3.1 Quick-Scan Faserland - Utrecht University Repository

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Bacherlorarbeit Duitse taal en cultuur
Betreuung: Dr. E.W. van der Knaap
Block 4
Studienjahr 2010-2011
Didaktisierungen von Crazy und Faserland
im Rahmen des Projekts „Lezen voor de Lijst”
Vorgelegt von:
Jeroen van Klei
Studentnummer: 3372928
Wörterzahl: 11.955
Abgabedatum: 27.07.2011
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Seite
2
1.1 Faktoren laut Witte
4
1.2 Begründung der Textwahl
9
1.3 GER-Niveaus
10
2. Crazy
12
2.1 Quick-Scan
12
2.2 Schülerseite
18
2.3 Aufgaben
21
3. Faserland
25
3.1 Quick-Scan
25
3.2 Schülerseite
32
3.3 Aufgaben
35
4. Reflexion der Aufgaben
40
5. Schlussbetrachtung
44
Literaturverzeichnis
46
1
1. Einleitung
Diese Arbeit ist im Rahmen eines literaturdidaktischen Projektes gemacht worden. Dieses
Projekt versucht die literarische Kompetenz der niederländischen Schüler mittels Aufgaben
und Hinweise bei der Lektüre zu fördern. Es wird zum deutschen Äquivalent vom
niederländischen Modell „Lezen voor de lijst“, und versucht damit, den literarischen Blick
der niederländischen Schüler zu erweitern. Diese Initiative ist stark von „Lezen voor de lijst“
geprägt worden, und Letzteres dient dabei auch als Leitfaden für diese Arbeit. Dieses
deutsche Äquivalent wird von Dr. Ewout van der Knaap an der Universität Utrecht geleitet.
Das wirkliche Ziel des ganzen Projektes ist es, einen umfangreichen Katalog, in dem sich
deutschsprachige Prosa befindet, herzustellen. Dieser Katalog dient als Professionalisierung
der Leseliste und als tastbares Produkt, der den Lehrern helfen wird, Schüler gut zu begleiten
und ihre literarische Kompetenz und Leseentwicklung zu stimulieren.1 Beabsichtigt wird, dass
der Katalog am Ende des Projektes eine umfangreiche Anzahl Bücher und Didaktisierungen
umfasst. Angestrebt wird, das Modell „Lezen voor de Lijst“ für mehrere Sprachen
einzuführen. Das war einer der Gründe, dieses Projekt zu beginnen. Nicht nur wird die
literarische Kompetenz mit diesem Modell geprägt, sondern auch wird die sprachliche
Entwicklung im Auge behalten, wenn die Schüler sich auf Deutsch äußern müssen. Diese
Entwicklung ist positiv, denn wenn die sprachlichen Fähigkeiten der Schüler entwickelt sind,
werden sie auch die schwierigere Literatur leichter mitbekommen und sich auf den Inhalt
konzentrieren können.
Die Bücher, die für das Projekt ausgewählt sind, sind Bücher, die zum deutschen Kanon
gehören oder in der Schule viel gelesen werden; Beispiele dafür sind: Andorra von Max
Frisch und eines der Werke aus dieser Arbeit, Crazy von Benjamin Lebert. Die Bücher
werden in sechs literarische Niveaus eingeteilt: Von N1 (sehr einfach) bis N6 (literarisch,
akademisch). Diese Einteilung in Niveaus ist auch in der niederländischen Ausführung zu
finden. Das Niveau stimmt mit dem Niveau des Schülers überein. Die Niveaueinteilung wird
nach der Dissertation Het oog van de meester von Theo Witte erstellt. Diese Dissertation war
eine Studie über die literarische Kompetenz von niederländischen Schülern. Die Einteilung
der Bücher in dem Projekt für Deutsch wird auch von dem Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmen geprägt, der die Sprachfertigkeit einer Person in sechs Niveaus, von A1 über
1
http://www.uu.nl/faculty/humanities/NL/Actueel/nieuws/Pages/20101020-literatuurdidactisch-projectduits.aspx (Standort: 23.2.2011)
2
A2, B1, B2, C1 zu C2 hin, einteilt. Diese sechs Niveaus kann man mit den sechs Niveaus des
literarischen Projektes gleichsetzen, denn die literarischen Niveaus der Bücher kommen auf
unterschiedlichen Stufen zum Ausdruck; ein Roman kann in Umgangssprache geschrieben
sein, aber die Gedanken im Text erfordern zum Beispiel ein akademisches Niveau oder
bestimmte topographische Kenntnisse. Die Niveaus werden nach Kriterien der Council of
Europe gebildet. Im Paragraf 1.3 werden diese Kriterien erklärt.
In dem nächsten Teil wird die Vorgangsweise der Arbeit vorgestellt. In diesem Teil wird
auch die Theorie von Witte erklärt und die die Textwahl begründet. Das zweite Kapitel ist
dem Buch Crazy gewidmet. In diesem Teil werden ein Quick-Scan, eine Schülerseite und die
Aufgaben zu Crazy gezeigt. Im Fokus des dritten Kapitels steht das Buch Faserland. Für
dieses Buch ist auch ein Quick-Scan, eine Schülerseite und Aufgaben vorhanden. Schließlich
gibt es die Reflexion auf die Aufgaben und die Schlussbetrachtung auf die Arbeit.
Das Projekt bietet für die Lehrer einen Quick-Scan, in dem man unter anderem eine kurze
Zusammenfassung des Buches findet, sowie eine kurze Analyse der Sprache und der
Fähigkeiten, die für das Verständnis des Buches notwendig sind. In dem Quick-Scan ist ein
Analyseschema enthalten, in dem kurz die Aspekte des Buches beschrieben werden, und mit
dem der Schwierigkeitsgrad von literarischen Texten beschrieben werden kann. Hier werden
Elemente wie Syntax, spezifische kulturelle und literarische Kenntnisse, Handlung,
Charaktere, Stil und andere Elemente besprochen. Das Schema ist von Witte übernommen.2
In dem Quick-Scan sind Hinweise für die Lehrer aufgenommen, mit diesen er/sie selber
Aufgaben zum Buch machen kann, wenn er/sie selber glaubt, dass die dazugehörenden
Aufgaben nicht ausreichen. Der Dozent kann mittels dieses Quick-Scans schnell und
angemessen ein Buch auf das Niveau des Schülers einschätzen. Bei jedem Buch wird der
Quick-Scan vorangestellt.
Für die Schüler gibt es eine Schülerseite, mit der die Schüler schnell Informationen über den
Autor und eine kurze Zusammenfassung des Buches bekommen. Verschiedene Daten wie
Zeitgeschichte, Leseanweisungen und einige Fragen zum Nachdenken sind auch Teil der
Schülerseite. Die Schülerseiten in dieser Arbeit sind auf die gleiche Art und Weise wie das
niederländische Äquivalent erstellt.3 Anhand dieser Seite kann der Schüler sich für ein Buch
2
Vgl. Witte, Theo. Het oog van de meester een onderzoek naar de literaire ontwikkeling van HAVO-en VWOleerlingen in de tweede fase van het voortgezet onderwijs. 2008. Delft: Eburon S.131-132
3
Vgl. http://www.lezenvoordelijst.nl/documents/ex_hermans_leerling.pdf (Standort: 16.07.2011)
3
entscheiden. Bei dieser Schülerseite gibt es auch Kommentare von anderen Schülern, die das
Buch schon gelesen haben und einen Werturteil darüber abgegeben haben. Die Schülerseite
kommt bei der Besprechung als zweites Teil.
Zusätzlich gibt es Aufgaben für die Schüler. Pro Buch sind es ungefähr 12-15 Aufgaben mit
einer bestimmten Zeitdauer, z.B. eine Stunde oder anderthalb Stunde. In der Aufgabe ist
beschrieben, was das Ziel der Aufgabe ist, auf welchem Niveau die Aufgabe sich befindet und
wie sie bearbeitet werden muss: individuell beziehungsweise in Gruppenarbeit. Die Aufgaben
sind in drei Niveaus pro Buch eingeteilt, nämlich N-1, N, und N+1, N deutet hier das Niveau
des Buches an. Angenommen wird, dass die Schüler Bücher lesen können, die ein Niveau
über oder unter ihrem eigenen Niveau liegen, zum Beispiel kann ein Schüler mit Niveau N3
Bücher auf den Niveaus 2, 3 und 4 lesen. Niveau 1 ist für ihn zu einfach und vom Niveau 5 ab
zu schwierig. Die Schüler bekommen zuerst fünf Aufgaben auf Niveau N-1, wodurch sie das
Buch analysieren und verstehen können. Dann gibt es fünf Aufgaben auf Niveau N, für die
die Schüler sich anstrengen müssen, denn die Aufgaben sind auf ihrem Niveau. Nach diesen
Aufgaben gibt es die letzten fünf Aufgaben auf Niveau N+1. Die letzten Aufgaben sind dazu
geeignet, die literarische Kompetenz der Schüler zu erweitern. Schüler werden mehr
Schwierigkeiten mit diesen Aufgaben haben. Das alles hilft dem literarischen Wachstum der
Schüler. Beispiele für Aufgaben sind: Einen Brief schreiben, einen Vortrag halten, sich
ausdenken, wie das Ende oder ein Teil der Geschichte gemeint ist. Die Aufgaben sind das
letzte Teil von der Besprechung des Buches.
1.1 Faktoren laut Witte
Im Auge muss behalten bleiben, dass diese Aufgaben immer stimulierend sind und nicht die
Kompetenz hindern. Witte erkannte sechs Kompetenzprofile, diese Profile stimmten mit
bestimmten Lesestilen überein. Diese Lesestile werden im folgenden Teil erklärt.
Die Hauptziele, stimulierende und hemmende Faktoren laut Witte sind: Auf Niveau 1 sind die
Hauptziele: eine aktive Leseeinstellung entwickeln; damit die Schüler Lust am Lesen
bekommen. Auch die Entwicklung von elementarer Einsicht des Inhalts ist ein Hauptziel, die
Schüler sollten die Fähigkeiten entwickeln, die wichtigsten Elemente in dem Text zu
unterscheiden. Hauptziel ist auch, die Überleitung zur „Erwachsenenliteratur“ zu verkleinern,
sodass die Schüler weniger Schwierigkeiten bekommen, schwerere Bücher zu lesen. Die
Realisierung von erfolgreichen Erfahrungen ist das wichtigste Ziel, denn Erfolg ist die
wichtigste Motivation. Diese Ziele richten sich vor allem auf die Leseeinstellung der Schüler,
4
sodass die Literatur für die Schüler zugänglicher gemacht wird. Stimulierende Faktoren
hierbei sind unter anderem Aussagen von begeisterten Gleichaltrigen über N1 oder N2
Bücher, eine positive Einstellung von Gleichaltrigen wirkt positiv auf die Schüler. Starke
Regulierung der Leseaktivitäten und Aufgaben von der Seite des Lehrers ist stimulierend,
denn der Dozent kann deutlich einschätzen, was für den bestimmten Schüler notwendig und
herausfordernd ist. Der Fokus ist bei diesen Faktoren auf die Zugänglichkeit der Bücher
gerichtet und stimulieren die Lust am Lesen. Hemmende Faktoren, die diese Entwicklung
stören können, sind: wenig Information über Bücher, die populär sind bei schwachen Lesern.
Dieser Faktor kann sehr störend sein; der Schüler könnte das Gefühl haben, dass es keine
Bücher gäbe, die für ihn interessant sind. Hemmend kann sein, dass das Buch nicht vorhanden
ist. Die Schüler können denken, dass es nur einige lustige Bücher gibt, und negativ denken
können, wenn sie nicht über dieses Buch verfügen können. Das Lesen von Büchern, die
literarische Leseerfahrungen und Allgemeinkenntnisse fordern, gehört zu den hemmenden
Faktoren. Diese Bücher fordern zu viel von den schwachen Lesern, die die Lust am Lesen
einfach verlieren können. Aufgaben über die Romanstruktur und Thematik sind nicht auf
diesem Niveau gewünscht. Für dieses Niveau sind diese Aufgaben zu schwer und komplex.
Diese hemmenden Faktoren tragen dazu bei, dass die Schüler die Lust am Lesen verlieren und
dem Lesen in der Schule negativ gegenüber stehen. Auf diesem Niveau ist es vor allem
wichtig, die Schüler in Literatur zu interessieren, und alles Mögliche zu versuchen, die
richtigen Bücher zu empfehlen, sodass die Schüler gern lesen wollen (vgl. Witte, Theo. Het
oog van de meester een onderzoek naar de literaire ontwikkeling van HAVO-en VWOleerlingen in de tweede fase van het voortgezet onderwijs. 2008. Delft: Eburon S. 415).
