Einführung Psychiatrie und Seelsorge -2009

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Dr. Samuel Pfeifer
Psychiatrie und Seelsorge
- eine Einführung
Meine Lehrer / Impulsgeber
Bibelstudium: Epheser 4:11 – 16
 Welche biblische Begriffe umschreiben
seelsorgliches Handeln?
 Wie wird die seelsorgliche Grundhaltung
beschrieben?
 Was ist das Ziel der Seelsorge?
Epheser 4:11 – 16
Grundhaltung
Verb
Ziel
Kontext
Nach dem Mass
seiner Kraft
teleios bedeutet nicht perfekt, sondern auf das Ziel der Heiligung
ausgerichtet.








Zugerüstet
Erbaut
Zum vollendeten Mass
Nicht mehr unmündig
WACHSEN in allen Bereichen
Ziel: das Haupt, Christus
Im Miteinander des Leibes
Nach dem Mass seiner Kraft.
Ziele der Seelsorge
 Ziele:
–
–
–
–
–
–
–
Veränderung des Sinnes (Römer 12:2)
Veränderung des Wandels (Eph. 4:22-24)
Wachsen
Reifen
Stabilität
Zurüstung
Erbauung
 Das christliche Leben besteht nicht im Sein,
sondern im Werden,
nicht im Sieg, sondern im Kampf,
nicht in der Gerechtigkeit, sondern in der
Rechtfertigung
• Martin Luther
Häufigkeit psychischer Erkrankungen
25
20
Gesamt
Männer
Frauen
15
10
Quelle:
Meyer et al. (2000).
Lebenszeitprävalenz
psychischer Störungen in
der erwachsenen
Allgemeinbevölkerung.
Nervenarzt 71:535-542
5
0
SUBST
DEP
ANX
SOMAT
Vier Modelle
Psychiatrie
Religion
Psychiatrie
Religion
Psychiatrie
Religion
Psychiatrie
Religion
Bedeutung des Glaubens für die Person
Inhalte
Umfeld
Glaube
Freunde
Werte
Person
Ideale
Halt
Vier biblische Grundsätze
 1. Bibel:
2. Tim 3:16-17
– Die Bibel enthält die Grundlagen zur Bearbeitung aller
Probleme, die in der Seelsorge auftreten
 2. Jesus:
1.Kor 1:30, Heb 4:15-16
– In Jesus Christus finden sich die Quellen für grundlegende
Hilfen bei jedem innerseelischen oder zwischenmenschlichen Problem. Er erfüllt unsere Bedürfnisse und
versteht unsere Schwachheit.
 3. Gemeinde:
Phil 2:1-5
– Eine lebendige christliche Gemeinschaft bietet einzigartige
Möglichkeiten zum inneren Wachstum und zur
Lebensbewältigung.
 4. Vielfalt: 1. Thess 5:14
– Seelsorge ist keine einseitige Methode, sondern sie paßt
sich den jeweiligen Problemen an
Vier Seelsorgestrategien
Nach 1. Thessalonicher 5:14
1. Ermahnen
Unordentliche
2. Trösten
Verzagte
3. Tragen
Schwache
4. Geduld haben
jedermann
Krise der Seelsorge
 1. Seelsorger:
– Unsicherheit und mangelnde Zurüstung
– Minderwertigkeitsgefühle gegenüber der Psychotherapie
– Angst davor, sich einzulassen in die Probleme anderer
Menschen
– Einseitige und lieblose Anwendung biblischer Lehren.
 2. Ratsuchende
–
–
–
–
überhöhte Erwartungen, Flucht vor der Wirklichkeit
falsche Autoritätsgläubigkeit, Bindung an Menschen
Einzelseelsorge statt Predigt
