UNTERSUCHUNGSBERICHT zur geologischen

Werbung
Geotechnik BFW GmbH • Geohaus, Nikolaus-Otto-Straße 6 • 55129 Mainz
•
•
•
•
•
•
•
•
•
Stadtwerke Mainz AG
Rheinallee 41
55118 Mainz
Baugrund
Altlastensanierung
Grundwasser
Bodenverunreinigungen
Hydrogeologie
Deponien
Rutschungssanierung
Lagerstätten
Grundbaulabor
Ihr Zeichen:
Ihre Nachricht vom:
Ansprechpartner:
unser Zeichen:
43 007 304
27.09.2012
W. Fein
G 5440
Datum:
05.02.2013
(06131 / 91 35 24 - 30)
UNTERSUCHUNGSBERICHT
zur
geologischen und hydrogeologischen Kartierung
im Bereich des Oberbeckens am Franzosenkopf
im Zuge des Projekts
PSW Heimbach
der Stadtwerke Mainz AG
Anlagen:
5
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite i
Inhaltsverzeichnis
1. ANLASS.................................................................................................................................1
2. ANLAGEN.............................................................................................................................2
3. GEOGRAPHISCHER UND KLIMATISCHER ÜBERBLICK ............................................3
4. GEOLOGISCHER ÜBERBLICK..........................................................................................6
4.1 Erdgeschichtliche Entwicklung........................................................................................6
4.2 Beschreibung der Schichtglieder......................................................................................7
4.2.1 Bunte Schiefer (Bs)..................................................................................................7
4.2.2 Hermeskeil-Schichten (He)......................................................................................8
4.2.3 Taunusquarzit (Tq)...................................................................................................8
4.2.4 Darustwald-Schichten (Td)......................................................................................9
4.2.5 Hunsrückschiefer......................................................................................................9
4.3 Tektonik..........................................................................................................................10
4.4 Hydrogeologie................................................................................................................10
5. ERGEBNISSE......................................................................................................................11
5.1 Geologie.........................................................................................................................11
5.1.1 Aufschlüsse.............................................................................................................12
5.1.2 Rammkernsondierungen.........................................................................................18
5.2 Hydrogeologie................................................................................................................19
5.3 Biotope...........................................................................................................................20
6. PROGNOSE UND EMPFEHLUNGEN...............................................................................34
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite ii
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Klimadiagramm der Wetterstation "Bad Kreuznach"...........................................4
Abbildung 2: Klimadiagramm der Wetterstation "Bacharach"...................................................5
Abbildung 3: Klimadiagramm der Wetterstation "Wahlbach"....................................................5
Abbildung 4: Interpoliertes Klimadiagramm für den "Franzosenkopf".....................................6
Abbildung 5: Beispiel von tafel- und trogförmigen Sedimentationsstrukturen..........................9
Abbildung 6: Blockschutthalde aus quarzitischem Gesteinsdetritus........................................11
Abbildung 7: Aufschluss 3: Verkieselte Sigma-Elemente im Quarzit......................................13
Abbildung 8: Stark bewachsener Aufschluss 1 am Wegesrand................................................14
Abbildung 9: Stereographische Projektion: Schichtungswerte Aufschluss 1...........................14
Abbildung 10: Aufschluss 2 mit dunkelgrauen bis grauschwarzen Tonschieferschichten.......15
Abbildung 11: Stereographische Projektion: Schichtungswerte Aufschluss 2.........................15
Abbildung 12: Im Wechsel gelagerte Quarzit- und Tonschieferpakete bei Aufschluss 3.........16
Abbildung 13: Stereographische Projektion: Schichtungswerte Aufschluss 3.........................16
Abbildung 14: Quarzite am Aufschluss Nr. 4 südöstlich des Franzosenkopfes.......................17
Abbildung 15: Stereographische Projektion: Schichtungswerte Aufschluss 4.........................17
Abbildung 16: Grundwasserlandschaften im Bereich des Projektstandortes...........................32
Abbildung 17: Durchschnittliche Grundwasserneubildungsrate pro Jahr................................33
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite iii
Tabellenverzeichnis
Tabelle 5.1: Tabellarische Aufstellung Quellschüttungen und deren arithmetisches Mittel.....22
Tabelle 5.2: Aufstellung der Einzugsgebietsanteile der Vorfluter im Projektgebiet und die
durch den Bau des geplanten Oberbeckens versiegelte Flächeanteile...................23
Tabelle 5.3: Tabellarische Auflistung der Einzelbiotopgebiete, der Gruppennummer
(Biotopnummer) und deren Einfluss durch Wasser...............................................24
Tabelle 5.4: Aufstellung der Vegetationstypen und deren Fläche.............................................26
Tabelle 5.5: Aufstellung der realen Auswirkung der durch die Flächenversiegelung des
Oberbeckens beeinflussten Oberflächeneinzugsgebiete der Vorfluter...................27
Tabelle 5.6: Aufstellung der realen Auswirkung der durch die Flächenversiegelung des
Oberbeckens beeinflussten Einzel- und Komplexbiotope.....................................27
Tabelle 5.7: Tabellarische Aufstellung der Quellcharakteristika und den morphologischen
Strukturen im Umfeld der Quellen und Biotope....................................................28
Tabelle 5.8: Koordinaten und Höhen der Quellen, Feuchtbiotope (Flächenzentren),
Rammkern- sondierungen (RKS) und Aufschlüssen.............................................30
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 4
Benutzte Unterlagen
[1]
BJÖRNSEN BERATENDE INGENIEURE GMBH (2011) : PSW Heimbach - Tischvorlage zur
Antragskonferenz für das Raumordnungsverfahren (ROV), Stadtwerke Mainz AG
[2]
DILLMANN,W; KRAUTER, E. (1966): Zusatzgutachten über die geologischen
Verhältnisse im Bereich des geplanten Pumpspeicherkraftwerkes Franzosenkopf,
Hunsrück
[3]
DILLMANN,W.; KRAUTER, E. (1964): Gutachten über die geologischen Verhältnisse im
Bereich des geplanten Pumpspeicherkraftwerkes Franzosenkopf, Hunsrück
[4]
DR. TRÄNKLE (unbek.): Biotopkartierung Franzosenkopf
[5]
EKKEHART, M. (1980): Der Taunusquarzit im nordöstlichen Soonwald ( Analyse eines
Kluftspeichers), Diss. Johannes Gutenberg-Univ.,
[6]
KANZLER, H. B. (1991): Der Taunusquarzit — Seine Lithofazies, Sedimentologie,
Petrographie und sein Chemismus als Grundlage zur Beurteilung der ElementrohstoffQualität vor dem Hintergrund der Geologie und Tektonik des SE-Hunsrücks und
westlichen Rheingaus., Diss. Univ. Trier,
[6]
LANDESAMT FÜR GEOLOGIE UND BERGBAU (2000) (Hrsg.): Geologische
Übersichtskarte und Profil des Mittelrheintales 1:100 000 mit Erläut., Mainz
[8]
MEYER, W.; STETS, J. (1980): Zur Paläogeografie von Unter- und Mitteldevon im
westlichen und zentralen Rheinischen Schiefergebirge. - Z. dt. geol. Ges.,131, 725-751,
Hannover: Deutsche Geologische Gesellschaft
[8]
ONCKEN, ONNO (1988): Geometrie und Kinematik der Taunuskammüberschiebung —
Beitrag zur Diskussion des Deckenproblems im südlichen Schiefergebirge - Geologische
Rundschau,77, 173-181, Berlin; Heidelberg: Springer
[9]
SCHEFFER, F; SCHACHTSCHABEL, P. (1998): Lehrbuch der Bodenkunde,14. Aufl.,
Stuttgart:Enke
[10] SCHÜTZ, H.-G. (2012): PSW Heimbach - zur Geologie, Tektonik und Hydrogeologie
des Oberbeckenstandorts Franzosenkopf, Auszug, Firmenschrift Fichtner
[12] DEUTSCHE STRATIGRAPHISCHE KOMMISSION (Hrsg.) (2002): Stratigraphische Tabelle
von Deutschland 2002
[13] LANDESAMT FÜR GEOLOGIE UND BERGBAU (1998) (Hrsg.): Geologische
Übersichtskarte 1:100 000 Blatt C 5910 Koblenz,
[14] LANDESAMT FÜR GEOLOGIE UND BERGBAU RHEINLAND-PFALZ (Hrsg.) (2005):
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 5
Geologie von Rheinland-Pfalz
[15] LANDESAMT FÜR VERMESSUNG UND GEOBASISDATENINFORMATION RHEINLAND-PFALZ
(2010) (Hrsg.): Topographische Karte 1:25 000 Blatt 6012 Stromberg, Koblenz
[16] LANDESAMT FÜR VERMESSUNG UND GEOBASISDATENINFORMATION RHEINLAND-PFALZ
(1998) (Hrsg.): Topographische Karte 1:25 000 Blatt 5912 Kaub, Koblenz
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 1
1. ANLASS
Die Stadtwerke Mainz AG plant die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerks (PSW) zwischen den Gemeinden Trechtingshausen, Oberheimbach und Niederheimbach. Das Kraftwerk
wird aus einem hoch- und einem tiefliegenden Wasserspeicher (Ober- und Unterbecken), die
durch eine Rohrleitung (Stollen) miteinander verbunden werden, sowie des eigentlichen
Kraftwerkgebäudes mit Zufahrt und den Energiezuführungs- und Abführungsleitungen bestehen. Das Oberbecken soll im Bereich des „Franzosenkopfes“, einer Erhebung im „Binger
Wald“, angelegt werden. Das Projekt bedingt, aufgrund der Raumrelevanz, ein Raumordnungsverfahren nach §15 Abs. 1. Satz 1 ROG (Raumordnungsgesetz). Verfahrensgegenstand
dieses Raumordnungsverfahrens ist das PSW Heimbach [1].
