Jahresbericht 2001 der Obleute der Fachgruppen, Präsidenten der Kommissionen, Arbeitsgruppen, Beauftragten und der Delegierten unserer Gesellschaft Sekretariat Picassoplatz 4, 4052 Basel, Telefon 061 / 278 93 80, Fax 061 / 278 93 96 E-Mail [email protected] Seite 1 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. Herausgeberin: Medizinische Gesellschaft Basel Sekretariat Picassoplatz 4 4052 Basel Druck: - Auflage: - Publikation: via Website der Medizinischen Gesellschaft Basel 2 Seite 2 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL 3 Error! No text of specified style in document. Inhaltsverzeichnis Seite Obleute der Fachgruppen 5 1.1 1.2 Kommissionen 1. Blaue Kommission 8 2. Drogenkommission 8 3. Fachkommission Delegierte Psychotherapie 9 4. Fachkommission Ultraschall 9 5. Finanzkommission 10 6. Fortbildungskommission 10 7. Kommission für Tariffragen 11 8. Lesezirkel 11 9. PABS Steuerungsgruppe 12 10. Präventionskommission 13 11. Spitexkommission 13 12. Verhandlungsdelegation mit den Krankenversicherern 14 Arbeitsgruppen 1. Tarmed 15 2. Reorganisation Notfalldienst 15 3. Umgang mit Tätern 17 Dienstleistungsbetriebe 1. MNZ Beratende Kommission für den Notfalldienst 18 2. Medizinische Notrufzentrale MNZ! 061 261 15 15 18 3. Ombudsman 19 Delegierte/Vertreter (in die) 1. 2. Curriculumkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Basel Familienausgleichskasse der Medizinalpersonen beider Basel 19 20 Seite 3 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL 4 Error! No text of specified style in document. 3. Forum für interdisziplinäre Hausarztmedizin FIHAM der Medizini- schen Fakultät der Universität Basel, FIHAM-Kollegium 20 4. Gewerbliches Schiedsgericht BS 22 5. Krebsliga beider Basel 22 6. MPA 23 7. Verwaltungsrat NewIndex 24 8. Parifonds 25 9. Paritätische Kommission betr. die ärztliche und pflegerische Tä- tigkeit in den Alters- und Pflegeheimen 25 10. Paritätische Vertrauenskommission PVK 26 11. Steuerungsgruppe RAI/RUG 26 Ein vollständiges Verzeichnis aller Organe der MedGes mit Adressen ist abrufbar unter www.medges.ch/ medges intern/Adressen/Organe Seite 4 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 5 2. Obleute der Fachgruppen 3. Fachgruppe Orthopädische Chirurgie Im Herbst 2000 durfte ich von meinem Vorgänger (Dr. med. Franz Freuler) das Amt des Obmannes übernehmen. Er hatte unsere Fachgruppe ja in seiner charismatisch-sympathischen Art während mehr als eineinhalb Jahrzehnten geführt, und dafür gesorgt, dass wir nach wie vor einen engen und freundschaftlichen Kontakt untereinander pflegen. Dies obwohl wir mittlerweile 58 Mitglieder aufweisen (Ehemalige, Pensionierte etc. eingeschlossen). Besonders erfreulich ist auch der Umstand, dass unsere Gruppe sämtliche Kliniker und Praktiker der Region umfasst, wodurch auch die enge Tuchfühlung vom Zentrum zur Peripherie, und vice versa, gewährleistet bleibt. Als Neumitglieder begrüssten wir im Jahre 2000 Dr. Chen Chao an der St. Jakobsstrasse, Basel, Dr. Wolfgang Jockers am KS Laufen, und im Jahre 2001 Dr. Stanislaw Fortuna am Spital Dornach. An den Weihnachtstagen 2000 verliess uns leider mit Dr. Jakob Eduard Burckhardt einer der Pioniere der Orthopädie in Basel. Unsere regelmässigen Treffen, insgesamt 8 an der Zahl, fanden der Reihe nach bei einem unserer Mitglieder statt. Neben den standespolitischen Geschäften und den orthopädischen Fallvorstellungen blieb immer auch genügend Zeit für den gemütlichen Smalltalk. Der diesjährige Ausflug, wie immer einer der Höhepunkte des Jahres, bestand in einem originellen Stadtrundgang, verbunden mit Wettbewerb, und wurde kulinarisch in einem Cliquenkeller beschlossen. Standespolitisches Hauptproblem im kommenden Jahr wird die Einführung und Umsetzung des Tarmeds sein, wie wohl auch für alle anderen Fachgruppen. Dr. med. Jörg Schulenburg, Obmann Fachgruppe Orthopädische Chirurgie 4. Fachgruppe Pädiater von Basel und Umgebung UKBB: Erfolg ! Tarmed: ungewisse Zukunft www.kindermedizin-regiobasel.ch Gleich aus zwei Gründen kann die regionale Kinderärztegesellschaft, die sich an der Jahresversammlung einen neuen Namen gab und sich nun „Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Regio Basel“ nennt, auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: Mitte November wurde die von einer Arbeitsgruppe mit Inhalt gefüllte und von einem professionellen Webmaster (www.zimtec.ch) gestaltete Homepage aufgeschaltet. Weiter fällten die Regierungen des Kantons Baselland und des Kantons Basel-Stadt am 29.8.2001 den lange ersehnten Entscheid, am Standort Basel einen Neubau für die gemeinsame Universitäts-Kinderklinik beider Basel zu errichten. Nach rund 25 Jahren Einsatz für ein gemeinsames Kinderspital am Standort des Kantonsspitals Basel und der ihm angeschlossenen, universitären Kliniken scheint der Wunsch von El- Seite 5 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 6 ternorganisationen mit chronisch kranken Kindern, Kinderärztinnen und Kinderärzten endlich in Erfüllung zu gehen. Aufgrund einer umfangreichen Expertise durch eine aussenstehende Beratungsfirma kamen die beiden Regierungen zum Schluss, die zukünftige, gemeinsame Kinderklinik sei am besten auf dem Areal des Kantonsspitals Basel, bzw. der alten Frauenklinik zu errichten. Für uns war das Resultat dieser Expertise nicht überraschend, wurden doch die vom Verband Kind und Spital, von den Elternorganisationen und der Kinderärztegesellschaft in vielen Stellungnahmen und Grundsatzpapieren vorgebrachten Argumente vollumfänglich bestätigt. Wären die medizinischen Argumente stärker gewichtet worden, so wäre der Entscheid noch eindeutiger zugunsten des Standortes Basel ausgefallen. Unzählige Umwege brauchte es bis zu diesem für die regionale Spitalpolitik wegweisenden Entscheid. Erinnert sei an den vor rund 30 Jahren erfolgten Bau der Kinderklinik Bruderholz, an die Bestrebungen für den Erhalt des Kinderspitals am Rhein, an die Pläne, die ganze Kinderklinik auf das Bruderholz zu verlegen und die darauf in Basel von der damaligen POB lancierte Kinderspitalinitiative, die im Juni 1992 mit einer Zweidrittels-Mehrheit angenommen wurde und den Weg für die heutige Lösung wieder frei machte. Weiter ging es mit der erfolglosen Initiative der Grünen Baselland für eine Kinderklinik an einem Standort und der darauf realisierten Zusammenlegung an zwei Standorten, aber unter einem organisatorischen Dach. Diese teure, organisatorisch schwierig zu bewerkstellende und für Eltern und Kinder mühsame Lösung war/ist zwar schmerzlich, war aber letztlich der politisch einzig gangbare Weg, um zum heutigen Entscheid zu gelangen. Den beiden Regierungsräten Erich Straumann und Carlo Conti gebührt der Verdienst, den gordischen Knoten durchtrennt zu haben, die von uns schon lange geforderte, aussenstehende Expertise in Auftrag gegeben und rasch die erforderlichen Schritte in die Wege geleitet zu haben. Wenn sie dieses Projekt mit der gleichen Energie weiterverfolgen, besteht begründete Hoffnung, dass sie das neue