Mangel an Bibelkenntnis und Anwendung auf das eigene
Leben.
Das Bio-Psycho-Soziale Modell
Psychische Erkrankungen entstehen immer aus drei
Bereichen. Je nach Erkrankung ergeben sich
unterschiedliche Schwerpunkte.
Biologie
Anlage
Soziales
Beziehungsumfeld
Psyche
Reaktion
seelische Verarbeitung
FRAGE: Welche Rolle spielt die Spiritualität? Ist sie ein
eigenständiger Faktor?
Entstehung psychischer Probleme
Wandel (Eph 4,22)
Gesinnung (Röm 8,6; 12,2)
PSYCHE
Fühlen - Denken
Wollen - Handeln
Psychische
Probleme
BIOLOGIE
SOZIALES
Erbanlage, Temperament
Hirn-Biochemie
individuelle Sensibilität
körp. Gebrechen
Kindheit, Familie
Belastende Erlebnisse
Schwere Umstände
„STRESS“
Schwachheit
2. Kor 12,9
Last
Trübsal
Anfechtung
Versuchung
Gal 6,2
2. Kor 6,4
1. Pet 1,6
1. Kor 10,13
Therapeutische Zugänge
Sprüche 16,24; 18,21
1. Thessalonicher 5,15
Hebräer 10,24-25
GESPRÄCH
Zuwendung, Anteilnahme
Verständnis, Beratung
Trost, Ermutigung
Unterweisung
Patient
MEDIKAMENTE
PRAKT. HILFE
Antidepressiva,
Neuroleptika
Tranquilizer u.a.
Besuchen - Entlasten
Aktivieren - Hilfe zur
Selbständigkeit
Jesaja 38,21
J. Sirach 38,1-8
1. Timotheus 5,23
Galater 6,2
Matthäus 25,35-40
Sprüche 3,27
Begriffsbestimmung
Schwere psychiatrische Krankheiten
Angststörungen, leichtere Dep., Persönlichkeitsstörungen, Sucht
Anpassungsstörungen, Lebensprobleme
5%
20
40
„gesunde Menschen“
Psychiatrie
Psychotherapie
PSYCHOLOGIE
SEELSORGE
100
Psychiatrie und Seelsorge
Schweregrad
Psychiatrie
Psychotherapie/Seelsorge
Schwere Leiden
Schizophrenie
schwere Depression
hirnorg. Störung
Leichtere Leiden
Ängste, Zweifel
Minderwertigkeitsgefühle
Lebensprobleme
zunehmende Gesprächsfähigkeit
Welche Faktoren machen
eine Psychotherapie
wirksam und hilfreich?
Gemeinsamkeiten therapeutischer Prozesse
1. Eine vertrauensvolle Beziehung zur helfenden Person.
2. Eine Erklärung für die Probleme
Eine rationale Begründung oder ein mythologischer
Zusammenhang, der die Gründe für die Schwierigkeiten des
Patienten erklärt und indirekt das Vertrauen des Patienten in
seinen Therapeuten stärkt.
3. Darlegung neuer Informationen
über die Ursache und Dynamik der Probleme des Patienten.
Aufzeigen neuer Wege zum Umgang mit diesen
Schwierigkeiten.
4. Hoffnung wecken.
Stärkung der Erwartungen des Patienten auf Hilfe.
5. Vermittlung eines Erfolgserlebnisses,
das die Hoffnungen weiter stärkt und ihm das Gefühl gibt,
seine Schwierigkeiten meistern zu können.
6. Emotionales Engagement des Therapeuten.
nach J. Frank
Gemeinsame Faktoren
Überzeugung
Beziehung
Erwartung
Gemeinsame Faktoren
Überzeugung
GLAUBE
Beziehung
LIEBE
Erwartung
HOFFNUNG
Gemeinsame Faktoren
Glaube
Liebe
