Mit dem Fortschreiten der Erkrankung wird in unserem Falle schließlich gerade jenes System, dessen Aktivierung das Virus zunächst bewirkte, der Poliomyelitisgruppe mithin im Rahmen entsprechender Reaktionen des ZNS. auf das Zur Kennzeichnung des eiweißproduzierenden Sy- schwerste geschädigt, wobei die Defekte in den Zel- stems mag die Vermutung len, die der Nekrose entgehen, im Cytoplasma wieder daß es in seinen cytoplasmatischen Anteilen mit der. besonders auffällig sind. Verlorengegangen ausgesprochen werden, ist an- von C l a u d e 2 4 aus Zellhomogenaten isolierten sub- scheinend vor allem die Fähigkeit zur Nachbildung mikroskopischen Granulafraktion identisch ist, über von Nucleinsäure, ganz ähnlich wie es auch für die deren dauergeschädigte be- etwas bekannt ist. Ausgezeichnet ist diese Fraktion Im ganzen hat die Erkrankung Ähnlichkeit mit den Anteil mit fallender Teilchengröße noch zunimmt. Da motorische Vorderhornzelle kannt ist. Vorgängen, Verteilung im Zellplasma allerdings kaum durch ihren hohen Gehalt an Ribonucleotiden, deren die sich an Vorderhornzellen einer Infektion mit Poliomyelitis-„Erregern" während Chantrenne abspie- Enzymgehaltes 2 5 gleichzeitig eine Abnahme findet, werden Angaben über des den len. Beide Virusgruppen besitzen ja enge verwandt- Wirkungsmechanismus gerade der nucleinsäurereich- schaftliche Beziehungen. Auch bei der Erkrankung sten Einheiten ebenso unsicher wie entsprechende Aus- der Vorderhornzelle ist der Erkrankungsbeginn durch sagen über die Wirkung ähnlich großer und ähnlich gesteigerte Aktivität des hier besonders umfangreich zusammengesetzter ausgebildeten, gezeichnet, dieses eiweißproduzierenden Systems während in den Spätstadien System die schwersten Schäden aus- wiederum davonträgt. Der Muskel bleibt in seiner Reaktion auf ein Virus 24 A. C l a u d e , Science [New York] 97, 451 [1943]; W. S c h n e i d e r u. G. H o g e b o o m , Canc. Res. 11, 1 [1951]. Viruskörper. Frau P a u l e E h m und Fräulein H i l d e g a r d D ü r w a l d danken wir für die sorgfältige Durchführung der histologischen Arbeiten und der Impfungen, Fräulein C a r l a P i e n i t z . für die Erledigung der phototechnischen Arbeiten. 25 H. C h a n t r e n n e , sterdam] 1, 437 [1947]. Biochim. biophysica acta [Am- Histologische, histochemische und chemische Untersuchungen an der Skeletmuskulatur von Säuglingsmäusen und saugenden Meerschweinchen zur Frage der Pathogenität von Coxsackie-A-Viren V o n ROLAND G Ä D E K E u n d H E L M U T W A L T E N B E R G E R * Aus der Universitäts-Kinderklinik Freiburg i. Br., Direktor: Professor Dr. W. K e l l e r (Z. Naturforschg. 