Schilddrüse (SD) T3 frei, FT3 Bedeutung/Indikation

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Schilddrüse (SD)
T3 frei, FT3
Bedeutung/Indikation: 0.2-0.3% des T3 liegen in freier Form vor. Ein Grossteil des T3
entsteht durch Umwandlung aus T4 in der Peripherie und nur ein
kleiner Teil wird von der Schilddrüse direkt sezerniert (freies T3).
Im Serum ist T3 an Thyroxin-bindendes Globulin gebunden. Freies
und gebundenes T3 zusammen werden als T3-gesamt bezeichnet.
Die Bestimmung des Trijodthyronins ist indiziert:
• bei Hyperthyreose
• bei Patienten mit vermindertem TSH bzw. normalem FT4
und
• bei Überwchung der Substitutionstherapie.
Klinische Relevanz:
erhöhte FT3- Serumwerte kommen bei
• Hyperthyreose oder bei
• Gabe von T3-haltigen Hormonpräparaten vor.
erniedrigte FT3- Serumwerte findet man bei
• ausgeprägter Hypothyreose, bei
• Thyreostatikatherapie und bei
• alten und schwerkranken Menschen, wenn die Umwandlung
von T4 zu T3 vermindert ist.
T4 frei, FT4
Bedeutung/Indikation: 0.02-0.04% des T4 liegen in freier Form vor.
Die Thyroxin-Bestimmung ist bei Verdacht auf Hypo- bzw. Hyperthyreose indiziert. FT4 wird auch zur Therapiekontrolle bei
Levothyroxin-Substitutionstherapie eingesetzt.
Klinische Relevanz:
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erhöhte Thyroxinwerte (Hyperthyreose) finden sich z. B bei
• Schilddrüsenadenomen
• bei M. Basedow-Thyreoiditis
• unter thyreosuppresiver Schilddrüsenhormongabe oder
• bei jodhaltiger Medikation
erniedrige Thyroxinwerte (Hypothyreose) finden sich z.B.
• bei chronischer Thyreoiditis
• nach Strumaresektion oder
• nach Radiojodtherapie
• bei extremem Jodmangel oder- bei Hypohyseninsuffizienz
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TSH
Bedeutung/Indikation: TSH ist ein Hypophysenvorderlappen-Hormon. Seine Ausschüttung
wird von TRH (Thyrotropin releasing hormone) reguliert. TSH
stimuliert die Freisetzung der Schilddrüsenhormone (FT3 und FT4).
Die Bestimmung des TSH wird bei der Screening-Untersuchung zur
Diagnostik einer primären Hyper- bzw. Hypothyreose eingesetzt.
TSH-Werte <0.1 mU/l weisen auf eine Hyperthyreose,
TSH-Werte >4.0 mU/l auf eine Hypothyreose hin.
Klinische Relevanz:
Diskrepanzen zwischen den Konzentrationen des TSH und der
peripheren Schilddrüsenhormone können auftreten bei:
•
•
•
•
•
•
Einnahme von Kontrazeptiva
Schwangerschaft (trotz erhöhter T4-Werte liegt bei
normalen TSH-Werten Euthyreose vor)
Menschen >60a, im Alter treten öfters TSH-Wert zwischen
0.1 und 0.3 mU/l bei normalen T3- , T4-Konzentrationen auf
Schilddrüsenadenome: es können normale TSH-, T3- und
T4-Werte vorliegen. 60% der Patienten weisen allerdings
eine latente oder manifeste Hyperthyreose auf
latente Hypothyreose: isolierte Erhöhung des TSH bei
normalen T3-und T4-Werten, 30 % dieser Patienten entwickeln im Laufe von Jahren eine manifeste Hypothyreose
schwerkranke und neurologisch-psychiatrische Patienten: es
finden sich im Rahmen neuroendokriner Umstellungen
niedrige TSH Werte bei normalen T3-und T4-Werten.
Thyreoglobulin
Bedeutung/Indikation: Thyreoglobulin ist ein dimeres Glykoprotein und ein spezifisches
Syntheseprodukt der SD. Es dient als Matrix für die SD-Hormonsynthese und als SD-Hormonspeicher in Form des Kolloids in den
Follikeln.
Indiziert bei der
• Verlaufskontrolle des differenzierten SD-Karzinoms nach
totaler SD-Ablation durch Operation und Radiojodtherapie.