Hoffnung
Was ist bei Psychotherapie
und Seelsorge gleich?
Was ist verschieden?
Prozess und Inhalt
 Prozeß = Vorgehensweise
 Inhalt = Grundhaltung, Ethik, Richtlinien
 Gemeinsamkeiten und Unterschiede von
Psychotherapie und Seelsorge
Gemeinsamkeit von Seelsorge und Therapie - 1
1. Die äusseren Formen des Gesprächs
(Zuwendung,.Aufmerksamkeit etc.) sind bei
Seelsorge und Therapie weitgehend gleich.
Sie übernimmt dabei nicht Techniken der Psychotherapie, sondern
wendet die bewährten Formen hilfreicher zwischenmenschlicher
Kommunikation an, die seit Jahrtausenden in der Bibel
vorgezeichnet sind.
2. Auch in der Seelsorge laufen ähnliche Prozesse des
Überzeugens ab wie in der Psychotherapie,
allerdings in einer christlichen Annahmenwelt.
3. Die verschiedenen Seelsorge-Modelle finden ihre
Parallelen in den Modellen säkularer
Psychotherapie.
Gemeinsamkeiten - 2
4. Die Eigenschaften von Ratsuchenden und Therapeuten, die
sich in der Psychotherapieforschung herauskristallisierten,
gelten auch für die Seelsorge.
5. Die therapeutische Effektivität der Seelsorge bezüglich der
beobachtbaren Parameter (z.B. soziale Integration,
Angstverminderung etc.) läßt sich mit der Erfolgsrate einer
säkularen Psychotherapie vergleichen.
6. Auch die Seelsorge ist nicht frei von der Möglichkeit
negativer Effekte (z.B. Erzeugung von kontratherapeutischen Spannungen bis hin zur Suizidalität; z.B.
sexuelle Übergriffe von Seelsorgern auf Ratsuchende).
Unterschiede Seelsorge und Therapie
1. Christliche Seelsorge unterscheidet sich von der säkularen
Psychotherapie primär auf der inhaltlichen Ebene.
2. Inhalte und Ziele ergeben sich aus der Bibel ("Gesinnung",
"Wandel", "Wachstum", "Heiligung", "Rechtfertigung" etc.)
3. Weltanschauung und Werte leiten sich aus der Bibel und aus
den kirchlichen (subkulturellen) Regeln ab.
4. Seelsorge nutzt in konstruktiver Weise die Glaubensbezüge
des Ratsuchenden zur Verstärkung eines therapeutischen
Effekts (Trost, Zuspruch, Zurechtweisung, Ermahnung,
Lehre etc.).
Unterschiede - II
5. Sie ist sich aber auch verzerrter Formen der Frömmigkeit
bewusst und versucht diese von der Bibel her zu bearbeiten.
6. Seelsorge pflegt - je nach Ausrichtung unterschiedlich - die
Anwendung traditioneller seelsorglicher Zugänge (Gebet,
Beichte, Abendmahl, Salbung, Handauflegung, Gebet um
Befreiung von dämonischen Mächten).
7. Seelsorge nutzt die therapeutischen Möglichkeiten
stützender und aufbauender Gemeinschafts-Strukturen von
Mitchristen, die die gleichen Überzeugungen teilen.
8. Der christliche Seelsorger rechnet im Verlauf einer Beratung
mit dem übernatürlichen Wirken des Heiligen Geistes an