Bei einer, von der Firma AG.L.N. aus Blaubeuren-Seissen durchgeführten, Fauna- und
Flora-Kartierung wurden im Bereich des geplanten Oberbeckens schützenswerte Biotoptypen
festgestellt, die an Quellen und Quellmulden gebunden sind. Um negative Auswirkungen
und/oder Beeinträchtigungen durch den Bau des Oberbeckens auf diese Biotope auszuschließen ist eine Kartierung und Klassifikation des Projektgebietes hinsichtlich der regionalen hydrogeologischen Verhältnisse nötig. Die GEOTECHNIK BFW GmbH wurde von der Stadtwerke Mainz AG beauftragt das Projektgebiet (s. Anlage 1.1: Übersichtslageplan) geologische
und hydrogeologisch zu kartieren sowie die regionale hydrogeologische Situation, wie Quellen und deren Quell- und Einzugsbereiche sowie Feuchtgebiete, zu erfassen. Zu folgenden
Punkten ist im Rahmen des Gutachtens Stellung zu nehmen:
•
Beschreibung und Visualisierung der Lage und Morphologie des Untersuchungsgebietes, der regionalen geologischen Verhältnisse inklusive der tektonischen Situation und
der stratigraphischen Abfolge der Gesteine.
•
Beschreibung und Visualisierung der regionalen hydrogeologischen Verhältnisse einschließlich der Quellen und deren Einzugs- und Quellgebieten sowie deren Schüttung.
•
Prognose der Auswirkungen des Baus des Oberbeckens auf die Quellen, die Feuchtgebiete und den Grundwasserspiegel im Untersuchungsraum sowie Empfehlungen zum
Schutz der Quellen, Quellmulden und Feuchtgebiete in Bezug zur Lage des geplanten
Oberbeckens.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 2
2. ANLAGEN
Die Anlagen dieses Gutachtens sind wie folgt gegliedert:
1
Übersicht
1.1 Übersichtslageplan des Projektgebietes, M 1:50 000
2
Geologische und hydrogeologische Karten
2.1 Geologische Übersichtskarte mit Lage der Rammkernsondierungen, den Aufschlüssen, den Profillinien und den Biotopen im Maßstab 1:10 000
2.2 Hydrogeologische Karte mit Lage der Teileinzugsgebiete der Vorfluter und den
Biotopen im Maßstab 1:10 000
2.3 Hydrogeologische Karte mit Lage der Quellen und deren Einzugsgebiete sowie
den Quellbereichen und den Biotopen im Maßstab 1:10 000
3
Detailpläne der aufgenommenen Quellen mit photographischer Dokumentation sowie
Übersichtsplan und Detailpläne der einzelnen wasserbeeinflussten Biotope und Biotopkomplexe
4
Querprofile (2-fach überhöht) im Maßstab 1:20 000
5
Graphische Darstellung der Rammkernsondierungen nach DIN 4021 und DIN 4022
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 3
3. GEOGRAPHISCHER UND KLIMATISCHER ÜBERBLICK
Das annähernd 8,6 km² große Projektareal im Bereich des geplanten Oberbeckens des PSW
Heimbach ist Teil des Übergangs der Hunsrückhochfläche in das Mittelrheingebiet. Naturräumlich gehört der Höhenzug zum Soonwald-Sattel (Soonwald-Antiklinorium) des Rheinischen Schiefergebirges. Im topographischen Kartenwerk 1:25.000 der Bundesrepublik
Deutschland liegt das Projektgebiet auf dem Blatt 5912 Kaub [16] und dem Blatt 6012 Stromberg [15]. Die höchsten Erhebungen im Planungsgebiet bilden der „Franzosenkopf“ mit
617,1 m über NN und der „Salzkopf“ mit 627,6 m über NN. Im Nordwesten fällt das Gelände
in Richtung des Heimbachtales ab. Im Südosten begrenzt das Morgenbachtal den Höhenzug.
In Richtung des Mittelrheintales fällt das Gelände steil auf das Rheinniveau von ca. 75 m über
NN ab. Die Planungseinheit ist zum Großteil bewaldet [1].
Das Klima wird großräumig von feuchten, gemäßigt temperierten, atlantischen Luftmassen
und kontinentaler Luft beeinflusst. Durch die Höhendifferenz von Soonwald und des benachbarten Mittelrheintales ergeben sich z. T. Unterschiede in der Jahresdurchschnittstemperatur
von annähernd 2 °C. In den Abbildungen 1, 2 und 3 sind die Klimadiagramme der Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Landes Rheinland-Pfalz „Bacharach“
(Mittelrheintal), „Wahlbach“ (Hunsrück) und „Bad Kreuznach“ (Nahe) dargestellt. Der Kopf
des Diagramme zeigt neben dem Namen und der Höhe der Wetterstation auch die Durchschnittstemperatur und den Durchschnittsniederschlag für den Bemessungszeitraum. Die rote
Linie symbolisiert die Durchschnittstemperatur über das Jahr gesehen, die blaue Linie den
durchschnittlichen Niederschlag. An der linken Seite des Diagramms ist die gemessene Maximal- und die Minimaltemperatur dargestellt. Eine blaue Hinterlegung der Monate auf der xAchse beschreibt das mögliche Auftreten von Frosttagen. Die Diagramme zeigen deutlich das
Niederschlags- und Temperaturmaximum im Sommer. Darüber hinaus unterscheiden sich die
Diagramme in der Niederschlagsverteilung und -intensität. Die Station „Wahlbach“ (436 m
über NN) unterscheidet sich in Gesamtniederschlag und Durchschnittstemperatur von den
beiden anderen Wetterstationen, die auf annähernd der gleichen Höhe liegen.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 4
Da für den Franzosenkopf keine gesicherten Niederschlags- bzw. Temperaturdaten vorliegen,
erfolgt eine Annäherung an die theoretischen klimatischen Verhältnisse vor Ort. Für die Temperatur findet dies über den geometrischen Temperaturgradienten (im Durchschnitt 0,65 °C
pro 100 m) statt. Folglich ist für den Franzosenkopf ein gemittelter Temperaturunterschied zu
den Wetterstationen „Bad Kreuznach“ bzw. „Bacharach“ von ca. -2,7 bis -2,8 °C, bzw. zur
Wetterstation „Wahlbach“ von -1,2 °C anzunehmen. Zur Berechnung der Temperatur wurden
die geometrischen Temperaturgradienten der jeweiligen Wetterstation berechnet und anschließend der arithmetische Mittelwert über die stationsbedingten interpolierten Temperaturwerte
gebildet. Eine Approximation für den Niederschlag am Franzosenkopf wurde analog zur Temperaturberechnung vorgenommen. Das Ergebnis der Klimainterpolation ist in Abbildung 4 als
Diagramm „Franzosenkopf“ illustriert. Es sei bemerkt, dass die realistischen Klimadaten aufgrund der unterschiedlichen Lage und Höhe der einzelnen Wetterstationen von den interpolierten Werten abweichen können.
