Fantasiereise zum Wald

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Projekt Schöpfung
Inhalt
Meditative Formen
A Fantasiereisen
1.
Fantasiereise zum Wald ............................................................. 2
2.
Gedankenreise zum eigenen persönlichen Raum ........................... 3
3.
Gedankenreise ‚Astronauten‘ ...................................................... 3
4.
Fantasiereise ‚Der Paradiesgarten‘ .............................................. 4
5.
Fantasiereise ‚Fantasiewald‘ ..................................................... 4
6.
‚Ein Baum erzählt‘ ..................................................................... 5
7.
Phantasiereise .............................. Error! Bookmark not defined.
8.
Baum ...................................................................................... 7
9.
‚Einmal ein Baum sein‘ .............................................................. 8
B Stilleübungen
10.
Meditative Betrachtung .............................................................. 9
11.
Wiese .....................................................................................10
12.
Baum .....................................................................................10
13.
Quelle ....................................................................................11
14.
Hand ......................................................................................11
15.
Blatt .......................................................................................12
16.
Hand und Blatt ........................................................................12
17.
Lebendig (Baumbetrachtung): .................................................13
18.
Knospender Zweig ...................................................................13
19.
Vom Sonnenlicht durchflutet .....................................................15
C Körperübungen
20.
Mein Platz ...............................................................................16
21.
Atem L2 Leben ..........................................................................
22.
ATEM .....................................................................................16
23.
Atem ......................................................................................16
24.
Stark wie ein Baum ..................................................................17
25.
Bäume im Wind .......................................................................18
26.
Bäume des Lebens ...................................................................18
D Sinneswahrnehmungen
27.
Mein Baum ..............................................................................19
28.
Baum blind abtasten ................................................................19
29.
Blinde Karawane ......................................................................19
30.
Spiegelbilder ...........................................................................20
31.
Fotograf und Kamera................................................................20
32.
Durchblicke .............................................................................20
33.
Erdfenster ...............................................................................20
34.
Baumtelefon ..........................................................................21
35.
Lautlose Pirsch ........................................................................21
36.
Hörkarte .................................................................................21
37.
Vogelstimmen im Chor .............................................................22
38.
Duftmuseum ...........................................................................22
39.
Dem Baumschicksal auf der Spur ...............................................22
40.
Sturmschaden .........................................................................23
1
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Meditative Formen
A Fantasiereisen
1.Fantasiereise zum Wald
Setz dich bequem, aber gerade hin. Deine Füsse berühren den Boden. Atme tief und
ruhig, in deinem Rhythmus ein und aus. Wenn du magst schliesse die Augen. Ich nehme
dich und deine Gedanken auf eine Reise mit. Eine Reise mit deiner Fantasie, mit deiner
Vorstellungskraft.
In Gedanken verlässt du das Klassenzimmer, gehst aus dem Schulgebäude und lässt das
Schulgelände hinter dir zurück. Du gehst immer weiter und plötzlich bist du am
Waldrand. Stell dir nun vor, wie gross, weit und spannend der Wald ist der vor dir liegt.
Es macht dich neugierig. Du gehst in den Wald hinein. Was mag da alles sein? Bäume,
Wurzeln, Sträucher, Moos, Tannzapfen, Scheiterbeigen. Kannst du die feine Waldluft
riechen?
Das Licht ist auch anders als draussen auf der Strasse. Siehst du die feinen
Sonnenstrahlen, die durch die Bäume fallen?
Hinter einem Gebüsch entdeckst du einen schmalen Weg. Du gehst auf ihm und spürst
die Steine unter deinen Füssen. Dann wird der Boden, der mit vielen Tannennadeln
übersät ist ganz weich. Du hüpfst darauf herum. Ab und zu bleibst du stehen und schaust
dich um, du schnupperst in der Luft!
Du gehst umher, bis du einen Platz entdeckst der dir besonders gefällt. Wie sieht er aus?
Wie ist dort das Licht, der Geruch? Wie der Boden? Weich, mit Moos bedeckt. Oder mit
Wurzeln bedeckt, knorrig und hart? Oder noch ganz anders? Welche Aussicht hast du von
deinem Platz aus?
Kannst du vielleicht sogar Tiere sehen?
Was hörst du? Erkennst du Geräusche, vielleicht das Plätschern von Wasser? – das
Rauschen der Blätter.
Setz dich hier still hin. Du merkst wie du dich wohl fühlen kannst. Präge dir deinen
Waldplatz gut ein.
Nach einer Weile wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Du verlässt den Platz und kehrst
zum Waldrand zurück. Jetzt kannst du auf dem bekannten Weg ins Klassenzimmer
zurückkehren. Wenn deine Gedanken hier angekommen sind kannst du dich gut
durchstrecken. Bewege Arme und Beine kräftig durch. Jetzt kannst du die Augen öffnen.
Arbeitsauftrag:
Geh zum Tisch und male, gestalte, zeichne deinen Lieblingsplatz im Wald.
Material:
Grosse Zeichenpapiere, Stifte, Neocolor, Farben je nach Möglichkeit
Zeit:
Fantasiereise: 5-10’
Gestalten: 10’-20’
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2. Gedankenreise zum eigenen persönlichen Raum
(mein Bett, mein Bereich, mein Zimmer)
Einstiege L1 Lebensraum_ Mst
Setz dich bequem hin, leg die Arme auf die Stuhllehne. Hör gut zu:
Geh in Gedanken aus dem Untizimmer, durch den Gang…..….. und zurück in den
Raum, in dem du am Morgen aufgewacht bist: in dein Zimmer, dorthin, wo du
schläfst, wo du spielst, wo du Musik hörst und wo du dich zurückziehst, wenn du
alleine sein willst. Du schaust die Möbel an, du schaust dich im Zimmer um. Du
siehst all das, was dir wichtig ist und was wertvoll ist für dich. Vielleicht teilst du
das Zimmer mit jemandem. Aber auch dann: Es ist dein Raum, dein Reich. Hier
bestimmst du, und hier hat nicht jeder Zutritt. Geniess einen Moment dieses
Gefühl.
(mit Worten zurückführen ins Zimmer, Hände zu Fäusten ballen und schütteln….)
Schüler äussern sich zu ihrem persönlichen Raum und zu den Fragen:
- Was ist dir wichtig?
- Was würdest du in deinem Zimmer nicht dulden, nicht ertragen, nicht
zulassen?
3. Gedankenreise ‚Astronauten‘ (L2 Leben _Mst)
Stell dir vor, du hörst über Funk ein Gespräch von Ausserirdischen mit, die voller
Verwunderung die Erde betrachten und die Lebewesen, die sie dort sehen:
Schau mal, diese blaue Kugel – unser Detektor schlägt aus: neuartige Elemente:
genannt Wasser, Erde, Luft, interessant – unser Hyperkantilosetektor analysiert
sie: h20, CO2, Stickstoff, Sauerstoff, eine lange Liste weiterer chem. Elemente ,
ein Gemisch von ………..
– merkwürdig und dann das, schau mal:
mir klirren die Gläser: da bewegt sich was, ich lach mich weich – so herzig,
niedlich, süss, putzig – eieiei, was sagt jetzt unser HKsetektor? Schau, er schlägt
aus:
Zusammensetzung:
- 70%Wasser
- eine unbekannte rote Flüssigkeit
- 15 kg Fett
- so etwas Faseriges, das sich zusammenziehen kann
Sonderbar, und das sollen diese süssen, putzigen kleinen Dinger, diese
Antennenzwerge beinhalten – wozu man die wohl gebrauchen kann? Da hats ja
noch mehr, das wimmelt ja geradezu von denen. Die kommen aus allen Löchern
raus…. Unglaublich!! Sind das Parasiten? Was haben sie für eine Funktion?
Warum krabbeln die bloss da unten rum? Schnell, ruft man den Professor!
