Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen

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Pricing:
Ein Marketinginstrument mit
Optimierungspotenzial
Prof. Dr. Richard Kühn
Universität Bern
Input
Unternehmens- und
Marketingberatung AG
Weidweg 58
CH-3032 Hinterkappelen/Bern
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Fax +41 31 901 05 66
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Dateiname / Datum
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1
Pricing: Ein Instrument mit Optimierungspotenzial
Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Fazit
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Pricing: Ein Instrument mit Optimierungspotenzial
Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Fazit
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Generell zunehmende Bedeutung der Preispolitik
Gesättigte Märkte, Verzögerung der Angebotsdifferenzen,
Verdrängungswettbewerb mit harten "Preisbandagen" (Lieferpreise,
Aktionen, "Sonderkonditionen")
Globalisierung des Wettbewerbs, zunehmende Zahl ausländischer
Anbieter (z.T. aus Billiglohnländern), wachsender Preisdruck
Professionalisierung des Einkaufs bei Industriekunden und im Handel,
internationale Zentralisierung des Einkaufs, Einkaufskooperationen,
erhöhte Preistransparenz (u.a. "dank" Internet)
Steigendes Preisbewusstsein der Konsumenten, "Geiz-ist-geilMentalität", Discountwelle
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Gefahren:
Preis wird primär als Wettbewerbsinstrument zur Erhaltung / Erhöhung
von Marktanteilen eingesetzt, mit u.U. verheerenden DB-Konsequenzen
Kontinuierlicher Preis- und Margenzerfall, negative "Preis-KostenMargen-Spiralen"
Gefahrenverstärkung durch Preis-Besonderheiten:
Preissenkungen sind "aus dem Stand" ohne Vorinvestitionen umsetzbar
Preissenkungen werden von Konkurrenz rasch wahrgenommen und als
direkter Angriff interpretiert
Preissenkungen, die sich als Flop erweisen, sind schwer revidierbar
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Quelle: Diller, H., Kossmann, J., Prozessorientiertes Preismanagement im Business-to-Business-Geschäft, Vortragsfolie, Linz 2007
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Ansatzpunkte zur Gewinnsteigerung
Preis
Preis
Umsatz
Umsatz
Gewinn
Gewinn
X
Menge
Menge
In den meisten Märkten beschränkte
Potenziale zur Steigerung der Absatzmenge (Marktsättigung, "fixierte"
Marktanteile)
variable
variable
Kosten
Kosten
Potenziale oft ausgereizt, begrenzte Möglichkeiten wegen Qualitätsanforderungen
–
Kosten
Kosten
+
FixFixKosten
Kosten
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Wettbewerbsorientierte Preisoptik, Angst
vor negativen Kundenreaktionen und mangelhaftes Preismanagement führen zu
ungenügender Nutzung der Potenziale
Potenziale oft ausgereizt, begrenzte
Möglichkeiten wegen unteren
Wirkungsschwellen / kritischer Masse
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Der Preis ist nicht nur ein häufig schlecht genutzter, er ist
auch der wirkungsstärkste Gewinntreiber
Beispiel Ordner, Ringbücher (SFr.)
Ø-Preis/VE*
Ø-Preis/VE*
2.4
2.4
Menge
Menge
50
50 Mio.
Mio.
Var.
Var. Kosten/VE*
Kosten/VE*
1.4
1.4
Menge
Menge
50
50 Mio.
Mio.
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Var.
Var. Kosten
Kosten
70
70 Mio.
Mio.
Fixe
Fixe Kosten
Kosten
44
44 Mio.
Mio.
Umsatz
Umsatz
120
120 Mio.
Mio.
Gewinn
Gewinn
66 Mio.
Mio.
Kosten
Kosten
114
114 Mio.
Mio.
* VE = Verkaufseinheit
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Vergleich der Wirkungsstärke der Gewinntreiber
(Beispiel Ordner / Ringbücher)
Gewinntreiber
Gewinnsteigerung
Senkung der
Fixkosten
um 10%
6 Mio.
+4 Mio. + 67%
Senkung der
variablen Kosten
um 10%
6 Mio.
Steigerung der
Absatzmenge
um 10%
6 Mio.
+5 Mio.
Anhebung
des Preises
um 10%
6 Mio.
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+7 Mio.
+ 117%
+ 83%
+12 Mio.
