„Professor van Dusen und das Geheimnis des Ateliers“ hat auch die Polizei alarmiert. Gehen Sie mal ins ´Metropol´ oder besser noch gleich zu der Wohnung. Hummer Street 19, dritter Stock. Und nehmen Sie die Beine unter die Arme, wenn ich bitten darf. Bis zur Abendausgabe will ich was auf dem Tisch haben! eine Prof. van Dusen Geschichte von Dieter Frantzok-Greiner nach einer Erzählung von Jacques Futrelle. Mit den typischen van Dusen Figuren nach dem Vorbild von Michael Koser. Gelesen und überarbeitet von Birger Lüdtke Hatch als Erzähler: Hatch als Erzähler: Ich wollte zuerst protestieren. Für Starreporter Hutchinson Hatch war die Sache mindestens eine Nummer zu klein, eher was für die Kollegen vom Lokalteil. Aber mein Chef machte eine eindeutige und energische Geste Richtung Tür. Mir blieb nichts anderes übrig, als meinen Widerspruch runterzuschlucken und mich in meinem Winton Sport Richtung ´Metropol´ in Bewegung zu setzen. Dort erfuhr ich, dass Miss Startford heute nicht zur Arbeit erschienen war. Das machte mich dann doch etwas neugierig. Alle kriminologischen Alarmglocken begannen zu schrillen und mein Jagdinstinkt war geweckt. Ich fuhr zu der Wohnung der beiden Damen und klingelte. Vorhang auf und Bühne frei für ein neues, atemberaubendes und mysteriöses Abenteuer von Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen und natürlich mir, Hutchinson Hatch, meines Zeichens Starreporter beim „Daily New Yorker“ und im Nebenberuf kriminologischer Assistent der weltbekannten „Denkmaschine“. In der Geschichte, die ich Ihnen, liebe Zuhörer, heute vortragen möchte, werden Sie mich allerdings weniger als Assistenten erleben, sondern eher als Laufburschen und heroischen Lebensretter einer... aber ich greife schon zu weit vor. Dass es sich beim heutigen Fall um ein neues Abenteuer handelt, stimmt leider auch nicht so ganz. Mr. Jacques Futrelle, Schreiberling und Möchtegernbiograph des Professors, ist mir da bedauerlicherweise zuvorgekommen. Dieser hergelaufene Dilettant besaß die Unverfrorenheit, die ganze Angelegenheit bereits vor einiger Zeit in völlig entstellter und verfälschter Form zu veröffentlichen. Und da bleibt mir als einzig offiziellem Chronisten des berühmten Naturwissenschaftlers und Amateur-Kriminologen natürlich nichts anderes übrig, als die Dinge selbst gerade zu rücken. * Miss Startford: Ja, bitte? Hatch: Guten Tag. mein Name ist Hutchinson Hatch vom „Daily New Yorker“. Ich hätte Sie gern wegen Ihrer verschwundenen Mitbewohnerin gesprochen. Miss Startford (erfreut): Aber natürlich! Sie sind doch der Reporter, der immer die aufregenden Geschichten über diesen Superdetektiv schreibt. Wie heißt der denn noch gleich? Na, egal! Kommen Sie doch bitte herein! Alles begann ganz harmlos, wie meistens. Diesmal mit einem Ölgemälde. Darauf zu sehen eine verzückt dreinblickende Schönheit mit schwarzen Haaren und roten Lippen vor einem flammenden Hintergrund. Sein Schöpfer, der Maler Constans St. George, hatte es „Erfüllung“ genannt. Als es zum ersten Mal der interessierten Öffentlichkeit in der Society of American Artists, New Yorks erster Adresse für zeitgenössische Kunst, präsentiert wurde, war es sofort d a s Stadtgespräch. Die Kunstkritiker waren sich, wie immer, uneins. Sie lobten es entweder über den grünen Klee oder ließen kein gutes Haar an ihm. Das Publikum aber strömte in Scharen und rätselte, wer die unbekannte Schöne wohl sein mochte. Und so begann die Klatschpresse, sich in den wildesten Spekulationen über den reichen Maler und sein Modell zu ergehen. Auch ich hatte versucht, St. George bei einem seiner täglichen Besuche in der Ausstellung zu interviewen. Doch da war nichts zu machen. Der exzentrische Künstler zog es vor, sich geheimnisvoll zu geben und wie ein Grab zu schweigen. Soweit die Vorgeschichte. Hatch als Erzähler: Na, wenn das der Professor gehört hätte! Superdetektiv! Da hätte sich das junge Ding – und das war Miss Startford zweifellos- auf eine gewaltige Standpauke gefasst machen müssen! Ich betrat also die winzige, aber saubere Wohnung. Meine Gastgeberin war sehr verlegen wegen der ärmlichen Verhältnisse . Schließlich setzten wir uns und unter Tränen erzählte sie von der verschwundenen Grace Field. Miss Startford: Ich kenne Grace erst seit ein paar Monaten. Wir sind beide nicht aus New York. Grace stammt aus Nevada, und ich aus Kanada. Obwohl wir schon seit etwa fünf Monaten zusammen wohnen, weiß ich nicht viel von Grace. Sie hat nie sehr viel von sich erzählt. Aber ich weiß, dass sie schon ein Jahr hier in New York gelebt hat, bevor ich sie kennerlernte. Wir arbeiten zusammen im Kaufhaus „Metropol“. Und vor drei Tagen, da lag da ein Brief für sie da, als wir nach Hause kamen. Er schien sie irgendwie aufzuregen, aber sie erzählte mir nichts und danach fragen wollte ich sie auch nicht. Am nächsten Morgen sagte sie mir, ich solle doch schon mal allein die U-Bahn nehmen. Sie müsse noch einmal in die Wohnung zurück, weil sie etwas vergessen habe. Sie würde dann etwas später in die Arbeit nachkommen. Und von dem Zeitpunkt an hat sie niemand mehr gesehen oder von ihr gehört. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wo sie abgeblieben sein könnte. Irgendetwas Furchtbares ist mit ihr geschehen, da bin ich sicher. Richtig los ging es erst am Morgen des 27. November 1900, als ich die geheiligten Hallen des „Daily New Yorker“ betrat und umgehend zum Chefredakteur zitiert wurde... * Chefredakteur (leicht muffig): Mr. Hatch, ich hab´ da was für Sie. Ein verschwundenes Mädchen. Sie heißt Grace Field. Soll ziemlich jung und verdammt hübsch sein. Sie arbeitet in der Fotoabteilung des Kaufhauses ´Metropol´ und teilt sich die Wohnung mit einer Kollegin, einer gewissen Ellen Startford. Die 1 Nachdem ich meinem Chefredakteur von der sensationellen Wendung im Fall der verschwundenen Miss Field berichtet hatte, fuhr ich zur Bank, um mir diesen Victor Willis genauer anzusehen. Ich wollte mehr über den jungen Mann herausfinden. Irgendwas am Verhalten von Miss Startford sagte mir, dass sie mir nicht die ganze Wahrheit über ihn gesagt hatte. In der Bank angekommen, sprach ich aber nur kurz mit Mr. Willis. Er gab sich mir gegenüber ziemlich