Auf Niveau 2 sind die Hauptziele: eine erkennende Leseeinstellung entwickeln; die Schüler
sollten sich auf diesem Niveau mehr auf die Erzählung konzentrieren und nicht mehr nur auf
die Figuren. Die persönliche Bezogenheit vom Leser zum Buch und zu den Aufgaben zu
verbessern ist ein Ziel, denn wenn die Schüler am Anfang leichte Aufgaben erledigen, können
sie sich stufenmäßig bessern. Vertiefung in Gattungsmerkmale und Erzählstrukturen und das
Fortsetzen und das Stärken einer positiven Attitüde sind die letzten Hauptziele dieses
Niveaus. Die Schüler sollten auf diesem Niveau die Strukturen im Buch erkennen können,
und sie sollten weiterhin stimuliert werden, die Lust am Lesen zu haben. Der Fokus liegt hier
auf die Erkennung der Figuren in der Literatur und nicht nur auf das sympathische Mitfühlen,
die Schüler werden sich mehr in die Romanfiguren hineinleben können. Auch auf diesem
Niveau wird vor allem noch die Lust am Lesen stimuliert, obwohl auch die einfachen
5
Analysemöglichkeiten anwesend sind. Positive Faktoren zu diesem Niveau sind: Bücher
schließen bei den Interessen und der Umwelt von Adoleszenten an, sodass die Schüler einen
leichten Einstieg in die Literatur haben. Wenn der Dozent interessante und wichtige
Information zum Buch gibt, wird die Neugier der Schüler erweckt. Identifikationsaufgaben
und expressive Aufgaben, die zum Buch gehören, ist der letzte stimulierende Faktor. Der
Fokus der aufregenden Faktoren liegt auf diesem Niveau auf die Identifikation mit den
Figuren, aber auch ist das analytische Teil anwesend. Hemmende Faktoren sind dieselbe
Faktoren wie auf Niveau N1 plus die Tatsache, dass Schüler wenig Interesse für
Gattungsmerkmale und Erzählstrukturen haben. Die hemmenden Faktoren sind noch immer
Aspekte, die die Lust am Lesen stören können. Auf diesem Niveau ist es vor allem wichtig,
die Schüler allmählich von einem emotionalen Lesestil zu einem erkennenden Lesestil zu
bewegen. (vgl. Witte, Theo. Het oog van de meester een onderzoek naar de literaire
ontwikkeling van HAVO-en VWO-leerlingen in de tweede fase van het voortgezet onderwijs.
2008. Delft: Eburon S. 415-416).
Auf Niveau 3 sind die Ziele: eine reflektierende Leseeinstellung entwickeln; die Schüler auf
diesem Niveau sollten auf eine reflexive Weise lesen, und dadurch die Welt kennen lernen.
Die Vertiefung in den Inhalt und die Erzählweise ist Ziel dieses Niveaus und gibt den Schüler
mehr Kenntnisse über literarische Analyse. Das Engagement mit dem Text zu stärken
(moralische Aspekte) und das sorgfältige Formulieren und Begründen persönlicher
Erfahrungen und Bewertungen sind die letzten Hauptziele dieses Niveaus. Hier ist das Ziel
vor allem das Identifizieren und Engagieren mit dem Text. Ziel ist, Information über die
Thematik zu geben, damit das Engagement der Adoleszenten angeregt wird. Außerdem sollen
die Unterschiede zwischen Literatur und Lektüre im Klassezimmer besprochen werden, damit
die Schüler selber entscheiden können, ob die gelesenen Bücher zur Trivialliteratur gehören
oder literarische Meisterwerke sind. Hierzu gehören Aufgaben, die einen persönlichen Dialog
mit dem Text in Gang bringen. Diese helfen den Schülern, sich mit dem Text auseinander zu
setzen.
Die
kritische
Evaluierung
von
Lesekommentaren
und
die
Übung
in
Argmentationsweisen gehören auch zu den Hauptzielen von Witte, und sollen dazu beitragen,
dass die Schüler den Text gut bewerten können. Reflexion von dem Dozenten über die
Bedeutung des Buches und konkrete Aufgaben zu dem Buch sind die letzten stimulierenden
Faktoren. Mit diesen Faktoren kann der Dozent den Schüler die wichtigsten Elemente des
Buches erklären. Hemmend ist hingegen, wenn wenig Information zur Verfügung steht über
die Fragen, die in den Büchern behandelt werden. Hemmend ist auch, wenn die Schüler zu
6
wenig Information über die Fragen bekommen , sodass die Schüler noch immer nichts wissen
über die Bedeutung des Buches. Auch wenig Diskussion über die Funktion der Literatur kann
sehr hemmend sein, wenn die Schüler diese Funktion nicht verstehen, können sie nicht ihre
eigenen Erfahrungen auf das Buch spiegeln. Ein hemmender Faktor ist nicht auf den Niveau
der Schüler angemessenen Aufgaben; auch Aufgaben zu den Motiven der Figuren und
kausalen Beziehungen, Aufgaben zur Wirkung verschiedener Erzählperspektive (Tricks) und
(zu) abstrakte Aufgaben bewirken, dass die Schüler den Leitfaden verlieren. Auf diesem
Niveau wird versucht, den wirklichen Schritt zu literarischem Wachstum zu setzen, durch die
Diskussion über Literatur und die eigene Bewertung nehmen die Schüler Abstand vom
oberflächigem Lesen (vgl. Witte, Theo. Het oog van de meester een onderzoek naar de
literaire ontwikkeling van HAVO-en VWO-leerlingen in de tweede fase van het voortgezet
onderwijs. 2008. Delft: Eburon S.417-418).
Auf Niveau 4 sind die Ziele: eine interpretierende Leseeinstellung zu entwickeln,
die
Aufmerksamkeit zur Bedeutung des Textes zu entwickeln, sich in Strukturelemente zu
vertiefen und die Bücher von verschiedenen Leselisten zu vergleichen (z.B. auf thematische
Beziehungen). Faktoren, die Witte als stimulierend nennt, sind die Orientierung auf ein
komplexes Buch durch das Anschauen und Besprechen der Verfilmung (falls vorhanden). Bei
der Vorstellung der Bücher ist selbstverständlich auch auf die Struktur und Thematik zu
achten. Stimulierend ist auch, Bücher mit einer ausgesprochenen Struktur zu kennzeichnen,
sodass die Schüler die richtigen Bücher finden. Aufgaben, die Schüler Struktur und
Bedeutung entdecken lassen sind hier als letzter stimulierender Faktor wichtig, denn mittels
dieser Aufgaben sollten die Schüler einen wichtigen Schritt machen. Hemmende Faktoren
sind nicht strukturierte Analyse- und Interpretationsaufgaben, zu breite Aufgaben (Was ist das
Thema?) zu große Aufgaben (komplette Strukturanalyse), eine eigene Zusammenfassung des
Buches schreiben, Abstraktion von Terminologie und wenig Platz für eigene Interpretation
und eigene Befünde. Die Schüler auf diesem Niveau beschäftigen sich fast nur mit der
Bedeutung der gelesenen Geschichte. (vgl. Witte, Theo. Het oog van de meester een
onderzoek naar de literaire ontwikkeling van HAVO-en VWO-leerlingen in de tweede fase
van het voortgezet onderwijs. 2008. Delft: Eburon S. 418-419).
Auf Niveau 5 ist das Ziel eine literarische Leseeinstellung zu entwickeln. Die Schüler
vertiefen sich in den Stil und die Thematik (zum Beispiel zum Autor), sie vertiefen sich in die
historische
Bedeutung
eines
Textes
und
richten
die
Aufmerksamkeit
auf
den
kulturhistorischen Kontext des Buches. Dieses Niveau richtet sich sehr stark auf die
7
Bedeutung des Textes und dabei auch auf das Bewusstsein der Schüler auf diesen Punkt.
Stimulierende Faktoren zu diesem Niveau sind ein lebendiges Vorwissen über eine bestimmte
Periode, damit die Schüler sich hineinleben können und sich die Lebensweise vorstellen
können. Ein eingeschränkter aber klar hergestellter Bezugsrahmen (zum Beispiel eine
bestimmte Gattung) von einem begeisterten Dozent hilft den Schülern bei der Bearbeitung des
Stoffes. Eine aktive Bearbeitung vom Stoff mittels einfacher Untersuchungsfragen und
Interaktion mit Mitschülern stimuliert die Schüler in ihre Entwicklung. Hemmende Faktoren
auf diesem Niveau sind das Fehlen eines chronologisch geordneten Bezugsrahmens, sowie ein
Mangel an kulturhistorische Information über wie Menschen in bestimmter Zeit lebten,
dachten und fühlten- die Schüler können ohne diese Kenntnisse die Bücher nicht verstehen.
Wenn die Literaturgeschichte selbständig studiert werden muss und es keine Unterstützung
gibt, kann das sehr hemmend sein. Die Schüler haben die Idee, dass sie selber alle
Information suchen müssen. Auf diesem Niveau wird selbständiges Arbeiten stimuliert, damit
die Schüler eine literarische Leseeinstellung entwickeln. (vgl. Witte, Theo. Het oog van de
meester een onderzoek naar de literaire ontwikkeling van HAVO-en VWO-leerlingen in de
tweede fase van het voortgezet onderwijs. 2008. Delft: Eburon S.420-421).
Niveau 6 hat als Ziel eine akademische Lesensweise zu entwickeln. Auf diesem Niveau
können die Schüler eine akademisch reflektierte oder literaturwissenschaftliche Arbeit
errichten und verschiedene akademische Fachgebiete auf einander beziehen. Faktoren, die
helfen, diese Ziele zu erreichen, sind das Ausführen stilistischer Experimente, das Übersetzen
eines alten Textes in eine neue Fassung und das Studieren von wissenschaftlicher
Information. Hemmende Faktoren gibt es auf diesem Niveau nicht, die Schüler sind auf das
dem höchstmöglichen Schlussniveau. Auf diesem Niveau bietet der Dozent intellektuellen
Widerstand an die Schüler (vgl. Witte, Theo. Het oog van de meester een onderzoek naar de
literaire ontwikkeling van HAVO-en VWO-leerlingen in de tweede fase van het voortgezet
onderwijs. 2008. Delft: Eburon S. 421 f.)
Die obenstehende Aufzählung zeigt, was die stimulierenden und hemmenden Faktoren auf
verschiedenen Niveaus sind. In dieser Arbeit werden die Aufgaben nach den obenstehenden
stimulierenden Faktoren gebildet. In der Reflexion werden alle Aufgaben anhand dieser
Faktoren begründet.
Witte hat seine Dissertation geschrieben, weil er glaubte, dass der niederländische
Literaturunterricht nicht den Erwartungen der Dozenten entsprach. Er glaubt, dass es eine
8
Struktur im Literaturunterricht geben muss, damit alle Niveaus gut auf einander anschließen.
Auch die Aufgaben sollten den verschiedenen Niveaus entsprechen. Es ist wichtig, dass die
Aufgaben auch niveauspezifische Ziele dienen, damit sie sich als Mittel zur Erwerbung einer
bestimmten Leseweise zeigen. Vorteil ist, dass die Aufgaben mehr Variation enthalten. Die
Aufgaben sollten kognitive Konflikte verursachen, sodass die Schüler nachdenken müssen,
und auf diese Weise den Text aufs neu studieren und neue Einsichten bekommen (vgl. Witte,
Theo. 2008. Het oog van de meester. De literaire ontwikkeling van HAVO- en VWOleerlingen in de tweede fase van het voortgezet onderwijs. Samenvatting van het proefschrift.
S.25). Diese Paraphrase zeigt, dass die Aufgaben Mittel sind, und nicht das Ziel an sich,
obwohl in der Schule der heutige Literaturunterricht auf diese Weise präsentieret wird.
Diese Unterrichtsmethodik von Witte ist nicht nur hilfreich für die Schüler, sondern auch
nützlich für den Dozenten. Ein wichtiger Punkt ist die Überbrückung zwischen Praxis und
Theorie. Der Dozent verfügt über konkrete Handlungsorientierungen, mit den er didaktische
Schwierigkeiten auflösen kann; wie zum Beispiel die Empfehlung der Bücher, mit welchen
Aktivitäten er eine bestimmte Leseweise stimulieren kann und welche Fallgrube er verhindern
muss (vgl. Witte, Theo. 2008. Het oog van de meester. De literaire ontwikkeling van HAVOen VWO- leerlingen in de tweede fase van het voortgezet onderwijs. Samenvatting van het
proefschrift. S.27). Der Dozent ist, wie Witte am Ende seiner Dissertation schreibt, eine
Figur, die alle Niveaus und die Kompetenz der Schüler richtig einschätzen kann.