Abbildung 1: Klimadiagramm der Wetterstation "Bad Kreuznach". Quelle: Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz (www.am.rlp.de – Stand 26.10.2012)
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Abbildung 2: Klimadiagramm der Wetterstation "Bacharach". Quelle: Agrarmeteorologie
Rheinland-Pfalz (www.am.rlp.de – Stand 26.10.2012)
Abbildung 3: Klimadiagramm der Wetterstation "Wahlbach". Quelle: Agrarmeteorologie
Rheinland-Pfalz (www.am.rlp.de – Stand 26.10.2012)
Seite 5
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 6
Abbildung 4: Interpoliertes Klimadiagramm für den "Franzosenkopf" aus den Klimadaten
der Wetterstationen "Bacharach", "Bad Kreuznach" und "Weilbach". Quelle: Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz (www.am.rlp.de – Stand
26.10.2012)
4. GEOLOGISCHER ÜBERBLICK
4.1 Erdgeschichtliche Entwicklung
Das Rheinische Schiefergebirge ist ein Teil des variskischen Orogens 1. Die Gesteine sind vorwiegend devonischen Alters und sind ab der Wende Silur/Devon vor ca. 418 Millionen Jahren
im Rhenoherzynischen Ozean abgelagert worden. Der Ozean war zu dieser Zeit in verschiedene Schwellen und Tröge unterteilt in denen es zu unterschiedlichen Faziesausprägungen der
vorwiegend feinklastischen (pelitischen) Sedimente kam. Das Sedimentmaterial, das gebietsweise einen bis zu 10 km mächtigen Akkumulationskeil bildet, wurde, besonders im Unterdevon (418 – 392 Millionen Jahre, [12]), aus nördlicher Richtung vom vorgelagertem Old-RedKontinent (Laurussia) geschüttet, der sich im Silur bei der Kollision der beiden Kleinkontinente Baltica und Laurentia unter Schließung des Iapetus-Ozeans bildete. Im Süden des
1
Gebirge
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 7
Ozeans wurden ab dem Gedinne z. T. psaphitische Sedimente (Grobklastika, z. B. Konglomerate) von der „Mitteldeutschen Schwelle“ in den Akkumulationsraum des Ozeanbeckens geschüttet. Im Siegen bildete sich am Südrand des Ablagerungsraumes eine stark sandige Fazies
(„Süd-Fazies“) aus, deren Faunenelemente und Lithofazies (Hermeskeil-Schichten und Taunusquarzit) auf ein höher-energetisches, marines Flachwassermilieu hindeuten [8]. Im Mitteldevon kam es Bereichsweise zu karbonatischer Sedimentation und zur Riffbildung. Die Sedimentation vollzog sich bis in das frühe Unterkarbon als das Ozeanbecken durch Subduktionsprozesse geschlossen wurde. Mit der Beckenschließeung ging im heutigen Rheinischen Schiefergebirge eine von Südwesten nach Nordosten voranschreitende Deformation einher, die sich
durch das anlegen nordwestvergenter Falten und Überschiebungsbahnen ausdrückt und als
Variskische Faltung, mit dem Höhepunkt im späten Unterkarbon, bezeichnet wird. Die Hebung des variskischen Gebirges zum Mittelgebirge erfolge durch Kontinent-Kontinent-Kollision ab Ende Namur (ca. vor 320 Millionen Jahre, Oberkarbon) [14].
4.2 Beschreibung der Schichtglieder
Im Projektgebiet und im unmittelbar angrenzenden Randgebiet sind vorwiegend Gesteine des
Unterdevons zu finden. Im wesentlichen sind es die Bunten Schiefer, die Hermeskeil-Schichten, der Taunusquarzit und der Hunsrückschiefer. In den folgenden Abschnitten werden die
einzelnen Schichtfolgen vom Liegenden zum Hangenden beschrieben.
4.2.1
Bunte Schiefer (Bs)
Die „Bunten Schiefer“ sind die ältesten Gesteine im Umfeld des Projektgebietes. Sie stehen
laut geologischer Übersichtskarte von Rheinland-Pfalz Blatt C 5910 Koblenz ([13]) im Bereich südlich von Trechtingshausen an. Die Basis ist nicht aufgeschlossen. Die Mächtigkeit
wird mit 110 bis 250 m angenommen. Es handelt sich um überwiegend rot-violette bis grünliche Tonschiefer, die in grünlich-graue, bankige Quarzite eingeschaltet sind [3]. Der Mineralbestand der Bunten Schiefer setzt sich mehrheitlich aus Chlorit, Muskovit, Serizit und Quarz
zusammen [6]. Aus Vergleichen mit Gesteinen aus den Ardennen ist der Ablagerungszeitraum
der Sedimente in das Gedinne im Unterdevon (418 – 412 Millionen Jahre, [12]) einzuordnen.
Nach diversen Autoren in [14] ist die Bildung der Bunten Schiefer im Hunsrück auf ein von
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 8
Westen voranschreitendes Transgressionsereignis (Meeresvorstöße) über das kaledonisch 2 gefaltete Gebiet zurückzuführen. Als möglichen Sedimentationsraum wird ein Flachschelf angenommen, welches zeitweilig unter Einfluss fluviatiler Systeme und hoher Turbulenz stand.
Als Liefergebiet für die Sedimente wird das Gebiet der Mitteldeutschen Schwelle vermutet
[8].
4.2.2
Hermeskeil-Schichten (He)
Die „Hermeskeil-Schichten“ charakterisieren eine Wechselfolge aus roten, z. T. grünen Tonschiefern und rötlichen, teilweise gelblichen, feldspatführenden Quarzsandsteinen bzw. quarzitischen Sandsteinen. Die Sandsteine sind oft grobkörnig aber seltener konglomeratführend.
Petrographisch unterscheiden sich die Hermeskeil-Schichten von den Bunten Schiefern im
Quarzitanteil von 70% (He) zu 15% (Bs) [5]. Sie stellen einen Übergang von den eher pelitisch dominierten Bunten Schiefern zu den überwiegend quarzitischen Schichten des Taunusquarzites dar. Stratigraphisch sind die Hermeskeil-Schichten in die Unter-Siegen-Stufe des
Unterdevons einzuordnen (412 – 410 Millionen Jahre, [12]).
4.2.3
Taunusquarzit (Tq)
Die Gesteine des „Taunusquarzites“ gliedern sich in den Unteren Taunusquarzit (uTq), der
sich aus den Hermeskeil-Schichten und der Tonschiefergruppe der Unter-Siegen-Stufe heraus
entwickelte, und dem Oberen Taunusquarzit (oTq). Lithologisch setzt sich der Untere Taunusquarzit vorwiegend aus weißen bis hellgrauen Quarziten mit Tonschieferlagen zusammen. Die
Bankmächtigkeiten variieren zwischen 1 und 3 Meter. Die Quarzite sind z. T. schräg geschichtet und bilden sowohl tafelförmige „planar-cross-beddig“-Strukturen als auch trogförmige „trough-cross-bedding“-Strukturen (s. Abb. 5) aus. Der Obere Taunusquarzit setzt sich
lithofaziell mehrheitlich aus grauen bis dunkelgrauen, feinkörnigen, schieferarmen bis schieferfreien Folgen aus Quarzit zusammen, die mitunter mittel- bis dickbankig zu Tage treten.
