Constantin Film - Pathé Films AG

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Eine GÜNTER ROHRBACH / CONSTANTIN FILM Produktion
ein Film von
Hermine Huntgeburth
nach dem Roman von
Theodor Fontane
mit
Julia Jentsch, Sebastian Koch, Mišel Matičević
und
Rüdiger Vogler, Juliane Köhler, Thomas Thieme
Barbara Auer, Margarita Broich, Mirko Lang
Filmstart: 12. Februar 2009
Filmdauer: 117 Min.
www.effi.film.de
FILMVERLEIH
PATHÉ FILMS AG
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MEDIENBETREUUNG
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KURZINHALT
Auf Wunsch ihrer Eltern heiratet die temperamentvolle, siebzehnjährige Effi Briest
(JULIA JENTSCH) den fast 20 Jahre älteren Baron von Innstetten (SEBASTIAN
KOCH) – einen früheren Verehrer ihrer Mutter (JULIANE KÖHLER). Mit dieser aus
Vernunft geschlossenen Ehe beginnt für Effi ein eintöniges Leben fernab der Heimat:
Innstetten widmet sich voll und ganz seiner politischen Karriere und das verschlafene
Ostsee-Küstenstädten Kessin bietet wenig Abwechslung. Bis Major Crampas (MIŠEL
MATIČEVIĆ) auftaucht, ein Regimentskamerad Innstettens und charmanter
Frauenheld. Effi beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit ihm und erfährt endlich,
was Liebe bedeutet. Doch der Preis ist hoch: Für Crampas endet die Affäre tödlich.
Effi hingegen wird – anders als bei Fontane – ihre Konsequenzen ziehen und den
Schritt in ein neues Leben wagen...
PRESSENOTIZ
Theodor Fontanes "Effi Briest", der grosse Liebes- und Ehebruchsroman der
deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts, ist ein einzigartiger und beliebter Filmstoff.
Doch erstmals machte sich nun eine Regisseurin daran, die Geschichte der Effi neu
und aus heutiger Sicht zu lesen: Hermine Huntgeburth inszenierte bereits
Liebesgeschichten wie IM KREISE DER LIEBEN oder DIE WEISSE MASSAI mit
grosser Sensibilität und ihrer ganz persönlichen Handschrift. In EFFI BRIEST
verbindet sie den Reiz des historischen Stoffes mit dem Bewusstsein der Gegenwart
und zeigt die junge Effi in einer emanzipatorischen Entwicklung.
Die vielfach preisgekrönte Julia Jentsch (SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE)
spielt Effi Briest. Sie reiht sich damit ein in eine Riege von Stars – Marianne Hoppe,
Ruth Leuwerik, Angelica Domröse, Hanna Schygulla – die in dieser Rolle
unvergessen sind. Auch die übrigen Rollen sind glanzvoll besetzt: Sebastian Koch
(DAS LEBEN DER ANDEREN) spielt Effis Ehemann Baron von Innstetten, Juliane
Köhler (DER UNTERGANG) ihre Mutter Frau von Briest, Thomas Thieme (DAS
LEBEN DER ANDEREN) ihren Vater Herrn von Briest und Mišel Matičević (IM
WINTER EIN JAHR) Major Crampas, den romantischen Verführer Effis. Produziert
wurde der Film von Günter Rohrbach (ANONYMA, DIE WEISSE MASSAI,
SCHTONK, DAS BOOT).
Der Film wurde gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg, dem DFFF, dem
FFF Bayern, der FFA und der Filmförderung Hamburg.
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INHALT
Im preussischen Herrenhaus Hohen-Cremmen, dem Sitz der Familie von Briest,
findet ein Ball statt. Im festlich geschmückten Saal tanzt die siebzehnjährige Effi
(JULIA JENTSCH) ausgelassen mit ihrem Vetter Dagobert (MIRKO LANG). Sie sind
ein perfektes Paar. Effis Mutter, Luise von Briest (JULIANE KÖHLER), ist beim
Walzer vereint mit ihrem alten Verehrer Geert von Innstetten (SEBASTIAN KOCH)
und der alte Briest, ein robuster Mann über fünfzig (THOMAS THIEME), schwenkt,
leicht alkoholisiert, Effis Freundin Hulda über den Tanzboden. Man amüsiert sich.
Und ganz beiläufig fädelt Luise von Briest an diesem Abend die erste Begegnung
zwischen ihrer Tochter und Baron Innstetten ein.
Nur wenig später besucht Innstetten erneut Hohen-Cremmen und hält bei Effis Vater
um die Hand der Tochter an. „Effi komm!“, ruft die Freundin Effi noch aus dem
Garten. Doch Effi folgt ihrer Mutter zu Innstetten. „Wollen Sie die Frau eines Landrats
werden?“ fragt Innstetten. Effi ist ratlos. Soll sie wirklich diesen ihr völlig fremden,
doppelt so alten Mann heiraten? Ihre Mutter jedoch meint, dass Effi als kluges
Mädchen eine Ehe mit einem Mann wie Innstetten schätzen müsse, einem Mann von
Grundsätzen und mit glänzenden Karriereaussichten. Effi, wildes Mädchen, doch
auch folgsame Tochter, respektiert die Gepflogenheiten ihres Standes. Nach der
Hochzeit zieht Effi als Baronin Innstetten an den Ostsee-Küstenort Kessin.
In Kessin erwartet Effi ein Leben, das mit den Träumen und Erwartungen einer
jungen Frau nichts gemein hat. Ein finsteres Haus, das einst einem englischen
Kapitän gehörte und nicht nur über ein monströses Mobiliar verfügt, sondern offenbar
auch düstere Geheimnisse birgt. Innstetten gefällt sich in Andeutungen vom Spuk um
einen ertrunkenen Chinesen, dessen Grab in den Dünen liegt. Glaubt er selbst daran
oder will er seine junge Frau gefügig halten? Das Hausmädchen Johanna
(BARBARA AUER) beobachtet ihre neue Herrin mit latenter Aggressivität, offenbar
ist ihr Verhältnis zu Innstetten nicht so eindeutig, wie es ihrem Stand gemäss wäre.
Innstetten selbst gibt sich ganz seinem Karrierestreben hin. Der alte Apotheker
Gieshübler (RÜDIGER VOGLER) ist der einzige, der Effi liebevoll und aufmerksam
beobachtet und ihr Unglück durchschaut. Als Effi eine Tochter bekommt, übergibt sie
Annie, den Konventionen entsprechend, weitgehend der Obhut der Kinderfrau
Roswitha (MARGARITA BROICH).
„Eine gute Nachricht“ sei es, meint Innstetten, dass sein alter Regimentskamerad
Major Crampas (MIŠEL MATIČEVIĆ) nach Kessin übersiedle. Ein Mann, zwar nicht
ungefährlich, weil er bei den Damen zu gut ankomme, bei einem Duell hat er bereits
eine Verletzung davongetragen, doch wesentlich unterhaltsamer als die übrigen
Kessiner. Was Effi bald erfahren wird. Bei gemeinsamen Ausritten wie beim
Theaterspiel wird Effi seinem Charme erliegen, nicht zuletzt, weil sie endlich wieder
das wilde Mädchen sein darf, das die Gefahr liebt. Zum erstenmal empfindet Effi
Leidenschaft für einen Mann. Doch mehr als eine Affäre kann diese heimliche Liebe
zu Crampas nicht sein. Schon wird man im kleinen Kessin misstrauisch. Rettung
naht, als Innstettens Karriere vorangeht, er wird nach Berlin ins Ministerium berufen.
Effi verlässt mit Innstetten und ihrer Tochter Annie Kessin und damit auch Crampas.