verstockt und mürrisch und weigerte sich, mit mir auch nur ein Wort über Miss Field zu reden. Aber da hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht, oder besser gesagt ohne Hutchinson Hatch. So leicht war ich nicht abzuspeisen! Da ich mittlerweile die Adresse von Mr. Willis herausbekommen hatte, fuhr ich zu dessen Wohnung in der Bourbon Street und unterhielt mich mit seiner schon älteren, aber trotzdem charmanten Nachbarin. Hatch: Vielleicht ist sie ja mit jemandem durchgebrannt? Miss Startford: Das hatte ich anfangs auch befürchtet. Aber als ihr „Bekannter“ vorgestern Abend vorbeikam, um sie abzuholen, da wusste ich, dass Grace etwas Schreckliches passiert sein musste. Denn ihr „Bekannter“ war völlig überrascht, dass sie nicht da war. Hatch: Na, und wie heißt er denn, der große Unbekannte? Miss Startford: Victor Willis. Er ist Bankangestellter und sehr nett. Grace hat , soweit ich weiß, auch keine anderen „Bekanntschaften“. Jedenfalls nichts Ernstes. Hatch: Hat sich Mr. Willis sich auch für Sie interessiert, Miss Startfort? Er scheint ja auch bei Ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Seit wann kennen Sie ihn? * Miss Amos (die Nachbarin): Sie wünschen? Miss Startford (entrüstet): Ich bitte Sie... Grace hat uns vor einiger Zeit miteinander bekannt gemacht. Ich versichere Ihnen, für Mr. Willis gab es nur Grace. Hatch: Guten Tag! Mein Name ist Hutchinson Hatch. Hier wohnt doch Mr. Willis, oder? Miss Amos: Sind sie etwa ein Freund von ihm? Hatch als Erzähler: Nanu? Hörte ich da einen bitteren Unterton? Mir kam es so vor, als ob die gute Miss Stanford mehr wusste, als sie zu sagen bereit war. Deshalb bohrte ich weiter..... Hatch: Das kann man nicht gerade sagen. Hatch: Haben Sie eine Fotografie von Miss Field? Miss Amos: Ich dachte mir schon, dass Sie nicht zu dieser Art von Personen gehören, die seit kurzem bei Mr. Willisein und aus geht. Sie sehen doch viel netter aus! Miss Startford: Ja, ich habe eine. Aber ich glaube . . . Hatch: Oh, vielen Dank! Was sind denn das für merkwürdige „Personen“? Mr. Willis ist doch ein angesehener Bankangestellter, oder nicht? Hatch: Ich möchte ihr Bild in die Zeitung setzen lassen. Das ist der beste und sicherste Weg, sie wiederzufinden. Sie können sich da ganz auf meine Erfahrung als Reporter verlassen. Vielleicht könnten Sie ja auch den Brief ausfindig machen. Der scheint mir äußerst wichtig zu sein. Miss Amos: Oh ja, das ist er auch. Das hier ist ein ehrenwertes Haus, müssen Sie wissen. Hier wohnen nur anständige und brave Leute. Bis vor ein paar Wochen ist mir Mr. Willis praktisch gar nicht aufgefallen. Doch plötzlich war er wie ausgewechselt. Er ging abends lange aus, er brachte Fremde mit in seine Wohnung. Einmal hat er in der Nacht laut einen Namen gerufen. „Grace“... ja, „Grace“, das hab ich gehört. Ich könnte mir vorstellen, dass diese junge Dame für diesen Temperamentsausbruch verantwortlich ist. Abscheulich, nicht wahr? Man kennt das ja aus der Zeitung. Miss Startford: Ja gut, ich hole Ihnen das Bild. Hatch als Erzähler: Das Mädchen ging nickend hinaus. Als sie zurückkam, hielt sie eine Fotografie und einen kleinen Brief in der Hand. Das Foto sah ich mir zuerst an und musste an mich halten, um nicht vor Freude in die Luft zu springen. Ich konnte kaum glauben, was ich da sah. Ein Wunder, eine Sensation! Es zeigte eine junge Frau, die mir nur allzu bekannt vorkam. Ich sah mir das Foto noch einmal genau an, aber ich hatte mich nicht getäuscht. Miss Field war d a s Modell. Nicht irgendein Modell. Sie war die „Erfüllung“. Vor lauter Aufregung hätte ich fast den Brief vergessen. Ich war schon bei der Wohnungstür, als ich noch einmal umdrehte, der verwirrten Miss Startford einen dicken Kuss auf die Wange gab und ihr wortlos den Brief abnahm. Dann stürmte ich zu meinem Winton Sport und fuhr direkt in die Redaktion. Hatch als Erzähler: Miss Amos konnte mir leider keine weiteren Informationen geben, da sie die fremden Männer immer nur gehört, aber nie gesehen hatte. Sie glaubte, dass es zwei verschiedene Männer waren, die sich in den letzten Wochen regelmäßig mit Mr. Willis in dessen Wohnung getroffen hatten. Ich zeigte ihr noch das Bild von Miss Field, aber damit konnte sie gar nichts anfangen. Sie betonte jedoch, dass Frauenbesuche in diesem Hause nicht erwünscht wären. 2 Als nächstes suchte ich Constans St. George in seinem Atelier auf, das sich in der Stadtresidenz des Malers befand. Sie merken schon, verehrtes Publikum, in diesem Fall ist Hutchinson Hatch ein wahrer Tausendsassa. Mich hatte der Ehrgeiz gepackt und ich wollte den gesamten Fall um das verschwundene Modell im Alleingang lösen. Ohne die Polizei und (hinter vorgehaltener Hand) vor allem ohne den Professor. Wie Sie sich eigentlich denken könnten, mein lieber Hatch, falls Sie sich zur Abwechslung einmal Ihres dafür vorgesehenen Körperteiles bedienen würden, weiß ich hiervon durchaus nichts! Muss ich es Ihnen gegenüber denn immer wieder ausdrücklich betonen, dass ich meine knapp bemessene Zeit nicht mit dem Studium von Tageszeitungen oder ähnlich dahingeschmierten Machwerken zu vergeuden pflege? Außerdem hält der Fall einer verschwundenen oder entführten Frau wohl kaum jenes anspruchvolle kriminologische Niveau bereit, das ein Professor van Dusen zu Recht für sich beanspruchen kann. Prof. van Dusen (entrüstet aus dem Off): Aber mein lieber Hatch, haben Sie sich da nicht ein bisschen weit aus dem Fenster gelehnt? Kennen Sie denn nicht das alte Sprichwort, das da lautet: „Hochmut kommt vor dem Fall“? Und das bei Ihren doch recht beschränkten kognitiven Fähigkeiten. Dass Sie beabsichtigten , auf die Dienste unserer fleißigen, aber unfähigen Polizei zu verzichten, kann ich Ihnen ja durchaus nachempfinden. Sie wollten Ihrem Intimfeind, dem wackeren Detective-Sergeant Caruso, „eins auswischen“, so sagt man doch!? Aber glaubten Sie wirklich ernsthaft, bei der Aufklärung des Falles auf mich, Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen, verzichten zu können...? Hatch: Aber... Hatch als Erzähler: Ich wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als es an der Tür klopfte. Die Tür öffnete sich und James, van Dusens Butler, kündigte