Die wichtigsten Daten und Ereignisse

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1. Die Vorgeschichte der deutschen Sprache
Die dt Spr gehört zu den germ Sprachen. Dazu gehören auch – Englisch,
Niederländisch, Friesisch (Friesland, Satterland, Niedersachsen, fr.
Inseln), Afrikaans (Republik Südafrikas), Schwedisch, Dänisch, Norw,
Isländisch, Färöisch.
Die germ Spr entwickelten sich aus den altgerm Dialekten
(Frühfeudalismus – 5.-11.Jh uZ)
Die wichtigsten Daten und Ereignisse
Dt Nationalität entw sich aus den germ Stämmen. Germanen stammen
aus den i-e Stämmen – Pragermanen (3 Taus vor uZ in der Mitte
Europas). Um diese Zeit wanderte ein Teil der i-e Stämme aus der Mitte
in den Raum von Südskandinavien, Juttland, Ostseeküste, Elbmündung.
Sie lebten isoliert von 3 Taus – 1 Taus vuZ und entw sich anders als die
anderen iäe Stämme  entstanden die Germanen. Ihre Sprache – i-e
Dialekte, die aber viele Neuerungen hatten: ein neuer Sprachtyp – die
urgermanische Spr oder Urgermanisch
1 Taus vuZ begannen neue Wanderungen
800-300 Jh vuZ wanderte ein Teil der Germanen aus Skandinavien aus
und siedelte an der Ostseeküste zw der Oder und Elbmündung.  so
spalteten sich die Germanen in 2 Gruppen: 1) in Skandinavien, 2) auf
dem Kontinent, kontinentale Germanen
300-100 Jh vuZ kam die 2. Welle der Wanderungen. Germanen
verließen Skandinavien und siedelten sich an der Ostseeküste, aber
diesmal etw östlicher als die 1. Welle der Wanderer – in
Mündungsbereich der Wisla es entstanden 2 Gruppen von
kontinentalen Germanen: 1)Westgermanen (zw der Oder und Elbe), 2)
Ostgermanen (an der Wisla)
im 1. Jh uZ entstanden 3 Gruppen von germ Stämmen
1)
Nordgermanen (Skandinavier), die späteren Dänen,
Schweden, Norweger, Isländer
2)
Westgermanen
3)
Ostgermanen
Westgermanen erweiterten ihre Wohnsitze, erreichten die Nordseeküste
und drangen im 100 Jh uZ an den Rhein und die Donau
Westgermanen – 3 große Stammes- und Kultverbände:
1)
Nordseegermanen (Friesen, Jutten, Sachsen) –
Ingwäonen
2)
Rhein-Weser-Germanen (fränkische Stämme) –
Istwäonen
3)
Elbgermanen – Hermionen (Sweben, Markomanen,
Langobarden)
Ostgermanen – an der Wislamündung: die Goten, Burgunden,
Wandalen (sie haben sich nicht erhalten, ihre Sprachen sind
ausgestorben im 5-8 Jh uZ, nur die gotische Spr ist in schriftl Form
erhalten – gotische Bibel Codex Argenteus, wurde aus dem griechischen
von gotischen Bischof Wulfila im 4. Jh übersetzt)
Westgermanen entw sich zu Nationalitäten – die Deutschen, Engländer,
Niederländer, Friesen, Afrikaander (holländischer Herkunft)
Westgermanen und ostgermanen nahmen teil an der großen
Volkswanderung (1-8 Jh uZ). So kamen si in Berührung mit griech
Kolonien am Schw Meer und Römern. Von den griech und röm
Schriftstellern aus dieser Zeit stammen die 1. schr Überlieferungen über
die Germanen: - Gallischer Krieg (Commentarii de bello gallico) – 52 vuZ,
von Cäsar
Germania – 98 J uZ, von Tacitus
4. Periodisierung der deutschen Sprachgeschichte. Kriterien der
Periodisierung. Allgemeine Charakteristik der einzelnen
Sprachperioden
Kriterien der Periodisierung (man muss sie zugleich berücksichtigen):
e Veränderung im Sprachkörper (phonolog System, grammat
Bau,
W/s)
2. s Urgermanisch. 1. allgemeine Ch-tik: Urg ist e 1. Stufe in r Entwicklung
r germ Spr. Es entw sich in 3 Taus – 1 Taus vuZ. Die Grundlage – i-e
Dialekte; ab das ist Produkt r Sonderentwicklung, weil s viele Neuerungen in
allen Zweigen r i-e Dialekte entw
r Prozess r Entwicklung gilt in 1200-800 vuZ als abgeschlossen.
Urg war ne ziemlich einheitliche Spr, ein Kontinuum von engverwandten
Dialekten. e Ursache r Einheitlichkeit – Wohnsitze r Germanen waren ein
geschlossenes, räumlich beschränktes Gebiet. Urg – schriftlos
e historische Sprachwissenschaft rekonstruierte e Spr von 2 Prinzipien
ausgehend: 1) Urg muss e wicht Charakterzüge r i-e Sprachfamilie besessen
haben 2) es müssen s best Neuerungen entwickeln haben, e n germ Typ
prägten
2. Wortschatz s Urg: Wurde rekontruiert aus m Vergleich r germ Spr-n
miteinander u mit n ander i-e Spr-n.
n Grundstoff s Urg bilden Pronomen, Zahlw-r, Verwandschaftsnamen, Namen
von Tieren, Vögeln, Körperteilen (W-r lassen s nachweisen, ss sie s in allen ie Sprachen od in einigen Gruppen von i-e Sprachen entwickelten) – 2/3 r
gemeingerm W-r. Beispiele:
Ich – gr ego – lat ego – sl aзъ – lit as
Zwei – lat duo, gr dyo, russ два, ai dva
Mutter – мать – lat mater, gr meter
Maus – lat mus – gr mys – ai mus
Fuss – lat pes – gr pos – ai pat
1/3 s Wortschatzes sind Neuerungen, kommen in n ander Spr-n nicht vor,
entstanden in r urg Zeit, widerspiegeln s Leben r Germanen in neuen
Wohnsitzen (W-r aus m Bereich „Schifffahrt“, „Fischfangen“: Netz, Hafen,
schwimmen
Benennungen r Himmelsrichtungen – Nord, Ost, Süd
Jagd, Viehhaltung – Rind, Kalb, Bär
Wohnwesen – Bett, Haus, Wand
Kriegsführung – Krieg, Schwert, Bogen, Helm
1. s morphologische Sys
bewahrt e wicht Charakterzüge s i-e morphol Sys:
1)
Urg – flektierende Spr mit ner reich entw Flexion
2)
besitzt e Kongruenz, Rektion als wicht Mittel r synt Verbindung
3)
Sys r W/a ist gleich m I-E
4)
Gr Kategorien r W/a - m I-E ähnlich
s Substantiv hat e Kategorien s Geschlechts, Numerus, Kasus, s Verb – e r
Person, Numerus, Tempus, Genus, Modus
5)
erbte aus m I-E stammbildende Suffixe u Flexionsmorpheme
S/b Suffixe prägten n Stamm u bestimmten beim Substantiv zus mit r
Kasusendung seine Flexion. s einfachste Modell ner Kasusform enthielt nicht
2, sondern 3 Morpheme: 1 Wurzelmorphem + 2 s/b Suffix + 3 Kasusendung
s/b Suffixe waren auch für e Formenbildung s Verbs (in allen schr
überlieferten altgerm Spr erhalten)
6)
erbte aus m I-E n Ablaut (Несу, нёс, Lat facio – feci, Dt nehmen –
nahm)
Es gibt aber Neuerungen, e für s I-E nicht eigen sind (schwache Deklination r
Substantive; starke, schwache Deklination r Adj u schwache Konjugation r
Verben)
2. s phonologische Sys im Urg
Bedeutende Neuerungen, e e Eigenart s Urg prägen
1. Lautverschiebung (s Gesetz von Grimm) entw s in 2 Taus – 1 Taus vuZ,
erfasste alle i-e Geräuschlaute: 1) i-e stimmhafte b, d, g wurden zu p, t, k:
duo, got twei, altsächs twe; lat ugum, got ukke, altisl ok 2) i-e p, t, k wurden
zu f, ђ, x: lat tu, got ђu; gr kardia, lat kor, got herto, alts herta 3) i-e stimmhaft
behauchte Explosivlaute bh, dh, gh wurden zu b, d, g: bhratar, got bro(th)ar,
alts broder
2. Vokalwandel: i-e o > a lat nox, got nachts, ahd nacht; i-e a: > o: frater, got
bro(th)ar, alts brother; oi > ai gr voida, got vait; ei > i: gr steiho (ich gehe), ahd
stigo (ich steige)
3. Akzentverschiebung: i-e Spr-n hatten nen freien Akzent. Im Urg vollzieht s
r Übergang zur Anfangsbetonung s W-s.
2. e Aufspaltung s Urg beginnt um 800 vuZ. Durch e Auswanderung r
Germanen aus Skandinavien u infolge ihrer Verbreitung auf m Kontinent
entstehen altgerm Dialekte u Gruppen von Dialekten. 3 Gruppen:
1) nordgerm (skandinavische) Dialekte - e älteste Spr ist altisländisch (
überliefert mit runischen Inschriften aus 3. – 4. Jh uZ, Inschriften auf Waffen,
Amuletten, Schmuckgegenständen, Felsen, Grabsteinen
2)ostgerm Dialekte e gotische Spr – gotische Bibel
3) westgermanische Dialekte ahd, altenglisch, altsächsisch, e 1. schrift
Denkmäler in n w/g Sprachen stammen aus m 7., 8. Jh uZ, e dt Spr bildete s
auf r Grundlage r w/g Dialekte
3. Die Entstehung der dt Nationalität
Aus den w/g Stämmen der Franken, Bayern,
Alemanen, Thüringer, Saxen
Das Zusammenwachsen der Stämme beginnt im 5.
Jh
Die führende Rolle spielten am Anfang die Franken
Unter Anführung des Königs Chlodvig eroberten sie
die ehemalige römische Provinz Gallien und
gründeten 486 das Frankenreich. Das vereinigte die
alten Territorien der Franken östlich des Rheins und
das neueroberte Gallien. Hier begann eine intentive
Entwicklung der feudalen Gesellschaft. Frankenreich
entstand in der Mitte des 5. Jhs, seine Blütezeit war
unter der Regierung des Karl des Großen, der viele
fremde Länder eroberte.
773-774 – das Langobarden
795-796 – das Awarenreich (Ungarn)
804 – einen Teil Spanien
die
entscheidende
Bedeutung
hatte
die
Unterwerfung anderer w/g Stämme durch die
Franken. Franken traten als die Einiger der w/g
Stämme auf
unter Karl Gr wurde 788 dem Frankenreich Bayern
angegliedert
772-814 – führte er Saxenkriege und gliederte auch
Saxen dem Fr an.
5. Territorialdialekte der ahd Zeit
Ahd: Anfang dieser Periode (770-843) liegt in Frankenreich. Weiter bezieht
sich s Ahd an s Ostfränkische Reich – 843 – 990. seit 990 – an s Deutsche
Reich. E wichtigste Existenzform – Territorialdialekte. E Grenzen r Dialekte
fallen mit n politischen Grenzen r Herzogtümer im Ostfränkischen Reich (~50)
zusammen.
6. Existenzformen r deutschen Spr in r ahd
Periode. Das ahd Schrifttum.
Ahd: Anfang dieser Periode (770-843) liegt in
Frankenreich. Weiter bezieht sich s Ahd an s
Ostfränkische Reich – 843 – 990. seit 990 – an s
Deutsche Reich.
Zusammenfassung der Franken, Alemanen, Bayern,
Thüring, Saxen im Fr/r legte den Grundstein zu
ihrem Zusammenwachsen, zu einer Nationalität.
Aber das Fr/r war ein schwachzentr ethnisch bunter
und mehrsprachiger Staat. Der Proyess konnte nicht
abgeschlossen werden. Im Fr/r begann die
Entwicklung zweier i-e Sprachen der Neuzeit, des Dt
und des Franz
Östliche Franken, die östlich des Rheins lebten,
sprachen ihre heimischen germ Dialekte. Aus diesen
germ Dialekten begann sich die ahd Sprache zu
entwickeln.
Westlich des Rheins – Altfranzösisch
Diese Sprachen blieben zuerst schriftlos. Die
Sprache der Kirche, der Gelehrten, des Staates war
Latein.
Die entgültige Herausbildung der dt Nationalität
geschieht in der Mitte des 9. Jhs durch die Aufteilung
des Rheiches nach Verdun 845:
3 Reiche, an deren Spitze die Enkel von karl Gr
standen
1)
Karl der Kahle – Westfränkisches
Reich (Frankreich)
2)
Ludwig
der
Deutsche
–
ostfränkisches Reich (Deutschland)
3)
Lothar – Mittelreich (Italien)
Im dt Reich geschieht die entgültige Konsolidierung
der
Stämme,
es
entw
sich
das
Gemeinschaftsbewußtsein – Gefühl der Nationalität
Damit ist die Entw der dt Nationalität abgeschlossen.
Herkunft des Wortes „Deutsch“
Die off Schriftsprache war Latein
Dt entstand als Bezeichnung der volksmäßigen Spr
in Fr/r
Zum 1. Mal erscheint „dt“ 786 in lateinischen Quellen
in der Form theodiscus, teudisca lingua (um 800)
Bedeutete zuest volksmäßige Spr
Abgeleitet vom Wort diot „Volk“ (eine beliebige germ
Spr im Gegensatz zu Latein). Allmählig bekommt das
die heutige Bedeutung „Deutsch“
In den Quellen jener Zeit: t/l – für germ Dialekte,
romana lingua – für Latein.
Um 1000 trifft man in einem Text diu diutisca zunga
Um 1100 – diutisciu lant, diutiskiu liute
Im 15.-16. Jh – die Zusammensetzung Teutschland,
Deutschland
Sie gehen langsam vor sich und erfassen nicht e ganze Sprache
(Spr), sondern einzelne Teile des Sprachkörpers. Diese
Veänderungen häufen sich im Laufe r Jahrhuderte an, es
entstehen große Unterschiede zwischen m Zustand r Spr in den
einzelnen Perioden
e Veränderungen in Existenzformen r Spr: ob e Spr nur in
gesprochener Form existiert od auch Schrifttum hat, ob sie nur in
Mundarten lebt od auch übermundartliche bzw intermundartliche
Existenzformen hat. Bis 8. Jh – e deutschen (deu) Dialekte –
schriftlos, nur in gesprochener Form. E Entstehung s Schrifttums
– großer Wandel in r Existenzform r Spr. In r spätfeudalen
Epoche u im Frühkapitalismus entwickelt sich eine gemeindeu
nationale Literaturspr. Über n Dialekten existiert eine höhere
Sprachform.
Periodisierung:
1.
5 Jh – 770 – vorschriftliche (vorliterar) Zeit. Es begann e
Entwicklung r deu Spr aus altgermanischen
Stammesdialekten. Kein Schrifttum. Man urteilt über n
W/s, Laut- u Formenbestand dieser Spr auf Grund s
historischen Vergleichs dieser Sprachen.
2.
ab 770 beginnt e schriftliche Überlieferung r deu Spr
a.
ahd: 770 – 1050
b.
mittelhd: 1050 – 1350
c.
frühneuhd: 1350 – 1650
d.
neuhd: 1650 – heute
Es gibt keine festen Grenzen zwischen n einzelnen Perioden. z.B. Nhd
verbindet man mit r Herausbildung einer gemeindeu Literaturspr und mit r
dadurch bedingten Veränderung r Rolle r Dialekte. Aber einige Forscher:
Anfang s Nhd – Mitte 15. Jhs oder Beginn 16. Jhs; andere Forscher –
Anfang 17Jh.
Allgemeine Charakteristik r einzelnen Sprachperioden:
1.
Ahd: Anfang dieser Periode (770-843) liegt in
Frankenreich. Weiter bezieht sich s Ahd an s
Ostfränkische Reich – 843 – 990. seit 990 – an s
Deutsche Reich. E wichtigste Existenzform –
Territorialdialekte.