In Berlin beginnt für Effi ein neues Leben. Crampas ist fern. Es lebt sich leichter mit
Innstetten in der Berliner Gesellschaft. Doch Effis Gesundheit ist nicht stabil. Als sie
nach einer Kur ihre Eltern in Hohen-Cremmen besucht, sechs Jahre sind inzwischen
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vergangen, findet Innstetten in Berlin durch Zufall die Briefe, die Crampas einst an
Effi schrieb. Innstetten, ein Mann mit Prinzipien, fordert Crampas zum Duell. In den
Dünen von Kessin trifft diesen die tödliche Kugel. Die Ehe von Insttetten und Effi wird
geschieden. Die Tochter Annie wird Innstetten zugesprochen. Die Eltern Briest
verstossen Effi. Doch, anders als bei Fontane, wird Effi nicht daran zugrunde gehen,
sondern ein selbstbestimmtes Leben wagen...
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NOTIZEN DES PRODUZENTEN
Theodor Fontanes „Effi Briest“ ist der grosse Liebes- und Ehebruchsroman der
deutschen Literatur, in seiner nationalen Bedeutung vergleichbar mit Werken der
Weltliteratur wie Flauberts „Madame Bovary“ oder Tolstois „Anna Karenina“. Es ist
ein Filmstoff wie kein anderer, und so lag es nahe, dass sich praktisch jede
Generation deutscher Filmemacher an ihm versucht hat. Die jungen Stars ihrer Zeit
setzten sich mit dieser Rolle ein Denkmal. Begonnen hat es mit Marianne Hoppe, am
Vorabend des zweiten Weltkriegs, unter dem Titel DER SCHRITT VOM WEGE und
ihr Regisseur war Gustaf Gründgens. Mitte der fünfziger Jahre war es Ruth Leuwerik
unter dem zeittypischen Titel ROSEN IM HERBST mit Rudolf Jugert als Regisseur.
Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gab es dann gleich zwei Filme, einen in
der DDR mit Angelica Domröse, Regie Wolfgang Luderer, und einen in
Westdeutschland mit Hanna Schygulla, Regie Rainer Werner Fassbinder, beide
ebenfalls unter dem Originaltitel EFFI BRIEST. Inzwischen sind fast 40 Jahre
vergangen, und es wird Zeit für eine neue, aus heutiger Perspektive erzählte
Version.
Die drei Verfilmungen vor Fassbinder hielten sich in einem vergleichsweise
konventionellen Rahmen und bedienten ihre Vorlage ohne eigenen künstlerischen
Anspruch. Erst Fassbinder hat durch seine strenge Stilisierung (in Schwarz-Weiss!)
den Stoff in eine neue Dimension gehoben. Gerade indem er sich penibel auf
Fontane einliess, hat er zugleich über ihn hinausgewiesen. Dennoch ist auch
Fassbinders Film seiner Zeit verhaftet geblieben.
Die Amerikaner und insbesondere auch die Engländer machen es uns seit Jahren
immer wieder vor, wie erfolgreich man mit den literarischen Klassikern umgehen
kann (siehe z.B. SINN UND SINNLICHKEIT oder STOLZ UND VORURTEIL). Es gibt
dafür ein grosses, aufgeschlossenes Publikum. Voraussetzung ist freilich, dass es
gelingt, den Reiz einer historischen Situation, ihre Dekors und Kostüme, ihre
einzigartige Aura mit dem Bewusstsein der Gegenwart zu vermählen. Mit diesem Ziel
wurde EFFI BRIEST gedreht.
Wir haben uns bemüht, Fontane neu zu lesen, die Ereignisse, die Gefühle, die
Obsessionen aufzudecken, die sich hinter den Zeilen verbergen. Der Roman ist
gewissermassen in Synkopen geschrieben, entscheidende Momente werden
unterdrückt, verschwinden im Off. Das Buch vibriert geradezu vor Sexualität, aber
der Text gibt sie nicht preis, versteckt sie in bedrohlichen Bildern, angstmachenden
Halluzinationen. Er ist quasi vor-freudianisch und gerade darum mit Freud zu lesen.
Das haben wir versucht, ohne uns dabei von Fontane zu entfernen.
In dem Roman stecken überdies zwei Themen von - betrachten wir unsere
Parallelgesellschaften - geradezu brennender Aktualität: Zwangsverheiratung und
Ehrenmord. Es ist noch nicht so lange her, dass solche Verhältnisse ein Teil unserer
eigenen Welt waren. Die Frau, die Fontane als reales Vorbild diente, ist erst vor
wenigen Jahrzehnten gestorben. Sie, die reale Figur, hat uns auch ermutigt, in einem
wichtigen Punkt von Fontane abzuweichen. Da war noch ein Leben nach dem
Leben, darum der befreiende Schluss.
Es ist der Vorteil historischer Geschichten, dass sich in ihnen die Konflikte stärker
abzeichnen, als wir das heute zulassen würden. Da ist ein Ehebruch noch eine
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unheilbare Katastrophe, und da wird nicht gestritten, sondern geschossen. Es sind
nicht die Probleme, die uns heute von den damaligen trennen, wohl aber die Art,
damit umzugehen. Da ist nichts geglättet und abgeschliffen, da ist alles harte Kante.
Zwei starke Frauen tragen diesen Film: die Regisseurin Hermine Huntgeburth und
die Schauspielerin Julia Jentsch. Hermine Huntgeburth hat in zahlreichen Kino- und
Fernsehfilmen gezeigt, wie genau, wie sensibel und wie modern sie Geschichten
erzählen kann. Und Julia Jentsch ist nicht zuletzt seit SOPHIE SCHOLL eine der
grossen Hoffnungen des deutschen Films, für EFFI BRIEST die Idealbesetzung.
Günter Rohrbach
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INTERVIEW MIT REGISSEURIN HERMINE HUNTGEBURTH
Erinnern Sie sich daran, wann Sie „Effi Briest“ zum ersten Mal gelesen haben?
Das war in der Schule und ich weiss noch, dass es nicht gerade meine
Lieblingslektüre war...
Wie kam es dann ausgerechnet zu dieser Verfilmung?
Wenn man das Buch richtig liest und sich auch mit dem Stoff auseinandersetzt, ist er
sehr spannend und im Prinzip auch sehr modern, weil es um Geschlechterrollen geht
und um den Einfluss, den die Gesellschaft auf Beziehungen hat. Das hat mich sehr
interessiert. Denn im Grunde ist „Effi Briest“ auch die Emanzipationsgeschichte einer
jungen Frau, die ihre Sexualität und ihr Innerstes entdeckt – und das, was sie als
Individuum ausmacht.
Das klingt nicht unbedingt nach der „armen Effi“, wie Fontane sie genannt
hat…
Ich finde, Effi ist ein Mensch, der eine Chance ergreift. Sie ist eine kraftvolle Frau, die
aus ihrem Gefühl heraus reagiert und sehr stark bei sich selber ist. Sie spürt, was sie
will. Sie hat eine Chance und ergreift sie auch. Das ist für mich eine positive, eine
kraftvolle Aussage.
Innstetten ist ja ein sehr preussischer Charakter. Gibt es heute noch Typen wie
ihn?
Ich denke, ja. Es kommt weniger auf die Zeit an als auf die Frage, inwieweit man sich
selbst als Mittelpunkt der Welt sieht. Innstetten hat diese Mischung aus Egozentrik
und Überempfindlichkeit – er ist jemand, um den alles kreist. So was findet man
heute natürlich auch.
Zur Besetzung: War Julia Jentsch als Effi für Sie sofort offensichtlich?
Ja, für mich war sehr schnell klar, dass Julia Jentsch das spielen muss. Die Qualität
und vor allem die Klarheit von Julia Jentschs Spiel machen sie zur absolut idealen
Effi Briest. Was Effi ausmacht, ist eine gewisse Ehrlichkeit, etwas Unverstelltes. Sie
tut und kann nur tun, was sie empfindet. Sie ist ein Mensch, der sich nicht verstellen
kann. Julia Jentsch trägt den Film mit soviel Kraft und Liebreiz, dass sie für mich die
ideale Besetzung ist.
