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ZYTOLOGIE
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ZYTOLOGIE
Definition
Für die zytologische Diagnostik wird repräsentatives Probenmaterial gewonnen, für die mikroskopische Untersuchung aufbereitet und die Zellmorphologie und -funktion bewertet mit dem Ziel, einen
Befund zu erheben. Die Interpretation geschieht auf dem Hintergrund der klinischen Daten. Die so
genannten exfoliativen Zytologietechniken beschäftigen sich mit der Untersuchung von Zellen, die
spontan abgeschilfert werden und dann
an oberflächlichen Läsionen oder in
Flüssigkeiten (z. B. Körperhöhlenergüsse)
gewonnen werden können. Andernfalls
müssen die Zellen jedoch artifiziell – meist
mittels Feinnadelaspiration – gewonnen
werden.
Bedeutung
Die große Bedeutung der zytologischen
Diagnostik ergibt sich vor allem aus der
Tatsache, dass bei geringem Aufwand mit
hoher Wahrscheinlichkeit eine klinische
Diagnose gestellt werden kann.
Zytologisches Bild einer Leukämie, Lymphknotenpunktat
Vorteile der Zytologie
• Es ist kein spezielles Equipment notwendig. Um eine zytologische Untersuchung durchführen zu
können benötigt man i. d. R. nur Kanülen, Spritzen, Objektträger mit Mattrand und einen Bleistift.
Eine Punktionshilfe zur einfacheren Fixierung der Spritze kann hilfreich sein, ist aber keinesfalls
zwingend notwendig. Sollen die Präparate in der Praxis untersucht werden, kommen Färbelösungen und ein Mikroskop dazu.
• Die Probengewinnung erfolgt minimal invasiv. Eine spezielle Vorbereitung des Patienten, insbesondere Sedation oder Anästhesie, ist üblicherweise nicht erforderlich.
• Die Ergebnisse stehen nach kurzer Zeit zur Verfügung. Synlab.vet untersucht zytologische Proben
täglich.
• Operationsbegleitend durchgeführt kann eine zytologische Untersuchung bereits intra operationem
Grundlage für weitere Entscheidungen sein.
• Das Risiko einer Tumorzellverschleppung bzw. anderweitiger Komplikationen (z. B. Hämorrhagien)
ist minimal.
• Die Probenentnahme ist beliebig wiederholbar, was insbesondere bei Verlaufskontrollen, aber
auch im Fall eines „nicht-diagnostischen“ ersten Versuchs von Vorteil ist.
• Zytologische Untersuchungen sind sehr kosteneffektive Verfahren.
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• Angesichts des minmalen Aufwandes und der geringen Belastung für den Patienten finden zytologische Untersuchungsverfahren beim Tierbesitzer hohe Akzeptanz.
• In zytologischen Präparaten ist die morphologische Beurteilung der Einzelzelle meist besser möglich, als in histologischen Proben. Deshalb ist die Zytologie v. a. bei der Beurteilung von Rundzelltumoren der Histologie überlegen, da es hier kaum um die Architektur, dafür aber um das
besondere Aussehen und die Inhaltsstoffe des Zytoplasmas geht.
Grenzen der Zytologie
• Im Gegensatz zur Histopathologie erlaubt die Zytologie keine Beurteilung der Gewebearchitektur.
Die Architektur, also die Anordnung der Zellen innerhalb des Gewebes, gibt zusätzliche Informationen bei der Abgrenzung von Tumor und Entzündung (z. B. Granulationsgewebe versus Fibrosarkom)
und bei der Beurteilung des histopathologischen Grades einer Neoplasie.
• Mit zytologischen Verfahren werden i. d. R. nur kleine Probenmengen gewonnen und die Zellularität des Materials ist deshalb meist gering. Dies kann dazu führen, dass kein oder nicht genügend
repräsentatives Material gewonnen wird. Das gilt v. a. für Gewebe, die physiologisch über eine
geringe Zelldichte verfügen (z. B. Bindegewebe).
Auch die Tierhalten sollten im Vorfeld darüber aufgeklärt werden, dass nicht jede zytologische
Untersuchung stets zur Diagnose führt!
• Die Aussagekraft einer zytologischen Untersuchung steht und fällt mit der Erfahrung des Untersuchers.
