Vorträge & Workshops am Freitag, 11.03.2016 1. Festvortrag

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Vorträge & Workshops am Freitag, 11.03.2016
1. Festvortrag (10:00-11:00 Uhr)
Prof. Dr. Hans Hopfinger
Zwischen Frühlingserwachen und Untergang: Radikaler Wandel im Arabischen Raum
„Arabischer Frühling“! Welche Hoffnungen verbanden sich mit dieser Metapher, die von kreativen
Berichterstattern allzu schnell in die Welt gesetzt wurde, um die sich andeutenden Liberalisierungs- und
Demokratisierungsprozesse in der Arabischen Welt auf den Punkt zu bringen! Doch die Verwendung
der so positiv aufgeladenen Bezeichnung für äußerst komplexe, historisch weit ausgreifende und
politisch höchst explosive Entwicklungen in einem Raum, der gern als Wiege der Menschheit bezeichnet
wird, war zwar innovativ, erwies sich aber rasch als vorschnell und nicht zutreffend. Nach Jahrzehnten
heftigster Auseinandersetzungen scheint die Welt nach wie vor nahezu ohnmächtig vor Problemen zu
stehen, die alles andere als leicht zu verstehen und schon gar nicht mit raschen Maßnahmen zu beseitigen
sind. Frieden für die Region als Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung scheint in noch weitere
Ferne gerückt zu sein als vor dem „Arabischen Frühling“. Von Marokko bis Bahrein befindet sich der
Arabische Raum in einem tiefgreifenden Prozess des Wandels, der mit den ihm zugrunde liegenden
Rahmenbedingungen sowie anhand konkreter Länderbeispiele im Mittelpunkt des Vortrags stehen wird.
2. Fachwissenschaftliche Vorträge (11:00-12:00 Uhr)
FW-1: Prof. Dr. Johann-Bernhard Haversath
Moldawien und Transkarpatien - Eindrücke und Erlebnisse aus dem Hinterhof Europas
Jenseits der EU-Ostgrenze beginnt sofort die terra incognita: Wer kennt schon Transkarpatien, wer weiß
Details aus Moldawien? Muss man das wirklich wissen? Haben wir nicht schon genug um die Ohren?
Der Vortrag soll mit Bildern, Grafiken, Tönen und natürlich mit authentischen Geschichten Licht ins
Dunkel bringen. Die räumlich-zeitlichen Entwicklungen, die Zäsuren und Diskontinuitäten - bei uns in
der Regel völlig unbekannt - sollen analysiert, Strukturen sollen dargestellt und differenzierte
Erkenntnisse gewonnen werden. Dabei stehen die ethnischen, sprachlichen, religiösen, wirtschaftlichen,
sozialen und kulturellen Differenzierungen im Mittelpunkt. Es überrascht: Was bei uns als fehlende
Innovation und Kreativität im gesellschaftlichen Umgang angemahnt wird, ist hier alltägliche Praxis.
Dafür gibt es erhebliche Defizite im Bereich der Nachhaltigkeit. Die Bilanz ist nicht einfach: In
Moldawien und Transkarpatien findet man das, was wir in Europa angesichts der massiven
Zuwanderung dringend brauchen. Sie wissen es? Ja, sprachliche Kompetenz, kulturelle Kompetenz,
räumliche Kompetenz ... Hier ist das alltägliche Praxis, was bei uns noch defizitär ist!
FW-2: Prof. Dr. Hans-Martin Zademach
Finanzdienstleistungen und nachhaltige Entwicklung: Beobachtungen aus dem Globalen Norden
und Süden
Der Vortrag geht auf Spurenlese über die Zusammenhänge zwischen Finanzdienstleistungen und sozioökonomischen Entwicklungsprozessen. Ausgangspunkt ist eine Bestandsaufnahme der äußerst
ungleichen Verteilung des Austauschs von Finanzmitteln in der Welt. Dabei wird deutlich, dass – auch
wenn die jüngeren Erfolge einiger weniger Schwellenländer wie insbesondere der BRICS‐Staaten zu
anderen Schlussfolgerungen verleiten mögen – die Liberalisierung der Kapitalmärkte ab den 1980er‐
Jahren im Ganzen betrachtet weder zu einem deutlichen Anstieg der Nettokapitalflüsse von reichen in
arme Länder noch zu einem Abbau regionaler und sozialer Disparitäten unterhalb der Länderebene
geführt hat. Dazu werden einige jüngere Entwicklungen (Finanzsystementwicklung mit Unterstützung
der internationalen Zusammenarbeit, mobile money) in ausgewählten Regionen des sog. Globalen
Südens vorgestellt und reflektiert.
