Fortgeschrittene Makroökonomik I

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Fortgeschrittene Makroökonomik I
Gliederung gem. Zweimüller SS 2001, Kapitelnummerierung gem. Romer 1996; Inhalt beachtet Romer 2000.
I. Konjunktur und Stabilisierungspolitik (Konjunkturschwankungen in einer geschlossenen Wirtschaft)
A. Einleitung: Das aggregierte Angebot und die Philipskurve (Kap. 5.4/5.5)
 AS-Modelle:
1) Mit Annahmen auf der makroökonomischen Ebene und mit starken nominellen Rigiditäten
 illustrativ aber nicht realitätsnah
2) Mit spezifischen Formulierungen, z.B. „expectations-augmented Phillips curve“
 nur für spezielle Situationen
 Gemäss der Real Business Cycle-Theorie ist die AS-Kurve senkrecht. Monetäre Schwankungen haben keine
Outputeffekte. Im Gegensatz zeigen die folgenden Modelle verschiedene Fälle auf, wobei die AS-Kurve nicht
vertikal ist:
Annahmen
I. Keynesianisches
Modell
II. Rigide Güterpreise,
flexible Löhne, perf.
Arbeitsmarkt
III. Rigide Güterpreise,
flexible Löhne, imp.
Arbeitsmarkt
IV. Wie Keynes,
ausser perfekte
Gütermärkte
- perfekte Gütermärkte
- starre Nominallöhne
- rigide Güterpreise
- rigide Güterpreise
- flexible Löhne
- imperfekter Arbeits-
- imperf Gütermärkte
P > GK
Markup-Funktion:
Y= F(L),
- flexible Löhne
kfr.
Betrachtung:
markt, da
L ist der
einzige var.
Faktor
AS-Kurve
mit einer positiven
Steigung
Weil Nominallöhne
fixiert sind, führt eine
Erhöhung des Preisniveaus zu niedrigeren
Reallöhne. Die Firmen
stellen mehr Arbeiter
an und dies erhöht den
Output. Es gibt eine
positive Beziehung
zwischen P und Y.
Implikation: - Output- und
Beschäftigunsschwankungen werden erklärt.
Wegen der Lohnstarrheit hat eine Nachfrageschwankung
Outputeffekte
W
ADP
L
P
Y
- Es gibt unfreiwillige
Arbeitslosigkeit
= Unterschied LD and
W
LS, gegeben
P
- Das Problem: antizyklische Reallöhne
- Dazu ist der Markup
nicht antizyklisch.
P
Y P 

GK
Horizontal
Totale Produktion =
Nachfrage, gegeben P
und so lange P > PGK.
- Output- und Beschäftigungsschwankungen werden erklärt.
Nachfrageschwankungen unter YMAX
führen zu Änderungen
von L und Y.
LD ist durch die erzielte
Produktionsmenge
bestimmt.
W
P
>W
P
S D
L =L
(L)
W
F(L)
=
W
= (L) „efficiency
P
wage“
markup * GK
- starre Nom.löhne
horizontal
wie Fall 2
mit einer positiven
Steigung
- Output- und Beschäftigungsschwankungen werden erklärt.
Nachfrageschwankungen unter YMAX
führen zu Änderungen
von L und Y.
W
L und
werden
P
durch die Kreuzung
ADY(<Y MAX)  LD 
von LD und (L)
- Es gibt keine unfreiwillige
bestimmt.
Arbeitslosigkeit.
- Es gibt
W
= Kreuzung LD & LS
Arbeitslosigkeit.
P
= Unterschied LS und
- prozyklische
(L). Der Unterschied
Reallöhne
ist grösser, wenn die
W
letzterwähnte Funktion
Y LD 
 u. LS 
flach ist.
P
- antizyklischer Markup - prozyklische
Reallöhne (wie Fall II)
P
Y Kosten