Die Aufgaben sollen dazu beitragen, die literarische Kompetenz der Schüler zu entwickeln
und dem Lehrer im Literaturunterricht zu unterstützen. Für den Lehrer gibt es die wichtige
Rolle des Betreuers. Er muss die Schüler unterstützen und ihnen helfen, die richtigen Bücher
auszuwählen. Wenn ein Schüler ein Buch beantragt, das noch nicht im Katalog aufgenommen
ist, kann der Dozent sich selber Aufgaben ausdenken oder mit den Schülern diskutieren, zu
welchem Leseniveau dieses Buch gehört.
1.2 Begründung der Textwahl
Für diese Arbeit sind zwei Bücher gewählt, die in der Schule sehr populär sind und zu
derselben literarischen Strömung gehören, nämlich der Popliteratur. Diese zwei Bücher sind
Crazy von Benjamin Lebert und Faserland von Christian Kracht. Die Bücher sind Mitte der
neunziger Jahre geschrieben und für Schüler relativ zeitnah. Die Bücher sind auch aus
spezifischen identifikatorischen Gründen ausgewählt: Crazy handelt von den Schwierigkeiten
beim Aufwachsen eines männlichen Adoleszenten. Die Schüler haben diese Schwierigkeiten
vielleicht schon mal erlebt, oder werden diese noch spüren. Das macht den Roman erkennbar.
9
Auch deswegen habe ich den Roman auf Niveau 2 eingeteilt. Faserland hingegen handelt von
einem Jung-Erwachsenen, der überhaupt nicht weiß, was er mit seinem Leben anfangen
sollte. Er beschäftigt sich mit Sex, Drogen, Alkohol und Ähnlichem, was für die Schüler
interessant sein könnte. Die Weise, auf der er die Geschichte erzählt, er kommt nämlich vom
Hundertsten ins Tausende, macht die Geschichte für die schwächeren Leser (N1, N2)
schwierig. Die beschriebene Handlung im Buch ist umfangreich, weil der Protagonist viele
verschiedene Orte besucht und zu allen Städten eine Meinung äußert. Das alles macht den
Roman umfangreich und komplex für die N1 und N2 Leser. Der N3-Leser ist in der Lage, das
Buch inhaltlich zu verstehen, aber topographische Kenntnisse sind notwendig, das Buch
richtig zu verstehen. Der N4-Leser kann sich der tieferen Interpretation des Buches
zuwenden. Gemäß diesen Kriterien ordne ich diesen Roman auf Niveau drei zu.
Die
Tatsache, dass die beiden Bücher nicht zu den dicksten Büchern der deutschsprachigen
Literatur gehören, ist wahrscheinlich auch ein Grund für die Popularität beider Bücher in der
Schule.
1.3 GER-Niveaus
Wie gesagt, die Niveaus sind von A1 zu C2 eingeteilt. Was kann ein Schüler auf ein
bestimmtem Niveau? Auf Niveau A1 (Elementare Sprachverwendung) kann er „vertraute,
alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die
Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. [Er] kann sich und andere vorstellen und anderen
Leuten Fragen zu ihrer Person stellen – z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder
was für Dinge sie haben – und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. [Er] kann sich auf
einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam
und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen.“4
Auf Niveau A2, was zur elementaren Sprachverwendung gehört, kann der Schüler „Sätze und
häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung
zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere
Umgebung). [Er] kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen
es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und
geläufige Dinge geht, [und er] kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und
Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren
Bedürfnissen beschreiben.“5
4
5
http://www.coe.int/t/DG4/Portfolio/documents/globalscale_german.pdf (Standort 26.07.2011)
Ebd. (Standort 26.07.2011)
10
Auf Niveau B1, die selbstständige Sprachverwendung, können die Schüler „die Hauptpunkte
verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus
Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. [Sie können] die meisten Situationen bewältigen, denen
man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet [und können] sich einfach und zusammenhängend
über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. [Auch können sie] über
Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu
Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.“6
Auf Niveau B2, was auch zur selbstständigen Sprachverwendung gehört, können die Schüler
„die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht
im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen, [und sie können] sich so spontan und
fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere
Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. [Sie können zum letzten auch] sich zu einem
breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen
Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.“7
Auf Niveau C1 (kompetente Sprachverwendung) können die Schüler „ein breites Spektrum
anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. [Sie
können sich auch] spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach
Worten suchen zu müssen. [Was sie auch können müssen, ist] die Sprache im
gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und
flexibel gebrauchen [und] sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten
äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.“8
Auf dem höchsten Niveau, C2, was zur kompetente Sprachverwendung gehört, können die
Schüler praktisch alles, was sie lesen oder hören, mühelos verstehen. [Sie können]
Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und
dabei
Begründungen
und
Erklärungen
in
einer
zusammenhängenden
Darstellung
wiedergeben. [Als letzter Punkt können sie auch] sich spontan, sehr flüssig und genau
ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich
machen.“ 9
6
Ebd. (Standort 26.07.2011)
Ebd. (Standort 26.07.2011)
8
Ebd. (Standort 26.07.2011)
9
Ebd. (Standort 26.07.2011)
7
11
2. Crazy
In diesem Teil werden der Quick-Scan, die Schülerseite und die Aufgaben zum Crazy
behandelt. Die Daten zum Autor und Buch sind für sowohl den Dozenten als auch für die
Schüler vorhanden. Der Dozent und die Schüler verfügen über dieselbe Informationen zum
Autor und Buch.
2.1 Quick-Scan Crazy
In dem Quick-Scan sind einige Daten über den Autor und den Inhalt aufgenommen. Die
didaktische und philologische Analyse und die Vertiefung sind aber nicht für sie gemeint.
Crazy
Benjamin Elbert
Köln
Kiepenheuer & Witsch
1999
175 Seiten
Schwierigkeitsgrad 2
GER-Niveau : A2 (Ich habe mich für dieses Niveau entschieden, weil das Buch einfach zu
lesen ist, keinen schockierenden Einhalt hat und gut in der Belebungswelt der Jugendlichen
passt. Laut dem GER-Niveau kann ein A2 Leser einfache, routinemäßige Situationen
verstehen. Er kann Sätze verstehen, die mit Bereichen von unmittelbarer Bedeutung
zusammenhängen (Information zur Person, Familie und Umgebung.)
Von: Jeroen van Klei
Einführung
Benjamin Lebert (1982, Freiburg) ist mit dem Roman Crazy bekannt geworden. Von diesem
Roman Crazy sind mehr als 170.000 Exemplare verkauft worden und der Roman ist im Jahre
2000 verfilmt worden. Das Buch wurde sehr gut empfangen, Indiz dafür sind die
Verkaufszahlen. Lebert hat 2003 den Roman Der Vogel ist ein Rabe geschrieben, und im
Jahre 2006 erschien der Roman Kannst du. 2009 erschien sein Roman Der Flug der Pelikane.
Inhalt
Der Protagonist, Benjamin Lebert, sechzehn Jahre alt, wechselt zum fünften Mal die Schule,
und er soll die achte Klasse bestehen. Auf dem Internat lernt Benjamin, worum es in dieser
12
Veranstaltung namens Leben wirklich geht. Er befreundet sich mit seinen Mitschülern und hat
verschiedene altersspezifische Erfahrungen (Alkohol, Sex, die Sehnsucht nach Freiheit).
Benjamin erfährt nach seiner nächtlichen Flucht nach München, dass er auf dem Internat auf
die Mitschüler angewiesen ist. Am Ende des Buches wird klar, dass Benjamin auch dieses
Jahr die achte Klasse nicht bestanden hat, und bei seinem Vater leben wird.
Schwierigkeitsgrad
Für die Schüler, die auf Niveau 2 sind, ist dieses Buch ein interessantes Buch, weil in diesem
Roman die Probleme der Jugend klargemacht werden. Die meisten Schüler befinden sich in
derselben Phase ihres Lebens und können sich mit einer der Figuren identifizieren. Für die
Schüler auf dem ersten Niveau kann dieses Buch schwierig sein, vor allem weil das
Vokabular in dem Roman relativ umgangssprachlich ist, und die Umgangssprache nicht in der
Schule gelernt wird.
Die Schüler auf dem dritten Niveau haben keine Schwierigkeiten mit dem Roman. Sie werden
dieses Buch wahrscheinlich als einfach bezeichnen, weil die Struktur der Geschichte nicht
komplex ist.
Didaktische und philologische Analyse
Hier das Schema von Witte, in dem anhand von Indikatoren die Komplikationen des Buches
schnell erkennbar sind.
Dimensio
Indikatoren
Hinweise zu komplizierenden Faktoren
Bereitschaft
Die Schüler, die Niveau 2 sind, haben fast keine Schwierigkeiten
nen
Allgemein
e
mit dem Buch, weil die Hauptstruktur des Textes gut zu verstehen
Vorausset
ist. Für die Schüler, die Niveau 1 sind, kann der Roman zu
zung (um
kompliziert sein. Wenn sie sich richtig anstrengen, können sie die
den Text
Hauptstruktur und die Geschichte gut mitbekommen. Die Schüler,
verstehen
die Niveau 3 sind, haben fast keine Schwierigkeiten mit dem
zu
Buch, auch wenn sie sich nicht wirklich anstrengen.
13
können)
Interessen
Crazy ist ein Buch, das vom Aufwachsen eines Jungens handelt.
Bei dieser Thematik gehören die körperliche und geistige Reifung,
und das impliziert Sex, Mädchen, Alkohol usw. Leser zwischen
15 und 20 Jahren werden sich wahrscheinlich für diese Thematik
interessieren, weil sie sich in der gleichen Altersstufe befinden.
Allgemeinken Die Leser müssen wissen, was ein Internat ist. Auch kann für
ntnisse
dieses Buch die Lebensweise von Kindern der neunziger Jahre
hilfreich sein, aber es ist keine Bedingung. Auch muss man
anerkennen, dass dieser Junge, wie er selber sagt, „Krüppel“ ist,
und deswegen hat er Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Kultur ist
nicht der Leitfaden in diesem Roman und es gibt keine
historischen Tatsachen im Buch.
Spezifische
Für dieses Buch sind keine spezifischen Kenntnisse notwendig.
kulturelle und
Nur das Buch Der alte Mann und das Meer wird genannt, was
literarische
einer der bekanntesten Romane der 20. Jahrhundert ist. Das Buch
Kenntnisse
von Hemingway hat in erster Linie nichts mit Crazy zu tun, aber
es könnte für eine Interpretation interessant sein. Literarische
Kenntnisse sind nicht notwendig, Crazy ist nicht literarisch
kompliziert.
Geübtheit
Vokabular
Die Sprache im Buch ist, bezüglich des Wortschatzes, nicht
bezüglich
schwierig. Einfache Jugendsprache und Vulgärsprache werden
des
benutzt. Diese Sprache werden die Schüler verstehen, weil die
Sprachge
Ausdrücke im Buch häufig verwendet werden, auch im Fernsehen.
brauchs –
Satzkonstrukt
Der Satzbau ist einfach zu nennen. Es sind kurze Sätze, oft Sätze,
vgl.
ionen
die nur aus zwei Wörtern bestehen. Diese Sätze werden kein
GER/ERK
Problem für die N2-Schüler sein. Auch für die N1-Schüler wird
- und
dieses Buch, was Satzkonstruktion betrifft, keine Schwierigkeiten
literarisch
geben. Dieses Buch werde ich auf GER-Niveau A2 einteilen.
14
en Stils
Stil
Der Stil ist einfach, sachlich. Es gibt wenige Metaphern im Buch,
und die Metaphern, die es gibt, sind gut verständlich. Die Art und
Weise, wie das Internat beschrieben wird, ist anschaulich. Wie
Benjamin alles erlebt im Internat wird auf trockener und
sachlicher Weise beschrieben, was für die Schüler einfach zu lesen
ist, und als A2 bezeichnet werden kann.
Geübtheit
Handlung
Die Handlung in Crazy ist gut zu verstehen, und auch die
bezüglich
Gedanken hinter den Aktivitäten sind deutlich. Manchmal ist die
literarisch
Handlung nicht deutlich, das ist vor allem der Fall am Anfang
er
eines neuen Kapitels. Das Tempo der Handlung bietet keine
Verfahren
Probleme für die Leser. Auch werden Gespräche immer
sweisen
abgerundet, was bedeutet, dass sie nicht an einer späteren Stelle
Fortgesetz werden. Die Spannung in der Geschichte ist anwesend,
aber nicht in komplizierten Situationen, nur in typischen
Adoleszenzaktivitäten.