7 b, 524—531 ] 1952[; eingegangen am 27. August 1952) Es wurden vergleichende morphologische, histochemische Untersuchungen sowie flammeiiphotometrisehe Bestimmungen von Kalium und Natrium an der Muskulatur von saugenden Mäusen und Meerschweinchen durchgeführt, die mit Coxsackie-A-Virus infiziert worden waren. Bei den Säuglingsmäusen wurde aui3er den bekannten destruktiven Skeletmuskelveränderungen im Verlaufe der Infektion ein Abfall des Muskelkaliums und ein Anstieg des Muskelnatriums festgestellt. Bei den saugenden Meerschweinchen blieben markante morphologische Veränderungen am Skeletmuskelgewebe aus; dagegen fanden sich 2 Tage nach der Virusinfektion ebenfalls signifikante Senkungen der Kaliumwerte und eine Vermehrung des Muskelnatriums. Die Befunde werden als Zeichen einer funktionell und anatomisch inapparenten Muskelgewebsläsion durch die Virusinfektion gedeutet. Z wei wesentliche, von den Entdeckern der Cox- Virusstämme des A-Typs sind: 1. ihre hochgradige sackie-Viren Pathogenität für neugeborene bzw. saugende Mäuse 1 beschriebene, und von allen Nach- untersuchern bestätigte biologische Eigenschaften der G. D a l l d o r f u. G. M. S i c k l e s , Science [New York] 108, 61 [1948]; G. D a 11 d o r f, G. M. S i c k 1 e s , H. P l a g e r u. R. G i f f o r d , J. exp. Med. 89. 567 [1949]. 1 * Die mitgeteilten Untersudiungen wurden durch das B ad \ s e h e K o m i t e e z u r E r f o r s c h u n g u n d H e i l u n g d e r s p i n a l e n K i n d e r l ä h m u n g sowie durch die N o t g e m e i n s c h a f t d e r D e u t s c h e n W i s s e n s c h a f t unterstützt. Dieses Werk wurde im Jahr 2013 vom Verlag Zeitschrift für Naturforschung in Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. digitalisiert und unter folgender Lizenz veröffentlicht: Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz. This work has been digitalized and published in 2013 by Verlag Zeitschrift für Naturforschung in cooperation with the Max Planck Society for the Advancement of Science under a Creative Commons Attribution-NoDerivs 3.0 Germany License. Zum 01.01.2015 ist eine Anpassung der Lizenzbedingungen (Entfall der Creative Commons Lizenzbedingung „Keine Bearbeitung“) beabsichtigt, um eine Nachnutzung auch im Rahmen zukünftiger wissenschaftlicher Nutzungsformen zu ermöglichen. On 01.01.2015 it is planned to change the License Conditions (the removal of the Creative Commons License condition “no derivative works”). This is to allow reuse in the area of future scientific usage. und Hamster mit Auslösung von progressiven L ä h mungen der Extremitäten und des Rumpfes, welchen 2. schwerste destruktive Skelettmuskelveränderungen in der Art einer Z e n k e r sehen Degeneration zu- grunde liegen. Diese charakteristischen Effekte beinhalten sowohl in bezug auf die Gewebsempfänglichkeit als auch auf das Wirtsspektrum jener Virus- gruppe bemerkenswerte Einschränkungen: Die Viren sind myotrop, und sie entfalten ihre pathogenen Eigenschaften anscheinend nur bei wenigen W a r m blüterspezies und auch dort nur in bestimmten Altersberöichen. Sowohl die bisherigen Untersuchungs- ergebnisse am Versuchstier als auch die gegenwärtig nur vereinzelt funde bei vorliegenden menschlichen morphologischen Be- Coxsackie-A-Virus-Erkran- k u n g e n 2 und einige klinische Krankheitsbilder des Menschen stützen das Postulat einer Myotropie dieser Viren. Zweifel an einer ausschließlich auf den Menschen einerseits und auf die Säuglingsmaus bzw. den