Kinderspital noch während ihrer Amtszeit werden eröffnen können. Selbstverständlich sind wir nicht wunschlos glücklich. So hoffen wir, dass die von Regierungsrat E. Straumannn öffentlich geäusserte Meinung, die spitalmedizinische, unseres Erachtens v.a. die stationäre, notfallmedizinische Versorgung der Kinder aus dem oberen Baselbiet müsse verbessert werden, bei der Planung berücksichtigt wird. Wir erwarten weiter, dass die beiden Regierungen die Fachkompetenz der Elternorganisationen und der Kinderärztegesellschaft gleich zu Beginn in den Planungsprozess einbeziehen und alles daran setzen werden, dieses Projekt deutlich vor Ablauf der von ihnen prognostizierten zehn Jahren zu einem glücklichen Abschluss zu bringen. An der Jahresversammlung vom 13.11.01 wurde der Vorstand neu bestellt, nachdem Arnold Amacher als Präsident und Peter Kindler als früherer Präsident/Vizepräsident ihren Rücktritt einreichten. Turnusgemäss wurde mit Dominique Müller aus Reinach ein neues, in Baselland praktizierendes Mitglied in den Vorstand und traditionsgemäss gleich zum Präsidenten gewählt; weiter gehören dem Vorstand die Bisherigen Arnold Amacher, Irène Müller und Willy Ruch, sowie mit beratender Stimme Aurelio Corfu und Robert Lejeune an. Wirtschaftlich gehen wir einer ungewissen Zukunft entgegen. Während noch bei der Planung des Tarmed von einer wirtschaftlichen Besserstellung der Kinderärztinnen und Kinderärzte die Rede war, haben Modellrechnungen offensichtlich ergeben, dass es ohne in letzter Minute noch eingefügter Korrekturen zu einer Verschlechterung statt zu einer Verbesserung der Einkommenssituation gekommen wäre. Wie es wirklich sein wird, werden wir dann sehen. Die Seite 6 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 7 Herabsetzung der Medikamentenpreise in Zusammenhang mit einem neuen Abrechnungsmodell für die Apotheken hat bereits zu einer Umsatzeinbusse geführt, die in Basel-Stadt noch dadurch verschärft wurde, dass die Kassen uns zwangen, bereits am 1.1.2001 nach den Tarifen der Analysenliste abzurechnen. In allen anderen Kantonen wurden die Kassen m.W. von der Sanitätsdirektorenkonferenz vor diesem Schritt gewarnt und haben darauf verzichtet. Obwohl die Kassen nach Treu und Glauben vertragsbrüchig wurden die Analysenliste ist Bestandteil des Tarmed und nicht der bisherigen, kantonalen Arzttarife weigern sie sich, Verhandlungen zu führen. Dr. med. Arnold Amacher Fachgruppe Pädiater 5. Fachgruppe Physikalische Medizin / Rheumatologie Die Fachgruppe Physikalische Medizin speziell Rheumatologie der Medizinischen Gesellschaft Basel traf im Jahr 2001 5mal zusammen. Dabei richteten sich die Termine wiederum nach den Obleutesitzungen mit dem Zweck, die Informationen, die die Obleute an deren Sitzung vom Vorstand erhalten, direkt an die „Basis“ weiterzuleiten. Nebst den vorwiegend politisch gefärbten Sitzungen nahm die Fachgruppe auch an den Fortbildungsveranstaltungen bei Herrn Prof. Alan Tyndall, Rheumatologische Universitätsklinik im Felix-Platterspital, teil. Im Jahr 2001 haben sich unter der Ägide der Fachgruppe Rheumatologie/Physikalische Medizin zwei Arbeitsgruppen gebildet. Es handelt sich dabei um die „Arbeitsgruppe biophysikalische Medizin“ und die „Arbeitsgruppe und Interessengemeinschaft Ultraschalluntersuchungen am Bewegungsapparat“. Letztere wird im Januar 2002 einen ersten Workshop durchführen mit dem Thema „Möglichkeiten und Grenzen der Ulltraschall-Diagnostik am Bewegungsapparat“. Dieser Workshop ist der erste Teil einer Fortbildungsreihe, die in ca. halbjährlichem Abstand durchgeführt wird. Dr. med. Guido Gallacchi, Obmann Fachgruppe Physikalische Medizin / Rheumatologie 6. Kommissionen 1. Blaue Kommission Das Jahr 2001 war für die Blaue Kommission ein ziemlich ruhiges Jahr. In 2 Sitzungen mussten insgesamt 8 Beanstandungen behandelt werden. Einzelne Anfragen konnten vom Präsidenten direkt behandelt werden. 2 Fälle betrafen Honorare nach dem Privattarif, und bei den übrigen handelte es sich um Bagatelle-Fälle. In 3 Fällen war die Tarifanwendung falsch und musste korrigiert werden, in 3 Fällen waren die Honorare korrekt und berechtigt und in den übrigen Fällen wurde ein Kompromiss ausgearbeitet. Seite 7 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 8 Frau A. Haag Jordan ist auf Ende des Jahres als Mitglied der Kommission zurückgetreten. Ein Ersatz konnte bisher nicht gefunden werden. Ihr und allen andern Mitgliedern danke ich für ihren Einsatz und die gute Mitarbeit. Dr. med. Charles Baerlocher Präsident der Blauen Kommission 2. Drogenkommission Es wurden im vergangen Jahr 2001 keine aktuellen Anliegen an die Kommission herangetragen, sodass sich die Durchführung allfälliger Sitzungen erfreulicherweise erübrigte. Auch 2001 wurde durch uns in Zusammenarbeit mit dem Kantonsärztlichen Dienst wiederum eine Evaluation der Methadon-Behandlungen im Kanton Basel-Stadt durchgeführt. Erfreulich ist der hohe Anteil praktizierender Ärztinnen und Ärzte (N=130), welche an dieser jährlichen Erhebung teilnahmen. Die Rücklaufquote der Fragebogen betrug 89%. Das Problem Kokain beschäftigt zunehmend Ärzte und Zentren, die mit der Opiatsubstitution befasst sind sowie auch andere, bei denen gelegentlich zufälligerweise ein Kokainismus entdeckt wird. Wir werden im Jahre 2002 im Auftrag des BAG eine Untersuchung in Angriff nehmen, um bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten einige Empfehlungen abzugeben. Ein Dauerbrenner ist und bleibt das Problem der unsachgemässen Verordnung von Benzodiazepinen, sei es an alte Menschen, sei es an jüngere PatientInnen oder auch an Drogenabhängige. Um überschiessenden Reaktionen und einseitigen restriktiven Massnahmen vorzubeugen, scheint es mir wichtig, wieder einmal eine Erhebung, etwa in Form einer Rezeptanalyse, durchzuführen, um gegebenenfalls auch gezielter im Sinne einer Beratung intervenieren zu können. Im vergangenen Jahr befasste sich die Pompidou-Gruppe am Europarat in Strassburg mit dem Problem des Benzodiazepinmissbrauchs. Eine verabschiedete und an die Narcotic-Commission der UNO weiter geleitete Resolution empfiehlt eine Reihe von Massnahmen. Prof. Dr. med. Dieter Ladewig Präsident Drogenkommission 3. Fachkommission delegierte Psychotherapie Im Berichtsjahr waren lediglich 5 Gesuche zu bearbeiten. In zwei Fällen konnte eine definitive, in zwei weiteren Fällen eine zeitlich befristete provisorische Bewilligung erteilt werden. Ein Gesuch musste abgelehnt werden, da der mit der delegierten Psychotherapie betraute Psychologe die erforderlichen Ausbildungskriterien nicht erfüllt hatte. Wiederum handelte es sich durchwegs um klare und eindeutige Fälle, welche durchwegs mit Präsidialentscheid erledigt werden konnte. Somit erübrigte sich im Jahr 2000 eine Plenarsitzung der Kommission für delegierte Psychotherapie. Seite 8 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 9 Dr. med. Gaudenz Widmer Präsident der Fachkommission delegierte Psychotherapie 4. Fachkommission Ultraschall Im Berichtsjahr 2001 musste