Benjamin denkt oft an seine Eltern, das lenkt von der Geschichte
ab. In der Geschichte denkt Benjamin oft an seine Behinderungen,
und daran, wie das Leben ohne Behinderung hätte sein können.
Chronologie
Die Chronologie im Buch ist normal, es gibt keine Rückblenden
oder Vorausdeutungen.
Erzählstrang
Es gibt nur einen einzigen Erzählstrang im Roman, der leicht
/-stränge
verständlich ist.
Perspektive(n
In Crazy wird alles aus der Perspektive von Benjamin gesehen.
)
Der Leser muss sich deswegen mit Benjamin identifizieren.
Vielleicht wird der Leser sich dadurch an die Internatumgebung
gewöhnen. Es gibt keinen Perspektivwechsel im Roman.
15
Bedeutung(ss
Der N2-Schüler wird einige Schwierigkeiten mit der Geschichte
chichten)
haben, wenn er den Roman zu interpretieren versucht. Am Ende
des Buches begegnen die Jungs einem alten Mann, den die jungen
Männer eigenartig finden. Für den N1-Leser wird dieses Buch
mehrere Schwierigkeiten geben. Der Anfang des Buches scheint
ohne Interpretation zu sein, aber keine Hinweise weisen auf den
Umgang mit anderen Figuren, wie zum Beispiel mit dem Vater.
Für den N3-Leser gibt es im Roman keine Probleme mit der
Interpretation.
Geübtheit
Charaktere
Die Fülle der Figuren wird dem N2-Leser möglicherweise
bezüglich
Schwierigkeiten bereiten. Die Entwicklung von Benjamin wird der
literarisch
Leser ohne Zweifel mitbekommen, und auch seine Auffassungen
er
werden für die Leser aller Niveaus deutlich sein.
Figuren
Für den N1-Leser ist die Entwicklung von Benjamin gut
mitzubekommen, vielleicht wird er sich bei den Gedanken von
Benjamin gelegentlich fragen, was gemeint ist. Der N3-Leser wird
alles problemlos verstehen.
Umfang
In dem Roman sind viele Figuren anwesend, von denen ungefähr
vier bis fünf wirklich wichtig sind. Die meisten Leser, auch auf
dem N1-Niveau, werden die Figuren ohne Probleme in die
Kategorien Haupt- oder Nebenfigur einteilen können.
Verhältnis
Dem Leser muss bewusst sein, dass Benjamin sich in der
Adoleszenz befindet, und deswegen psychisch und körperlich
noch viel durchmacht.
Benutzte
http://www.benjaminlebert.de/
Quellen
Storeide, Anette. 2002. Die Leiden des jungen Benjamin. Benjamin Lebert, der
Roman Crazy und die Popliteratur der neunziger Jahre. In: Alles nur Pop?:
Anmerkungen zur populären und Pop-Literatur seit 1990. Hrsg. von Thomas Jung:
Frankfurt am Main: Lang S. 117-135
relevante
http://www.matthias-kehle.de/rezensionen/lebert_crazy.htm
Quellen
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4418&ausgabe=200112
Vertiefung
16
In diesem Teil sind mögliche Aufgaben zum Buch beschrieben. Der Dozent kann sich
entscheiden, ob er diese Aufgaben weiter ausdenken will und so selber Aufgaben erstellen.
Die möglichen Aufgaben sind auch hier eingeteilt auf Niveau N-1, N und N+1, in diesem Fall
auf Niveau 1, 2 und 3.
N1
Identifikation mit der Hauptperson: Wie siehst du die Zukunft?
Verstehst du was Benjamin gemacht hat? Hättest du das selber auch gemacht?
Was ist der Zusammenhang zwischen den Figuren?
Gedanken rüberbringen: Schreibe einen Brief an X, in dem du deine Gedanken über
Benjamin schreibst.
Schreibe eine kurze Beschreibung von den wichtigsten Tatsachen des Buches, also
eine kurze Zusammenfassung, vergleiche diese mit der von anderen Schülern. Was ist
anders?
N2
Das Beschreiben der Entwicklung von Benjamin, Erweiterung möglich: Entwicklung
von Janosch.
Beschreibe die Freundschaftsbeziehung zwischen Benjamin und Janosch.
Autobiografisch oder nicht? Suche Informationen zu Benjamin Lebert (dem Autor)
und denke dir aus, ob dieses Buch autobiographisch ist oder nicht.
N3
Schreibe einen Vergleich über die Songs, die im Buch vorkommen und in der
Geschichte von Benjamin.
Beziehe den Text Der alte Mann und das Meer auf die Geschichte.
Verfasse eine Rezension.
Wie realistisch ist dieses Buch? Kann man über eine Autobiographie sprechen, und hat
alles wirklich stattgefunden?
Der Dozent kann sich zu Crazy noch Aufgaben ausdenken, die die Beziehung zwischen
Benjamin und seine Familie deutlich macht. Das kann er mittels eines Vergleichs mit einem
anderen Buch machen, wie zum Beispiel Der Vogel ist ein Rabe von Benjamin Lebert. Der
Dozent kann sich Teile des Buches auswählen und diese als Aufgaben verwenden. Diese
Aufgaben zur Beziehungen zwischen Figuren kann der Dozent auch zum Thema Freundschaft
machen, und das Buch Am kürzeren Ende der Sonnenallee von Thomas Brussig benutzen.
Der Dozent kann auch Aufgaben zu der eigenen Belebungswelt der Schüler machen, und sie
fragen, was sie getan hätten, wenn sie Benjamin wären.
17
2.2 Schülerseite
Diese Seite ist für die Schüler gemeint. Sie enthält die Daten des Buches, Information über
den Autor, eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, Leseanweisungen, eine Frage zum
Nachdenken, Lesetipps zu ähnlichen Themen und Lesekommentare von anderen Schülern.
Diese Seite ist nach dem Modell von „Lezen voor de Lijst“ gebildet.10
Benjamin Lebert: Crazy
Köln: Kiepenheuer & Witsch (1999), 175 S.
Gattung: Jugendroman
Themen: Aufwachsen, Adoleszenz, Behinderung, Freundschaft
Niveau: 2
Zum Autor
Benjamin Lebert wurde 1982 in Köln geboren. Sein erster Roman war Crazy, der 1999
erschien als Lebert 17 Jahre alt war. Nach dem Erfolg dieses Romans gab der 17-jährige
Lebert an der New York University Kurse für Creative Writing. Zu
seinen Werken gehören neben seinem Debütroman Crazy noch Der Vogel ist ein Rabe (2003),
Kannst du (2006) sowie der Roman Der Flug der Pelikane (2009).
Zum Inhalt
Die 17-jährige Hauptfigur Benjamin Lebert wechselt zum fünften Mal die Schule.
Schwierigkeiten hat er mit Mathe und Deutsch. Seine Eltern entscheiden sich, ihn in ein
Internat zu schicken. Im Internat befreundet er sich mit Janosch. Benjamin versucht heraus zu
finden, was im Leben wirklich wichtig ist. Sexualität und Alkohol sind für ihn neue
Lebenserfahrungen, die er zu sich nimmt. Wenn er das Mädchen Malen sieht, ist er gleich in
sie verliebt. Er versucht sie für sich zu gewinnen, aber für dieses Ziel muss er viele
Hindernisse überwinden, was noch nicht so einfach ist, denn Benjamin hat eine Behinderung.
Als Benjamin aus dem Internat wegläuft, entdeckt er den Sinn des Lebens.
Leseanweisungen
10
Vgl. http://www.lezenvoordelijst.nl/documents/ex_hermans_leerling.pdf (Standort: 16-07-2011)
18
Der Roman ist geschrieben in der leicht zugänglichen Sprache eines aufwachsenden Jungen.
Er entdeckt das Leben während seiner Pubertät. Weil die Geschichte aus den Augen eines
Gleichaltrigen geschrieben ist, wird viel von dem, was er beschreibt, dir bekannt vorkommen.
Es ist vielleicht schwierig, die Figuren am Anfang kennen zu lernen, dann aber werden die
Figuren dir bekannt vorkommen und sind ihre Handlungen verständlich.
Zum Nachdenken
Das Buch handelt von dem Aufwachsen eines behinderten Jungen. Hätte dieses Buch auch
geschrieben werden können, wenn Benjamin nicht behindert wäre?
Lesetipps zur ähnlichen Themen
Thomas Brussig- Am kürzeren Ende der Sonnenallee
Benjamin Lebert- Der Vogel ist ein Rabe
Jochen Till- Fette Ferien
Friedrich Ani- Wie Licht schmeckt
Kommentare
KunSze:
„Das Buch „Crazy“ von Benjamin Lebert ist ein gelungenes Werk. Mein erster Eindruck war
jedoch aufgrund des umgangssprachlichen Ausdrucks nicht gerade von Begeisterung
gekennzeichnet, sondern eher von Desinteresse. Doch nachdem ich mit dem Inhalt immer
vertrauter wurde, kam es nicht mehr auf die Ausdrucksweise an, sondern auf die hier
geschilderten Probleme zwischenmenschlicher Beziehungen eines „Außenseiters“ mit seinem
Umfeld. In lässiger, lockerer Art, aber teilweise auch sehr gewöhnlicher Umgangssprache,
beschreibt der junge Autor Begebenheiten aus dem Alltag Jugendlicher. Beeindruckend für
mich ist, dass Benjamin als körperlich Behinderter einen festen Platz in einer Jugendgruppe
gefunden hat – und das mit voller Akzeptanz.“
http://www.lerntippsammlung.de/Crazy-von-Benjamin-Lebert.html
Julia:
„Er findet Anschluss und Freunde, verliebt sich – natürlich – und den sporadischen Feind gibt
es auch. Fast könnte man meinen, er ist gar nicht behindert, so sehr ist die halbseitige
Lähmung Teil von ihm. Benjamin ist eben Benjamin. Kein Mensch schert sich ernsthaft um
das hinterher gezogene Bein.“
19
http://www.blog-barrierefrei.de/crazy-ein-buch-von-benjamin-lebert-erzaehlt-die-geschichteeines-halbseitig-gelaehmten-jungen/
Tomasso:
„Er ist zwar recht einfach und nicht sehr tiefgründig geschrieben, dadurch läßt sich das Buch
aber sehr gut lesen. Ist bei diesem Thema gar nicht mal so schlecht. Das Buch ist in der
typischen Jugendsprache geschrieben. Ist mal was anderes. Also ich finde es ganz ok. Aber es
gibt auch einige negative Dinge, die mir sehr missfallen haben. So wiederholt er sich sehr oft(
Florian, den alle nur Mädchen nennen- keine Ahnung wie oft das im Roman vorkommt! 150
Mal?! Viel zu oft. Gleiches gilt auch für das Wort Crazy!!). Leider schreibt er von viel zu
vielen Sachen die mich absolut nicht interessieren( bestimmt nicht nur mich). Er schmückt
einzelne Handlungen sehr aus- ist manchmal schon zuviel des guten.“
http://www.ciao.de/Crazy_ab_14_Lebert_Benjamin__Test_2224305
20
2.3 Aufgaben zu Crazy
In diesem Teil gibt es die Aufgaben zum Buch Crazy. Die Aufgaben werden stufenweise
schwieriger, was die literarische Entwicklung prägen soll.
Crazy – Benjamin Lebert
Aufgabe 1
Niveau 1
Studierzeit (SLU): 0,5
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Zusammenhang suchen zwischen dem Umschlag und dem Inhalt
Umschlag
1. Auf dem Umschlag des Buches siehst du eine umgekehrte Abbildung. Woraufhin
deutet diese Abbildung? Begründe deutlich warum du das glaubst.
2. Kann man sagen, dass der Umschlag auch „crazy“ ist?
Aufgabe 2
Niveau 1
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell/zu
zweit
Ziel: Zusammenfassen
Inhalt
1. Erstelle eine Zusammenfassung des Buches von ungefähr 250 Wörtern.
2. Gib einem Mitschüler deine Zusammenfassung, erkläre wieso du dich für diese
Teile in deiner Zusammenfassung entscheiden hast.
Aufgabe 3
Niveau 1
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Analyse Hauptfigur
Hauptfigur
1. Verstehst du was Benjamin in dieser Geschichte gemacht hat? Wieso ist er vom
Internat weggelaufen?
2. Wenn du Benjamin wärest, hättest du das auch gemacht? Begründe deine
Meinung.
3. Wie siehst du die Zukunft von Benjamin?
Aufgabe 4
Niveau 1
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Bewerten der Aktionen im Buch, analysieren
Brief
1. Stell dir vor: du wärest ein Freund von Benjamin, der jetzt bei seinen Eltern wohnt.
Du hast den Roman gelesen und willst Benjamin sagen, was du von der Geschichte
21
fandst, und was du ihm empfehlen würdest. Der totale Text sollte ungefähr ein A4Blatt umfassen.