+ 200%
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Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Wirkung einer Erhöhung der Durchschnittspreise um 1% auf den
Gewinn von Schweizer Unternehmen
Gewinnsteigerung* in %
Lindt & Sprüngli
Nestlé
Messe Schweiz
Saurer
9%
10%
13%
14%
Schindler
16%
Clariant
16%
Sulzer
19%
ABB
19%
Kuoni
Coop
Adecco
Migros
Emmi
28%
30%
32%
37%
40%
*Basierend auf EBIT 2004. Quelle: Handelszeitung/Input AG
Zentrale Herausforderung für das Preismanagement:
Gewinnsteigerung durch Anhebung der Durchschnittspreise ohne nennenswerten
Rückgang der Absatzmengen
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Pricing: Ein Instrument mit Optimierungspotenzial
Bedeutung des Preises als Marketinginstrument
Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Fazit
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Sonderstellung des Preises im Marketing-Mix
"Wertgenerierung"
Hauptleistung
Zusatzleistungen
Marketingkommunikation
Distribution
Markenpolitik und
-führung
Schaffung von
Preispotenzialen
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"Wertabschöpfung"
Preisgestaltung
Kunden:
(Preissystem, Einzelpreise, Konditionen
AngebotsZahlungsetc.)
wert
bereitschaft
Preisdurchsetzung
(Preiskommunikation,
Preisverhandlungen
etc.)
Preispotenzial =
durch Angebotswerte
bestimmte Zahlungsbereitschaft
Nutzung von
Preispotenzialen
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Schaffung von Preispotenzialen
steht im Mittelpunkt des strategischen und des operativen Marketing
erhält meist bedeutende Management-Attention und Support
(Zeitaufwand, Informationsbeschaffung, Budgets)
wird heute mehrheitlich auf professionell hohem Niveau geplant und
umgesetzt
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Nutzung von Preispotenzialen durch Preispolitik
ist nach Meinung vieler Experten oft wenig professionell, unsystematisch,
lückenhaft
wird häufig auf der Basis ungenügender Informationen, eher intuitiv als
begründet realisierts
erhält trotz hoher Erfolgsbedeutung wenig Management-Attention und
Support
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Wichtigste Marketingthemen der nächsten 3 Jahre
Kundenmanagement (CRM)
50.5
Angebotspositionierung
34.2
Markenmanagement/Brandmanagement
31.5
Strategische Marketingplanung
30.6
Dienstleistungs-/Servicemanagement
29.7
Marktbearbeitungsstrategie/Distribution
26.1
Produkt-/Sortimentsplanung
24.3
Kommunikationsmanagement
21.6
Marktforschung/Analyse Marketingumfeld
16.2
13.5
Preise/Konditionen
11.7
Marketingcontrolling
9.9
Dialogmarketing
0
10
20
30
40
50
60
Angaben in %
Quelle: Jeker 2004, S. 20; Datenbasis: Studie Trustmark CFI AG
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Konsequenz: In vielen Unternehmen existieren ungenutzte
oder schlecht genutzte Preispotenziale
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Fehlende strategische Perspektive der Preisentscheide; Preispolitik als
wettbewerbsorientiertes Tagesgeschäft
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Preisspreizung auf ausgewählten Konsumgütermärkten
billigste Marke
HM bzw. Aldi
Ø
teuerste Marke
Joghurt 69.2%
Yakult 358.5%
Seife 38.2%
Roger Gallet 433.4%
Gesichtspflege 30.2%
Lancôme 551.3%
Shampoo 35.9%
Keralogie 618.6%
Reis 62.1%
Maggi 738.9%
Deo 35.2%
Davidoff 1145.2%
Bonbon 44.3%
Smint 1728.4%
0%
100%
200%
300%
400%
500%
600%
700%
800%
Quelle: Diller/Stamer 2003. S. 7: Datenbasis GfK-Haushaltpanel / D 2001
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Unkenntnis und Fehleinschätzung der relativen Preisposition im
Vergleich zur Konkurrenz
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Wie ist Ihre Preisstellung im Vergleich zu den Wettbewerbern
Anzahl Unternehmen
150
42.3%
31.5%
100
15.4%
50
5.2%
0%
0
viel günstiger
4%
1.5%
günstiger
etwas
günstiger
gleich
etwas teurer
teurer
viel teurer
Quelle: Homburg et al. 2004, S. 29
Verzerrte Preisinformation
durch Kunden, die aus verhandlungstaktischen Gründen das günstigste
Angebot kommunizieren
durch Vertriebsmitarbeiter, die verlorene Aufträge mit günstigeren
Preisen der Konkurrenz rechtfertigen
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Unkenntnis der Zusammenhänge zwischen Kundennutzen und Zahlungsbereitschaft (Preis-Absatz-Funktion); Rückgriff auf problematische Preisbestimmungsverfahren (kosten- und wettbewerbsorientiertes Pricing)
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Preisinformationen bei Top-Managern
Anteil der Befragten, die glauben, dass sie gut informiert sind über …
Variable Kosten
86%
83%
Fixkosten
Wettbewerbspreise
72%
59%
Kundennutzen
Preis-Absatz-Funktion
31%
Lernkurven-Effekte
Preisakzeptanz
27%
19%
Quelle: Wübker, G. (2006); Datenbasis: SKP Befragung
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Historisch gewachsene Konditionenstrukturen mit einer Vielzahl z.T.