die Kommission zwei Gesuche bearbeiten zur Abrechnung von Ultraschall-Leistungen zu Handen der Kassen. Beide Gesuche konnten auf dem Zirkularweg bearbeitet und bewilligt werden. Dr. med. Hans Peter Vontobel Präsident der Fachkommission Ultraschall 5. Finanzkommission Nach Wahl durch den MedGes-Vorstand konnten wir im Hinblick auf die Mitgliederversammlung vom 1.11.01 unsere Arbeit als „Finanzkommission“ aufnehmen. Bis zum Redaktionsschluss für den Jahresbericht 2001 blieb die Aufgabe dieses frisch geschaffenen Gremiums noch ungenügend definiert. Hier wird die nächste Mitgliederversammlung Klarheit schaffen müssen. Der Einsatz dieser neuen Kommission der MedGes fällt mit dem Umbruch im Verband zusammen, welcher durch die von der Mitgliederversammlung beschlossenen Reduktion des Mitgliederbeitrages eingeleitet wurde. Entsprechend angeregt verliefen die BudgetDiskussionen, an welchen wir teilnehmen konnten. Die bis zum Jahresende noch nicht abgeschlossenen intensiven Gespräche zum reduzierten Budget 2002 haben uns einen raschen Einstieg in die Materie ermöglicht. Wir hoffen, mit dem initial gewonnen Elan im kommenden Jahr vermehrt die Meinungen der MedGes-Mitglieder vertreten zu können. Dr. med. Claude Scheidegger, Dr. med. Philippe Lyrer Mitglieder der Finanzkommission 6. Fortbildungskommission (wird wegen Sparmassnahmen nur noch im Internet publiziert) Die Fortbildungskommission organisierte auch in diesem Jahr in jedem Semester 2-3 grosse Donnerstags-Fortbildungen, 5 Gruppenfortbildungen, eine Fortbildung für AerztInnen, die Sonographie des Abdomens betreiben, und eine Fortbildung für MPA’s. In Zusammenarbeit mit Prof. U. Keller wurden jeweils 2 - 3 der beliebten DOKO DIM Fortbildungen aufgenommen (mit anschliessender Diskussion von Praktikern und Referenten). Aufgrund der konstanten Teilnehmerzahlen und positiven Rückmeldungen werden und haben wir die Arbeit bereits weitergeführt, obwohl die Fortbildungskommission wegen Sparmass- Seite 9 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 10 nahmen auf keine administrative Unterstützung von seiten des Medges-Sekretariats mehr zählen kann. Als Sofortmassnahme werden die Fortbildungen neu auf einem gewöhnlichen A4-Blatt ausgedruckt, vom Medges-Sekretariat verdankenswerterweise weiter auch in die Regio und BL ausgesandt. Teilnahmebestätigungen, Zuteilungen und Erinnerungsschreiben werden nicht mehr erfolgen! Es ist also möglich, dass eine Gruppenfortbildung einmal im überfüllten Hörsaal erfolgen muss. Zudem ist es angezeigt, die Fortbildung im Kalender sofort einzutragen. Allfällige Testate oder Bestätigungen müssen selbst organisiert werden. Die Anmeldungen von Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, sollen nicht mehr an das Medges-Sekretariat, sondern direkt an mich erfolgen (per Brief oder Fax bitte). Wir werden uns bemühen, Inhalt und Dienstleistung der Organisation, insbesondere die Organisation von Fortbildungen, aufrechtzuerhalten mit dem Ziel, unabhängige, interdisziplinäre, interaktive und spannende Referate von engagierten, weiterhin kostenlos arbeitenden Referenten zu hören. Neu suchen wir auch Verbindungen von Musik und Philosophie mit der Medizin ins Programm aufzunehmen. In diesem Sinn freuen wir uns auch auf Ihre Teilnahme am 2. Forum Musik und Medizin am 6.6.02 um 19Uhr im Felix Platter Spital. Dr. med. Andreas Schlumpf Präsident der Fortbildungskommission 7. Kommission für Tariffragen Im abgelaufenen Berichtsjahr 2001 wurde eine Sitzung der Tarifkommission abgehalten. Die von einem Privatlabor vorgeschlagene Neutarifierung der gynäkologischen Zytologie wurde geprüft und als Verhandlungsgrundlage mit den Krankenkassen gutgeheissen. Ebenfalls geprüft und kritisch beurteilt wurden die der Kommission eingereichten Vorschläge zur Schaffung von Analogietarifpositionen, als Ausgleich für den Minderertrag aus der Praxislabortätigkeit als Folge der Einführung der Analysenliste. Die Angelegenheit konnte nicht abschliessend bearbeitet werden. Gemäss Beschluss des Vorstandes hat sich die Tarifkommission per Ende 2001 aufgelöst in Anbetracht der Tatsache, dass in Zukunft Tarifierungsfragen vorwiegend auf gesamtschweizerischer bzw. FMH-Ebene behandelt werden. Den in der Kommission tätigen Kollegen wird für die geleistete Arbeit gedankt. Dr. med. Ulrich Buser Präsident der Tarifkommission Seite 10 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 11 8. Lesezirkel Ende 2001 hatte der Lesezirkel 9 Mitglieder. Die Zeitschriften der Lesemappe waren die folgenden: Schweizerische Medizinische Wochenschrift Deutsche Medizinische Wochenschrift Lancet New England Journal of Medicine Pharma-kritik Informed-screen (Evidence Based Medicine) Interssierte für den Lesezirkel können sich direkt bei Dr. D. Monard, Eulerstrasse 1, 4051 Basel, Tel. 271 48 55, Fax 271 48 54, melden. Dr. med. Daniel Monard Leiter des Lesezirkels 9. PABS Steuerungsgruppe Durch Beschluss der MV vom 29.03.2001 wurde das Reglement PABS in Kraft gesetzt. Die SG-PABS hat die Aufgabe, das Konzept umzusetzen. Drei Mitglieder der MedGes teilen sich diese Aufgabe : A.-C. Guex, P. Périat und W. Tschan. Innerhalb der SG-PABS wurden die einzelnen Aufgaben ressortartig gelöst. Ingesamt fanden 6 Sitzungen statt. Ab 15. Oktober war die operative Einsatzbereitschaft der PABS erreicht. In Zusammenarbeit mit der MNZ wurden die technischen und administrativen Aufgaben angegangen. Die PABS kann unter der Nummer 061-279-9149 im 24h-Betrieb kontaktiert werden. Es wurde ein FlowDiagramm erarbeitet, um die Abläufe zwischen MNZ und PABS optimal zu organisieren. Bis zur Niederschrift gelangten drei Personen an die PABS. Durch die SG-PABS wurden die Mitglieder der PABS gewählt und mit ihrer Aufgabe vertraut gemacht. Ab 25. Oktober wurde mit der Schulung der PABS-Ärztinnen und -Ärzte begonnen. Eine modulartige Konzeption erlaubt eine gros-se individuelle Flexibilität der Teilnehmenden. Die Ausbildung steht allen Interessierten gegen einen bescheidenen Beitrag offen. Als Arbeitsunterlage wurde ein Reader erstellt, mit wesentlichen Fokus- und Hintergrundstexten. Durch interdisziplinär zusammengesetzte Referenten wird die Schnittstellen-Thematik möglichst umfassend behandelt. Die PABS- Ärztinnen und -Ärzte müssen über Kenntnisse in Psychotraumatologie, Kommunikation und Opfer-Beratung, rechtlichen- und administrativen Belangen sowie Verfahrensabläufen, standespolitischen und medizinethischen Aspekten, verfügen. Durch die SG-PABS wurden die umliegenden Kantone im Hinblick auf eine regionale Vernetzung kontaktiert. Ein Konzept über die weitere Vorgehensweise befindet sich in Ausarbeitung durch die SG-PABS. Seite 11 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 12 Verschiedene Schritte sollen die Aufgabe und Arbeitsweise der PABS in der Öffentlichkeit bekannt machen. An der MV vom 01. Nov. sowie durch Beiträge im Flash wurden die Mitglieder der MedGes informiert. Ein Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung diente der Information der Ärzteschaft. Ein