Aufgabe 5
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 2
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Entwicklung der Figuren erkennen
Entwicklung
1. Beschreibe die Entwicklung von Benjamin. Suche dazu mindestens zehn Zitate,
die deine Gedanken über die Entwicklung unterstützen.
2. Entwickelt Benjamin sich im Allgemeinen wie jeder andere Junge? Das heißt,
entwickelt er sich normal?
Aufgabe 6
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: In Paaren
Ziel: Beschreiben der Beziehung zwischen Janosch und Benjamin
Freundschaft
1. Arbeitet zu zweit: Der eine Schüler beschreibt die Entwicklung von Janosch, der
andere die Entwicklung der Freundschaft zwischen beiden. Benutzt hierbei auch
die letzte Aufgabe.
2. Erklärt euch gegenseitig wie eurer Meinung nach diese Entwicklung stattfand.
Aufgabe 7
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Gruppenarbeit
Ziel: Zusammenhang suchen zwischen Autobiografie und Fiktion.
Autobiografie
Eine Autobiografie ist die Beschreibung der eigenen Lebensgeschichte. Das Besondere dieser
literarischen Form besteht in der Identität zwischen Autor und Erzähler sowie Erzähler und
Protagonisten. Das heißt, dass es ein Verhältnis zwischen Autor und Hauptperson gibt.
1. Suche Information zum Autor. Gibt es Unterschiede/ Übereinstimmungen
zwischen Benjamin (Hauptfigur) und Benjamin (Autor)?
2. Denke dir aus, ob das Buch autobiografisch ist oder nicht. Was ist Fiktion und was
ist wirklich passiert? Können wir diese Frage als Leser beantworten? Schreib die
Ergebnisse auf. Vergleich die Ergebnisse mit anderen.
22
Aufgabe 8
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Reflektion des Themas
1. Suche einen Songtext, der gut zum Thema passt. Notiere den Titel und den Sanger/
die Sängerin und schreibe, wieso dieser Song gut zum Thema passt. Benutze für diese
Begründung mindestens 100 Wörter.
2. Suche auch ein Gemälde zu diesem Thema. Notiere den Titel und den Maler.
Erkläre wieso dieses Gemälde gut zum Buch passt. Benutze auch für diese Erläuterung
mindestens 100 Wörter.
Aufgabe 9
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell/ in
Paaren
Ziel: Höhepunkte des Buches erkennen
1. Suche im Buch vier Absätze, die deiner Meinung nach für die Geschichte am
wichtigsten sind. Begründe wieso du gerade diese Absätze ausgewählt hast.
2. Vergleich mit einem Mitschüler deine ausgewählten Absätze. Welche sind
unterschiedlich, und wieso habt ihr unterschiedliche Absätze ausgewählt?
Aufgabe 10
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Gruppenarbeit
Ziel: Reflektion des Perspektives
Es gibt drei Arten Erzählperspektiven. Eine Erzählperspektive ist die Art und Weise, wie eine
Geschichte erzählt wird. Die meist verwendeten Erzählperspektiven sind: Ich-Perspektive,
der allwissende Erzähler und die personale Erzählsituation. Die Ich-Perspektive handelt
von einer Perspektive, in der der Leser die Gedanken der Hauptperson erfährt. Der
allwissende Erzähler sieht alles, und erzählt alles in dritter Person. In der personalen
Erzählsituation tritt ein Erzähler auf, der auch in der Geschichte auftritt, aber nicht unbedingt
die Hauptfigur ist.
1. Das Buch Crazy ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Schreibe eine Seite aus
dem Buch in eine andere Perspektive um.
2. Welche Konsequenzen hat diese Perspektivenänderung? Begründe.
Aufgabe 11
Niveau3
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Zusammenhang zwischen außertextlichen Elementen und Text
1. In dem Text kommen viele Songtitel vor. Suche die Texte von 2 dieser Songs.
23
2. Beziehe die Texte auf die Geschichte. Wähle bestimmte Zitate aus dem Buch, auf
die du die Songtexte beziehst. Erläutere auch, wieso du gerade diese Zitate gewählt
hast.
3. Suche noch ein Lied, das von dieser Thematik handelt.
Aufgabe 12
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 2
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Identifikation mit Figuren
1. Suche im Text fünf Zitate, die die Gedanken und Gefühle der Hauptfigur deiner
Meinung nach gut widerspiegeln. Gib auch die Seitenzahlen an und argumentiere
jeweils, worum du dieses Zitat für Benjamins Charakter repräsentativ findest.
2. Versuche dich in Benjamin hineinzuversetzen und beschreibe in einem Text von
ungefähr 100 Wörtern, wie sehr Benjamin durch seine Umgebung, in der er
aufwächst geprägt ist. Was ist zum Beispiel der Einfluss seines Vaters bei der
Erziehung von Benjamin?
Aufgabe 13
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 2
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Schreiben einer Rezension
1. Schreibe eine Rezension. Nimm als Vorbild eine Rezension von der Internetseite
http://www.perlentaucher.de . Denke dir aus, was du gut am Buch fandst, und was
nicht. Denke zum Beispiel an Schreibweise, Figuren usw. Diese Rezension sollte
mindestens eine A4-Seite betragen.
24
3. Faserland
Im folgenden Teil werden der Quick-Scan, die Schülerseite und die Aufgaben zu Faserland
behandelt. Die Daten zum Autor und Buch sind für sowohl der Dozent als auch für die
Schüler vorhanden. Der Dozent und die Schüler verfügen über dieselbe Informationen zum
Autor und Buch.
3.1 Quick-Scan Faserland
In dem Quick-Scan sind einige Daten über den Autor und den Inhalt vorhanden. Die
didaktische und philologische Analyse und die Vertiefung sind aber nicht für die Schüler
gemeint.
Faserland
Christian Kracht
Köln
Kiepenheuer & Witsch
1995
158 Seiten
Schwierigkeitsgrad: 3
GER-Niveau: B1/B2
(Für diesem Buch habe ich das Niveau B1/B2 gewählt, weil das Buch sich zwischen diesen
Niveaus befindet, obwohl mehr B1 als B2. Das Buch ist deutlich geschrieben, aber es gibt
viele Nebensätze, die für die Schüler keine wichtige Informationen bringt, und es manchmal
unnötig schwierig macht für den wenig erfahrenen Leser. Sie lesen und verstehen die
Erfahrungen und Ergebnisse der Ich-Figur. Die Schüler können die Hauptpunkte verstehen,
wenn klare Sprache verwendet wird, obwohl die Geschichte nicht immer deutlich beschrieben
ist, werden die Schüler die Geschichte verstehen.
Von: Jeroen van Klei
Einführung
Christian Kracht (1966, Saanen) war in Deutschland als Journalist für B.Z., Tempo und Der
Spiegel tätig. Sein erster Roman Faserland erschien 1995. Das Buch wurde als eines der
wichtigsten Bücher der Popliteratur bezeichnet. Das Buch hat mehrere Merkmale, die für die
Popliteratur kennzeichnend sind: Sex, Alkohol, Drogen und Markenbezeichnungen. 1999
schrieb er Tristesse Royale zusammen mit den Pop-Autoren Joachim Bessing, Eckhart Nickel,
25
Alexander von Schönburg und Benjamin von Stuckrad-Barre. Im Jahre 2001 erschien der
Roman 1979. Sein Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten, erschien
2008.
Inhalt
Der Ich-Protagonist geht auf eine Reise von Nord nach Süd. Er fängt auf Sylt an und geht
nach dem Süden. Unterwegs begegnet er alten Bekannten, die ihm alle komisch scheinen.
Alle Figuren, denen er unterwegs auf Partys begegnet, sind drogensüchtig. Sie benutzen viel
Alkohol und haben viel Sex. Diese Partys sind symbolisch für die Hoffnungslosigkeit des
Protagonisten, wenn er negative Entwicklungen bemerkt, bleibt er immer passiv. Der IchProtagonist beobachtet die Dekadenz seiner Generation, und versucht auch nicht die
Abwärtsspirale zu durchbrechen.
Schwierigkeitsgrad
Für die Schüler, die auf Niveau 3 sind, ist dieses Buch gut lesbar. Diese Schüler werden sich
mit der Struktur der Geschichte auskennen und deshalb auch gut verstehen, was in dieser
Geschichte vorfällt. Manchmal können Elemente in diesem Roman erscheinen, die den
Schülern unbekannt sind, zum Beispiel Drogen und die Einsamkeit. Für die N4-Schüler ist
das Buch wahrscheinlich kein Problem. Sie werden sich mit den Rückblenden auskennen. Für
die N2-Schüler ist es wichtig, dass sie motiviert und konzentriert sind, weil Faserland
vielleicht für sie Schwierigkeiten geben kann.
Didaktische und philologische Analyse
Hier das Schema von Witte, in dem anhand von Indikatoren die Komplikationen des Buches
schnell erkennbar sind.
Dimensio
Indikatoren
Hinweise zu komplizierenden Faktoren
nen
26
Allgemein
Bereitschaft
Die Schüler, die Niveau 3 sind, haben fast keine Schwierigkeiten
e
mit dem Buch, weil die Haupthandlung des Textes gut zu
Vorausset
verstehen ist, aber wenn die Leser nicht motiviert sind, wird die
zung (um
Geschichte ihnen Schwierigkeiten bereiten, weil die Geschichte
Text
alles umfangreich beschreibt und man schnell über was hinauf
verstehen
liest. Für die N2- Schüler kann der Roman zu kompliziert sein,
zu
wenn sie nichts von der Popkultur und Lebensweise von dem
können)
Protagonisten wissen. Wenn sie motiviert sind, ist das Buch für
diese Schüler lesbar.
Die Schüler, die auf Niveau 4 sind, haben fast keine
Schwierigkeiten mit dem Buch, wenn sie sich für die Thematik
öffnen wollen.
Interessen
Faserland ist ein Buch, das von der Einsamkeit in der Gesellschaft
handelt. Der Protagonist scheint beliebt zu sein, weil er in jeder
Stadt, in die er kommt, Freunden begegnet. Auch kommen in dem
Roman viele Marken, viele Drogen und alles, was zur populären
Jugendszene gehört, vor.
Allgemeinken Die Leser müssen über allgemeine topographische Kenntnisse
ntnisse
verfügen, wo die Orte sind, die die Hauptfigur besucht. Was auch
hilfreich ist, sind Kenntnisse über Musik und die Vergangenheit
von Deutschland.
Spezifische
Für dieses Buch sind spezifische Kenntnisse notwendig. Man
kulturelle und
muss wissen, dass diese Generation sich einsam fühlte und fast
literarische
alles versuchte, Spaß zu machen, und dazu gehören auch Drogen
Kenntnisse
und viel Alkohol. Faserland ist nicht komplex geschrieben, aber
es gibt Rückblenden im Buch. Diese können die Aufmerksamkeit
von der Haupterzählung ablenken.
Geübtheit
Vokabular
Der Wortschatz im Buch ist nicht schwierig. Kracht benutzt viele
bezüglich
Adjektive, um die Situationen zu beschreiben. Das Buch kann
des
gelesen werden, wenn man auf dem B1Niveau des gemeinsamen
Sprachge
europäischen Referenzrahmens ist.
27
brauchs –
Satzkonstrukt
Die Satzkonstruktion ist an sich einfach, aber Kracht schreibt mit
vgl.
ionen
vielen Nebensätzen, sodass der Fokus des unerfahrenen Lesers
GER/ERK
schnell abgelenkt wird. Er schreibt über alles und kommt vom
- und
Hundertsten ins Tausendste, aber die Schüler auf dem Niveau 3
literarisch
und höher, was mit dem B1/B2 Niveau des GER gleichzusetzen
en Stils
ist, werden keine Schwierigkeiten mit den Satzkonstruktionen
haben.
Stil
Der Stil des Buches ist vor allem beschreibend. Der Erzähler
beschreibt fortwährend seine eigenen Gefühle und auch seine
Gedanken. In den vielen Nebensätzen ist eine Unzahl Information
aufgenommen, die nicht direkt für die Geschichte interessant ist.
Die Schüler werden aber die Geschichte verstehen, wenn sie sich
auf dem B1-Niveau des GER befinden.