FW-3: Prof. Dr. Susanne Jochner
Wie wirkt sich der Klimawandel in Bayern aus?
Mit 0,69 °C Abweichung von der Klimareferenzperiode 1901-2000 liegt der globale Mittelwert der
Temperatur des Jahres 2014 deutlich über den bisherigen Rekordwerten. Es wird erwartet dass die
Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 1 °C und 3,7 °C
ansteigen wird. Doch wie wirkt sich der Klimawandel regional aus? Mit welchen klimatischen
Veränderungen müssen wir in Bayern rechnen? Und welche Folgen sind jetzt schon sichtbar oder zu
erwarten? Die Vortrag beleuchtet dabei sowohl Auswirkungen auf physikalische als auch auf
biologische Systeme und zeigt somit die Relevanz des Themas „Klimawandel“ am Beispiel Bayerns
auf.
3. Fachdidaktische Vorträge (14:00-14:30 Uhr)
FD-1: Dr. Dominik Conrad
Blickbewegungen der Schüler festhalten – Eye-Tracking-Forschung und ihr möglicher Nutzen für
den Geographieunterricht!
Wie betrachten Schülerinnen und Schüler Schulbuchseiten und wie sollten Materialien angeordnet sein,
damit Schülerinnen und Schüler sie miteinander verknüpfen? Mit Hilfe von Eye Tracking Verfahren ist
es möglich, Blickbewegungen von Schülerinnen und Schülern beim Umgang mit Unterrichtsmaterialien
in einem Genauigkeitsbereich von Millisekunden festzuhalten. Der Vortrag gibt Einblicke in aktuelle
geographiedidaktische Forschung und zeigt gleichzeitig auf, welche Erkenntnisse hieraus für die
Unterrichtspraxis gewonnen werden können.
FD-2: Dr. Benedikt Wisniewski, Dr. Andreas Schöps
Wie kann „innovativer“ Geographieunterricht zum „guten“ Geographieunterricht werden? Konzepte innovativen Geographieunterrichts, Kriterien guten Unterrichts und ihre zielführende
Implementierung in die geographischen Unterrichtspraxis
"Innovativer Unterricht", eingebettet in einer "zeitgemäßen Pädagogik" und geleitet von "modernen
didaktischen Konzepten", und zwar am besten sofort! Das ist ein zentraler Anspruch, der in der
Öffentlichkeit immer wieder und teils vehement an die Lehrkräfte der bayerischen Schulen gerichtet
wird. Was aber genau ist darunter zu verstehen, und was können solche Forderungen konkret für die
Praxis des eigenen Geographieunterrichts bedeuten?
Vor dem Hintergrund einer solchen Fragestellung wird im Rahmen des Vortrags zunächst in einem
Überblick dargestellt, welche innovativen Konzepte des Geographieunterrichts derzeit entwickelt
werden bzw. worden sind und welchen Impact auf den Unterricht sie erwarten lassen. Darauf aufbauend
wird diskutiert, was wir bislang überhaupt über guten Geographieunterricht im Sinne von
lernwirksamem Unterricht wissen. Denn erst das Verständnis beider Konzepte kann die Frage eröffnen,
wie innovative Konzepte schlüssig in ein Leitbild guten Unterrichts integriert werden können und wie
daraus ein wirksamer Unterricht gedeihen kann, der neben seinem innovativen Charakter auch einen
signifikanten Grad an gewünschten positiven (Lern-)effekten erwarten lässt.