Flyer zum auflegen in den Praxen befindet sich in Ausarbeitung. Medienkontakte werden derzeit vorbereitet und sollen das Publikum über die eingeleiteten Massnahmen der MedGes informieren. Die PABS wird kontrovers diskutiert. Das Spektrum reicht von „komplett überflüssig„ bis zu einem erleichterten „endlich geht etwas„. Die SG-PABS hat in vielen persönlichen Kontakten die aufgeworfenen Fragen diskutiert und wertvolle Anregungen erhalten. Wir freuen uns über eine lebhafte und konstruktive Auseinandersetzung, nicht zuletzt im Hinblick auf die Zielsetzung : Die PABS kann für Betroffene eine wertvolle Hilfestellung in der Bewältigung einer traumatisierenden Erfahrung darstellen, und sie dient der Qualitätssicherung unserer Arbeit. Dr. med. Werner Tschan Präsident der PABS Steuerungsgruppe 10. Präventionskommission Im Berichtsjahr veranstaltete die Kommission keine eigenen Aktivitäten. Bei Anlässen, an denen mit Prävention gearbeitet wird (Messen, Stände) wird die Kommission in der Regel nicht konsultiert und kann daher dort auch keinen Input leisten. Der Schreibende ist als Vizepräsident Vertreter der praktizierenden Aerzteschaft im Vorstand des Vereins "Gsünder Basel". Dieser war seit seiner Gründung vor etwas mehr als 10 Jahren im Institut für Sozial- und Präventivmedizin angesiedelt. Im Zuge der Umsiedlung des ISPM vom SanDep in das Departement interdisziplinäre Gesundheitswissenschaften der medizinischen Fakultät (DIGM) konnte eine drohende Einverleibung ins Gesundheitsamt BS verhindert und der Fortbestand als unabhängiger Verein mit breiter Trägerschaft in den beiden Halbkantonen sichergestellt werden. Die Aktivitäten des Vereins sind niederschwellige Publikumsangebote in den Bereichen Bewegung und Ernährung, mit besonderen Schwerpunkten in ausgewählten sozialen Gruppen wie Migrationsgemeinschaften etc. Prof. Dr. med. Andreas Hoffmann Präsident der Präventionskommission 11. Spitex Mangels dringender Traktanden fand im Berichtsjahr keine Sitzung statt. Beim hohen Stellenwert der spitalexternen Betreuung kann dies nur bedeuten, dass Anliegen der Aerzteschaft an die Organe der spitalexternen Kranken -und Gesundheitspflege und vice versa nicht an die Kommission herangetragen werden. Es sollten somit Mittel und Wege gefunden werden, wie die Kommission ins „Tagesgeschehen“ eingebunden werden kann. Seite 12 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 13 Dr. med. Balthasar Salathé Präsident Spitex Kommission 12. Verhandlungsdelegation mit den Krankenversicherern Im Berichtsjahr haben insgesamt drei Sitzungen mit dem Kantonalverband stattgefunden. Themen war die Anwendung der Analyseliste, die vorzeitige Anpassung der unterbezahlten Leistungen „Konsultation“, „Hausbesuche“ und „Notfall“ an die kommenden Tarmed Tarifierungen, Tarifierung der ärztlichen Leistung bei der Umsetzung von RAI/RUG und die Tarifierung der automatischen Dünnschichtmethode. Bezüglich der Analyseliste und dem Versuch, die o.g., unterbezahlten Leistungen vorzeitig an Tarmed anzupassen, konnte keinerlei Erfolg erzielt werden. Bezüglich der Analyseliste hatte sich die Helsana mit ihrem Ansinnen, die Analysenliste uneingeschränkt und unverzüglich anzuwenden, auch bei den übrigen Versicherern durchgesetzt. Für alle anderen Verhandlungsansinnen mit Zielrichtung einer vorzeitigen Anpassung an spätere TarmedTarife bezeichnete sich der Kantonalverband - unter Hinweis auf die Gründung von Santésuisse - nicht mehr zuständig. Diese hatte Mitte des Jahres auch für alle anderen Kantone einen grundsätzlichen Verhandlungsstop im KVG-Bereich verkündet und durchgesetzt. Bezüglich der Tarifierung der Pflichtleistung der automatisierten Dünnschichtmethode erfolgte wohl die Anerkennung, dass es sich um eine ärztliche Pflichtleistung handelt. Es konnte jedoch keine Einigung bezüglich der Höhe des Tarifs erzielt werden. Um diese Leistung zu tarifieren, muss die Regierung BS angegangen werden. Bezüglich RAI/RUG wurde anerkannt, dass diese Leistung von den Versicherern zu erbringen sei. Hier verweigerten sich die Versicherer bedauerlicherweise der Benennung einer speziellen Tarifposition. Hingegen konnte man sich darüber einigen, dass das Ausfüllen des Formulars und der dazu benötigte Besuch nach dem Arzttarif Basel-Stadt und dem Zeitaufwand abgerechnet werden. Im Normalfall ist ein Zeitaufwand von 15 bis 20 Minuten zu veranschlagen. Seite 13 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL 14 Error! No text of specified style in document. Mit Jahresende wurde der Kantonalverband aufgelöst und in die Santésuisse übergeführt. Der Präsident hat an der Abschiedsveranstaltung teilgenommen. Prof. Dr. Lutz von Laer Präsident der Verhandlungsdelegation mit den Krankenversicherern 7. Arbeitsgruppen 1. Tarmed Im Jahre 2001 haben keine Sitzungen der Arbeitsgruppe Tarmed stattgefunden, da die Einführung von Tarmed erneut verschoben worden ist. Dr. med. Anne-Catherine Guex Präsidentin Arbeitsgruppe Tarmed 2. Reorganisation Notfalldienst Mitglieder: Dr. Peter Buss (Gesamtleiter MNZ, Sekretär MedGes), Dr. Joel Cuenod, Dr. Roland Keller (Präsident, ärztlicher Leiter MNZ), Dr. Urs Lüscher (Vorstand MedGes, Leiter der chir. Notfallstation KBS), Dr. Renato Marelli (Vorstand MedGes, Vorstandsverantwortlicher für Notfalldienste), Dr. Peter Masar, Dr. Thomas Moppert, Dr. Guy Morin, Dr. Claude Scheidegger, Frau Josefine Schenk (Administrative Leiterin MNZ), Dr. Konrad Vettiger, Dr. Andreas Walther, Dr. Philipp Weiss (später ausgetreten), Dr. Benno Weissenberger. Anzahl Sitzungen: 2 x Gesamtkommission, 1x Ausschuss strategische Ausrichtung MNZ Die Kommission hat sich im Herbst formiert auf einen Aufruf der MedGes (Sommer 2001) hin, es mögen sich interessierte und involvierte Exponenten der Ärzteschaft zusammensetzen, um über eine Reorganisation nach eingehender Analyse nachzudenken. Zuvor hatte sich an der MedGes Mitgliederversammlung vom 29.3.01 ein grosses Bedürfnis innerhalb der grundversorgenden Mitglieder nach offener Diskussion über den gegenwärtigen NFD und die (Zusammen-)Arbeit mit der MNZ abgezeichnet. Die vorangehende Planung des Kantonsspitals zur Einrichtung einer Permanence zur getrennten Versorgung der sonst kapazitätsverstopfenden „Pseudonotfälle“ war dem Vorstand der MedGes zudem eine willkommene Gelegenheit, um über eine weitergehende Zusammenarbeit zwischen Praktikern und Notfallstation KBS nachdenken zu lassen. Denn im Dienstreglement steht verankert, dass der allgemeine Notfalldienst der Praktiker u.a. zum Ziel hat, die Notfallstation des Kantonsspitals zu entlasten. Die initiale IST-Analyse ergab, dass der ärztliche Notfalldienst tendenziell eher seltener als früher in Anspruch genommen wird. Die MNZ ihrerseits bewältigt eine steigende Zahl von oft gleichzeitigen Anrufen (4 Linien), was eine gute Zusammenarbeit an der Schnittstelle MNZ/Diensttuender Arzt erfordert (gute tel. Erreichbarkeit, rasche Übernahme des eingehenden Gespräches, die Motiva-tion des Arztes zur tel. Beratung und zum Ausrücken vor Ort). Hier