unerwarteten Besuch an. Herein spazierte ein ziemlich verstört aussehender alter Bekannter. Hatch (herablassend gönnerhaft): Detective-Sargeant Rigoletto Caruso, die Leuchte der New Yorker Kriminalpolizei! Was verschafft uns denn die seltene Ehre? Sind sie mal wieder mit ihrem Latein am Ende? Hatch: Ich weiß Professor, und ich winde mich auch vor Ihnen wie ein unwürdiger Wurm im Staube. Sie haben natürlich wie immer vollkommen Recht. Niemand kann auf das kriminologische Genie eines Prof. van Dusen verzichten. Das musste ich auch sehr bald feststellen, als ich bei St. George ankam. Das Haus des Künstlers entpuppte sich als schmucker Herrensitz mit ausgedehntem Garten nebst dazugehörigem Gärtner. St. George hatte Geld, das konnte man förmlich riechen. Sein Gärtner, ein gewisser Mr. Vandermar, war hochgewachsen und sah so gar nicht wie jemand aus, der sich tagtäglich mit Grünzeug beschäftigt. Jedenfalls spielte er jetzt den Wachhund und ließ mich nicht durch. Ich redete auf ihn ein, ich bettelte, ich wollte ihm Geld geben. Schließlich drohte ich ihm sogar, aber nicht einmal das half. Bei dem Kerl biss ich auf Granit. Er bedaure, aber sein Herr, der große „Meister“, sei schon seit drei Tagen nicht im Hause. Schöne Bescherung! Nun war ich also in einer Sackgasse gelandet und hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. Wo war das verschwundene Modell bloß abgeblieben? Caruso (kleinlaut): Aber ich wollte doch nur... Hatch: ...mit dem Professor reden, so wie Sie es immer tun, wenn sie bei einem Fall nicht weiterkommen und... Van Dusen (unterbricht ihn): ...genau so, wie Sie es auch zu tun pflegen, mein lieber Hatch. Oder muss ich Sie etwa an den Grund Ihres Besuches erinnern? Lassen Sie doch den armen Detective-Sargeant ausreden. Ich bin gespannt, ob sein Anliegen stimulierender auf mich wirkt als Ihre doch sehr banale Entführungsgeschichte. Berichten Sie, Caruso! Caruso: In Ordnung, Professor! Gestern Nacht wurde in der Society of American Artists eingebrochen. In einen hermetisch abgeriegelten Raum ohne Fenster und mit fest verschlossener Eichentür! Als wir am Tatort eintrafen, war die Tür jedenfalls abgesperrt. Dazu müssen Sie wissen, Professor, dass es für diese Tür nur zwei Schlüssel gibt. Den einen hat der Nachtwächter und den anderen der Museumsdirektor, Mr. Stone. Beide hatten aber ihre Schlüssel bei sich und beide haben für die Tatzeit, etwa eine Viertelstunde vor Mitternacht, ein bombensicheres Alibi. Der Direktor war da gerade beim Bürgermeister. Ein ziemlich wichtiger Termin... Ratlos fuhr ich in die 35. Straße West und suchte Professor van Dusen auf. DIE DENKMASCHINE empfing mich mit der gewohnten Wärme und Herzlichkeit. * Van Dusen (barsch): Nun, Hatch, was wollen Sie? Ich bereite gerade eine wegweisende, ja epochale Vorlesung über die Nutzung der Erdwärme vor. Hatch als Erzähler: ...hier muss ich mich erläuternd in die Schilderungen unseres geschätzten Plattfusses Caruso einmischen. Die genannten feinen Herren, der Bürgermeister, der Museumsdirektor Archibald Stone, sowie unser Polizeichef, Mr. Delamere, und noch zwei mir nicht näher bekannte Herren aus der besseren Gesellschaft trafen sich jeden Monat einmal zum Bridge. Bei dieser Gelegenheit wurde viel getrunken und nebenbei das eine oder andere Geschäft eingefädelt. Mr. Stone war also den Hatch: Na ja, Professor, ich bin da an einer ziemlich verzwickten Sache dran. Die Sache ist die: Eine junge Frau ist verschwunden. Und zwar genau die, die für das atemberaubende Bild „Erfüllung“ des Malers St. Georg Modell stand. Sie wissen schon, Professor, d a s Bild, über das die Zeitungen der Stadt seit Wochen schreiben. Van Dusen: 3 ganzen Abend lang in illustrer Runde gewesen und somit über alle Zweifel erhaben. Und der Nachtwächter hatte sich zur Tatzeit mit zwei Streifenpolizisten unterhalten, die gerade ihre Runde machten. Da geschah es: Um genau 23:45 Uhr erschütterte eine Explosion das Museum. Die verdutzten Polizisten telefonierten sofort mit der Zentrale, um Verstärkung anzufordern. Es dauerte auch keine halbe Stunde, bis Caruso mit seinen Mannen eintraf. Der Nachtwächter hatte inzwischen schon mal die Tür ausfindig gemacht, hinter der die Explosion stattgefunden haben mußte. In Anwesenheit der zwei Streifenpolizisten steckte er seinen Schlüssel ins Schloss, öffnete die Tür und fand...nichts. Keine Einbrecher, kein Flammeninferno, keine Verwüstung. Also verschloss der Nachtwächter die Türe wieder vorschriftsgemäß und wartete auf das Eintreffen der Kripo. Wie groß ist der besagte Raum und was wurde eigentlich gestohlen? Van Dusen: Und was geschah, als Sie um exakt 00:15 Uhr im Museum eintrafen, Caruso? Van Dusen: Mein lieber Hatch, ich weiß, was Sie mir sagen wollen, aber fassen Sie sich in Geduld. Noch bin ich mit der Befragung unseres wackeren Gesetzeshüters nicht fertig. Caruso: Der Raum ist etwa fünf mal fünf Meter groß und ca. vier Meter hoch. Keine Fenster, wie gesagt. Der einzige Zugang erfolgt durch die Tür. Und geklaut wurde nur ein Bild und zwar die „Erfüllung“ von St. George. Hatch als Erzähler: Bei Carusos letzten Worten verschluckte ich mich fast an meinen Whisky. Ich konnte es gar nicht glauben. Es war unmöglich, dass die Entführung und der Diebstahl des Bildes nicht zusammenhingen. Der Professor war wie immer die Ruhe in Person, er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Gerade wollte ich mich an den Professor wenden, als dieser auch schon das Wort ergriff. Caruso: Ja, ähm. Wir gingen also geschlossen zu besagter Tür und ließen den Nachtwächter ein zweites Mal aufsperren. Alles war ruhig. In meiner Funktion als DetectiveSargant und somit ranghöchster Polizist rief ich laut in den Raum hinein, dass sich die Einbrecher jetzt ergeben sollten. Aber es geschah nichts! Kein Laut war zu hören. Wir warteten, und als etwa eine halbe Minute vorbei war, beschloss ich, den Raum zu stürmen. Wir also durch die Tür, aber da war niemand zu sehen. Doch bevor wir das elektrische Licht einschalten konnten, geschah es. Die Einbrecher ließen eine zweite Bombe im Raum explodieren. Alle Mann warfen sich vorschriftgemäß auf den Boden, um keine Splittern abzukriegen. Aber von Splittern