Etwas überraschender war da die Besetzung von Sebastian Koch, der dem
deutschen Publikum ja eher als gutaussehender Sympathieträger bekannt ist.
Für mich war es immer ein Problem, wenn Innstetten nur als verknöcherter Bürokrat
dargestellt wird, der eigentlich völlig unattraktiv und komplett langweilig ist. Da ist es
ja kein Wunder, wenn sich ein junges Mädchen von ihm trennt und eigene Wege
geht! Es ist wichtig zu zeigen, dass sie sich nicht wegen äusserer Umstände von ihm
trennt, sondern dass es wirklich etwas mit der Beziehung zu tun hat. Ich finde, dass
Innstetten ein sehr komplizierter Charakter ist. Er hat eine Tiefe, er hat ein
Geheimnis, er hat etwas, was man entdecken muss. Er sehnt sich ja auch nach dem
Aufbrechen seiner eigenen Strukturen, kommt dann aber doch nicht damit zurecht,
als Effi sein Leben durcheinanderwirbelt. Er ist also ein Mann, der in sich schon eine
grosse Ambivalenz hat und da ist es wichtig, durch die Besetzung eine Spannung zu
erzeugen.
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Auch Mišel Matičević ist im deutschen Kino noch eine eher unkonventionelle
Wahl. Wie kamen Sie auf ihn als Crampas?
Ich fand es wichtig, neben Sebastian Koch eine starke Figur zu haben und das ist er.
Zudem wollte ich jemanden, der eine gewisse Leichtfüssigkeit hat. Er sieht gut aus
und ich finde, er hat eine positive Ausstrahlung. Man sollte sich vorstellen können,
dass es einfach Spass macht, mit ihm zusammen zu sein. Und abgesehen davon ist
Mišel Matičević auch ein sehr guter Schauspieler. Also, für mich lag er auf der
Hand...
Eine sehr interessante Konstellation ist auch das Paar Juliane Köhler und
Thomas Thieme als Effis Eltern. Juliane Köhler ist eigentlich noch recht jung,
gerade in der Rolle als Effis Mutter...
Man muss sich Innstetten und die Mutter Briest als ein Paar vorstellen können, weil
sie eins waren und im Grunde ihres Herzens auch geblieben sind. Letztendlich ist
das ja auch eine ganz interessante Perfidie dieser Geschichte, dass die Mutter ihre
eigene Tochter an den Liebhaber verheiratet. Deshalb brauchte die Figur der Mutter
Briest einerseits eine Strenge, aber andererseits auch eine gewisse Weichheit. Diese
Vielfältigkeit hat Juliane Köhler und diese Doppelbödigkeit gefällt mir sehr gut an ihr.
Thomas Thieme habe ich schon lange als Schauspieler bewundert und abgesehen
davon, dass es grossen Spass macht mit ihm zu arbeiten, hat er mit seiner
Menschlichkeit und seiner Wärme diesem Herr von Briest eine Tiefe gegeben, die ich
ganz toll finde. Gleichzeitig hat aber auch die Verkommenheit und Feigheit der Figur
zum Ausdruck gebracht.
Waren für Sie die Änderungen im Drehbuch gegenüber dem Roman nach vier
Verfilmungen wichtig?
Ja, ich denke wenn man sich noch einmal mit der Geschichte befasst, dann muss
man etwas ganz Neues zeigen. Die reine Nacherzählung, die reine Übersetzung des
Romans ist, glaube ich, nicht mehr zeitgemäss. Trotzdem sind aber die Themen, die
im Roman behandelt werden, absolut übertragbar auf heute und deswegen finde ich
es spannend, die Dinge zu zeigen, die nie gezeigt worden sind, aber indirekt und
zwischen den Zeilen zu lesen sind.
Haben Sie sich zur Vorbereitung auch noch einmal mit der realen Geschichte
beschäftigt?
Ein bisschen. Das Vorbild für Effi Briest, Elisabeth von Ardenne, hat ja noch lange
gelebt und mehr als ein Kind gehabt. Fontane hat die Grundkonstruktion dieser
Geschichte genommen, um über die Moral dieser Zeit zu erzählen, über die
Doppelbödigkeit und die Bigotterie dieser Gesellschaft. Teilweise konnten wir diese
Originalgeschichte auch sehr gut für die Verfilmung gebrauchen, zum Beispiel bei
der Figur des Crampas, der im Film ein sehr sportiver, sehr körperbetonter Mensch
ist – wie die Originalfigur.
Kann man Effi als modernes Mädchen bezeichnen, das es in die falsche Zeit
verschlagen hat?
Auf jeden Fall. Modern an ihr ist, dass sie wie die Mädchen heute die Dinge tut, die
sie gerne möchte und die sie empfindet. Die Zeit der Frauen und Mädchen, die
beginnt ja jetzt erst. Von Gleichberechtigung ist lange nur geredet worden, aber
heute werden die jungen Mädchen mit einem Selbstbewusstsein erzogen, mit dem
sie frei in die Welt hinaus gehen und sich behaupten können, ohne ihre Weiblichkeit
verleugnen zu müssen. Und Effi ist so eine junge Frau, die ein geerdetes Gefühl zu
sich selber hat und in die falsche Zeit geraten ist.
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INTERVIEW MIT HAUPTDARSTELLERIN JULIA JENTSCH
Können Sie sich noch erinnern, wann Sie „Effi Briest“ zum ersten Mal gelesen
haben?
Das muss in der Mitte der Oberstufe gewesen sein – ich erinnere mich auf jeden Fall,
dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe. Ich fand die Geschichte spannend und
bin da richtig eingetaucht. In erster Linie ist mir natürlich Effis Schicksal nahe
gegangen, aber faszinierend fand ich auch, dass alle Menschen, die in dem Roman
vorkommen, eine gewisse Widersprüchlichkeit haben – und ihre Gefühle auch zum
Ausdruck bringen. Dadurch hatte der Stoff für mich etwas ganz aktuelles! Es geht
letztlich um ganz zeitlose Emotionen und Konflikte, die heute genauso gut stattfinden
könnten.
Was genau hat Sie an Effis Schicksal berührt?
Am Anfang der Geschichte befindet sich Effi gerade am Übergang vom Kind zur
Frau. In ihr erwachen die ersten Liebesempfindungen, aber gleichzeitig spielt sie
noch mit ihren Freundinnen – und dann findet sie sich plötzlich in einer Ehe mit
einem Mann wieder, den sie vorher nicht kannte, der um einiges älter ist und dann
auch noch ein ganz spezielles Verhältnis zu ihrer Mutter hat. Effi befindet sich
plötzlich in einer Welt, mit der sie gar nichts anfangen kann und die ihr Angst macht.
Zum einen ist diese Angst natürlich durch die äusseren Umstände bedingt, eine
fremde Stadt, ein Haus, in dem es spukt… aber der meiste Spuk und die meiste
Angst entsteht durch die Gefühlskälte, die ihr entgegenschlägt.
Wie würden Sie Baron von Innstetten beschreiben?
Innstetten ist ein Mensch, dessen Liebe und dessen Sehnsüchte enttäuscht wurden
und der es nie geschafft hat, über diese Enttäuschung hinwegzukommen. Eigentlich
also auch eine sehr traurige Figur. Gleichzeitig ist er jedoch Karrierist und man fragt
sich, wie es wohl dazu gekommen ist. Ist dieser Ehrgeiz vielleicht aus einer
Enttäuschung auf einer anderen, persönlichen Ebene entstanden? Effis Mutter, die
er sehr geliebt hat, entschied sich damals gegen ihn, den kleinen Gardeoffizier, und
für die Ehe mit jemandem, der viel Geld hatte und der für sie sorgen konnte. Nun
sucht Innstetten nach etwas, das Effi ihm überhaupt nicht geben kann. Und Effi sieht
in ihm nur einen Mann, der nicht in der Lage ist, ihr Liebe oder Zärtlichkeit
entgegenzubringen.