Hinzu kommen Lagen aus quarzitischen Sandsteinen, glimmerführenden Sandsteinen und
Grauwacken. Ursprünglich sind die Quarzite aus gut sortierten, vereinzelt geröllführenden
Fein- und Mittelsandsteinen zusammengesetzt, die besonders in schieferarmen Sequenzen nur
sehr geringe Anteile an Feinklastika enthalten. Vom Komponentenbestand her sind die Quar-
2
Kaledonische Gebirgsbildung im Ordovizium und Silur
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 9
zite als Sublith-Arenite bzw. als Subarkosen zu bezeichnen. Sie enthalten im Mittel 65 bis
95% Quarz, 5 bis 25 % Gesteinsbruchstücke und bis zu 5% Feldspat [6].
Das weitverbreitete Vorhandensein von Schrägschichtung („cross-bedding“), Rinnenstrukturen und Aufbereitungshorizonten mit Tonschiefer-Komponenten deutet auf (zeitweise) lokale Strömungen in einem küstennahen Flachmeer hin. Grab- und Wühlspuren von Organismen
(Bioturbationsspuren) sowie Sedimentationsstrukturen wie Rippelmarken bestärken die Annahme der strandnahen Bildung des Taunusquarzites.
Abbildung 5: Beispiel von tafel- und trogförmigen Sedimentationsstrukturen im Unteren Taunusquarzit
nach HARMS et al. (1975).
4.2.4
Darustwald-Schichten (Td)
Die „Darustwald-Schichten“ stellen den Übergangsbereich von einer vorwiegend psammitisch dominierten zu einer pelitisch dominierten Sedimentation dar. Sie bestehen laut [13] aus
schwarzen Schiefern mit weißen quarzitischen Einschaltungen. In Richtung des Hangenden
gehen die sandigen Tonschiefer in einen sandfreien Typ über, dessen Vorherrschaft den Beginn des Hunsrückschiefers kennzeichnen [5].
4.2.5
Hunsrückschiefer
Der Begriff „Hunsrückschiefer“ benutzen MEYER & STETS (1980) für die Gesteine des Bereichs der „Hunsrückschiefer-Fazies“. Sie umfasst eine Bandbreite von Ton- und Siltschiefern, die z. T. oolithische Roteisensteine und Sandsteinlagen enthalten. Sie dokumentieren ein
Absinken des Rheinischen Troges und die damit einher gehende Vertiefung des Sedimentationsraumes. Zeitlich sind die Gesteine in die Ems-Stufe des Unter-Devons (404 – 392 Millionen Jahre, [12]) einzuordnen. In der aktuellen Literatur ([14]) wird der Hunsrückschiefer jedoch in die Sauerthal- und die Kaub-Schichten aufgeteilt.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 10
4.3 Tektonik
Das Projektgebiet liegt in einem intensiv tektonisch beanspruchten Teil des Rheinischen
Schiefergebirges. Die ursprünglich horizontal abgelagerten Schichten des Devons sind durch
die variskische Faltung zusammengeschoben worden. Die Gesteinspakete wurden während
dieses Prozesses in eine Reihe von Sätteln (Antiklinale) und Mulden (Synklinale) aufgefaltet.
Aufgrund lateraler Bewegungen in den einzelnen Gesteinseinheiten sind die Falten meist nach
Nordwesten hin überkippt worden, so dass beide Faltenachsen nach einer Seite einfallen. Die
Synklinal- und Antiklinalstrukturen wurden unter der tektonischen Beanspruchung zerrissen
und teilweise auf andere Einheiten aufgeschoben, sodass älteres Gestein über Jüngerem zum
Liegen kommt [3]. Es wird angenommen, dass das ursprünglich mindestens 30 km breite Becken „teleskopartig“ mit nach Norden geringer werdender Deformation auf etwa 1/3 der Urbreite ineinandergeschoben wurde. Der Effekt ist eine fortwährende Aufrichtung und eine Rotation der Schuppenelemente entgegen der vorherrschenden Rotationsbewegung [9].
4.4 Hydrogeologie
Das Projektgebiet ist ausschließlich von devonischen Gesteinen geprägt, die hier als Kluftgrundwasserleiter (Kluftaquifere) fungieren. Erhöhte Gangbarkeit im Untergrund beschränkt
sich ausschließlich auf tektonisch aufgelockerte Bereiche mit erhöhten Gangquarzanteilen,
wie Mulden- und Sattelachsen, sowie im Bereich von Quer- und Diagonalstörungen [14]. Lediglich die tertiären / pleistozänen Verwitterungsdecken, die Mächtigkeiten von wenigen Zentimeter auf den Hängen bis zu einigen wenigen Metern in Akkumulationsbereichen aufweisen, sind im entferntesten Sinne Porenaquifere. Diese, bodenkundlich als Ranker bzw. als
O/C-Boden anzusprechenden Böden, bilden den eigentlichen „Waldboden“. Der Bodenaufbau
weist einen humosen, oft steinigen Ah-Horizont auf, der nach wenigen Zentimetern direkt
vom C-Horizont des anstehenden Gesteins abgelöst wird. Ein O/C-Boden findet sich vorwiegend in Bereichen von Blockhalden. Hier liegt eine organische Streuauflage direkt auf dem
Gesteinsdetritus auf [10]. In vielen Bereichen sind die Verwitterungsprodukte des Quarzits
mit geringmächtigen, zum Teil staunassen Bodenbildungshorizonten bedeckt, die, je nach bedeckender Vegetation, unterschiedlich ausgeprägt sind.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 11
5. ERGEBNISSE
5.1 Geologie
Die geologische Kartierung wurde, aufgrund der äußerst schlechten Aufschlusslage, zum
weitaus größten Teil nach der Methode der Lesesteinkartierung durchgeführt. Lediglich im
nordöstlichen Bereich des Kartiergebietes gibt es vier Aufschlüsse mit Wechsellagerungen
von Tonschieferlagen und Quarzitpaketen (siehe unten). Aufgrund der Methode der Lesesteinkartierung konnten jedoch keine detaillierte Aussagen über die prekäre Tektonik getroffen werden. Als Lesesteine wurden im Projektgebiet, im Bereich des geplanten Oberbeckens
des PSW Heimbach, größtenteils grober Quarzitblockschutt, der teilweise mit geschiefertem,
feinkörnigen Material durchsetzt war, und mehr oder minder verkieselte Sandsteine angetroffen (s. Abb. 6). Die Verkieselung der Sandsteine ist einerseits postsedimentär (sekundär) entstanden, andererseits durch eine anchimetamorphe Überprägung während der Faltungs- und
Überschiebungsprozesse der Gebirgsbildung. Das Farbspektrum der Quarzite liegt im Wesentlichen im Bereich hellgrau, untergeordnet auch bis dunkelgrau, mit vereinzelten Grünund Rottönen. Der Schiefer tritt als blaugrauer bis graubrauner, z. T. sandiger Tonschiefer auf.
Im Norden des Untersuchungsgebiets wurde die Grenze von (vermutlich) Hunsrückschiefer
und Taunusquarzit nach Art der Lesesteinkartierung auskartiert. Die faziellen Übergänge der
beiden stratigraphischen Einheiten sind in der Regel fließend. Dies bedeutet, dass beim Über-
Abbildung 6: Blockschutthalde aus quarzitischem Gesteinsdetritus im Bereich des
Franzosenkopfes.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 12
gang vom Schiefergestein zum Quarzitgestein die Schieferlagen im Gestein abnehmen und im
gleichen Maße die Quarzitlagen zunehmen. Das gleiche gilt in umgekehrter Weise beim Übergang vom Quarzit zum Schiefer. In der Literatur wird die Grenze Quarzit-Schiefer als Überschiebungszone beschrieben. Deshalb ist in der geologischen Karte (Anlage 2.1) diese Grenze
entsprechend als Überschiebung dargestellt. Die Ergebnisse der Kartierung der Jahre 1964
und 1966 ([3], [2]) des Geologischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 3 (Einsichtnahme
24.102012 Landesamt für Geologie und Bergbau, Mainz) und der im vorliegenden Bericht beschriebenen stimmen überein.
5.1.1
Aufschlüsse
Im Projektgebiet wurden 4 Aufschlüsse vorgefunden. Der erste Aufschluss (32U 414978
5541625) erstreckt sich entlang des Waldweges, der, vom Parkplatz der Burg Sooneck kommend, in südliche Richtung führt. Hier stehen vorwiegend schiefrige Gesteine mit gröberen
Zwischenlagen unter starkem Moos- und Flechtenbewuchs an. Das Einmessen einiger
Schichtpakete führte zu dem Ergebnis, dass der Komplex an dieser Stelle mit durchschnittlich
19,7° in südöstliche Richtung (156° gegen Nord) einfällt. Abbildung 8 zeigt ein Foto des Aufschlusses, Abbildung 9 illustriert die Auswertung der einzelnen Messwerte in einer stereographischen Projektion.