sich selbst und am Ratsuchenden.
Unterschiedliche Perspektiven
Werte / Massstäbe
Grundlagen
Gesellschaft
Verantwortung, Ordnung,
soziale Rolle; Moral,
situationsadäquates
Handeln
Beobachtung des
Verhaltens: wie erfüllt der
Einzelne die Normen bezgl.
Leistungen und
Beziehungen.
Individuum
Glück
Bedürfnisbefriedigung
Subjektives Empfinden
von Selbstwert, Annahme
und Wohlbefinden.
Therapeut
Seelsorger
Gesunde Persönlichkeitsstruktur: Wachstum,
Entwicklung, Autonomie,
Stressbewältigung etc.
Klinische Beurteilung,
Verhaltensbeobachtung
psychologische Tests
Biografie als Kontext seelischer Probleme
Eine psychische Problematik muss immer auf dem Hintergrund der
Biographie eines Menschen gesehen werden. Folgende Elemente gehören
zur Erfassung der Lebensgeschichte:
Familiengeschichte:
•
Charakterisierung von Eltern, Bezugspersonen
•
Geschwister: Reihe, Beziehung
•
gab es in der Familie psychische Erkrankungen?
Kindheitsentwicklung:
•
Geburt (normal, kompliziert?)
•
frühe Kindheit (besondere Vorkommnisse?)
•
altersgemäße Entwicklung oder Verzögerung?
•
allgemeiner Gesundheitszustand, Familienatmosphäre
•
pathogene Umweltfaktoren
•
Aufenthalt in Heimen, Krankenhäusern, "broken home"?
•
Versagungen, Verwöhnungen?
•
Kindheitsängste
•
Schulalter: Kameraden? Einzelgänger?
Erfassung der Lebensgeschichte - 2
Sexualentwicklung
•
Pubertät (wann?) Aufklärung?
•
Schwangerschaften, Geburten, Fehlgeburten
•
sexuelle Beziehungen, ev. Abnormitäten?
•
Ehe, Familienplanung
Soziale Entwicklung
•
Alter, Beruf, sozialer Status der Eltern
•
soziales Milieu, in dem der Patient aufgewachsen ist
•
Einschulung, Schulbildung, sonstige Ausbildung
•
Berufsausbildung, Wehrdienst
•
soziale Anpassung und Bewährung
•
Rollenübernahme, Freundschaften, Lebensstil
•
religiöse und ethische Orientierung, Weltanschauung
•
bisherige Lebensbewältigung, Bewältigung von Schwellensituationen
Jetziger sozialer Status:
•
berufliche Stellung, Einstellung zur aktuellen beruflichen Situation
•
Wohnverhältnisse; Zivilstand, Kinderzahl
Erfassung der Lebensgeschichte - 3
Selbstbeschreibung:
•
Charakterisierung durch sich selbst
•
Charakterisierung von weiteren Bezugspersonen
•
z.B. Freund(in), Verlobte(r), Ehefrau, Ehemann, Kinder
•
stabile Beziehungen (Freunde, Club-Kollegen)
Frühere psychische Erkrankungen
•
Zeitpunkt, Dauer, Art und Behandlungsweise früherer psychischer
Störungen und Erkrankungen,
•
vorausgegangene Suizidversuche
•
vorausgegangene psychotherapeutische Behandlung
Biographie ist ein Puzzle, das vorsichtig zusammengesetzt
werden muß. - Nicht drängen! - Elemente aus
verschiedenen Gesprächen zu einem Ganzen
zusammenfügen!
Therapeutisches Ziel: Reife