Und Major Crampas? Ist er für sie ein typischer romantischer Held?
Ja, es umweht ihn schon ein Hauch von Romantik! Crampas steht für Freiheit, für die
Erfüllung von Sehnsüchten, für Liebe – auch wenn Effi im Nachhinein erkennt, dass
sie ihn nicht richtig liebt. Aber er ist für sie da und sie hat das erste Mal das Gefühl,
dass sich jemand für sie interessiert, dass jemand ihr Zuneigung entgegenbringt. Wie
alle Charaktere hat natürlich auch Crampas mehrere Seiten: Effi ist ja nicht die erste
verheiratete Frau, für die er sich interessiert. Und seine Frau zuhause scheint er ja
völlig zu vernachlässigen... Auch er ist eben eine Person, die noch auf der Suche ist
und ihre Erfüllung noch nicht gefunden hat. Und das ist das Spannende bei allen
Figuren: Sie sind alle eingebunden in die gesellschaftlichen Ordnungen und
Verhältnisse. Sie alle sind von anderen Menschen umgeben – und gleichzeitig auch
einsam und alleine.
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Wie war es, sich in dieser historischen Optik zu bewegen, zum Beispiel in den
Kleidern?
Da kann ich nur sagen ‚Chapeau!’ vor der Arbeit von Kostümbildnerin Lucie Bates
und ihren Schneiderinnen. Historische Kostüme vorzubereiten stellt ja hohe
Anforderungen. Das Kostüm Department hat wirklich Tag und Nacht gesessen und
genäht – und eng mit uns Schauspielern zusammen gearbeitet. Es gab immer wieder
Anproben und Lucie Bates hat nicht mit der Arbeit aufgehört, bevor alles optisch
stimmte und sie gesehen hat, dass die Schauspieler sich in dem Kostüm mit der
nötigen Freiheit und dem nötigen Wohlgefühl bewegen.
Was war das Besondere an der Zusammenarbeit mit Regisseurin Hermine
Huntgeburth?
Für mich ist ihre Art Regie zu führen etwas ganz neues gewesen – und dadurch auch
sehr spannend. Manchmal ist Hermine ganz von dem zurückgetreten, was vor der
Kamera passierte und hat der Situation einfach ihren Lauf gelassen – dabei ist eine
ganz intensive Atmosphäre entstanden. Gleichzeitig hat sie aber immer sehr genau
hingeschaut und darauf geachtet, dass die Motive, die sie haben will, auch
tatsächlich so drin sind.
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DAS HISTORISCHE VORBILD ZU FONTANES „EFFI BRIEST“
Elisabeth (genannt Else) Freiin von Plotho wurde am 26.10.1853 auf dem elterlichen
Gut Zerben an der Elbe geboren. Sie war das jüngste von fünf Kindern und wuchs
wild und eigenwillig auf. Mit zwanzig heiratete sie, nachdem sie seine Werbung
zunächst abgelehnt hatte, den Fähnrich Armand Leon von Ardenne. Das Paar lebte
zunächst in Berlin. 1881 wurde Ardenne als Rittmeister und Eskadronchef nach
Düsseldorf versetzt. Dort lernte Else den Amtsrichter Emil Hartwich kennen, der
Hobby-Maler und ein fanatischer Verfechter körperlicher Ertüchtigung war. Die
Liebesgeschichte zwischen Else und Hartwich wurde von Armand von Ardenne
entdeckt, als dieser sich, Argwohn schöpfend, mittels eines Nachschlüssels die
Briefe verschaffte, die Hartwich an Else geschrieben hatte. Am 27. November 1886
fand das Duell zwischen Ardenne und Hartwich statt. Hartwich schoss in die Luft,
Ardenne traf Hartwich in den Unterleib. Hartwich starb am 1. Dezember 1886. Es war
das letzte bekannt gewordene Duell in Deutschland.
Else von Ardenne lebte bis zum 5. Februar 1952, zuletzt in Lindau am Bodensee. Ihr
Tod wurde in der Lindauer Zeitung vom 6. Februar 1952 gemeldet: „Die älteste
Lindauerin, Elisabeth von Ardenne, ist am Montag im 99. Lebensjahr gestorben.“
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FONTANE ÜBER DIE HISTORISCHE FIGUR UND SEINEN ROMAN
„Es ist eine Geschichte nach dem Leben, und die Heldin lebt noch. Ich erschrecke
mitunter bei dem Gedanken, dass ihr das Buch – so relativ schmeichelhaft die
Umgestaltung darin ist – zu Gesicht kommen könnte.“
Brief Theodor Fontanes vom 13. November 1895
„Mir wurde die Geschichte vor etwa sieben Jahren durch meine Freundin und
Gönnerin L. bei Tisch erzählt ‚Wo ist denn Baron A.?’ fragte ich ganz von ungefähr.
‚Wissen sie nicht?’ und nun hörte ich, was ich in meinem Roman erzählt. Übrigens,
glaube ich, wusste Frau L. den Namen der Dame nicht genau. Alles spielte, um auch
das noch zu sagen, am Rhein, nicht in Pommern. Das ist das wenige, was ich weiss.
Übrigens sagte mir Geheimer Rat Adler (der Architekt): ‚Gott, das ist ja die
Geschichte von dem A.’ Er hatte es doch rausgewittert.“
Brief Theodor Fontanes vom 21. Februar 1896
„Die ganze Geschichte ist eine Ehebruchsgeschichte wie hundert andere mehr und
hätte, als mir Frau L. davon erzählte, weiter keinen grossen Eindruck auf mich
gemacht, wenn nicht die Szene bzw. die Worte ‚Effi komm’, darin vorgekommen
wären. Das Auftauchen der Mädchen an den mit Wein überwachsenen Fenstern, die
Rotköpfe, der Zuruf und dann das Verschwinden machten solchen Eindruck auf
mich, dass aus dieser Szene die ganze lange Geschichte entstanden ist. An dieser
einen Szene können auch der Baron A. und die Dame erkennen, dass ihre
Geschichte den Stoff abgab.“
Brief Theodor Fontanes vom 21. Februar 1896
„Ja, die arme Effi! Vielleicht ist es mir so gelungen, weil ich das ganze
und fast wie mit einem Psychographen geschrieben habe – also
‚Dunkelschöpfung’. Sonst kann ich mich immer der Arbeit, ihrer Mühe,
Etappen, erinnern – in diesem Fall gar nicht. Es ist so wie von selbst
ohne rechte Überlegung und ohne alle Kritik.“
Brief Theodor Fontanes vom 2. März 1895
träumerisch
die reinste
Sorgen und
gekommen,
„Da ist nun also Effi. Schenken Sie ihr die Liebe, die sie menschlich so sehr verdient.
Von dem Manne, den eine Freundin von mir einen ‚alten Ekel’ genannt hat, wage ich
nicht zu sprechen. Männer – und nun gar wenn sie Prinzipien haben – sind immer
‚alte Ekels’. Darin muss man sich finden.“
Brief Theodor Fontanes vom 18. Oktober 1895
Heinrich Theodor Fontane wurde 1819 in Neuruppin geboren und starb 1898 in
Berlin.
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BESETZUNG
Julia Jentsch (Effi von Briest)
Julia Jentsch ist Absolventin der Staatlichen Schauspielschule Ernst Busch in Berlin.