3
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4. Der Paradiesgarten (L3 Paradies_Mst)
Setz dich so hin, dass du bequem sitzest. Stell die Füsse gut auf den Boden und atme tief
und ruhig durch. Stell dir vor, dass du diesen Raum jetzt verlässt......du gehst ............
und kommst zu einem wunderschönen Garten. Vorsichtig öffnest du das Gartentor und
trittst ein.
Du schaust dich um und staunst über die Schönheit, die sich dir zeigt.(Pause).
Du schaust auf die Farben, auf diese Palette von frischen und sanften, satten und
leuchtenden Farben, als hätte ein Maler es eben gemalt.
Jetzt achtest du auf die Formen: der Bäume, der Blumen, der Sträucher. Du hörst in der
Ferne einen Brunnen plätschern . Du hast Lust, dich noch mehr umzuschauen und auf
Entdeckungsreise zu gehen. Was du da alles Wunderbares siehst.
Du schaust dich um nach einem schönen Platz. Hier magst du einen Moment bleiben. Du
setzest dich hin. Du atmest in vollen Zügen die frische Luft. Du geniesst all das Schöne
um dich herum. Du nimmst es in dir auf und speicherst die Farben, die Vielfalt, all das
was dich beeindruckt wie in einer Kamera in dir.
Noch einmal atmest du tief durch und geniesst.
Nun ist es Zeit zurückzugehen. Du schaust dich nochmals um. Du stehst auf, du gehst
langsam den Weg wieder zurück, durch ..... zu.... (Rückführung)…..
Dein Bild vom schönen Garten nimmst du in Gedanken mit dir mit.
Du kommst jetzt wieder in den Raum zurück, öffnest die Augen, streckst und reckst dich
Du ballst und öffnest dreimal kräftig die Fäuste.
5. Fantasiereisen Fantasiewald
Während dieser Meditation wollen wir uns einen wunderschönen Phantansiewald
erträumen.
Einen wilden Wald mit vielen geheimnisvollen Pflanzen und rätselhaften Baumwesen.
Wenn du dazu bereit bist, lege dich auf den Rücken, schliesse deine Augen und stelle dir
Folgendesvor.
Du gehst ganz langsam durch einen dichten, grünen Wald.
Es ist ein wilder, wundersamer Wald, wie du ihn noch nie zuvor
gesehen hast.
Das Licht ist gedämpft; die Luft ist schwül und angefüllt mit
schweren Blütendüften. Es ist, als ob die Zeit stehen geblieben
wäre.
Der Wald scheint undurchdringlich zu sein. Ein Gewirr aus üppig
wucherndem Unterholz.
Du steigst über umgestürzte Baumstämme. Aus ihnen steigt ein
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modriger Geruch. Du suchst dir deinen Weg durch diesen eigenartigen Wald.
Mächtige Baumwesen breiten ein dichtes Laubdach über dir aus.
Aus dem Schatten ihrer dichten Kronen streben junge Schö sslinge
dem grünlich schimmernden Licht entgegen.
Die Blüten wunderschöner Sträucher duften herrlich. Kleine Insekten und winzige Vögel werden von ihnen angelockt.
Baumfarne wedeln mit ihren riesigen Blättern. Ein Bambus versperrt
dir den Weg. Du erkennst, hierhin setzt nur selten ein Mensch
seinen Fu ss. Langsam wanderst du weiter.
Junge Buchen stehen dicht an dicht. Eine kräftige Pinie spannt
darüber ihren Schirm. Wie ist das alles nur möglich?
Und es ist still. Nur die Blätter der Zitterpappel raunen und wispern
bei jedem Lufthauch. Sonst ist nichts zu hören. Nur Stille.
Du bist ein wenig müde geworden von deiner Wanderung.
Zwischen den blühenden Waldblumen suchst du dir ein weiches
Moospolster, auf das du dich legen kannst.
Du geme sst die Ruhe und den Frieden um dich herum. Du fühlst
dich wohl. Du schlie sst die Augen, ruhst dich aus, schläfst ein und
träumst. Du träumst ...
... von einem wilden Wald.
6.Ein Baum erzählt
Ich liege ganz bequem auf meiner Unterlage und schliesse meine Augen. Herrliche Ruhe
umgibt mich - ich bin ruhig und entspannt. Ganz schwer ist mein Körper, und der
Wunsch zu schlafen wird immer grösser und grösser. Ich bin müde und schwer – ganz
müde und schwer. Meine Augen sind geschlossen und ich atme die Ruhe - herrliche
Ruhe. Ich bin ruhig und tief entspannt. Ruhig und entspannt.
In diesem herrlichen Ruhezustand bin ich nun bereit, mit meiner Phantasie einen kleinen
Spaziergang zu machen. Ich gehe mit meiner Phantasie spazieren.
Ich stelle mir vor, es ist ein warmer Sommertag. Der Wind streichelt sanft meine Haut,
und die Vögel zwitschern fröhlich vor sich hin. Alles ist warm und harmonisch. Ich laufe
über eine bunte Blumenwiese am Waldrand. Vorbei an einem. Igel und an vielen Bienen,
die fleissig nach Blütennektar suchen. Ich gehe hinein in den Wald und komme nach
einiger Zeit zu einem grossen Baum, der mich magisch anzieht. Ich setze mich in seinen
Schatten und lehne mich an seinen starken Stamm. Ich schliesse meine Augen und lasse
meine Gedanken treiben.
„Hallo", sagt der Baum „was machst du denn hier?"
„Ich geniesse die Stille", antworte ich erstaunt, aber auch erfreut, „und du?"
„Ich bin immer hier." „Ist das nicht sehr einsam für dich?" frage ich den Baum.
„Einsam?" der Baum schüttelt leise seine Zweige. „Nein, einsam bin ich nicht. Ich bin ja
nie allein, alle meine Freunde sind hier, du musst dich nur umsehen."
Ich blicke mich um, kann aber niemanden entdecken.
„ Welche Freunde?" frage ich den Baum.
Der Baum, so scheint mir, lächelt mich an. „Überall sind sie, schau die Schnecke auf
meiner Rinde. Oder die Vögel auf meinen Zweigen, die mir ihre neuesten Lieder
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vorsingen. Und dort drüben, mein Freund, der Hase, oder die Raupe an meinem Stamm.
All dies sind meine Freunde und wir sehen uns jeden Tag."
Ich sehe, was er meint, und freue mich für ihn.
„Auch du musst nie alleine sein, du kannst immer zu mir herauskommen, denn ich bin
dein Freund wenn du magst." „Oh ja, das mag ich sehr gerne", sage ich, umarme meinen
Baum und drücke mich ganz fest an den Stamm.
Jetzt spüre ich die Kraft des Baumes in mich einströmen. Ein Gefühl, das ich noch nie
erlebt habe. Die Kraft der Natur strömt in mich hinein, jetzt spüre ich, dass auch ich ein
Teil der Natur bin. Ich bin ein Teil der Natur, und die Kraft der Natur ist in mir.
„ Danke, mein Freund" sage ich zu dem Baum und gehe langsam weiter.
Beim Zurückschauen sehe ich, wie der Baum mir zum Abschied mit den Zweigen zuwinkt.
Ich hebe meine Hand, winke zurück und rufe: „ Bald komme ich wieder. Tschüss mein
Freund!"
Und langsam komme ich zum Ende meiner Übung. Ich fühle mich frisch und erholt, recke
und strecke meine Arme und Beine, öffne meine Augen und bin wieder zurück im JETZT
und HIER.
7. Bäume
Wir gehen durch das Haus hindurch und betreten den Garten durch eine Tür, die ein Bild
von einem Baum mit einem Gesicht trägt. „Tor der Verwandlung" steht auf dem Rahmen.
Ich bin gespannt, was sich wohl jetzt verwandelt hat, aber als ich hinaustrete, muss ich
enttäuscht feststellen, dass alles ganz gleich aussieht, auch ich selber. Nein, etwas ist
doch anders: Die Bäume tragen alle Gesichter! Junge, glatte und ganz alte, verrunzelte.