war überhaupt nichts zu spüren. Es gab nur einen großen Knall und viel Rauch. Es herrschte ein großes Durcheinander, einer der Kollegen von der Streife geriet sogar in Panik und schoss mit seiner Pistole um sich. Zum Glück hat er niemanden verletzt. Als sich der Rauch dann verzogen hatte, traten wir geschlossen den Rückzug zurück. Hatch : Wie Sie meinen, Professor. Van Dusen: Ich würde gern noch erfahren, ob unserem guten Detective-Sargeant etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist. Standen Gegenstände in dem Raum herum, in denen oder hinter denen sich die offenbar recht gewitzten Einbrecher verstecken konnten? Caruso: Aber, Professor! Das geht ein bisschen zu weit! Sie werden doch wohl nicht so etwas wie Sympathie für diese hinterlistigen Diebe verspüren?! Immerhin... Van Dusen: Das tut hier nichts zur Sache, Caruso. Beantworten Sie meine Frage! Caruso: Ja, also, lassen Sie mich mal nachdenken... Van Dusen: Hatten Sie die Tür des Ausstellungsraumes bei ihrem heroischen Sturmangriff hinter sich geschlossen? Hatch als Erzähler: Während Caruso sich sichtlich abmühte, seine grauen Zellen auf Trab zu bringen, möchte ich das folgende Gespräch für Sie, meine Damen und Herren, kurz zusammenfassen. Wir haben ja nicht endlos Zeit. Der Polizei war kein Schrankkoffer oder ähnliches Inventar im Raum aufgefallen, in dem sich jemand verstecken konnte. Das einzige, was die Hüter von Recht und Ordnung fanden, war die Sprengkapsel der zweiten Rauchbombe, die auf dem Boden lag. Bei näherer Untersuchung stellte sich diese jedoch als völlig ungefährlich heraus. Nach dem ersten Schock begannen die unerschrockenen Helden um Detective-Sargeant Caruso, das gesamte Museum nach Tätern und Bild abzusuchen. Gefunden haben sie natürlich nichts. Sie stellten bloß fest, dass die Museumspforte nicht mehr verschlossen war. Und das, obwohl diese vom Nachtwächter im Beisein der gesamten Polizeimannschaft verriegelt worden war. Eine Blamage auf ganzer Linie. Und wenn erst Mr. Delamere davon erfahren würde... Caruso sah seine Beamtenpension schon den Bach runtergehen und da fiel ihm nichts Besseres ein, als sich schnurstracks zu Professor Dr. Dr. Caruso: Nein, die war offen. Schließlich schreibt die Dienstordnung vor, dass man sich den Rücken freizuhalten hat. Van Dusen: Hatten Sie denn auch vorschriftgemäß einen Wachtposten an der Tür aufgestellt? Caruso (kleinlaut): Wissen Sie, Professor, in der Aufregung sind alle Mann in das Zimmer gestürmt. Sogar der Nachtwächter, der uns den Lichtschalter zeigen wollte. Van Dusen (tadelnd): Sie haben die Tür also unbewacht zurückgelassen? Caruso (noch kleinlauter): Ja. Van Dusen (seufzt missbilligend): 4 Dr. Augustus van Dusen, der DENKMASCHINE, zu begeben. Als Caruso mit seiner Beschreibung fertig war, überlegte der Professor noch kurz und sprang dann voller Tatendrang auf. sollte. Jener Brief kündigt nicht zwangsläufig eine Entführung oder gar einen Mord an. Caruso: Schön und gut, Professor, bei allem Respekt für ihre Meinung, aber ich als erfahrener Kriminalist sehe in der Sache jetzt klar. Der Maler verliebt sich in sein Modell, das so freizügig vor ihm posierte. Das Mädchen ist schon vergeben und wehrt sich gegen seine Annäherungsversuche. Der Verlobte von Miss Field stattet dem sauberen Herrn Maler einen Besuch ab, um ihn zur Vernunft zu bringen. Doch es hilft alles nichts. Der reiche und als exzentrisch bekannte St. George schmiedet einen Plan. Er will das Mädchen nur für sich, und in seinem Liebeswahn ist er sogar bereit, bis zum Äußersten zu gehen. Wahrscheinlich hat er auch das Bild in seiner Raserei gestohlen, nur um es endgültigfür sich zu behalten. Herr Professor, ich muss weg und eine Großfahndung einleiten. Danke für den Tipp, ich kann den Fall nun alleine lösen. Van Dusen: Meine Herren, allmählich beginnt mich diese kleine Geschichte zu interessieren. Nicht dass die Aufklärung der Umstände größerer geistiger Anstrengung bedarf, aber ich bin gespannt, wie die Ganoven die Polizei an der Nase herumgeführt haben. Natürlich habe ich mir schon die eine oder andere Theorie über den tatsächlichen Tathergang zurechtgelegt, die es noch anhand von Fakten zu überprüfen gilt. Doch bevor ich mich der Sache annehme und den Tatort besichtige, möchte ich noch den Brief sehen, den die verschwundene Miss Field bekam. Hatch? Hatch als Erzähler: Ja, der Brief! Den hatte ich in der Aufregung total vergessen. Ich gab ihn dem Professor. Während dieser das Schriftstück eingehender prüfte, klärte ich den verdutzt dreinblickenden Caruso über das verschwundene Modell auf. Der hatte natürlich nichts von dem Verschwinden der jungen Frau mitbekommen, da er für Entführungen nicht zuständig ist. Der Professor gab mir den Brief zurück, damit ich ihn in gewohnter Weise laut vorlesen konnte. Van Dusen: Bevor Sie nun wie Don Quichotte gegen die Windmühlen losstürmen, möchte ich Sie noch um einen Gefallen bitten, Caruso. Wäre es möglich, dass Sie bei den Polizisten, die den Tatort im Museum bewachen, Bescheid geben, dass Professor van Dusen einen ungehinderten Blick auf denselben werfen möchte? Caruso (leicht verwirrt, aber euphorisch): Aber klar doch, Professor, wird gemacht. Auch wenn der Fall schon so gut wie gelöst ist. Ich muss jetzt los, es gilt eine schöne Frau aus den Klauen eines Wahnsinnigen zu retten. Hatch (liest den Brief laut vor): Hatch als Erzähler: Und weg war er. Ich war ausnahmsweise derselben Meinung wie Caruso und wollte ihm nach, um mir den Sturm auf das Herrenhaus von St. Georg nicht entgehen zu lassen. Aber der Professor hielt mich energisch zurück. Er bestand darauf, dass ich ihm meine bisherigen Ermittlungsergebnisse im Fall der verschwundenen Miss Field noch einmal detailliert und von Anfang an schilderte. Zähneknirschend begann ich also, den Fall nochmals aufzurollen. Ich erzählte von meinem Gespräch mit Miss Startford, berichtete über den verschlossenen Mr. Willis und über seine Nachbarin Miss Amos und zu guter Letzt schilderte ich noch mein Gespräch mit dem seltsamen Gärtner des Malers . Als ich meine Ausführungen beendet hatte, lächelte der Professor ganz selig. Meine liebe Grace, es ist soweit. Ich werde es tun, denn ich sehe