Aufschluss 2 (32U 414974 5541447) befindet sich wenige hundert Meter weiter in südlicher Richtung. Der hier anstehende Tonschiefer (s. Abb. 10) verfügt nur noch über eine geringe Anzahl von grobklastischen Einschaltungen. Das Farbspektrum bewegt sich im Bereich
von dunkelgrau bis grauschwarz, was für eine Sedimentation in tieferem Wasser spricht. Das
Einmessen einzelner Schichten ergab ein Einfallen von 27,3° in südöstliche Richtung (156°
gegen Nord). Die Ergebnisse sind in Abbildung 11 dokumentiert.
Der dritte Aufschluss (32U 414775 5541127) erstreckt sich längs eines quasi Nord-Südstreichenden Höhenzuges im Nordosten des Kartiergebietes. Hier ist über eine Länge von
über 60 Meter eine Wechsellagerung von kompakten Quarziten mit feinkörnigen, schiefrigen
Zwischenlagen aufgeschlossen (s. Abb. 12). Der Wechsel der einzelnen Schichtpakete ist sehr
ungleichmäßig. Vermutlich handelt es sich hier um den Übergang von vorwiegend Schiefergestein zum Quarzitgestein. An einzelnen Quarzitquadern sind Bewegungsmarken wie stark ver-
3
heute: Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 13
kieselte Sigmaelemente zu beobachten (s. Abb. 7). Die aufgenommenen Messwerte sind in
Abbildung 13 dargestellt.
Am vierten Aufschluss, der sich südöstlich des Franzosenkopfes (32U 413851 5539606)
befindet, ist der Taunusquarzit an einer ca. 5 Meter hohen Klippe aufgeschlossen, Die
Schichtflächen fallen hier im Mittel mit annähernd 36° nach Südosten hin (137° gegen Nord)
ein. Eingemessene Kluftscharen ergaben gemittelte Clar-Werte von 341/44, 246/81 und 66/76.
Die Werte sind in Abb. 15 als stereographische Projektion dargestellt.
Abbildung 7: Aufschluss 3: Verkieselte Sigma-Elemente im Quarzit.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 14
Abbildung 8: Stark bewachsener Aufschluss 1 am Wegesrand (vom Parkplatz Sooneck in südliche Richtung).
Abbildung 9: Stereographische Projektion der gemessenen Schichtungswerte von Aufschluss 1.
Durchschnitt (planar): 156/19,7
95% Konfidenzintervall (rot markiert)
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Abbildung 10: Aufschluss 2 mit dunkelgrauen bis grauschwarzen Tonschieferschichten.
Abbildung 11: Stereographische Projektion der gemessenen Schichtungswerte von
Aufschluss 2.
Durchschnitt (planar): 156/27,3
95%-Konfidenzintervall (rot markiert)
Seite 15
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Abbildung 12: Im Wechsel gelagerte Quarzit- und Tonschieferpakete bei Aufschluss 3.
Abbildung 13: Schichtungswerte von Aufschluss 3. Durchschnitt (planar): 120/16,3
Seite 16
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Abbildung 14: Quarzite am Aufschluss Nr. 4 südöstlich des Franzosenkopfes.
Abbildung 15: Stereographische Projektion der an Aufschluss 4 gemessenen
Clar-Werte und daraus resultierenden mittleren Abtauchrichtungen der Schichtflächen (rot, 137/36) und den Klüftscharen
K1 (grün, 246/81), K2 (orange, 341/44) und K3 (blau, 66/76).
Seite 17
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
5.1.2
Seite 18
Rammkernsondierungen
Ergänzend zu der Lesesteinkartierung sind 9 Bohrungen als Rammkernsondierungen (RKS)
niedergebracht worden, deren Ergebnisse detailliert in Anlage 5 dokumentiert sind. Von diesen Bohrungen hat lediglich die Bohrung RKS 1 im Nordosten des Projektgebiets (siehe Anlage 2.1, Geologische Karte mit Lage der Bohrungen) Schiefergestein erkundet. Die Bohrung
RKS 1 war mit 2,6 m die tiefste Bohrung. Die übrigen Bohrungen, RKS 2 - 9, zeigen Tiefen
von 0,7 m bis 1,9 m und liegen im Bereich des Quarzits. Bei den aufgeführten Endteufen wurden die Bohrungen abgebrochen, weil kein Bohrfortschritt mehr zu verzeichnen war. Vermutlich lässt sich aus den Bohrtiefen auch die Verwitterungsanfälligkeit des Ausgangsgesteins ableiten, d. h. das quarzitische Gestein ist (wie zu erwarten) verwitterungsresistenter als das
Schiefergestein.
Alle Bohrungen zeigen an der Oberfläche einen in der Regel dunkelbraunen Oberboden,
der eine Mächtigkeit von 0,05 bis 0,4 m aufweist. Unter dem Oberboden folgt eine weitgehend bindige Lockergesteinsschicht, die im Wesentlichen als Lehm zu bezeichnen ist. Bei diesem weitgehend hell- bis dunkelgraubraunen Lehm handelt es sich um einen tonigen, sandigen, schwach kiesigen bis kiesigen Schluff von weicher bis halbfester Konsistenz. Dieser
Lehm geht fließend in einen sandigen schluffigen bis stark schluffigen Kies von graubrauner
Farbe über. Die Kieskomponenten bestehen zum weitaus größten Teil aus Quarzitstücken, die
in der Lehmmatrix „schwimmen“ bzw. zur Tiefe hin gehäufter auftreten, sodass sie aneinanderstoßen.
Lediglich in RKS 4 wurde ein hellgrauer schluffiger Sand erkundet, der höchst wahrscheinlich ein Verwitterungsprodukt aus einem Sandstein darstellt. In der Bohrung RKS 1
wurde ab einer Tiefe von 2,1 m unter GOK die Felsverwitterungszone des Schiefers erbohrt.
Der verwitterte Fels zeigt eher noch einen Lockergesteinscharakter, wobei die ursprüngliche
Struktur des Festgesteins noch zu erkennen ist. In den Bohrungen mit staunassen Bereichen
(RKS 3 und 9) konnte kein freier Grundwasserspiegel eingemessen werden. Lediglich in
RKS 5 bildete sich ein Grundwasserspiegel in einer Tiefe von 0,77 m unter Geländeoberkante
aus.
Das Vorhandensein von pleistozänen Fließerden im nördlichen Teil des Sattels, wie sie in
der geologischen Karte des Blattes Koblenz (C 5912, [13]) dargestellt sind, konnte anhand der
Lesesteinkartierung und der durchgeführten Rammkernsondierungen nicht in der Form bestätigt werden. Die in der Karte dargestellten Fließerden sind anhand vorliegender Informationen
als akkumulierter Gesteinsdetritus bzw. als Hangschutt und/oder Hanglehm bzw. Verwitte-
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 19
rungslehm zu bezeichnen, was eher dem geologischen Bild von KANZLER (1991, [6]) und
MEYER & STETS (2000, [7] ) entspricht.