Weibliche und männliche Züge kann ich erkennen. Jeder Baum sieht anders aus.
(Einige Minuten Stille)
Da mache ich mich auf den Weg in diesen Wald und will gerade am ersten Baum vorbeigehen. „ Hey,hey“, grüsst man heute nicht mehr, fragt mich der Baum irritiert und hält
mich mit seinen Zweigen fest. „So eilig heute? Keine Zeit für ein Schwätzchen?", fragt er
enttäuscht. Ich bin ein wenig sprachlos, aber dann sage ich doch: „ Aber sicher habe ich
Zeit für Sie, Herr Baum.“,,Kastanie, Kuno Kastanie", stellt sich der Baum vor. „ Sag
einfach Kuno zu mir." „ Gerne", antworte ich und stelle mich auch vor.
„ Wie geht es dir, Kuno?", frage ich ihn. „Gut, gut, danke der Nachfrage", fängt Kuno an
zu reden, und dann hört er fast nicht mehr auf. „Aber einigen von meinen Artgenossen
geht es ja so schlecht. Immer mehr Bäume werden umgehauen, einfach abgeholzt! Und
wir Kastanien müssen oft in euren stinkenden Städten leben, wo man vor lauter Abgasen
fast keine Luft bekommt!
(Einige Sekunden Stille)
Und meine Brüder im Regenwald in Südamerika! Dort holzen sie uns ab, als wenn es
Urwald ohne Ende auf der Erde gäbe! (Einige Sekunden Stille)
Ach, und der Regen! Der schmeckt uns gar nicht mehr so gut wie früher! Wenn der nur
nicht so sauer wäre! Da wird man ja selber ganz sauer und schlecht gelaunt!"
(Einige Sekunden Stille)
Mitfühlend schaue ich den Baum an. „Ich weiss ja auch nicht, was ich tun kann", sage
ich hilflos. „Ich bin doch kein Multimillionär, der alles Land aufkaufen und die Bäume
retten kann."
,,Natürlich nicht", brummt Kuno, „ das erwartet ja auch keiner von dir. Aber einsetzen
könntest du dich schon ein bisschen für uns. Es gibt ja solche Organisationen, die uns
helfen, nicht wahr?" „Ja, ich kenne die schon", gebe ich zu. „Also, dann informier dich
wenigstens über unsere Situation", meint Kuno streng. „ Mir ist es ja auch nicht egal, wie
es dir geht. Ich wollte dich schon die ganze Zeit über fragen, wie es dir geht", sagt er,
aber dann redet er so schnell weiter, dass ich wieder gar nicht zu Wort komme.
(Einige Sekunden Stille)
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„Und überhaupt: so ein Schwätzchen mit einem alten Baum, das tut einem doch gut!
Kommt ja so selten vor, dass die Menschen mit uns reden. Früher, ja, da konnten das
einige noch sehr gut. Und die Leute hatten auch noch viel mehr Zeit. Aber ich sage dir:
Glücklicher sind die Menschen deswegen heute nicht. Sie sollten wieder mehr mit uns
Pflanzen reden, glaub mir." Und als Kuno jetzt gerade eine Pause macht, sage ich ganz
schnell: „ Danke vielmals für das interessante Gespräch, Kuno, aber jetzt muss ich mich
doch wieder verabschieden."
(Einige Sekunden Stille)
Dann kehre ich um und gehe zum Haus der Stille zurück. Ich betrete das Haus durch die
Baumtür und gehe durch das Haus zurück zum Ausgang.
8. Fantasiereise Baum (Lektion 6 Baum _Mst)
Anleitung:
Alle Kinder setzen sich so an einen Tisch, dass jedes genug Platz um sich herum hat
oder: sie legen den Kopf auf die Arme über die Stuhllehne. Wer mag, kann die Augen
schliessen.
Heranführung (Reise in Gedanken – innere Bilder hervorholen).
Stell dir eine Landschaft mit einem Bach und einer Wiese vor. In der Erde, in der Nähe des Baches, wächst ein kleiner Baum.Er ist gerade aus der Erde herausgekommen.Langsam wächst der Baum heran.Seine Wurzeln breiten sich aus. Der Stamm wird kräftiger. Auch seine Äste wachsen in die Höhe und in die Breite.Der Baum erlebt Wind und Regen, Sonne und Kälte.Die Wurzeln wachsen tief in die Erde und nehmen viel Platz ein.Der Baum steht fest verwurzelt da.Der Stamm wird stärker, die Krone bildet sich aus.Der Baum wächst - Jahr um Jahr, er erlebt verschiedene Jahreszeiten.Er ist gross geworden. Seine Wurzeln reichen bis zum Grundwasser, tief in
die Erde hinein.Seine Krone trägt Blätter, und vielleicht wachsen auch mal Früchte daran. Der Baum hat sich entfaltet, so wie es ihm möglich war.Schau ihn dir aus der Entfernung noch einmal an.
Nimm jetzt Abschied von deinem Baum.
Rückführung
aus: Maschwitz, Fantasiereisen zum Sinn des Lebens, Köselverlag
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9. Einmal ein Baum sein
Zur Vorbereitung:
Da im Anschluss an diese Übung das Gesehene und Erlebte von den Teilnehmern bildlich
dargestellt, wird, ist es nötig, grosse Papierbögen und Wachsmal- oder Fingerfarben in
den Tönen Braun, Rot, Orange, Gelb und Grün bereitzuhalten. Wird die Übung in einer
grosseren Gruppe durchgeführt, ist es ratsam, entsprechende Materialien in
ausreichender Menge zur Verfügung zu halten, damit ein unnötiges Warten und störende
Fragen der Teilnehmer vermieden werden.
Eine(r) spricht langsam:
Achte zunächst auf deinen Atem, so wie er ist, und verändere nichts. Lass ihn kommen
und lass ihn gehen.
Atme nun einige Male tief ein und langsam wieder aus. Versuche dabei, deinen eigenen
Atemrhythmus zu finden. Atme tief ein —
und wieder aus.
Ein — und wieder aus.
Dein Atem kommt und dein Atem geht. Wie von ganz allein.
Schliesse nun deine Augen und versuche, dir vorzustellen, dass du ein Baum bist.
Allmählich kannst du zulassen, dass vor deinem inneren Auge ein
Bild von dir aufsteigt. Ein Bild von dir als Baum.
Du bist — ein Baum. Deine Wurzeln dringen tief in die Erde ein.
Welcher Baum könntest du sein?
Welcher Baum passt zu dir? Welcher Baum sieht dir vielleicht sogar ähnlich?
Ist es der Kirschbaum mit seinen roten Früchten oder ein Ahornbaum im Herbst?
Oder vielleicht ein blühender Kastanienbaum?
Oder ist es ein ganz anderer Baum?
Wie siehst du dich? In welcher Landschaft? Zu welcher Jahreszeit?
Langsam lässt du deine Wurzeln in den Boden einsinken. Du
spürst, wie der Boden dich trägt. Du stehst völlig ruhig da. Einfach
nur da.
Du bist ein Baum. Und du bist fest mit der Erde verwurzelt.
Dein Stamm steht gerade und aufrecht. Du bist ganz stark.
Deine Aste tragen deine Blätter. Sie spüren den Regen als Erstes — und auch die Sonne,
wenn sie scheint.
Du hast schon vieles erlebt. Sehr viel - und das, obwohl du diesen kleinen Flecken in der
Welt niemals verlassen hast.
An diesem Punkt kann die Übung beendet und es kann nach folgenderAbschlussformel
zum Malen des Erlebten übergegangen werden.
Nun kehre zu dir selbst zurück. Schüttele deine Arme und Beine
kräftig aus. Kreise mit deinem Kopf einige Male hin und her.