Geübtheit
Handlung
Die Handlung in Faserland ist gut zu verstehen, aber die
bezüglich
Gedanken hinter den Aktivitäten sind oft nicht gleich deutlich.
literarisch
Wenn die Geschichte nicht klar ist, ist es notwendig, mehr
er
Information zu suchen. Für einige Schüler wird das bedeuten, dass
Verfahren
sie oft etwas nachschlagen sollen.
sweisen
Spannung in der Geschichte ist nicht anwesend, man empfindet
vielleicht Spannung, wenn man sich fragt, wo der Protagonist jetzt
hin geht. Es scheint, als ob die Hauptfigur selber keine Ahnung
hat, wo er jetzt hingehen sollte.
Chronologie
Die Chronologie im Buch ist normal, es gibt nur einige
Rückblenden und Vorausdeutungen.
Erzählstrang
In dem Roman gibt es nur einen wichtigen Erzählstrang, und das
/-stränge
ist die Reise, die die Ich-Figur macht.
Perspektive(n
In Faserland wird alles aus der Perspektive des Protagonisten
)
gesehen. Es gibt keinen Perspektivwechsel. Der Leser wird
dadurch mit der ungewöhnlichen Lebensweise konfrontiert.
28
Bedeutung(ss
Der N3-Leser kann sich gut eine Interpretation ausdenken. Der
chichten)
Schüler hat eine ausreichende Kompetenz, diese Geschichte zu
interpretieren und zu verstehen. In dem Roman gibt er aber
mehrere Interpretationsmöglichkeiten. Diese sind für die Schüler,
die auf Niveau 2 und 3 sind, wahrscheinlich schwer zu
interpretieren. N4-Schüler haben, mit Hilfe, weniger Probleme
diese Teile zu interpretieren. Schüler, die auf Niveau 2 sind,
werden vielleicht die Reise, die die Figur macht, nicht verstehen,
und auch nicht, wieso er nicht in einem Ort bleibt.
Geübtheit
Charaktere
Der Leser hat wahrscheinlich Schwierigkeiten, wenn er versucht,
bezüglich
die Gedanken der Ich-Figur zu verstehen. Die Ich-Figur handelt
literarisch
nämlich auf eine merkwürdige Weise. Diese Handlungsweise ist
er
für Schüler schwer zu verstehen, weil sie sich nie in so einer
Figuren
Situation befunden haben. Die N2-Schüler brauchen Hilfe, um die
Figur zu verstehen; eine Notiz zu den Figuren wird hilfreich für
die Leser sein. N-4 Schüler haben keine Probleme mit den
Charakteren, sie werden die Figuren schnell analysiert haben, weil
sie in der Literatur wahrscheinlich öfter auf solche Figuren
gestoßen sind.
Umfang
In der Geschichte sind viele Figuren anwesend, aber vier oder fünf
von diesen sind wirklich wichtig für die Geschichte. Die Leser
müssen gut behalten, wer wer ist, sonst werden sie die Handlung
nicht verstehen. Da viele Figuren ein zweites Mal erscheinen,
könnte es sinnvoll sein, sich eine Notiz zu den Figuren zu machen.
Verhältnis
Der Leser muss sich davon bewusst sein, dass der Protagonist sehr
dekadent ist. Er tut alles, was er will. Das macht er nicht, weil er
es wirklich will, sondern weil er nichts anderes weiß.
Benutzte
http://www.christiankracht.com/
Quellen
Neuhaus, Stefan. 2004. Was ist das mit den Müttern? Was geht hier ab? In: Poppop-populär. Popliteratur und Jugendkultur. Hrsg. von Johannes G. Pankau:
Bremen, Oldenburg: Universitätsverlag Aschenbeck & Isensee. S. 68-84
Jung, Thomas. 2002. Alles nur Pop?: Anmerkungen zur populären und PopLiteratur seit 1990. Frankfurt am Main: Lang
29
relevante
http://www.literaturschock.de/buecher/3423129824.htm
Quellen
http://www.suite101.de/content/christian-kracht-faserland-a60545
Degler, Frank; Paulokat, Ute. 2008. Neue Deutsche Popliteratur. Paderborn:
Wilhelm Fink Verlag
Vertiefung
In diesem Teil sind mögliche Aufgaben zum Buch beschrieben. Der Dozent kann sich
entscheiden, ob er diese Aufgaben weiter ausdenken will und so selber Aufgaben erstellen.
Die möglichen Aufgaben sind auch hier eingeteilt auf Niveau N-1, N und N+1, in diesem Fall
auf Niveau 2, 3 und 4.
N2
Das Beschreiben der Entwicklung des-Protagonisten.
Das Beschreiben der Figuren.
Das Erstellen eines Figuren-Netzes: auf welche Weise sind die Figuren miteinander
verbunden?
Reagieren auf Thesen, die vom Buch handeln.
N3
Heraussuchen, wie das Ende gemeint ist.
Verfassen einer Rezension.
Fragen an den Autor.
Ist es möglich, sich in diese Figur hinein zu versetzen?
Geschichte zu den Städten. (was ist dort passiert)? Hat das etwas mit dem Roman zu
tun?
N4
Eine Interpretation zum (Teil des) Buch(es).
Finde heraus, wie diese Generation sich selber sah.
Die Gedanken der Ich–Figur analysieren und interpretieren.
Zu diesem Buch kann der Dozent sich auch entscheiden, Sekundärliteratur zu benutzen. Er
kann mit dem Artikel Was ist das mit den Müttern? Was geht hier ab? von Neuhaus
Aufgaben zu der Erziehung des Protagonisten erstellen.
Auch der Artikel über den Generationskonflikt Pop – Golf – Klatsch : literatur (sic!) der
deutschen Jungautoren im Spiegel der Presse von Éric Leroy du Cardonnoy kann interessant
30
sein im Bezug zu Faserland. Es ist dem Dozenten überlassen, ob er diesen Artikel (oder
Teile) benutzt. Zu diesem Buch kann das Buch von Degler und Paukolat, Neue deutsche
Popliteratur, auch verwendet werden. Der Dozent kann sich auch einfach analytische
Aufgaben ausdenken, oder Aufgaben zum Stil des Buches, die mithilfe von dem Buch Alles
nur Pop? von Jung beantwortet werden können.
31
3.2 Schülerseite
Diese Seite ist für die Schüler gemeint. Sie enthält die Daten des Buches, Information über
den Autor, eine kurze Zusammenfassung des Inhalts, Leseanweisungen, eine Frage zum
Nachdenken, Lesetipps zu ähnlichen Themen und Lesekommentare von anderen Schülern.
Diese Seite ist nach dem Modell von „Lezen voor de Lijst“ übernommen.11
Christian Kracht: Faserland
Köln: Kiepenheuer und Witsch (1995), 158 S.
Niveau 3
Gattung: Poproman
Themen: Gesellschaft, Selbstbild, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit
Zum Autor
Christian Kracht (1966, Saanen, die Schweiz) war in Deutschland als Journalist für Tempo
und Der Spiegel tätig. Sein erster Roman Faserland erschien 1995. Das Buch wurde als eines
der wichtigsten Bücher der Popliteratur bezeichnet. Das Buch besitzt mehrere Merkmale der
Popliteratur: Sex, Alkohol, Drogen und Markenbezeichnungen. 1999 schrieb er Tristesse
Royale zusammen mit den Pop-Autoren Joachim Bessing, Eckhart Nickel, Alexander von
Schönburg und Benjamin von Stuckrad-Barre. Im Jahre 2001 erschien der Roman 1979. Sein
Roman Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten erschien 2008.
Zum Inhalt
Der Protagonist geht auf eine Reise von Nord nach Süd. Er fängt auf Sylt an und geht nach
dem Süden. Unterwegs begegnet er alten Bekannten, die ihm alle komisch scheinen. Alle
11
Vgl. http://www.lezenvoordelijst.nl/documents/ex_hermans_leerling.pdf (Standort: 16.07.2011)
32
Figuren, denen er unterwegs auf Partys begegnet, sind drogensüchtig. Sie benutzen viel
Alkohol und haben viel Sex. Diese repräsentieren nicht positive Erlebnisse, sondern sie
dienen für die Hoffnungslosigkeit. Der Ich-Protagonist beobachtet die Dekadenz seiner
Generation, und versucht auch nicht die Abwärtsspirale zu durchbrechen.
Lesehinweise
Es gibt viel Markennamen im Roman, einige werden dir unbekannt vorkommen, schlage
diese Namen nach. Die Geschichte wird aus den Augen eines jungen Mannes geschildert,
deswegen wird er dir nicht ganz fremd scheinen. Es ist zu empfehlen, zu jeder Figur eine
kurze Notiz zu machen, denn fast alle Figuren erscheinen ein zweites Mal.
Zum Nachdenken
Ist die Lebensweise des Protagonisten nicht zu übertrieben? Hätte dieses Buch auch
geschrieben werden können, wenn der Protagonist einen Job hätte (denk hierbei an die Zeit,
die er verbringt).
Lesetipps zu ähnlichen Themen
Das popkulturelle Quintett (Christian Kracht, Eckhart Nickel, Benjamin von Stuckrad-Barre
und Joachim Bessing), Tristesse Royale, 2001
Alexa Hennig von Lange, Relax, 1999
Christian Kracht, Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten, 2008
Kommentare
Antje Levchenko:
„Das Buch ist einfach nur geil! Niemals zuvor habe ich eine Figur so unsympathisch, so
penetrant gefunden, sogar eklig. Bei diesem Buch bin ich mittendrin, ganz bei dem "Helden".
Und das nicht, weil er mir leid tut oder ich ihn so nett finden würde. Sondern, ach... keine
Ahnung...
Ich kann nicht sagen, woran das liegt, aber ich denke, die Kritik unterschätzt das Werk
gewaltig. Ich selbst bin Sprach- und Literaturwissenschaftlerin. Aber dieses Buch möchte ich
einfach nur lesen. Die aktuelle Literatur reizt mich meist nur zum analysieren, Christian
Kracht zum lesen.“
http://www.literaturschock.de/buecher/3423129824.htm
33
Hannes Hab:
„Das Buch Faserland von Christian Kracht ist meiner Meinung nach eine anspruchslose
Lektüre. Das widerspiegelt wiederum den dumpfen Alltag des lyrischen Ichs, der von einer
Party zur nächsten treibt ohne je eine konkrete Vorstellung davon zu haben, was er will. So
wie er seine Mitmenschen beschreibt, sieht es in ihm innerlich aus: Er ist oberflächlich,
emotionslos, in seiner inneren Leere gefangen und "fertig".
Wenn ich mir vorstelle, dass lyrische Ich auf einer Party zu treffen, so, denke ich, würde ich
ihn mit seinem teilnahmslosen und isolierten Erscheinen kaum bemerken. Er gehört zu der
Sorte Mensch, die sich zu allem und jedem ihren Teil denken, sich aber nicht artikulieren. Er
ist also nicht gesellschaftsfähig. Doch dort, wo er sich meistens aufhält, auf Partys, ist er nun
mal permanent von Gesellschaften umgeben. Während er am Anfang der Erzählung noch
Konversation führte, nimmt das immer mehr ab. Es macht sich eine regelrechte
Sprachohnmacht breit, die auch den Leser nicht unberührt lässt, da es sehr anstrengend ist mit
jemandem mitzufühlen, der sich seiner Umwelt entzieht, aber doch permanent von ihr
umgeben ist. Jeglicher Versuch in Einklang mit ihr zu treten scheitert.“
http://www.literaturschock.de/buecher/3423129824.htm
Julia Hisge:
„Faszinierend, wie sehr dieses Buch polarisiert hat. Immer wieder betonen Kritiker, dass man
Faserland nur lieben oder hassen kann. Ob das wirklich so ist? Mir persönlich war der
Protagonist völlig unsympathisch. Auch seine Freunde und Bekannte habe ich nicht gemocht.
Aber deshalb hasse ich freilich das Buch nicht. Andererseits liebe ich es auch nicht, womit die
Behauptung des Entweder-Oder bereits widerlegt wäre.
Im Endeffekt lautet deshalb mein Fazit: Faserland kann/soll/muss man lesen, um mitreden zu
können. Ein junger Klassiker sozusagen. Die 169 Seiten-Reise ist kurzweilig und füllt einen
netten Lesenachmittag. Lohnen tut es sich allemal, denn, glauben Sie mir, sicher wird man
irgendwann bei einem Glas Rotwein mal in eine Diskussion über Christian Kracht verwickelt:
und wer will dann schon zugeben, dass er Faserland nicht kennt!“
http://literaturnetz.com/index.php?/200708237987/Buch/Belletristik/Faserland.html
34
3.3 Aufgaben zu Faserland
In diesem Teil gibt es die Aufgaben zum Buch Faserland. Die Aufgaben werden stufenweise
schwieriger, was die literarische Entwicklung prägen soll.
Faserland- Christian Kracht
Aufgabe 1
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Beschreibung des Settings
Setting
1. Beschreibe in ungefähr 30 Wörtern, in welcher Zeit die Geschichte sich
abspielt.