scheint eines der Probleme zu bestehen: Die Motivation zum Dienst hat nachgelassen, Seite 14 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 15 man scheint als Diensttuender die schwere Dienstarbeit (Nacht und Weekend) stellvertretend zu erleiden (statt solidarisch), denn viele hätten sich angeblich aus der Dienstpflicht geschlichen. Mit diesem emotionalen Vorbehalt scheint es schwierig, mit der nötigen Motivation den Dienst anzutreten. In der Tat stehen den rund 80 auf der Dienstliste der MNZ stehenden Stadtärzte fast ebenso viele formal dienstpflichtige Ärzte gegenüber, die keinen Dienst (mehr) leisten. Dabei geht vergessen, dass jeder praktisch tätige Arzt, und hätte er noch ein so spezielles Krankenkollektiv oder Dienstleistungsangebot in seiner Praxis, direkt oder indirekt vom Angebot eines generellen Notfalldienst der MedGes/MNZ profitiert und von der unmittelbaren Dienstpflicht rund um die Uhr entlastet wird. Die ärztliche Triage und ggf. nötige aufsuchende Notfallversorgung ist zudem eine gute PR für das Hausarztsystem. Kein anderer neuer Anbieter in der Notfallversorgung kann bisher dieses Angebot in dieser flexiblen Art (MNZ Triage, ärztliche tel. Beratung, Hausbesuch) befriedigen. Das viel genannte Inkassoproblem scheint für die Dienstmotivation von geringerem Belang (Grössenordnung von 5- 10% der Einsätze). Die Kommission möchte mit dem Vorschlag der Einforderung einer Dienstersatzabgabe (analog dem im 2001 beschlossenen Modell der AeGBL) der noch nicht 55 - jährigen dienstbefreiten Ärzte dem Gedanken der Solidarität Nachdruck verleihen. Wie hoch der Betrag aus Sicht der Mitglieder sein soll und was mit dem Geld zu geschehen habe (zum grössten Teil den diensttuenden Ärzten und zu einem kleineren Teil der MNZ zufliessen?), wird in einer Konsultativumfrage unter den Mitgliedern im Januar erhoben werden. Der Vorschlag und die Umfrageergebnisse werden an den MedGes Vorstand Anfang 2002 weitergereicht und ggf. eine Revision des Dienstreglements angeregt. Ein Projekt für ein MedGes-eigenes Ambulatorium oder ein eigenes Dienstfahrzeug mit einer geschlossenen Zahl von vertraglich dienstverpflichteten Ärzten mit Inkasso durch die MNZ als eigenständige iuristische Person wurde in der Kommission nicht weiterverfolgt, da dieses Vorgehen zu einer weiteren Anbieterschaft im Notfallmarkt mit eigenen Expansionsanreizen führen würde und indirekt den MedGes Bemühungen für ein tragfähiges Hausarztsystem entgegenliefe. Über die weitergehende Planung der Permanence des KBS und die diesbezüglich gesuchte Zusammenarbeit mit der Praktikergemeinde (individuell vertraglich verpflichtete Attending physicians oder der Dienstarzt der MedGes) wird im 2002 berichtet. Mangels konkret beurteilbarem Angebot bestand derzeit noch wenig Interesse seitens der niedergelassenen Ärzteschaft und der MNZ für eine Mitarbeit in dieser Permanence. Zwischenzeitlich werden per Umfrage interessierte Gemeinschafts-, Gruppen- und Einzelpraxen gesucht, die bereit wären, ihre Praxis bis 22h00 offen zu halten für die Versorgung von umgeleiteten Pseudonotfällen (aus Sicht der Notfallstation und zur Entlastung derselben). Dr. Roland Keller Präsident AG Reorganisation Notfalldienst und ärztlicher Leiter MNZ 3. Umgang mit Tätern Die Arbeitsgruppe hat sich am 06. November 2001 zu einer ersten Sitzung getroffen. Im Sinne einer Auslegeordnung wurde der Ist-Zustand durch die einzelnen Mitglieder aus ihrer jeweiligen spezifischen Sichtweise dargestellt. Als Arbeitsgrundlage wurde eine Arbeits-Vision entwickelt, die sich an einem „best possible standart„ orientiert. Welche Massnahmen sollen gegenüber Kolleginnen und Kollegen ergriffen werden, die sich sexueller Missbräuche gegenüber Patientinnen und Patienten schuldig gemacht haben? Die Arbeitsgruppe konnte den Seite 15 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 16 Kantonsarzt Dr. med. B. Bucheli zur Mitarbeit gewinnen. Bereits in der ersten Sitzung zeigte sich unmissverständlich, dass die Fragestellungen weit über die Kompetenz der MedGes hinausreichen und deshalb aus unterschiedlichen Gründen von der Ärzteschaft nicht im Alleingang angegangen, geschweige denn gelöst werden können. Das Sanitätsdepartement (SanDep) als Aufsichtsbehörde über alle Medizinalpersonen wird vermehrt aufsichtsrechtliche Interventionen gegen fehlbare Kolleginnen und Kollegen vornehmen. Die stattgefundenen Kontakte zwischen SanDep und Justiz tendieren in dieselbe Richtung und werden inskünftig zu parallel stattfindenden Ermittlungsarbeiten und administrativen Massnahmen führen. Der Ehrenrat wird bei straf- oder aufsichtsrechtlichen Delikten erst im Nachgang standespolitische Aspekte angehen. Für die MedGes resultiert eine neue Form von Zusammenarbeit mit den involvierten Instanzen. Die Arbeitsgruppe plante ein Hearing mit diversen Fachexperten durchzuführen, um mögliche Lösungsansätze zu formulieren. Interessierte Teilnehmer der MedGes wären ebenfalls zur Mitarbeit eingeladen worden. Aufgrund der Budgetkürzungen musste leider auf dieses Vorhaben verzichtet werden. Neben einem zumindest temporären Entzug der Praxisbewilligung bei Vorliegen eines sexuellen Übergriffes müssen geeignete RehabilitationsMassnahmen diskutiert werden. Weiter müssen interessierte Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden, welche willens und fähig sind, Aufgaben wie beispielsweise Boundary Trainings-Programme zu übernehmen. Zu diskutieren ist ferner ein Monitoring, wozu ebenfalls Fachleute gewonnen werden müssen, welche die damit verbundenen Aufgaben zu übernehmen bereit sind. Es soll die Schaffung eines nationalen Kompetenzzentrums angeregt werden, wo einerseits Fachleute mit entsprechendem Knowhow in einem Pool rekrutiert werden können, andererseits Hilfemöglichkeiten für betroffene Kolleginnen und Kollegen angeboten werden. Weiter müssen die medizinischen Fakultäten davon überzeugt werden, auf curricularer Stufe Boundary Trainings-Programme zu integrieren. Solche Lerninhalte sind für die spätere praktische Tätigkeit von emminenter Bedeutung. Es wird somit zudem zu prüfen sein, inwieweit praktisch tätige Aerzte vermehrt in Ausbildungsfunktionen integriert werden sollen. Zu Handen des Vorstandes werden durch die AG Empfehlungen formuliert. Es liegt dann im Ermessen des Vorstandes, die notwendigen Schritte einzuleiten. Dr. med. Werner Tschan Präsident der Arbeitsgruppe „Umgang mit Tätern“ 8. Dienstleistungsbetriebe 1. Beratende Kommission für die MNZ Im Jahre 2001 haben keine Sitzungen der Beratenden Kommission für die MNZ stattgefunden. Dr. med. Roland Keller Aerztlicher Leiter MNZ Seite 16 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 17 2. Medizinische Notrufzentrale MNZ! 061 261 15 15 Die Medizinische Notrufzentrale blickt auf ein sehr bewegtes Jahr zurück. Die wichtigsten Ereignisse und Probleme waren dabei: Oeffentlichkeitsarbeit Anfangs 2001 trat die Medizinische Notrufzentrale mit einem Artikel in der Basler Zeitung und einer Sendung im Telebasel an die Öffentlichkeit. An