- antizyklischer Markup
GK
1
P=
... aber kann auch horizontal oder mit einer
negativen Steigung
sein, je nach (L) .
Horizontal: wenn
(L) so antizyklisch
wie F´(L) ist
Negativ: wenn (L)
mehr antizyklisch als
F´(L) ist
- Output- und Beschäftigungsschwank
ungen werden erklärt.
(unterschiedliche
Bezeichnung, je nach
Markup-Funktion)
- Es gibt
Arbeitslosigkeit.
= Unterschied LD und
W
LS , gegeben
P
- antizyklische oder
prozyklische
Reallöhne, je nach
(L)
W
P
=
F ( L )
(L)
- antizyklischer
Markup
F(L)
W
P
YPW/P(L)
(L) 
 Verschiedene Ansichten bzgl. der Quelle der nominellen Rigiditäten und bzgl. der Eigenschaften der
Arbeits- und Gütermärkte haben verschiedene Implikationen für die Arbeitslosigkeit, die Reallöhne und den
Markup.
 Keynesianische Theorien reichen nicht aus, um das Verhalten der obengenannten Variablen zu erklären.
 Implikation für die Inflation:
Wenn das aktuelle Lohn- oder Preisniveau auf Basis des Lohn- oder Preisniveaus der Vorperiode festgelegt
wird, dann heisst das, dass es eine permanente Beziehung zwischen Output und Inflation gibt.
Z.B. Fall I: Keynes
=
A > 0 (Die Löhne sind adjustiert gem. Inflation der Vorperiode.)
Wt  APt 1 ,
WW
F(L t ) 
Y  F(L t )
Wt
Pt
W
L t  LD  t
 Pt




Wt APt 1
A


Pt
Pt
1  t
  A 

 Yt  FLD 
Es gibt eine permanente Beziehung zwischen Output und .