2.
mhd: e Epoche s vollentwickelten Feudalismus in
Deutschland. Wirtschaftlicher u kultureller Aufschwung,
Entwicklung von Wirtschaft, Handel u Gewerbe,
Wachstum r Städte. Blütezeit s Rittertums. Neue
ritterliche Kultur => ritterliche Dichtung
3.
fnhd: Übergangszeit zum eigentlichen neuzeitigen Deu.
Weiterer
Wandel
s
Sprachkörpers.
Hauptcharakteristikum – stufenweise Herausbildung r
gemeindeu nationalen Literaturspr. Das ist e
Anfangsstufe dieses Prozesses: erste Voraussetzungen
dafür geschaffen
4.
nhd: Herausbildung u Fortentwicklung r gemeindeu
nationalen Lit-spr. 3 Etappen:
a.
Anfangsstufe: 1650-1770
b.
Vollendung
r
Herausbildung
r
gemeindeu Lit-spr u ihre Verankerung in
r deu klassischen Literatur: 1770 – 1830
c.
Fortentwicklung r gemeindeu Lit-spr in r
neueren u neuesten Zeit: 1830 - heute
Herzogtümer u Dialekte:
Schwaben: Südwesten des Reiches. Heute – BadenWürttemberg, deutschsprachiger Teil r Schweiz. Dialekt –
Alemannisch.
Bayern: Südosten s ostfränkischen Reiches (s heutige
Bayern u Österreich). Dialekt – Bairisch. Bairisch u
Alemannisch – r Grundstock r oberdeutschen Dialekte!
Franken: nördlich von Schwaben. Heute – Rheinland-Pfalz,
Hessen, e Landschaft Franken im Nordwesten Bayerns.
Dialekt – Fränkisch.
Lothringen: grenzt an Franken. Heute – NordrheinWestfalen, Nieder- und Mittelbelgien, Luxemburg,
Saargebiet. Dialekt – Fränkisch. S fränkische Dialekt hat
eine eigentümliche geographische Lage. Er erstreckt sich
längst s Rheins von Norden bis zum Süden Deutschlands =>
hat mehrere Unterdialekte. Man unterscheidet:
o
im Süden an r Grenze mit Schwaben u
Bayern – Südfränkisch u Ostfränkisch
o
Mitteldeutschland: Rheinfränkisch
(Mainz, Frankfurt, Worms) u
Mittelfränkisch (Koblenz, Trier, Luxemburg,
Saargebiet, Köln)
o
Norden: heutige deutsch-niederländische
Grenze – Niederfränkisch
Sachsen: im Norden s ostfränkischen Reiches – Sächsisch.
e Thüringer Mark: zwischen Franken u Sachsen. Dialekt –
Thüringisch
Gliederung r ahd Territorialdialekte:
7. Wortschatz s Ahd
W\s – reich+ s staendige Wachstum im Zusammenhang mit r
wirtschaftlichen u kulturellen Entwicklung. Basis: Uebernommen von n
westgermanischen Grosstaemmen aus r gemeingermanischen Zeit. Im
W/s – verschiedene chronologische Schichten, e e wichtigsten Etappen
in r Geschichte r Germanen u r deu Nationalität wiederspiegeln:
1. älteste Schicht – i-e Sprachgut (Urg 3000 – 1000 vuZ)
2. germ Neuerungen, e auf s i-e nicht zurückgehen
3. widerspiegelt e Aufspaltung r Germanen u selbständige Entwickl s
W/s r germ Spr. 1 Jh uZ, wiederspiegeln e wichtigsten Etappen im
Leben r germ Stämme:
a. neue gesellschaftl Verhältnisse r frühfeodalen Epoche (kuning,
herizogo, stuol)
b. Etwickl r Produktionskräfte (fiskari= Fischer)
c. Ackerbau ist vertreten durch mehrere W-r, e meisten – aus
Latein entlehnt (plantare – pflanzom, vinum – vien=Wein), d.h. n
8. die wichtigsten Charakteristika des ahd.Vokalismus
Wiederspiegelt versch Etappen in r Entwickl r deu Spr: i-e, germanische,
ahdCharakterzüge.
Gemein mit Urg:
1. den festen Wortakzent auf der Stammsilbe `geban, gi`bot
2. den Ablaut : bintan –bant- buntum –gibuntan
3. dem auf dem Vernerschen Gesetz beruhenden grammatischen Wechsel
d\t, h\g, f\b, s\r in der Flexion der st.Verben
ziohan – zoh – zugum –gizogan
Lautwandel in der ahd.Zeit (es vollzog sich die 2. genannt
ahd.Lautverschiebung):
1. der Umlaut: seine Entw-ng begann schon in der vorliterarischen Zeit in
den ahd.Territorialdialekten, er erfasste einige Vokale u Diphtonge u führte
zur Entwicklung mehrerer neuer vokalischer Phoneme. Umlaut wird zur
wichtigen Art r inneren Flexion (Buch – Bücher)
2. Ahd.Monophtongierung:
hochdeutsche
Oberdeutsch
Mitteldeutsch
1. Bairisch
1. Mitteldeutsches
Fränkisch:
2. Alemannisch
a) Rheinfränkisch
b) Mittelfränkisch
3. Oberdeutsches
Fränkisch:
2. Thüringisch
a) Südfränkisch
b) Ostfränkisch
niederdeutsche
1. Niederfränkisch
2. Niedersächsisch
(10-11 Jh)
E Unterschiede zwischen Dialekten betreffen vor allem s phonologische
System.
z.B. p statt b, k statt g:
bairisch: Fater unser du pist...
ostfränkisch: Fater unser thu thar
+ Lexikalische Unterschiede
1. Ahd Schrifttum. S deu Schrifttum entstand um
770, in r Epoche s karolingischen Großreiches. R
Beginn r schriftlichen Überlieferung r deu Spr – r
bedeutendste Wandel in n Existenzformen r Spr im
Ahd. E Entwicklung s deu Schrifttums war mit r
Kulturpolitik Karls s Großen verbunden: e kathol
Kirche u Bündniss mit m Papsttum für e Stärkung s
Großreiches war wichtig. Kirche – s wichtigste Mittel
r ideologischen Beeinflußung r Massen u ihrer
Erziehung. Einführung u Durchsetzung r christlichen
Ideologie. Kirchliche Texte, Gebete, Psalmen usw
wurden aus m Lateinischen übersetzt. Entstanden
Klosterschulen für e Ausbildung r Priester. E Bibel
war auch übersetzt. S deu Schrifftum (e übersetzen
kirchl Texte u Dichtung) diente n Bedürfnissen r
christl Missionierung u s Lateinunterrichts. Trotz
dieser Entwicklung nahm e Latein – e herrschende
Stellung als kirchl Spr u Amtsspr ein.
2. Sprachdenkmäler s Ahd. E 1. deu
Sprachdenkmäler – Glossare (770, latein-deu
Wörterlisten) u Interlinearübersetzungen
(lateinische kirchl Texte mit deu Übersetzung
zwischen n Zeilen). Dann – Übersetzungen von
Taufgelöbnissen, Gebeten, Predigten.
830 – e Übersetzung s Bibeltextes:
„Evangelienharmonie“ von Tatian.
Versdichtung: 9. Jh: Gedichte mit religiösem Inhalt:
Poem „Muspilli“ (830), „Evangelienharmonie“ von
Mönch Otfried, Gedicht „Ludwigslied“ (beschreibt
Ludwigs Sieg über Normannen 881).
E epische Literatur, heimische Lieder u Sprüche –
nur in mündlichen Überlieferung, weil sie von r
altgermanischen Mythologie durchdrungen war u =>
für Klöster nicht geeignet. S einzige Denkmal
epischer Literatur – „Hildebrands Lied“ (Herrführer,
es kommt zum Kampf zw ihm u seinem Sohn. Nur
ein Fragment von 2 Seiten erhalten geblieben).
Merkmal r Dichtung – Alliteration: es rheimen sich e
Anfangslaute (Konsonanten).
Markbeschreibungen: Merseburger Zaubersprüche u
lateinisch-deu Gesprächssammlungen.
Notker der Deutsche machte Übersetzung lat.
philosophischer Traktate: Vorsteher einer
Klosterschule, viele deutsche Wörter mit abstakter
Bedeutung geschaffen.
3. Existenzformen. Die einzige Existenzform –
Territorialdialekte geblieben. Es fehlten eine
einheitliche ökonomische Basis und ein intensiver
Verkehr zw n einzelnen Landschaften => keine
Kommunikationsverhältnisse u Bedürfnisse für e
Herausbildung einer einheitlichen Verkehrssprache.
R bedeutendste Wandel in n Existenzformen – e
Entwicklung s Schrifttums u r Beginn r schriftlichen
Überlieferung r Spr. E Entstehung s Schrifttums u e
Entwicklung r religiösen Übersetzungsliteratur
führten zur tiefgreifenden Entwicklung r deu Spr.
Neue Wörter (meist abstrakte Begriffswörter) sind mit
n Begriffen r christlichen Ideologie in e Spr unter m
Einfluß s Kirchenlateins eingegangen. R Stil r
gelehrten Prosa entwickelte sich. => weitere
funktionale Schichtung r Spr.
R gelehrte Stil s Deutschen war durch Schriftdialekte
vertreten, der r Spr s alltäglichen Verkehrs
gegenüberstand. Diese funktional-stilistische
Schichtung r Spr gewann sozialen Charakter, weil
nur e gelehrten Geistlichen u eine dünne Schicht des
Hofadels n gelehrten Stil r geistlichen Prosa
beherrschten. => Ein sozialgeprägtes hierarchisches
Verhältnis – nicht nur zw Latein u n gesprochenen
Terr-dialekten, sondern auch zw dem gesprochenen
Dialekt s Alltags u m Schriftdialekt r gelehrten
geistlichen Prosa. => s Schrifttum u e gelehrte
geistliche Prosa bedeuteten einen Vorschritt in r
Entwicklung r werdenen deu Spr.
10.-11. Jh: günstige Bedingungen für e Entwicklung r
Berufslexik geschaffen: Handwerkberufe
entstanden: Goldschmiede, Glasmacher, Baumeister
usw.
9. die ahd.Lautverschiebung. 5-12 Jhd u.Z
1. Lautverschiebung – ie u germ Spr (2000-1000
vuZ)
2. Lautversch – ahd Dialekte, Unterschied zu allen
anderen germ Spr u Ahd.
betrifft 2 Gruppen von Konsonanten: p-t-k und b-d-g
Spiratisierung: im In- und Auslaut des Wortes nach
einem Vokal:
p - > ff slapan – slafan; t -> zz etan- ezan, k -> hh
makon – mahon.
Im Anlaut nach einem Konsonanten und bei
Konsonantendehnung: die ger. p,t,k zu den
Affrikaten pf, z, kch (ch) verschoben. As. Tunga –
ahd. Zunga (Zunge), punt – pfunt, kaurn – khorn.
Verschiebung von k>ch nur im Alemanischen und
Bairischen, im Fraenkischen – k.
Ackerbau von Römern gelernt.
d. Bereich r Wohnungseinrichtung (murus – mura, cellarium –
kellari, fenestra – fenster)
e. Handel, Staatsverwaltung, Heereswesen (kaupo – koufen,
moneta- muniza, kampus – kampf) – aus n 1. Jh uZ:
beziehungen mit Römern
+ Bereicherung durch Entlehnungen:
a) Voralthochdeutsche Entlehnungen im ahd. W\s – lat Entlehnungen
(widerspiegeln n Verkehr r westgermanischen Staemmen mit n Roemern
in n 1-ten Jhdten uZ)
Monatsbezeichnungen: Martium – ahd.marzeo, merzo ~maerz`, August –
ahd.a(u)gusto- `August`
Namen der Wochentage – durch Lehnuebersetzung: dies Solisahd.sunn^untag `Sonntag`
4. nach r Verbreitung s Schrifttums, nach n Bedürfnissen s Schrifttums:
Abstrakta im Bereich s Geisteslebens. E Hauptquelle für e
Entstehung neuer W-r in r christl Zeit – Wortbildung r germ W-r.
Bedeutung s Schrifttums: Uebertragung r theologischer u
philosophischer Schriften ins Deu, freie Nachdichtung s Evangeliums,
Entwickl r dichterischen Kunst => Bereicherung s W\s. Man brauchte
neue Ausdrucksmittel: Hauptquelle – s bereits vorhandene haimische
Wortgut, ab Ableitung, Zusammenzetzung u Bedeutungswandel.
Zum Adj. entwickeln s s abstrakte Sub-v milti, miltida (Guete,
Barmherzigkeit) u s Verb milten (sich erbarmen).
Einige einfache W-r sind jetzt Kernw-r grosser Wortfamilien:
z.B: faran (fahren, gehen, wandern) -> abfaran (verschwinden), arfaran
(ausgehen, einholen, erfahren), forafaran (vorausgehen), duruchfaran
(durchgehen) uva. Neue Ableitungsmittel: Suffixe –heit, -scaft, -tuom.
Rasches Anwachsen r abstrakten Lexik: schon in r Bibel solche W-r wie
geist (Geist), gidank (Gedanke), geschaffen aus m heimischen Wortgut.
Notker (Vorsteher ner Klosterschule, viele deu W-r mit abstakter Bed-g
geschaffen): schuf durch Lehuebersetzung u Umschreibung bei r
Uebersetzung philosophischer termini neue W-r: lat. Infinitus – unentlich
(unendlich).
b) Lateinische Entlehnungen r ahd. Zeit neue Schicht lat W-r kommt
durch Vermittlung r Kirche u Klosterschulen in e dt Spr. Bereich „kirchenu Schulwesen“: templum – ahd. tempal (Tempel), nonna – ahd. nunna
(Nonne), scola – ahd.scuola (Schule)
Wortbildung r Sub-ve. Ableitung mit Hilfe r Suff: von Verbalstaemmen,
von n Staemmen r Adj-ve u Sub-ve aus m Urgermanischen: -ing, -in, -t , i, -ida, -niss, -nass, -nuss
neue Suff: heit, scaft (schaft), -tuom (tum) – entwickwlten s aus
selbstaendigen W-rn (fungierten als e 2. Komponente r Komposita,
wurden allmaehlich Ableitungssuff)
z.B. heit als selbstaendiges W=Wesen, Weise, Rang (Komposita mit m
Suff bedeuteten Zustand od. Eigenschaft, kint-heit =Kindheit), ab verlor
seine Selbstaendigkeit). es erfolgt e Umdeutung alter Suffixe u deren
Anpassung an neue Verhaeltnisse: -ung: im urgermanischen als –ing, ung bedeutete e Abstammung (Nibelungi) od. Zugehoerigkeit zu ner
Menschenart (kuning). Neue Funktion: zur Bildung r Verbalabstrakta:
Wirk-ung-a. aus m Lat wird in r vorliterarischen Zeit s Suffix ahd.ari
(lat.arius, d. –er) entlehnt: scrib-ari (Schreiber), ler-ari (Lehrer)
Konversion (Wechsel s Paradigmas): sehr verbreitet: Verb helfan – Subv helf-a (Hilfe), klagon – Sub-v klag-a (frueher Konjugation, jetzt
Deklination)
Durch e Einreihung in e and Deklinationsklasse w neue Sub-ve auch von
n substantivischen Staemmen gebildet. Fridila=Geliebte(o-Dekl) => fridil
(Geliebter –a-Dekl.)
Ablaut bei r Wortbildung, weil viele Sub-ve von n Staemmen starker V
erben abgeleitet sind: Fliohan (fliehen)– flucht (Flucht)
Konsonantenwechsel: snidan (schneiden) – snit (schnitt)
Umlaut+Vokalharmonie: tragan (tragen) – tregil (Traeger)
Prefigierung: geringere Rolle. Gi- : gi-birgi zu berg (Berg), Un- : un-wizza
(Unwissender) zu wizzan (wissen) mit Einreihung in e n-Dekl.
Zusammensetzung: beliebtes Mittel
Bestimmungskomposita: als 1. Komponente sub-vische, adj-sche u
Verbalstaemme, Staemme r Adv, Numeralien, Prepositionen.