5.2 Hydrogeologie
Auf dem Gebiet wurden insgesamt 13 Quellen bzw. Quellgebiete vorgefunden. Meist traten
diese Quellen, die über einen Abfluss verfügen, flächig in einem Komplex von z. T. mehreren
einzelnen Sickerquellen in einem Feuchtgebiet zu Tage. Die Feuchtgebiete setzten sich oft aus
mehreren Teilgebieten zusammen. Die Quellen bzw. Quellbereiche werden ausschließlich aus
den Niederschlägen der Region gespeist. Das Wasser versickert im Waldboden und migriert
daraufhin nicht als eigentliches Grundwasser sondern als sogenannter Interflow in den durchlässigen Bodenhorizonten bis es in morphologisch günstigen Bereichen auf undurchlässige
Schichten gelangt, wo es dann als Quelle zu Tage tritt. Die Schüttungen der Quellbereiche
sind im Projektgebiet sehr unterschiedlich, was allerdings nicht unbedingt auf die unterschiedliche Größe der Einzugsgebiete zurückzuführen ist. Besonders zu erwähnen wäre, dass
sich der in diesem Bericht gebrauchte Begriff „Einzugsgebiet“ auf ein oberflächiges Einzugsgebiet, das durch die jeweiligen oberflächigen Wasserscheiden begrenzt wird, bezieht. Die
Grenzen des unterirdischen Einzugsgebietes können, aufgrund des allgemeinen Schichteinfallens in südöstliche Richtung, nach Nordwesten verschoben sein.
Die Berechnung der Quell- und Feuchtbiotopeinzugsgebiete (siehe Anlage 2.3) basiert
auf den Höhendaten der topographischen Karte 1:25.000 Blatt Kaub [16] und Blatt Stromberg
[15]. Hierzu wurde aus digitalisierten Höhenlinien mit einer Spline-Interpolation ein digitales
Höhenmodell erstellt. Durch die verwendete Interpolationsmethode wird ein depressionsloses
Höhenmodell generiert auf dessen Grundlage eine GIS4-gestützte Berechnung der Einzugsgebiete erfolgte. Die Berechnung der Einzugsgebiete der Vorfluter (siehe Anlage 2.2) basiert
auf den gleichen Höhendaten wie bei den Quell- und Feuchtbiotopeinzugsgebieten. Eine Zusammenstellung und Interpolation der Grundwasserstände in Form einer Grundwassergleichenkarte bzw. einer Flurabstandskarte konnte aufgrund des geringen Datenvolumens jedoch
nicht realisiert werden. In der Bohrung „Bingerwald II“, im Süden des Untersuchungsgebietes, wurde ein artesischer Grundwasserleiter angebohrt, in der Bohrung „Binger Wald I“ wurde Grundwasser in 6,50 m Tiefe angetroffen [11]. Teile des westlichen Projektgebiets werden
von der Schutzzone III des Trinkwasserschutzgebietes von Daxweiler (Nr. 401 329031)
eingenommen (s. Anlage 2.2 und 2.3).
4
Geographisches Informationssystem (in diesem Fall SAGA GIS: http://www..saga-gis.org)
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 20
Die untersuchte Region entwässert in der Gesamtheit über insgesamt neun Bäche. In nördliche Richtung vorwiegend in das Heimbachtal bzw. den Rhein, nach Südosten hin in das
Morgenbachtal und Aderbachtal sowie das Tal des Trechtingshausener Bachs. Die durchschnittliche Grundwasserneubildungsrate beträgt im Projektgebiet ungefähr 100 mm pro
Jahr und Quadratmeter. In Abbildung 16 ist zu erkennen, dass der erkundete Schiefer keinen
übergeordneten Einfluss auf die Charakterisierung der Grundwasserlandschaft hat, was an der
Verteilung der Grundwasserneubildungsrate in Abbildung 17 deutlich zu sehen ist. Die folgende Tabelle (Tab. 5.1 auf S. 22) illustriert die vorgefundenen Quellen und deren durchschnittliche Schüttungsvolumina aus den beiden Einzelmessungen vom 22.10.2012 und vom
22.11.2012 sowie die Größe der Einzugsgebiete der Quellen und Feuchtbiotope. Tabelle 5.2
(S. 23) zeigt die Einzugsgebietsanteile der Vorfluter im Projektgebiet sowie die prozentualen
Anteile des geplanten Oberbeckens an den einzelnen Einzugsgebieten. In Tabelle 5.7 8S. 28)
sind die Quellcharakteristika und das morphologische Umfeld der Quellen und Feuchtbiotope
dargestellt. In Tabelle 5.8 (S. 28) sind die Koordinaten der Quellen, Feuchtbiotope, Rammkernsondierungen und Aufschlüsse aufgelistet.
5.3 Biotope
In Tabelle 5.4 sind die „grundwasserabhängigen Einzel- und Komplexbiotope“ und deren
Oberflächeneinzugsgebiete verzeichnet (siehe auch Anlage 3.14, Übersicht der Einzugsgebiete der Biotope). Die Einzugsgebiete der Biotope 7, 8, 9 und 10 (s. Tab. 5.4), jeweils an der
Nordwestflanke des Franzosenkopfes im Einzugsgebiet des Langwiesbach verortet, erfahren
eine relevante Beeinträchtigung in Form einer Versiegelung durch das geplante Oberbecken
(Biotop Nr. 8, 9 und 10) bzw. einer Kombination aus Abschneiden und Versiegelung (Biotop
Nr. 7) von ca. 19 bis maximal 61% (s. Tab. 5.5, S. 27). Der Einfluss durch Flächenversiegelung auf Biotop Nr. 4 ist mit 3,69 % als gering einzustufen. Die Oberflächeneinzugsgebiete
der übrigen Biotope (Nr. 1, 2, 3, 5, 6, 11, 12, 13 und 14) werden nicht vom Bau des Oberbe ckens tangiert und erfahren, laut derzeitigem Kenntnisstand der geologisch-hydrogeologischen Situation vor Ort, keine Beeinflussung.
Eine konkrete Auswirkung auf die maximalen, theoretisch möglichen Grundwasserneubildungsbeträge lässt sich mit dem Gesetz von Darcy (1) berechnen:
Q=k f⋅A⋅i
(1)
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 21
Der Durchlässigkeitsbeiwert kf für das Versiegelungsmaterial des Oberbeckens, in diesem Fall
Asphalt mit k f ≤ 1×10−9 m⋅s−1 , multipliziert mit der abgedichteten Fläche A des Oberbeckens von annähernd 11,25 Hektar (112.500 m²), ergibt sich ein maximaler theoretischer
Sickerwasserverlust Q von 3.547 m³ Wasser pro Jahr. Der hydraulische Gradient i wurde in
der Berechnung vereinfacht mit i = 1 angenommen (Angaben Herr Schütz, Fichtner GmbH
& Co. KG). Dem gegenüber steht die theoretisch mögliche Grundwasserneubildung von
11.250 m³ pro Jahr, die sich nach (2) durch Multiplikation der durchschnittlichen Grundwasserneubildungsrate von 100 Liter pro Quadratmeter und Jahr mit der abgedichteten Fläche des
Oberbeckens von 11,25 Hektar (112.500 m²) errechnet:
Grundwasserneubildungsrate ⋅ abgedichtete Fläche = Grundwasserneubildung
m3
m3 ⋅ m2
m3
2
⋅m
=
=
Jahr
m2 ⋅ Jahr
m2 ⋅ Jahr
(2)
Das Gesamtdefizit für die Fläche des versiegelten Oberbeckens von 7.703 m³ Wasser pro
Jahr, errechnet sich aus der theoretisch möglichen Versickerungsmenge abzüglich des theoretischen Sickerwasserverlustes. Die absoluten und prozentualen Auswirkungen auf die einzelnen betroffenen Oberflächeneinzugsgebiete der Bäche und Biotope, unter Berücksichtigung
des Defizits der Versickerungsmenge, errechnen sich analog zu Gleichung (2) und sind in den
Tabellen 5.5 und 5.6 (s. S. 27) dargestellt.
Die in Tabelle 5.3 aufgeführten wasserbeeinflussten Biotope wurden aufgrund ihrer z. T.
vorhandenen Komplexbildung zu den in Tabelle 5.4 aufgeführten Einzel- und Komplexbiotopen überführt. Für diese Biotope erfolgt die Ermittlung der Oberflächeneinzugsgebiete (siehe
Anlage 3.14 und 3.15 bis 3.20) sowie die prozentuale Beeinflussung durch die Versiegelung
des geplanten Oberbecken (siehe Tabelle 5.4).
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 22
Tabelle 5.1: Tabellarische Aufstellung Quellschüttungen und deren arithmetisches Mittel.