  1   t 
 Dazu ist höherer Output mit einer tieferen Arbeitslosigkeit verbunden.
Phillips (1958): Es gibt eine starke und relativ stabil negative Beziehung zwischen Arbeitslosigkeit und
Inflation (gemäss GB-Daten).
 Gegenargument: Friedman/Phelps (1968): Natürliche Arbeitslosigkeit
o Monetäre Faktoren (wie Ms oder ) sollten keine permanente Effekte auf realen Variablen (wie Y und
u) ausüben. Langfristig zählen nur reale ökonomische Grössen.
o Bzgl. dem Y- und u- Beziehungen:
Eine permanente expansive Politik wird am Schluss zu Änderungen der Preis- und
Lohnbestimmungspolitik führen (sonst wird sie nur zu einer permanenten Reduktion der Reallöhne
führen). Sobald die Preis- und Lohnbestimmungspolitik angepasst wird, werden L, Y und
W
P
zu den
ursprünglichen Werten zurückkommen.
 Es gibt eine normale oder natürliche Arbeitslosigkeit. Monetäre Politik kann nicht diese
Arbeitslosigkeit zu einem permanent tieferen Niveau reduzieren.
o Die Frage ist: Welche Faktoren determinieren die natürliche Arbeitslosigkeit? Sie sagen nur: Sie
entsteht in einem walraschianischen System, solange dies mit dem aktuellen strukturellen Eigenschaften
der Arbeits- und Gütermärkte verbunden ist, d.h. mit Marktimperfektionen, stochastische Variabilität
der Nachfrage und des Angebots, Informationskosten der Suche nach Arbeiter/Arbeitnehmer,
Mobilitätskosten usw.
 Fehler der Phillips-Kurve:
Was wenn die Veränderung von Y aus einem Angebotsschock hervorkommen wird?
Ölschock 1973/74, 1978/79: Hohe Inflation und Arbeitslosigkeit sind gleichzeitig aufgetreten.
 Expectations-Augmented Phillips Curve:
o Ann.: Löhne und Preise sind nicht völlig rigid. Ein höherer Output ist normalerweise mit höheren Löhne
und Preise verbunden.
 Die kurzfristige AS-Kurve hat einen positiven Anstieg.
(Das gilt, seien die Preise (und nicht die Löhne) die, die nicht sofort nach einer Änderung anpassen.)
o Neu: Angebotschocks werden in Betracht gezogen.
o Ein neuer Anpassungsprozess für  kommt auch vor.
AS-Kurve:
0
ln Pt  ln Pt 1  *t  (ln Yt  ln Yt )   st ,
ln Pt  ln Pt 1  *t  (ln Yt  ln Yt )   st
 t  *t  (ln Yt  ln Yt )   st
„core “
es gibt eine positive
Beziehung zw.  und Y
Vollbeschäftigung
Angebotsschock
 Beschränkungen:
o Wenn eine Periode sehr kurz ist, braucht *t mehr als eine Periode um zu adjustieren.
o Es wird angenommen, dass die *t unabhängig von der ökonomischen Situation ist. Z.B. wenn
*t   t 1 gilt, dann heisst das, dass der Staat den Output permanent erhöhen kann, wenn eine immer
2
wieder höhere Inflation akzeptabel ist. Aber das gleiche Argument von Friedman und Phelps wird
hervorgerufen: Ein Zeitpunkt wird kommen, in welchem die Firmen und Arbeiter ihr Verhalten gemäss
der erwarteten Änderung der Inflation anpassen werden, sodass der Output zum ursprünglichen Niveau
zurückkommt.
 Damit “core ” (Kerninflationsrate) die ökonomische Situation wiederspiegeln kann, sollte man sie als
“erwartete Inflation” betrachten:  t   et  (ln Yt  ln Yt )   st
Implikationen:
o ln Yt kann nicht immer höher als das natürliche Niveau sein. Das bedingt eine sehr tiefe erwartete
Inflation; sonst wird  zu hoch.
o Aktuelle und nicht andauernde Schwankungen werden nicht in den Erwartungen reflektiert. Deshalb
kann die kurzfristige Beziehung zwischen Y und  anders als die langfristige Beziehung sein. Diese
Idee ist konsistent mit der Friedman/Phelps-Überlegung.
 Kompromiss:
Die Kerninflationsrate als ein gewichteter Durchschnitt von vergangenen und erwarteten Inflation:
 t  et  (1  ) t 1  (ln Yt  ln Yt )   st ,
0    1 , d.h. es gibt Lohn- und Preisträgheit.
Es gibt eine Beziehung zw. vergangenen und
zukünftigen  (nicht nur Erwartungen)
B. Rationale Erwartung und die Lucas-Kritik (Kap. 6 Teil A)
Verhalten des
Produzents (SS)
 Das Lucas-Modell: Preisrigiditäten aufgrund imperfekter Information über die Ursachen von Preisänderungen
Ein Produzent kann nicht wissen, ob eine Preisänderung seines Produkts durch eine Änderung dessen
relativen Preises oder eine Änderung des aggregierten Preisniveaus verursacht worden ist. Eine rationale
Überlegung wäre: beide haben geändert. Deshalb sollte der Produzent seine Produktion leicht erhöhen.
 impliziert eine positive Steigung der AS-Kurve
 Modellierung: (eine der ersten mikrofundierten Makro-Modelle)
o vollkommene Information
Produktionsfunktion des Individuums: Q i  L i ,
i = ein Gut, Q = Prod’n, L = Arbeit
Ci  Y
Konsum:
 Pi Q i / P ,
Ertrag/ Preis eines Warenkorbs, Preisindex aller Güter
Nutzen:
 C i  Pi Q i / P  Pi L i / P
1
U  Ci  Li  ,   1

konstanter Grenznutzen des
Konsums und abnehmender
Grenznutzen der Arbeit
Pi L i 1 
 Li
P

mit der Annahme perfekter Konkurrenz (Die Produzenten sind Preisnehmer)
 Der Produzent wählt Li , so dass U i maximiert wird, gegeben Pi und P .
max U i 
1 (  1)
U i Pi
P 

 L i 1  0  L i   i 
L i
P
P
 1 
i  
p i  p  Das Arbeitsangebot hat eine positive
Beziehung mit dem relativen Preis.
  1
rel. Preis
Nachfrage eines
Gutes (DD)
Nachfrage eines Gutes: q i  y  z i  (p i  p) ,
Eink. Schock
0
Elastizität der Nachfrage von jedem Gut
z i s haben einen Durchschnitt von 0 (alle Güter in Betracht gezogen)
y  q i (Durchschnitt)

p  pi
Gleichgewicht:
 1 

p i  p   y  z i  (pi  p)
  1 
 1

y  zi  
  p
  1

pi 
1

 1
3
  1 
 y  p ,
p  p i  
gegeben z i  0
 1     
 y = 0! D.h., gegeben y = m – p (aggreg. Nachfrage – AD), gilt m = p
In diesem Modell ist Geld neutral. Eine Erhöhung von m erhöht p, d.h. alle p i s .
Ökonomische Grössen ändern sich nicht.
o Unvollkommene Information: Die Produzenten merken, dass der Preis ihrer Güter höher sind, aber nicht
merken, dass das aggregierte Preisniveau höher ist.
p i  p  ri = agg. Preis + rel. Preis
Der Produzent will seine Entscheidungen aufgrund des beobachtbaren relativen Preises treffen aber nur
p i ist beobachtbar.