Ueberwiegen echte Komposita (1. Komponente – ein Stamm)
2 Modelle: wo 2 Wuerzel u Flexion (gast-hus=Gasthaus), wo 2 Wuerzel +
Bindeelement +Flexion (tago-sterno=Morgenstern)
Wortbildung r Adj-ve
Aus m Urg: -ag (bluot-ag, blutig),-ig (kreft-ig, kraeftig), isc (ird-isc,
irdisch),-in (guld-in, golden)
Praefixe: un-: kund- un-kund (unbekannt)
Neue Ableitungssuffixe: -lich (aus m Sub-v Leib=Gestalt), bezeichnete
Aehnlichkeit
-bari (aus m Verbaladj-v zum Stamm s Verbs ahd.beran=tragen,
hervorbringen, gebaeren) bedeutete „bringend“, „gewaehrend“
ahd.trostbari=troestend
-haft: etymologisch ein altes Verbaladj-v, bezeichnet n Besitz sigi-haft
(sieghaft). -sam: =aenlich, ebensolcher: sorg-sam
Zusammensetzung: geringere Rolle: als 1. Komponente sub-vische
(fart-muodi =muede von der Wanderung) u adj-vische (halbtot=halbtot)
Staemme.
Wortbildung r Verben. Aus m Urg: viele schwache Verben waren von
sub-vischen, adj-schen, adverbialen u verbalen Staemmen abgeleitet:
ahd.alt – alten (altern). Offan – offanon (oeffnen). e alten
Ableitungssuffixe dieser Verben erscheinen im Ahd als stammbildende
Suffixe r schwachen Verben u gehoeren zu ihrer Formenbildung.
Praefigierung: bi-, gi, ir-, ur-, ar-, for-, fur(i)-, zi(r)-, int-, ant-(d.ent-) entwickelten s aus Praepositionen u Lokaladverbien, dann waren
Komponente r Komposita, dann zu n Praefixen. Im Ahd existierten
parallel s Praefix bi- u Praeposition bi (bei), auch ur-, zi-.
Es gab auch ne Reihe von sog. trennbaren Praefixen; uf-springan
(aufspringen), nidar-stigan (niedersteigen). Trennbare u untrennbare
Praefixe – s produktivste Wortbildungsmittel r Verben.
Suffigierung u Zusammensetzung –wenig vertreten.
Ai -> kurze e, wenn h,r,w folgte, sonst ai->ei: got. laisjan – as lerian, ahd
leran; got. stain – ahd. stein
Au ->kurzes o vor h und den Dentalen d,t,s,n,r,l, sonst au ->ou: got. hauhs –
ahd hoh; augo –ahd. Ouga (Auge)
3. Ahd.Diphtongierung:
Das germ e wurde zu ia diphtongiert: hiar, dann zu ie: hier
Das germ.o(kurz) – im Fränkischen 8. Jh zum uo zB fuor, im Bayrischen
blieb im 9.Jhd noch o (kurz), das Allemannische hatte ua (fuar).
Verschiebung des germ p (people, read it as three) -> d
4. Vokalharmonie (Brechung): Hebung/Senkung r Stammsilbenvokale unter
m Einfluß r Vokale r noachfolgenden Silben, dh eine regressive Assimilation.
E Hebung e zu i geschah durch Einwirkung r Vokale r hohen Zungenlage i
od.j r folgenden Silbe u vor n + Konsonant: lat.ventus – ahd.wint (Wind), erda
– irdisc.
E Senkung i zu e : vor m Vokal r tiefen Zungenlage a: lat.piper – ahd.pfeffar.
Wechsel von o-u: je nach dem Vokal der folgenden Sibe: helfan – half –
hulfum – giholfan
R Diphtong eu wurde zu eo, io vor a,e,o der folgenden Silben gesenkt und zu
iu vor i(j), u der folgenden Silbe gehoben:
Ahd.beogan (biegen) praes.Sg 1. biugu 2. biugis(t). Vergleich mit geben –du
gibst (heute).
R Umlaut: entsteht unter dem Einfluss des i od. j der folgenden Slbe. Vokale
der mittlerren und hinteren Reihe werden palatalisiert = verwandeln sich in
Vokale der vorderen Reihe. Das begann um 750: gast –gesti
Der Umlaut a > e hatte in der ahd. Zeit mehrere Ausnahmen: a wurde nicht
umgelautet vor ht, hs, rw: maht – mahtig oberdt. Dialekte: kein Umlaut vor h,
r+Konsonant, l+Konsonant
Der Umlaut fehlte oft vor -ĩ , -in, -lin, nissi.
Neues Phonem [y:] entstand teils durch Monophtongierung des Diphtongs iu,
teils durch den Umlaut des langen u.
Die Laenge der Vokalphoneme wurde manchmal durch Verdoppelung gitaan
(getan) wiedergegeben.Die beiden e-Laute werden meist nicht
unterschieden.
5. Lautkorrespondenzen:
- ahd Langvokale i, u, iu – heute ei, au, eu (min-mein, hus-Haus, liute-Leute)
- ahd Diphtonge ie, uo – heute Langvokale ie, u (hier, fuor-fuhr)
- ahd Diphtonge ei, ou – heute ei, au (teik – Teil, ouge – Auge)
17. e Abschwaechung r Vokale in unbet Silben im Mhd u ihre Auswirk-g
aufs phon u morph Sys.
1. E Abschwächung r unbetonten Vokale. E langen u kurzen Vokale "a, o,
u, e, i" sind im Mhd in unbetonter Stellung zu e abgeschwächt od ganz
verschwunden:
a.Abschwächung zB Ahd taga > Mhd tage, gesti – geste, namun – namen
b.Schwund - am Wortende (Apokope) od in r Wortmitte (Synkope):
zB grossiro > græzer (Apokope)
zB ginada > g(e)nade > gnade (Synkope)
Ursache r Abschwächung – r feste Wortakzent auf r Stammsilbe s W. E
ander Vokale sind unbetont u w allmählig abgeschwächt.
E Abschwächung r Vokale in unbeton Stellung vollzog s in allen Epochen r
deu Spr-geschichte. E unbet Stellung im W – ne r Voraussetzungen für n
Schwund r meisten s/b Suffixe r Substantive in r vorliterarischer Zeit (germ.
dagaz – ahd. tag).
Im Ahd gabs e Abschwächung auch:
- e Kürzung r Vokaldauer (ahd N. Pl. taga – mhd. tage);
- Wandel unbetonter kurzer Vokale zu e (ahd. wintar u winter);
- Zwischenstufen r Abschwächung: u – o – e (ahd. tagum, tagom, tagon –
mhd. tagen)
Nhd: mhd. D.Sg tage, worte – jetzt fakultativ Tag(e)
Wendepunkt in r Geschichte r Abschwächung – r Ausgang s althochdeu
Zeitalters. Bis 10-11 Jh – keinen gründlichen Unterschied zw m phonolog
Bestand r betonten u r unbetonten Phoneme im W (konnte ein beliebieger
kurzer od langer Vokal erscheinen: ahd. sunu, taga, gesti, sneo, zunga)
N alten phonolog Bestand bewahren e betonten Morpheme:
- Wurzelmorpheme (jar, bluome)
- betonte Ableitungspräfixe (imbizz, urteil)
- e 2. Komponente zusammengesetzter W-r (juncvrouwe)
- Ableitungssuff (armuot, künegin)
e Abschwächung r unbetonten Vokale hatte nen grossen Einfluss:
1. auf andere phonolog Prozesse, zB Entwiklung s Umlauts
2. auf e Veränderung im morpholog Sys, zB Vereinfachung r Flexion,
Annäherung verschiedener Konjugations- u Deklinationstypen.
Infolge r Abschwächung r Vokale in unbet Silben entstand im Mhd r
Gegensatz zw m phonolog Bestand r betont u unbetont Morpheme, was n
mhd Sprachstand m modernen Deu näher bringt (ahd. gesti – mhd. geste,
ahd zunga – mhd. zunge).
Lenierung(Abschwaechung) von b,d,g: b – p burg –
purc (bayrisch), d – t drinkan – trinkan, g – k gebankepan. b,g > p,k nur dem Bairischen. und Alem.
eigen. Verschiebung d>t hat nur den Teil des
Fränkischen erfasst.
Abstufungen inDialekten: e ahd. Lautverschiebung
war im Sueden des ahd.Sprachraums, im Bayrischen
und in Alemannischen entstanden. Hier – vollständig
durchgeführt. In n nächsten Jh-ten verbreitet sich e
2. Lautversch vom Süden nach Norden in n
fränkischen Dialekt. Je weiter, desto schwaecher. Im
Rheinfraenkischen zB. Erfolgt die Verschiebung d-t
nicht immer. Das Niederfraenkische – unberuehrt
von der 2.Lautverschiebung (aehnlich mit Englisch
und Niederlaendisch). Kennzeichnend für Mittelfränk
– unverschobenen Fromen r Pronomen (dat, et,
allet). Unberührt – Niedersächsische. => niederdeu
Dialekte haben e 2. Lautversch nicht durchgemacht
u n alten gemeingerm Konsonantenbestand bewahrt.
E Grenze zw Hochdeu u Niederdeu – Düsseldorf am
Rhein nach Magdeburg an r Elbe bis Frankfurt an r
Oder – e Benrather Linie (Ort Benrath, südostlich
von Düsseld, wo e Grenzlinie n Rhein schneidet). E
Verbreitung im Fränk – sekundären Charakter –
Verhochdeutschung s fränk Dialekts.
Bdg r 2. Lautvesch:
-ist in e Literaturspr eingegangen (6 Laute)
- vertifte e Unterschiede zw n einzelnen deu
Dialekten, weil nicht gleichmäßig in allen Dialekten
verbreitet, sond e Intensität r 2. Lautversch in versch
Dial versch => Grenze zw Niederdeu u Ahd (ik – ich,
dat – das).
- e Ursache r tiefen Unterschiede – Abstufungen im
Prozess.
10. E Deklination r Substantive im Urg u im Ahd
Gemein: Kg, Flexionstyp im wesentlichen r alte. Gemeini-e
Charakterzüge r Flexion r Subst im Ahd:
1. durch i-e stammbildung bedingte Vielfalt r Dekl-typen r Subst:
vokalische Stämme (a, ja, wa, j, o, jo), konsonantische Stämme (n,
nt, r, ir), Wurzelnomina (Stamm hatte kein stammbildendes Suff)
2. enge Verflechtung von Genus u Stammbildung
3. synkretische Ausdruck von Kasus u Numerus in einem
Flexionsmorphem.
Urg. Das Substantiv besass e Kg s Genus, s Numerus u s Kasus. Ein
wesentlicher Charakterzug r Formenbildung r Substantive - e sog.
Stammbildenden Suffixe, e n Stamm s Substantivs praegten u
zusammen mit r Kasusendung e Flexion s Substantivs bestimmten.
Model einer Kasusform hatte 3 Morpheme: Wurzelmorphem+ stammbild
Suff (=Stamm) + Kasusendung.
Je nachdem, ob r Stamm s Substantivsw auf einen Vokal od einen
Konsonanten endete, unterscheidet man bei n Substantiven 2 Arten n
Stammklassen:
1) vokalische Klassen von Staemmen
2) konsonantische Klassen von Staemmen.
E ungewoehnliche Ausbreitung bekam e Stammbildung auf –n, was zur
zunehmenden Polarisierung r vokalischen „starken“ Deklination u r
konsonantischen „schwachen“ n-Deklination fuehrte.
13. Bildung s Kj.
Ahd. Praesens Kj w mittels s Suf –ê (e) gebildet. E Personalendungen sind
im Kj fuers Praesens u Praet gleich. 1 P Sg -, Pl -m, 2 P Sg– s(t), Pl -t, 3 P Sg
-, Pl –n. Starke Verben: 1 bint-e-, bint- ê-m 2 bint- ê- s(t), bint- ê- t 3 bint-e-,
bint- ê- n. Schwache: I Gruppe: 1 teil-e-, teil- ê-m 2 teil -ê-s(t), teil -ê- t 3 teile-, teil- ê- n, II: offan-o-, offan-ô-m 2 offan-ô-m 2 offan-ô- s(t), offan-ô-t 3
offan-o-, offan-ô-n. III: folg-e-, folg- ê-m usw.
E schwachen Verben r II u III Klasse haben statts Suf s Kj ihr
stammbildendnes Suf, so ss e Formen s Indikativs u s Kj nur durch
Personalendungen unterscheiden. S Suf s Kj – ê u e stammbild Suff r
schwachen Verben r II u III Kl w im absoluten Auslaut gekuerzt.
Praet Kj. Mittels s Suf –î (i), w im absoluten Auslaut gekuertzt. Bei n starken
Verben w alle Formen s Praet Kj vom Stamm r dritten Grundform (Praet Pl)
gebildet.
Bintan = binden: Vgl. Praet Ind. 1 bant-, bunt-um, 2 bunt-i, bunt-ut 3 bant-,
bunt-un. Praet Kj. 1 bunt-i, bunt –î-m 2 bunt –î-s(t), bunt–î-t, bunt-i, bunt–î-n
Bei n schwachen Verben w s Suf –î (i) ans Suf s raet –t- angefuegt. teilen,
offanôn, folgên. 1 teil-t-i, offan-ô-t-i-, folg-ê-t-i- usw.
Mhd. Infolge r Abschwaech-g r Endvokale fielen e Suffixe s Praesens Kj u s
Praet Kj zusammen - > -e. e Grammatikalisierung s Umlauts u r Brechung im
Praesens Ind r starken Verben u s Ausbleiben dieser Erscheinungen im
Praesens Kj erzeugen seit r mhd Zeit noch nen formellen Gegensatz zw
diesen Verbalfromen.
14. e mhd Sprachperiode, Wandlungen in n
Existenzformen. e Erweiterung r
Verwendungssphäre. s mhd. Schrifttum
1050-1350 (e Blütezeit s Rittertums) Es entwickelt s
e ritterliche Kultur (ne weltliche Kultur).
Charakterisch:
1. Wandel in n Existenzformen r Spr
2. Anhäufung von Neuerungen im Sprachkörper
Wandel: e Erweiterung s Geltungsbereiches s Deu
auf Kosten s Lateins. Lat spielt ne große Rolle im
schriftlichen Verkehr, wird ab allmählich von r deu
Spr verdrängt. Prozesse r sprachl Vereinheitlichung.
Es entwickelt s e ritterliche Literatur, bedient s r
deu Spr. e Blütezeit r ritterlichen Dichtung- 12-13 Jh.
Wichtigste Kulturzentren (Mit. 12 Jh.) am mittleren u
unteren Rhein. Fahrende Spielmänner trugen
Spielmannsepen vor, e e Traditionen r alten
epischen Dichtung fortsetzten: „König Rhoter“,
„Herzog Ernst“.
Übersetzungsromane in Versen als Nachdichtung
französ Epen: „Rollands Lied“- 11 Jh.,
„Alexanderlied“.
Ritterromane in Versen od höfische Epen: „vom
Ahd. E Verwitterung r stammbildender Suffixe r Substantive u e
Vereinfachung r alten dreimorphemischen Struktur r Kasusform beseitigt
nicht e Vielfalt r Deklinationstypen im Ahd. E Dekl-stypen werden nach n
alten stammbild Suff eingeteilt u nach ihnen benannt. Man spricht von r
aDeklination, i-Deklination, n-Deklination usw. Tendenz zum Ausgleich
zw n einzelnen Dekl-typen. Ausgleich r Kasusformen im Sg. Bei r
Angleichung u Unifizierung r Deklinationen tritt bereits im Ahd. e Tendenz
zur Umgruppierung r Deklinationen nach m Genus r Subst.
a-Deklination – einer r produktivsten Typen. Ihr gleichen sich e kleinen
Gruppen konsonantischer Staemme (nt-, r-Staemme) u e Wurzelnomina
an. Grosse Aehnlichkeit mit r Dekl r maskulinen a-Staemme im Sg. U im
Pl. Weisen e ja- und wa-Staemme auf. Ihre Eigenart besteht darin, dass
sie von r Kasusflexion u im Wortauslaut e Suffixe -j- u –w- bewahren.
i-Deklination – Eigenart im Sg. u Pl. bewahren nur e Feminina. E Mask
haben sich im Sg n a-Staemmen angeglichen.
o-Deklination. Feminina. Ihre Abart sind die jo-Staemme, die ebenso wie
die ja-Staemme sad Suffix –j- vor der Flexion haben. Im G.D.Pl wie fem
n-Dekl, dh Ausgleich, Umgruppierung nach m Genus r Subst.
n-Deklination. R einzige produktive Typ r konsonantischen Staemme, r
in r deutschen Gegenwartssprache als „schwache Deklination“ fortlebt. In
einigen Kasus ist s –n mit r Kasusflexion verschmolzen. Stammbild Suff –
n erscheint bei allen Subst in Begleitung eines Vokals. Ablaut
unterscheidet e Kasus.