Deshalb sollte eine abschließende Befundung stets durch einen versierten Zytologen erfolgen.
Techniken zur Probenentnahme und Materialgewinnung
Für die zytologische Diagnostik können Zellen mit unterschiedlichen Methoden gewonnen werden:
So desquamieren die äußere Haut und die Schleimhäute (oral, vaginal und anal) spontan Zellen.
Auf gleichem Wege gelangen Zellen in die Ergüsse von Körperhöhlen. Teilweise werden Zellen mit
dem Medium, in dem sie vorliegen, spontan „entleert“ (z. B. Urin und Sputum) oder mittels Sekretion
via Auge, Nase oder Gehörgang abgegeben. Im Gegensatz dazu müssen fest ins Gewebe eingefügte Zellen mehr oder weniger invasiv gewonnen werden, meist mittels Feinnadelaspiration oder
Schabetechnik.
Die gewonnenen Zellen werden unverzüglich auf Objektträger überführt, sachgerecht verteilt und vor
dem Färben luftgetrocknet oder in 95 %igem Alkohol fixiert. Flüssige Proben (z. B. Aszites, BAL, Synovia)
werden vorsichtig zentrifugiert (ca. 1500 U/min), um eine Konzentrierung der Zellen zu erreichen
und das Sediment anschließend weiter bearbeitet. Sofern möglich, sind immer mehrere Präparate
anzufertigen. Flüssigkeiten oder flüssige Überstände werden in ein EDTA-Röhrchen überführt.
Tupf- bzw. Abklatschtechnik
Abgeschilferte Zellen einer Gewebeoberfläche werden durch Tupfen direkt auf den Objektträger
aufgebracht. Tupfpräparate können in situ von oberflächlichen Läsionen hergestellt werden, z. B.
ulzerierte Tumoroberfläche, kutane Läsionen, oder auch an frischen Schnittflächen von chirurgisch
entnommenem Probenmaterial. Sofern gewünscht kann auf diese Weise Material sowohl für die
Histologie, als auch für die Zytologie gewonnen werden.
Tupfpräparate sollten durch vorsichtiges Abrollen des Objektträgers auf der Läsion hergestellt werden.
Einfaches drauf drücken und abheben führt zu zellarmen Proben mit der Gefahr der Zellbeschädigung.
Krusten sollten vor der Probenentnahme entfernt werden, ggfs. ist von der Krustenunterseite ein Präpa-
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rat anzufertigen. Von ulzerierten oder stark blutenden und feuchten Stellen wird zunächst ein natives
Präparat angefertigt. Dann wird die Stelle mit isotoner NaCl gesäubert, getrocknet und wieder etliche Male getupft. Im Bedarfsfall kann dann noch aus den tieferen Gewebeschichten eine Feinnadelaspiration entnommen werden. So wird von allen „Ebenen“ des Prozesses repräsentatives Material
gewonnen.
Intakte Pusteln oder Bullae werden mit einer sterilen Kanüle geöffnet und das austretende Sekret
wird mit dem Objektträger aufgenommen.
Bei chirurgisch entnommenem Biopsiematerial ist stets eine frische Schnittfläche zu schaffen, welche
vor dem Abklatsch mittels Gazetupfer von Gewebeflüssigkeit, Blut und Zelltrümmern gereinigt und
getrocknet wird. Dann wird diese Schnittfläche mehrmals vorsichtig auf einen Objektträger aufgetupft. Dadurch entstehen Gewebeabdrücke unterschiedlicher Zelldichte.
Tupfpräparate sind einfach und schonend herzustellen. Eine Einschränkung ergibt sich bei der Beurteilung von Material, das von erosiven, ulzerierten oder nässenden Oberflächen gewonnen wurde
durch die stärkere Kontamination mit Erregern und Zellen, die meist nur sekundäre Veränderungen
an der Oberfläche widerspiegeln und nicht den ursächlichen Prozess in der Tiefe. Zu diesen Artefakten gehören entzündliche Reaktionen, bakterielle Infektionen aber auch die entzündungsbedingte
Dysplasie von Gewebezellen.