Nimm dir gleich ein Blatt Papier und Farben.
So, wie du dich eben als Baum gesehen und gefühlt hast, male dich nun.
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B Stilleübungen
10.
Meditative Betrachtung
Hören oder Lesen des Jeremia-Textes. Jer 17,7-8
„Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen Hoffnung der Herr ist.
Der ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln
ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün;
auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig bringt er seine Früchte.“
Augen schliessen tief durchatmen, still werden. In angemessenem, Tempo ruhig
sprechen, immer wieder Pausen einlegen.
Der Text erzählt von einem Baum. Ich sehe das Bild des Baumes vor mir. Es lässt mich
nicht mehr los. Ich male mir das Bild aus. Für mich ganz allein, persönlich. Ich mache es
zu meinem Baumbild. Ja ich habe sogar den Wunsch diesem Baum immer mehr zu
gleichen.
Ich denke an die Wurzeln, die weit in die Erde reichen. Sie halten fest, sie graben sich
tief in die Erde ein. Sturm und Unwetter können toben. Sie schütteln den Baum. Sie
biegen ihn. Aber er verliert den Boden nicht. Er hat Halt. Halt durch seine Wurzeln.
Durch die Wurzeln bekommt der Baum seine Kraft. Seine Lebenskraft. Kraft zum
Wachsen und reifen. Kraft für die Äste und Zweige, die sich nach allen Richtungen
strecken. So breitet sich mein Baum aus. Er nutzt den Raum aus.
Durch die Wurzeln bekommt das Laub an den Ästen und Zweigen seine Kraft. Welch eine
Fülle von Farbtönen entdecke ich da. Sanft wiegen die Blätter im Wind.
Blüten schmücken die Zweige. Sie strömen einen angenehmen Duft aus. Bienen und
Insekten können sich daran ernähren.
Und schliesslich trägt der Baum Früchte.
Ein Sinnbild erfüllten Lebens – doch nicht nur für sich selber auch für andere.
Vögel nisten in den Zweigen. Sie bauen ihre Nester in den Astgabeln und finden
Wohnung bei meinem Baum.
Die ganze Krone wirft einen angenehmen Schatten auf den Platz am Fuss des Baumes.
Viele geniessen da die Ruhe.
Die Früchte schmecken fein und köstlich. Die Menschen können sich daran erfreuen und
ernähren.
Glücklich ist der, der einem solchen Baum gleicht.
Gott, ich möchte zu einem solchen Baum werden.
Mach mich zu einem Baum, gepflanzt am Wasser.
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11.
Wiese
Und vielleicht kannst Du die Bewegungen der Grashalme und Blumen im Wind
beobachten, während Du den leichten, sanften Hauch der Luft in Deinen Haaren und im
Gesicht spürst. Und während Du das wahrnimmst, ... kannst Du vielleicht auch den Duft
des Grases riechen, so dass Du tief einatmest... und dann beim Ausatmen dieses
angenehme Gefühl der Entspannung (Ruhe) noch deutlicher wird....
Und ich weiss nicht, ob Du schon gemerkt hast, dass es auf Deiner Wiese auch etwas zu
hören gibt...
Möglicherweise das Summen der Fliegen,... oder Bienen oder... die Bewegung des Grases
- und erst all die verschiedenen Farben.
12.
Baum
Und da gibt es auch einen grossen, kräftigen Baum, der fest auf der Wiese steht.
Ab und zu wünschen wir uns auch, soviel Kraft und Festigkeit zu spüren.
Wenn Du möchtest, kannst Du jetzt auf diesen Baum zugehen und mit jedem Schritt
spüren,... dass dieser Baum wirklich ein ganz besonders gesunder, kräftiger und
erfahrener Baum ist, mit seinen vielen grünen Blättern, die im Winde rauschen.
Je näher Du kommst, umso deutlicher kannst Du auch die starken Äste und Zweige
sehen.
Nun bist Du da - mit Deinen Händen fasst Du den Stamm an und spürst, wie sich die
Rinde anfühlt Und wenn Du so den Baum berührst,... kannst Du Dir vorstellen,
wie es ist selbst ein Baum zu sein.
Fang ganz langsam an, ... Deinen (Dich) Körper als einen Baum zu fühlen - und Du
fängst an ... und wächst zur Grösse und Stärke dieses Baumes heran, und Deine Füsse und Zehen wandern in den Erdboden hinein... und dehnen sich in der
Erde als die Wurzeln Deines Baumes aus.
Währendessen spürst Du,... wie Du Dich durch die Äste und Zweige dieses Baumes
ausdehnst. Und vielleicht ... spürst Du auch schon, wie Du Dich ganz sanft bewegst während der Wind leicht weht.
Fühle einfach die leichte Bewegung Deines Körpers, Deiner Äste, ... Deiner Zweige,... wie
er auf den Wind, einen sanften Hauch reagiert.
Und während Du jetzt noch darauf achtest, wie es sich anfühlt, kannst Du Deine
Wahrnehmung darauf richten, ob diese sanfte Bewegung vielleicht mehr in der Spitze ...
oder aussen an den Seiten mit Deinen kleinen Zweigen zu spüren ist.
Und möglicherweise hast Du vergessen, dass da ja auch noch die Wurzeln sind,... durch
die Du fest... und kräftig mit der Erde verbunden bist.
Oben, wo der Baum aus dem Boden hervor wächst - und Deine Beine und Füsse sind wie
kräftige Wurzeln,... die tief in die Erde hinabreichen, so dass Du einen festen und
sicheren Halt spürst.
- Und Deine Arme und Finger sind wie die Äste und Zweige des Baumes, gut verbunden
mit dem Stamm, den Wurzeln, der Erde.
Und mit den grünen Blättern und Zweigen kannst Du die Energie des Sonnenlichts vom
Himmel aufnehmen ... bis tief hinein in Deinen Körper ... so wie Deine Wurzeln die
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Nahrung aus dem Boden der Wiese aufsaugen ... und im Körper überall dort verteilen,
wo sie benötigt wird.
13.
Quelle
Stell' Dir vor, dass Du wieder auf Deiner Wiese bist und dass neben
all den Farben, ... Düften ... und Geräuschen Du jetzt auch das
Plätschern und Sprudeln einer Quelle ... hören kannst, auf die Du
nun langsam zugehst
Und während Deine Füsse den festen aber elastischen Grasboden
unter sich spüren,... wird das Plätschern des Wassers immer deutlicher hörbar, mit jedem Schritt, den Du näher an die Quelle
kommst.
Und ich weiss nicht,... ob Du jetzt schon das Glitzern des Wassers
sehen kannst, ... es sieht aus wie ein Teich aus klarem, kristallenem Wasser, in dem die Quelle in der Mitte sprudelt
Und während Du das Plätschern hörst,... schaust Du in das Wasser.
Wie klar ist es?
Wie tief kannst Du hineinschauen?
Gibt es dort etwas Interessantes zu sehen?
- Pause Vielleicht möchtest Du Deine Hände und Dein Gesicht mit diesem
klaren, gesunden Wasser erfrischen, oder auch einen Schluck von
diesem belebenden, reinen Messer trinken? ...
Nimm einen Schluck und spür' wie gut das tut.
14.
Hand ( Lektion 5 Hand_Mst)
Setz dich bequem hin. Lass die Arme entspannt hängen und leg die Hände auf
die Oberschenkel.
Denk einen Moment daran und überleg dir, was deine Hände heute schon alles
gemacht haben. Was haben sie gespürt? Wann haben sie geruht? Wen oder was
haben sie berührt? Was haben sie getan?
Betrachte nun eine Hand etwas genauer. Fahr mit den Augen ihrer Aussenlinie
nach, schau auf ihre Form, die einzelnen Finger...betrachte sie aufmerksam und
intensiv. Schau nun die Handinnenfläche an. Folge mit den Augen den Linien,
schau das Muster der Haut genau an, die Rillen. Was fällt dir auf ? Wie würdest
du deine Hand beschreiben? Was gefällt dir an ihr?