GrundQuellschüttung [l/sec]
Größe des
wasserBezeichnung Einzugsgebiets
neubildungs Messung 1 Messung 2 Durchschnitt
[ha]
rate [mm/a] (22.10.2012) (22.11.2012)
Quelle 1
40,3
106
k.M.m*
k.M.m*
-
Quelle 2
29,7
106
6
10
8
Quelle 3
4,9
106
12,5
16,22
14,36
101
k.A.**
k.A.**
-
101
k.M.m*
k.M.m*
-
Quelle 4
46,4
Quelle 5
Quelle 6
7,3
101
k.A.**
3,33
3,33
Quelle 7
12,5
96
1,34
0,91
1,13
Quelle 8
80,1
96
20
23,08
21,54
Quelle 9
20,4
96
1,57
0,8
1,19
Quelle 10
4,7
106
1,58
3,3
2,44
Quelle 11
4,7
106
8
24
16
Quelle 12
8,2
94
k.A.**
k.A.**
-
Quelle 13
5,0
106
0,39
0,67
0,53
*) keine Messung möglich
**) kein Abfluss
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 23
Tabelle 5.2: Aufstellung der Einzugsgebietsanteile der Vorfluter im Projektgebiet und die durch den Bau
des geplanten Oberbeckens versiegelte Flächeanteile.
Einzugsgebiet
Größe d.
versiegelte Fläche*
Einzugsgebiete [ha]
[ha]
Anteil
[%]
Aderbach
125,5
2,31
1,84
Breitwiesbach
84,2
**
-
Heiligkreuzbach
64,8
**
-
Trechtingshausener
Bach
89,0
3,52
3,96
Langwiesbach
86,3
5,42
6,28
Morgenbach
183,5
**
-
Soonecker Grund
34,6
**
-
Erschbach
141,7
**
-
Frohnwiesbach
59,8
**
-
*) Teilfläche Oberbecken
**) keine Überschneidung mit dem geplanten Oberbecken
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 24
Tabelle 5.3: Tabellarische Auflistung der Einzelbiotopgebiete, der Gruppennummer (Biotopnummer) und
deren Einfluss durch Wasser (nach Biotopkartierung Dr. Tränkle, AG.L.N. [4].
Biotop
Nr.
Biotoptyp
Wassereinfluss
1
Quellsumpf Knollenbinse Hundsstraußgras
Quelle
2
Quellsumpf Knollenbinse Hundsstraußgras
Quelle
3
9110 Hainsimsen-Buchenwald Quellsumpf Knollenbinse Quelle
Hundsstraußgras
4
Entferntährige Segge-Zwiebelbinsenflur
Sumpf
5
Quellsumpf Schwarzerle
Quelle
6
Flatterbinsen-Rasenschmielenflur
wechselfeucht
7
Juncus effusus-Agrostis canina Sumpf
Sumpf
8
Flatterbinsen-Hundsstraußgras-Quellfulr
Quelle
9
Quellflur Knollenbinsen-Hundsstraußgras
Quelle
10
Quellflur Knollenbinsen-Hundsstraußgras
Quelle
11
Wald wechselfeucht Birke
wechselfeucht
11
Sumpfwald Schwarzerle
Sumpf
11
Sumpfwald Schwarzerle
Sumpf
11
Wald wechselfeucht blockig Birke Eiche Buche Ficht
wechselfeucht
11
Quellsumpf Knollenbinse Quellsternmiere
Quelle
11
Pfeiffengras-Flatterbinsenwiese
Sumpf
11
Wald wechselfeucht Birke
wechselfeucht
11
Wald wechselfeucht Birke Eiche Buche Fichte
wechselfeucht
11
Wald wechselfeucht blockig Birke Eiche Buche Ficht
wechselfeucht
11
Wald wechselfeucht Birke
wechselfeucht
11
Wald wechselfeucht Birke
wechselfeucht
11
Wald wechselfeucht Birke
wechselfeucht
11
91E0 Erlen-Eschenwald
Sumpf
11
Wald wechselfeucht Birke
wechselfeucht
11
Reitgras-Rasenschmielenflur
Quelle
11
Reitgras-Rasenschmielenflur
Quelle
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Biotop
Nr.
Biotoptyp
Seite 25
Wassereinfluss
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
12
6410 Pfeifengraswiesen
Sumpf mit Quellen
13
Quellsumpf
Quelle
14
Quellsumpf
Quelle
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 26
Tabelle 5.4: Aufstellung der Vegetationstypen (zusammengefasst aus Tabelle 5.3, S. 24.) und deren
Fläche.
Nr.
Vegetationstypen
Fläche
[ha]
1
Quellsumpf Knollenbinse Hundsstraußgras
1,03
2
Quellsumpf Knollenbinse Hundsstraußgras
0,87
3
Quellsumpf Knollenbinse Hundsstraußgras
0,55
4
Entferntährige Segge-Zwiebelbinsenflur
1,64
5
Quellsumpf Schwarzerle
1,25
6
Flatterbinsen-Rasenschmielenflur
1,08
7
Juncus effusus-Agrostis canina Sumpf
0,80
8
Flatterbinsen-Hundsstraußgras-Quellflur
0,73
9
Quellflur Knollenbinsen-Hundsstraußgras
0,67
10 Quellflur Knollenbinsen-Hundsstraußgras
0,51
Wald (wechselfeucht), Schwarzerle-Sumpfwald, Pfeiffen11 gras-Flatterbinsenwiese, Erlen-Eschen-Sumpfwald, Reit-
11,87
gras-Rasenschmielenflur
12 Pfeifengraswiesen
7,54
13 Quellsumpf
0,94
14 Quellsumpf
0,98
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 27
Tabelle 5.5: Aufstellung der realen Auswirkung der, durch die Flächenversiegelung des Oberbeckens
beeinflussten Oberflächeneinzugsgebiete der Vorfluter (EZG*).
theor. max. theor. Einbuße Sickerwasser- realer Einbuße d.
EZG*
reale Aus-
GWNB
d. Vesiegelung
verlust
Versiegelung
wirkung
[m³/a]
[m³/a]
[m³/a]
[m³/a]
[%]
A
86.320,70
5.421,70
1,91
5.419,79
6,28
B
88.994,50
3.521,80
1,24
3.520,56
3,96
C
125.467,70
2.336,03
0,81
2.335,22
1,86
*) A = Langwiesbach
B = Trechtingshausener Bach
C = Aderbach
Tabelle 5.6: Aufstellung der realen Auswirkung der, durch die Flächenversiegelung des Oberbeckens
beeinflussten Einzel- und Komplexbiotope.
theor. max. theor. Einbuße d. Sickerwasser- reale Einbuße d.
Nr.
reale Aus-
GWNB
Vesiegelung
verlust
Versiegelung
wirkung
[m³/a]
[m³/a]
[m³/a]
[m³/a]
[%]
4
1578,91
58,27
0,02
58,25
3,69
7*
815,51
271,36
0,15
334,70
41,04
8
741,95
141,10
0,05
141,05
19,01
9
678,81
416,51
0,14
416,37
61,34
10
516,70
238,85
0,08
238,76
46,21
*) Sonderfall Biotop Nr. 7: reale Einbuße durch Versiegelung inklusive des abgeschnittenen Abschnitts
am nordöstlichen Beckenrand
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 28
Tabelle 5.7: Tabellarische Aufstellung der Quellcharakteristika und den morphologischen Strukturen im
Umfeld der Quellen und Biotope.
Name
Quellart
Vernetzung
Austrittsform
Quelle
von
lokale
Hanglage
Abflussrichtung
Quelle 1
z.Z.
„trocken“
z.Z.
„trocken“
unbekannt
Eschbach
Mittelhang
N
Quelle 2
Sickerquelle
Quellkomplex
flächigsickernd
Eschbach
Oberhang
N
Quelle 3
Sickerquelle Einzelquelle
flächigsickernd
Langwiesbach
Hangfuß
NW
Quelle 4
Sickerquelle
flächigsickernd
Breitwiesbach
Oberhang
N
Quelle 5
Sickerquelle Einzelquelle punktförmig
Breitwiesbach
Mittelhang
N
Quellkomplex
Quelle 6
z.Z.
