Alkyonis

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Im Januar blühen am Mittelmeer die Mandelbäume... Es gibt einige milde, ruhige Tage
mitten im Winter. Die Griechen haben einen Mythos erdacht um das zu erklären: Die
Alkyonischen Tage. Hier ist er:
Alkyone (griechisch: Ἁλκυόνη), Tochter der Enarete und des Aiolos (Windgott Aiolos)
Nach Ovid war Alkyone ihrem Gatten Keyx (lat. Ceyx), Sohn des Hesperos (=Abend), in
innigster Liebe verbunden. Eines Tages sah sich Keyx gezwungen seine Gemahlin zu
verlassen, um das Orakel in Klaros aufzusuchen. Alkyone warnte ihren Mann, da sie – als
Tochter des Windgottes Aeolus – die Winde und vor allem deren Unberechenbarkeit kannte.
Die Umstände, die Keyx bewogen, nach Klaros zu segeln, waren jedoch von solcher
Bedeutung, dass er sich nicht von seinem Vorhaben abbringen ließ.
Wie befürchtet kam der Sturm und das Schiff versank inmitten des Mittelmeeres. Keyx war
glücklich, wusste er doch seine Frau in Sicherheit. Als seine Kräfte ihn verließen, seufzte er
ein letztes Mal ihren Namen bevor er ertrank.
Alkyone wartete auf ihren Mann und betete zu den Göttern. Die Götter waren von den
Gebeten gerührt, waren sie ja für einen bereits Verstorbenen. Der Traumgott Morpheus wurde
beauftragt, Alkyone die Nachricht vom Tod ihres Mannes zu überbringen. Also legte er sich
in der Gestalt Keyx' neben die schlafende Alkyone und flüsterte ihr zu, dass er bereits tot sei.
Alkyone wollte nun nicht mehr weiterleben. Am nächsten Morgen ging sie hinunter zum
Strand und sah den toten Körper ihres Mannes ans Ufer treiben. Entschlossen, sich das Leben
zu nehmen, stürzte sie sich von den Klippen um sich im Meer zu ertränken. Doch statt im
Meer zu versinken, flog sie in Richtung ihres toten Mannes: Die Götter waren gnädig und
hatten sie in einen Vogel Alkyone (Unterart der Eisvögel) verwandelt. Als sie sich auf den
toten Körper ihres Mannes warf, stellte sie fest, dass auch er zu einem Vogel geworden war.
Da sie Tochter des Aiolos war, gewährte dieser zur Brutzeit der Alkyonen, im Januar, eine
siebentägige Windstille, damit sie so in der Lage seien, ihr Nest zu bauen. Sobald der
Nachwuchs geschlüpft ist, erheben sich die Wellen erneut und das Meer wird unruhig. Daher
auch die Redensart „alkyonische Tage“ für ein stilles schönes Intermezzo inmitten turbulenter
Zeiten... Der Begriff „alkyonische Tage“ stammt von Aristoteles.
Alkyonis ist ein Zugvogel und kommt gegen Ende des Sommers nach Griechenland. Seine
Nester baut er u.a. auf den Alkyonischen Inseln im Golf von Korinth (s. Bild, nächste Seite).
Im Januar und in der Zeit der alkyonischen Tage steht das Sternbild der Pleiaden (7 Sterne) in
den Abendstunden (...Hesperos=Abend) mitten im Himmel am Zenith und kann leicht
gesehen werden, da häufig an diesen Tagen der Himmel sternenklar ist. Einer der Sterne der
Pleiaden heisst: Alkyonis, ein anderer Maja: sie ist der schönste und hellste Stern dieses
Sternbildes.
Ich hoffe, die Geschichte gefällt Dir...
Athanassios Giannis, 03.02.2011
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