Leg jetzt beide Hände ineinander. Schliess einen Moment die Augen und
nimm wahr, wie deine Hände sich anfühlen. Deine Hände, deine Werkzeuge, dir
gegeben um zu handeln, um zu nehmen und zu geben.
Mach jetzt die Augen wieder auf, öffne und schliesse die Hände ein paarmal
hintereinander zu Fäusten und spüre ihre Beweglichkeit.
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15.
Mein Blatt
Schau dir dein Blatt genau an. Drehe es nun um und betrachte es von der anderen Seite.
Achte auf die Farbe, den Blattrand und die Form. Hast du z. B. Adern entdeckt?
Vielleicht auch glatte oder raue Stellen? Hat dein Blatt eine Besonderheit? Vielleicht
entdeckst du braune Stellen oder andere Beschädigungen.
Alle Blätter hier stammen von einem Baum. Versuche
nun, ein Blatt zu finden, das genauso aussieht wie das
deinige. Schau dir das Blatt nun ebenso gut an. Du
merkst bestimmt, dass dein Blatt anders aussieht. Jedes
Blatt ist einzigartig. Es gibt es nur einmal auf der Welt.
Viele Dinge auf der Erde gibt es nur einmal: Blumen,
Früchte, Tiere und Menschen. Ja, auch wir Menschen
sind einzigartig. Jeden von uns gibt es nur einmal auf
der Welt.
Schau dir dafür einmal die Innenseite deiner rechten
Hand an. Auch hier entdeckst du Adern und Muster, die
niemand sonst auf der Welt so hat. Vergleiche deine
rechte Hand nun mit der linken Hand. Selbst deine
beiden Hände sind unterschiedlich.
Dich gibt es nur einmal auf der Welt. Überlege, was du
besonders gut kannst, was du an dir selbst magst und
was deine Freunde und Familie an dir mögen. So wie
du bist, hat Gott dich erschaffen. Er liebt dich genau so,
wie du bist - unverwechselbar und wertvoll.
Lege nun dein Blatt wieder in die Mitte.
16.
Hand_ Blatt (Lektion 6 Baum_Mst)
Setz dich bequem hin. Nimm ein Blatt und betrachte es etwas genauer. Fahr mit
den Augen der Aussenlinie nach, schau auf die Form, den Stiel,...betrachte das
Blatt aufmerksam. Dreh es nun um und schau die Blattinnenfläche an. Folge mit
den Augen den Linien, den Blattadern, schau das Muster des Blattes an, die
Rillen... Was fällt dir auf? Wie würdest du es beschreiben? Was gefällt dir?
Lass die Arme entspannt hängen und leg die Hände auf die Oberschenkel.
Betrachte nun deine Hand. Fahr mit den Augen ihrer Aussenlinie nach, schau auf
ihre Form, die einzelnen Finger...betrachte sie aufmerksam und intensiv. Schau
nun die Handinnenfläche an. Folge mit den Augen den Linien, schau das Muster
der Haut genau an, die Rillen ... Was fällt dir auf? Wie würdest du deine Hand
beschreiben? Was gefällt dir an ihr?
12
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Projekt Schöpfung
Gespräch: Vergleich Hand_Blatt
Kat
 Vergleiche Blatt und Hand!
 Welche Gemeinsamkeiten hast du festgestellt? Was ist ähnlich?
 Wo sind Unterschiede?
 Kannst du etwas über die Funktion sagen? Wozu braucht man.....?
17.
Ort:
Stilleübung Lebendig (Baumbetrachtung)
stiller Ort im Wald oder im Garten
Inhalt und Ziel
Die Kinder nehmen Bäume wahr als Lebewesen, die wachsen und sich verändern. Sie
entwickeln Achtung und Ehrfurcht.
Anleitung:
Schau dich um! Betrachte die Bäume. Viele grüne Bäume.
Schau dir die Bäume genau an, einen nach dem andern.
Such dir mit dem Augen jetzt einen einzelnen Baum.
Einen einzeln stehenden Baum mit seinem grauen, dunkelgrün bemoosten
Baumstamm?
Was siehst du?
Vielleicht entdeckst du jetzt ….. so etwas wie ein Gesicht in einem Stamm?
Augen? Nase und Mund? Augenbrauen, Bärte?
Bäume sind Lebewesen.
Du merkst, dass du umgeben bist von alten grauen Baum-wesen, die um vieles älter sind
als du.
Das erfüllt dich mit Hochachtung und Ehrfurcht.
Vielleicht bewegen die uralten Baumwesen jetzt auch langsam, ganz langsam, ihre Äste
im Wind. Vielleicht fährt ein sanfter Wind in die Blätter.
Sie schütteln ihre mächtigen Baumkronen über dir.
Mit einem Mal wird dir klar, dass all diese Bäume um dich herum Lebewesen sind –
lebend, lebendig – voller Leben, gerade wie du.
aus: S.Hufmann, Bäume sind Freunde, Köselverlag München 1998
18.
Meditation: Knospender Zweig
(Vom Kalten ins Warme)
Bereits in der kalten Jahreszeit finden wir schon an vielenBäumen die Laubknospen des
nächsten Jahres. Für diese Meditation solltest du eine Vase mit den knospenden
Zweigen verschiedener Bäume vorbereiten.
Betrachte die Zweige eine Weile. Setze dich dann mit geradem Rücken auf einen
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Stuhl vor deine Vase. Wenn du jetzt bis vom an die Stuhlkante rutschst und mit deinen
Füssen den Boden berührst, kannst du wie von selbst ganz gerade sitzen. Deine Hände
ruhen in deinem Schoss. Schaue dir die Zweigknospen in aller Ruhe an,
Nun schliesse deine Augen. Versuche dir vorzustellen, dass du einer
dieser braunen Zweige in der Blumenvase bist — ein zarter Zweig
von einem Baum.
Noch bist du ganz kahl, ohne Blatt und ohne Blüte, ohne Stiel
und ohne Kelch. Noch bist du ohne Blattgrün, ohne Blütenrot
oder Pollengelb.
Es ist wärmer um dich herum geworden, seitdem du ...
Wie bist du nur hierher gekommen? Erinnerst du dich?
An die klaren Nächte, die Kälte, den Schnee, die Dunkelheit?
Du hast geschlafen. Für eine lange Zeit. Doch jetzt bist du erwacht.
Aus einem tiefen Schlaf ohne Traum.
Hier ist es so schön warm. Fast wie im Sommer. Und sonnig. Ist
es 'wahr, dass der Winter endlich vorbei ist?
An den Zweigenden fühlst du deine Knospen. Blattknospen und
Blütenknospen. Noch ruhen sie. Von braunen Schuppenblättern
werden sie fest umschlossen und behütet.
Du bist nun schon einige Tage hier. Du spürst, dass die Wärme
dir gut tut.
Aber was ist nur los?
Die Knospen, sie regen sich. Du ahnst, dass bald etwas passieren
wird.
Du öffnest deine Augen - da, sie brechen auf. Die Knospenschuppen
öffnen sich. Was für ein Augenblick.
Zarte Blätter lugen hervor. Kleine Blütenspitzen wagen sich vorsichtig heraus. Noch sind sie etwas zaghaft. Dann schon nicht
mehr.
Die Knospenschuppen fallen herab. Du brauchst sie nun nicht
mehr.
Deine hellgrünen Blättchen entfalten sich, breiten sich aus. Zu
grossen Blättern wachsen sie heran.
Mit deinen Blüten zeigst du uns deine ganze Schönheit. Der
Frühling hat begonnen.
Zur Ergänzung der Übung kannst du jetzt ein Bild zu dem Erlebten
malen. Woran erinnerst du dich? Denkst du an die Blattknospen und die
Blütenknospen? An die Blüten oder an die Blätter? Oder eher an den
Zweig im kalten Winter? Wo siehst du dich in deinem Bild?