Säuglingshamster andererseits beschränkten Pathogenität können schon im Rahmen allgemeinbiologischer Vorstellungen geltend gemacht werden; sie werden verstärkt durch die Beobachtung der mannigfaltigen Intensitätsabstufungen menschlicher Erkrankungen, welche daran denken lassen, daß die Coxsackie-A-Viren auch auf andere Warmblüter eine pathogene Wirkung ausüben könnten, welche lediglich zu weniger drastischen Manifestationen wie bei Säuglingsmäusen und -hamstern führt und sich dadurch dem exakten Nachweis entzieht. Einen positiven Hinweis für derartige Vermutungen ergaben bereits Befunde 3 an jungen Ratten (R o u 1 e t) und an dem nordafrikanischen Nager meriones shawi (Lep i n e), bei welchen nach Infektion mit CoxsackieA-Viren kleinste herdförmige entzündliche degenerative Skeletmuskelveränderungen werden konnten. welche Weise Die Frage, inwieweit eine Pathogenität der und beobachtet und auf Coxsackie-A- Viren auch für andere, bisher nicht für infektionsempfänglich gehaltene Laboratoriumstiere nachweisbar wäre, veranlaßte uns zu vergleichenden morphologischen und chemischen Untersuchungen an der Skeletmuskulatur von Säuglingsmäusen und saugenden Meerschweinchen, welchen Coxsackie-A-Viren inokuliert worden waren. 2 E. F r e u d e n b e r g , F. R o u l e t u. R. N i c o l e , Anh. paediatr. 178, 150 [ 1 9 5 2 ] ; P . L e p i n e , G . D e s s e u. V. S a u t t e r , Bull. Acad. nat. Med. Paris 136, 66 [1952]; O. V i v e l l u. R. G ä d e k e , Ergebn. Hygiene 27, 512 [ 1 9 5 2 ] ; 0 . V i v e l l , R. G ä d e k e , D. R o l a n d u. K. S i e v e r s , Dtsch. med. Wschr. 77, 983 [1952]. Material und Methodik Von 59 saugenden weißen Mäusen aus insgesamt 14 unter gleichen Zuchtbedingungen gehaltenen Würfen (4—7 Jungtiere pro Wurf) wurden 41 Säuglingsmäuse am 3. Lebenstag mit dem D a l l d o r f sehen CoxsackieA 2 -Virusstamm infiziert. Die Inokulation erfolgte subcutan mit 0,1 ccm einer in physiologischer NaCl-Lösung 1 : 5 verdünnten virushaltigen Muskel-Gehimgewebsaufschwemmung fortlaufender Passagen. Die restlichen 18 Tiere der gleichen Würfe wurden als Normalkontrollen gesondert mitgeführt. 28—30 Stdn. nach der Infektion, zu einem Zeitpunkt des Auftretens erster geringer Lähmungserscheinungen der hinteren Extremitäten, erfolgte die Tötung von 16 infizierten und 8 Kontrolltieren in Chloroform; 44—48 Stdn. post infect., als die Tiere weitgehend gelähmt waren, wurden die restlichen 25 infizierten und 10 Kontrolltiere getötet. Um einen möglichst gleichbleibenden Blutgehalt des Muskelgewebes zu erreichen, erfolgte zuerst eine weitgehende Entblutung der Tiere bis zur fahlen Muskelblässe. Bei der danach vorgenommenen Ablösung aller größeren Muskeln der oberen Anteile der hinteren Extremitäten (Adduktoren, Quadriceps, Wadenmuskeln), der mm. psoas sowie der Muskeln des Schultergürtels und der oberen Anteile der vorderen Extremitäten wurde darauf geachtet, daß diese Manipulation möglichst unter gleichen Zeitspannen (etwa 4—5 Min. pro Tier) und unter gleicher Raumtemperatur durchgeführt wurde. Einen Teil des