Es soll ebenso deutlich werden, welche Möglichkeiten die einzelne Lehrkraft besitzt, sich innovative
Konzepte mit verhältnismäßig geringem Aufwand anzueignen, diese in der eigenen Praxis zu testen und
aus einer konstruktiv konzipierten Rückkoppelung mit den schulischen Rezipienten- und
Kollegenkreisen die richtigen Schlüsse für eine zielführende Weiterentwicklung des eigenen Unterrichts
zu ziehen.
Übergeordnetes Ziel des Vortrages ist es somit offenzulegen, inwiefern "innovativer" Unterricht nicht
zwangsläufig auch der beste Unterricht sein muss. Mehr aber noch sollen individuelle Möglichkeiten
dargelegt werden, wie innovativer Unterricht dennoch zum bestmöglichen Unterricht werden kann.
FD-3: Ernst Endt
Exploring the world - Wie fremdsprachlicher Geographieunterricht Horizonte erweitern kann
Fremdsprachlicher Sachfachunterricht – auch CLIL (Content and Language Integrated Learning)
genannt - wird weltweit immer beliebter. In Bayern gibt es seit 2009 einen Modellversuch an
mittlerweile mehr als 100 Realschulen; an Gymnasien und auch Mittelschulen werden entsprechende
Angebote gemacht. Eines der beliebtesten CLIL-Fächer ist Geographie. Der Vortrag beleuchtet die
Vorteile des Sachfachunterrichts in einer fremden Sprache, setzt sich mit den methodischen
Herausforderungen auseinander und stellt an Praxisbeispielen dar, wie ein solcher Unterricht gelingen
kann und wie sich die sprachlichen Kompetenzen der Schüler entwickeln, ohne dass das Inhaltliche ins
Hintertreffen gerät.
FD-4: Prof. Dr. Jan-Christoph Schubert
Experimentelles Arbeiten im Geographieunterricht ‐ Experimentierkisten
Die naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen wie Experimente, Modelle, Untersuchungen usw. gelten
als Schlüssel zum Erwerb eines Wissens über die Naturwissenschaften; sowohl in den Nationalen
Bildungsstandards (vgl. Deutsche Gesellschaft für Geographie 2014) als auch in Lehrplänen (vgl. OTTO
2009; BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM FÜR UNTERRICHT UND KULTUS 2004) sind
naturwissenschaftliche Arbeitsweisen als verpflichtender Bestandteil des Geographieunterrichts
verankert. Die gleichen Zusammenhänge gelten für den Sachunterricht in der Grundschule, der in Bezug
auf geographische Themen ebenfalls eine Vielzahl von physisch‐geographischen Inhalten und
Arbeitsweisen umfasst. Zugleich zeigen empirische Studien, dass Experimente, Modelle usw. nur selten
im Geographieunterricht eingesetzt werden (HEMMER, HEMMER 2010), ein zentraler Grund dafür ist
die aus Lehrerperspektive mangelhafte Ausbildungssituation in fachdidaktischer Hinsicht (vgl.
KÖHLER, MIENER 2013). Aber auch der hohe Vorbereitungsaufwand wird als Hindernis benannt (vgl.
ebd.). Aus diesen und weiteren Gründen wird auf den eigentlich vorgeschriebenen Einsatz verzichtet
wird oder große Potenziale (z.B. zur kognitiven Schüleraktivierung) bleiben ungenutzt (vgl.
LETHMATE 2005). Ausleihbare Experimentierkisten, wie sie bspw. für den Sachunterricht der
Grundschule als sog. „Klasse(n)kisten“ (Möller o. J.) vorliegen, scheinen mit den bereitgestellten
Materialien und Arbeitsblättern sowie didaktischen Lehrerhinweisen ein vielversprechender Weg zu
einer verbesserten Implementierung von experimentellen Arbeitsweisen in den Geographieunterricht zu
sein. Im Rahmen des Vortrages soll ausgehend von einer Analyse der Chancen und Barrieren des
Einsatzes von experimentellen Arbeitsweisen aus Lehrerperspektive das Konzept, der Aufbau und die
damit verbundenen Potenziale von Experimentierkiste für den Geographieunterricht aufgezeigt werden.
