Ernährungstipps für Schwangere

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Ernährungstipps für Schwangere
Wie sich der Nährstoffbedarf verändert und wie Sie sich vor
Listeriose und Toxoplasmose schützen können, erfahren Sie hier!
Die Schwangerschaft stellt besondere Anforderungen an den mütterlichen Organismus.
In dieser Zeit ist es wichtig, sich ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen, um
Mangelzustände bei sich und beim Kind zu vermeiden. Für die Lebensmittelauswahl
gelten folgende Grundregeln:
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reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke,
mäßig tierische Lebensmittel,
sparsam sein bei fettreichen Lebensmitteln und Süßwaren.
Der Speiseplan sollte abwechslungsreich und vollwertig sein mit fünf Mahlzeiten am
Tag.
Wie verändert sich der Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft?
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Der Energiebedarf erhöht sich ab dem vierten Schwangerschaftsmonat um etwa
255 Kilokalorien pro Tag.
Auch der Eiweißbedarf ist ab dem vierten Monat leicht erhöht. Günstige
Eiweißlieferanten sind fettarme Milch und Milchprodukte, mageres Fleisch, Geflügel,
Fisch, Eier und Hülsenfrüchte.
Für die Fettzufuhr gelten die gleichen Richtwerte wie für Nichtschwangere. Meist ist
etwa die Hälfte des Bedarfs schon mit "versteckten Fetten" aus Wurst, Käse und
anderen fettreichen Lebensmitteln abgedeckt. Verwenden Sie deshalb hochwertige
Pflanzenöle wie Raps-, Soja- und Leinöl für die Speisenzubereitung.
Mehr Vollkornprodukte zu essen, ist während der Schwangerschaft ratsam. Sie
können eine schwangerschaftsbedingte Verstopfung lindern. Zuckerreiche Produkte
und Weißmehlprodukte liefern nur wenige Nährstoffe und sind deshalb nicht
empfehlenswert.
Achtung bei den Vitaminen Folsäure und Vitamin A
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Ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft kann unter anderem zu so genannten
Neuralrohrdefekten führen. Das Neuralrohr entwickelt sich in der frühen
Schwangerschaft und ist eine Vorstufe des Gehirns. Es schließt sich schon
zwischen dem 22. und 28. Schwangerschaftstag. Deshalb ist es ratsam, bereits vor
einer möglichen Schwangerschaft die Folsäurezufuhr vorsorglich zu erhöhen. Gute
Folsäurequellen sind Spinat, Salat, Grünkohl, Weizenkeime, Sojabohnen, Eigelb,
Brot und Backwaren aus Vollkornmehl sowie Fleisch. Ob es sinnvoll ist, gezielt
Folsäurepräparate einzusetzen, sollte mit dem Arzt abgesprochen werden.
Der Bedarf an Vitamin A ist während der Schwangerschaft leicht erhöht. Doch zu
viel Vitamin A kann das Kind schädigen. Deshalb sollten Frauen, die eine
Schwangerschaft planen, auf den Verzehr von Leber verzichten. Stattdessen kann
mehr carotinreiches Gemüse und Obst gegessen werden. Dazu zählen Karotten,
Paprika, Brokkoli, Aprikosen und Pfirsiche.
Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel ist gegen Leber in kleinen Portionen
nichts mehr einzuwenden.
 Verbraucherzentrale Bayern e.V., Mozartstraße 9, 80336 München, Tel. (089) 5 39 87-0 Seite 1 von 3
Wie sieht es mit den Mineralstoffen aus?
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Eisen
Eisenmangel ist ein häufiges Problem während der Schwangerschaft, insbesondere
dann, wenn die Versorgung schon vor der Schwangerschaft unzureichend war.
Eisen ist vor allem in magerem Fleisch enthalten, aber auch in Vollkornprodukten,
Hülsenfrüchten, Nüssen und Gemüse. Die schlechtere Verfügbarkeit des Eisens
aus pflanzlichen Lebensmitteln kann durch die Kombination von Vollkornprodukten
mit Vitamin-C-reichen Obst- und Gemüsesorten verbessert werden. Es ist ratsam,
den Einsatz von Eisenpräparaten mit dem Arzt zu besprechen.
Jod
Eine ausreichende Jodzufuhr ist in der Schwangerschaft besonders wichtig, um
einem Jodmangel des Kindes vorzubeugen. Zwei Seefischmahlzeiten pro Woche
mit Fischen wie Kabeljau und Seelachs sind empfehlenswert. Da große Seefische
wie Thunfisch, Rotbarsch, Steinbeißer, Bonito und Haifisch größere
Schadstoffmengen enthalten können als kleine Fische, rät die Verbraucherzentrale
dazu, diese nur in geringen Mengen und nicht regelmäßig zu essen.
Calcium
Für den gesunden Knochenaufbau des Kindes und der Mutter sind ausreichende
Mengen Calcium während der Schwangerschaft wichtig. Falls während der Schwangerschaft ein Calcium-Mangel auftritt, kann das dazu führen, dass die Vorräte an
Calcium in den Knochen der Mutter angegriffen werden. Milch und Milchprodukte
sind ideale Calcium-Quellen. Mit einem Becher Joghurt (150 g), 200 ml Milch, einer
Scheibe Emmentaler (30 g) und einer Portion Brokkoli (200 g) werden 1000 mg
Calcium erreicht. Wer Milch und Milchprodukte nicht verträgt, kann auf besonders
calciumreiche Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl, Fenchel und Mineralwässer
mit mehr als 150 mg Calcium pro Liter ausweichen. Ob Calcium-Präparate als
Nahrungsergänzung notwendig sind, sollte mit dem Arzt besprochen werden.