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19.
Meditation Vom Sonnenlicht durchflutet
Diese Meditationsübung sollte möglichst an einem sonnigen Tag durchgeführt werden.
Suche dir dafür einen Platz unter einigen Bäumen des Waldes. Bevor du deine Decke
ausbreitest, schaue dich erst einmal genauer um.
Hast du auch all die kleinen grünen Bäumchen entdeckt, die am Waldboden unter den
stämmigen Buchen hervorsprieß en?
Lege dich bequem hin und schließ e für eine Weile deine Augen.
Stelle dir vor, dass du eines dieser kleinen Bäumchen bist.
Noch ist dein Baumstamm dünn. Aber schon jetzt bist du kräftig
genug, einige wenige Blättchen zu tragen. Zufrieden stehst du an
deinem Platz. Ganz gerade und aufrecht.
Du schaust dich um. Du bist nicht alleine hier. Neben dir leben
viele andere kleine Bäumchen, die genauso sind wie du.
Die Sonne scheint vom Himmel. Aber nur selten erreicht dich
eine ihrer Strahlen.
Angenehm ist das Leben am Waldboden, schattig und kühl. Du
bist gerne hier. Es ist dämmerig und nicht so hell wie an anderen
Orten.
Du blickst auf. Über dir hoch gewachsene Bäume, viele Bucheckernbäume. Heute erscheint dir ihr Laub in einem besonders hellen
Grün.
Du bist voller Ehrfurcht. Die Bäume sind um so vieles größ er und
so viel älter als du.
Da, ein leichter Wind kommt auf. Zweige und Blätter der Bäume
bewegen sich dazu. Unten am Waldboden wird es heller, sehr viel
heller als sonst.
Und plötzlich ist der ganze Wald mit Licht erfüllt — er wird vom
Sonnenlicht durchflutet.
Die heiß en Sonnenstrahlen dringen für einen kurzen Augenblick
zu dir durch.
Du erkennst, die Blätter der Buchen behüten dich. Sie schützen
dich vor dem grellen Licht, vor den Strahlen der heiß en Sonne.
Wie ein riesiger Schirm spannt sich das Blätterdach der Buchen
über dich und deine kleinen Baumfreunde.
Und du? - Du lässt dich in ihrem schützenden Schatten von einer
kühlen Brise verwöhnen.
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C Körperübungen
20.
Mein Platz (Lektion 1 Lebensraum_Mst)
Steh auf und stell dich hin, die Beine leicht gespreizt. Du stehst sicher und fest
da. Du spürst, wie der Boden dich trägt. Egal, wie leicht oder wie schwer du bist:
Der Boden trägt dich. Du hast einen Platz; da, auf dieser Erde. Deinen Platz.
Führe die Arme nun über deinen Kopf und strecke sie aus. Nach oben und
dann langsam nach unten – so, als ob du eine Schutzhülle um dich herum
aufspannen würdest, deine persönliche Schutzhülle. Sie markiert deinen Platz
unsichtbar in der Luft. Hier darfst du sein. Hier ist dein Platz.
Mach diese Armbewegung noch einmal mit geschlossenen Augen und nimm den
Platz, deinen Platz, um dich herum wahr. Deinen Platz, deinen persönlichen
Raum. Da für dich, dass du ihn nutzest, dass du ihn gestaltest und mit Leben
füllst. Nimm deinen Platz ein.
21.
ATEM
(Lektion 2 / Lektion 3 Paradies_Mst)
Setz oder leg dich bequem hin. Die Arme neben deinen Körper. Werde einen Moment
ganz ruhig und achte auf deine Atmung.
Die Luft wird eingesogen und strömt leise wieder heraus.
Leg nun die Hände auf den unteren Brustkorb und spüre, wie sich der Brustkorb
bewegt, langsam und sanft, ohne Anstrengung, ganz wie von selbst.
Spür, wie du gar nichts machen musst. Es atmet von selbst.
Der Atem verbindet dich mit der Schöpfung um dich herum.
Du selber bist ein Teil der Schöpfung.
Gott atmet in allem, was lebt.
22.
Atem (Lektion 2 Leben_Mst)
Eine meditative Übung, die aufmerksam macht auf das Atmen und das Atmen in
Beziehung zu Gott bringt.
Anleitung:
Alle Kinder verteilen sich so im Raum, dass jedes genug Platz um sich herum hat
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und keinem anderen direkt in die Augen schaut. Die Beine sind leicht gespreizt.
Die Kinder können die Augen schliessen.
Ihr steht mit beiden Füssen fest auf dem Boden. Luft umgibt dich wie
eine Hülle. Zieh diese Luft langsam und ohne Anstrengung ein und atme sie
ebenso leise und leicht wieder aus.
Achte auf deinen Atem. Er kommt und geht.
Wiederhol das ein paarmal. Ohne Anstrengung, leicht und leise.
Du musst dabei gar nichts machen. Es atmet von selbst.
Dein Atem verbindet dich mit dem, was um dich ist. Mit der Natur, mit den Tieren,
mit den Menschen.
Gott atmet in allem, was lebt.
23.
Ort:
Stark wie ein Baum
Innenraum oder Waldlichtung
Inhalt
Die Kinder begreifen den Baum als ‚Persönlichkeit’ und fühlen sich in wichtige Merkmale
(stark, verwurzelt) des Baumes ein. Sie identifizieren sich mit diesen Eigenschaften und
erfahren sie sinnlich.
Anleitung:
Für diese Übung, an der immer zwei Kinder teilnehmen, stellt sich einer der beiden
Partner breitbeinig und mit durchgestreckten Knien hin. Er schliesst die Augen und
versucht ruhig zu werden. Er stellt sich ganz fest vor, ein Baum zu sein.
Die Katechetin erklärt die ganze Körperübung. ……
Nach einer angemessenen Zeit der Stille wird dein Partner versuchen, dich
hochzuheben. Dazu umgreift er dich von hinten mit beiden Armen und probiert es
vorsichtig.
Wenn du dich genügend konzentriert hast, werdet ihr beide eine Entdeckung
machen. Trotz grosser Anstrengung wird es deinem Partner kaum gelingen, dich,
den starken Baum, hochzuheben und zu entwurzeln.
Hör nun gut auf deinen Partner und atme dabei langsam und tief ein und aus.
Zur Unterstützung der Konzentration spricht der aktive Übungspartner/die Katechetin:
Du bist ein Baum mit mächtiger Blätterkrone,
mit einem kräftigen Stamm und mit Wurzeln, die fest in der Erde sitzen.
Du fühlst dich stark wie ein Baum, sehr stark und sehr schwer.
Deine Wurzeln greifen tief in den Boden. Sie verankern dich.
Im Verborgenen geben sie dir einen festen Halt, einen ganz festen Halt.
aus: S.Hufmann, Bäume sind Freunde, Köselverlag
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24.
Bäume im Wind
Eine meditative Übung, die Fantasie erfordert und bei der sich jeder in die Rolle eines
Baumes im Wind versetzen soll.
Anleitung:
Alle Kinder verteilen sich so im Raum, dass jedes genug Platz um sich herum hat
und keinem anderen direkt in die Augen schaut. Die Beine sind leicht gespreitzt.
Die Kinder schliessen die Augen.
Ihr steht mit beiden Füssen fest auf dem Boden.
Ihr spürt, wie euch der Boden trägt.
Stell dir vor, du wärst ein Baum und fest mit dem Boden verwachsen.
Drück deine Füsse fest auf den Boden.
Du bist ein noch junger, schlanker und beweglicher Baum.
Stell dir vor, dass ein leichtes Lüftchen weht.
Du wiegst dich leicht im Wind, hin und her.
Im Laufe der Jahre werden die Bäume älter, dicker und schwerfälliger.