Schabetechnik
Mittels Tupftechnik lassen sich aus zellarmen, derben Geweben i. d. R. nicht genügend Zellen gewinnen (z. B. Tumore des Bindegewebes). In diesen Fällen kommt die Schabetechnik zur Anwendung.
Im Hinblick auf die Aussagen, die die getrennte Gewinnung von Material aus oberflächlichen oder
tieferen Schichten erlauben, gelten die gleichen Ausführungen wie für die Tupftechnik. Beim Schaben
der Oberfläche einer ulzerierten, nässenden Läsion sollte diese ebenfalls zuvor gereinigt und getrocknet werden. Verwendet wird eine Skalpellklinge (große, gebauchte Klinge) mit deren Hilfe die
Zellen abgeschabt und auf den/die Objektträger aufgebracht werden. Die Verteilung kann direkt mit
der Klinge erfolgen, indem diese mehrfach auf den Objektträger aufgetupft oder das gewonnene
Material vorsichtig in einer dünnen Schicht verteilt bzw. ausgestrichen wird. Dabei wird die Klinge
ähnlich einem Pinsel geführt. Die Probe kann natürlich auch mit einer anderen Methode (z. B. Auseinanderziehtechnik) auf den Objektträger aufgebracht werden. Die durch das Schaben aufgerauhte
Gewebefläche kann zusätzlich zur Gewinnung von Zellen durch Abtupfen verwendet werden.
Abstrich (Tupferprobe, Bürstenbiopsie)
Tupfer werden vorwiegend zur Gewinnung von zytologischen Präparaten aus Fisteln, Nase, Vagina
und Konjuktiva eingesetzt. Bürsten eignen sich vor allem für die Materialgewinnung aus der Konjunktiva. Weiterhin lassen sie sich z. B. über den Instrumentenkanal eines Endoskops einsetzen
(Bronchien, Ösophagus, Magen, Harn ableitende Wege).
Um die Zellen möglichst schonend zu gewinnen, wird der Tupfer oder die Bürste mehrmals mit
mäßigem Druck über die Läsion gerollt. Falls die Oberfläche selbst sehr trocken erscheint, empfiehlt
es sich, den Tupfer vorher mit steriler NaCl anzufeuchten. Die Überführung der Zellen auf den
Objektträger erfolgt durch Abrollen des Tupfers bzw. der Bürste in mehreren „Bahnen“. Ein Ausstreichen oder Abreiben ist auf jeden Fall zu vermeiden, da es zu erheblicher Zellzerstörung führt.
Feinnadelpunktionstechnik (FNA = Fine-needle-aspiration)
Die Feinnadelpunktion ist die aussagefähigste Methode für die Untersuchung einer „Masse“ oder
einer proliferativen Läsion. Besonders gut geeignet sind Veränderungen der Haut, Unterhaut und
Lymphknoten. Auch aus inneren Organen lassen sich minimal-invasiv, i. d. R. unter Ultraschallkontrolle, aber auch intra operationem leicht Proben gewinnen. Eine chirurgische Vorbereitung der
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Punktionsstelle ist nur erforderlich bei Probenentnahme aus Thorax oder Abdomen. Ansonsten genügt
es, wie bei einer normalen Injektion vorzugehen.
Ein wesentlicher Vorteil der FNA besteht darin, dass auch von nicht äußerlich zugänglichen, in situ
verbleibenden Tumoren, Probenmaterial gewonnen werden kann. Da die Zellen aus der Tiefe der
Läsion stammen, ist die Kontamination mit oberflächlichen Zellen, Organismen und Entzündungsprodukten minimal. Die Wahrscheinlichkeit, eine repräsentative Probe zu gewinnen ist sehr hoch, vor
allem dann, wenn während des Sammelvorgangs Zellen aus verschiedenen Regionen des Tumors
gewonnen werden.
Wie schon erwähnt, ist die Komplikationsrate durch Blutungen, Organrupturen und Mikrometastasierung bei sachgerechter Durchführung vernachlässigbar gering.
Der kartonierte Laborleitfaden „Zytologie“ erläutert
ausführlich in Text und Abbildungen die Probengewinnung und -bearbeitung für zytologische Untersuchungen.
Auf Anforderung senden wir Ihnen diesen praktischen Ratgeber zum Thema
Zytologie gerne zu.
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