Muskelmateriales fixierten wir sofort zur folgenden histologischen Untersuchung in 5-proz. Neutral-Formol und stellten danach Paraffin- sowie Gefrierschnittserien her, welche mit HE., G o l d n e r s Trichromfärbung, A z a n , S c h a r l a c h r o t gefärbt wurden. Zur histochemischen Eisenbestimmung erfolgte die Anwendung der B e r l i n e r b l a u - sowie der T u m b u 11 b 1 a u - Reaktion, letztere mit und ohne vorherige Behandlung mit Ammoniumsulfid. Ferner führten wir an zahlreidien Sdmitten die histochemischen Nachweismethoden für Kalium nach C a r e r e - C o m e s und für Calcium nadi K r e t i n durch. Die verbliebenen größeren Muskelmengen wurden von je 2—6 Tieren zur flammenphotometrischen Kalium- und Natriumbestimmung in Quarztiegeln gepoolt und gewogen. Zur Gewährleistung eines möglichst gleichbleibenden durch Austrocknung bedingten Flüssigkeitsverlustes der Muskelgewebsanteile achteten wir darauf, daß das Zeitintervall zwischen jeweils dem Präparationsbeginn des ersten Tieres jedes Pools und der Wägung der ganzen gesammelten Muskelgewebsmenge einheitlich blieb. Nach der Wägung wurde das Muskelgewebe durchschnittlich 7—8 Stdn. bei 120° C getrocknet. Danach erfolgte Trockenverasdiung im Heraeus-Muffelofen zwischen 600—700° C. Durch die konstante Einhaltung dieser Temperaturbereiche wurde gewährleistet, daß die zu untersuchenden Kalium- und Natriummengen nicht in die flüssige Phase übergehen konnten und dadurch infolge Verdampfung Verluste eintraten. Da sich 3 F. R o u l e t , Vortrag Med. Ges. Basel vom 25. 10. 1951 ; P . L e p i n e , L. C h a u m o n t u. J. B l u s s o n , Ann. Inst. Pasteur 82, 648 [1952]. © die Verasehungsdauer in solchen Temperaturstufen durchschnittlich zwischen 6—7 Stdn. bewegte, beschleunigten wir die Oxydation der organischen Bestandteile durch Hinzufügen von konz. HNO., p.a. ( H i n s b e r g - L a n g 4 ) . Das endgültige, weißpulverige Veraschungsprodukt wurde in 2-n. HCl aufgenommen und auf 1 : 10 bis 1 : 150 mit der gleichen 2-/2. HCl aufgefüllt. Bei Berücksichtigung der in der Literatur 5 angegebenen Normal-Muskelwerte an Kalium und Natrium mußten wir hierdurch in den Konzentrationsbereich unserer für die flammenphotometrische Bestimmung zur Verfügung stehenden Eichlösungsreihen gelangen; diese waren sowohl für Kalium als auch für Natrium in je 6 Konzentrationsstufen von 1—6 mg% abgestimmt und enthielten entsprechende Zusätze der jeweiligen Begleitionen, um der gegenseitigen Emmissionsanregung von Kalium und Natrium bei den Messungen gerecht zu werden. Die Messung der Werte erfolgte nach der Methode von L u n d e g a r d h und S c h u h k n e c h t mit dem Z e i ß - (III) - Flammenphotometer unter Verwendung des K 77 - Filters für die Kaliumbestimmung und des Na59-Filters für die Natriumbestimmung. Der Untersuchungsreihe von Säuglingsmäusen wurde eine Serie von insgesamt 20 saugenden Meerschweinchen gegenübergestellt. Wir infizierten 12 dieser Tiere am 3. Tage nach der Geburt mit 1,0 ccm der gleichen 1 : 5 verdünnten virushaltigen Muskel-Gehirnbreiaufschwemmung von Mäusepassagen des Coxsackie-A.,-Stammes. 