Auch die Winde werden heftiger. Sie bewegen euch so, dass ihr hin und
her schwankt.
Einmal kommt sogar ein richtiger Sturm.
Er fährt in eure Äste, ihr werdet durchgerüttelt; ihr schwankt heftig und
biegt euch. Doch, wie stark der Sturm auch weht, ihr seid und bleibt fest
verwurzelt mit dem Boden.
aus: M.Völkening, Meine schönsten Entspannungsspiele, Verlag für Pädagogik 1997
25.
Material:
Bäume des Lebens
Augenbinden, Entspannungsmusik
Kurzbeschreibung
Ein Teil der Gruppe muss blind versuchen, einen Baum des Lebens zu finden.
Der Baum und der Blinde tauschen dann die Rolle.
Anleitung:
Die Kat. demonstriert am Anfang kurz den Spielverlauf.
Die Spieler werden in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die eine Gruppe ungefähr ein Drittel
der Spieler und die andere die verbleibenden Teilnehmer umfasst.
Die kleinere Gruppe bildet die Blinden, ihre Augen sind geschlossen oder werden
verbunden. Die restlichen Personen sind die Bäume des Lebens und verteilen sich im
Raum. Sie können stehen, hocken, sitzen oder liegen und dürfen sich, nachdem sie
platziert sind, nicht mehr von der Stelle bewegen.
Die Blinden müssen versuchen, die Bäume des Lebens zu finden. Hat ein Blinder
jemanden erreicht, von dem er annimmt, dass er ein Baum des Lebens sei, dann berührt
er diesen dreimal. Hat der Blinde recht, darf er seine Augenbinde abnehmen und beide
tauschen ihre Rollen.
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Dem neuen Blinden werden die Augen verbunden und er wird von dem neuen Baum des
Lebens an eine beliebige Position im Raum geführt. Danach sucht sich der Baum des
Lebens seine Position und das Spiel geht weiter.
Man kann auch noch eine dritte Spielfigur einführen, die Kobolde. Die Kobolde können die
Blinden ohne zu sprechen, also zB. durch Geräusche oder Berührungen zu einem Baum
des Lebens führen oder aber sie bewusst in die Irre leiten.
aus:
M.Völkening, Meine schönsten Entspannungsspiele, Verlag für Pädagogik 1997
D Sinneswahrnehmung
26.
Mein Baum
tasten / sehen
Nachdem wir an unserem Platz im Wald angekommen sind, kann dieses Spiel ein sanfter
Einstieg in den Tag sein.
Jedes Kind sucht sich seinen Baum, d.h. genau den Stammdurchmesser, den es
umfassen kann. Was ist es für ein Baum? Alt oder jung, gesund oder verletzt? Die Kinder
bleiben eine Weile bei ihrem Baum, beobachten das Licht in seiner Krone und die
Feuchtigkeit an seinem Stammfuss. Jedes Kind kann seinen Baum mit einem Band
markieren. Im Verlauf des Tages wird der Baum verschiedene Male besucht. Was ändert
sich im Tageslauf?
27.
Baum blind abtasten
tasten / spüren
Ein Paradespiel um Kontakt mit einem Baum aufzunehmen. Welches ist mein Baum?
Die Teilnehmer bekommen paarweise eine Augenbinde. Der Sehende führt den „Blinden“
auf Umwegen zu einem markanten Baum (Baumstrunk, Baum mit Stammverletzung,
etc.) und lässt ihn diesen abtasten. Dann führt er ihn auf Umwegen zum Ausgangspunkt
zurück, nimmt ihm dort die Augenbinde ab und lässt ihn den abgetasteten, seinen Baum
suchen. Dann wechseln die Rollen.
28.
Blinde Karawane
tasten / spüren
Eine echte Erfahrung, auch für Lehrpersonen und Förster, denn wer hat die Natur schon
aus dieser Perspektive kennen gelernt? Ein ca. 40 m langes Seil wird an einem günstigen
Ort im Wald zwischen Bäume gespannt. Wichtig ist dabei die Abwechslung im Gelände
und evtl. im Baumbestand: feuchte Stellen, grasige oder moosige Stellen, Dickichte, alte
und junge Bäume, etc. Die Teilnehmer gehen mit Augenbinden, bei gutem Wetter
barfuss, in kleinen Abständen, ruhig, dem Seil entlang, welches als Geländer dient.
Variation: „Tatzelwurm“ Falls kein Seil zur Verfügung steht, können sich die Teilnehmer versehen mit Augenbinden und evtl. barfuss - auch in einer Reihe aufstellen, jeder hält
sich an den Schultern des Vorderen fest. Der Vorderste hat keine Augenbinde und führt
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den Tatzelwurm durch den Wald. Der Tatzelwurm kann auch zur Hinführung zum
Seilanfang benutzt werden, damit die Teilnehmer nicht zum voraus sehen, wo das Seil
durchführt.
29.
Spiegelbilder
entdecken/ sehen
Den Wald einmal aus einer anderen Perspektive erleben. Jeder Teilnehmer erhält einen
kleinen Spiegel oder eine Spiegelkachel; Dann stellen sich alle in einer Kolonne auf,
wobei sich jeder mit der einen Hand an der Schulter seines Vorderen hält und mit der
anderen Hand sich den Spiegel unter die Nase hält, sodass er den Himmel sehen kann.
Jetzt zieht die Kolonne los, der Vorderste führt. Interessant ist es, unter tief hängenden
Ästen durchzugehen oder den Wechsel von Kronendach und freier Sicht in den Himmel zu
erleben.
Variation: Ungewöhnliche Bilder sind auch durch Plazieren des Spiegels an verschiedenen
Stellen im Wald zu erreichen, z.B. an Wurzelanläufen, unter Pflanzen, in Vertiefungen,
etc.
30.
Fotograf und Kamera
entdecken/ sehen
Ein schönes Spiel, um auf die Details in der Natur aufmerksam zu werden.
In Zweiergruppen ist einer der Fotograf und der andere die Kamera. Die Blende der
Kamera, d.h. die Augen, sind geschlossen. Der Fotograf führt seine Kamera zu einem
schönen Objekt, positioniert sie entsprechend nahe oder weiter weg. Durch sanftes
Ziehen am Ohrläppchen wird das Foto ausgelöst, die Kamera öffnet die Augen. Dann geht
es weiter zum nächsten
Objekt. Nach 3 bis 4 Bildern werden die Rollen getauscht. Anschliessend können einzelne
Fotos „entwickelt“, also von der Kamera gezeichnet und dann dem Fotografen geschenkt
werden.
31.
Durchblicke
entdecken / sehen
eine ungewohnte Perspektive einnehmen
Jeder Schüler sucht einen Standort, von dem aus er einen ‚Durchblick’ zu einem
Ausschnitt in der Ferne hat (durch Zweige zum Himmel/ durch Blätter auf einen
Baumstrunk/ hinter einem Stein hervor auf ein Erdloch etc.). evt skizzieren.
32.
Erdfenster
spüren / sehen
Der Wald wird lebendig und interessant, wenn man ihn aus einem neuen Blickwinkel
betrachtet. Man suche einen Waldabschnitt, in dem am Boden viel Waldmaterial
vorhanden ist. Allfällige Allergien (Bienenstiche, usw.) abklären. Die Kinder sollen sich
20
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auf den Boden legen. Wenn es die Jahreszeit erlaubt, decken sich alle mit Laub zu. Sie
schauen in den Himmel. Sie achten auf das Flüstern der Bäume, das Flattern der Vögel
und das Rauschen des Windes. Durch Löcher in der Laubdecke können sie aus ihrem
Waldzimmer herausspähen und die Wolken betrachten. (Möglichkeit für eine Meditative
Reise).