International bekannt wurde sie durch ihre Verkörperung der Sophie Scholl in
SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE (Regie: Marc Rothemund, 2005), der 2006
für den Oscar® nominiert wurde. Im Jahr zuvor hatte Julia Jentsch für den gleichen
Film zahlreiche Darstellerpreise gewonnen, so erhielt sie den Deutschen Filmpreis,
den Silbernen Bären als Beste Schauspielerin sowie den Europäischen Filmpreis als
Best European Actress. In weiteren wichtigen Rollen war Julia Jentsch in DIE
FETTEN JAHRE SIND VORBEI (Regie: Hans Weingartner, 2004), der im
Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes lief und für den sie mit dem Bayerischen
Filmpreis als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet wurde, in DER
UNTERGANG (Regie: Oliver Hirschbiegel, 2005), der für einen Oscar® nominiert
wurde, in SCHNEELAND (Regie: Hans W. Geisendörfer, 2004) und in ICH HABE
DEN ENGLISCHEN KÖNIG BEDIENT (Regie: Jirí Menzel, 2006) zu sehen. Zuletzt
stand sie für die Bestseller-Verfilmung des Romans TANNÖD (Regie: Bettina Oberli)
vor der Kamera.
Ihre Theaterkarriere begann Julia Jentsch an den Kammerspielen in München, wo
sie von 2001 bis 2006 festes Ensemblemitglied war. Dort spielte sie u.a. in „Lulu
Live“ (Regie: Luk Perceval), „Die Nibelungen“ (Regie: Andreas Kriegenburg),
„Antigone“ (Regie: Lars Ole Walburg) und „Othello“ (Regie: Luk Perceval). Im Jahr
2002 wurde sie von der Zeitschrift „Theater heute“ als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Im November beginnen am Schauspielhaus Zürich die
Proben zu „Major Barbara“ unter der Regie von Peter Zadek.
Sebastian Koch (Geert von Innstetten)
Sebastian Koch wurde in Karlsruhe geboren und absolvierte sein Schauspielstudium
an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach seinem Abschluss
folgten erste Auftritte am dortigen Theater der Jugend sowie Engagements an den
Städtischen Bühnen Ulm, dem Staatstheater Darmstadt und den Staatlichen Bühnen
Berlin. Zuletzt feierte er als Lord Goring in Oscar Wildes "Ein idealer Gatte" unter der
Regie von Armin Holz am Schauspielhaus Bochum grosse Erfolge.
Zu Sebastians Koch zahlreichen Auftritten im Fernsehen zählen u.a. "Todesspiel"
(1997, Regie: Heinrich Breloer), "Napoléon" (2002, Regie: Yves Simoneau),
"Stauffenberg" (2004, Regie: Jo Baier) und "Speer und er" (2004, Regie: Heinrich
Breloer). Für die Titelrolle in "Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard
Oetker" (2001, Regie: Peter Keglevic) und für seine Schauspielleistung in der
Familiengeschichte "Die Manns" (2001, Regie: Heinrich Breloer) wurde Sebastian
Koch 2002 gleich zwei Mal mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Die Rollen des
Klaus Mann und des Albert Speer brachten ihm zudem den Bayerischen
Fernsehpreis ein. Im Sommer 2008 stand Koch in Halifax, Canada, unter der Regie
des britischen Regisseurs Mike Barker und neben Co-Stars Tim Roth, Neve
Campbell und Stephen Campbell Moore in der Titelrolle der internationalen
Neuverfilmung des Jack London Klassikers „Der Seewolf“ vor der Kamera. Der
Event-Zweiteiler wird 2009 im ZDF ausgestrahlt.
Auf der Leinwand war Koch u.a. in Florian Henkel von Donnersmarcks vielfach
preisgekröntem Kinoerfolg DAS LEBEN DER ANDEREN (2005) zu sehen, in dem er
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den Dramatiker Georg Dreymann spielt und dafür den Globo d'Oro 2007, den
italienischen "Golden Globe", für den besten Europäischen Schauspieler erhielt.
Neben mehreren Deutschen und Europäischen Filmpreisen 2006 wurde DAS LEBEN
DER ANDEREN auch mit dem Oscar® 2007 als Bester nicht-englischsprachiger Film
ausgezeichnet. Zuletzt brillierte Sebastian Koch in Paul Verhoevens BLACK BOOK
(2006) in der Rolle eines Nazi-Oberst, der sich in den von den Deutschen besetzten
Niederlanden in eine Jüdin aus dem Widerstand verliebt. Der Film ging als
niederländischer Beitrag ebenfalls ins Rennen um den Oscar® 2007 . Zuletzt drehte
Sebastian Koch für Pascal Verdosci den Kinofilm DAS VERHÖR DES HARRY WIND
und unter der Regie von Jan Fehse IN JEDER SEKUNDE (Kinostart Dezember
2008).
Mišel Matičević (Major von Crampas)
Mišel Matičević ist Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in
Potsdam. Nach dem Studium folgten Theaterengagements am Deutschen Theater in
Berlin, am Berliner Ensemble und am Kleist-Theater in Frankfurt/Oder. Im Kino war
er u.a. in GIERIG (Regie: Oskar Roehler, 1997), WEGE IN DIE NACHT (Regie:
Andreas Kleinert, 1998), HEIMKEHR (Regie: Damir Lukacevic, 2002) und zuletzt IM
WINTER EIN JAHR (Regie: Caroline Link, 2008) zu sehen. Im Jahr 2000 erhielt er
für seine Rolle in LOST KILLERS (Regie: Dito Tzinsadze) den Best Actor Award des
Internationalen Filmfestes Thessaloniki.
Zu Mišel Matičević zahlreichen Fernsehrollen zählen u.a. „Sehnsucht“ (Regie: Ciro
Capellari, 2003), „Kalter Frühling“ (Regie: Dominik Graf, 2003) und „Eine Stadt wird
erpresst“ (Regie: Dominik Graf, 2006). Für „Hotte im Paradies“ (Regie: Dominik Graf)
war Mišel Matičević 2005 für den Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler in
einer Hauptrolle nominiert. In seiner vierten Zusammenarbeit mit Dominik Graf
spielte er unlängst Clemens Brentano in dessen TV-Film „Das Gelübde“, für den er –
neben seiner Leistung in den TV-Produktionen „Die dunkle Seite“ und „Die
Todesautomatik“ – mit dem Deutschen Fernsehpreis 2008 ausgezeichnet wurde. In
seiner ersten internationalen Produktion stand Matičević 2006 in dem starbesetzten
TV-Dreiteiler „The Company“ neben Chris O’Donnell und Alfred Molina vor der
Kamera. Aktuell dreht Matičević erneut unter der Regie von Dominik Graf die TVSerie „Im Angesicht des Verbrechens“.
Juliane Köhler (Luise von Briest)
Ihre Schauspielausbildung absolvierte Juliane Köhler in New York. Seit 1988 ist sie
regelmässig auf deutschen Theaterbühnen zu sehen und spielt zurzeit als festes
Ensemblemitglied am Münchner Residenztheater. Im Jahre 1993 gab sie in Lars
Beckers Film SCHATTENBOXER ihr Kinofilmdebüt. Ihren grossen Durchbruch im
Kino hatte die Charakterdarstellerin 1999 mit dem Liebesdrama AIMÉE UND
JAGUAR unter der Regie von Max Färberböck. Für diese Rolle wurde sie bei den
Internationalen Filmfestspielen Berlin gemeinsam mit Maria Schrader mit dem
Silbernen Bären geehrt, ausserdem erhielt sie den Deutschen Filmpreis sowie den
Bayerischen Filmpreis. 1999 spielte sie darüber hinaus in Caroline Links KästnerVerfilmung PÜNKTCHEN UND ANTON. Die zweite Zusammenarbeit mit Caroline
Link folgte 2001 in dem Oscar®-prämierten NIRGENDWO IN AFRIKA. Zu ihren
weiteren Kinofilmen gehören u.a. MEIN ERSTES WUNDER (2002) von Anne Wild,
Oliver Hirschbiegels DER UNTERGANG (2005) und MONDKALB (Regie: Sylke
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Enders, 2007). Gerade stand sie für eine Rolle in Costa Gravas EDEN IS WEST vor
der Kamera und war zuletzt in ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN von Max
Färberböck in den Kinos zu sehen.