Praes Ind: 1 far-e, far-en 2 fer-est, far-et 3 fer-et, far-ent, Kj 1 far-e, far-e-n 2
far-e-st, far-e-t 3 far-e, far-e-n. Im Praet Kj r starken Verben entwickelt s als
wichtiges Kennzeichen dieser Form r Umlaut: huelf-e-.
Bei den schwachen Verben fallen infolge r Abschwaechung r Vokale r
Endsilbben Praet Ind u Praet Kj lautlich zusammen. Praet Ind/ Kj dien-e-te
usw.
In r mhd u frnd Zeit entwickelt s e Kategorie r Modi u s Sys r Z/f s Kj
bereichert s. Gleichzeitig mit m Perfekt u Plusq s Ind erscheinen bereits im
Ahd e ensprechenden Formen s Kj (bei Otfrid, Notker) = Entwicklung r
analytischen Z/f s Kj. S Praes Kj diente bereits im Ahd genauso wie heute
zum Ausdruck r optativen u imperativischen Modalitaet, aber zusammen mit
dem Praet Kj auch anderer modaler Bedeutungen ohne zeitlichen
Unterschied. e Entwicklung s Perf u Plusq Kj rief e zeitliche Differenzierung
hervor, seit dem 16 Jh ist es regelmaessig => s Plusq Kj dient zum Ausdruck
r Nichtwirklichkeit in r Vergangenheit, s Praet – in r Gegenwart u Zukunft,
Praes Kj – zum Ausdruck s Wunsches od ner moeglichen Aufforderung, s
Praet – r Nichtwirklichkeit.
E Entwicklung s relativen Gebrauchs s Perf u Plusq dehnt s auch aufs Perf u
Plusq Kj aus. Hauptsphaere s relativen Gebrauchs r Z/f s Kj genauso wie
heute - e berichtete Rede: Gleichzeitgkeit – s Praes u Praet , Vorzeitigkeit –
Praet u Plusq.
Heute hat s Kj 2 Funktionen: 1 Asdruck r potentialen u irrealen Modalitaet, 2 –
Praegung r berichteten Rede
Im Ahd bezeichnete s Kj in r berichteten Rede noch n Zweifel, Unsicherheit,
Unwirklichkeit, heute- nicht mehr. Im Mhd wird s Kj r berichteten Rede schon
zum Asdrucksmittel s Subjektiven, zum Praegemittel r berichteten Rede als
ner besonderen Art r Aussage.
E heutige Gebrauchsnorm bildete s im 17 -18 Jh heraus infolge r
Absonderung s Kj r berichteten Rede vom potentialen u irrealen Kj.
Fnhd. S Futur s Kj entwickelt s nach m Vorbild s Futurs s Ind im 15- 16 Jh. Im
16 Jh w aber selten gebraucht, erst im 17-18 Jh. R 1. Konditional erscheint
am Anfang s 14. Jh, entwickelt s aus n Verbindungen s Verbs werden im
Praet Kj mit m PI od mit m Inf. E konjunktionale Form s Verbs werden bedingt
e potentiale od irreale Bedeutung dieser Verbindungen u ihre Bezogenheit
auf e Gegenwart u e Zukunft.
R 1. Kond ist seit m 15 – 16 Jh haeufig (bei Luther - wuerden kaempfen). R 2.
Kond entwickelte s nach dem Vorbild s 1. Kond in r neueren Zeit.
trojaner Helden Eneit“.
Ende des 12 Jh.- ein neues Kulturzentrum am
Oberrhein (Herzogtum Schwaben) mit n Städten
Strassburg, Augsburg, Worms, Meinz. Am Hofe
versammeln s viele Dichter: Hartmann von Aue,
Gotfried von Strassburg, Wolfram von
Eschenbach.
3 Gattungen:
1.s höfische Epos (Ritterromane in Versform)Nachdichtungen französ Ritterromane: „Ivain“,
„Ereck“, „Tristan“, „Parzifal“
2.s Heldenepos knüpft an e altgriechische
Mythologie u historische Sagen an: s
Niebelungenlied, Gudrun. e Verfasser sind
unbekannt (ne kollektive Überlieferung alter Sagen)
3.Mienesang (ritterliche Lyrik): Walter von r
Vogelweide
e mhd wiltliche Lit hat nen großen künstlerischen
Wert, in ihr entstand ne besond dichterische Spr- s
klassische Mhd, war zwar regional begrenzt, hatte ab
schon nen Übermundartlichen Ch-r. Im 13 Jh beginnt
e Entwicklung r bürgerlichen städtischen Kultur u Lit.
B/L Gattungen:
1.Schwänke (komische Kurzgeschichten): „r pfaffe
Amis“
2.didaktische Dichtung (gereimte sprüche mit
belehrendem Inhalt)
3.Versnouvellen: „Maier Helmbrecht“
4.satirische Dichtung: „s Tierepos über Rheineke,
den Fuchs“
Im Mhd entw-ten s verschiedene Gattungen r Prosa,
wobei Originalprosa immer mehr überwiegt.
Gattungen:
1. e geistliche Prosa (Predigtsammlungen,
Bibelübertragungen, Psalter)
2.e historische Prosa: Chroniken r Städte
3.Rechtsprosa (Sammlungen von Gesetzen)
4.Geschäfts- u Kanzleiprosa: bis zum 13 Jh
bediente s e Knazlei nur s Latein, seit m 17 Jh dringt
e d/S vor, zuerst in Urkunden, Handelsverträgen.
5.wisseschaftl Prosa (Arzneibücher, naturkundliche
Schriften)
Wandlungen, neue Existenzformen:
1.E Literatursprache, entsteht auf r Grundlage s
nordalemanischen u Ostfränkischen (süd-westen s
deu Sprachraums), ihr Einfluss verbreitet s auch in
Mittel- u Niederdtl. e Voraussetzungen für s
vortleben waren nicht geschaffen, daher verkommt
sie zus mit r ritterlichen Lit Ende s 13 Jh
2.e Entwicklung s deu Sprachraums durch e
feudale Expansion u e Entstehung neuer
Dialekte: Im 10 Jh begann e Expansion nach m
Osten gegen e westslawischen Stämme im Raum zw
Oder, Havel, Spree, Elbe, Saale u m Erzgebirge. e
D-en eroberten nen Teil r w-s Stämme u hier
entstanden feudale Territorien: e Mark Lausitz
(obere Spree) u e Mark Meissen (späteres
Obersachsen)
Im 12 Jh- Eroberungen r Territorien zw Oder u Elbeneue feudale Herzogtümer u Markgrafschaften: e
Markgrafschaft Brandenburg (1150), s Herzogtum
Mecklenburg (1170), s H-m Pommern (1180)
e slavische Bevölkerung wurde massenhaft
vernichtet, e Überlebten wurden mit Gewalt
christianisiert u eingedeutscht- e slavische Kultur
wurde ausgerottet, auf slawischem Boden
entstanden reiche Klöster, Großgrundsitze geistlicher
u weltlicher Feudalherren. Auf e Ritterkolonisation
folgte e Bauernkolonisation.
Im 13 Jh entfaltet s e deu Agression in n baltischen
Ländern. 1230 wurde s baltische Volk von Preußen
erobert (späteres Hrzogtm Preußen), 1241 wurden e
Duetschen, Schweden u Dänen vom russ Heer unter
Alexander m Nevskij zurückgeschlagen, damit
endete e Ostexpansion.
Kolonialdialekte
In n eroberten Gebieten entstanden neue Dialekte
(Kolonial/ Siedlungsdialekte), unterschieden s durch
ihren gemischten Ch-r. e neuen Territorien wurden
von deu Bauern besiedelt, was zur Mischung u
Verschmelzung r Dialekte führte. e neuen D-te
vereinigten in s Nieder-, Mittel-, u zum Teil
Oberdeutsche Charakterzüge, sie waren großflächig.
Im Norden u Nord-Osten:

Meißnisch (Obersächsisch)

Schlesisch
+ Thüringisch (war benachbart)
e Entwicklung r Territorialdialekte bringt ne neue
Tendenz zur Integration r Dialekte. Auch im deu
Stammland infolge r gemischten städtischen
Bevölkerung u des Verkehrs zw Städten. Es bildet s
e sog Verkehrsspr heraus, e zum intermundartlichen
Verkehr diente. + als Folge r territorialen
Zersplitterung verstärkte s die Differenzierung r
Dialekte.
s Neue in r Entwicklung r deu Spr aeußert s also im
Mhd in folgenden Erscheinungen:
1.in r Erweiterung s Geltungsbereiches r deu Spr
2.in r Entw-g ner überregionalen Literatursprache
neben n Territorialdialekten
3.in n Ansätzen zum sprachlichen Ausgleich
durch e Integrationstendenz in n
Kolonialdialekten u durch n Angleich in n
Verkehrssprachen r Städte.
Existenzformen s Mhd:
Vorherrschend bleiben e Terr-dialekte (Spr r
Ungebildeten). Ab entstehen auch neue
Existenformen: mit r Entwickl r weltlichen Dichtung u
Prosa verbunden. Neuer literarischer Stil – Stil r
höfischen Dichtung (=>neue Lexik) - ist
Übergangsform vom Terr-dialekt zur einheitlichen Litspr. S klassische Mhd entwickelte s auf hochdeu
Grundlage, ist e 1. gemeindeu Spr-form.
Ausgleichstendenzen – nicht nur e geschriebene
Form, sondern auch e gesprochene Spr. Vertiefung r
sozialen u funktionalen Schichtung r Spr.
15.E Territorialdialekte r mhd Zeit. Im 10-12Jh -de Expansion nach
Osten gegen e westslavischen Völker u in Folge von Eroberungen auf m
Territorium zw Oder u Elbe u an r Ostsee wurden neue de feudale
Herzogtümer u Markgrafschaften gegründet, zB Markgrafschaft
Brandenburg 1150, Herzogtum Meklenburg 1170 usw. Slavische
Bevölkerung wurde christianisiert u eingedeutscht. Nach r
Ritterkolonisation folgte e Bauerkolonisation, was e Eindeutschung dieser
Territorien vollendete. Im13Jh entfaltete sich e de Agression in n
baltischen Ländern. Sie wurde 1241 vom russischen Heer unter Nevski
zurückgeschlagen. In n eroberten Gebieten entstanden im Folge r
Bauerkolonisation neue de Dialekte. Sie heissen Kolonial- od
Siedlungsdialekte. Sie unterscheiden sehr stark von n alten de Dial-n
durch ihren gemischten Ch-r. Neue Territorien wurden von Bauern aus
verschiedenen Gegenden s de Reiches besiedelt. S führte zur Mischung
u Verschmelzung r Dialekte - Integration. Neue Dial-e vereinigten in sich
niederde, mittelde u zum Teil ostde Ch-rzüge. Sie waren grossflächig, dh
sie erstreckten sich über grosse Territorien. Im Norden u N-O entw-ten s
ostniederde Dial-e: Meklenburgisch, Brandenburgisch, Pommerisch. Im
O (in n Marken Meissen, Lausitz u Schlesien) – ostmittelde Dial-e:
Meissnisch/ Obersächsisch, Schlesig
Diesen Dial-n schloss sich au e Mundart r benachbarten Landgrafschaft
Thüringen, s Thüringisch an. Entw-g r Kolonialdial-e bringt mit sich ne
neue Tendenz zur Integration r Dial-e. Solche Tendenz entstand au im de
Stammland in Folge r gemischten städtischen Bevölkerung u s Verkehrs
zw n Städten. Im Zus-hang mit m Aufkommen u Wachstum r Städte
bildete sich in dieser Zeit e sog. Verkehrssprache heraus. Zugleich
verstärkte sich im de Stammland entgegengesetzte Tendenz zur
weiteren Diffirenzierung r Dial-e als Folge r kolonialen Zersplitterung. S
Neue in r Entw-g r Existenzformen r de Spr besteht in folgenden
Erschein-n: 1. in r Erweiter-g r Gelt-gsbereichen r de Spr 2. in r Entsteh-g
ner überdialektalen Lit-spr neben r terr Dial-n. 3. in n Ansätzen zum
sprachl Ausgleich durch e Integrationstendenzen in n Koloniald-n u d n
Ausgleich in n Verkehrsspr-n r Städte.
Klassifikation r MHD Dial-e. Wie im ahd gibts 3 Gruppen von Dial-n: niederde-mittelde- oberde. In n ersten zwei Gruppen sind neue
Kolonialdial-e vertreten. Niederde-Niederfränkisch, Niedersächsisch,
Ostniederde mit n Dial-n: Meklenburgisch, Brandenburgisch,
Pommerisch,
Preussisch. Mittelde: Rheinfränkisch,
Mittelrheinfränkisch mit n Dial-n: Moselfränkisch, Ripuarisch im Raum
Aachen, Köln, Hessisch. Ostmittelde: Meissnisch, Schlesisch,
Thüringisch. Oberde: Schwebisch-allemanisch, Bayerisch-österreichisch,
Südfränkisch, Ostfraenkisch
16. e wichtigst Neuerungen im Mhd phonolog Sys.
1. E Abschwächung r unbetonten Vokale. E langen u kurzen Vokale "a, o,
u, e, i" sind im Mhd in unbetonter Stellung zu e abgeschwächt od ganz
verschwunden:
a.Abschwächung zB Ahd taga > Mhd tage, gesti – geste, namun – namen
b.Schwund - am Wortende (Apokope) od in r Wortmitte (Synkope):
zB grossiro > græzer (Apokope)
zB ginada > g(e)nade > gnade (Synkope)
Ursache r Abschwächung – r feste Wortakzent auf r Stammsilbe s W. E
ander Vokale sind unbetont u w allmählig abgeschwächt.
E Abschwächung r Vokale in unbeton Stellung vollzog s in allen Epochen r
deu Spr-geschichte. E unbet Stellung im W – ne r Voraussetzungen für n
Schwund r meisten s/b Suffixe r Substantive in r vorliterarischer Zeit (germ.
dagaz – ahd. tag).
Im Ahd gabs e Abschwächung auch:
- e Kürzung r Vokaldauer (ahd N. Pl. taga – mhd. tage);
- Wandel unbetonter kurzer Vokale zu e (ahd. wintar u winter);
- Zwischenstufen r Abschwächung: u – o – e (ahd. tagum, tagom, tagon –
mhd. tagen)
Nhd: mhd. D.Sg tage, worte – jetzt fakultativ Tag(e)
Wendepunkt in r Geschichte r Abschwächung – r Ausgang s althochdeu
Zeitalters. Bis 10-11 Jh – keinen gründlichen Unterschied zw m phonolog
Bestand r betonten u r unbetonten Phoneme im W (konnte ein beliebieger
kurzer od langer Vokal erscheinen: ahd. sunu, taga, gesti, sneo, zunga)
N alten phonolog Bestand bewahren e betonten Morpheme:
- Wurzelmorpheme (jar, bluome)
- betonte Ableitungspräfixe (imbizz, urteil)
- e 2. Komponente zusammengesetzter W-r (juncvrouwe)
- Ableitungssuff (armuot, künegin)
e Abschwächung r unbetonten Vokale hatte nen grossen Einfluss:
1. auf andere phonolog Prozesse, zB Entwiklung s Umlauts
2. auf e Veränderung im morpholog Sys, zB Vereinfachung r Flexion,
Annäherung verschiedener Konjugations- u Deklinationstypen.