Annahme: E ri p i unter rationalen Erwartungen. Der Produzent produziert so viel er kann, gegeben die
Sicherheit dieser Einschätzung. Ergo:
(certainty equivalence behavior)
p i  p  ri  p  E ri p i .
Verhalten des
Produzents (SS)



Und:

Pi L i 1  P  E ri p i
1
 Li 
Li  Li 
P

P

P

E
r
p
U i
i i

 L i 1  0
L i
P
Dann: U i 



(  Nutzenmaximierung, weil die
Nutzenmaximierung nicht nur von
einer individuellen Einschätzung
von r abhängt sondern auch von der
Unsicherheit des Produzents über r)

 1 
i  
E ri p i
  1
 1  Vr
i  
(p i  E(p)) (Ann.: die Erwartung von ri ist eine lineare Funktion von pi)

   1  Vr  Vp
 i  b(p i  E(p))
Wenn pi = p (Durchschnitt von pi ist ja p), dann y =  [da Y  Pi L i / P ]. Resultat:
i
AS
y  b(p i  E(p))
Lucas’ AS-Kurve: Wenn Output nicht gleich 0 ist, dann ist er eine Funktion des Preises
 expectations-augmented Phillips curve mit core  =e
Beide behaupten, dass wenn wir Angebotsschocks ignorieren, dann ist Output höher als das
normale Niveau für nur so viel als  -e.
Gleichgewicht: (AD: y = m – p)
AD = AS
m – p = b (p – E(p))
…
 1 
 b 
 b 
 b 
p
y
und
m  
 E ( p)
m  
 E ( p)
1 b 
1 b 
1 b 
1 b 
Gegeben E(p) = E(m) und m = E(m) + (m – E(m))
 1 
 b 
p  E ( m)  
y
und
m  E(m)
m  E(m)
1 b 
 1 b 
 E(m), die beobachtbar ist, beeinflusst nur die Preise.
m – E(m), der nicht beobachtbar ist, hat Preis- und Outputeffekte.
 Das Lucas-Modell impliziert einen positiven Zusammenhang zwischen Output und .
Sei
E(m) = mt-1 + c
(random walk + drift)
und
(m – E(m)) = ut
(white noise)
 1 
 1 
p  m t 1  c   
p t 1  m t  2  c   
d.h.
u t ,
u t 1
 1 b 
1 b 
 1 
Ergo:  t  m t 1  m t  2   
u t  u t 1 
1 b 
 b 
Und: y  
u t
1 b 
Beachte: ut ist positiv in den Gleichungen (von y und ); ut und ut-1 sind unkorreliert
 y und  sind positiv korreliert.
Höhe unerwartete m  p und y
4
Lucas  Phillips
Der Unterschied: Man kann nicht die Beziehung ausnützen. Wenn der Staat die Geldmenge erhöht (ohne dass
der Markt es erfährt), steigt Y so viel wie die Geldmengenänderung. Aber sobald die Individuen die
Änderung erfassen, bleibt Y wieder unverändert. E(m) wird entsprechend adjustiert. Wenn die Individuen die
Geldmengenänderung vom Anfang an erfasst hätten, dann wäre die temporäre Änderung von Y überhaupt
nicht entstanden.
 Kernidee: Erwartungen sind wichtig! Sie beeinflussen die Beziehungen verschiedener Variablen.
Da die Erwartungen durch Änderungen in der Politik beeinflusst werden können, können Änderungen in der
Politik aggregate Beziehungen ändern.
Lucas Kritik (1976): Ein Versuch, die statistischen Beziehungen auszunützen, wird nicht erfolgreich sein. Die
durch Erwartungen aufgetretenen Auswirkungen können die Beziehungen ändern.
 Stabilisierungspolitik: Monetäre Politik kann den Output stabilisieren, nur wenn der Staat Informationen
besitzt, die nicht öffentlich sind.
Das unterstützt nicht die keynesianische Theorie!
1) Ein zentrales Element der Stabilisierungspolitik der Keynesianer involviert Reaktionen auf allgemein
veröffentliche Informationen über die Wirtschaft, z.B., dass sie sich in einem Boom oder in einer Rezession
befindet.
2) Wenn bessere Information die Basis für eine potentielle Stabilisierung ist, gibt es einen einfacheren Weg,
diese Stabilisierung zu erreichen und zwar: die Information bekannt machen.
 Schwierigkeiten:
o Wenn ein tieferes Y-Wachstum z.B. nach der Veröffentlichung einer Information (gezielt auf
Desinflation) folgt, dann reicht das Lucas-Modell nicht. Es bleibt irgendetwas unerklärt.
o Kann das Lucas-Modell die Effekte von Nachfrageänderungen überhaupt erklären?
 Das Modell braucht eine hohe Elastizität des Arbeitsangebots. Es gibt keine solche Elastizität.
 Imperfekte Information? In modernen Wirtschaften werden Informationen über Preisänderungen
sehr schnell bekannt gemacht. Ausserdem sollte es nicht schwierig sein, relative und aggregierte
Preisänderungen zu unterscheiden.
C. Monopolistische Konkurrenz (Kap. 6.6)
 Monopolistische Konkurrenz: Dieser Teil gilt als Einführung bevor der Diskussion über nicht sofortigen
Preisanpassungen, da allein unvollkommene Märkte interessante makroökonomische Folgen haben. Zweitens
untersuchen die nachkommenden Modelle (Teil D) die Ursachen und Auswirkungen von Barrieren zu
Preisadjustierungen. Das Modell unter der Annahme monopolistischer Konkurrenz beihaltet hingegen keine
Barriere und schaut was passiert, wenn die Preise vom eigentlichen Niveau divergieren.
 Das Modell:
o AS: Ein Produzent mit Marktmacht setzt den Preis als ein Markup oberhalb den Grenzkosten. Der
Pi *
 W