mich dazu gezwungen. Auch Du kannst jetzt nicht mehr zurück, denn gestern war Victor hier und hat lautstark geprahlt. Er wird Dich nicht bekommen, dafür werde ich persönlich sorgen. Habe keine Angst, alles wird schnell gehen und niemand wird Dich mehr finden können. Denk morgen um zehn daran, Mord ist mein Geschäft. C. S. G. Professor! Das ist ja eine angekündigte Entführung. Wir müssen sofort los, um das Schlimmste zu verhindern! Dieser wahnsinnige Maler will das arme Mädchen bestimmt umbringen und verschwinden lassen. So steht es jedenfalls hier. Van Dusen: Nun, Hatch, ist Ihnen etwas aufgefallen? Hatch als Erzähler: Ich war von meinem Sessel aufgesprungen und auch Caruso blickte ganz entsetzt drein. Nur der Professor war wieder einmal die Ruhe in Person. Van Dusen: Aber, Hatch! Alle relevanten Fakten liegen vor Ihnen ausgebreitet. Zählen sie einfach zwei und zwei zusammen. Sie können doch nicht so blind sein. Van Dusen: Hatch! Sie handeln wieder einmal viel zu überstürzt. Versuchen Sie doch ein einziges Mal, logisch zu denken, auch wenn es Ihnen erwartungsgemäß schwer fallen Hatch: Also mir ist momentan nur eines klar, Professor, und zwar, dass ich nichts weiß. Außer, dass sich Caruso auf einer heißen Spur befindet... Hatch: Aufgefallen... Tja, was denn, Professor? Ich verstehe nicht, was sie meinen. Vielleicht hat Caruso ja doch Recht... 5 Mister Vandermar! Sie sind doch Gärtner und kein Polizist! Was ist hier los? Ich erwarte eine Erklärung! Van Dusen: Da können Sie ganz beruhigt sein! Detective-Sargeant Caruso befindet sich, wie immer, auf dem Holzweg. Und nun, mein lieber Hatch, werde ich den Fall seiner Lösung zuführen und Sie werden mir dabei wie gewohnt assistieren. Ich habe übrigens eine Aufgabe für Sie, die Sie bestimmt nicht überfordern wird. Gehen sie noch mal zur Wohnung der beiden Damen und sehen sie nach, ob Kleidung von Miss Field fehlt. Ich werde derweilen anderweitige Ermittlungen anstellen. Wir treffen uns... sagen wir um achtzehn Uhr vor der Society of American Artists. Heute Abend werde ich diese kleine Affäre komplett aufgeklärt haben. Miss Startford: Was soll das? Sie können doch nicht einfach...... Mister Vandermar: Was wollen Sie? Hatch: Da ist doch was oberfaul! Hilfe, Polizei!!! Mister Vandermar: Zur Seite, Sie Dummkopf! Mister Cruup! Abmarsch! Hatch als Erzähler: Mit diesen Worten sprang der vermeintliche Polizist auf und verpasste mir eine astreine Kopfnuss, die mich ins Reich der Träume schickte. Mister Vandermar und sein Komplize nahmen die Beine in die Hand und weg waren sie. Miss Startford stieg aus der Droschke und kümmerte sich sehr rührend um mich. Hatch als Erzähler: Nun war ich total verwirrt. Ich hatte noch nie davon gehört, dass wahnsinnige Entführer auch Kleidung für ihre Opfer mitnehmen. Aber als kriminologischer Assistent ist man ja einiges gewohnt. Ich fuhr also zurück in die Hummer Str. 19 und erlebte dort mein nächstes blaues Wunder. Ich klopfte an die Wohnungstür von Miss Startford doch niemand machte auf. Ich drückte die Klinke...nicht abgeschlossen. Plötzlich öffnete sich die Wohnungstür des Nachbarn. Miss Startford: Mister Hatch, so sagen Sie doch was. Hatch: Was, wo........es regnet! Nachbar: Die is nich mehr da. Vor fünf Minuten waren die Herren von der Polizei da und ham sie abgeholt. Miss Startford: Das sind nur meine Tränen, die ich um Ihretwillen, lieber Hutchinson, vergossen habe. Sie leben ja noch. Ich bin ja so froh. Aber kommen sie erst mal weg von der Straße, dort drüben ist ein Lokal, da können Sie sich erst einmal frisch machen. Hatch als Erzähler: Ich lief die Treppe hinunter und fragte auf der Straße einen kleinen Jungen, ob er gesehen habe, wohin die Polizisten mit der Frau gefahren sind. Hatch als Erzähler: Die reizende Miss Startford half mir auf und stützte mich. Wir gingen direkt in das nahegelegene Lokal mit dem schönen Namen „Schwarzer Ritter“. Ich bestellte mir einen doppelten Whisky und für die Dame eine Tasse Tee. Junge: Natürlich weiß ich das, Sir! Die Polizisten haben die Dame in eine schwarze Droschke mit rotem Dach gesetzt und sind mit ihr Richtung Manhattan losgefahren. Hatch: Hier, Junge, da hast Du einen halben Dollar dafür, dass Du so gut aufgepasst hast! Miss Startford: Sie armer Held. Sie werden wohl eine stattliche Beule bekommen. Junge: Oh, vielen Dank, Sir! Hatch: Keine Sorge, so leicht kann man einen Hutchinson Hatch nicht außer Gefecht setzen. Der Whisky hilft auch ein bißchen... Ach, Herr Ober, bringen Sie mir bitte noch einen Doppelten. Hatch als Erzähler: Ich sprang in meinen Winton Sport und brauste wie ein Rennfahrer davon. Die Droschke musste mit ein bisschen Geschick und Pferdestärken unter der Motorhaube doch einzuholen sein. Ich wollte unbedingt wissen, warum Miss Startford von der Polizei verhaftet worden war. Schon nach kurzer Zeit konnte ich die auffällige Droschke vor mir sehen. Ich hatte wieder Glück, denn das Gefährt musste hinter einer breiten Kutsche stehen bleiben, die aus irgendeinem Grund nicht weiterkam. Ich kletterte aus meinem Wagen und ging zur Droschke um mit den Polizisten zu reden. Miss Startford: Woher wussten Sie eigentlich von meiner Verhaftung? Oder war es eher eine Entführung? Hatch: Ach, das war reiner Zufall, dass ich zur rechten Zeit am rechten Ort war. Ich bin noch einmal zu ihrer Wohnung gefahren, um Sie etwas zu fragen. Hatch: Hallo, mein Name ist Hut........ Miss Startford: Oh, da habe ich aber Glück gehabt. Hatch als Erzähler: Ich erstarrte. Der Uniformierte, der in der Droschke neben Miss Startford saß, war......... Hatch: Das denke ich auch, Miss Startford. Echte Polizisten waren das nicht. Aber bevor ich es vergesse, wissen Sie, ob Kleider in Miss Fields Schrank fehlen? Hatch: 6 Aber Sie sagten doch, St. George war es nicht. Miss Startford: Ja, das ist mir erst heute Mittag aufgefallen. Es fehlt ihre große Reisetasche. Aber Mister Hatch..... Van Dusen: Das heißt aber noch lange nicht, dass Sie nun unlogische Schlussfolgerungen ziehen dürfen. Wir kennen noch nicht alle notwendigen Fakten. Ah, da kommt ja Detective-Sargeant Caruso. Hatten Sie Erfolg? Hatch: Sagen sie doch bitte Hutchinson zu mir. Caruso: Hallo, Professor, Sie wissen es doch sicher schon. Die ganze Aktion ist schiefgelaufen und ich habe mich endgültig bis auf die Knochen blamiert. Mr. Delamere wird mich bestimmt zur Streife versetzen oder sogar suspendieren. Miss Startford: Also, Hutchinson, mir ist da gerade etwas eingefallen. Grace hatte noch einen Verehrer, das ist aber schon ein paar Monate her. Ich weiß nicht, wer das war. Grace hat mir ja nie etwas erzählt. Sie hat sich nur zwei, drei mal mit ihm getroffen, dann nicht mehr. Ich glaube, er war Maler, oder Fotograf. Oder vielleicht Schauspieler? Van Dusen: Berichten Sie, Caruso. Haben Sie Mr. St. Georg in seinem Haus angetroffen? Hatch: Das ist ja sehr interessant. Ich denke, das könnte der gesuchte Entführer sein. Nun muß ich aber leider los und die Neuigkeiten an Professor van Dusen weitergeben. Kennen Sie vielleicht jemanden, bei dem Sie die nächsten Tage bleiben können? Ich wüsste Sie gern in Sicherheit. Caruso: Ja und nein. Er war nicht zuhause, als ich und meine Männer eintrafen. Nachdem uns nicht geöffnet wurde, sind wir gewaltsam ins Haus eingedrungen und haben es gründlich durchsucht. Professor van Dusen, Sie müssen mir helfen, ich... Miss Startford: Ja, ich könnte für ein paar Tage zu meiner Cousine in die Washington Street ziehen. Van Dusen: Nun reißen Sie sich doch ein bisschen zusammen, Detective-Sargeant! Was geschah dann? Hatch als Erzähler: Ich bedankte mich nochmals bei Miss Startford, kippte meinen Whisky hinunter und bezahlte schnell die Getränke. Anschließend rannte ich zu meinem Automobil und fuhr direkt in die Society of American Artists, um dort den Professor zu treffen. Caruso: Ja, äh, Mr. St. Georg kam zurück, aber er war nicht allein. Hatch: Hatte er etwa Miss Field bei sich? * Van Dusen: Da sind Sie ja, mein lieber Hatch. Ich habe gerade die Besichtigung des Ausstellungsraumes beendet, aus dem das Bild gestohlen wurde. Caruso: Nein, das gerade nicht, Mr. Hatch. Aber Mr. St. Georg war die letzten drei Tage mit meinem Chef und dessen Frau beim Angeln in seinem Ferienhaus an der Küste. Sie waren die ganze Zeit zusammen, auch gestern, als im Museum eingebrochen wurde. Zum Zeitpunkt des Einbruches waren die beiden Herren zusammen beim Bridge, mit dem Museumsdirektor. St. George kam also mit meinem Chef und dessen Frau zu seiner Stadtwohnung zurück und fand das Chaos vor, das wir bei der Durchsuchung angerichtet hatten. Mein Chef war außer sich. Er brüllte mich und meine Männer an und drohte mit einem Disziplinarverfahren, das sich gewaschen hätte. Das war vor einer Stunde und dann sind wir wortlos abgezogen. Hatch: Und? Haben Sie was entdeckt? Van Dusen: Nur Geduld, Sie werden bald alles erfahren. Und was haben Sie herausgefunden? Fehlte Kleidung? Hatch: Ja, und einen unbekannten Verehrer hatte Miss Field auch. Ich bin mir da ganz sicher, der war´s. Hatch als Erzähler: Ich berichtete dem Professor kurz von der Entführung von Miss Startford und von den angeblichen Polizisten Mister Vandermar und Mister Cruup. Meinen K.O. in der ersten Runde verschwieg ich aber. Als ich die verkleideten Entführer erwähnte, blitzte es kurz in van Dusens Augen auf. Ich war mir sicher, dass einer der beiden Herren dieser mysteriöse Verehrer von Miss Field war und das sagte ich dem Professor auch. Van Dusen: Ich hatte Sie doch gewarnt, Caruso! Aber nun beruhigen Sie sich, der Fall ist so gut wie abgeschlossen. Ich brauche nur noch wenige Informationen, um das Puzzle zu vervollständigen. Danach können Sie Ihrem Polizeichef die Täter und das gestohlene Gemälde präsentieren. Ich möchte, dass Sie mit einigen Polizisten um 22:00 Uhr bei mir zuhause erscheinen. Sie natürlich auch, Hatch. Ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, dass Sie daran interessiert sind, bei der endgültigen Lösung des Falles zugegen sein. Aber vorher, meine Herren, muss ich noch einige wichtige Telefonate führen. Van Dusen: Hatch, muss ich Sie schon wieder ermahnen, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Analysieren Sie die Fakten und trennen Sie Wesentliches von Unwesentlichem! Hatch als Erzähler: Mit diesen Worten verließ uns der Professor. Caruso und ich schauten ihm verblüfft nach. Da noch genügend Zeit Hatch: 7 war, vertrieb ich mir diese mit einem herzhaften Essen und einer guten Corona Corona. Pünktlich um 22:00 Uhr erschien ich beim Professor. Der hatte sich wieder in seine Unterlagen über die Erdwärme vergraben und schien kein bisschen aufgeregt zu sein. Schmierenspiels zu beginnen. Fast alle relevanten Akteure sind versammelt. Wo bleiben Sie nur so lange? Hatch: Ach, wissen Sie, Professor... Van Dusen: Setzen Sie sich meine Herren und natürlich auch Sie, Miss Startford. Es ist mittlerweile schon spät geworden und ich möchte nun mit meinen Ausführungen beginnen. Dieser Fall begann...mit einem Irrtum. Mein geschätzter Assistent Mister Hatch glaubte, einer Entführung auf der Spur zu sein, nämlich der Entführung von Miss Field. Später kamen noch ein Kunstraub und eine zweite Entführung hinzu. Diese drei Ereignisse zu verbinden fiel mir nicht schwer. Es war auch nicht besonders schwer, den weiteren Verbleib von Miss Field zu eruieren. Hilfreich waren dabei die Angaben ihrer Kollegin und Mitbewohnerin, Miss Startford. Sie erinnerte sich daran, dass Miss Field noch einen zweiten Verehrer hatte, der Schauspieler oder etwas ähnliches war. Dieser zweite Verehrer hat weiter nichts mit dem Fall zu tun, aber er lenkte meine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung. Außerdem gab sie Mister Hatch einen Brief, den Miss Field von St. Georg bekommen hatte. Möchten Sie sich dazu äußern, Mister St. George? Hatch: Aber Professor, Sie können doch jetzt nicht lesen! Sie müssen noch den Fall lösen und Miss Field retten. Van Dusen: Ich kann Sie beruhigen, mein lieber Hatch! Miss Field wurde bereits gerettet, aber nicht durch meine Person. Und was den sogenannten „Fall um das gestohlene Gemälde“ betrifft, so stellt er nichts weiter als eine bloße Fingerübung dar und bewegt sich weit unter meinem üblichen Niveau. Allerdings haben Sie in einem Punkt Recht. Wir sollten den armen Detective-Sergeant Caruso und seine wackeren Polizisten nicht warten lassen. Wohl an denn, ans