8 Tiere liefen als Normalkontrollen mit. Die 1. Gruppe von 4 infizierten Meerschweinchen und 4 Kontrolltieren wurde 27 Stdn. post infect., eine 2. Gruppe von 5 infizierten Tieren sowie 4 Kontrollen nach 51 Stdn. Infektionsdauer und schließlich die verbleibenden 3 infizierten Tiere 71 Stdn. nach der Virus-Inokulation getötet und untersucht. Die Untersudiungsgänge und ihre Methodik entsprach in allen Einzelheiten der bei den Säuglingsmäusen geübten Technik; lediglich die flammenphotometrische Kalium- und Natriumbestimmung der Muskulatur wurde im Gegensatz zu den Gruppenuntersuchungen bei den Säuglingsmäusen bei jedem Meerschweinchen getrennt vorgenommen, da von den einzelnen Tieren hinreichend große Muskelmengen zur Verfügung standen. K. H i n s b e r g u. K. L a n g , Medizinische Chemie, Urban & Schwarzenberg, München u. Berlin 1951. 5 A. C o n s t a n t i n o , Biochem. Z. 37, 52 [1911]; G. F a h r , Z. Biol. 52, 72 [1909]; W. H e u b n e r , in Handb. d. normalen und pathol. Physiol. d. Menschen, Bd. XVI/2, S. 488 ff., Springer, Berlin 1931; J. K a t z , Pflügers Arch. ges. Physiol. 63, 1 [1896]; A. M a g n u s L e w , Biochem. Z. 24, 363 [1910], aller infizierten Säuglingsmäuse bot nach 2 8 — 3 0 Stdn. 4 Ergebnisse Während alle mit dem Coxsackie-A 2 -Virusstamm inokulierten Säuglingsmäuse in typischer Weise mit deutlichen Lähmungserscheinungen erkrankten, blieben die infizierten Meerschweinchen weitgehend unauffällig. Bei einigen der Tiere wurde das Fell am 2. T a g e nach der Infektion merklich struppig, auch ließen sie zum Teil eine mäßige Atmungsbeschleunigung erkennen; darüber hinaus schienen 2 Meer- schweinchen ebenfalls vom 2. Tag nach der Infektion ab die hinteren Extremitäten etwas nachzuschleppen, ein Befund, dessen Nachweis jedoch erheblich der subjektiven Beurteilung des Betrachters unterworfen war. Im anatomischen Verhalten erwies sich makroskopisch die Skeletmuskulatur der infizierten Säuglingsmäuse gegenüber den Normalkontrollen vorwiegend blaß, brüchig und mürbe, bei den Meerschweinchen wich der Aspekt des Muskelgewebes anatomisch nicht vom Normalverhalten ab. Der histologische Befund der Skeletmuskulatur das von zahlreichen Untersuchern bereits ausführ- lich beschriebene Bild einer „hyalinen Schwellung'' eines großen Teiles der Muskelfasern, nach 4 4 bis 48 Stdn. zusätzlich eine weitgehende schollige Auflösung größerer Faseranteile mit Zurückbleiben der leeren Sarkolemmschläuche sowie das Vorliegen eines Prot-Nr. und Zahl der Tiere SmKd 23-25 Flammenphotometrie MuskelNaKgewicht Gehalt Gehalt in g in mg°/o in mg°/o 0,114 677,1 3 SmKh 51—54 zellarmen interstitiellen Muskeloedems. Weiterhin waren häufig zahlreiche, teils in den geschwollenen Muskelfasern Histiocyten eingelagerte, teils von und Adventitiazellen ortsständigen der Gefäße auf- genommene kleine schollige Körperchen nachweisbar, welche sich in der Turnbullblau-Reaktion — 0,121 auch 516,5 ohne vorherige Behandlung der Gewebsschnitte mit 529,9 Na mg°/o 4 SmKi 60—64 0,217 191,3 0,246 122 5 SmKq 88—93 6 Mittelwert: 157 K mg°/o 574 Streuung (o): + 34,6 ± 72,5 Mittl. Fehler: ± 24,5 + 42 Tab. 1. Übersicht der Versuchsergebnisse bei Säuglingsmäusen, a) Normal-Kontrolltiere. Die Kontrolltiere verhielten sich während der Versuthsdauer normal, makroskop. und mikroskop. Muskeluntersuchung o. B. Flammenphotometrie MuskelNaICgewicht Gehalt Gehalt in g in mg % in m g % Prot.