Thomas Thieme (Herr von Briest)
Thomas Thieme wurde in Weimar geboren und absolvierte sein Studium an der
Staatlichen Schauspielschule Ernst Busch Berlin. International bekannt wurde er
durch seine Rolle in DAS LEBEN DER ANDEREN (Regie: Florian Henckel von
Donnersmarck, 2006), der 2007 mit dem Oscar® ausgezeichnet wurde. In weiteren
Rollen war Thomas Thieme u.a. in DER UNTERGANG (Regie: Oliver Hirschbiegel,
2004), TAKING SIDES (Regie: István Szabós, 2000), FETTE WELT (Regie: Jan
Schütte, 1997) und LOTTE IN WEIMAR (Regie: Egon Günther, 1974) zu sehen.
Anfang kommenden Jahres wird er in der internationalen Produktion DER
VORLESER (Regie: Stephen Daldry) auf der Leinwand zu sehen sein.
Auf der Bühne war Thomas Thieme zuletzt an der Schaubühne Berlin, in der
Titelrolle von „Molière. Eine Passion“ (Regie: Luk Perceval) und in „Tod eines
Handlungsreisenden“ (Regie: Luk Perceval) zu sehen. Weitere Rollen am Theater
spielte er u.a. in der Inszenierung von Thomas Ostermeiers „Trauer muss Elektra
tragen“ (2006) und „Zerbombt“ (2005) an der Schaubühne Berlin, in „Schuld und
Sühne“ (Regie: Frank Castorf, 2005) an der Volksbühne Berlin und in „Othello“
(Regie: Luk Perceval, 2003) an den Münchner Kammerspielen. Für seine Leistung in
dem Stück „Schlachten“ (Regie: Luk Perceval) wurde er 2000 zum Schauspieler des
Jahres gewählt.
Neben diesen Arbeiten für das Theater und das Kino trat Thieme auch in zahlreichen
Fernsehproduktionen auf, u.a. in „Commissario Laurenti“ (Regie: Sigi Rothemund,
2005), „Die Nachrichten“ (Regie: Matti Geschonneck, 2004) und „Duell in der Nacht“
(Regie: Matti Geschonneck, 2007). Aktuell befinden sich gleich zwei TVProduktionen in der Postproduktion: „Helmut Kohl – Der Film“ und „Krupp – Eine
deutsche Familie“ in denen Thomas Thieme die historischen Personen Helmut Kohl
und Gustav Krupp verkörpert.
Rüdiger Vogler (Gieshübler)
Nach einer Schauspielausbildung an der Heidelberger Schauspielschule und einem
sechsjährigen Engagement am Frankfurter Theater am Turm, erlangte Vogler
internationale Bekanntheit als Darsteller in zahlreichen Filmen von Wim Wenders.
Sein Kinodebüt gab er in Wenders DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER
(1971), es folgten herausragende Rollen in ALICE IN DEN STÄDTEN (1974), IM
LAUF DER ZEIT (1976), BIS ANS ENDE DER WELT (1991), IN WEITER FERNE
SO NAH (1993) und LISBON STORY (1995). Darüber hinaus spielte er in Filmen mit
wie Margarethe von Trottas DIE BLEIERNE ZEIT (1981), Stefan Ruzowitzkys
ANATOMIE (1999), István Szabós SUNSHINE – EIN HAUCH VON
SONNENSCHEIN (2000) oder in dem erfolgreichen französischen Kinofilm von Luc
Bondy LASS DAS SEIN (2004). Zuletzt war er in Max Färberböcks ANONYMA –
EINE FRAU IN BERLIN in den Kinos zu sehen.
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Barbara Auer (Johanna)
Barbara Auer absolvierte ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und
Darstellende Kunst in Hamburg. Ihr Leinwanddebüt feierte sie mit Alexander Kluges
DIE MACHT DER GEFÜHLE (1982). Weitere Rollen spielte sie u.a. in VERFOLGTE
WEGE (Regie: Uwe Janson, 1988), HERZLICH WILLKOMMEN (Regie: Hark Bohm,
1989), FRAUEN SIND WAS WUNDERBARES (Regie: Sherry Horman, 1993), ICH
BIN DIE ANDERE (Regie: Margarethe von Trotta, 2005), YELLA (Regie: Christian
Petzold, 2006) und DER ANDERE JUNGE (Regie: Volker Einrauch, 2007). Für
MEINE TOCHTER GEHÖRT MIR (Regie: Vivian Naefe, 1991) erhielt Barbara Auer
das Filmband in Gold, für ihre Rolle in DIE INNERE SICHERHEIT (Regie: Christian
Petzold, 2000) wurde sie beim Deutschen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin
nominiert, ebenso 2007 für DER LIEBESWUNSCH (Regie: Torsten C. Fischer). Mit
Hermine Huntgeburth arbeitete Barbara Auer bereits bei IM KREISE DER LIEBEN
(1990) zusammen. Im Dezember 2008 wird Barbara Auer neben Sebastian Koch in
Jan Fehses IN JEDER SEKUNDE auf der Leinwand zu sehen sein.
Für ihre Rolle in der TV-Produktion „Der Boss aus dem Westen“ (Regie: Vivian
Naefe, 1988) wurde Barbara Auer mit der Goldene Kamera ausgezeichnet, den
Telestar für die Beste schauspielerische Leistung im Bereich TV-Film erhielt sie für
ihre darstellerische Leistung in „Der Grosse Abgang“ (Regie: Nico Hofmann,1995).
Margarita Broich (Roswitha)
Margarita Broich studierte zunächst Fotodesign in Dortmund und arbeitete im
Anschluss als Theaterfotografin mit Claus Peymann in Bochum zusammen. Erst
dann entschied sie sich für das Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in
Berlin. Am Theater spielte Margarita Broich u.a. unter der Regie von Theatergrössen
wie Einar Schleef, George Tabori, Robert Wilson, Christoph Schlingensief und
Heiner Müller, in dessen Hamlet-Inszenierung sie an der Seite von Ulrich Mühe die
Ophelia war.
Margarita Broich spielte in Filmen wie SALTIMBANK (Regie: Jean Claude Biette,
2003), WOLFSBURG (Regie: Christian Petzold, 2003), ZWILLINGE (Regie: Ben
Sombgaart, 2004), der für den Oscar „Bester ausländischer Film“ nominiert war, und
WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN NICHT EINPARKEN
KÖNNEN (Regie: Leander Haussmann, 2007). Zuletzt stand Margarita Broich für
Matthias Glasners THIS IS LOVE und UNTER BAUERN (Regie: Ludi Boeken) an der
Seite von Armin Rohde und Veronica Ferres vor der Kamera. Anfang kommenden
Jahres wird sie in der internationalen Produktion DER VORLESER (Regie: Stephen
Daldry) zu sehen sein.
Darüber hinaus wirkte Margarita Broich in zahlreichen TV-Produktionen mit, so war
sie u.a., in „Rote Erde“ (Regie: Klaus Emmerich, 1988), „Bella Block – Finale
Grande“ (Regie: Christian von Castelberg, 1999) und „Dem Himmel sein Dank“
(Regie: Dagmar Damek, 2005) zu sehen. Mit Hermine Huntgeburth arbeitete sie
bereits für den Film „Teufelsbraten“ (2008) zusammen.
16
STAB
Hermine Huntgeburth (Regie)
Hermine Huntgeburth, in Paderborn geboren, wuchs in einer Arztfamilie mit neun
Geschwistern auf. 1977 begann sie ihr Filmstudium an der Hamburger Hochschule
für Bildende Künste. 1983 ging sie mit einem DAAD-Stipendium nach Sydney, um
dort weiter Film zu studieren. Nach Kurz- und Dokumentarfilmen wurde ihr erster
Spielfilm IM KREISE DER LIEBEN 1991 mit dem Filmband in Gold für die Beste
Nachwuchsregie ausgezeichnet. Sie machte sich dann mit Fernsehfilmen wie „Ein
falscher Schritt“ (1994), „Gefährliche Freundin“ (1996), „Und alles wegen Mama“
(1998), „Der Hahn ist tot“ (1999) und „Die Stunde des Wolfs“ (1999) einen Namen.