Magnesium
Ein Magnesium-Mangel in der Schwangerschaft kann nicht nur zu nächtlichen
Wadenkrämpfen führen, sondern auch zu frühzeitigen Wehen und sogar
Fehlgeburt. Daher verschreiben viele Frauenärzte als Vorsorgemaßnahme
Magnesium-Präparate. Empfehlenswert sind bei den Lebensmitteln vor allem
Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und grüne Gemüsesorten. Relativ wenig
Magnesium enthalten Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte.
Ab welchen Mengen schaden Alkohol, Nikotin und Koffein dem Kind?
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Während der Schwangerschaft sollte ganz auf Alkohol verzichtet werden. Es gibt
keine Menge, ab der Alkohol als gesundheitlich unbedenklich für das ungeborene
Kind eingestuft wird.
Nikotin schädigt nicht nur die Gesundheit der Mutter, sondern vor allem das Kind.
Deshalb sollte das Aktiv- und Passiv-Rauchen vermieden werden.
Die Auswirkungen von Koffein in der Schwangerschaft sind noch nicht eindeutig
geklärt. Daher ist es ratsam, den Genuss koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee,
schwarzer und grüner Tee und Colagetränke einzuschränken. Zwei bis drei Tassen
Tee oder Kaffee pro Tag gelten aber als unbedenklich.
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Wie schützen Sie sich vor Toxoplasmose und Listeriose?
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Toxoplasmose
Toxoplasmose-Erreger sind an sich "freundliche" Parasiten. Viele Verbraucher sind
schon einmal infiziert gewesen, haben nichts davon gemerkt und sind seitdem
immun. Per Antikörpermessung im Blut kann dies festgestellt werden. Anders ist es,
wenn eine Frau sich während der Schwangerschaft zum ersten Mal infiziert. Für sie
selbst kann die Erkrankung unauffällig verlaufen und unbemerkt bleiben. Für das
ungeborene Kind kann das jedoch schwere gesundheitliche Folgen mit
Behinderungen haben wie Wasserkopf oder Augenschäden.
Um die Erstinfektion durch Toxoplasmen zu vermeiden, können Schwangere
folgende Tipps beachten:
➢ Verzichten Sie auf rohes Fleisch wie Carpaccio, Mett, Tartar und auf Rohwurst
wie Salami, Mettwurst und Teewurst!
➢ Erhitzen Sie Fleisch immer ausreichend lange.
➢ Wenn Sie Kontakt mit rohem Fleisch hatten, waschen Sie sich gründlich die
Hände.
➢ Waschen Sie Gemüse und Obst sorgfältig.
➢ Die Katze darf bleiben, aber: Füttern Sie sie mit Konserven oder gekochtem
Fleisch. Günstig ist es, wenn die Katzentoilette nicht von Ihnen gesäubert werden
muss. Oder verwenden Sie Einmal-Handschuhe. Durch eine medikamentöse
Behandlung des Tieres kann eine Infektion und das Ausscheiden von
Toxoplasmose-Eiern unterbunden werden. Fragen Sie beim Tierarzt nach.
➢ Nach der Gartenarbeit und nach dem Kontakt mit fremden Katzen die Hände
gründlich waschen.
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Listeriose
Schwangere haben ein besonders hohes Risiko, an Listeriose zu erkranken.
Listerien sind stäbchenförmige Bakterien, die sehr widerstandsfähig sind. Sie
überstehen Tiefgefrieren und Vakuumverpackungen. Für die Mutter ist die
Erkrankung zwar nicht lebensgefährlich, doch die Erkrankung kann zu Früh- oder
Totgeburt führen.
Um sich vor einer Listeriose zu schützen, sollten folgende Empfehlungen beachtet
werden:
➢ Fleisch und Fisch immer gut durchgaren.
➢ Lagern Sie rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln in verschlossenen
Gefäßen.
➢ Waschen Sie rohes Gemüse und Obst vor dem Verzehr sorgfältig!
➢ Verzichten Sie auf Rohmilch und Produkte aus Rohmilch. Das gilt auch für die
Käserinde aller Käsesorten. Trinken Sie Rohmilch nur abgekocht.
➢ Hart- und Schnittkäse gelten als unbedenklich, auch wenn sie aus Rohmilch
hergestellt wurden. In Deutschland werden Käse meistens aus pasteurisierter
Milch hergestellt. Käse aus Rohmilch muss entsprechend gekennzeichnet
werden.
➢ Bei leicht verderblichen Lebensmitteln beachten Sie bitte das
Mindesthaltbarkeitsdatum. Auch Produkte in Vakuumverpackungen sollten Sie
möglichst lange vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verbrauchen.
Stand: 8/2004
 Verbraucherzentrale Bayern e.V., Mozartstraße 9, 80336 München, Tel. (089) 5 39 87-0 Seite 3 von 3
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