-Nr. und Zahl der Tiere Infekt.Dauer Verhalten der Tiere Muskelmakroskop. Muskelmikroskop. SraAjC 28 h geringe Strecklähmg. der hinteren Extremit. blaß-weißlich, sehr feucht hyaline Faserschwellung 0,108 347,2 28 h geringe Strecklähmg. der hinteren Extremit. blaß-weißlich, verquollen hyaline Schwellung, interstit. Ödem, beginnende Faseraufl. 0,066 267,0 28 h Streckkrämpfe der hinteren Extremit. blaß-weißlich, verquollen hyaline Fasersch wellun g 0,083 30 h Torsionsdystonien, Strecklähmg. hint. Extremit. blaß-weißlidi, zundrig hyaline Faserschwellung 0,107 29 h - Ataxien u. Streckkrämpfe der hint. Extremit. blaß, feucht, etwas mürbe fragment. Faserlös., hyaline Schwellung 0,172 48 h Lähmg. d. hinteren Extremit. Ataxie, Torsionsdystonien blaß, geschwollen, hyaline Faserschwg. mürbe Auflös., interst., Öd., basophiles, Fe 2 haltiges Pigment 0,087 172,4 44 h völlige Lähmung der Extremit. blaß, geschwollen, hyaline Faserschwg. mürbe Auflös., interst., Öd., basophiles, Fe 2 haltiges Pigment 0,065 192,3 45 h völlige Lähmung der Extremit. blaß, gesdiwollen, sehr ausgedehnte mürbe und leidit Faserauflösung, zerreißlich reichlich Fe 2 -haltig. basophiles Pigment 0,069 115,9 45 h Strecklähmung der hinteren Extremit. Torsionsdvstonien blaß, geschwollen, ausgedehnte hyaline sehr feucht Schwellung, teilw. Faserauflösung 0,083 48 h völlige Lähmung der Extremit. blaß, feucht, sehr mürbe fragmentäre Faserauflösung, interstit. Öd., Fe.»-Pigment 0,147 275.5 48 h völlige Lähmung der Extremit. blaß, feucht, sehr mürbe fragmentäre Faserauflösung, interstit. Öd., Fe 2 -Pigment 0,160 195.6 32- 34 3 SmA.e 35, 36 2 SmA.jg 42—44 3 SmA.g 48—50 3 SmA_.h 55—59 5 SmAjb 10, 11 2 SmAoc 14, 15 2 SmAod 26—31 6 SmA2g 45—47 3 SmA.k 65-70 6 SraA.r 94—99 6 253 361,4 336,4 238,4 343,4 Nach 28 Na mg°/o Mittelwert: Streuung (Ö) : Mittl. Fehler: Fortsetzung von Tab. 1. Übejsicht der Versuchsergebnisse bei Säuglingsmäusen, b) Infizierte Tiere. Ammoniumsulfid — kräftig blau anfärbten, dagegen und Lipoidstoffe enthielten. In der in der Berlinerblau-Reaktion nicht tingiert nach C a r e r e - C o m e s In den gleichen Lagebezirken fanden wurden. sich häufig kleine Tröpfchen, welche sich mit Scharlachrot färbten. Es handelte sich somit dabei um an- Gewebs- Zerfallsprodukte, welche ionisiertes 2-wertiges Eisen Kaliumfärbung stellten sich die Muskel- fasern kräftig orangefarben dar, lediglich in den Auflösungsbereichen war die Anfärbbarkeit herabgesetzt. Die einen Calciumdarstellung positiven Befund. nach Bei Kretin den ergab nie Kontrollmäusen konnten w e d e r Muskelfaser-Schwellungen noch -Un- liehe und geringgradige rundzellige und leukocytäre t e r g ä n g e