Dabei wird exemplarisch eine neu entwickelte Experimentierkiste zum Thema „Landwirtschaft in
Deutschland – Schüler analysieren den Produktionsfaktor Boden“ vorgestellt.
FD-5: Katja Kühne, Dr. Markus Pingold
LehrplanPlus - Umsetzung der Kompetenzorientierung im neuen bayerischen Lehrplan
Derzeit werden die Lehrpläne aller bayerischen Schularten nach einem einheitlichen Konzept, dem so
genannten LehrplanPlus, überarbeitet. Regie führender Gedanke ist dabei die Berücksichtigung der
Diskussionen der letzten Jahre zur Kompetenzorientierung (KMK-Beschlüsse, Bildungsstandards etc.)
ohne die fachlich-inhaltliche Seite zu schwächen. Um dieses anspruchsvolle Ziel erreichen zu können,
wurden der eigentlichen Lehrplanarbeit schulartübergreifene Arbeitskreise vorgelagert, welche die
Kompetenzorientierung eines Faches darstellten und Kompetenzstrukturmodelle entwickelten.
In Geographie baut dieses Modell auf den Bildungsstandards und deren sechs Kompetenzbereichen auf,
die
inhaltlich
voll
und
begrifflich
weitestgehend
übernommen
wurden.
Diese
Kompetenzstrukturmodelle wurden in den Fachprofilen der einzelnen Fächer verankert und der gesamte
Lehrplan muss sich auf deren prozessorientierten Kompetenzen und Gegenstandsbereiche beziehen. Des
Weiteren wurde zwischen den Fachprofilen und Fachlehrplänen eine zusätzliche Ebene, die so
genannten Grundlegenden Kompetenzen, eingeführt. In dieser wird im Umfang von etwa einer halben
Seite pro Jahrgangsstufe dargestellt, welche zentralen Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler sich
in einer Jahrgangsstufe aneignen. Im Querschnitt betrachtet bildet diese Lehrplan-Ebene die Progression
in einzelnen Kompetenzbereichen (z. B. im Kompetenzbereich Beurteilen und Bewerten) ab. In den
konkreten Fachlehrplänen schließlich schlägt sich die Kompetenzorientierung sehr kleinschrittig nieder:
Alle Lernbereiche beinhalten sowohl konkrete Kompetenzerwartungen als auch dazugehörige InhaltsStichpunkte.
Des Weiteren nutzt der LehrplanPlus die Möglichkeiten eines Online-Produktes, in dem neben allerlei
praktischen Such-, Gruppier- und Verlinkungsfunktionen auch Service-Materialien (z. B. Erklärungen,
exemplarische Aufgaben oder Verknüpfungen zur staatlichen Lernplattform und Mediathek Mebis)
eingestellt werden. Diese Zusatzmaterialien sind auch während der Laufzeit des Lehrplans jederzeit
veränder- und ergänzbar, so dass der Lehrplan eine echte dynamische Komponente erhält.
FD-6: Prof. Dr. Ulrike Ohl
Vom Wissen zum Handeln – gar nicht so einfach!
Der Vortrag knüpft an den im Motto des Schulgeographentages genannten Bereich „nachhaltig“ an.
Konkret geht es um die Frage nach der Befähigung von Schülerinnen und Schülern zu „nachhaltigem
Handeln“ durch den Geographieunterricht.
Lehrerinnen und Lehrer begegnen im Geographieunterricht häufig einem Dilemma: Sie sollen ihre
Schülerinnen und Schüler zu nachhaltigem Handeln befähigen, gleichzeitig ist in vielen Fällen völlig
unklar, welche Handlungsalternative überhaupt „nachhaltig“ ist. Sind Fair-Trade-Produkte wirklich
fair? Haben die regionalen Produkte den besten ökologischen Fußabdruck? Ist Entwicklungshilfe
überhaupt sinnvoll? Weder faktisch noch ethisch lassen sich diese Fragen eindeutig beantworten. Und
auch ganz generell gilt: Bei vielen Themen des Geographieunterrichts – vor allem im Bereich der
Bildung für nachhaltige Entwicklung – ist die Frage, was „richtiges, angemessenes Handeln ist“, gar
nicht so einfach zu klären. Eindeutige Lösungen lassen sich oft nur schwer finden, viele Fragen wurden
auch in der Wissenschaft noch nicht abschließend geklärt. Außerdem: Selbst wenn die Schülerinnen und
Schüler über ein Problem viel Wissen besitzen, heißt das noch lange nicht, dass sie tatsächlich bereit
sind, nachhaltig zu handeln.