der Muba 2001 zeigte sich die Medizinische Notrufzentrale zusammen mit der Ärztegesellschaft Baselland und der MedGes. Die Reaktionen der Bevölkerung waren sehr positiv und wir spürten grosse Dankbarkeit für unsere geleistete Arbeit, dies auch durch die eingehenden Spenden auf die Spendenaufrufe. Notfalldienst Wir verzeichnen 75'112 telefonische Bearbeitungen inkl. Telefonaten der Alarmsysteme SRK BS/BL. Um diesen enormen „Kundenanspruch“ garantieren zu können, sind wir vor allem auf eine kontinuierliche gute Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten angewiesen. Darunter verstehen wir auch ein verlässliches Meldesystem sämtlicher Mutationen (Abwesenheit/Vertretung!), insbesondere aber des jeweiligen Standortes der diensthabenden Ärztin resp. des diensthabenden Arztes. Je präziser die Meldung, desto effizienter unsere Bedienung in den oft hektischen Telefonsituationen. Es ist unser Ziel, durch diese effiziente Bearbeitung die vorhandene Vertrauensbasis der Kunden zu erweitern. Durch den Mangel an Notfallärzten entstanden in diesem Jahr einige Probleme. Mit der Arbeitsgruppe „Reorganisation“ wird ein Weg gesucht, wie die Abläufe im Notfalldienst wieder optimiert werden können. Personelles Seit Februar 2001 unterstützt Dr. Roland Keller als ärztlicher Leiter die Leitung der Medizinische Notrufzentrale. Danksagung An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei allen Kunden und Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und die wertvolle Unterstützung unserer Arbeit. Frau Josefine Schenk Leiterin MNZ 3. Ombudsman Erfreulicherweise ist die Anzahl eingereichter Beschwerden gegenüber den Vorjahren deutlich rückläufig gewesen. In diesem Jahr mussten 18 Klagen bearbeitet werden. Die meisten Anfragen konnten geklärt und zum Teil sehr befriedigend bis unzufrieden über die beklagte Situation erledigt werden, ohne dass juristische Konsequenzen gezogen wurden durch den Kläger. Seite 17 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL 18 Error! No text of specified style in document. 2 Fälle sind m. E. betrüblich. Gemäss Gesprächen und vorliegenden Unterlagen handelte es sich (vorsichtig ausgedrückt) um vordatierte oder nachdatierte Gefälligkeitszeugnisse, wobei in einem Fall der Arzt den Patienten gar nicht gesehen hat. Beide Arbeitgeber beschwerten sich beim Ombudsman und er musste leider den Rat geben, sich an den Ehrenrat zu wenden. Schade um unseren Ruf! Dr. med. Pietro Gallacchi Ombudsman 9. Delegierte 1. Curriculumkommission der Medizinischen Fakultät Diese Kommission setzt sich aus Vertretern der Fakultät, der Studierenden und der praktizierenden Aerzte zusammen und begleitet die Studienreform nunmehr aller Jahreskurse. Der Reformprozess befindet sich in laufender Evaluation und Verbesserung. Neue didaktische Konzepte stossen nicht nur auf Zustimmung, sondern führen zu teilweise aufwendigen Differenzbereinigungsverfahren zwischen den Beteiligten. Nach dem Rücktritt des bisherigen Studiendekans Prof. P. Imbach wurde als neue Studiendekanin Frau Prof. H. Kaiser gewählt. Prof. Dr. med. Andreas Hoffmann Delegierter in die Curriculumkommission 2. Familienausgleichskasse der Medizinalpersonen beider Basel Für 2001 wurden die folgenden Beitragssätze beschlossen: Berufskategorien Neu im 2001 Bisher Ärzte BS Zahnärzte BS Apotheker BS Tierärzte BS 0.90 % 0.80 % 0.70 % 0.60 % 0.60 % 0.70 % 0.70 % 0.60 % Aufgrund des Beschlusses des Grossen Rates vom 7.2.2001 mussten ab 1.4.2001 die Mitglieder mit Kindern im anspruchsbegründeten Alter für die mitarbeitende Ehefrau mit der AHV einen Lohn abrechnen, um Kinderbeilagen zu beziehen. Konsequenterweise mussten auf dem Lohn des mitarbeitenden Ehegatten ab 1.4.2001 auch FAK-Beiträge bezahlt werden. Dr. Peter Buss, Advokat Präsident und Delegierter der Familienausgleichskasse beider Basel Seite 18 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL 19 Error! No text of specified style in document. 3. Forum für interdisziplinäre Hausarztmedizin FIHAM der Medizinischen Fakultät der Universität Basel, FIHAM-Kollegium Dem Einzeltutoriat war auch im 4. Jahr seines Bestehens wieder ein grosser Erfolg beschieden. Allen 205 Studierenden konnten aufgrund einer positiven Beurteilung durch ihren Tutor und eines sorgfältig erstellten Lernberichtes die Kreditpunkte erteilt werden. Zwei Drittel aller Studierenden haben ihr Einzeltutoriat in Hausarztpraxen erlebt, je knapp ein Sechstel in Spezialarztpraxen und Kliniken. 11 Studierende haben ihr Einzeltutoriat in der Forschung abgeschlossen. Die Studierenden sind sehr zufrieden mit dem Tutoriat, die Mehrheit arbeitet deutlich länger als vorgesehen beim Tutor, die langfristige Beziehung zum Tutor über zwei Jahre wird von der überwiegenden Mehrzahl der Studierenden als wertvoll und bereichernd empfunden. Wiederum wurde der Gruppenunterricht in Hausarztmedizin nur denjenigen Studierenden angeboten, welche ihr Einzeltutoriat nicht in einer Hausarztpraxis absolvieren. Es waren dies insgesamt 33 Studierende des 4. Jahreskurses, welche an 6 Nachmittagen von 12 Lehrärzten unterrichtet wurden. Die Evaluationsergebnisse zeigen, dass die Studierenden einen guten Einblick in die hausärztliche Tätigkeit gewannen und dass sie alle selbst Patienten befragten und untersuchten. Die Studierenden erlebten ihre Lehrärzte als hochmotiviert, die Lehrärzte ihrerseits erlebten die Studierenden als interessiert und engagiert. Die an vier Nachmittagen angebotenen interaktiven Vorlesungen (hausärztlicher Blockkurs) waren sehr gut besucht und wurden von den Studierenden ausserordentlich geschätzt. Auch waren abermals viele Hausärzte im Rahmen des Themenblockunterrichtes engagiert, vor allem in den problemorientierten Tutoriaten, aber auch als Dozenten in Vorlesungen und Kursen. Der Kommentar der Studierenden des 4. Jahreskurses, dass alle hausärztlichen Lehrveranstaltungen für sie ausserordentlich wertvoll gewesen seien, erfüllt das FIHAMKollegium mit einer gewissen Genugtuung und zeigt auf, dass der beschrittene Weg richtig ist. Das Forschungsprojekt BASINUS (Basler Sinusitis Studie) unter der Leitung von PD Dr. H. Bucher und Dr. P. Tschudi konnte erfolgreich abgeschlossen werden und wurde anlässlich des Symposiums "125 Jahre Medizinische Poliklinik" im August 2001 präsentiert. Das Projekt MeDaCom (Elektronische Kommunikation zwischen Hausarzt und Spital) wurde von Dr. P. Tschudi anlässlich des Jahrestagung der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin im Juni 2001 präsentiert. Das FIHAM-Kollegium wurde von den Organisatoren des WONCA-Kongresses (World Organization of Familiy Doctors) nach Tampere (Finnland) eingeladen und präsentierte dort das Einzeltutoriat mit folgendem Beitrag:" One on one tutorials – a new form of mainly community based undergraduate medical education". Dieser Vortrag stiess auf ein ausgezeichnetes Echo; das FIHAM-Kollegium wurde in der Folge an verschiedene europäische Universitäten eingeladen, um Erfahrungen zum Aufbau einer entsprechenden Unterrichtstätigkeit an