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Brüssel, 31. Mai 2010
Europäische Unternehmerpreise für die erfolgreiche
Gründung von Kleinunternehmen in Krisenzeiten
Das Projekt „Résidences d'Entrepreneurs“ der zentralfranzösischen Region
Auvergne wurde bei der heutigen Verleihung der Europäischen
Unternehmerpreise 2010 vom Vizepräsidenten der Europäischen Kommission
Antonio Tajani mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Der Preis
honoriert den kreativen Ansatz des Projekts zur Förderung von
Unternehmensneugründungen in dieser ländlichen Gegend. Die hochrangige
Jury, bestehend aus Vertretern von Wirtschaft, Staat und Wissenschaft,
wählte das Projekt der regionalen Entwicklungsgesellschaft wegen der
beeindruckenden Erfolge, die bei der Unterstützung der Ansiedlung von
Unternehmern in dieser Vulkanlandschaft erzielt wurden. Über
200 Firmengründungen
schufen
600 Arbeitsplätze,
nicht
nur
im
Fremdenverkehr, sondern auch im Handels- und Dienstleistungssektor. Im
Rahmen der von der Europäischen Kommission, der spanischen EURatspräsidentschaft und dem Ausschuss der Regionen gemeinsam
veranstalteten Zeremonie wurden noch fünf weitere Auszeichnungen an
Initiativen aus Österreich, Deutschland, Polen, Slowenien und Schweden
verliehen. Die Veranstaltung bildete den Abschluss der zweiten
Europäischen KMU-Woche, der gesamteuropäischen Kampagne der
Europäischen Kommission zur Förderung des Unternehmergeistes und von
Kleinunternehmen (KMU).
Der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Kommissionsvizepräsident
Antonio Tajani erklärte: „Kleinunternehmen brauchen zum Wachsen den richtigen
Nährboden. Die Gewinner des Europäischen Unternehmerpreises sind ein
lebendiges Zeugnis dafür, wie der öffentliche Sektor dazu beitragen kann, dass die
Saat der Unternehmensgründungen aufgeht und gedeiht. Der Schlüssel zu diesem
Erfolg liegt im Aufbau starker öffentlich-privater Partnerschaften, die sowohl den
Unternehmen als auch der Gemeinschaft Vorteile bringen.“
Ramón Luis Valcárel Siso, 1. Vizepräsident des Ausschusses der Regionen, erklärte
seinerseits: „In diesen Tagen, in denen ganz Europa über die Probleme der EUWirtschaft und vor allem der Eurozone diskutiert, ist es besonders wichtig
anzuerkennen, dass die Förderung des Unternehmergeistes auf lokaler und
regionaler Ebene eine wesentliche Voraussetzung für jeden erfolgreichen Plan zur
Überwindung der derzeitigen schwierigen Wirtschaftslage ist.“
Die sechs Unternehmerpreise 2010 gingen an:
Großer Preis der Jury
Mit Hilfe des Projekts Résidences d'Entrepreneur (Residenzstipendien für
Unternehmer) (Frankreich) konnte die Agence Régionale de Développement des
Territoires d'Auvergne Unternehmensgründer in eine Region bringen, die als ländlich
und abgelegen gilt. Die individualisierten Starthilfen und Finanzierungen, die den
Teilnehmern geboten wurden, schlugen sich in mehr als 300 Neuansiedlungen
nieder. Über 200 Unternehmen, die mehr als 600 Menschen beschäftigen,
wurden gegründet. Die Region Auvergne hat bereits damit begonnen, das
Programm auf die medizinischen Berufe auszudehnen.
Förderung des Unternehmergeistes
Selbständigwerden in der Kreativwirtschaft (Österreich), ein Universitätsseminar, das
schwerpunktmäßig Kunststudenten auf eine Unternehmertätigkeit vorbereitet, hat in
den letzten 5 Jahren über 300 Teilnehmern geholfen, 40 Geschäftsideen zu
entwickeln.