Infolge r Abschwächung r Vokale in unbet Silben entstand im Mhd r
Gegensatz zw m phonolog Bestand r betont u unbetont Morpheme, was n
mhd Sprachstand m modernen Deu näher bringt (ahd. gesti – mhd. geste,
ahd zunga – mhd. zunge).
2. e Verbreitung s Umlauts. Neue Volalphoneme
a) e Phonologisierung s Umlauts, Neue Vokalphoneme:
Im Ahd war r Umlaut auf r Anfangsstufe seiner Entwickl. Wir hatten nur n
Umlaut s kurzen "a" zu "e" (gast > gesti). Seit m 10 Jh auch u zu iu (hus >
hiusi).
In r Mhd Periode umfasst r Umlaut auch andere Vokale, sowie einige
Diphtonge,
zB kurze Vokale: "o" zu "ö"
Ahd. N.Sg. korb – D.Sg. korbe – N.A.Sg. korbi
Mhd N.Sg. korb – D.Sg. korbe – N.A.Pl. körbe
Man vermutet, ss e Abschwächung "i" zu "e" zur Verstärkung s Umlauts
führte. Er übernahm e Funktion s "i" - in diesem Falle Kennzeichen s Plurals u entwickelte s somit zur inneren Flexion im W.
Im Ahd existierte r Umlaut solcher Vokale nicht als selbst Phonem, sondern
als ne Variante u wurde graphisch nich bezeichnet.
Im Mhd verwandelte s e Variante s Phonems in ein selbst Phonem, s heisst
sie w phonologisiert. Diesen Prozess nennt man e Phonologisierung s
Umlauts.
E neuen Vokalphoneme s Mhd:
1.kurze Vokale:
ä – Sekundärumlaut s kurzen a: mähtec (ahd. mahtig)
ö – Umlaut s kurzen o: möchte (ahd. mochti)
ü - Umlaut s kurzen u: künec (ahd. kuning)
2.lange Vokale (Phonologisierung)
æ – Umlaut s â: mære (=Erzählung. Ahd. mari)
œ – Umlaut s ô: schœne (shd. skoni)
3.Diphtonge
öu, eu – Umlaut s Diphtongs ou: tröumen (ahd. troumen)
üe – Umlaut s Diphtongs uo: güete (ahd. guoti)
Durch e Phonologisierung s Umlauts entstanden in r mhd Periode neue
vokalische Phoneme, e im Ahd nicht existierten=> Neue Vokalphoneme: ä, ö,
ü, æ, œ, iu, ie, öu, üe.
b) Entwickl s Umlauts zur inneren Flexion. R Umlaut verwandelte s im
Mhd aus reiner phonetisch assimilatorischen Erscheinung in ne sehr wichtige
innere Flexion.
Er erscheint:
1. als Pluralmerkmal (bis heute): mhd. gast – geste (ahd. gast – gesti)
2. bei r Steigerung r Adj im Komparativ u Superlativ: mhd. alt - elter - eltest
3. In r 2. u 3. P.Sg. Präsens r starken Verben: fare - ferest - feret
4. Prät Kj: half - hülfe
5. Wortbildung: kraft – kreftic, hoch – hoehe, hof – hövesch
1.
e Entwickl nes neuen konsonantischen Phonems [∫].
Im Ahd kein [∫]. entwickelte s im 11.-12. Jh. aus r Konsonantenverbindung
"sk". Vermutlich wurde r Laut \k\ zuerst m vorangehendem "s" assimiliert u
dann mit ihm verschmelzte: sk > sch \sx\ > sch [∫]. zB Ahd skoni > Mhd
schoene, fisk > fisch
Seit m 13. Jh. erscheint s Phonem \sch\ nicht nur in r Verbindung "sk",
sondern auch in "sl", "sm", "sn", "sw": slafan > schafen, smerzo > schmerze,
sneo > schnee, swarz > schwarz
Manchmal auch rs zu rsch: ahd. kirsa, mhd. kirse – nhd. Kirsche
Später [∫] vor p und t: ahd. spati, mhd. spæte – nhd. Spät
2.
weitere Ausdehnung r 2. Lautverschiebung. S Vordringen r 2.
Lautverschiebung dauerte im Mhd an. Grenzen für 2. Lautverschiebung
erweiterten s in n Fränkischen (Rhein) u ostmitteldeu Sprachraum.
Ostmitteldeu: machen, ich, dorf, helfen.
Niederdeu: von r 2. Lautversch ausgeschlossen: maken, ik, dorp, helpen.
3.
Sonstige Wandlungen r konsonantischen Phoneme.
a. Entwickl s Phonems [z]. Mitte 13. Jh: im Wortanlaut u im Inlaut vor
Vokalen stimmhaft: [s] zu [z]: ahd. sin, mhd. sin – nhd. sein (in r
Schreibung dasselbe!)
b. Wandel s Halbvokals w [u]: im Ahd war w ein bilabialer Halbvokal:
ahd. seo, G. sewes, mhd sewes (w im Wortauslaut vokalisiert). Im
13. Jh entwickelt es s zum labiodentalen stimmhaften Geräuschlaut
18 Der Umlaut im Ahd und Nhd
Ahd. Seine Entwicklung began in ahd
Territorialdialekten in r vorliterarischen Zeit (um 750),
allmählich erfasste er sämtliche dunklen Vokale und
Diphtonge u führte zur Entwicklung mehrerer neuer
vokalischer Phoneme. Im i-Umlaut fand e Tendenz
zum assimilatorischen Vokalwandel ihren Ausdrück.
R U entsteht unter dem Einfluss des i oder j r
folgenden Silbe. Seine Wirkung besteht darin, dass e
Vokale r mittleren u hinteren Reihe palatalisiert
werden, dh sie verwandeln in Vokale r vorderen
Reihe. Zu Beginn r schriftlichen überlieferung wurde
orthographisch nur r Umlaut des kurzen a
bezeichnet, das vor i (j) r folgenden Silbe zu e wird.
Ahd gast – Pl gesti (Gäste) ahd alt – eltiro – eltisto
(alt – älter – am ältesten). R Umlaut a > e hatte in r
ahd Zeit noch mehrere Ausnahmen: a wurde nicht
umgelautet vor ht, hs, rw: maht – mahtig, wachsan –
wahsit. R Umlaut entwickelte sich im Deu in r
Folgezeit zu einer wichtigen Art von innerer Flexion.
In n oberdeutschen Terr-dialekten trat r Umlaut auch
vor h, r + Konsonant, l + Konsonant nicht ein: haltan
– haltit (halten - hält). R Umlaut fehlte oft vor –î, în,
lîn, nissi: magad – magatin (Magd - Mägdlein), tag –
tagalin (Tag - täglich). Die meisten dieser
Umlauthinderungenwurden zu Beginn r mhd Periode
beseitigt, so dass seit dem 12. Jh auch hier r Umlaut
eintritt. Er wurde als ä bezeichnet (r sog
Säkundaerumlaut): mächtig, wächset, mägede. Seit
m Ausgang des 10 Jh. wurde r Umlaut des langen û
orthographisch bezeichnet. Er wurde iu geschrieben.
Ahd hus – husir seit m 11 Jh. hiusir (Haus Haeuser).
Mhd. E Varianten r Vokalphoneme, e im ahd unter m
Einfluss des i (j) Umlauts entstanden waren,
uebernahmen im Mhd eine sinnunterscheidende
Funktion und wurden phonologisiert: ahg gast – gesti
> mhd geste. Auf Grund des Umlauts entwickelte
sich in n Wortformen vieler Woerter ein Wechsel r
Vokalphoneme, r zu einem verbreiteten Mittel r
Formenbildung (zu inneren Flexion) wurde.
Kennzeichen 1)des Plurals (gast - gesti)
2)Steigerungsformen Adj (ahd alt – eltiro – eltisto /
mhd alt – elter - eltest) 3)Präter Konj (ahd helfan –
hulfi / mhd helfen - huelfi) 4)2. u 3. Pers Präs der
starken V (ahd faran – feris – ferit / mhd faren –
ferest - feret) Der Umlaut bekam auch grosse
Verbreitung in der Wortbildung: hof – hövesch. In n
Formen r starken V: kennzeichnet r Umlaut als
innere Flexion:
2. u 3.P.Sg Präs Ind (ahd. ferist, ferit
– mhd. ferest, feret)
Prät Konj r starken V (1.P.Sg. ahd
gabi – mhd gæbe)
Nhd. Substantive: r Umlaut in n Pluralformen r
ehemaligen i-Stämme bleibt, geht aber aus m
Bereich r Deklination in n Bereich r Pl-bildung über:
Umlaut als Pluralmerkmal! Ihn bekommen außer n
ehemaligen i-Stämmen u ir-Stämmen e meisten
umlautsfähingen Mask mit m Pl-suffix –e, e
ehemaligen a- u ja-Stämme, alle Neutre mit m Plsuffix –er, Fem mit m Pl-suff –e u viele Substantive,
e n Pl suffixlos bilden (Vater-Väter). Noch größere
Verbreitung – in vielen Terr-dialekten.
19. Wandl-n im Deklinationssy r Sub im Mhd u Fnhd
Infolge r Abschwaech-g r unbet Vokale vereinfacht s e Kasus‫ ٱ‬r Sub. Sie
wird zu Beginn s Mhd Periode auf 4 End-n reduz.: -e,-es, -en, -er (ahd
tagâ – mhd tage). 2silbige ‫ٱ‬smorpheme w 1silbig (ahd zungôno –mhd
zungen). Vereinfach-g r ‫ ٱ‬foerdert Angleich-g r einzeln Dklstypen.
Ne wichtige Rolle spielt Umgruppier-g r Dkltypen nach m Genus r Sub.
Bei n Mask & Neutra entw s ne einheitl Dkl aller ehemal vokalischen
Staemme. In ihr treten e Kennzeichen r heut st Dkl hervor. Gegensatz
dazu – Dkl r ehemal n-Staemme – schw Dkl (umfasst wie im ahd –m,n,f).
Mask: a-Staemme (tag,tages, tage,tag; Pl:tage,tage, tagen,tage); ja-St
(hirse,hirses, hirse,hirse; Pl:hirse,hirse,hirsen,hirse; wa-St (sne,snewes,
snewe,sn; Pl:snewe,snewe, snewen,snewe); i-St (gast,gastes,
gaste,gast; Pl:geste,geste, gesten,geste); n-St (name,namen,
namen,namen; Pl:namen,namen, namen,namen). Unterschiede: ehemal
i-St –von n a-St nur durch n Umlaut, trotzdem- nicht alle,zB: mhd SchritSchrite –ahd scriti. Ja-St untersch s von n a-St durch e ‫ٱ‬-e(-i) im
Nom+Ak.Sg –hirse. Wa-St bewahren ein eigentueml Gepraege: snesnewes. Neutra: st u schw (n-Dkl) Dkl stehen einander gegenueb. Zum
2.Typ geh. nur 4 W-r: herze, ôre(Ohr), ouge, wange – st Dkl ist
vorherrschend. A-St (wort,wortes, worte,wort; Pl:wort,worte,
worten,wort); ja-St (kuenne,kuennes ,kuenne,kuenne; Pl kuenne,kuenne,
kuennen,kuenne); wa-St (knie,kniewes, kniewe,knie; Pl knie,kniewe
,kniewen,knie); ir-St (lamp,lambes, lambe,lamp; Pl lember,lember(e),
lember(e)n,lember); n-St (herze,herzen, herzen,herze; Pl herzen,herzen,
herzen,herzen). Ehemal ir-St bewahren im Pl s ^ir. Jetzt – Unterarten ner
Dkl. Fem. Unifizier-g verlaeuft landsamer – erst im16-17Jh (fnhd, nhd)
einheitl femin Dkl. Ab erste Anzeichen r einheitl fem Dkl bereits
vorhanden: i-St (kraft,krefte, kraft,kraft; Pl krefte,krefte, kreften,krefte); ôSt (zal,zal ,zal,zal; Pl:zal,zaln, zaln,zal); n-St (zunge,zungen (3раза); Pl:
везде zungen). S Kennzeich r i-St – Umlaut im Pl u im G,D Sg (mhd
krefte –ahd krefti). Im Sg- Ausgleich mit n ahd Fem→ Parallelformen
(krefte\kraft). N-St bewahren s Kennzeich -n. Kennzeich s ganz Sg – e
Null‫ٱ‬.
Fnhd Herausbild-g s Dklsys r Sub wird abgeschlossen. Tendenzen s
Mhd.
St Dkl –ner r Haupttypen rDkl r Sub schon zu Beg sFnhd –voellig
entwickeltes Dkltyp. R Unterschied zw n a-St u n ja-St im N. A. Sg wird
durch e Apokopier-g (=Wegfall im Auslaut) von –e r ja-St (mhd lêraere –
Lehrer, mhd bette- Bett, netze –Netz). Einige ehemal ja-St gehen in schw
Dkl ueber, weil au schw Sub im N.Sg auf –e endeten (mhd hirte- nhd Hirt;
rise-Riese). Ehemal wa-St gleichen sich m Haupttyp r st Dkl an, denn s –
w schwindet, zB (mhd sne-G.Sg snewes – nhd r Schnee-s Schnees).
Umlaut im Pl r ehemal i-St u s ^er bei n ehemal ir-St bleiben erhalten,
gehen in n Bereich r Pl-bildung ueber.
Fem Dkl – 2. Haupttyp r Dkl r Sub. Ihr Kennzeichen: Null‫ ٱ‬in allen Kasus
im Sg. Ehemal ô-St gleichen immer mehr n n-St an. Im15-16Jh w
manche Fem nach r o-Dkl u r n-Dkl flektiert. zB: brücke- Brücke, erdeErde). Solche Parallelformen bestehen bis zum 18Jh. Im Sg –n-lose
Formen w vorherrschend; im Pl - -n wird zum Pl-suff. Im Nhd w
Herausbild-g r einheitl fem Dkl abgeschlossen. (mhd n-Dkl:
zunge,zungen, zungen,zungen; Pl-alle zungen – nhd fem Dkl: Zunge; PlZungen).
Schw Dkl. Sub r schw Dkl verloren eigentl Kasusend-n in r vorschriftl
Zeit. Sie bewahrten s stammbildende ^ n. Durch n Austritt mehrerer Sub
aus r schw Dkl w sie seit r fnhd Zeit auf Mask eingeschraenkt. Wenige
Neutra aenderten n Dekl-typ: (mhd ouge(n-Dkl)- Auge –stark). (ahd ouga,
ougen(-in),ougen,ouga; mhd ouge,ougen, ougen,ouge; nhd Auge,Auges,
Auge (2р)). Von n Mask, e im mhd zur n-Dkl geh, bleibt in dieser Klasse
nur ein Teil r Bezeichn-n von Lebewesen, zB: (ahd knabo,falco, mhd
knabe,valke –Knabe,Falke). Bei einigen davon w s –e apokopiert,zB:
(ahd mennisco, mhd mensche –Mensch; furisto-fürste –Fuerst). Viele
Mask gehen aus r schw in e st Dkl ueber. Das sind: a)leblose Dinge
(brunno –brunne –Brunnen, garto-garte-Garten) b)Lebewesen (herizogo
–herzoge –Herzog, hano-han(e)- Hahn). Bei einigen Sub aend s r Dkltyp
(-n im N.Sg, -s im G): (mhd brunne,brunnen, brunnen,brunnen; nhd
Brunnen, Brunnens,Brunnen,Brunnen). = r Balken, Braten, Daumen,
Garten, Karpfen, Hacken, Knochen). Gleiche Entw-gsweg – namo-nameName,willo-wille- Wille(n)+ s Herz. Sie bildeten n “Uebergangstyp”, denn
s – n im N.Sg fakultativ blieb.
20. Die Entwicklung der analytischen Formen des Verbs im Mhd. und
Frnhd.
Pl=Plusquamperfekt
Im Mhd u im Fnhd entwickeln sich ne Reihe neuer grammatischer Formen: s
Pefekt u s Plusquamperfekt s Aktivs, Passivs u Konjunktivs (noch im Ahd
begonnen). Erst im Fnhd entwickeln sich s 1. u 2. Futur sowie r 1.