P
 1 P
Das Arbeitsangebot ist eine zunehmende Funktion des Reallohns.
Weil der Gleichgewichtsoutput gleich dem Arbeitsangebot ist, folgt:
Aufschlag ist durch die Nachfrageelastizität bestimmt.
Pi *


Y 1 .
P
 1
  
  (  1)Y
p *i  p  ln 
  1 
Der relative Preis ist eine Funktion des aggregrierten Outputs.
log-Form
p *i  p  c  y
Nach Y lösen:
1
  1
,
 1
o AD: Y = M/P
Y
gegeben P=Pi. Jeder Produzent setzt den Preis gleich P.
o Das Preisniveau (AS=AD) ist proportional zur nominellen Nachfrage. P 
1
  1  11
M
 Geld ist neutral.
 Implikationen: Wenn Produzenten Marktmacht besitzen, produzieren sie weniger als die optimale Menge
(und noch kleiner, wenn die Nachfrageelastizität und die Arbeitselastizität tiefer sind)
o Mankiw 1985: Das Marktergebnis von monopolistischer Konkurrenz ist nicht wünschenswert. Wenn
Fluktuationen aufgrund monetären Schocks vorkommen und die nominelle Adjustierung nicht
5
vollkommen ist, dann verursachen nicht nur Rezessionen sondern auch Booms Abweichungen vom
Optimum.
o „Aggregate demand externality“ (Blanchard/Kiyotaki 1987): Da es einen Bruch zwischen dem
Gleichgewichtsoutput und dem optimalen Output gibt, verursachen die Preise Externalitäten.
o Eine Änderung der Geldmenge führt zu einer proportionalen Änderung des nominellen Löhnes und der
nominellen Preisen. Output und der Reallohn bleiben unverändert. D.h., um eine Umgebung, wo Geld
nicht neutral ist, zu modellieren, reicht nicht allein die Gestaltung eines unvollkommenen Marktes. Geld
ist unter der Annahme monopolistischer Konkurrenz neutral.
D. Monopolistische Konkurrenz und nominelle Rigiditäten (Kap. 6.5/6.7/6.9)
 Modelle mit „staggered price adjustment“ (nicht sofortige Preisanpassung)
o Im Gegensatz zu den keynesianischen Modelle sind in dieser Modelle eine nicht sofortige
Preisanpassung einfach angenommen und nicht abgeleitet. (Warum die Preisanpassung verzögert ist,
bleibt noch unbeantwortet. Die Antwort folgt erst bei neukeynesianischer Makroökonomik.)
o Wichtigkeit der Modelle: (Fisher, Taylor, Calpin-Spulber)
 Es wird nicht mehr nötig, eine Irrationalität der Erwartungen zu beweisen, um die keynesianischen
Modelle gegenüber dem Lucas-Modell zu verteidigen.
 Die Annahmen sind auf der mikroökonomischen Ebene getroffen. Die Modelle gelten als
Fundament anderer Modelle.
 Sie zeigen auf, dass makroökonomische nominelle Rigiditäten wenig mit dem mikroökonomischen
Preisrigiditäten zu tun haben.
 Fischer und Taylor: Preisanpassung nach bestimmter Zeitdauer (time-dependent)
Fischer:
Preise sind prädeterminiert aber nicht fixiert.
Taylor:
Preise sind fixiert.
 Caplin-Spulber: Preisanpassung nach bestimmter Zustandsänderung (state-dependent)
Fischer: Prädeterminierte Preise
 Annahmen:
o Firmen setzen heute die Preise für morgen und übermorgen. Dabei können Preise für zwei Periode
verschieden sein.
o asynchrone Preissetzung: in einer Periode werden die Hälfte der Preisen geändert
o gewünschter Preis der Produzenten:
p*i  p  c  Y
c = 0, d.h.
p *i  p  y
p*i
p*i
(zur Vereinfachung)
 p  (m  p)
 m  (1  )p
o m – exogen; keine Annahmen über den Verlauf
o certainty equivalence (wie Lucas): Ein Individuum wählt den Preis in t für die nächsten zwei Periode
aufgrund seiner Erwartungen, gegeben Informationen in t und die profitmaximierenden log-Preisen in
den zwei Perioden.
o rationale Erwartungen (wie Lucas): p1t  E(p *it Info t 1 )  E t1 (p *it )
 Lösung:
1 1
(p t  p 2t )
2
p1t  E t 1 (p *t )
 E t 1 m  (1  )p
pt 
1


 E t 1 m  (1  ) (p 1t  p 2t )
2


2
1  t

E t 1 m t 
p2
1 
1 
p 2t  E t 2 (p *t )
 E t 1 m  (1  )p
(certainty equivalence)
1