hausärztlichen Universitätsinstituten einzubringen. Die Vorbereitungsarbeiten für die Reform des 1. und 6. Jahreskurses sind abgeschlossen, die Studierenden werden im kommenden Studienjahr im 1. und 6. Jahreskurs im Rahmen eines voll reformierten Curriculums unterrichtet, für den 2. Jahreskurs wird dies im Studienjahr 2002/2003 der Fall sein. Das FIHAM wurde immer wieder angefragt, neben den bisherigen Seite 19 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL 20 Error! No text of specified style in document. Aufgaben im 3. und 4. Jahreskurs auch aktiv in der Unterrichtsgestaltung des 1., 2, und 6. Jahreskurses mitzuwirken. Vom kommenden Jahr an werden einige Thementage in diesen Jahreskursen vom FIHAM organisiert und durchgeführt, ein wesentlicher Beitrag des FIHAM ist im Rahmen der Unterrichtseinheit "Aerztlicher Alltag" im 1. Jahreskurs vorgesehen, auch wird das FIHAM einen substantiellen Beitrag zur Realisierung der Vorlesungsreihe "Seminar Innere Medizin" im 6. Jahreskurs leisten. Diese ausgedehnte Unterrichts-, Forschungs- und Vortragstätigkeit ist nur dank vieler engagierter und motivierter Aerztinnen und Aerzte in Praxis, Klinik und Forschung möglich. Die Mitglieder des FIHAM-Kollegiums danken diesen Kolleginnen und Kollegen für ihren teils jahrelangen Einsatz, ihre Begeisterung am Unterrichten und ihren Idealismus. Dr. med. K. Bally, Dr. med. R. Isler, Dr. med. P. Tschudi Delegierte in das Forum für interdisziplinäre Hausarztmedizin FIHAM der Medizinischen Fakultät der Universität Basel, FIHAM-Kollegium 4. Gewerbliches Schiedsgericht BS Im Jahre 2001 haben keine Sitzungen des Gewerblichen Schiedsgerichtes stattgefunden. Dr. med. Stefan Glättli Delegierter in das Gewerbliche Schiedsgericht BS 5. Krebsliga beider Basel Die im Jahre 2000 vorgenommenen Strukturveränderungen im Vorstand und die damit verbundene neue Arbeitsweise haben sich weitgehend bewährt. Der vierköpfige Lenkungsausschuss trat in regelmässigen Telefonkonferenzen zusammen. Der Vorstand traf sich zu drei Sitzungen. Auf Antrag der wissenschaftlichen Kommission (WIKO) wurden 7 Forschungsgesuche bewilligt und dabei Forschungsgelder von Fr. 362'023.- gesprochen. An der Mitgliederversammlung im Mai 2001 referierte Herr Prof. H. P. Schreiber über das aktuelle und brisante Thema "Klonen - menschliches Ersatzteillager?" Neue Strategien zur Erhöhung der Einnahmen für die Krebsliga beider Basel aus Legaten und Erbschaften wurden erarbeitet. Im Rahmen des neuen Fund-raisingkonzeptes wurde im November 2001 gemeinsam mit der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel (GGG) in der Aula der UNI eine Podiumsdiskussion zum Thema "Patientenverfügung" veranstaltet. Weitere diesbezügliche Aktivitäten sind für 2002 geplant: Im März 2002 soll im Theater Basel eine Balletgala durchgeführt werden. Dr. med. Urs Leibundgut Delegierter der Krebsliga beider Basel Seite 20 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 21 6. MPA In diesem Jahr habe ich die Funktion des kantonalen Delegierten für MPA Fragen neu übernommen und mich erst einmal in die verschiedenen damit zusammenhängenden Funktionen eingearbeitet. Die Lehrabschlussprüfung haben in diesem Jahr 41 von 47 Kandidatinnen bestanden. Zur grossen Hürde wurde wiederum die Röntgenprüfung. Dort zeigten sich v.a. Probleme in den praktischen Arbeiten. Um hier eine Verbesserung zu erwirken, wird jetzt ein Kurs für die MPA Lehre in Praxen ohne Röntgeneinrichtung angeboten. Dieser Kurs wird zur Pflicht, wenn keine andere Möglichkeit für das Erlernen der praktischen Arbeit im Röntgen angeboten werden kann. Zur Verbesserung der Ausbildung wird auch ein Brush-up Kurs für die Lehrmeisterinnen angeboten. Hier möchte ich auch erwähnen, dass für ausgebildete MPA’s jetzt neu auch Kurse für Röntgen von Achsenskelett und Schädel angeboten werden. Die Eigentümer der HWS haben gewechselt. Ebenso kam es zum Wechsel in der Leitung und teilweise beim Lehrpersonal. Diese Vorgänge haben grosse Wellen geworfen. Trotz dieser plötzlichen Änderung konnte der Schulbetrieb aufrechterhalten bleiben und alle Kurse, auch die Neuanfängerkurse, konnten termingerecht ein- oder weitergeführt werden. Um diese Kurse zu verbessern, versuchen wir in einer Arbeitsgruppe den Stundenplan und die Blockkurse zu optimieren. Die schweizerische Umfrage bei Lehrmeisterinnen und Lehrmeistern im Hinblick auf das neue Ausbildungssystem und eine Reglementsrevision wurde zahlreich beantwortet. Im Wesentlichen wurde die Umstellung auf das neue System geschätzt und die Ausbildung als gut empfunden. Wie in Basel wurde auch gesamtschweizerisch die mangelnde Kommunikation zwischen Schule und Lehrbetrieb gerügt. Hier werden in Basel Wege für eine Verbesserung gesucht. Obschon sich in den letzten Jahren eine erfreuliche Zahl von Praxen in der Ausbildung von MPA’s engagiert, müssen noch immer viele geeignete Bewerberinnen abgewiesen werden. Es ist deshalb dringend notwendig, dass jene, die MPA’s anstellen, auch bereit sind, solche auszubilden. Wenn es uns nicht gelingt, mehr MPA’s auszubilden, werden wir uns mit unqualifizierten Mitarbeiterinnen begnügen müssen. Dr. med. Theo Matter Delegierter für MPA Seite 21 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 22 7. New Index Was ist die NewIndex? Die NewIndex AG ist ein Dienstleistungsunternehmen der FMH und der kantonalen Ärztegesellschaften. Die MedGes ist Aktionärin und mit einem Sitz im Verwaltungsrat vertreten. NewIndex hat die Methode zur Berechnung der Start-Taxpunktwerte entwickelt und 24 Kantonalgesellschaften berechnen mit NewIndex. Santésuisse (ehemals Konkordat der Krankenkassen) und die Bundesbehörden wünschen eine flächendeckende Anwendung dieser Methode. Erstmalig in der Geschichte der Schweizer Ärzteschaft dürften die mittlerweile anonymisiert zusammengeführten Daten aus insgesamt knapp 3000 Praxen sein. Dies sind landesweit etwas mehr als 20% aller Praxen. Die statistische Signifikanz zur Berechnung der StartTaxpunktwerte ist damit mehr als gegeben. Insgesamt konnte auf Leistungspositionen von knapp 8 Mio. Rechnungen zurückgegriffen werden. Und dies unter Einhaltung strengster Auflagen bezüglich Datenschutz und Datensicherheit. NewIndex steht zudem beratend zur Seite bezüglich der technisch und betriebswirtschaftlich sinnvollen Instrumente zur Messung und Steuerung der vertraglich vorgegebenen Kostenentwicklungen. In der Einführungsphase stellt NewIndex die Instrumente zur Sammlung und Auswertung der Abrechnungsdaten bereit, um eine zeitgerechte Beobachtung und Steuerung zu ermöglichen. Die reale Tarifanwendung während dieser Phase wird über die zukünftige Höhe der Taxpunktwerte entscheiden. Ziel ist es daher, die kantonalen Ärztegesellschaften darin zu unterstützen, Tarmed möglichst kontrolliert einzuführen. NewIndex hat ein Konzept TrustCenter entwickelt. Die Forderungen nach dem elektronischen Datenaustausch sind fast schon so alt wie Tarmed selbst. Zentrale Aufgabe der TrustCenter wird die Sammlung, Verwaltung und Auswertung der