Werk! * Hatch als Erzähler: Szenenwechsel. Eine Turmuhr schlug Zwölf. Mitternacht. Das Anwesen von St. Georg wirkte noch gespenstischer als bei Tageslicht. Jawohl, meine Damen und Herren, Sie haben richtig gehört. Wir, das heißt Professor van Dusen, Carusos Polizeitruppe und ich, hatten uns hinter einer Wagenplane gut versteckt und beobachteten das Haus. Sie können sich vorstellen, welche Gesichter Caruso und ich gemacht haben, als wir vor dem Haus hielten. Der Professor verbat sich alle Fragen und ermahnte uns zur Stille. Da saßen wir also und plötzlich erschien eine mir bestens bekannte Kutsche mit rotem Dach. Heraus sprangen zwei schwarz gekleidete Gestalten, die wie die Affen über die Gartenmauer kletterten und im Dunkeln verschwanden. Etwas später stieg Mr. Willis aus der Kutsche und betrat das Anwesen durch das unverschlossene Gartentor. Er trug einen seltsamen Koffer bei sich. Wir verließen unser Versteck und folgten Mr. Willis vorsichtig bis zur Villa. Er trat durch die Haustüre ein, und gleichzeitig sprangen die zwei schwarzen Gestalten von einem Baum aus auf den Balkon. Sie brachen die Balkontüre auf und verschwanden im Inneren des Hauses. Unser kleiner Trupp umrundete auf Geheiß des Professors das Haus und versteckte sich in den Büschen vor der Terrasse. Durch die verglaste Terrassentür sahen wir St. George und eine Gestalt, die einen Sack über dem Kopf hatte. Mr. Willis trat ins Zimmer und gestikulierte wild mit den Händen. Als St. George nach dem seltsamen Koffer greifen wollte, den Mr. Willis bei sich trug, erschienen die schwarz gekleideten Gestalten im Türrahmen. Die eine trug einen großen Knüppel, die andere ein langes Messer. St. George wich zurück und öffnete die Terrassentür. Das war das Zeichen für Professor van Dusens großen Auftritt. Er schritt an St. George vorbei und riss der verhüllten Gestalt den Sack vom Kopf. Mr. Willis und seine Kumpanen wirkten überrascht und verdattert, jedenfalls reichte die Zeit für Caruso und seine Männer aus, ebenfalls ins Zimmer zu stürzen und die drei zu entwaffnen. Ala letzter folgte ich auch ins Haus. St. George: Ich habe mein Wort als Gentlemen gegeben, nichts zu verraten. Van Dusen: Gut, ihr Schweigen ehrt Sie, aber dann sehe ich mich gezwungen, alle Einzelheiten dieser Affäre zu enthüllen. Ich fahre fort. Als ich besagten Brief genauer in Augenschein nahm, kam mir unweigerlich der Gedanke, dass es sich dabei nicht um eine Drohung handelte, wie es unser geschätzter Detective-Sergeant Caruso und auch Sie, Mr. Hatch, fälschlicherweise annahmen. Es handelte sich bei dem Brief vielmehr um ein Angebot. Ja, ein Angebot zur Flucht, das St. George Miss Field machte. Doch warum wollte Miss Field fliehen? Miss Field ist eine schöne Frau, die sich leider mit dem falschen Mann verlobt hatte. Nämlich mit Ihnen, Mr. Willis. Mr. Willis (empört): Sie können nichts beweisen! Van Dusen: Oh doch, ich weiß alles! Ich habe mit Miss Field persönlich telefoniert. Aus aller Munde: Aaaaahhhhh! Van Dusen: Sie hat mir alles erzählt über Sie und Ihre Drohungen, Mr. Willis! Nachdem Sie etwa einen Monat mit Miss Field verlobt waren, steigerten Sie sich immer mehr in Ihre geradezu krankhafte Eifersucht hinein. Besonders schlimm wurde es, als Miss Field bei Mr. St. George Modell stand, um sich ein paar Dollar dazu zu verdienen. Sie wollte genug Geld zur Verwirklichung ihres Lebenstraums sparen. Als Mr. Willis dann das Bild in der Society of American Artists sah, raste er wie ein wilder Stier und drohte, Miss Field umzubringen. Miss Field telefonierte daraufhin mit St. George und bat ihn, ihr Geld für ihre Flucht zu leihen. St. George, ganz Gentlemen, tat nicht nur das. Er kannte ihren Van Dusen: Hatch, nun kommen sie doch endlich herein. Es ist an der Zeit. mit der entgültigen Auflösung dieses 8 Lebenstraum, er wusste, dass sie mit einer Schauspieltruppe nach Europa reisen wollte. Hatch als Erzähler: Wie Sie wissen, genießt Professor van Dusen nichts mehr als seine Erkenntnisse einem unwissenden Publikum vorzutragen. Nun stand er also mit stolzgeschwellter Brust vor uns und legte los. Miss Startford: Oh ja, sie sprach immer davon, eines Tages nach Europa zu gehen, um dort Schauspielerin zu werden. Van Dusen: St. George ermöglichte es ihr, sich durch Beziehungen und einen gewissen finanziellen Beitrag diesen Traum zu erfüllen und damit ein neues Leben zu beginnen. Da beide befürchteten, dass Mr. Willis die Spur von Miss Field verfolgen könnte, planten sie eine geheime Flucht. Der besagte Brief war sozusagen das Startsignal. Nachdem Mr. Willis St. George besucht hatte und damit prahlte, ihm oder Miss Field etwas anzutun, war die Stunde der Flucht gekommen. St. George benachrichtigte Miss Field und beschrieb ihr in einer geradezu kindisch einfachen Verschlüsselung den Treffpunkt. „Mord ist mein Geschäft“ war keine Drohung, es handelt sich hierbei um den – wohlbemerkt recht platten - Titel eines erfolgreichen Theaterstücks der Truppe „The Crimebusters“. Die Theatertruppe gastierte bereits seit Wochen im Shakespeare Theater und wollte in den nächsten Tagen nach Europa aufbrechen. Alles weitere war einfach aufzuklären. Ich rief im Shakespeare Theater an und erfuhr dort, dass die Theatertruppe als nächstes nach Boston weitergezogen war. Ich ließ mich mit dem dortigen Theater verbinden und sprach ein paar Worte mit dem Intendanten. Dieser vermittelte mir ein Gespräch mit der „Neuen“ bei den „Crimebusters“. Wie sich herausstellte, arbeitete Miss Field dort als Statistin und Mädchen für alles. Sie hatte sich nicht einmal einen Decknahmen zugelegt. Unter Tränen gestand sie mir die ganze unerfreuliche Geschichte und erklärte mir, dass sie Mr. Willis nie wieder sehen wolle. Detective-Sargeant Caruso, verhaften Sie Mr. Willis und auch seine Spießgesellen wegen Entführung, Kunstraubs, versuchter Erpressung - denn darum ging es eigentlich bei diesem Kunstraub - und Körperverletzung. Sie werden Mr. Cruup und Mr. Vandermar sicherlich auch in Ihrer Verbrecherkartei wiederfinden. Ich habe gesprochen. Van Dusen: Nachdem sich Miss Field seinem Zugriff entzogen hatte, wurde Mr. Willis geradezu verrückt vor Wut. Er fuhr sofort zu St. George, aber der