 E t  2 m  (1  ) (p1t  p 2t )
2


p1t einsetzen
p 2t  E t 2 (m t )
Gesetz iterierter Erwartungen: E t 2 E t 1 m t  E t 2 m t
Die aktuelle Erwartung von einer zukünftigen Erwartung
ist gleich der aktuellen Erwartung.
p1t und p 2t einsetzen in p t :
6
1
(E t 1 m t  E t 2 m t )  (m t  E t 1 m t )
1 
Nach y lösen:
yt  m  p
pt 
y t  (m t  E t 1 m t ) 
1
(E t 1 m t  E t 2 m t )
1 
 Folgerungen:
o Wie Lucas-Modell: unantizipierte Nachfrageschwankungen haben Outputeffekte durch (m t  E t 1 m t ) .
Das gilt, wenn m t unbekannt ist während der Preisbestimmung.
o Antizipierte Nachfrageschwankungen haben aber auch Outputeffekte durch (E t 1 m t  E t 2 m t ). Der
Effekt wird bei kleinerem  stärker.  ist ein realer Rigiditätsparameter.
o Stabilisierungspolitik wird ermöglicht. Wenn der Staat zwischen t-1 und t-2 zusätzliche Informationen
über andere Quellen der Nachfrageschwankungen erwirbt, dann kann er m t entsprechend adjustieren.
o Interaktionen zwischen Produzenten können die Effekte der mikroökonomischen Preisrigiditäten
erhöhen oder reduzieren. Es liegt an  . Ein tiefer  bedeutet mehr Rigidität. D.h., Produzenten sind
nicht bereit, ihre relative Preise zu ändern. Die Outputeffekte einer monetären Änderung werden mit
einer antizipierten Nachfrageschwankung grösser.
Aber die Wirksamkeit von monetären Änderungen ist nicht wegen Rigidität entstanden. Wenn Preise
flexibel sind, spielt es keine Rolle, wie viel  beträgt.  dient nur als ein „Vergrösserungsfaktor“ der
nominellen Rigidität.
o Output hängt nicht von E t 2 m t ab. Jegliche Information über die aggregierte Nachfrage, welche schon
in Betracht gezogen ist, hat keine Effekte. Die relevante Faktoren sind: (E t 1 m t  E t 2 m t ) und
(m t  E t 1 m t ) .
Taylor: Fixierte Preise
 Annahmen:
o Neu: Preise müssen in beiden zukünftigen Perioden gleich sein: p1t  p 2t
o Preisbestimmung in t für t und t+1
 Lösung:
Sei x t der Preis, der die Individuen wählen in t.
1 *
(p it  E t p *it 1 )
2
Da p*i  m  (1  )p
xt 
xt 
(certainty equivalence)
1
(m t  (1  )p t )  E t (m t 1  (1  )p t 1 )
2
Nun:
pt 
1 1
1
(p t  p 2t ) oder p t  ( x t  x t 1 )
2
2
...
Um das Modell zu lösen, gibt es zwei Wege:
- Methode der undeterminierten Koeffizienten
- Gebrauch von „lag operators“: (Der Wert der Vorperiode wird für jeden Variabel genommen.)
 Resultat:
yt 
1 
1 
y t 1 
1
1 
(m t  E t 1 m t )
Preis-Formel?
Wenn positiv, d.h. <1, haben Nachfrageschwankungen Outputeffekte.
Wie Fischer ist  kritisch für die Rigidität
 Folgerungen: (Zweimüller)
o Wenn ich den Preis in t-1 aufgrund eines Schocks setze, beeinflusst dies auch meine Preissetzung in t
o Aggregiertes Preisniveau und Output in t werden beeinflusst
o Preissetzung der andern für t und t+1 wird beeinflusst
o Output in t hängt vom Output in t-1 ab.
o Die Wirkung eines einmaligen Nachfrageschocks kann unendlich lange andauern (nicht nur zwei
Perioden wie bei Fischer)
7
Calpin-Spulber: Zustandsabhängige Preise
 Annahmen:
o kontinuierliche Zeit