Konditionalis u spaeter r 2. Von diesen Entwicklungsprozessen fallen e
Verbreitung r analytischen Zeitformen r Vergangenheit, e im Ahd erst im
Werden waren, u e damit verbundenen Wandlungen im Sinngehalt r
Kategorie r Zeit. E anfaengliche perfektive u resultative Bedeutung s Perf-s u
Pl-s ist auch im Mhd vorhanden, tritt aber in n Hintergrund. 1) S Perf u s Praet
unterscheiden s schon als Gespraechs- u Erzaehlform. 2) Auf r Grundlage r
anfaenglichen perfektiven Bedeutung s Perf-s u s Pl-s entwickelt s r relative
Gebrauch dieser Formen feur n Ausdruck r Vorzeitigkeit. R Gebrauch s Perf-s
zusammen mit m Praesens traegt auch zur Entwicklung s Perf-s zur Zeitform
bei, e s vergangege Geschehen mit r Gegenwart verbindet.
E Entwicklung r analytischen Zeitformen s Konjunktivs – Perf u Pl Kj schon im
Ahd vereinzelt. (habeti – haette bei Otfrid (9.Jh.)). In n Schriftdenkmaelern s
12.-13. Jh. sind s Perf u s Pl s Kj-s schon haeufig; es sind gut entwickelte
Verbalformen. Neue analytische Zeitformen s Kj-s fuehren zur Herausbildung
ner neuen differenzierten Gebrauchsnorm. Praes Kj – (wie auch heute)
optative u imperative Modalitaet. S Pl Kj wurde regelmaeBig auf e
Vergangenheit bezogen: Unde waere im Sifrit nicht ze helfe komen, So hete
si dem kuenege sinen lip benomen. – U wenn ihm Sigfried nicht zu Hilfe
gekommen waere, so haette sie m Koenig s Leben genommen. S Pl Kj wird
zur Ausdrucksform r Nichtwirklichkeit in r Vergangenheit, s Praet Kj in r
Gegenwart u in r Zukunft. Aber erst im 16. Jh. nimmt e zeitliche
Differenzierung zwischen m Pl u m Praet Kj regelmaeBigen Charakter an. S
Praes wird zum Ausdrucksmittel nes Wunsches oder ner Aufforderung, deren
Erfuellung als moeglich betrachtet wird. E Hauptsphaere s relativen
Gebrauchs r Zeitformen s Kj ist im Mhd ebenso wie in r deutschen
Gegenwartssprache e berichtete Rede. E Gleichzeitigkeit s Geschehens mit r
Zeit r Aussage wird durch s Praes oder s Praet ausgedruckt. E Vorzeitigkeit –
Perf oder Pl.
Fnhd. E Entwicklung s Futurs beginnt seit m 15. Jh. E Hauptrolle beim
Ausdruck r Zukunft gehoert m Verb werdan, s ne inchoative Bedeutung hat,
d.h. n Beginn nes Geschehens bezeichnet. Man trifft im Ahd auch n Ausdruck
r Zukunft mit Hilfe von Modalverben sollen, wollen, muessen. Seit m 13. Jh.
verbreitet sich Umschreibung r Zukunft mit m Verb werden + 1. Partizip. Im
14.-15. Jh. kommen statt s 1. Partizips auch schon r Infinitiv vor. Beide
Umschreibungen r Zukunft sind laengere Zeit gleichberechtigt. In
Norddeutschland herrscht r modale Ausdruck r Zukunft vor, in mittel- u
Sueddeutschland gagegen e Umschreibung r Zukunft mit werden. Seit m 16.
Jh. entwickelt sich auch s 2. Futur mit m Verb werden. E Grammatiken s 17.
Jh. verzeichnen es schon allgemein u rechnen es zum Paradigma s Verbs. R
1. Konditional ist schon im 14. Jh. bezeugt u kommt in r 2. Haelfte s 14. Jh
immer oefter vor - aus r Verbindung s Verbs werden im Praet Kj mit m 1.
Partizip oder Invinitiv. R 2. Konditional entwickelte sich nach m Vorbild s 1. in
r neuren Zeit.
21. Der Wortschatz des Mhd
Im Mhd geht eine intensive Bereicherung des W/s
vor sich.
Ursachen. Erweiterung der Gebrauchssphare der
Spr, Aufblühen der höfischen Dichtung und der
bürgerlichen Literatur, Entwicklung der Wissenschaft,
der Rechtsprosa/Kanzleiprosa einige Tendenzen:
1) Heldenepos des 12.-13. Jhs - man gebraucht viele
alte Wörter (Archaismen) aus den altgermanischen
Gedichten: Degen (junger Krieger), wigant
(Kämpfer), recke, kuene (kühn), wine (Freund), snel
(tapfer), wic (Kampf)
die höfische Dichtung dagegen vermeidet diese
Lexik Höfische Epen enthalten viele franz
Entlehnungen, die das Ritterleben charakterisieren.
Turnei, melodie, aventiure, schansun, kastei,
pasturele, palas, amur, schevalier, amie, kumpanie,
ade, parlieren, merci, fetieren, grandmerci
2) Entw vieler Abstrakt» in geistlicher Prosa:
begreifen, eigenschaft, eindruck, einfluß, bildlich,
einbildung
Neue Wortbidungselemente - Substantivierungen
von Adj und Infinitiven - das al, das höchste, das
queln
3) Ganz neue Tendenz - intensive Entwicklung der
Terminologie
Geschäfsspräche: Urkunde, kanzeley, advokat,
notar
In wissenschaftlicher Prosa: grammatica, dialektica,
rhetorica, aritmetica, hospital, puls, apoteke, baldrian
Kaufmannslexik: fracht, bank, netto
Benennungen der Berufe und Gewerbe, arzat,
antwerker (Handwerker) gärtner,schuosuter
(Schuster), goldschmiede
4) Einige mhd Wörter werden durch andere ahd oder
mhd Wörter ersetzt, mhd gomo - mhd man, Mann;
diot ahd - ahd folk, Volk, mhd barn - ahd kint, Kind
5) Bedeutungsentw
Viele Wörter ändern ihre Bedeutung: ahd hel, mhd
hell - zuerst nur „tönend, hallend", aber später +
„licht, glänzend
Ahd lih - zuerst „Leib, Fleisch", dann „leichnam", die
alleinherrschend wird Ahd mhd hochgezit „Fest;
Hochzeit", bleibt nur in der 2 Bedeutung
Ahd wib, mhd wip - Geschlechtsbezeichnung, aber
im 13 Jh erfahrt das Wort eine starke soziale und
ethische Abwertung Ahd frouwa, mhd vrouwe „Edelfrau" bis zum 14 Jh, dann einfach
Geschlechtsbezeichnung
6) Landschaftliche Unterschiede
Ursache - die territotialdialekte - die wicht
Existenzform der dt Spr Für den Süden - Samstag
„Sonnabend", zistag „Donnerstag", losen „zuhören",
lugen „schauen"
22. Fnhd Periode als Uebergangsperiode vom mittelalterlichen Deu zum
neuzeitlichen Deu
23.Regionale Literatursprachen r fnhd Zeit
E gem-deu Lit-spr entwick sich nicht unmittelbar aus n Terr-dialekten.
Vorstufe – regionale (landschaftl) übermundartliche Lit-spr. Diese
Existenzform entwick sich in r fnhd Zeit u ist s Hauptkennzeichen dieser
Periode.
Fnhd: 2 Perioden:
14 – 15 Jh – entstanden in versch Regionen regionale Litsprachen
1500 – 1650 – entwick sich e regionalen Lit-sprachen weiter.
24.Die Rolle des Ostmitteldeutschen regionalen
Literatursprache in der Herausbildung der
gemeindeutschen Literatursprache.
Folgende Lit-spr:
- mittelniederdeu: Norden, 14 Jh, aus r HansaSpr. Ihr liegt Geschäftsspr Lübecks zugrunde.
Reiche Dichtung u Prosalit.
- Mittelniederländisch: e Niederlande auf
niederfränk Grundlage. In dieser Spr entstand in
Kriterien der Periodenabgrenzung. Die frueh-neuhochdeutsche
Sprachperiode ist die Ubergangszeit vom mittelalterlichen Deutsch zum
eigentlichen neuzeitlichen Deutsch. Sie dauert von etwa 1350 bis um
1650. Der Beginn der neuhochdeutschen Periode - um die Mitte des 17.
Jh.
Beide Zeitalter (fnhd u nhd) werden durch weiteren Wandel des
Sprachkoerpers gekennzeichnet. Doch ist das Hauptcharakteristikum der
Sprachentwicklung in dieser Periode deutscher Sprachgeschichte die
stufenweise Herausbildung einer neuen Existenzform der Spr - r
gemeindeutschen nationalen Literatursprache.
Die fruehneuhochdeutsche Sprachperiode ist die Anfangsstufe dieses
Prozesses. Im Laufe dieser Periode werden die ersten Voraussetzungen
fur die Entwicklung der gemeindeutschen nationalen Literatursprache,
dieser neuen und in der Gegenwart vorherrschenden Existenzform der
Sprache, geschaffen.
Kennzeichen r deu nationalen Lit-spr:
e gemeindeu Geltung
gemeindeu Geltung beruhn auf einer einheitlichen, für
alle Deu verbindlichen Spr-norm
gemeindeu Lit-spr ist eine höhere Spr-form im Vergleich
zu Terr-dialekten. Beide Existenzformen bestehen
gleichzeitig.
gemeindeu Lit-spr ist eine historische Kg. Ihre
Herausbildung ist verbunden mit r Entstehung r deu
Nation. Dieser Prozess beginnt im Fnhd beim Übergang
zum Frühkapitalismus (1470). Voraussetzung dafür –
Sieg r Wahlproduktion, Streben r jungen Burgeousie
nach m Markt => muss eine sttatliche Zus-fassung r
Territorien sein. D.h. Verbindung zu r Entwickl r Nation u
r nationalen Spr.
E gem-deu Lit-spr entwick sich nicht unmittelbar aus n Terr-dialekten.
Vorstufe – regionale (landschaftl) übermundartliche Lit-spr. Diese
Existenzform entwick sich in r fnhd Zeit u ist s Hauptkennzeichen dieser
Periode.
Fnhd: 2 Perioden:
14 – 15 Jh – entstanden in versch Regionen regionale
Lit-sprachen
1500 – 1650 – entwick sich e regionalen Lit-sprachen
weiter. Wettkampf zu n einzelnen reg Varianten für gemdeu Geltung. Einige regionale Varianten verbreiteten
sich über n Rahmen r ursprünglichen Regionen.
Wettkampf zu n einzelnen reg Varianten für gem-deu
Geltung. Einige regionale Varianten verbreiteten sich über n
Rahmen r ursprünglichen Regionen.
Ihre Entwickl ist mit r Entwickl r Städte u bürgerlicher Kultur verbunden:
städtische Lit, technischer Vortschritt, Bildung, Schriftlichkeit (Schulen): 1348
– Karl 4 gründete 1. Uni in Prag. Unis in Heidelberb, Köln, Erfurt, Leipzig,
Rostock usw. 1436 – Buchdruck => Buchdruckereien u Buchhandel
(Straßburg, Basel, Mainz, Leipzig, Köln). Bücher in lat u deu Spr hergestellt.
14-15Jh – entwick sich e deu Geschäfts- u Kanzleispr. 2. Hälfte s 13. Jh –
nehmen siche Urkunden r Städte, Klöster. 14. Jh – gehen e kaiserliche
Kanzlei u e größte künstliche Kanzlei zum Gebrauch r deu Bürger.
Wächst r Werkhandel unter n deu Städten u mit Ausland => Handelsspr,
Termini, Stilnormen gemeindeu Charakters. Spr r Hansa – intenational. E
histor Bedingungen in D noch nicht gereift zur Herausbildung einer gem-deu
Lit-spr: schwachzentralisiert, zersplittert, Produktion regionalen Charakters:
Vielfalt r regionalen Lit-sprachen in versch Regionen deu Reiches. Folgende
Lit-spr:
mittelniederdeu: Norden, 14 Jh, aus r Hansa-Spr. Ihr liegt
Geschäftsspr Lübecks zugrunde. Reiche Dichtung u Prosalit.
Mittelniederländisch: e Niederlande auf niederfränk
Grundlage. In dieser Spr entstand in Flandern eine reiche Lit.
Ostmitteldeu: Meißen, Thüringen, Schlesien, Lausitz,
Böhmen, Möhren. Auf r Grundlage von Kolonialdialekten.
Ausgleichscharakter, verband nieder- u oberdeu
Charakterzüge. In n nachfolgende Jh wurde sie zur
Grundlage r werdenen deu nat Spr.
S gemeine Deu: südostliche regionale Variante, entwick sich
im Südosten in bayirisch-österr Sprachkreis. Ihr liegt e
Kanzleispr (Wiener) zugrunde. Reiche geistliche u weltliche
Lit.
Schicksal r Sprachen verschieden:
M-niederdeu verlor seine Bdg (Anf 16. Jh) mit m Verfall r
Hansa. Im schriftl Verkehr wurde er vom hochdeu verdrängt.
mittelniederl – seit Ende s 15. Jh als selbständige Spr im
Zus-hang mit m Austritt r Niederlande aus m deu Reich
16 – 17. Jh: 2 Lit-spr standen gegenüber: ostmitteldeu u
gemeine D. Charakteristisch – Ausbreitung r beiden Lit-spr
außerhalb r ursprünglichen Grenzen u ihr Wettkampf um
gemeindeu Geltung. Dieser Prozess – im Zus-hang mit m
Erstarken s Nationalbewußtseins. R Begriff „Gemeindeu“
wird vonn Anhängern beider Lit-spr gebraucht.
Neuerungen im Sprachkoerper.
Die allgemeine Charakteristik der fruehneuhochdeutschen Sprachperiode als
einer Ubergangszeit vom mittelalterlichen Deutsch zum Neuhochdeutschen
erweist sich auch in Anwendung an das phonologische System und auf die
morphologische Struktur der Sprache als zutreffend. Im phonologischen
System setzen sich in dieser Zeit die Anderungen durch, die den Charakter
des Neuhochdeutschen bestimmen. Es sind in erster Linie:
1)
die Diphthongierung langer Vokale,
z. B. mhd. min > frnhd. mem, mhd. lut> frnhd. laut, mhd. hiute [y:] >
frnhd. heule;
2)
die Monophthon-gierung alter Diphthonge,
z. B. mhd. lieb [ie] > frnhd. lieb [i:], mhd. guot > frnhd. gut, mhd. müede >
frnhd. muede;
3)
die Erweiterung der Diphthonge ei, ou,
z. B. mhd. ein > frnhd. ein [ǽ], mhd. ouch > frnhd. auch;
4)
die Herausbildung der neuen Dauerverhaeltnisse der Vokale,
z. B. mhd. Wĕg > frnhd. weg [e:], mhd.fâren > frnhd. faren [a:];
5) die Verbreitung der zweiten Lautverschiebung auf das
Ostmitteldeutsche, was den Konsonantenstand der neuhochdeutschen
Literatursprache bestimmte.
25. Bdg s Bauerkrieges für Entw-g r Spr. Pol u wirtsch Sit s16Jh
Auf r 2. Etappe r fnhd Periode entst Voraussetz-n für Entw-g r gem-de
Lit-spr auf r Grundlage s Ostm-de. Prozess hängt mit m Bauernkrieg u r
de Reformation zus. Zentrum s Bauernkrieges u Reformation –
Obersachsen u Thüringen. Pol Kampf erfasste alle Klassen r
Gesellschaft. Zeit ist gekennz d hohe pol Aktivität breiter Volksmassen im
ideolog u relig Kampf. Entst reiche pol Lit: Pamphlete, Agitationsschriften,
satir Schriften, Aufrufe, Flugschriften. Buchdruck wächst. Spr w zur Waffe
in diesem Kampf. Einz Zentren r Industrie u s Handels, ihre Interessen
gingen weit auseinand. Pol Zersplitt-g, Fürsten -fast vollkommen
unabhäng vom Kaiser. Bauerschaft -unter r Willkür r Feudalen u
Steuerlast. De Reformation –1517-1525 (Höhepunkt 24/25, end mit
Niederlage r revolutionaer Volksmassen) w zum Ausdruck r soz
Gegensätze.