Ihr TV-Film „Romeo“ wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis geehrt. Zu ihren aktuellen
TV-Regiearbeiten zählen „Eva Blond und der Zwerg im Schliessfach“ (2003) sowie
„Der Boxer und die Friseuse“ (2004) für den sie 2005 den Deutschen Fernsehpreis in
der Kategorie Beste Regie erhielt. Ihr TV-Zweiteiler „Teufelsbraten“ nach Ulla Hahns
Roman „Das verborgene Wort“ wurde auf dem Münchner Filmfest 2007 mit dem VFF
TV Movie Award ausgezeichnet und erhielt den Bayerischen Fernsehpreis für die
Beste Regie. Zuletzt zeichnete Hermine Huntgeburth für die Regie der TV-Produktion
„Koras Hochzeit“ verantwortlich.
Im Kino feierte sie mit TRIO (1998), BIBI BLOCKSBERG (2002) und zuletzt mit DIE
WEISSE MASSAI (2005) Erfolge.
Günter Rohrbach (Produktion)
Nach seinem Studium der Germanistik und Philosophie mit anschliessender
Promotion war Günter Rohrbach vor allem als Filmkritiker tätig. Ab 1961 arbeitete er
beim WDR, wo er ab 1965 Fernsehspielchef und ab 1972 auch Unterhaltungschef
war. Von 1979 bis 1994 war er Geschäftsführer der Bavaria-Film in München und
seit 1992 nebenamtlich tätig als Abteilungsleiter und Honorarprofessor an der
Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in München. Seit 1994 arbeitet er als
Freier Produzent. Neben zahlreichen Fernsehspielproduktionen produzierte Günter
Rohrbach über 40 Kinofilme und wurde dafür vielfach ausgezeichnet, darunter mit
mehreren Bundesfilmpreisen und Bayerischen Filmpreisen, dem Adolf-GrimmePreis, drei Goldenen Kameras sowie Nominierungen für den Oscar® und den Golden
Globe.
Zu seinen Produktionen zählen Filme wie Rainer Werner Fassbinders BERLIN
ALEXANDERPLATZ (1980), Wolfgang Petersens DAS BOOT (1981), Peter Zadeks
DIE WILDEN FÜNFZIGER (1982), Hajo Gies SCHIMANSKI - ZAHN UM ZAHN
(1985), Dominik Grafs DIE KATZE (1987) und DIE SIEGER (1994), Peter Timms
GO, TRABI, GO (1991), Helmut Dietls SCHTONK! (1992), Rainer Kaufmanns DIE
APOTHEKERIN (1997) und KALT IST DER ABENDHAUCH (1999), Jan Schüttes
FETTE WELT (1998), Max Färberböcks AIMÉE & JAGUAR (1999) und ANONYMA –
EINE FRAU IN BERLIN (2008) sowie Hermine Huntgeburths DIE WEISSE MASSAI
(2005).
Seit 2003 zeichnet er an der Seite von Senta Berger als Präsident der Deutschen
Filmakademie verantwortlich.
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Volker Einrauch (Drehbuch)
Volker Einrauch studierte Philosophie, Deutsche Literatur, Politik und Geschichte in
Marburg. Seit 1977 arbeitete er bei Rundfunkanstalten und Printmedien. 1984
gründete er gemeinsam mit Lothar Kurzawa die Produktionsfirma „Josefine“. Seitdem
arbeitet er als Autor und Regisseur. Nach mehreren Fernsehfilmen, bei denen er
Regie führte, begann Einrauch 1994 seine Zusammenarbeit mit Hermine
Huntgeburth. Er schrieb die Drehbücher zu „Ein falscher Schritt“ (1994), „Und alles
wegen Mama“ (1998), „Das verflixte 17. Jahr“ (2001) und „Teufelsbraten“ (2007). Für
sein Regiedebüt DER KILLER DER MUTTER gewann er 1996 den Preis der
Bayerischen Hypo Bank für die Beste Nachwuchsregie. 2007 zeichnete Volker
Einrauch für die Regie zu DER ANDERE JUNGE (2007) verantwortlich, dessen
Hauptdarstellerin Andrea Sawatzki auf dem Festival in Montreal 2007 als Beste
Darstellerin ausgezeichnet wurde.
Martin Moszkowicz (Executive Producer)
Geboren 1958, studierte Martin Moszkowicz bis 1980 an der Ludwig-MaximiliansUniversität München. Danach arbeitete er als Produktions- und Herstellungsleiter,
Line Producer und Produzent bei zahlreichen Produktionen weltweit mit. 1985 wurde
er Produzent und Geschäftsführer bei der M P Film GmbH, München. Von 1991 an
war er bei der Constantin Film Produktion GmbH als Produzent und von 1996 bis
zum Börsengang 1999 auch als Geschäftsführer tätig. Seit damals ist Martin
Moszkowicz Vorstand für den Bereich Produktion bei der Constantin Film AG. Als
Produzent hat er bei über 100 Kinofilmen mitgewirkt und war an vielen deutschen
Erfolgsfilmen beteiligt. Zu seinen Credits zählen DIE VENUSFALLE (1988), MANTA
MANTA (1991), Andrew Birkins SALT ON OUR SKIN (Salz auf unserer Haut, 1992)
sowie THE CEMENT GARDEN (Der Zementgarten, 1992). Zusammen mit Bernd
Eichinger war er als Produzent an mehreren Sönke Wortmann-Filmen beteiligt,
darunter die Komödienerfolge DER BEWEGTE MANN (1994) und DAS
SUPERWEIB (1996), mit dem Regisseur Bille August THE HOUSE OF THE
SPIRITS (Das Geisterhaus, 1993) und SMILLA’S SENSE OF SNOW (Fräulein
Smillas Gespür für Schnee, 1996). Ausserdem war er als Produzent, Executive
Produzent oder verantwortlicher Geschäftsführer der Produktionsfirma u.a. für
folgende Filme verantwortlich: Doris Dörries BIN ICH SCHÖN? (1997), Bernd
Eichingers DER GROSSE BAGAROZY (1998), Marc Rothemunds HARTE JUNGS
(1999) sowie die Fortsetzung KNALLHARTE JUNGS (2002), Michael Herbigs
ERKAN & STEFAN (1999), DER SCHUH DES MANITU (2000) und HUI BUH – DAS
SCHLOSSGESPENST (2006), Paul W. S. Andersons RESIDENT EVIL (2002) sowie
RESIDENT EVIL: APOCALYPSE (2004), Oliver Hirschbiegels DER UNTERGANG
(2004), Vivian Naefes DIE WILDEN HÜHNER (2005), Oskar Roehlers
ELEMENTARTEILCHEN (2006), Tom Tykwers DAS PARFUM – DIE GESCHICHTE
EINES MÖRDERS (2006) und Ben Verbongs HERR BELLO (2007), Marcus H.
Rosenmüllers SCHWERE JUNGS (2007), RESIDENT EVIL: EXTINCTION (2007),
WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN
(2007), DIE WELLE (2008), Max Färberböcks ANONYMA – EINE FRAU IN BERLIN
(2008), Caroline Links IM WINTER EIN JAHR (2008) sowie DIE PÄPSTIN,
PANDORUM, WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER (alle 2009). EFFI BRIEST ist
nach DIE WEISSE MASSAI (2005) seine zweite Zusammenarbeit mit Hermine
Huntgeburth.