• bei destruierender Thyreoiditis
• bei Thyreotoxicosis factitia
Klinische Relevanz:
wichtiger Tumormarker mit hoher diagnostischer Sensitivität und
Spezifität bezüglicher Tumorpersistenz oder Rezidiv nach totaler
Schilddrüsenelimination
Erhöhte Werte bei
• euthyreoter Struma in sehr unterschiedlichem Ausmasse
• bei Thyreoditis de Quervain
• beim Rezidiv nach Thyroidektomie
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Anti-TPO Ak
Bedeutung/Indikation: Die Thyroid-Peroxydase (TPO) ist ein membrangebundenes Hämoprotein, das die Synthese von Schilddrüsenhormon an der apikalen
Membran follikulärer Zellen katalysiert.
TPO-Ak gehören der Klasse IgG1 oder IgG4 an und haben eine
strenge Präferenz zu kappa-Leichtketten. TPO-Ak weisen auf eine
autoimmune Schilddrüsenerkrankung hin.
Indiziert ist die Bestimmung bei
• TSH-Anstieg unbekannter Ursache
• beim Struma unbekannter Ätiologie
• bei einer Hypothyreose unbekannter Ätiologie
• bei familiärer autoimmuner SD-Erkrankung
• bei der Risikobeurteilung der Entwicklung einer
Hypothyreose
• bei Behandlung einer
• Erkrankung mit Medikamenten, die auch die SD beeinflussen
können.
Klinische Relevanz:
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Die Prävalenz der TPO-Ak beträgt bei euthyreoten Blutspendern
5.8%, bei Autoimmunthyreoiditis 98%.
Die TPO-Ak haben in etwa die gleichen Prävalenzen wie die Tg-Ak
bei autoimmunen SD-Erkrankungen und anderen Autoimmunerkrankungen.
Hohe Konzentrationen von TPO-Ak (>2000 U/ml) werden bei HLADR3- und DR5-positiven Patienten gefunden, also denjenigen
Haplotypen, die auch mit autoimmunen SD-Erkrankungen assoziiert
sind.
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Anti-Thyreoglobulin Ak
Bedeutung/Indikation: Thyreoglobulin ist ein wasserlösliches Glykoprotein, bestehend aus
zwei Untereinheiten.
Indizidert
• in Jodmangelgebieten
• zusammen mit TPO-Ak zur Diagnostik einer autoimmunen
SD-Erkrankung
• bei nodulärer Struma
• beim Monitoring der Jodtherapie bei endemischer Struma
• in Seren bei Patienten mit differenziertem SD-Karzinom, bei
denen ein Monitoring des Thyreoglobulins erfolgt
Klinische Relevanz:
In Regionen mit ausreichender Jodversorgung haben Personen bei
normalen TPO-Ak, aber erhöhten Thyreoglobulin-Ak selten eine
Störung der SD-Funktion, ausser bei einem SD-Karzinom.
Die Verlaufsbeurteilung des differenzierten SD-Karzinoms erfolgt
durch Monitoring der Thyreoglobulinkonzentration, bei diesen
Patienten werden in 15-30% der Fälle erhöhte Thyreoglobulin-Ak
gemessen .
Ein erhöhter Thyreoglobulin-Ak-Wert ist bei diesen Patienten auch
das Zeichen einer residualen metastatischen Erkrankung und ein
Hinweis auf noch funktionierendes oder metastatisches
Thyreoglobulin-bildendes Gewebe.
Anti-TSH-Rezeptor Ak (TRAK)
Bedeutung/Indikation: TSH-Rezeptor-Ak binden an die TSH-Rezeptoren der Thyreozyten,
aktivieren die Adenylatcyclase und erhöhen die SD-Hormonbildung.
Sie führen zu einer Vergrösserung der SD und bewirken auch eine
Zunahme der Vaskularität. Die Auto-Ak gehören vorwiegend der
IgG1-Subklasse an.
Indiziert
• bei der Abklärung der Ätiologie einer Hyperthyreose
• bei Abklärung einer endokrinen Ophthalmopathie
• bei der Kontrolle Schwangerer mit M. Basedow
Klinische Relevanz:
Es gibt zwei wichtige Formen der primären Hyperthyreose:
1. den M. Basedow und
2. die multinoduläre hyperthyreote Struma.
Der Nachweis von Anti-TSH-Rezeptor Ak spricht für den
M. Basedow.
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