Allgemeiner Untersuchungsauftrag

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8. Infektionen des Auges – Allgemeiner Untersuchungsauftrag
Standardanforderung: E + R (Erreger und Resistenz)
Umfasst die kulturelle Anzüchtung und ggf. Resistenztestung von obligat und
fakultativ pathogenen, bakteriellen Erregern von Augeninfektionen.
Zum Beispiel:
- Blepharitis
- Canaliculitis
- Dacryoadenitis
- Dacryozystitis
- Endophthalmitis
- Keratitis
- Konjunktivitis
Indikationen
•
•
Dauer der Auftragsbearbeitung
Jede Entzündung am Auge
(bakterielle Konjunktivitis,
Keratitis,
Endophthalmitis)
Verdacht auf eine
Akanthamoebeninfektion bei
Kontaktlinsenträgern nach
Ausschluss einer bakteriellen/
viralen Genese
Jeder mikroskopisch positive Befund
wird sofort telefonisch übermittelt
Kulturelle Anzucht:
ca. 1-2 Tage
Bei spezifischen
Untersuchungsanforderungen:
(z.B. Mykobakterien)
8 - 12 Wochen
Resistenztestung:
ca einen
weiteren Tag
Eingeschränkte Bearbeitung am
Wochenende
(bei dringendem klinischen Verdacht auf
eine Endophthalmitis sollte der
diensthabende Mikrobiologe verständigt
werden!)
siehe Ärztliche Rufbereitschaft
Untersuchungsmaterial
Nachweisverfahren
1. Konjunktiva/ Augenlider
2. Hornhaut
3. Kontaktlinsen
•
Mikroskopischer Nachweis
•
Erregerkultur
•
Nukleinsäurenachweis
4. Kammerwasser und Punktate
Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen
Symptomatik erfolgen!
© Universitätsklinikum Rostock / IMIKRO/ Abteilung für Med. Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
Auszug Einsenderhinweise
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Stand: 03.2007
8. Infektionen des Auges – Allgemeiner Untersuchungsauftrag
bei Endophthalmitis
Bemerkungen
ad 1) Konjunktiva/Augenlider
•
•
•
•
•
Auswischen des unteren Konjunktivalsacks mit sterilen, mit dem
Transportmedium befeuchteten Dacrontupfern
getrennte Probennahmen von beiden Augen
auch bei nur einem entzündeten Auge stets beide abstreichen!
Transport: ≤ 1 h, Raumtemperatur
Lagerung: ≤ 24 h, Raumtemperatur
ad 2) Hornhaut
•
•
mit speziellen Schabern Hornhautgeschabsel gewinnen und mit physiolog.
NaCl-Lsg. versetzen
Transport: ≤ 1 h, Raumtemperatur, Lagerung nicht möglich
ad 3) Kontaktlinsen
•
•
•
•
vor Entnahme der Linse Hände sorgfältig desinfizieren
Universalprobenröhrchen mit steriler NaCl-Lsg. füllen und Kontaktlinse ohne
Berühren der Röhrchenwandung hineingeben
Transport: ≤ 2 h, Raumtemperatur
Lagerung: ≤ 24 h, Raumtemperatur
ad 4) Kammerwasser und Punktate bei Endophthalmitis
•
•
•
Materialentnahme intraoperativ unter sterilen Kautelen mit steriler Spritze in
Redonflaschen aus dem OP
Transport: ≤ 1 h, Raumtemperatur
ist der sofortige Transport ins Labor nicht möglich, kann das Material in
Blutkulturflaschen gegeben werden, dann Aufbewahrung bei
Raumtemperatur bis zum Transport
Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen
Symptomatik erfolgen!
© Universitätsklinikum Rostock / IMIKRO/ Abteilung für Med. Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
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Stand: 03.2007
8. Infektionen des Auges – Allgemeiner Untersuchungsauftrag
Häufig nachgewiesene Erreger
•
Bei Konjunktivitis, Blepharitis,
Dakryoadenitis- u. zystitis:
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•
•
Bewertung
Staphylococcus aureus
ß-hämolysierende Streptokokken
Streptococcus. pneumonieae
Haemophilus influenzae
Moraxella catarrhalis
Pseudomonas aeruginosa
verschiedene
Enterobacteriacaea spp.
Chlamydia trachomatis
•
•
•
Bei post-chirurgischer
Endophthalmitis:
•
•
•
•
•
•
•
Konjunktiven häufig mit Keimen
der physiologischen Hautflora
bzw. bei Kindern mit der Flora des
Oropharynx besiedelt
Interpretation daher immer in
Zusammenhang mit der klinischen
Symptomatik
Bei Endophthalmitis jeder
nachgewiesene Erreger
ätiologisch von Bedeutung!
Antibiogramm liefert nur für
systemisch wirkende Antibiotika
valide Resultate, daher bei
topischer Therapie ohne
Bedeutung
S. aureus
Koagulase-negative
Staphylokokken
Pneumokokken u.a. vergrünende
Streptokokken
Pseudomonaden
Acinetobacter spp.
Enterobacteriacaea spp.
Propionibacterium spp. (bei
protrahiertem Verlauf)
Bei post-traumatischer
Endophthalmitis:
•
•
Bacillus cereus u.a. Bacillus spp.
Clostridium spp.
Bei endogener Endophthalmitis:
•
•
•
S. aureus
S. pneumoniae
Haemophilus spp.
Alle Befundinterpretationen können nur im Zusammenhang mit der klinischen
Symptomatik erfolgen!
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