Pol Lit in r Zeit r Ref-n u s Bau-kr Niederlage, ab pol Kämpfe r Epoche
–wesentliche Rolle bei r beginnenden Herausbildung r ge-de Lit-spr (LS).
Päpstl Kirche erfasste alle Klasssen r Gesell-t. Breite Volksmassen
beteiligten s aktiv am ideol Streit um relig-pol Pr-e ->dh –de Spr w zum 1.
Mal zur Spr r Propaganda unter n breiten Volksmassen
(Agitationsschriften, Aufrufe) -> Buchdruck nahm nen Aufschwung: 151823 w mehr gedruckt als in n vorausgeg 50 J: Augsburg, Nürnberg, Basel.
26. e Herausbild-g r gemeindeu nat L/s. Hist Voraussetzungen u
Tendenzen
e nhd Sprachperiode (1650 – bis zur Gegenwart) – e Zeit r Herausbild-g u r
Fortentw-g r gemeindeu nationalen L/s. Innerhalb r Nhd untersch s 3 Etappen
r Entw-gsgeschichte r gemeindeu L/s:
1) 1650 – 1770 e Anfangsstufe r Entw-g. r Wettkampf zw n regionalen L/s-n r
frnd Zeit is abgeschlossen. Er endet mit m Sieg r ostmd Variante r L/s, e zur
Grundlage r gemeindeu nat L/s w. In dieser Zeit beginnt auch e Herausbild-g
ner einheitlichen nat Sprachnorm im Bereich von Wortgebrauch, Ausspr,
Formbild-g, Rechtschreib-g u Satzgestalt-g.
2) 1770 – 1830 – Vollend-g r Herausbild-g u ihre Fortsetz-g in r deu
klassischen Lit
3) 1830 bis heute – e neue u neueste Zeit, Fortentw-g
e Ausbreit-g r ostmd L/s im 17-18 Jh. Im 17 Jh u in r 1 Haefte s 18 dauert r
Wettkampf zw r ostmd, oberdeu u r L/s r Schweiz. E hist Voraussetzungen
fuer diesen Kampf sind e Zersplitter-g Dtls u e schweren Folgen s
30jaehrigen Krieges 1618 -1648: r wirtschaftl Verfall, r Rueckgang r Kultur,
Dtl war in 1800 souveraene Territorien gespalten, besass 3 gleichberechtigte
Konfessionen: kathol, ptotest u kalvinistische in r Schweiz. Das alles stand r
Konsolidier-g r Nation u r sprachl Einig-g im Wege. E Schweiz erlangte nach
m Krieg e staatliche Unabhaengigkeit u in Dtl dauerte weiter r Kampf r L/s-n –
Flandern eine reiche Lit.
Ostmitteldeu: Meißen, Thüringen, Schlesien,
Lausitz, Böhmen, Möhren. Auf r Grundlage von
Kolonialdialekten. Ausgleichscharakter, verband
nieder- u oberdeu Charakterzüge. In n
nachfolgende Jh wurde sie zur Grundlage r
werdenen deu nat Spr.
- S gemeine Deu: südostliche regionale Variante,
entwick sich im Südosten in bayirisch-österr
Sprachkreis. Ihr liegt e Kanzleispr (Wiener)
zugrunde. Reiche geistliche u weltliche Lit.
Im meissnisch-obersachsischen Gebiet entwickelte
sich seit dem 14. Jh. eine ostmitteldeutsche Variante
der Literatursprache, die in der Mark Meissen, in
Thueringen, Schlesien und in der Lausitz sowie in
Boehmen und Maehren gebraucht wurde. Sie ist
durch Kanzleiurkunden, Stadtrechtssammlungen,
geistliche und lehrhafte Prosa belegt. Auf der
Grundlage von Kolonialdialekten entstanden besass
sie den Charakter einer Ausgleichssprache.
Dank dem grossen Ansehen Obersachsens gewann
die ostmitteldeutsche Variante der Literatursprache
nicht nur in Mitteldeutschland, sondern auch in
Norddeutschland, wo sie um die Wende des 15. Jh.
die niederdeutsche Variante der Literatursprache
abloeste, sowie in Schwaben und Franken an
Boden. Auch die ostmitteldeutsche geistliche und
didaktische Prosa besass grosse Ausstrahlungskraft
und fand in den anderen Teilen des Deutschen
Reiches Verbreitung.
In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde die
ostmitteldeutsche Literatursprache zur Grundlage
der werdenden gemeindeutschen nationalen
Literatursprache.
Auf r 2. Etappe r fnhd Periode entstehen e
Voraussetzungen für e Entwickl r gem-deu Lit-spr auf
r Grundlage des Ostm-deu. R Prozess hängt mit m
Bauernkrieg u r deu Reformation zusammen. S
Zentrum s Bauernkrieges u Reformation –
Obersachsen u Thüringen. R politische Kampf
erfasste alle Klassen r Gesellschaft. Diese Zeit ist
gekennzeichnet durch hohe politische Aktivität
breiter Volksmassen im ideologischen u relig Kampf.
Entsteht reiche polit Lit: Pamphlete,
Agitationsschriften, satirische Schriften, Aufrufe,
Flugschriften. Buchdruck wächst. Spr wird zur Waffe
in diesem Kampf.
-
27. Spr-pflege u Spr-regelung im 17, 18 u 19Jh.
Nhd – seit 1650. 17Jh. Auswirk-n s 30jaehr Krieges
auf s kul Leben Dtls –bedeutender Rueckgang:
Verleugn-g de-r Sitten u Kultur bei herrschenden
Klassen, Spr-entstell-g d uebermaeBige Fremdw-rei,
Hofgesell-t sprach u schrieb meistens fr-sch. Ab
patriotisch gesinnte Gelehrte u Dichter.
Dicht-g s17Jh: Opitz, Gryphius, Logau,
Moscherosch, Grimmelshausen –Kampf fuer
Ansehen u Reinerhalt-g r deSpr. Opitz –Haupt r 1.
Schlesischen Dichterschule. Hauptwerke: “Teutsche
Poemata”, “Buch von r de Poeterey”. Wandte s geg
Ueberschaetz-g s Lateins –Spr r Kirche u Wissen-t.
Als Vorbild bezeichn er Lutherspr (ostmittelde LS).
Begruendete nen bes dichterisch Stil s17Jh.- sog.
“Barockstil”.
Sprachgesellschaften (Sg) hatten region Ch-r. 1.de
Sg war “Fruchtbringende Gesell-t”, spaeter au
“Palmenorden” genannt -1617 in Weimar von Ludwig
von Anhalt nach m Vorbild franz u ital Akademien
gegruendet. Mitglieder –Dichter, Spr-thoretiker,
Begründer s de Prot-mus u Ideologe r bürgerl Ref-n Luther (1483 –
46) u andere Ideologen u Verfasser von Flugschriften wenden s in
Schriften an breite Volksmassen. Werke Luthers– n nur in Sachsen,
Thüringen, sond au über alle protestant Gebiete Dtls (nord-d, west-m-d,
süd-d Städte). ML: Pol-ker, Schriftsteller, theol Traktate u Streitschriften,
neue Bibelübers-g –meist gelesenes Buch, „Kathehismus“ u
Kirchenlieder. Spr seiner Werke –vorbildl in protestant Gebieten. S war
ostmittelde LS –„gemeineste teutsche Spr“ (Luther).
ML–sprachl Leist-g: Seine Schriften hatten ne bes Bed-g für weitere
Entw-g r de LS. Mittelpunkt r Ref-n –Sachsen+Thueringen. Dann breitete
s Lehre von ML nach N- u W-mitteldtl+in viele suedde Städte. ML trat
unter m Schutz s sächs Kurfürsten Friedrich gegen n Keiser auf. Seine
Bibelübers-g, Katechismus, Kirchenlieder, teol Traktate u Streitschriften
verbreitete s ueber s ganze protest Dtl. Spr w zur Waffe im ideol Streit.> Stil w demokratisch u „volksmäßig“, manchmal nähert s r Alltagsspr.
Andere Faktoren für Entw-g r Spr: 1) Verbr-g r Info im ganzen N- u
Mitteldtl 2) führende Rolle Obersachsens (nes r größten Fürstentümer) im
wirtsch, pol u kul Leben 3)Ausgleichsch-r r ostmittelde LS. Omde LS
verbr s im 16Jh im ganz N- u ganz Mitteldtl u verlor ihren Regionalch-r,
ab war noch keine de LS. R ganze Süden – dagegen u schuff eigene
Variante r LS. Konfessionelle Vorurteile gegen e Spr Luthers im Süden
sehr stark.
Schweiz: Ref-n angenommen, ab esgab nen eigen Reformator –Zwingh
(übersetzte Bibel in e heimische oberrheinische LS u s erklärt s vor allem
d s Streben r Schweiz nach pol Unabhäng-t von Dtl.
Ende s fnhd: 3 Varianten r LS: 1)Ost-m-de 2)Oberd 3)Schweizerisch
(oberrheinisch)
Typisch für fnhd Zeit: 1)beginnende sprachl Ausein-entw-g von Stadt
(Mittelpunkte r Entw-g Ausgleichsformen r Spr) u Land (Lebensraum r
Mundart) -> Herausbild-g entsprech-r Fachw-schätze im Rahmen von
Terr-dial-n. 2)Entw-g von Stadt-Land-Bez-n führte dazu, ss Bauern imm
häufiger mit Ausgl-formen ihrer Landschaft, hauptsächlich mit r
städtischen Koine konfrontiert wur- 3)Entw-g r übermundartl Ausglformen w in fnhd Zeit imm intensiver. Erschein-sform r Ausgleichsspr
– oberste - Geschriebene region LSn (weisen nen groß Reichtum an
Funktionalstilen auf). Träger- Klerus, weltlicher Adel, gebildetes Patriziat,
Intelligenz (diese beherrsch au Mundarten->Biling-mus im rahmen ner
werdenden Nat-lspr). niedere -städtische Koine, mundartlich gefärbte
Verkehrsspr, e in Folge r Integrationstendenzen entstand. Träger Handwerker, kl Kaufleute, Plebejern (beherrsch au heimatl Mundarten
+Berufsw\s mittlere- Schicht r städtisch Bevölk-g bediente s wohl r
heimatl Mundart+ r städtischen Koine+ Berufsw\s-s. -> Trilinguismus
s Ostmd (= s Meissnische) u s Oberdeu (s gemeine Deu). E gemeindeu L/s
konnte entstehen nur durch n Sieg ner von diesen L/s-n im ganzen Dtl.
Um 1650 erfasste e ostmd L/s schon nen sehr grossen Sprachrau – s ganze
Nord u Mitteldtl. Guenstig fuer e Verbreit-g s Ostmd waren folg Faktoren:
1)
e bedeutendsten Grammatuiker u Sprachtheoretiker s 17 –
18 Jh stammten aus Norddtl. Sie bekannten s zur ostmd L/s
u propagierten sie in ihren Werken
2)
e Unis von Wittemberg, Jena, Halle hatten nen grossen
Einfluss im Kulturleben Dtl.
3)
Nen sehr grossen Einfluss hatte auch Leipzig, s um diese
Zeit zum Mittelpunkt s Buchhandels w
4)
Es bildete s ein Kreis von sehr begabten Dichtern r
schlesischen Schule (Opitz, Logau, Moscherosch)
Aber im Sueden Dtls – Bayern, Oest, im Rheinland siegte e ostmd erst ein Jh
spaeter – um 1750. In r deutschsprachigen Schweiz erfolgte e Angelich-g an
e gemeindeu Form r Ls noch spaeter im 18-19 Jh, nachdem in Dtl e sprachl
Einigung vollzogen war.
R 2 wichtige Prozess, r bereits in r 1. Etappe vor s ging – Sprachpflege nach
m Krieg. Ohne den haette s e L/s nicht entwickeln koennen. Diese Zeit war
gekennzeichnet durch n Verfall r deu Kultur, Verleugnung r deu Sitten u Spr
bei n herrschenden Klassen. Es verbreitete s e Fremdlaendlerei
(Nachahmungen r frz Sitten, Gebrauch r frz Spr) -> Taetigkeit rPuristen usw.
Am Ende s 17 Jh erholte s Dtl von n Folgen s Krieges – wirtschaftl
Aufschwung, Beweg-g r Aufklaer-g.
E Fortentw-g r deu L/s im 18-19 Jh. e 2. Etappe s Nhd (1770 - 1830) – r
Wettkampf zw n regionalen L/s schon abgeschlossen. E ostmd Variante
verdraengte e anderen u es bildete s ne gemeindeu L/s. r Grundstock r
Sprachnorm war auch festgelegt u in r 2. Etappe w e Herausbild-g vollendet.
Es beginnt e Festsetzung r L/s in r deu klassischen Lit. r Prozess nimmt s 19
Jh in Anspruch. S Aufbluehn r nat Lit im 18 Jh hatte ne bes Bed-g fuer n
Abschluss r Herausbild-g r L/s. e Schriftsteller u Dichter r vorklassischen Zeit
waren: Kloppstock, Wieland, Lessing u zu n Dichtern r Sturm- u Drang Beweg-g gehoerten r junghe Goethe u Schiller. Ihr Schaffen war ne Wende in
r Entw-g r deu Lit.
Maezenen aus m Adel. 1633 “Aufrichtige Gesell-t
von r Tannen” in StraBburg. 1643 ‘Teutschgesinnte
Genossenschaft” in Hamburg. 1644 “Hirten- u
Blumenorden” in Nuernberg. In n Sg entw s Beweg-g
s Purismus (Spr-reinig-g). Purist Philipp von Zesen
hat viele Verdeutsch-n geschaffen: Tageleuchter fuer
Fenster, Zitterweh- Fieber, GesichtserkerNase.Gelungene: Anschrift- Adresse, BuechereiBibliothek, Jahrbuecher- Annalen, Mundart- Dialekt,
Nachruf- Nekrolog.
Spr-regel-g begann unter aktiver Mitwirk-g r Sg. Ziel
–Auswahl von mustergueltigen Formen aus r Vielfalt
r konkurrierenden Varianten. Reg-g r Gr-k u
Rechtschreib-g w erreicht d Verfass-g von
normativen Gr-ken sowie orthograph Regeln u Orthphiebuecher. Im16Jh– Schulbuecher od Anweis-n
fuer e Schreiber. Im17J –normative Gr-n. Gr-ker
Schottel –“Ausfuerl Arbeit von r Teuschen Hauptspr”
(1633): umfasste Formenlehre, W-bild-gslehre,
Syntax, Verskunst u war mit ner Verzeichnis de-r
Stammw-r u ner Samml-g von Sprichw-rn versehen.
Schottel verdeutschte viele gr Termini: Einzahl,
Mehrzahl, Zeitwort. 1690 Gr-k Boedikers
“Grundsaetze r De Spr” (Regeln r Rechtschreib-g).
Normative W\b. “R Teutschen Spr Stammbau u
Fortwuchs” von Stieler (1691).
18. Jh. Wirtschaftl Schwung. Erfind-n u Entdeck-n.
Aufklaer-g – antifeudale, antitheol buergerl
Weltanschau-g. (Leibnitz, Thomasius, Tschirnhaus).
Bluetezeit –Mit u 2.Haelfte s18Jh: Philosoph Kant,
Naturwissen-tler Wolff, Mathe-ker Euler, Mathem u
Physiker Lambert. Schaffen von Klopstock, Lessing,
Wieland.
