Was sind die Ursachen dafür?

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Datum: 06.02.2015
Medical Tribune
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Medientyp: Fachpresse
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Erscheinungsweise: 46x jährlich
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Abo-Nr.: 1052432
Seite: 9
Fläche: 22'019 mm²
Klingeln im Ohr
Was sind die Ursachen dafür?
ZÜRICH - «Der Tinnitus ist eine
Anamnestisch sollten die Dau-
Funktionsstörung an verschiedenen
Strukturen und Ebenen des Hörsystems», erklärte Professor Dr. Tobias
Professor Dr.
Tobias
Kleinjung
Kleinjung, Leiter der ORL-Poliklinik am UniversitätsSpital Zürich.
Leiter der ORL-Po-
liklinik am UniversitätsSpital Zürich
Gemäss einer repräsentativen Untersuchung der Deutschen Tinnitus-Liga
liegt die Prävalenz für Tinnitus bei
2,4 %, ca. 800 000 Patienten leiden in
Deutschland so ausgeprägt darunter,
dass sie intensiver ärztlicher Hilfe bedürfen. Der Tinnitus wurde ursprünglich als eine otologische Erkrankung
mit vaskulärem Ursprung angesehen.
Heute wissen wir, dass er eine Funktionsstörung des Hörsystems ist, die
von verschiedenen Strukturen und
Ebenen ausgehen kann. Zwar tritt
Tinnitus in der Regel in Verbindung
mit einem Hörschaden auf,' aber Erkenntnisse aus Tiermodellen und dem
Neuroimaging haben mittlerweile die
Foto: MT-Archiv
man die Veränderung von Synapsen,
Nervenzellen und ganzer Hirnareale
während eines Lernprozesses. Solche
neuroplastischen Veränderungen im
zentralen auditorischen System und in
nichtauditorischen Arealen, die durch
maladaptives Lernverhalten verursacht
werden, führen letztendlich zum Tinnitus. «Die Wahrnehmung des Tinnitus wird durch die Aktivierung im
auditorischen System und die Koppelung an frontale und parietale Areale
möglich», erklärte Prof. Kleinjung.
er, mögliche Lärmursachen, Stress,
Schwindel, Übelkeit und die Qualität des Tinnitus abgeklärt werden.
Gefragt werden sollte auch, ob er
ein- oder beidseitig auftritt, ob die
Lautstärke und der Klang wechseln,
und ob die Ohrgeräusche immer
vorhanden sind und - z.B. durch Kieferbewegungen - beeinflusst werden
können.
Zu den diagnostischen Massnah-
men gehören die Otoskopie mit Inspektion von äusserem Gehörgang
und Trommelfell, Ohrmikroskopie,
Audiometrie, Tympanometrie, Tinnitus-Matching sowie die Messung der
Unbehaglichkeitsschwelle.
Bei der modernen Tinnitus-Therapie in der ORL-Praxis organisiert
der ORL-Arzt die otologische Diagnostik und selektiert Spezialfälle,
Der Tinnitus entsteht so als ein
zentrales Phänomen, in der Regel
die weiter radiologisch, physio-
neuronalen Korrelate ins Zentrum begleitet mit einem peripheren Trigder Forschung gerückt. «Ein Hin- ger, dem Hörverlust» Dabei ist eine
psychiatrisch abgeklärt werden
weis dafür ist, dass der Tinnitus auch
Analogie zum chronischen Schmerz-
bei Durchtrennung des Hörnerven
weiter besteht», so Prof. Kleinjung.
syndrom auffallend. Man könnte
Unter neuronaler Plastizität versteht
den Tinnitus auch als den Phantomschmerz des Ohres bezeichnen.
Medienbeobachtung
Medienanalyse
Informationsmanagement
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therapeutisch, gnathologisch oder
müssen. Hausarzt und ORL-Arzt
koordinieren die Zusammenarbeit
des interdisziplinären Teams, speziell bei der Tinnitus-RetrainingTherapie.
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