Ein Kind nach dem andern jetzt mit Holzstücken, Tannennadeln, etc. zudecken – Gesicht
frei lassen. Das Kind soll sich mit der Erde verbunden fühlen, sie riechen, sie spüren. Je
nachdem können vorsichtig saubere Blätter und Tannennadeln über sein Gesicht gestreut
werden. Die Augen sollen frei bleiben, die Kinder müssen jedoch die Augen beim
Zudecken schliessen. Sie müssen wissen, dass sie ein Zeichen bekommen, wenn es Zeit
ist aufzustehen. Wenn die ersten aus dem Laub auftauchen, können sie weggeführt
werden, damit die andern noch die Stille des Waldes geniessen können.
33.
Baumtelefon
erkennen/ hören
Wie findet der Specht seine Nahrung unter der Rinde? Die Gruppe verteilt sich an einem
umgestürzten oder gefällten Baum, möglichst am oberen Ende. Alle Teilnehmer legen ein
Ohr an den Stamm, sodass sie in Richtung des Wipfels schauen. Der Förster erzeugt nun
am
Stammfuss mit einem Stock, Fingernagel, Taschenmesser o.a. Geräusche (Klopfen,
Kratzen, etc). Die Teilnehmer lauschen auf die Geräusche und versuchen zu erraten, wie
sie gemacht werden. An glatten Schnittflächen von freiliegenden Stämmen hört man die
Geräusche am Besten.
Ergänzung: Vögel haben ein feineres Gehör als wir Menschen und können die Geräusche
besser hören und voneinander unterscheiden. So hört ein Specht die Fressgeräusche von
Raupen und Maden unter der Rinde. Wenn er in seiner Baumhöhle sitzt, hört er auch, ob
ein Marder oder ein Eichhörnchen den Stamm hinauf oder hinunter läuft, oder ob ein
grosser oder ein kleiner Vogel auf dem Baum landet. So macht sich der Specht die
Ausbreitung von Schallwellen im Holz zunutze.
34.
Lautlose Pirsch
anschleichen
/ hören
Die Anpirschjagd des Luchses auf Samtpfötchen miterleben. Alle machen im Kreis
stehend die Augen zu, sind ganz leise und strecken für jedes Geräusch, das sie hören,
einen Finger der erhobenen Fäuste weg. Wer am meisten Geräusche gehört hat, ist das
hellhörige Reh. Jetzt bildet die Gruppe einen vergrösserten Kreis. In der Mitte sitzt das
Reh mit verbundenen Augen. Die Teilnehmer im Kreis sind die Luchse, die sich nun einer
nach dem anderen auf ein Handzeichen des Spielleiters anschleichen sollen. Hört das Reh
einen Luchs, dann zeigt es mit dem Finger in seine Richtung, der Luchs scheidet damit
für diese Runde aus. Der Luchs, der das Reh erreicht, übernimmt nun seine Rolle. Je
abwechslungsreicher der Boden ist,
desto spannender und schwieriger wird es, sich lautlos anzuschleichen.
35.
Hörkarte
erforschen / hören
21
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Wir zeichnen eine etwas andere Landkarte. Spitze Ohren sind gefragt. Die Teilnehmer
sitzen auf verschiedenen Plätzen und hören auf die Geräusche rundherum. Alle
Geräusche werden nun symbolartig auf einer A6-Karte eingezeichnet. Ein Kreuz in der
Mitte zeigt den eigenen Standort, die Symbole geben Richtung, Entfernung und
Geräuschart an. Am Schluss werden die Hörkarten verglichen.
36.
Vogelstimmen im Chor
erforschen / hören
Vogelstimmen und Verkehrslärm, Rascheln im Laub und Stille, wir spitzen unsere Ohren.
An einem schönen Platz, wo es trocken genug ist, legen sich die Teilnehmer verstreut auf
den Boden und hören ein paar Minuten auf die Vogelstimmen, eventuellen Verkehrslärm
und andere Geräusche. Im Kreis tragen wir dann das Gehörte zusammen und ordnen es
den einzelnen Vögeln und anderen Verursachen zu. Der Förster zeigt dazu Bilder der
entsprechenden Vögel, evtl. ausgestopfte Tiere.
37.
Duftmuseum
riechen
Mit der Nase erkunden wir den Wald. Verschiedene Düfte erkennen und wieder finden ermöglicht eine ganz neue Sicht in den Wald.
In vier Filmdöschen hat der Förster ganz charakteristisch riechende Waldbestandteile
versteckt, z.B. nasses Moos, Himbeeren, etwas Waldboden, ein harziges Stück Rinde. Die
Schüler riechen mit verbundenen oder einfach mit geschlossenen Augen an den
Filmdöschen und versuchen dann, durch Riechen im Wald die entsprechenden Dinge zu
finden. Die meisten Schüler werden mehrmals an den Filmdöschen riechen müssen.
Damit alle im Spiel bleiben, kann es gut sein, drei oder vier mal vier Filmdöschen
bereitzuhalten. Nach einiger Zeit werden die gefundenen Sachen zusammengetragen.
Hinweise auf den Geruchsinn von Mensch und Tier runden dieses Spiel ab.
38.
Dem Baumschicksal auf der Spur
Anhand der Jahrringe verfolgen wir das Leben eines Baumes.
Der Förster erklärt anhand eines Holzkeiles oder einer Stammscheibe den
Stammquerschnitt eines Baumes: vom Kernholz zum Splintholz, über das Kambium zum
Bast und zur Rinde. Auch der Aufbau eines einzelnen Jahrringes ist ein Thema. Dann
tragen wir gemeinsam zusammen, wie der Baum wächst, bzw. wie ein Jahrring aussieht,
wenn es trocken ist, wenn es nass und feucht ist, wenn der Baum krumm steht, wenn es
eng ist im Bestand oder nach einer Durchforstung oder wenn der Baum von Käfern oder
Raupen befallen ist oder einen Rückschaden erlitten hat. Anschliessend erhalten die
Schüler Stammscheiben, an denen sie in Zweiergruppen das Alter des Baumes auszählen
können. Welche Jahrringmerkmale sieht man? Wie alt war der Baum, als ich geboren
wurde? Was hat dieser Baum schon alles erlebt? Wichtige Stationen können mit einer
Stecknadel markiert werden. Zuletzt werden die Geschichten der einzelnen Bäume
reihum erzählt.
22
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39.
Sturmschaden
In diesem Spiel lassen sich die Folgen unterlassener Pflegemassnahmen in einer Dickung
oder in einem Stangenholz hautnah miterleben. Zu Beginn des Spiels wird ein Viertel der
Teilnehmer ausgewählt, die die Rolle des Windes übernehmen. Die übrigen Mitspieler
sind Bäume in der Jungwuchsphase. Der Spielleiter fordert nun die „Bäume“ auf, sich
möglichst eng nebeneinander in die Hocke zu begeben. Dann wachsen die Bäume. Sie
wollen in die Breite gehen und ihre Äste ausbreiten, was wegen des Dichtstandes oft nur
schwer möglich ist. Nur der Weg nach oben ist frei und so machen sich die Bäume lang
und strecken ihre Arme in die Höhe. Unser „Bestand“ wird instabil und beginnt zu
wackeln. Der Spielleiter erklärt, dass sich aufgrund des Dichtstandes auch die Wurzeln
schlecht ausbreiten können und bittet die „Bäume“, sich auf ein Bein zu stellen. Jetzt
treten die Darsteller des Windes auf und schieben erst vorsichtig am Bestand. Spätestens
bei Sturmstärke droht der Bestand zu Boden zu gehen. Nach kurzer Besprechung über
Pflegeversäumnisse stellen sich die Bäume erneut auf, und man lockert den Bestand auf.
Bei jedem Baum, der entnommen wird, erwähnt der Förster oder die Teilnehmer, was
aus diesem Holz wird: Zaunpfähle, Brennholz, Papierholz, etc. Jetzt haben beide Beine
am Boden Platz und die Arme können auch in die Breite gehen.
Der Bestand ist stabil, und der Wind kann ihm kaum etwas anhaben.
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