gesehen werden. Die histochemischen Eisen- Zellansammlungen reaktionen, die F e t t f ä r b u n g sowie die gering aufgelockerten Muskelsepten und Interstitien stellungen verliefen immer negativ; Calciumdar- die Kaliumfär- im Bereich kleiner Gefäße der zu Gesicht b e k a m e n , w ä h r e n d sonstige nennenswerte bung e r g a b stets eine kräftige orangefarbene Muskel- Abweichungen fasertingierung. ten nicht vom beobachtet feingeweblichen wurden. Normalverhal- Insbesondere waren auch bei den histochemischen Reaktionen auf Eisen, Lipoide, C a l c i u m und Kalium keine abnormalen Be- 700 § funde zu erheben. w w WM 600 ^500 SÄ V Die Ergebnisse " - K Na t • vZ/z/zyvzr//-/-/-/} y y / y y •^ y y y y y y y / A - • • 300 •• • ZOO • 100 Normal28-30 11-18 werfe Sfdn. nach d. Jnfekf. • • • • den infizierten K - • V ¿ / ¿ y y y y y y y j j . - i Normalwerte Normal- 28-30 H-18 werte Sfdn. nach d. Onfektion Meerschweinchen verlief die histologische Untersuchung des Muskelgewebes insofern unergiebig, als wir lediglich bei 3 Tieren, welche 5 1 Stdn. post infect. zur Untersuchung kamen, spär- Flammenphotometrie MKa 9 MKn 77 MKn 78 MKn 79 MKp 85 MKp 87 MKu 107 MKu 108 Muskelgewidit in g NaGehalt in mg°/o i i i 27 51 71 Sfdn nach der Onfektion Normalwerte 27 51 71 Stdn nach der Onfektion Abb. 2. Flammenphotometriseh bestimmte Kalium- und Natriumwerte in der Skeletmuskulatur von mit CoxsackieA-Virus infizierten saugenden Meerschweinchen zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Infektion, o Normale Kontrolltiere, • infizierte Tiere. Schraffierter Bereich mit waagerechter Linie: a der Normalwerte und Mittelwert. lium- und N a t r i u m b e s t i m m u n g e n aus der Muskulatur der infizierten sowie der n o r m a l e n Säuglingsmäuse sind in der T a b . 1, die der Meerschweinchen in T a b . 2 aufgeführt. Dabei auch in Prot.-Nr. Na • V T / 7 7 7 7 7 7 7 7 S Abb. 1. Flammenphotometriseh bestimmte Kalium- und Natriumwerte in der Skeletmuskulatur von mit Coxsackie-A-Virus infizierten Säuglingsmäusen zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Infektion, o Normale Kontrolltiere, • infizierte Tiere (Poolwerte). Schraffierter Bereich mit waagerechter Linie: o der Normalwerte u. Mittelwert. Bei Ka- . ß WO der flammenphotometrischen zeigt sich bei den Säuglingsmäusen, der A b b . 1 dargestellt ist, d a ß wie gegenüber den Muskelpools der Normalkontrollen das Kalium in KGehalt in mg°/o dem Skeletmuskelgewebe der infizierten Tiere 28 bis 3 0 Stdn. nach der Virusinokulation signifikant abfällt; dieser Kaliumsturz wird nach 4 4 — 4 8 Stdn. noch 338,1 1,146 — 2,077 56,6 2,013 94,4 447,1 1,845 85,4 339,5 2,227 29,2 336,8 2,275 50,9 413,2 1,185 23,2 384,3 1,15 43,5 331,3 — deutlicher. Gegensinnig verhält sich das Muskel- N a t r i u m , welches sehr beträchtlich nach 2 8 — 3 0 Stdn. u n d m e h r noch nach 4 4 — 4 8 Stdn. ansteigt. - Na m g % K mg°/o 370 55 Mittelwert: Streuung (o): + 24,4 + Mittl. Fehler: + ± 9,3 40 15 Tab. 2. Übersicht der Versuchsergebnisse bei saugenden Meerschweinchen, a) Normal-Kontrolltiere. Die Kontrolltiere verhielten sich während der Versuchsdauer normal, makroskop. und mikroskop. Muskeluntersuchung o. B. Prot.