Investitionen in Kenntnisse und Fertigkeiten
Företagsamt Halland (Schweden), eine Strategie, die Kindern und jungen Menschen
das Unternehmertum durch unternehmensorientiertes Lernen nahebringt und durch
die sich die Zahl der Kinder, die Unternehmer werden möchten, von 26 % auf
44 % nahezu verdoppelt hat.
Verbesserung des Unternehmensumfelds
Programm zur Unterstützung von Unternehmern zur Verringerung der
Schließungsrate bei Unternehmen (Slowenien), eine öffentlich-private Partnerschaft,
die durch unentgeltliche Unterstützung von potenziellen oder bestehenden
Unternehmen in den ersten Phasen ihres Bestehens die Schließungsrate innerhalb
von zwei Jahren von 57 % auf 9 % senken konnte. Das ursprünglich nur für
Ljubljana und Umgebung geltende Programm wurde nach und nach auf das ganze
Land ausgedehnt.
Internationalisierung von Unternehmen
EGI Euregional Start-up Initiative (Rhein-Maas-Nord, Deutschland und Niederlande),
ein gemeinsames Programm zur Förderung grenzüberschreitender Aktivitäten
örtlicher junger Unternehmen mit internationalem Schwerpunkt, die zu
64 Unternehmensgründungen und mehreren interessanten Kooperationen geführt
hat.
Verantwortliches und umfassendes Unternehmertum
Bau von Häusern im Rahmen eines Systems zur Ausbildung von Arbeitslosen
(Nysa, Polen), ein städtisches Projekt, in dessen Rahmen 176 bislang arbeitslose
Menschen als Ausbildungsmaßnahme Sozialwohnungen errichteten und damit
etwas gegen zwei Probleme zugleich unternahmen.
Die Sonderpreise der Jury gingen an:
Zeit für Ethik, Nürnberg, Deutschland, eine Initiative mit dem Ziel, ethische Normen
im Geschäftsleben auch in Umbruchs- und Krisenzeiten aufrechtzuerhalten, indem
ein starkes Netzwerk von freiwilligen Experten örtlichen Unternehmern Coaching und
Beratung in Ethik für Führungskräfte bereitstellt.
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Die Europäischen Unternehmerpreise wurden vor vier Jahren als Anerkennung und
Belohnung von Initiativen ins Leben gerufen, die das Unternehmertum auf regionaler
Ebene stärken. In diesem Jahr bewarben sich 338 nationale, regionale und lokale
öffentliche Stellen – darunter sowohl Städte, Großstädte und Regionen als auch
öffentlich-private Partnerschaften – um die Nominierung für den europäischen
Wettbewerb, für den jedes Land bis zu zwei Kandidaten benennen darf.
Die zwölf Kandidaten, die in die engere Auswahl gekommen waren, wurden im
Rahmen einer Tagung mit dem Titel „Getting SMEs on the road to recovery“
(„Erholung für KMU“) in Madrid vorgestellt. Die Tagung stellte ein Forum zum
Austausch bewährter Praktiken bei der Umsetzung der speziellen Regelung für
kleine Unternehmen in Europa (Small Business Act for Europe, SBA) zur Verfügung,
und es wurde eine Anzahl anregender Beispiele auf nationaler, regionaler und
lokaler Ebene aus ganz Europa herausgestellt. Die Veranstaltung bildete den
offiziellen Abschluss der zweiten Europäischen KMU-Woche 2010, einer
gesamteuropäischen Kampagne aus über 1000 Veranstaltungen überall in Europa;
Ziel
ist
die
Information
von
(potenziellen)
Unternehmern
über
Förderungsmöglichkeiten und die Anerkennung der Rolle der Unternehmer in der
Gesellschaft.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/best-practices/european-enterprise-awards/categories/index_de.htm
„Small Business Act“ für Europa:
http://ec.europa.eu/enterprise/policies/sme/small-business-act/index_de.htm
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