1. Realistische Selbst- und Fremd-Einschätzung
–
–
–

2. Selbstannahme, Annahme der andern
–
–
–
–

Leben und sinnvolle Arbeit finden in der gegebenen Umgebung
Ziele setzen, anpassen an Gegebenheiten, flexibel bleiben
Fehlentwicklung: "Wenn nur ... dann", Leben in Wunschträumen oder in Auflehnung
4. Werte wählen und verinnerlichen
–

Wahrnehmung innerer Strebungen, Hoffnungen, Ängste, Wünsche, Ziele
Einschätzung, Bewertung
Grundlage zur Änderung
Fehlentwicklung: Negative Eigenschaften identifiziert mit der ganzen Person
Ablehnung der Person statt gewisser Eigenschaften.
3. Leben in der Gegenwart
–
–
–

Stärken und Schwächen, Interessen
Warum reagiere ich so in dieser Situation?
Fehlentwicklung: Überschätzung oder Minderwertigkeitskomplex
Fehlentwicklung: a) keine Werte (Psychpath) -- b) rigide, unangepasste Werte -c) hin- und herschwanken (Instabilität)
5. Entwicklung und Anwendung der eigenen Fähigkeiten und Gaben
–
Fehlentwicklung: mangelndes Interesse, mangelnder Einsatz seiner Gaben
Biblische Aspekte der Reife
1. Selbst- und Fremdeinschätzung aus der Perspektive Gottes.
Grundbeschaffenheit: Sünder - Errettung (Römer 3:23, 2. Korinther 5:17)
natürliche Fähigkeiten und Geistesgaben erkennen (1. Korinther 12:14-25)
Sehen der Bedürfnisse anderer (Mt. 25:34-40)
Anerkennen sozialer Ordnungen (Römer 13:1-3)
2. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“
Annahme meiner selbst als unvollkommenes und doch von Gott geliebtes Wesen.
Liebe zu unserem Mitmenschen (1. Joh. 3:14, Philipper 2:1-5)
Feinfühligkeit für die Schwachheiten des Nächsten (Hebräer 12:12)
Liebe für die Gemeinschaft der Gläubigen (1. Korinther 12:25-26)
3. "In der Welt, nicht von der Welt" oder: Leben in der Gegenwart aus der
Perspektive der Ewigkeit.
Frucht des Geistes bringen (Galater5:22-23)
anspornen zur Liebe zu guten Werken (Hebräer 10:23-25)
Jagen nach dem vorgesteckten Ziel (Philipper 3:12-15)
Reife II
4.
Biblische Werte mit Überzeugung für sich selbst wählen (Josua 24:15)
1.
2.
5.
nicht nur oberflächliche Anpassung an Werte der Eltern oder der
herrschenden Kultur bzw. Gemeinde-Subkultur
fortlaufender Prozess der Selbstprüfung und der Anpassung an die
gegenwärtige Aufgabenstellung ("nicht dass ich's schon ergriffen hätte")
Gottgegebene Fähigkeiten entwickeln und gebrauchen zum Wohle der
Gemeinde.
•
•
•
Interesse und Liebe für andere (Philipper 2:4)
Einsetzen der Talente zum Wohl der Gemeinde (Epheser 4:12)
wachsen in allen Stücken - ein jeder nach dem Mass seiner Kraft
(Epheser 4:15-16)
Anzeichen für psychische Krankheit
1. Anamnese
 psychische Leiden in der Familie
 Schädel-Hirn-Verletzungen, Schulprobleme
 frühere Behandlung wegen psychischer Schwierigkeiten
 Besserung psychischer Symptome auf Medikamente
 häufiger Stellenwechsel, sozialer Abstieg
2. Jetziges Leiden - besonders achten auf:
 Schlafstörungen
 Störungen der Arbeitsfähigkeit
 körperliche Begleitsymptome
3. Psychischer Zustand (Psychostatus)
• Antrieb
• Gedankeninhalt (Wahnideen,
• Stimmung
Halluzinationen,
• Orientierung
• depressive Leitsymptome,
• Gedankengang
Suizidalität)
Zusammenarbeit Arzt - Seelsorger