Der Vortrag geht auf diese Herausforderungen und die damit verbundenen Konsequenzen für den
Geographieunterricht ein.
FD-7: Prof. Dr. Ingrid Hemmer
Wie begegne ich Fehlvorstellungen über den Klimawandel im Unterricht?
Vielen Schülerinnen und Schülern ist der Unterschied zwischen den Phänomenen Treibhauseffekt und
Ozonloch nicht klar. Daneben existieren noch weitere wissenschaftlich nicht korrekte
Alltagsvorstellungen über den Klimawandel, deren Kenntnisse wichtig sind, um einen effektiven
Unterricht zu gestalten. Der Vortrag zeigt an empirischen Forschungsergebnissen auf, mit welchem
Vorwissen und welchen (Fehl)-Vorstellungen über das Phänomen Klimawandel und seine Ursachen und
Folgen wir bei Jugendlichen rechnen können. Weiterhin wird dargestellt, wo man mit besonderen
Verständnisschwierigkeiten rechnen kann und wie man diesen im Unterricht begegnet.
4. Schulpraktische Workshops (15:20-16:05 Uhr und 16:35-17:20 Uhr)
Die Veranstaltungen werden – mit Ausnahme des Workshops SP-1, der sich auf die Arbeit am Computer
stützt – jeweils doppelt angeboten. Der Besuch von zwei unterschiedlichen Veranstaltungen ist damit
möglich.
SP-1: PD Dr. Stefanie Zecha
Google Earth- im Geographieunterricht sinnvoll nutzen
Die Veröffentlichung von Google Earth im Jahr 2005 sorgte in der Öffentlichkeit für große
Aufmerksamkeit. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass dieses Programm alles in den Schatten
stelle, was man bislang über virtuelle Welten gesehen habe. Noch nie wäre es vorher möglich gewesen,
mittels ein paar Mausklicks die komplette Erde zu bereisen und noch nie wurde die Betrachtung der
Erde mittels Satelliten- und Luftaufnahmen so atemberaubend inszeniert wie durch
Google Earth. Nachdem sich das erste Erstaunen langsam gelegt hatte, wurde Google Earth zu einem
Instrument in vielen Branchen. Makler bieten ihre Objekte über diese Software an, auch in den
Nachrichten werden viele Schlagzeilen mit einem Google Earth Luftbild räumlich verortet. Immer mehr
Menschen benutzen dieses Programm bei der Planung ihrer Reiseroute und auch zur Orientierung im
Realraum. Traditionelle Karten oder Atlanten verlieren somit zunehmend an Bedeutung. Unterstützt
wird dieser Trend durch die steigende Leistungsfähigkeit der Laptops und Smartphones. Im Laufe des
Workshops wird erörtert, wodurch sich digitale Globen auszeichnen, um dann speziell auf den Mehrwert
von Google Earth für den Geographieunterricht einzugehen. Abschließend wird an verschiedenen
Unterrichtsbeispielen aufgezeigt, wie Google Earth im Geographieunterricht eingesetzt werden kann.
SP-2: Martin Xaver Müller
Geowissenschaftliche Inhalte innovativ lernen mit der Lerntheke „Vernetztes Wissen zum
Riesereignis“
Lerntheken als eine Form des Lernens an Stationen versprechen eine Reihe positiver Effekte auf den
Unterricht: Schüler können hier ein höheres Maß an Selbststeuerung beim Lernprozess zeigen und
zeigen bei der Bearbeitung der methodisch abwechslungsreichen Tätigkeiten eine erhöhte kognitive
Aktivität. Als eher offene und innovative Unterrichtsform eignen sich Lerntheken zudem für
ganzheitlicheres Lernen. Der konzeptionelle und gestalterische Aufwand bei der Erstellung einer
Lerntheke ist demensprechend ebenfalls hoch. Die theoretisch fundierte und praktisch mehrfach
erprobte Lerntheke „vernetztes Wissen zum Riesereignis“ ist ein Angebot an Lehrer, die ihren
Geographieunterricht in der Unterstufe inhaltlich und methodisch anreichern wollen.