ungerechtfertigter, z.T. unzweckmässiger Rabatt- und Bonusarten
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Konditionensystem dargestellt mit Hilfe der Preistreppe
Beispiel: Hersteller technischer Gebrauchsgüter
(Angaben in Euro)
340
73
effektiver
Preisnachlass
145
(43 Prozent)
17
8
normaler
Händler- Mengenrabatt
aktionsrabatt
bezogener
Sonderrabatt
Grundpreis
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10
Einzelrabatte,
die durch
Aussendienste
vergeben
werden
232
12
7
Bonus für
TreueErreichung
bonus
des
Umsatzsteigerungsziels
Rechnungspreis
5
Werbekostenzuschuss
9
4
195
ExkluBonus
sivitätsfür Unterbonus
stützung
bei Neuprodukteinführungen
tatsächlich
erzielter Preis
Quelle: Homburg/Daum 1997, S. 186
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Unklar spezifizierte, auf viele Stellen verteilte Pricing-Verantwortung mit
oft sehr grossen Preisspielräumen der Verkäufer
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Statement von Jeffrey R. Immelt,
CEO General Electric 2006
"Kürzlich untersuchte unser Mitarbeiter Dave McAlpin, wie die Preise
unserer Haushaltsgeräte zu Stande kommen. Er fand heraus, dass
der Spielraum der Verkäufer sich auf fünf Milliarden Dollar
summierte. Dieser Spielraum kam durch die vielen Entscheidungen
zu Stande, die Vertriebsleute selbst treffen dürfen.
Diese Zahl - und sie gilt nur für Haushaltsgeräte - war für mich verblüffend. Hochgerechnet auf all unsere Sparten, sind das womöglich
50 Milliarden Dollar, denen kaum jemand nachhält und für die sich
kaum jemand verantwortlich fühlt. Bei unseren Kosten analysieren,
prüfen und wägen wir ab. Doch bei den Preisen, die wir anderen
berechnen, sind wir nachlässig."
©Quelle:
2007, www.input-ag.ch
Diller / Kossmann
(2007)
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Ungenügendes Preis-Controlling, fehlende Informationen über tatsächlich
realisierte Preise bei spezifischen Kundengruppen/Kunden
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Schaffung und Nutzung von Preispotenzialen
Gründe für ungenügende Nutzung von Preispotenzialen
Pricing als Summe von Einzelentscheiden und nicht als systematischer
Management-Prozess
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Fazit
Der Preis ist ein besonders wirkungsstarker Gewinntreiber.
Preisgestaltung und Preispolitik sind jedoch häufig wenig professionell,
unsystematisch und zu wenig im Management-Fokus.
Deshalb existieren in vielen Unternehmen ungenutzte oder schlecht
genutzte Preispotenziale.
Erfahrungsgemäss lohnen sich "Investitionen" in eine Überprüfung,
Korrektur und/oder Neugestaltung des Pricing.
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Fazit
Konsequenzen für die Preispolitik
Benötigt wird
ein professionelles, proaktives Preismanagement
das informationsgestützt in systematischer Weise den Pricing-Prozess
als Ganzes gestaltet und steuert
das entsprechend der Bedeutung des Preises als Gewinntreiber auf der
Geschäftsleitungsebene verankert ist.
Praxiserprobte Grundlagen
zur kritischen Ueberprüfung der Pricing-Prozesse und
zum Aufbau eines professionellen Preismanagements
bietet die Pricing Toolbox.
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