hatte es vorgezogen, die Stadt zu verlassen und aufs Land zu fahren. Bei dieser Landpartie war er in Begleitung des Polizeichefs von New York und dessen Frau. Ein Glück für ihm, denn dadurch hatte er für den Einbruch im Museum ein unumstößliches Alibi. Mr. Willis fühlte sich um seine Rache betrogen, deshalb entwickelte er den einfachen, aber effektiven Plan des Kunstraubes. Hatch: Aber wie... Van Dusen: Unterbrechen Sie mich nicht, Hatch! Der Raub ging folgendermaßen vonstatten: Mr. Willis oder einer seiner bezahlten Komplizen legte kurz vor den Ende der Öffnungszeit eine kleine sogenannte „Höllenmaschine“ mit Zeitzünder in besagtem Raum ab. Dazu versteckte er ihn einfach hinter einem der schweren Wandvorhänge, die zu Dekorationszwecken angebracht waren, um die Stimmung im Raum für die Besucher dramatischer zu gestalten. Bei dem Sprengsatz handelte es sich um einen völlig ungefährlichen Feuerwerkskörper, wie man ihn überall käuflich erwerben kann. Die Spuren der Explosion fand ich an der Wand sowie an der Innenseite des Vorhangs wieder. Das Gehäuse der „Höllenmaschine“ oder das, was davon übrig blieb, wurde von den Dieben aus dem Raum entfernt. Caruso: Doch wie kamen die Diebe nachts in die Galerie? Alle Türen waren verriegelt und es war auch noch Polizei im Haus. Caruso: Wird gemacht, Professor. Güldenstern, Rosenkrantz, führen Sie die sauberen Herren in Handschellen ab! Van Dusen: „Polizei im Haus“ ist das richtige Stichwort, mein lieber Caruso! Mr. Willis hatte vor Ausführung seines Planes den Tatort sicher so gründlich studiert, wie man es von einem gewissenhaften Bankbeamten erwarten kann. Dabei muss er beobachtet haben, dass der Nachtwächter jeden Abend ungefähr zur selben Zeit ein kleines Schwätzchen mit zwei ihre Runde machenden Streifenpolizisten hielt. Genau zu diesem Zeitpunkt sollte die „Bombe“ hochgehen, damit die anwesenden Ordnungshüter sogleich ob der rätselhaften Geschehnisse telefonisch in der Mulberry Street um Verstärkung nachsuchen würden. Denn in der allgemeinen Aufregung wäre es sicher ein Leichtes, so dachte Willis wohl, sich als Polizist verkleidet der eintreffenden Verstärkung beim Betreten des Museums anzuschließen, um so den zweiten Teil des Planes, nämlich den Diebstahl des Bildes auszuführen. Die echten Polizisten achteten in der Eile des Gefechtes wie erwartet nicht auf die fremden „Kollegen“ oder hielten sie womöglich gar für die beiden Streifenpolizisten, die sich ja bereits im Gebäude aufhielten. Alles Folgende war leicht wie ein Kinderspiel. Der Raum wurde zur Erstürmung aufgeschlossen und alle liefen wie die Lemminge hinein, ohne auf die Tür zu Güldenstern, Rosenkrantz (gleichzeitig): Jawohl !! Hatch: Aber, Professor! Sie haben uns noch gar nicht verraten, wie das Bild gestohlen wurde! Van Dusen: Können Sie sich das denn nicht denken, Hatch? Benutzen Sie ihren Kopf und verbinden sie die Fakten zu einem logischen Ganzen. Caruso: Also, ich komm nicht drauf. Hatch: Mir geht es genauso, Professor. Bitte klären Sie uns auf. Van Dusen: Nun gut, aber ich werde mich in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde kurz fassen. 9 achten. Einer der als Polizist verkleideten Diebe zündete unbeobachtet eine starke Rauchkapsel, warf sie in den Raum und im allgemeinen Durcheinander entwendeten die beiden Komplizen dann das Bild. Diese Aktion war durch das Chaos im Dunkeln und den schießenden Polizisten unbemerkt geblieben. Ich muss sagen, der Raub des Bildes war eine Meisterleistung an Dreistigkeit. Nachdem er sich in den Besitz des Bildes gebracht hatte, plante Mr. Willis nun, St. George damit unter Druck setzen. Ob er Geld oder den Aufenthaltsort von Miss Field erpressen wollte, wird sich im Laufe des polizeilichen Verhörs sicher noch herausstellen. Weil aber St. Georg wider Erwarten nicht in seinem Stadthaus anzutreffen war, blieb Mr. Vandermar als Gärtner verkleidet als Spion auf dem Anwesen zurück. Er sollte St. Georges Rückkehr sofort an Mr. Willis melden. Dort traf ihn Hatch dann am Nachmittag an und wurde von ihm erfolgreich abgewimmelt. Mr. Willis dauerte das alles zu lange, deshalb ordnete er die Entführung von Miss Startford an. Willis war wohl der Überzeugung, dass die arme Miss Startford in die Pläne von Miss Field eingeweiht worden war. Dass dem nicht so war, erfuhr Mr. Willis aber nicht mehr, dank des heroischen Einsatzes von Mr. Hatch, durch welchen die Entführung so glücklich vereitelt wurde. Miss Startford (zu Hatch): Mein Retter, mein Held! Hatch (verlegen): Oooch, das gehört zu den einfacheren Aufgaben eines kriminologischen Assistenten. Van Dusen Am Nachmittag rief ich bei St. George an und teilte ihm meine bisherigen Erkenntnisse und den von mir gefassten Plan mit. Dieser war sofort bereit, sich an der Überführung von Willis als Täter zu beteiligen. Ich begab mich dann zu Miss Startford, da ich für die Durchführung des Planes noch einen weiblichen Lockvogel benötigte. St. George benachrichtigte daraufhin Willis, dass er ihm für das Bild Miss Field übergeben würde. Den Rest kennen Sie ja. Willis fiel auf die Falle herein und überführte sich damit selbst. Hatch als Erzähler: Miss Startford klatschte Beifall und warf sich dem Professor an den Hals. Dieser wurde rot wie eine Tomate und versuchte sich, so gut es ging, ihren Küssen zu entziehen. Bei diesem Schauspiel konnten Caruso und ich nur noch herzhaft lachen. So löste sich der Fall um die entführte Miss Field letztendlich in Wohlgefallen auf. Caruso war natürlich sehr erleichtert, seinem Chef das Bild und die Täter übergeben zu können. Seine Pension war damit bis auf weiteres gesichert. Ich ging an den nächsten Abenden mit Miss Startford aus und wir feierten den glücklichen Ausgang des Falles. Und Professor van Dusen konnte sich wieder ungestört seinen Studien widmen. Sie sehen: Ende gut, alles gut! Wenn Sie die Geschichte „Das Geheimnis des Ateliers“ von Jacques Futrelle kennen, dann haben Sie bestimmt festgestellt, dass meine Schilderung der Tatsachen die wohl glaubhaftere ist. Ich will hier nicht Stimmung für mich machen, aber... Sie wissen schon: es gibt nur einen wahren Biographen der „Denkmaschine“ und das bin ich, Ihr ergebener Hutchinson Hatch. 10