Inhaltlicher Kern der Lerntheke ist das Riesereignis (vgl. z.B. Lehrplan Gym. By 5.1 und 5.2) in
ganzheitlicher Sichtweise. Das heißt, die systemische Verknüpftheit physisch/geowissenschaftlicher
und kultureller Prozesse wird bei der Bearbeitung der einzelnen Phänomene explizit aufgegriffen: So
werden z.B. die Landwirtschaft im Ries, die Bausteine Nördlingens oder die topographische Lage im
Naturraum Süddeutschlands hier nicht reduktionistisch durchgearbeitet, sondern im Sinne eines
umfassenden System-Erde-Mensch Verständnis thematisiert.
Weiterhin wird versucht, durch abwechslungsreiche und handlungsorientierte Arbeitsformen, durch die
Wahlmöglichkeit bzgl. Vorgehensweise, Sozialform, Wahlstationen und durch die Einbeziehung
affektiver und wertbezogener Inhalte Interesse für geowissenschaftliche Inhalte im
Geographieunterricht zu fördern.
Die Lerntheke umfasst sechs Pflicht- und vier Wahlstationen, zudem eine Vorbereitungsstunde sowie
einen abschließenden Wissenstest. Im Workshop besteht die Möglichkeit, mehr über die Konzeption der
zu Grunde liegenden Theorien zu erfahren, die Lerntheke selbst zu erproben und als Material mit an die
eigene Schule zu bringen.
Die Lerntheke ist ein Modul des Projektes Geo geo und wird unterstützt durch den Nationalen Geopark
Ries. Weitere Module des Projekts Geo geo werden ebenfalls kurz vorgestellt.
SP-3: Robert Meyer
Das P-Seminar im Geographieunterricht: Erfahrungen, Ideen und Anregungen aus der Praxis am
Beispiel des P-Seminars „Die EichstättApp“
Das P-Seminar der gymnasialen Oberstufe stellt für viele Lehrer nach wie vor eine Aufgabe dar, der
man sich nicht gern stellt. Vor allem die Forderungen des Seminarleitfadens bezüglich externer
Projektpartner bildet hier eine Hürde, die abschreckt. Dabei bietet sich gerade Geographie als Fach für
ein P-Seminar an, da unser Fach in sehr viele Felder der Arbeitswelt hineinspielt und somit eine
ausgezeichnete Grundlage für ein P-Seminar bietet. In Zeiten von Smartphone und Google Maps
gewinnen online basierte Kartensysteme immer mehr an Bedeutung. Diese Überlegung, zusammen mit
der Zielsetzung, ein zukunftsorientiertes Projekt aus dem Fachbereich Geographie anzubieten, führte
zum P-Seminar „Die Eichstätt App“ am Willibald Gymnasium Eichstätt. Dabei soll die Zielsetzung des
Projekts ein für Smartphones verwendbares Kartensystem sein, das Informationen und Points of Interest
der Region in einer Karte darstellt und online via Internet verfügbar ist. Aufgrund der Art des Projekts
ist eine Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen nicht nur möglich, sie bietet sich regelrecht an, z.B.
mit Geschichte, Biologie, Kunst etc.
Der Workshop beinhaltet folgende Zielsetzungen:
 Der Workshop soll Anregungen bieten, wie man ein P-Seminar mit geographischen Methoden
und Herangehensweisen konzipiert.
 Das P-Seminar „Die Eichstätt App“, das von Schülern des Willibald-Gymnasiums Eichstätt
momentan durchgeführt wird, wird vorgestellt.
 Außerdem bietet sich die Möglichkeit, dem externen Partner des Projekts Fragen zu stellen,
bzw. hier auch eventuell Kontakte zu knüpfen.