2. Beschreibe die Reise, die die Ich-Figur macht, in ungefähr 50 Wörtern.
3. Kann man sagen, dass das Setting mit unserer heutigen Zeit übereinstimmt?
Aufgabe 2
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell/zu zweit
Ziel: Beschreibung der Entwicklung von dem Ich-Protagonisten
Entwicklung
1. Arbeitet in Paaren. Entscheide dich, ob du den Anfang des Buches oder das Ende
beschreiben willst. Beschreibe, was die Ich-Figur im ersten und im letzten Kapitel des
Buches denkt.
2. Vergleicht eure Analysen. Hat die Ich-Figur sich eurer Meinung nach entwickelt, oder
ist er am Ende noch immer wie am Anfang?
Aufgabe 3
Niveau 2
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Beschreibung der Figuren
Figurennetz
35
1. Schreibe alle Figuren, die im Buch vorkommen, auf. Ordne die Figuren einander zu.
Sind es Hauptfiguren oder Nebenfiguren?
2. Beschreibe, wie die Figuren miteinander verbunden sind. Sind es Liebespaare,
Freunde, Kollegen, usw.?
Aufgabe 4
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Bewertung der Handlung im Buch
Brief
1. Stell dir vor: du wärest ein Freund des Autors, und du willst wissen, wie er den Roman
gemeint hat, was er mit dem Roman sagen und/oder zeigen wollte. Du zweifelst jetzt
daran, ob das Buch nur einfach die Hoffnungslosigkeit der Ich-Figur schildern soll,
oder gibt es doch mehr? Schreibe ihm einen Brief von ungefähr 250 Wörtern, in dem
du ihn die Frage stellst, was er wirklich meinte. Gib/Erwähne Beispiele in dem Brief!
Aufgabe 5
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 2
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Schreiben eines Briefes
Entwicklung
1. Stell dir vor: du surfst im Internet, und siehst einen Aufruf eines deutschen Mädchens.
Sie möchte gerne wissen, was Schüler in anderen Ländern von dem Roman Faserland
denken. Du nimmst Kontakt auf. Schreibe einen Brief von ungefähr 400-500
Wörtern, in der du deine Meinung in Bezug auf Faserland wiedergibst. Erwähne was
du gut am Buch fandest, und was weniger gut.
Aufgabe 6
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Interpretieren
Interpretation
36
1. Such heraus, wie der Autor das Ende der Geschichte (die letzte Seite) gemeint hat.
Vergleiche das Ende mit dem Mythos von dem Styx aus der griechischen Mythologie.
Den Bezug zwischen Texten nennt man Intertextualität.
2. Könnte man sagen, der Schiffer ist Charon, und die Ich-Figur ist ein Toter? Das heißt,
verübt die Ich-Figur hier Selbstmord? Schreibe deine Meinung auf (mindestens 75
Wörter), und vergleiche sie mit der Meinung anderer Schüler.
Intertextualität bedeutet, dass ein Teil des Textes Bezug hat auf einen anderen Text. Das
kann sich auf die Form beziehen, aber auch inhaltlich sein.
Aufgabe 7
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 1
Bearbeitung: In Paaren
Ziel: Zusammenhang suchen zwischen Autobiografie und Fiktion
Autobiografie
Eine Autobiografie ist die Beschreibung der eigenen Lebensgeschichte. Das Besondere dieser
literarischen Form besteht in der Identität zwischen Autor und Erzähler sowie Erzähler und
Protagonisten. Das heißt, dass es ein Verhältnis zwischen Autor und Hauptfigur gibt.
1. Ist diese Geschichte deiner Meinung nach eine Autobiographie? Wenn ja, begründe
deine Meinung. Wenn nein, wieso denn nicht?
2. Vergleich deine Meinung mit einem/einer Schüler/In, der/die eine andere Meinung
hat. Versuch den/ die anderen Schüler zu überzeugen, wieso du deiner Meinung nach
Recht hast.
Aufgabe 8
Niveau 3
Studierzeit (SLU): 2/3
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Geschichte und Setting
1. Wie du schon bemerkt hast, besucht der Protagonist viele Orte. Suche heraus, was dort
in den Städten passiert ist. Suche relevante Tatsachen!
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2. Versuch diese Information mit dem Text zu verknüpfen. Gibt es in den Städten
historische Tatsachen, die mit dem Roman zu tun haben?
Aufgabe 9
Niveau 4
Studierzeit (SLU): 2
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Interpretation
Interpretation
1. Das sechste Kapitel des Buches handelt von der Party, die die Ich-Figur und Rollo
besuchen. In dem Kapitel gibt es viele Hinweise auf den Tod. Schreib diese auf.
2. Denk dir aus, worauf diese Hinweise deuten. Begründe deine Gedanken.
Aufgabe 10
Niveau 4
Studierzeit (SLU): 3
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Gedanken der Ich-Figur analysieren
Analyse
1. Du hast schon die Ich-Figur im ersten und letzten Kapitel des Buches analysiert.
Analysiere ihn auch in einem der übrigen Kapitel.
2. Schreibe aus diesem Kapitel zehn Zitate auf, in denen deutlich ist, wie er sich selber
sieht, und über sich und die Gesellschaft denkt. Begründe deine Wahl.
3. Gibt es überhaupt Sachen im Buch, die er mag? Suche diese, und schreibe sie auf.
Aufgabe 11
Niveau 4
Studierzeit (SLU): 2
Bearbeitung: Individuell
Ziel: Reagieren auf eine Rezension
1. Reagiere auf einen Lesekommentar. Nimm einen der obenstehenden Lesekommentare
und lies den ganzen Text. Wähle einen, auf den du reagieren willst.
2. Schreibe einen Lesekommentar, in der du den Protagonisten beschreibst, und erkläre,
wieso du dem Kommentator zustimmst, oder nicht. Dieser Text sollte ungefähr 500
38
Wörter lang sein, und du solltest es auch als Referat präsentieren können. Denke dir
gut aus, was deine Mitschüler am Ende des Referats fragen könnten.
3. Halte das Referat und versuche deutlich zu machen, wieso du dem Kommentator
zustimmst oder nicht.
Aufgabe 12
Niveau 4
Studierzeit (SLU): 3
Bearbeitung: in Paaren
Ziel: Meisterwerk
1. Fertige zusammen mit einem anderen eine Powerpoint-Präsentation an, in der ihr
Faserland als Meisterwerk der deutschen Literatur vorführt.
2. Beschreibe in der Präsentation:
-
Die wichtigsten Figuren,
-
Das Setting,
-
Eine Zusammenfassung,
-
Die gesellschaftliche Debatte über die Themen des Buches. (Suche dazu Rezensionen
im Internet, erwähne die Quelle!)
3. Benutze hierzu Videofragmente von Situationen, die den Protagonisten beschreiben.
4. Halte die Präsentation.
39
4. Reflexion der Aufgaben
Die Entwicklung der literarischen Kompetenz war das Hauptthema der Aufgaben. Anhand der
Dissertation von Witte sind die Aufgaben auf einem bestimmten Niveau hergestellt, um die
Kompetenz zu fördern. Die Faktoren, die Witte in seiner Dissertation nennt, waren die Basis
der Fragen. In diesem Teil wird die Begründung der Aufgaben behandelt.
 Aufgabe 1 von Crazy ist auf Basis von Wittes Ansatz angemessen, denn das Ziel der
Aufgabe war es, einen leichten, positiven Einstieg in die Literatur zu erstellen. Die
Schüler können mit dieser Aufgabe den Inhalt des Buches leicht mit dem Umschlag
verknüpfen, was auch die Einsicht in das Buch weiterentwickelt. Diese Aufgabe
fordert eine subjektive Antwort, was auf diesem Niveau gewöhnlich ist.
 Aufgabe 2 war die Erstellung einer Zusammenfassung. Hier wurde nichts über die
Struktur des Textes gefragt, was hemmend sein kann. Das zweite Teil der Aufgabe ist
auf die positive Kommunikation zwischen den Schülern gerichtet; die Schüler sollten
einander positiv über das Buch erzählen, diese Kommunikation stimuliert das
Verhältnis zu diesem Buch und der Literatur.
 Aufgabe 3 war eine einfache Analyse der Hauptfigur. Mittels dieser Aufgabe wird die
Überleitung zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur gemacht. Hier ist auch
Spannung anwesend, die Schüler müssen angeben, was sie gemacht hätten, wenn sie
Benjamin gewesen wären. Mit dieser Aufgabe können sie sich weiter in die Figur
hineinleben, was eine Voraussetzung für das zweite Niveau ist. Diese Aufgabe ist vor
allem subjektiv, und stimuliert die Sympathie oder Antipathie zur Hauptfigur.
 Aufgabe 4 ist auch als Überleitungsaufgabe auf das nächste Niveau gemacht. Hier
fließen die zwei Niveaus in einander über. Der Brief, der geschrieben werden muss, ist
eine Identifikation mit einer unbekannten Person, die Benjamin gut kennt. Diese
Person sollte einfache subjektive und emotionale Rückkopplung zum Buch geben
müssen, durch die der Schüler sich auf diese Weise mit dem Text engagiert.
 Aufgabe 5 ist die erste Aufgabe auf Niveau 2. Hier werden Benjamin und seine
Entwicklung analysiert. Mit der zweiten Frage ist versucht, die Schüler mit dem Text
zu engagieren. Die Schüler müssen sich mit dem Text auseinander setzen, wenn sie
die Figur Benjamin verstehen möchten. Laut Witte ist diese Analyse für die Schüler
geeignet.
40
 Aufgabe 6 schließt bei der Umwelt von Adoleszenten an, mittels dieser Aufgabe
werden die Schüler sich mehr bewusst, dass diese Geschichte passiert sein könnte und
bietet Einsicht in die Geschichte. Hier werden auch die Beziehungen zwischen
Personen behandelt und lernen die Schüler, auf welche Weise im Buch alles verknüpft
ist. Mit dieser Aufgabe können die Schüler sich in die Figuren wiedererkennen.
 Aufgabe 7 ist eine Erweiterung von Aufgabe 6. Hier ist die Frage, ob das Buch fiktiv
oder autobiographisch ist. Wenn man mit dieser Frage wieder neu auf die Geschichte
schaut, bekommt der Roman eine neue Bedeutung. Obwohl diese Thematik eher zu
Niveau 3 passt, bin ich der Meinung, dass es ausreichende Information gibt, um diese
Aufgabe zu erledigen.
 Aufgabe 8 ist auch eine Überleitungsaufgabe auf Niveau 3. Mittels dieser Aufgabe
sehen die Schüler dieselbe Thematik überall in anderen Kunstgattungen. Hier können
die Schüler wählen, welches Gemälde sie beschreiben möchten. Diese Aufgabe ist
eine expressive Aufgabe, in der die Schüler die eigenen Gedanken äußern können, und
indirekt das Buch besser verstehen.
 Aufgabe 9 ist einerseits hemmend, denn die Schüler haben wenig Interesse für die
Erzählstruktur. Andererseits glaube ich, dass die Schüler in der Lage sind, diese
Aufgabe zu erledigen. Vermutlich wählen sie Passagen, die sie auch erlebt haben (zum
Beispiel das erste Mal Sex haben) , und deswegen wichtig finden.
 Durch Aufgabe 10 lernen die Schüler den Nutzen der Perspektive. Sie vertiefen sich
weiter in die Erzählweise, was ein der Ziele für Niveau 3 war. Sie reflektieren die
Erzählweise auf das Buch, und lernen auf diese Weise was der Nutzen der Perspektive
ist.
 Aufgabe 11 ist eine Erweiterung von Aufgabe 10. Hier ist die Frage, ob Musik eine
Rolle spielt in der Erzählweise. Die Schüler können bestimmte Information aus dem
Buch mit anderen kontextübersteigenden Elementen verknüpfen. Stimulierend hier ist,
dass die Schüler mittels der Musik reflektierend sich die Thematik des Buches
anschauen.
 Aufgabe 12 ist gerichtet auf das Hineinleben der Schüler auf die Thematik im Roman.
Sie müssen sich in den Protagonisten Benjamin hineinversetzen und sich fragen, was
wichtig war und wieso es wichtig war. Mittels dieser Aufgabe können die Schüler das
Engagement mit dem Text stärken, und die moralischen Aspekte im Buch
beschreiben.