Vorteile der Zusammenarbeit
–
–
–
–

Grenzen der Zusammenarbeit:
–
–
–

Absicherung des Seelsorgers: diagnostisch, therapeutisch
Medizinische Betreuung sichergestellt
Arbeitsteilung: Arzt übernimmt gewisse Verantwortung und medizinische
Behandlung, Seelsorger hat oft mehr Zeit zum Gespräch
Verhandlungen mit Institutionen (Krankenhäuser, IV, Fürsorge,
Vormundschaftsbehörde)
Vertrauen des Patienten zum Arzt
Mitarbeit des Patienten
gemeinsame Glaubensgrundlagen nicht immer notwendig; oft genügt
gegenseitige Wertschätzung
Beachte bei Zusammenarbeit mit Psychiater bzw. Psychotherapeut:
–
–
–
–
Ziele abklären
Arbeitsteilung möglich? (z.B. Seelsorger begleitet in akuten Krisen, Arzt gibt
Hintergrund-Deckung)
Cave: gegeneinander ausgespielt werden
problematisch: intensive Psychotherapie, hier evtl. beschränken auf äußere
Begleitung (sozial, Ermutigung, Gebet)
Spannungsfelder
Inneres
Erleben
Bedürfnisse, Gefühle
Strebungen, Triebe
Eigeninteresse
IDEALE
„Ich möchte es gut und
richtig machen“ (Liebe,
Gerechtigkeit, Ordnung, Ehre etc.)
„Abwehr“
Bewältigung
(Sub)kulturelle
Regeln und
Grenzen
Erwartungen
REALITÄT
Schwierige Mitmenschen
Enttäuschte Hoffnungen
Konstitution – Stress
Äusserer
Rahmen
„Okkulte Belastung“ und biografischer Kontext
Kennzeichen des Okkultmodells
 Schwache, einseitig biblische Basis (Saul,
Nebukadnezar, Gadarener)
 Ausweichen auf Vorfahren, weil keine aktuellen
Zusammenhänge auffindbar
 kein bleibender Erfolg trotz Freibetung (oft
kommen die Patienten trotzdem in die Klinik)
 seelische Verletzungen: Satan wird stärker
dargestellt als Jesus
 Frustration beim Seelsorger
 hinderlich für eine biblische Perspektive einer
Langzeit-Seelsorge














traf die Menschen dort, wo sie waren
zeigte Barmherzigkeit und Einfühlung (compassionate)
handelte aus einem klar definierten moralischen Kontext, aber war nie
verurteilend
ermutigte dazu, eine Wahl zu treffen (invited choice)
stellte Fragen, die zum Nachdenken anregten
unterstützte Antworten des Glaubens
war skandalös inklusiv
zog Grenzen und sorgte auch für sich selbst
beschäftigte sich mit jeder Person einzigartig und individuell
ging mit Menschen so um, dass er ihren Wert bestätigte
war nicht manipulativ und wendete keinen Zwang an
sprach eine gewöhnliche, verständliche Sprache
verniedlichte nicht die Kosten der Jüngerschaft (der Nachfolge)
ging auf die Ebene der Motivation, nicht nur des Verhaltens
Nach D. Benner, Care of Souls, 1998
Jesus als Seelsorger










zog den Dialog dem Monolog vor
respektierte kulturelle Normen, liess sich davon aber nicht begrenzen
zeigte einen ganzheitlichen Respekt für die enge Beziehung zwischen Körper
und Seele.
liess nicht zu, dass seine eigenen Bedürfnisse ihn daran hinderten, die
Bedürfnisse anderer zu erfüllen
forderte die Leute heraus, sich nicht mit weniger zufrieden zu geben als mit
Gottes Bestem für sie
gab in Bezug zu Aufnahmebereitschaft und geistlichem Hunger.
ermutigte zu Engagement, nicht nur passiver Empfangshaltung.
identifizierte geistliche Themen, die mit eingeschlossen waren (embedded)
gab sich selbst, nicht nur seinen Rat
nahm das Vertrauen an, das die Leute ihm entgegen brachten.
Nach D. Benner, Care of Souls, 1998
Jesus als Seelsorger II
 Wer für die Seele sorgen will, muss eine tiefe Liebe zu den Menschen
haben.
 Wer für die Seele sorgen will, sollte vertrauenswürdig sein und andern
vertrauen können.
 Wer für die Seele sorgen will, sollte geistliche und psychische Reife
haben.
 Wer für die Seele sorgen will, sollte Echtheit und Ehrlichkeit besitzen,
für andere zugänglich und innerlich kongruent sein und offen und klar
reden (candor)
 Wer für die Seele sorgen will, sollte ein tiefes auf Erfahrung bauendes
Wissen um Gottes Gnade haben.
 Wer für die Seele sorgen will, sollte einen tiefen Glauben daran haben,
dass das Licht die Dunkelheit überwindet.
 Wer für die Seele sorgen will, sollte Weisheit und Demut haben.
Nach D. Benner, Care of Souls, 1998
Voraussetzungen für die Seelsorge
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