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Martin Langer (Kamera)
Martin Langer begann seine Tätigkeit beim Film als Tonassistent und Beleuchter,
bevor er Kameramann wurde. Mit Hermine Huntgeburth hat er bereits dreimal
zusammengearbeitet, bei „Der Hahn ist tot“ (2002) und bei den Spielfilmen BIBI
BLOCKSBERG (2002) und DIE WEISSE MASSAI (2005). Weitere herausragende
Arbeiten sind 14 TAGE LEBENSLÄNGLICH (Regie: Roland Suso Richter, 1997), für
den er mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde, „Die Bubi Scholz Story“
(Regie: Roland Suso Richter, 1998) EINE HANDVOLL GRAS (Regie: Roland Suso
Richter, 2000), „Der Tunnel“ (Regie: Roland Suso Richter, 2001), SOPHIE SCHOLL DIE LETZTEN TAGE (Regie: Marc Rothemund, 2006) ,„Die Tote vom Deich“ (Regie:
Matti Geschonneck, 2006) „Duell in der Nacht“ (Regie: Matti Geschonneck, 2007)
und PORNORAMA (Regie: Marc Rothemund, 2007). 1998 gewann Martin Langer
den Deutschen Kamerapreis in der Kategorie Fernsehfilm für „Die Bubi Scholz
Story“, im Jahr darauf wurde er zusätzlich mit dem Deutschen Fernsehpreis in der
Kategorie Kamera ausgezeichnet. Zu seiner neusten Arbeit gehört die Tatort-Folge
„Auf der Sonnenseite“ mit Mehmet Kurtulus in der Rolle des Kommissars Cenk Batu.
Thomas Freudenthal (Szenenbild)
Thomas Freudenthal absolvierte eine Schreinerlehre und ein Architekturstudium.
Nach der Herstellung von mehr als 100 Werbefilmbauten arbeitet er nun
hauptsächlich für Spielfilme und TV-Movies. Seit 1997 unterrichtet er an der
Filmakademie Ludwigsburg und an der Universität Hamburg. Freudenthal entwarf
das Szenenbild für die Spielfilme Der CAMPUS (Sönke Wortmann, 1997), SOLO
FÜR KLARINETTE (Nico Hofmann, 1998), ST. PAULI NACHT (Sönke Wortmann,
1998), SCHNEE IN DER NEUJAHRSNACHT (Regie: Thorsten Schmidt, 1999),
BELLA MARTHA (Sandra Nettelbeck, 2001), SIEGFRIED (Sven Unterwaldt, 2004),
MÄNNER WIE WIR (Regie: Sherry Horman, 2004), 7 ZWERGE DER WALD IST
NICHT GENUG (Sven Unterwaldt, 2005) und HILDE (Regie: Kai Wessel, 2008).
Lucie Bates (Kostümbild)
Lucie Bates studierte Bühnen- und Kostümbild und ist seitdem als Kostümbildnerin
tätig. Zur ihren Arbeiten gehören zahlreiche Theater-, Fernseh- und
Filmproduktionen, u.a. zeichnet Bates verantwortlich für das Kostümbild von Peter
Zadeks „Hamlet“ und „Die Nacht des Leguans“, Rainer Kaufmanns „Marias letzte
Reise“ (2005), 4 TÖCHTER (2006), „Bella Block - Blackout“ (2006) und EIN
FLIEHENDES PFERD (2007), Josef Vilsmaiers BERGKRISTALL (2005), Katja
Pratschkes RIEN NE VAS PLUS (2004) und FREMDKÖRPER (2002) sowie für
Maria Schraders LIEBESLEBEN (2007). Zu ihren aktuellen Projekten gehört der
Kinofilm HILDE (Regie: Kai Wessel, 2008) über das Leben von Hildegard Knef.
2005 wurde Lucie Bates gleich mit zwei Preisen für ihre Arbeit ausgezeichnet: für
ALLES AUF ZUCKER! (Regie: Dani Levy, 2005) erhielt sie den Deutschen Filmpreis
und für „Die Kirschenkönigin“ (Regie: Rainer Kaufmann, 2004) den Deutschen
Fernsehpreis. Lucie Bates ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und
Gastdozentin an der HFF in Potsdam.
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BESETZUNG
Effi von Briest
Geert von Innstetten
Major von Crampas
Luise von Briest
Herr von Briest
Gieshübler
Johanna
Roswitha
Dagobert von Briest
Sidonie von Rasenapp
Julia Jentsch
Sebastian Koch
Mišel Matičević
Juliane Köhler
Thomas Thieme
Rüdiger Vogler
Barbara Auer
Margarita Broich
Mirko Lang
Sunnyi Melles
STAB
Regie
Produzent
Drehbuch
Executive Producer
Kamera
Montage
Szenenbild
Kostümbild
Maske
Mischung
Casting
Herstellungsleitung
Produktionsleitung
Hermine Huntgeburth
Günter Rohrbach
Volker Einrauch
Martin Moszkowicz
Martin Langer
Eva Schnare
Thomas Freudenthal
Lucie Bates
Sabine Hehnen-Wild
Martin Steyer
Simone Bär
Patrick Zorer
Kurt Werner Krusche
Eine Produktion der Constantin Film mit Unterstützung des Medienboard Berlin-Brandenburg, des
DFFF, des FFF Bayern, der FFA und der Filmförderung Hamburg.
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Das Buch zum Film „Effi Briest“
Schweiz-Start der Verfilmung von EFFI BRIEST mit der Schauspielerin Julia Jentsch in der Titelrolle
und Sebastian Koch als Baron von Innstetten ist am 12. Februar 2009.
Regie führt Hermine Huntgeburth. Der Film wird in der Schweiz von der Pathé Films AG verliehen.
Das Drehbuch zur Neuverfilmung von Theodor Fontanes Gesellschaftsroman hat Volker Einrauch
geschrieben. Beginn der Dreharbeiten war am 3. September 2007 an Originalschauplätzen in Berlin
und Brandenburg.
Sonderausgabe zum Film
Theodor Fontane: Effi Briest
Roman, 384 Seiten mit vierfarbigem Bildteil
und einem Nachwort von Julia Franck
sFr 18,90
ISBN 987-3-548-26979-5
Konventionen bestimmen die Gesellschaftsordnung um die Jahrhundertwende: Dem Wunsch ihrer
Eltern fügsam entsprechend, willigt die siebzehnjährige Effi Briest in die Heirat mit dem mehr als
zwanzig Jahre älteren Baron von Innstetten ein und geht mit ihm nach Kessin in Hinterpommern. Weil
ihr Mann sie viel zu oft allein lässt, beginnt die Langeweile Effis ständiger Begleiter zu werden. Auch
die Geburt einer Tochter kann sie nicht aus ihrer inneren Vereinsamung befreien. Allmählich und fast
gegen Effis Willen entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Bezirkskommandanten
Crampas. Das Verhältnis bleibt ohne Leidenschaft und sie begrüsst es als Erlösung, dass ihr Mann
nach Berlin versetzt wird, womit ihre Beziehung zu Crampas ein unauffälliges Ende findet. Die Jahre
in Berlin gestalten sich harmonisch – bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem Innstetten per Zufall
die Briefe von Crampas an Effi findet …
Der Autor
Theodor Fontane, geboren am 30. Dezember 1819 in Neuruppin (Brandenburg), kam 1833 nach
Berlin. 1847 legte er sein Staatsexamen als Apotheker ab, arbeitete anschliessend zwei Jahre in
diesem Beruf, gab ihn dann aber auf, um in den folgenden Jahren als Journalist,
Kriegsberichterstatter und Theaterkritiker zu arbeiten. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann
Fontane mit Gedichten und Balladen; er war fast 60 Jahre alt, als er anfing, Romane und Erzählungen
zu schreiben. Theodor Fontane gilt als der bedeutendste Vertreter des poetischen Realismus in
Deutschland. Er starb am 20. September 1898 in Berlin.
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