o m immer positiv und ändert sich ständig
o p *i immer zunehmend, da p *it  m t  (1  )p t
o Die Preissetzer folgen eine Ss-Preispolitik: S = p i  p *i
Regel: Setze Preis neu auf S = p i  p *i , wenn s („trigger level“) = p i  p *i erreicht wird.
Ss-Politik ist für eine Firma optimal, wenn konstante Inflation herrscht und die Preisänderung Kosten
verursacht.
o Die Preissetzer sind gleichverteilt über S und s.
 Resultat: Monetäre Änderungen sind neutral trotz Preisrigiditäten. Die durch die Geldmengenänderung
betroffenen Produzenten ändern ihre Preise.
 Änderung des optimalen Preises: p *it  m t  (1  )p t
(Zweimüller)
p *it
Ss
Jede, die anpasst, erhöht den Preis um S-s, woraus eine Änderung des aggregierten Preisniveaus folgt.
p *it
p 
(S  s)  m t  (1  )p t
Ss
somit
p  m
Monetäre Änderungen sind neutral trotz Preisrigiditäten.  Es gibt keine Starrheit auf der Makroebene trotz
Starrheit auf der Mikroebene
Unterschied Calpin-Spulber und Fisher/Taylor: Die Anzahl Individuen, die ihre Preise ändern, ist viel mehr
bei Calpin-Spulber, je schneller m sich erhöht (s wird schneller erreicht). Als Folge wiederspiegelt das
aggregierte Preisniveau die ganze m. Bei Taylor ist die Anzahl Individuen, die ihre Preise ändern, fixiert.
Das Preisniveau adjustiert sich deshalb nicht voll. In anderen Worten: Die Anzahl der Firmen, die anpassen,
ist bei Calpin-Spulber endogen, während bei Fischer/Taylor ist sie exogen.
Das Resultat von Calpin-Spulber ist nicht robust:
o Die Calpin-Spulber Geldneutralität gilt nicht, wenn aufgrund Fixkosten der Preisänderungen die Anzahl
Firmen, die ihre Preise ändern, endogen wird.
o Wenn es Schocks gibt, die zu Preissenkungen führen, dann können monetäre Änderungen durch SsPolitik-Folgerungen Outputeffekte haben. Zudem können S und s infolge des Ausmasses von Y sich
ändern.
Z. B. Wenn mt hoch ist, dann ist mt+1 höchstwahrscheinlich auch hoch.  Die Preissetzer werden
ihre Ss-Bände vergrössern, wenn es einen positiven Schock gibt. Soeben wird es keine Preissetzer
geben, die in der kurzen Frist ihre Preise ändern. Niemand ist auf dem neuen, tieferen s. Somit erhöht
sich den Output. (Y-Formel? Y= m – p. m erhöht sich, deshalb auch Y)
Wichtigkeit des Calpin-Spulber-Modells liegt nicht auf dessen Resultate sondern auf den folgenden Gründen:
o Das Modell führt die Idee einer zustandsabhängigen Preisänderung ein.
o Es zeigt einen anderen Grund, weshalb die Beziehung zwischen mikroökonomischen und
makroökonomischen Rigiditäten recht komplex ist. (Calpin-Spulber zeigt, dass die Adjustierung einiger
Preise einen disproportionierten Effekt haben könnten, d.h., eine kleine Gruppe von Preissetzer, die eine
grosse Preisänderung durchführen, können Neutralität auf der makroökonomischen Ebene verursachen.
Bei Fischer und Taylor heisst es, dass eine temporäre Rigidität einiger Preise einen disproportionierten
Effekt auf die aggregierten Preisniveau haben können aufgrund Nachfrageschwankungen.)
Anteil der Firmen, die anpassen:




