorübergehender Brustverweigerung
- verstärkt das Saugbedürfnis an der Brust
- braucht etwas Übung in der Handhabung
BRUSTERNÄHRUNGSSET
- bei geringer Milchmenge
- bei verspäteter ausreichender Milchmenge
- bei saugschwachen Babys ohne Saugproblemen
- regt zum Saugen an – Baby bleibt an der Brust – regt die Milchbildung an
- Voraussetzung: das Baby zeigt ein korrektes Saugverhalten
Sollte eine dieser Fütterungsmethoden für Ihr Baby notwendig sein, bespricht das die
zuständige Schwester mit Ihnen und wird Sie auch in der Handhabung der Technik
genauestens unterweisen.
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Blähungen bei Neugeborenen
Der Begriff Blähungen bei Neugeborenen oder Dreimonatskoliken beschreibt
beim Baby keine konkrete Erkrankung, sondern eher einen Zustand. Babys mit
Dreimonatskoliken gedeihen gut, leiden aber an häufigen und manchmal
exzessiven Schreiattacken. Das Schreien tritt typischerweise abends auf. Es
beginnt in den ersten Lebensmonaten und endet im Alter von 3 – 5 Monaten,
daher der Name „Dreimonatskoliken“. Die Babys schreien im Durchschnitt an
mindestes 3 Tagen die Woche bis zu 3 Stunden. Es betrifft 10 – 20 Prozent aller
Babys.
Was sind die Ursachen für Dreimonatskoliken?
Trotz vieler Untersuchungen über insgesamt 40 Jahre ist die Ursache weiterhin
unklar. Im Moment geht man davon aus, dass es sich bei einem kleinen
Prozentsatz aller betroffenen Kinder um eine Verdauungsstörung und bei den
restlichen Kindern um eine Kombination von verschiedenen Ursachen handelt.
Hier spielen das eigene Temperament des Kindes, eine noch nicht ausreichend
ausgebildete Schlaf- Wach- Regulation und auch die Reaktion der Eltern auf die
Schreiphasen eine Rolle. Bei manchen Kindern bedeutet es auch einfach das
extreme Ende des altertypisch normalen Schreiens.
Die ersten 3 Lebensmonate sind für das Kind und die Eltern eine schwierige
Phase, Das Neugeborenen muss sich anpassen und viel Neues erlernen. Das
Schreien ist in dieser Zeit eines der wenigen Mittel zur Kommunikation. Die
Kinder schreien, wenn sie Hunger haben , sie Zuwendung brauchen, die Windel
voll ist, es ihnen zu kalt oder zu warm ist, die sich unwohl fühlen, es ihnen zu
dunkel oder zu hell ist oder es ihnen zu laut wird. Es gibt viele Ursachen, die ein
Schreien auslösen.
In diesen ersten Monaten entwickeln sich der Verdauungstrakt und die anderen
Organe des Babys weiter. 80 Prozent aller Neugeborenen haben Blähungen mit
lauten Darmgeräuschen, gewölbtem Bauch und Abgang von Winden. Die
meisten Babys sind davon wenig beeinträchtigt. Manche reagieren mit
Schreiphasen nach der Mahlzeit und bei ungefähr jedem 10. Kind äußert sich
dies in Form der Dreimonatskoliken. In seltenen Fällen kann dies Ausdruck
einer Kuhmilcheiweißallergie sein, selbst wenn die Kinder gestillt werden, oder
einer anderen Erkrankung des Darmes. Eine weitere Ursache kann ein
vermehrter Luft- oder Gasgehalt im Darm des Kindes sein. Trinken Babys sehr
hastig oder ist das Saugerloch der Flasche zu groß, dann verschlucken sie
übermäßig viel Luft. Stößt das Baby zuwenig oder gar keine Luft nach den
Mahlzeiten auf, gelangt diese weiter in den Darm und kann die Koliken
auslösen.
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Eine noch unzureichende Enzymaktivität im Darm zur Verdauung des
Milchzuckers (Lactose) bewirkt ebenfalls eine vermehrte Gasbildung im
Dickdarm des Säuglings.
Im Durchschnitt schreit jedes Neugeborene ungefähr 1 ½ Stunden täglich. Im
Alter von 2 Monaten dann bis zu 2 ½ Stunden jeden Tag. Ab dem Alter von 3
Monaten schreien die Babys ungefähr eine Stunde täglich.
Die Babypflege muss erst erlernt werden. Wird die Mutter oder der Vater dabei
nervös und unsicher, kann sich das auf das Kind übertragen. Die tägliche
Routine spielt sich erst über die ersten Monate ein.
Was sind Anzeichen für Dreimonatskoliken?





Es sind gut gedeihende und gesund aussehende Babys betroffen.
Sie treten nur in den ersten 3 – 5 Monaten auf.
Das Schreien ist oftmals schrill und kaum zu unterbrechen.
Die Kinder haben dabei häufig Blähungen mit vorgewölbtem Bauch und
Abgang von Winden. Sie ziehen immer wieder die Beine an und ballen
die Fäuste.
Die Attacken können zu jeder Tages- oder Nachtzeit auftreten. Gehäuft
kommen sie in den späteren Nachmittag- und Abendstunden vor.
Wie werden die Dreimonatskoliken behandelt?
Da unterschiedliche Faktoren die Koliken auslösen können, gibt es keine
konkrete Therapie, die allen Kindern hilft. Sie müssen hingegen die für ihr Kind
individuelle Behandlung herausfinden.
Hier einige Tipps: Normale Trinkmengen, sorgfältiges Aufstoßen lassen, die
richtige Fütterungstechnik helfen bei vielen Babies die Beschwerden zu lindern.
Stillende Mütter sollten auf blähende Nahrungsmittel wie Zwiebeln oder
Kohlgemüse verzichten und möglichst wenig Kuhmilch trinken.
Oft helfen den geplagten Kleinen auch entblähende Tropfen wie Sab oder
Flatulex (Schweiz).
Weiters gibt es Windeöle, z.B. von der Stadtapotheke Bregenz, die auf den
Bauch im Uhrzeigersinn aufgebracht werden.
Können Sie Dreimonatskoliken verhindern?
Nein, berücksichtigen Sie jedoch von Anfang an einige Tipps zum richtigen
Füttern und Umgang mit Ihrem Baby. Führen Sie schon bald nach der Geburt
einen geregelten Tagesablauf ein. Die Kinder brauchen die gleich bleibende
Routine, sie gibt ihnen Halt und Ruhe.
Seite 18
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