41
 Aufgabe 13 hilft den Schülern bei dem Bilden einer Meinung. Hier müssen die
Schüler sich überlegen, was sie gut am Buch fanden, was weniger, ob die Thematik
gut beschrieben war. Vielleicht ist diese Aufgabe zu abstrakt (was ein hemmender
Faktor ist), ich bin der Ansicht, dass der Lehrer die Schüler ausreichend instruieren
kann, damit die Schüler die Aufgabe nicht als schwer erfahren. Die Schüler können in
der Rezension zum Beispiel angeben, ob sie das Buch trivial fanden oder ein
literarisches Meisterwerk. Wenn der Dozent konkrete Aufgaben gibt, ist diese
Aufgabe nicht hemmend, sondern stimulierend.
Nach den Kriterien von Witte bin ich selber der Meinung, dass es gelungen ist, repräsentative
Aufgaben für das Buch Crazy zu erstellen. Die Ziele von Witte sind immer die Basis der
Aufgaben gewesen. Ich habe versucht, die Aufgaben interaktiv zu machen, damit die Schüler
in dem Klassenzimmer gut auf ihrem Niveau diskutieren können. Zum Roman Faserland
habe ich die Aufgaben auf folgende Weise erstellt:
 Aufgabe 1 von Faserland gibt Information über das Setting, in dem der Roman sich
abspielt. Durch diese Aufgabe erkennen die Schüler das Setting des Buches, welches
anschließt bei ihrer Erlebniswelt, was stimulierend für die Entwicklung ist.
 Aufgabe 2 beschreibt die Entwicklung des Protagonisten. Die Schüler müssen ihre
Analysen mit einander vergleichen und sich fragen, ob der Protagonist sich entwickelt
hat und auf welche Art und Weise. Auch ist die Identifikation mit dem Protagonisten
wichtig, die Schüler versetzen sich in die Figur hinein, und beschreiben deren
Entwicklung.
 Aufgabe 3 hilft den Schülern beim Herstellen eines Figurennetzes. Die Schülern
erklären auch, welche Rolle die Figuren im Buch spielen und was ihre Beziehungen
sind zu einander. So lernen sie welche Figuren wichtig sind, und vor allem, wieso sie
wichtig sind. Diese Beziehungen zwischen den Figuren erwecken die Neugier der
Schüler, sie wollen wissen welche Rolle die Figuren im Buch spielen.
 Aufgabe 4 bewertet die Handlung im Buch. Schüler sollten sich auch engagieren,
wenn sie den Autor die bestimmten Fragen stellen, die in der Aufgabe stehen. Diese
Aufgabe stimuliert das Engagement zu dem Text, weil die Frage nach der Thematik
des Buches wichtig für die Entwicklung der literarischen Kompetenz ist.
42
 Aufgabe 5 ist eine Ergänzung zu Aufgabe 4. Hier sollten die Schüler das Buch
bewerten, und die Schüler müssen begründen was sie gut am Buch fanden und wieso.
Stimulierend ist, dass die Schüler verschiedene Werturteile geben müssen, und dabei
auch die Bedeutung des Buches auf die eigene Erlebniswelt reflektieren.
 Aufgabe 6 ist erstellt, um die Schüler mit dem Terminus Interpretation bekannt zu
machen. Hier handelt es sich um eine kleine Interpretation und diese bezieht die
Schüler auf den Text. Diese Aufgabe enthält hemmende Faktoren, aber die Aufgabe
deutet so stark auf etwas hin, dass die Schüler fast keine Fehler machen können. Diese
Aufgabe bereitet die Schüler auf weitere Interpretationen vor.
 Aufgabe 7. Hier ist die Frage, ob das Buch fiktiv oder autobiographisch ist. Wenn man
mit dieser Frage wieder neu auf die Geschichte schaut, bekommt der Roman eine neue
Bedeutung. Hier wird auch versucht, die eigene Meinung zu profilieren und die
anderen Schülern zu überzeugen. Die Schüler vertiefen sich auf diese Weise in die
Erzähltechnik, und fragen sich, wieso der Autor sich für diese Perspektive entschieden
hat.
 Bei Aufgabe 8 handelt es um das Setting und die Orte, die der Protagonist besucht.
Die Schüler lernen so topographische und geschichtliche Kenntnisse über
Deutschland. Diese Aufgabe erweckt die Neugier der Schüler, und bietet eine neue
Bedeutungsschicht.
 Aufgabe 9 handelt von der Interpretation des sechsten Kapitels. Hier werden die
Schüler eine eigene (größere) Interpretation machen. Den Schülern wird mittels der
ersten Teilfrage geholfen, so wissen sie auf was die Interpretation sich beziehen muss.
Mittels dieser Aufgabe bekommen die Schüler mehr Information zu der Bedeutung
des Kapitels und des Buches, was zu den stimulierenden Faktoren gehört.
 Aufgabe 10 ist eine Ergänzung zu Aufgabe 2. Das alles hilft bei den Gedanken des
Protagonisten, sodass die Schüler deutlich wissen, was der Protagonist will und denkt.
Das gehört auch zu den stimulierenden Faktoren. So können sie auch die Aktionen des
Protagonisten bewerten und begründen.
 Aufgabe 11 dient als Hilfsmittel für das Verstehen von Strukturelementen in dem
Text. Die Schüler müssen mittels dieser Aufgabe ein Referat vorführen, in dem sie
ihre eigene Befunde präsentieren. Diese Aufgabe bietet Raum für eine eigene
Interpretation und eigene Befünde, sodass diese Aufgabe auch stimulierende Faktoren
43
enthält. So bringen sie sich selber und die anderen Schüler zur Einsicht von Struktur
und Bedeutung.
 Aufgabe 12 dient als totales Übersicht des ganzen Buches. Auch das Teil, in dem die
Schüler die gesellschaftliche Debatte mit dem Buch verbinden, hilft den Schülern
weiter, ihre literarische Kompetenz zu entwickeln. Das Teil, in dem die Schüler
Videofragmente zeigen müssen, hilft bei der Verarbeitung des Textes. Auch bei dieser
Aufgabe gibt es die Möglichkeit zu einer eigenen Interpretation, in der die Schüler das
Buch als Meisterwerk bezeichnen.
Ich glaube, dass auch für den Roman Faserland repräsentative Aufgaben vorhanden sind. Die
Kriterien von Witte sind auch bei diesen Aufgaben im Auge behalten geblieben. Bei
Faserland waren die Aufgaben langweiliger und weniger interaktiv, das hat zwei Gründe;
Erstens dürften die Aufgaben auch langweilig sein, nicht alle Aufgaben sollten spannend sein.
Zweitens hat das auch mit dem Niveau des Buches zu tun. Die Schüler wollen schon lesen,
brauchen dazu keine Anregung und können dadurch selbständiger arbeiten.
5. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit entstand als Beitrag zu einem literaturdidaktischen Projekt. Die Aufgaben
entsprechen dem Aufbau, den Theo Witte in seiner Dissertation Het oog van de meester
dargelegt hat. Das Ziel dieser Dissertation war es, die literarische Kompetenz der Schüler zu
stimulieren anhand einer Einteilung von Niveaus, worauf die Schüler eingeteilt werden
können. Jedes Niveau hat eigene Hauptziele, die erreicht werden müssen und eigene Faktoren,
die stimulierend oder hemmend sein könnten. Die Schüler können mittels dieses Projekt ihre
literarische Kompetenz entwickeln. Das Projekt bietet sowohl für die Schüler als auch für den
Dozenten eine gute Unterrichtsmethode. Der Quick-Scan bietet einen schnellen Blick in einen
Roman. Der Dozent kann anhand dieses Quick-Scans eine schnelle und abgewogene Wahl
treffen, welche Bücher er behandeln möchte. Die Schüleraufgabe bietet Kurzinformationen,
die die Schüler gleich beim Lesen behalten können (Lesehinweise). Weitere Informationen
zum Autor und eine kurze Zusammenfassung sind vorhanden, die den Schülern helfen, das
Buch im Voraus in einen historischen und kulturellen Kontext zu stellen. Für begeisterte
Schüler gibt es weitere Lesetipps von Büchern mit ähnlichen Themen. Zum Nachdenken gibt
es eine Frage, die die Schüler während dem Lesen im Kopf behalten müssen, damit sie die
44
Aufgaben leichter erledigen können. Kommentare von anderen Lesern befinden sich auch auf
der Schülerseite, diese Kommentare sind vorwiegend positiv; Schüler auf einem niedrigen
Niveau werden mittels dieser Kommentare das Buch sympathischer finden. Die Aufgaben
entwickeln die Kompetenz der Schüler anhand leichter Aufgaben, Aufgaben auf ihrem
Niveau und Aufgaben auf einem höheren Niveau. Beabsichtigt ist, dass die Schüler in den
Sog der Aufgaben landen und so ihre eigene Kompetenz weiter entwickeln. Mit dieser Idee
sind die Aufgaben erstellt, dass die Schüler ähnliche Aufgaben erledigt haben und wissen,
was gefragt wird. Ich denke, dass ich mittels dieser Aufgaben einen Beitrag zum
literaturdidaktischen Projekt geleistet habe.
45
Literaturverzeichnis
Primärliteratur
-
Kracht, Christian. Faserland. 1995. Köln: Kiepenheuer & Witsch
Lebert, Benjamin. Crazy. 1999. Köln: Kiepenheuer & Witsch
Sekundärliteratur
-
Degler, Frank; Paulokat, Ute. 2008. Neue Deutsche Popliteratur. Paderborn: Wilhelm
Fink Verlag
-
Jung, Thomas. 2002. Alles nur Pop?: Anmerkungen zur populären und Pop-Literatur
seit 1990. Frankfurt am Main: Lang
-
Neuhaus, Stefan. 2004. Was ist das mit den Müttern? Was geht hier ab? In: Pop-poppopulär. Popliteratur und Jugendkultur. Hrsg. von Johannes G. Pankau: Bremen,
Oldenburg: Universitätsverlag Aschenbeck & Isensee. S. 68-84
-
Storeide, Anette. 2002. Die Leiden des jungen Benjamin. Benjamin Lebert, der Roman
Crazy und die Popliteratur der neunziger Jahre. In: Alles nur Pop?: Anmerkungen zur
populären und Pop-Literatur seit 1990. Hrsg. von Thomas Jung: Frankfurt am Main:
Lang. S.117-135
-
Witte, Theo. 2008. Het oog van de meester een onderzoek naar de literaire
ontwikkeling van HAVO-en VWO-leerlingen in de tweede fase van het voortgezet
onderwijs. Delft: Eburon
Internetquellen
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-
Éric Leroy du Cardonnoy. 2006. Pop – Golf – Klatsch : literatur der deutschen
Jungautoren im Spiegel der Presse. http://germanica.revues.org/355 (Standort
17.07.2011)
http://www.uu.nl/faculty/humanities/NL/Actueel/nieuws/Pages/20101020literatuurdidactisch-project-duits.aspx (Standort 23.02.2011)
http://www.lezenvoordelijst.nl/documents/ex_hermans_leerling.pdf (Standort:
16.07.2011)
Anz, Thomas. 2001. Braucht die junge Popliteratur eine neue Kritik?
Thomas Ernsts hilfreiche und fragwürdige Einführung in ein schon älteres Phänomen
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4418&ausgabe=200112
(Standort 18.07.2011)
46
-
-
-
-
Witte, Theo. 2008. Het oog van de meester. De literaire ontwikkeling van HAVO- en
VWO- leerlingen in de tweede fase van het voortgezet onderwijs. Samenvatting van
het proefschrift. (http://lezenvoordelijst.nl/documents/proefschrift.pdf) (Standort
18.07.2011)
http://www.coe.int/t/DG4/Portfolio/documents/globalscale_german.pdf (Standort
26.07.2011)
Zu Crazy:
http://www.matthias-kehle.de/rezensionen/lebert_crazy.htm (Standort 12.04.2011)
http://www.benjaminlebert.de (Standort 12.04.2011)
http://www.lerntippsammlung.de/Crazy-von-Benjamin-Lebert.html (Standort
16.04.2011)
http://www.blog-barrierefrei.de/crazy-ein-buch-von-benjamin-lebert-erzaehlt-diegeschichte-eines-halbseitig-gelaehmten-jungen/ (Standort 18.04.2011)
http://www.ciao.de/Crazy_ab_14_Lebert_Benjamin__Test_2224305 (Standort
29.03.2011)
Zu Faserland:
http://www.literaturschock.de/buecher/3423129824.htm (Standort 29.03.2011)
http://literaturnetz.com/index.php?/200708237987/Buch/Belletristik/Faserland.html
(Standort 02.04.2011)
http://www.literaturschock.de/buecher/3423129824.htm (Standort 19.04.2011)
http://www.christiankracht.com/ (Standort 04.03.2011)
http://www.suite101.de/content/christian-kracht-faserland-a60545 (Standort
04.04.2011)
47
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