 Schlussfolgerung für alle Modelle mit nicht sofortigen Preisanpassung: Jegliche Analyse der Preisrigidität
benötigt eine sorgfältige Untersuchung der folgenden Aspekten, um zu bestimmen das Verhalten der
aggregierten Preisniveau:
o Wesen der Preisadjustierungspolitik
o Wie die verschiedenen Politik miteinander agieren
E. Neue Keynesianische Makroökonomik: Menukosten (Kap. 6 Teil C)
 Einführung: Lucas, Fisher and Taylor haben eine unbefriedigende Erklärung gegeben für die Effekte einer
Nachfrageschwankung. Die Modelle behaupten die Existenz von Unvollkommenheiten, die die Individuen
schnell bewältigen können. Im Fall Lucas ist diese die unvollkommene Information über das Preisniveau. Im
Fall Fisher und Taylor ist diese die seltene Adjustierung der Preise oder Löhne. Aber Zugriff zu präzisen
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Informationen ist jedoch nicht schwierig. Zudem sind die Kosten einer Preis- oder Lohnadjustierung gering.
Weshalb lassen Individuen nominelle Schwankungen zu einer grossen Outputfluktuation führen, wenn die
Massnahmen, um die Fluktuation zu vermeiden, disponibel sind?
 Behauptung der Neu-Keynesianer: Wichtig sind die reale Preise und Quantitäten. Wenn nominelle
Unvollkommenheiten eine Rolle spielen, dann haben kleine nominelle Rigiditäten grosse Auswirkungen auf
der makroökonomischen Ebene. Die nominelle Imperfektion ist durch die Menukosten verkörpert.
 Resultat: Die Analyse hat rein eine Charakterisierung der Bedingungen, die zu mikroökonomischen
unvollkommenen nominellen Adjustierung führen. Sie hat keine Erklärung gefunden für die Implikationen
dieser Bedingungen auf den Preisadjustierungsprozess.
 Grenze der neukeynesianischer Ideen:
o Modelle sehr vage und zu flexibel (damit sie unmöglich zu verwerfen sind).
o Schwankungen/Geschehnisse sind auch sehr flexibel dargestellt.
o Einzige klare Aussage: monetäre Schwankungen haben Outputeffekte. Es gilt für alle Modelle, dass
sich nominelle Preise und Löhne nicht sofort adjustieren.
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