Ende 18Jh. war Spr-regel-g auf m Gebiet r Gr-k u s
W-bestandes abgeschlossen. Neben r Spr-norm
entw s Spr-theorie -behandelt e Spr-norm, n Spr-stil,
e Basis r gem-de Spr. Gottsched– “De Spr-kunst,
nach n Mustern r besten Schriftsteller s vorigen u
itzigen Jh-s abgefasset” (1748). Freyer – “Anweis-g
zur te Orth-phie” (1721). Spr-reg-g erreichte ihren
Gipfel in r Taet-t von Adelung - Gr-k “Umstaendl
Lehrgebaeude r de Spr” (1782). Dieses Werk
bedeutet n Abschluss r Spr-reg auf m Gebiet r Gr-k.
Regel-g s W\s-s: 1774-86 – 5-baendiges W/b r de
Spr “Versuch nes vollstaendigen gr-kritischen W/b-s
r hochde Mundart” (Ostmittelde als Grundlage). Er
untersch im W\s 3 Schichten: 1) lit-sprachl 2) niedere
poebelhafte (вульгаризмы) 3) mundartl W-r–
Dialektismen. Campe –(1801) “W/b r Erklaer-g u
Verdeutsch-g r unserer Spr aufgedrungenen fremden
Ausdruecke”.
19.Jh. de Gr-k von Jakob Grimm u s de W/b von
Brueder Gr. Ueber Grundsaetze r Regel-g diskutiert.
J. Gr vertrat s historisch-etymologische Prinzip,
Raumer bekaemfte s phonet. 1876 fand in Berlin 1.
Oth-phiekonferenz statt, e ne weitgehende
Annaeher-g r Schreibweise an s Lautbild empfahl.
1880 erschien 1. Ausgabe s “Orth. W/b-s r de Spr”
von Duden. Erst 2. Orth Konf von 1902 fuerte ne
einheitl Regel-g r Schreib-g herbei, e au Oesterr u e
Schweiz uebernahmen u e au heute noch gueltig ist.
Regeln r GroB- u Kleinschreib-g. Grimm, VoB,
Lachmann, Williams forderten Kleinschr-g r Subst.
Regel-g r Ausspr Ne vorbildl Ausspr entw s zuerst in
N-dtl, wo r Abstand zw r geschrieb LS u m phonolog
Sys r heimischen Mundart derart groB war, ss er
jede Angleich-g ausschloB. E Niederde-n lernten litsprachl Ausspr “nach r Schrift“. Niederde untersch
streng stimmhafte b, d, g, (z) u e stimmlosen p, t, k, s
(infolge r “zentralde-n Konsonantenschwaesch-g). M
Niederde ist au Entlabialis-g von oe, ue, eu fremd, e
in S- u Mitteldtl sowie in Oeter wie e, i, ei gesproch
w.
Schon 1803 forderte Goethe als Direktor s Weimarer
Hoftheaters in seinen “Regeln fuer Schauspieler”
Ueberwind-g r mundartl Ausspr u e Regel-g r
Buehnenausspr. 1885 - “De Ausspr-W/b” von Viёtor.
Er bezeichn vorbildl Ausspr als “hochdeu Spr-form in
niederde-r Ausspr”. Einheitl Ausspr-norm w 1898 von
ner Kommission geschaffen. Regeln w vom
Sekretaer r Kom-sion Prof. Siebs im Buch “De
Buehnenausspr” (1898) veroeffent u gelten au heute
als Norm r LS. Regeln fordern nordde stimmh Ausspr
von b, d, g, (z). Auf oberde Ausspr stuetzen s (schp),
(scht) im Anlaut, Laenge r Vokale in geschloss
Sielben, zB Tag, Bad, Glas, Hof, Ausspr s
auslautenden g als k (ta:k) gegenueb m nordde
(ta:x).
28. Die Rolle der schönen Literatur in der Festsetzung der
gemeindeutschen Literatursprache
Hervorragende Schriftsteller und Dichter der vorklassischen Zeit und der
Zeit des Klassizismus verankerten in ihren Werken eine bewusste
Auswahl vorbildlicher Formen und Ausdrucksmittel der Sprache (das
verstärkte das Ansehen dieser Formen). Sie bereicherten die
Ausdrucksmittel und –möglichkeiten der Sprache durch ein kunstvolles
Handhaben. Von besonderer Bedeutung war das Schaffen der Dichter
der Spätauferklärung Fr.G. Klopstock, G.E. Lessing, C.M. Wieland, der
Dichter des Sturm-und-Drangs und des aus ihr hervorgegangenen
Klassizismus.
Lessing kämpfte gegen die höfische Dichtung und das höfische
Sprachideal, das zu einer unnatürlichen und gekünstelten Form der
Sprache führte. Er war um eine lebendige, klare, volksnahe, prägnante
Sprache bemüht. Mit “Minna von Barnhelm” begründete er die Sprache
des deutschen bürgerlichen Lustspiels.
Klopstock. Wieland hatten einen großen Einfluss auf die Dichter des
Sturm und Drang und auf die Romantiker.
Der Sturm und Drang entstand in den 70-80-er Jahren des 18.
Jahrhunderts. Die Dichter Herder, Bürger, Schubart, Lenz, der junge
Goethe, der junge Schiller. Sie interessierten sich für die Volksdichtung
und die Volksliteratur der Vergangenheit, suchten nach neuer
sprachlicher Gestaltung und entwickelten ein neues Sprachideal. Es kam
darin zum Ausdruck, dass der Wortschatz der Dichtung durch
volkstümliche Ausdrücke, Archaismen, Kraftwörter, Neuprägungen
(wellenatmend, Volksseele) durchdrungen war.
Besonderheiten:
- Gebrauch s-Plurale (Kerls, Jungens), Weglassung von
Personalpronomen (das Streben nach einer volkstümlichen, natürlichen
Sprechweise)
Wortwahl
Ungewöhnliche Wortstellung
Abgebrochene Sätze
Weglassung des Artikels
Ausrufesätze
Komposita (Sternenblick, Traumglück), Weglassung von –e (Bub,
Seel) etc (bei Goethe)
Kennzeichnend für den Sturm-und-Drang- Stil war auch die Syntax des
“Werthers” mit emphatischen Anreden, elliptischen Sätzen, Ausrufen.
Die klassische Periode. Bezeichnend sind die Änderungen, die Goethe
1787-1790 an seinen Jugendwerken
vorgenommen
hatte: viele
grammatische und
stilistische
Eigentümlichkeiten des Sturm-und-Drang-Stils beseitigt (traurend –
trauernd, das Bös – das Böse). Im “Werther wurden Freiheiten der
Wortstellung beseitigt, einige Konstruktionen vereinfacht. In der Sprache
der klassischen Literatur findet der Prozess der Herausbildung der
deutschen nationalen Literatursprache ihre Vollendung.
29. Existenzformen der modernen deutschen Sprache. Ihr Ursprung und
ihre Rolle im gesellschaftlichen Leben
Die deutsche Gegenwartssprache hat einige historisch bedingte
Existenzformen.
Die gemeindeutsche nationale Literatursprache (die deutsche
Gemeinsprache/Einheitssprache, Hochsprache, Hochdeutsch) – die
wichtigste Existenzform der deutschen Gegenwartssprache; die Sprache der
schönen Literatur und Kultur, der Wissenschaft, der Presse und des
Rundfunks, die Amtssprache und Schulsprache, die Sprache des öffentlichen
Umgangs und die gepflegte Sprache des privaten Umgangs (die
literatursprachliche Alltagssprache). In den einzelnen deutschsprachigen
Staaten weist sie gewisse Eigenheiten im Wortschatz, in der Aussprache, in
Wort- und Formenbildung auf (nationale Varianten der deutschen
Literatursprache). Ihr Wortschatz, Satzbau, ihre Ausdrucksmiiel und Stilarten,
einheitliche Aussprachenorm – das Ergebnis eines ununterbrochenen
Bemühens um die Sprache vieler Generationen von Sprachkünstlern und
Sprachpflegern.
Deutsche Territorialdialekte – die älteste Existenzform der deutschen
Sprache. Sie haben sich im mittelalterlichen Deutschland im Rahmen der
feudalen Grafschaften, Kleinfürstentümer und Bistümer herausgebildet, ihre
Grenzen endsprechen noch heute den politischen Grenzen jener Zeit. Die
jahrhunderte lange feudale Zersplitterung Deutschlands (bis 1871) trug zur
Erhaltung der Territorialdialekte bis zur neuen Zeit bei. Im Rahmen von
Dialekten gibt es einzelne Lokalmundarten (Kartoffel, umgspr Erdapfel,
regionale Bezeichnungen: Erdbirne, Grundbirne, Bodenbirne, Gummel,
mundartlich Formen: Tartoffel, Artoffel, Erdappel, Erpel etc).
Territorialdialekte:
Niederdeutsch (Plattdeutsch)
Hochdeutsch: Mitteldeutsch, Oberdeutsch
“Reine Mundart” – Relikterscheinung (in den Städten – ausgestorben, nur in
Kleinstädten und Dörfern).
Städtische Halbmundarten und Umgangssprache. Umgsr – zwischen der
nationalen Literatursprache und den Lokalmundarten, unterscheidet sich von
den Lokalmundarten durch großflächigen Geltungsbereich. Die zeitlichen
Vorgänger der Umgsr – die sog. städtischen Halbmundarten, die sich in der
frühbürgerlichen mit dem Wachstum der Städte durch Sprachmischung und
Sprachausgleich herausbildeten. Die Halbmundarten entwickelten sich,
indem die primären Merkmale (die auffälligsten Merkmale einzelner
Lokalmundarten) beseitigt und nur die sekundären beibehalten wurden.
Heutzutage
sind
großlandschaftliche
Umgangssprachen
bzw
Ausgleichssprachen (Obersächsisch, Berlinisch, Pfälzisch, Bairischschwäbisch, Württembergisch etc) die Hauptart von Umgangssprache. Sie
existieren parallel zur literatursprachlichen Alltagssprache und unterscheiden
sich von ihr durch landschaftliche Färbung. Die Umgsr weist je nach dem
Grad der lokalen Färbung mannigfache Abstufungen auf je nach Alter,
Bildungsgrad, Sprechsituation.
Die ständige Wechselwirkung zwischen Mundart, den mehrfachen
Abstufungen der Umgsr und der Literatursprache finden ihren Ausdruck
- in der Zwiesprachigkeit der meisten Deutschsprecher,
- in deren gegenseitiger Beeinflußung. Aus der Literatursprache kommen in
die Umgsr Berufswörter und Termini. Der Einfluss landschaftlicher
Umgangssprachen auf die Literatursprache – territoriale Dubletten: Junge –
Bube, Treppe – Stiege, Schlächter – Fleischer – Metzger, fegen – kehren.
30. Spr-wandel u Spr-kontinuität. Außerspr u
innerspr Ursachen s Spr-ws. Wege s Spr-ws
Spr– dynamisch Sys. Wandel im W/s: am
leichtesten, weil empfindlich für alle Ereignisse.
Wandel im phonol Sys: langsamer (mhd min > mein
– nhd Diphtongier-g). Im gr Bau (Verbalformen
heizsit, thionot, lonot zeigen ne altertüml Flexion: it,
ot, e in r Gegenwartsspr zu t vereinfacht w). Spr-w u
Spr-k 2 Grundtendenzen hist-r Spr-entw-g: 1.zur
Spr-veränd-g, 2.zur Spr-k. Beide Tend-n bilden ne
Einheit u stehen gleichzeitig in ständigem Kampf
mitein, was e Spr zu nem gesellschaftl Komm-mittel
macht. Spr-proben aus verschied Zeitaltern könn als
Zeugnis r Spr-k dienen. Man erkennt W-r, gr Formen
u synt Füg-n, e r de Gegenwartsspr eigen sind. Außspr u inn-spr Ursachen s Spr-ws: Ursachen von
zweifacher Natur: 1 h spr-externen (außersprachl)
Ch-r (verschied Aspekte s gesellschaftl Lebens), 2 h
spr-internen (innersprachl) Ch-r (sind im inneren
Mech-mus r Spr verankert)
1 Spr u Gesell-t. Spr ist ein soz Phänomen, entsteht
mit r menschl Gesell-t, entw s mit ihr. Sprachl
Kontakte spielen ne wicht Rolle in r Entw-g aller Sprn (zahlreiche Entlehn-n im W\s u im gr Bau, internat
Lexik). Sozialhistorisch bedingt ist Herausbild-g von
sog Spr-gemeinschaften (von staatlich zusgefassten
Spr-kollektiven). Fortschritt im Bereich von Wissen-t
u Technik, Wandel auf ideolog Gebiet, Änder-g r
ästhetisch Ansichten -ständigen Einfluss auf Spr, vor
allem auf n W\s u auf Entw-g r Spr-stile.
2. Immantente Entw-g s Spr-körpers: Gesetze
wenig geklärt. Man untersch primären u
sekundären systembedingeten Wandel. Prim W:
Esg mehrere Hypothesen über Ursachen.
Lautphysiol Sicht: erklärt n Lautwandel d e
Tendenz zur Vereinfach-g r Artikulation u zur Ersparg r Arbeit r Sprechorgane (dh Sprechökonomie), zB
kt->ht: lat octo – ahd ahto (acht) Phonol Sicht:
erklärt n Lautwandel dad, ss jed Phonem d mehrere
Varianten vertreten wird. Verschied
Positionsverhältnisse -> Varianten entw s zu
selbständ Phonemen, wodurch neue Phoneme
entstehen (e mhd Entw-g machen – mich)
Substrattheorie: Ursachen s Lautwandels in r Sprvermisch-g u Übertrag-g gewisser
Artikulationsgewohnh-n aus ner Spr in e andere.
Sek W– Resultat r Ausgewogenheit r Elemente nes
Sys bzw Teilsys (Veränd-g r Akzentverhältnisse:
Übergang vom freien Akzent zur starken Anf-betong, Abschwäch-g r Silben, Verbreit-g s
schwachtonigen e: ahd machon – machen). In
Morphologie: Abschwäch-g führt zur Vereinf-g u
Vereinheitl-g r Formenbil-g r Wr (Flexion: gibu, gibist
– gebe, gibst) And Ursachen: Streben nach
Vervollkommn-g r sprachl Ausdrucksmittel. Es fand n
Ausdruck: 1)in r Entst-g neuer Tempusformen (in n
altgerm Spr-n 2 Tempora: Präs, Prät), 2)Entw s
Artikels (Ausdrucksmittel der komm Satzperspektive)
3)Vermehr-g von Präpos-n u Konjunk-n (s steigerte
Ausdrucksmögl-n r synt Füg-g im einfachen u
komplexen Satz) 4)Entw r gr u lex Synonymie
Wege s Spr-ws Unterscheid-g von Spr u Sprechen
von groß Bedeu-g. Denn jede Spr-veränd-g vollzieht
s im Sprechen. Voraussetz-g für e Evolution
einzelner El-te s Spr-sys-s im Prozess r Sprechtätig-t
– Aktualis-g r Invariante (ideelles El-t s Spr-sys-s) in
Form von mehreren Varianten, e in r Synchronie
parallel existieren, zB 1)Var-ten s [r] 2)Varieren im
W-lautbild: benutzen/benützen 3)in r Formenbild-g:
des Elementes/des -ts, blasser/blässer 4)W-bildsstruktur: Abfahrtsignal/Abfahrtssig 5)W-fügung: sich
eines Vorfalls erinnern/ sich an einen Vorfall erinnern
6)Satzbild-g: Es friert mich/Mich friert
Synchronie und Diachronie Oft gehören Varianten
ner sprachl Einheit ihrem Ursprung nach verschied
Zeitperioden r Spr-geschichte an. SolangeVarierung
fortdauert, gibts noch keinen Spr-w. Spr-w, wenn
1)Varianten w zu selbstaend Einheiten (Entw von [х]
– [G] machen-mich) 2)ne von n Varianten wird von n
anderen verdrängt (ehemal Varianten s\r Teil.
1.Variante ist nur in einigen Ableit-n u Zussetz-n
erhalten geblieben: s Abteil, s Erbteil). Varierungen –
Begriff r Synchronie, Spr-w–r Diachronie. Erst e
Häuf-g vieler Veränd-n im Spr-körper kann dazu
bringen, ss s gesamte Spr-sys od ein Teilsys als ein
gewandeltes betrachten kann. Es bedarf dazu
gewöhnlich mehrerer Jahrhunderte.
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