 Des Weiteren wird auf Rückschläge und Probleme, die sich bei der Durchführung des PSeminars ergeben können, eingegangen.
 Der Workshop richtet sich an alle Gymnasiallehrer, die Ideen für ein P-Seminar suchen, bzw. an
einem Erfahrungsaustausch mit anderen Lehrern Interesse haben.
SP-4: Susanne Lebert
Tablets im Geographieunterricht
Der Workshop hat das Ziel, zu zeigen, wie Tablets im Geographieunterricht gewinnbringend
eingesetzt werden können. Nach einer theoretischen Einführung soll der Schwerpunkt auf der
praktischen Arbeit mit dem Gerät liegen. Hierzu haben die Teilnehmer die Möglichkeit, einige
Unterrichtsszenarien zu testen und selbst Materialen zu erstellen.
Einige Hinweise:
 Der Workshop richtet sich an Teilnehmer aller Schularten, die gerne neue Wege des Lehrens
und Lernens einschlagen wollen.
 Grundlegende Kenntnisse zur Bedienung von Tablets sind hilfreich, aber nicht zwingend
Voraussetzung.
 Für die Teilnahme ist kein eigenes Tablet notwendig.
SP-5: Dr. Dominik Conrad
Earth Learning Ideas: Geowissenschaftliche Inhalte und Denkweisen anschaulich vermitteln
Den Aufbau der Erde mit Hilfe einer Klopapierrolle darstellen! Detektivarbeit leisten bei der Analyse
fossiler Dinosaurierspuren und hierbei spielerisch geowissenschaftliche Denkweisen kennenlernen!
Diese und andere „Earth Learning Ideas“ sollen in diesem Workshop vorgestellt und praktisch erprobt
werden. Bei den Earth Learning Ideas handelt es sich um ein Projekt der Universität Keele. Derzeit
werden im zweiwöchentlichen Rhythmus neue Unterrichtsideen zur Vermittlung geowissenschaftlicher
Inhalte und Denkweisen frei zugänglich im Internet veröffentlicht. Nähere Informationen finden sich
online unter: www. earthlearningidea.com
SP-6: Michael Braun
Mit Quiz und Grips zum vernetzten Denken – kleine Anregungen für die Wiederholungs- und
Sicherungsphase
Im Workshop wird aufgezeigt, wie die vorgestellten Quizformen sowohl von Lehrkräften als auch von
den Schülern selbst mit eigenen Fragen gestaltet und angepasst werden können. Dadurch wird die
kognitive Vernetzung wichtiger Begriffe und Zusammenhänge aus einer Unterrichtsstunde oder
Unterrichtseinheit gefördert.
1. Teil – Input: Kurzpräsentation der Quizformen
„4x4 – das merk ich mir“
„Geo-Bandolino“
„Geo-Tabu“ / „Schwarzes Schaf“
2. Teil – Output: Gemeinsame Erstellung von Quizfragen in Gruppen
Im Nachgang der Veranstaltung erfolgt die Zusendung der im Workshop erstellten Quizfragen als
Datei an die Teilnehmer/innen (per Mailliste)
SP-7: Regina Thurner, Carina Fisch
„Afrika im Unterricht – kreative und nachhaltige Methoden aus der Schulpraxis“
Im Workshop sollen folgende Praxisbeispiele vorgestellt werden:
1.
Entspannt und kreativ einsteigen: eine Phantasiereise zu Afrika
2.
Umgang mit „originalen“ Gegenständen
3.
Ministunden: Schüler werden aktiv
4.
Nachhaltige Textarbeit mit Fragekärtchen
5.
Lapbooks. Ein Thema kreativ darstellen
6.
Topographie kreativ: Atlasrallye zu Afrika
Dabei sollen die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich über die Methoden zu informieren und sie
auszuprobieren. Es soll aber auch Raum für die Diskussion und den Erfahrungsaustausch geben.