Abrechnungsdaten aus Tarmed sein. NewIndex geht dabei von regional verankerten, selbständig operierenden TrustCenter aus, welche das Vertrauen der Basis gewinnen können. In diesen TrustCenter soll auch die Bereitstellung der elektronischen Rechnungskopien für die Kassen sichergestellt werden. Den für den Zugriff auf eine Rechnung notwendigen Schlüssel erhält die Kasse jeweils mit der vom Patienten einzureichenden Originalrechnung. Nicht eingereichte Rechnungen können daher nicht abgerufen werden. Bei Bedarf können zudem einzelne Inhalte der Rechnungen geschützt werden. Seite 22 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 23 NewIndex ermöglicht zum ersten Mal eine ärzteeigene Sammlung und Auswertung von Daten aus Honorar-Rechnungen, sodass die „Konkordatsstatistik“ nicht mehr das Mass aller Dinge sein wird. Dr. med. Renato Marelli Delegierter der MedGes im Verwaltungsrat der New Index 8. Parifonds Im 2002 haben 3 Sitzungen des Parifonds unter der Leitung von Anne-Catherine Guex stattgefunden. Das Hauptziel war, die Mitglieder von MedGes und Parifonds über die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung von Fortbildungsveranstaltungen zu informieren. Dies führte dazu, dass am 30. August erstmals eine Veranstaltung (Dr. Grüninger: Managed Care Symposium) mit den Geldern aus dem Parifonds zu 50% unterstützt werden konnte. Weiter wurde geplant, vor Einführung des Tarmed eine entsprechende Informationsveranstaltung für Versicherer und Ärzte zu organisieren. Dr. med. Anne-Catherine Guex Vorsitzende Parifonds 9. Paritätische Kommission betr. pflegerische Tätigkeit Die im letzten Herbst 2000 ins Leben gerufene Kommission tagt im Prinzip halbjährlich. Bei Bedarf können zusätzliche Sitzungstermine vereinbart werden. Der Vorsitz wird im Jahresturnus abwechslungsweise von einer VertreterIn des VAP oder der MedGes übernommen. Bewährt hat sich die in der ersten Sitzung beschlossene Bildung einer „task force“ zur Erledigung dringender Tagesgeschäfte. Im Moment gehören ihr die Herren E. Müller/APH Glaibasel und Dr. B. Salathé/Felix Platter-Spital an. Haupttraktanden im Plenum waren im Berichtsjahr die Einführung des umstrittenen RAI/RUG in den Heimen, das Problem der Datenübermittlung zwischen Aerzten/ Aerztinnen und Heimen sowie der Problemkreis Sterbehilfe bei HeimbewohnerInnen. Dr. med. Balthasar Salathé Delegierter Paritätische Kommission betr. pflegerische Tätigkeit 10. Paritätische Vertrauenskommission PVK Die PVK hat auch im Jahre 2001 keine Sitzung abgehalten. Eine am 22. September 2000 eingereichte Klage auf Rückforderung gemäss Art. 56 KVG kann erst anfang 2002 behandelt werden, weil der komplizierte Sachverhalt einen doppelten Schriftenwechsel nötig gemacht hatte. Zwischen den gleichen Prozessparteien ist seit 14. Juni 2001 ein zweites Verfahren Seite 23 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 24 hängig; dem Wunsch der Klagpartei folgend wurde es aber bis zum Abschluss des ersten Verfahrens sistiert. In einem anderen Fall wurde zwar Klage eingereicht; nachdem sich die Parteien jedoch gütlich geeinigt hatten, konnte das Verfahren abgeschrieben werden, ohne dass die Kommission zusammentreten musste. Ursula Hubschmid, Fürsprecherin Präsidentin PVK 11. Steuerungsgruppe RAI/RUG Als Delegierter der Medizinischen Gesellschaft im Steuerungsausschuss von RAI/RUG kann ich von den im Jahr 2001 abgehaltenen Sitzungen insofern mit Genugtuung berichten, dass der Steuerungsausschuss alle, auch die kritischen Anliegen mit Offenheit und Verständnis behandelt hat, und dass insbesondere auch die vielfach geäusserten Anliegen der Aerzteschaft fachkundig und mit Engagement behandelt worden sind. Da über RAI/RUG sowohl in Aussendungen der Medizinischen Gesellschaft als auch in der öffentlichen Presse schon viel geschrieben worden ist, erspare ich mir weitere Erklärungen zum System selbst. Kein Zweifel besteht aber darüber, dass die Einführung dieses neuen Systems nicht überall eitel Freude ausgelöst hat, weder bei den Betreibern der Alters- und Pflegeheime, noch bei den Grauen Panthern, noch den Aerzten. Relativ wenig Reklamationen gab es von seiten der betroffenen Patienten bzw. ihren Angehörigen. Der Frust über das neue System ist teilweise verständlich, denn es verursacht vor allem für die Pflegenden, teilweise aber auch für die Aerzte einen erhöhten Aufwand. Auch ich habe die Formulare nicht mit grossem Enthusiasmus ausgefüllt! Aus meiner Sicht stehen allerdings die ablehnenden Gründe gegen das System, das sich in anderen Kantonen und teilweise auch schon bei uns durchaus in positivem Sinne bewährt hat, auf schwachen Füssen: Wenn etwa von einem Heimleiter in einem Artikel als Forum-Gast wörtlich geschrieben wird „Auf Anfang Januar 2002 steigen wiederum die Prämien der meisten Krankenkassen, eine Ursache dieser Verteuerung ist die Einführung eines neuen Systems (RAI/RUG)...“, oder wenn eine Aussendung von Riehener Aerzten mit „RAI/RUG-Nötigung zur Entbindung von der Schweigepflicht“ betitelt wird, so bedeutet dies aus meiner Sicht übertriebene, plakative Stimmungsmache. Ich denke, es gilt bei allem Verständnis für geäusserte Bedenken doch die Proportionen zu wahren. In der Aerzteschaft hat das neue System neben finanziellen Forderungen vor allem wegen Bedenken in Bezug auf das Patientengeheimnis Unwillen erregt. Es ist u.a. auch moniert worden, dass die Aerzte nicht wissen, an welche Stellen die Angaben auf den RAI/RUG-Formularen weiter geleitet werden. Der Informationsfluss ist aber im RAI/RUG-Programm genau definiert, und die Korrektheit der Informationen sowohl vom eidgenössischen wie vom kantonalen DatenschutzBeauftragten geprüft und bestätigt worden. Für schwierige oder zweifelhafte Fälle hat bekanntlich die Medizinische Gesellschaft ein Formular zur Entbindung von der ärztlichen Geheimhaltungspflicht geschaffen, welches im Sekretariat zur Verfügung steht. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir eine Schlussbemerkung, welche nicht nur mit dem Problem RAI/RUG in Zusammenhang steht. Offensichtlich tun sich viele Aerzte damit schwer, medizinische Daten von Patienten schriftlich bekannt zu geben, selbst wenn die rechtlichen Seite 24 von 25 MEDIZINISCHE GESELLSCHAFT BASEL Error! No text of specified style in document. 25 Grundlagen relativ klar sind. Viel weniger Beachtung findet aus meiner Sicht aber der entsprechende Artikel im Strafgesetzbuch über das Arztgeheimnis, wenn es um mündliche Offenbarungen geht. Es ist teilweise erschreckend, wenn man z.B. im Eisenbahnzug Gesprächen von Aerzten über einen „Fall“ mit Namensnennung zuhört, oder wenn medizinische Informationen ungefragt an Ehepartner weiter geleitet werden, und es ist schon problematisch, wenn viele Praxen ein offenes Wartezimmer bzw. eine Wartegelegenheit bei der Anmeldung haben, so dass die Wartenden problemlos Anordnungen der Aerzte oder auch Telefongespräche betreffend andere Patienten mithören können. Dr. med. Marc Baur Delegierter in die Steuerungsgruppe RAI/RUG Seite 25 von 25