„trocken“
Quellkomplex
flächigsickernd
Frohnwiesbach
Oberhang
NW
Quelle 7
Sickerquelle
Quellkomplex
flächigsickernd
Heiligkreuz
-bach
Oberhang
NW
Quelle 8
Sickerquelle
Quellkomplex
flächigsickernd
Morgenbach
Mittelhang
SO
Quelle 9
Sickerquelle
Quellkomplex
flächigsickernd
Aderbach
Mittelhang
SO
Quelle 10
Sickerquelle
Quellkomplex
flächigsickernd
Trechtingshauserner Mittelhang
Bach
SO
Quelle 11
Sickerquelle
Quellkomplex
flächigsickernd
Trechtingshauserner Mittelhang
Bach
SO
Quelle 12
z.Z.
„trocken“
Quellkomplex
flächigsickernd
(Soonecker
Mittelhang
Grund)
NO
Quelle 13
künstlich
Einzelquelle
fließendstürzend
-
Mittelhang
-
Biotop 1*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 2*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 3*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 29
Quellart
Vernetzung
Austrittsform
Quelle
von
lokale
Hanglage
Abflussrichtung
Biotop 4*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 5*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 6*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 7*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 8*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Oberhang
kein
Abfluss
Biotop 9*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 10* Feuchtgebiet Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 11*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 12*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 13*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Biotop 14*
Feuchtgebiet
Staunässe
flächig
-
Mittelhang
kein
Abfluss
Name
*) Beschreibung s. Tab. 5.4 auf S. 26
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 30
Tabelle 5.8: Koordinaten und Höhen der Quellen, Feuchtbiotope (Flächenzentren), Rammkernsondierungen (RKS) und Aufschlüssen. Das Koordinatenbezugssystem ist ETRS89 UTMZone 32N.
Name
Ostwert
Hochwert
Höhe [mNN]
Quelle 1
414925
5541580
249,8
Quelle 2
414716
5540870
392,5
Quelle 3
413846
5540657
425,9
Quelle 4
413550
5540114
488,6
Quelle 5
413317
5540291
450,4
Quelle 6
413046
5539827
498,6
Quelle 7
412740
5539801
495,2
Quelle 8
413462
5538428
466,8
Quelle 9
415431
5539215
425,9
Quelle 10
415523
5540025
478,2
Quelle 11
415663
5540113
466,0
Quelle 12
415389
5540714
444,6
Quelle 13
414680
5540443
535,7
Biotop 1*
414900
5539797
549,7
Biotop 2*
414851
5539777
555,0
Biotop 3*
414656
5539765
578,4
Biotop 4*
414593
5539153
515,4
Biotop 5*
414356
5539087
527,0
Biotop 6*
414357
5539051
522,0
Biotop 7*
414126
5540027
563,6
Biotop 8*
414031
5540176
540,4
Biotop 9*
414115
5540025
562,7
Biotop 10*
414101
5540015
562,3
Biotop 11*
413006
5539578
507,8
Biotop 12*
412957
5539254
543,6
Biotop 13*
413249
5539680
536,1
Biotop 14*
413222
5539627
549,2
RKS 1
414967
5541420
360,1
RKS 2
414158
5540846
449,9
RKS 3
412554
5540072
466,6
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Name
Ostwert
Hochwert
Seite 31
Höhe [mNN]
RKS 4
413710
5539435
624,8
RKS 5
413012
5539377
596,3
RKS 6
413749
5538630
503,1
RKS 7
415406
5538850
405,0
RKS 8
415794
5540196
465,1
RKS 9
414405
5540164
595,6
Aufschluss 1
414978
5541625
264,1
Aufschluss 2
414974
5541447
306,8
Aufschluss 3
414775
5541127
406,7
Aufschluss 4
413851
5539606
603,0
*) Beschreibung s. Tab. 5.4 auf S. 26
Die Koordinaten wurden durch GPS-Messungen gewonnen. Die Höhenangaben erfolge durch Abtasten
des Höhenmodells auf der Basis der TK 25 Blatt Kaub.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 32
Abbildung 16: Grundwasserlandschaften im Bereich des Projektstandortes. Quelle: Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz(2012)
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 33
Abbildung 17: Durchschnittliche Grundwasserneubildungsrate pro Jahr.Quelle: Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz(2012)
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 34
6. PROGNOSE UND EMPFEHLUNGEN
Da die im Bereich des Oberbeckens künftig vorhandenen, versiegelten Flächen nicht mehr zur
Versickerung des Regenwassers zur Verfügung stehen werden, ist davon auszugehen, dass die
örtliche Hydrogeologie durch die Baumaßnahmen beeinflusst wird. Die derzeitige Standortvariante des Oberbeckens ist, nach den im vorliegenden Bericht dargestelltem Stand der Untersuchungen, im Bezug zu den Quellen als günstig zu bezeichnen. Grund hierfür ist, dass die
direkten Einzugsgebiete der Quellen, die nach den morphologischen Gegebenheiten ermittelt
wurden, vom geplanten Oberbecken nicht betroffen und demzufolge auch nicht direkt beeinflusst werden. Dagegen werden jedoch die Oberflächeneinzugsgebiete einzelner Vorfluter und
einzelne „grundwasserabhängige Einzel- und Komplexbiotope“ vom geplanten Becken tangiert.
Da das künftige Becken im Bereich der Wasserscheide am „Franzosenkopf“ liegt, fallen
die beeinflussten Flächen (durch das Becken) für die einzelnen Einzugsgebiete der Vorfluter
relativ klein aus (s. Tab. 5.5, S. 27), der Einfluss auf einzelne Biotope im Wirkungsbereich
des Oberbeckens ist aber deutlich höher (s. Tab. 5.6, S. 27). Es ist nicht gänzlich auszuschließen, dass die Einzugsgebiete der Quellen, Quellbereiche, Feuchtbiotope und Vorfluter (ermittelt nach den oberflächigen, morphologischen Gegebenheiten) im komplex aufgebauten,
„geologischen Untergrund“ (Störungen, Schwächezonen etc.) eine abweichende Verbreitung
aufweisen können. Dieser mögliche Einfluss (durch den standortspezifischen, „geologischen
Untergrund“) kann aber nur durch weitergehende Untersuchungen ermittelt werden.
Darüber hinaus ist natürlich festzuhalten, dass die durch das Oberbecken künftig „versiegelte“ Fläche nicht mehr für die Grundwasserneubildung zur Verfügung steht. Nach derzeitigem Untersuchungsstand sind die Einflüsse auf Quellen und Bäche gering (durchschnittlich
4 %). Eine Versiegelung durch das Oberbecken betrifft in erster Linie die Einzugsgebiete der
Einzel- und Komplexbiotope mit den Nummern 7, 8, 9 und 10, mit Versiegelungen des Oberflächeneinzugsgebietes um bis zu 61% (s. Tab. 5.6, S, 27). Ein Einfluss auf die übrigen Oberflächeneinzugsgebiete der Biotope 1, 2, 3, 5, 6, 11, 12, 13 und 14 ist nicht gegeben. Sollten
für den Betrieb des Pumpspeicherwerks, über den Flächenverbrauch des Oberbeckens hinaus,
weitere versiegelte Flächen entstehen, ist dringend anzuraten, das hier anfallende (unbelastete) Oberflächenwasser vor-Ort zu versickern. Weiterhin ist durch einen möglichst kleinen Flächenverbrauch durch das Oberbecken die Reduzierung der Grundwasserneubildung zu minimieren.
G 5440: Geologische und hydrogeologische Kartierung, Oberbecken PSW Heimbach
Seite 35
An dieser Stelle soll nochmals darauf hingewiesen werden, dass die Geologie und Hydrogeologie im Projektgebiet auftragsgemäß anhand einer Lesesteinkartierung, durch Beobachtungen an der Geländeoberfläche (sog. Aufschlüsse) und durch oberflächennahe Bohrungen
beschrieben wurde. Um genauere Aussagen zu den komplexen Untergrundverhältnissen zu erhalten, sind weitere Untersuchungen erforderlich, bei denen auch die Eingriffstiefe des geplanten Projekts in den Untergrund Berücksichtigung finden sollte.
Mainz, den 05.02.2013
GEOTECHNIK
Büdinger Fein Welling GmbH
Fein
Büdinger
Herunterladen