SP- 8: Bernadette Kannler, Alexandra Syring
Fleischkonsum, Textilproduktion & Nitratbelastung: Themen der BNE im fächerübergreifenden
Unterricht
Im Workshop sollen die kreativen Ergebnisse eines ISB-Arbeitskreises aus dem Schuljahr 2014/15
vorgestellt werden: Initiiert durch die AK-Mitglieder wurden an verschiedenen Realschulen und
Gymnasien in Bayern fächerübergreifende Unterrichtssequenzen zu ausgewählten Themen der Bildung
für nachhaltige Entwicklung entwickelt, durchgeführt und evaluiert. Alle in den Jahrgangsstufen 5 bis
10 erprobten Sequenzen wurden dokumentiert, die Unterrichtsmaterialien stehen online zur Verfügung.
Die Workshopteilnehmer erhalten Einblick in die Materialien, erfahren von den EvaluationsErgebnissen und absolvieren in einer Praxisübung erste Schritte zur Planung und Verwirklichung einer
eigenen fächerübergreifenden Sequenz.
SP-9: Prof. Dr. Thomas Schneider
Die Geographische Bildauswertung: Prüfstein der Kompetenz des „Geographischen Denkens“
Bilder nach geographischen Gesichtspunkten auszuwerten, setzt zum Einen entsprechende
geographische Grundkenntnisse voraus, zum Anderen die
Fähigkeit, daraus erwachsende
Einzelerkenntnisse in "geographisch-synthetischer" Form miteinander in Kombination zu setzen, um
zu einer sinnvollen Gesamtaussage zu kommen. Dies geht über die reine Bildbeschreibung (die allein
schon bei Vielen auf große Schwierigkeiten stößt) weit hinaus. Die Veranstaltung soll anhand mehrerer
Beispiele Möglichkeiten zur Auswertung bildlicher Darstellungen (im Sinne photographischer
Aufnahmen) aufzeigen und erläutern. Dabei wird der Weg von der initialen Bildbeschreibung über die
Ansprache und Erklärung aus dem Bild herauszulesender Einzelphänomene bis hin zur schließlich
erfolgenden Zusammenschau, zur Interpretation und den daraus abzuleitenden Detail- und
Gesamtaussagen führen; Ziel ist das Besondere des im jeweiligen Bild Gezeigten erkennen und zum
Ausdruck bringen zu können. Daraus soll ein kurzgefasster allgemeiner Leitfaden zur geographischen
Bildauswertung erwachsen.
SP-10: Michael Richter
Wo liegt denn Sarajewo? Leistungsmessung im Geographieunterricht
Genauere Informationen zum Beitrag von Herrn Richter entnehmen sie bitte den aktuellen
Informationen auf der Veranstaltungshomepage.
SP-11: Barbara Feulner, Claudia Resenberger
QR-Code-Rallyes und Co: Mobiles ortsbezogenes Lernen – Innovationen mit hohem Bildungswert
Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets spielen im Leben heutiger Schüler eine immer
zentralere Rolle. Der Workshop soll eine Vorstellung der verschiedenen Möglichkeiten vermitteln, diese
Geräte gewinnbringend in den Geographieunterricht einzubeziehen. Durch „mobiles ortsbezogenes
Lernen“ eröffnen sich neue Spielräume, um klassische Inhalte durch innovative Ansätze lebendig
werden zu lassen. Die Vielzahl an Funktionen sowie ein hohes Maß an Flexibilität können das
geographische Arbeiten sowohl im Bereich des außerschulischen Lernens als auch innerhalb des
Klassenzimmers sehr bereichern.
Zunächst sollen im Rahmen einer theoretischen Einführung die wesentlichen Grundlagen und Potenziale
erläutert werden. Anhand konkreter Praxisbeispiele werden neben den theoretischen Zugängen
außerdem verschiedene Anwendungen und Unterrichtskonzepte vorgestellt, wobei sich unser Fokus auf
den Einsatz von QR-Codes im Rahmen kompetenzorientierter Bildungsrallyes richtet. Schritt für Schritt
wird erklärt, was bei der Erstellung von QR-Code-Rallyes zu berücksichtigen ist. Die Teilnehmer haben
die Möglichkeit, verschiedene Aufgabentypen auszuprobieren und erfahren, wie QR-Codes ohne
Vorkenntnisse einfach und schnell generiert werden können.
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