-Nr. MA.t 103 MA.t 104 MA2t 105 MAjt Infekt.Dauer Verhalten der Tiere Muskelmakroskop. 27 h unauffällig normal normal 1,162 32,3 335,6 27 h unauffällig normal normal 1,245 70,3 309,2 27 h unauffällig normal normal 0,987 63,3 367.8 normal 1,106 45,3 geringe leuko-lymphocytäre Zellansammlungen um die Septengefäße; sonst o. B. geringe Rundzellund Leukocytenansammlungen in Septen; vereinzelte hyaline Sdiwellungen kleiner Faserabschnitte geringe leuko-lymphocytäre Zellansammlungen um die Septengefäße; s.o.B. 1,075 27 h unauffällig normal 51 h unauffällig normal MAoO 51 h struppiges Fell, etwas beschleunigte Atmung; zieht hintere Extremit. etwas nach normal MA..O 51 h etwas struppigesFell. beschleunigte Atm., sonst o. B., zieht hintere Extremit. etwas nach etwas struppigesFell. beschleunigte Atm., sonst o. B., zieht hintere Extremit. etwas nach unauffällig normal 106 MA.a 7" 81 82 MA..O 83 51 h MA.,o 84 51 h MA,s 71 h MA.s MA.s 10Ö 101 102 Flammenphotometrie MuskelNaKgewicht Gehalt Gehalt in g in mg°/o in mg°/o Muskelmikroskop. 283,0 220.9 0,674 103,9 140,9 0,797 138,0 163,1 normal geringe leuko-lymphocytäre Zellansammlungen um die Septengefäße; s.o.B. 1,481 108,9 256,6 - normal geringe leuko-lymphocytäre Zellansammlungen um die Septengefäße; s.o.B. 0,917 111,8 256,3 etwas struppigesFell, Atmung gering beschleunigt normal 2,145 51.3 263,0 71 h unauffällig normal vereinzelte kleinste Schwellungsherde einzelner Faserabschnitte normal 2,072 43.4 241,3 71 h gering struppiges Fell, sonst o. B. normal kleinste,Leuko- und Lymphocytenansammlungen um die Gefäße der Interstit. 2,365 31,7 264,3 Nach 27 h Na K mg°/o mg°/o Mittelwert : 53 Streuung (n) : ±15 Mittl. Fehler: ± 324 Nach 51 h K Na mg0/«. mg9/o 100,6 ±34,5 ± 1 3 7,5 ± 17,3 ± Nach 71 h Na K mg°/o mg°/o 207,5 ±47,5 6,6 ± 2 1 42 256 ±7,4 ±10,6 ±4,3 ± 6 Fortsetzung von Tab. 2. Übersicht der Versuchsergebnisse bei saugenden Meerschweinchen, b) Infizierte Tiere. Das in Abb. 2 dargestellte Verhalten der Muskelkalium- und Natriumwerte der Meerschweinchen, wie sie auch in der Tab. 2 mitgeteilt sind, zeigt deut- lich gleichartige Verschiebungen. Gegenüber den Normalwerten ist das Muskelkalium bei den mit Coxsackie-A 2 -Virus infizierten saugenden Meerschwein- chen 27 Stdn. post infect. gering, aber noch inner- 2 T a g e post infect.), an welchem die vitalen Reaktio- halb der Fehlerstreuungsbreite vermindert. Dagegen nen sowie die geweblichen und chemischen Befunde stellt sich ein significanter Abfall 51 Stdn. nach der an der Skeletmuskulatur bei den Infektion ein und hält 71 Stdn. post infect. noch an. massiv vom Eine außerhalb des Streuungsbereiches der Normal- neugeborenen Meerschweinchen nach einer Infektion werte liegende Steigerung des Muskelnatriums der mit Meerschweinchen konnte lediglich 51 Stdn. nach der und Natriumverschiebungen im Sinne einer Läsion Virusinoculation nachgewiesen werden. dieser Gewebe auftreten, ohne daß stärkere Störun- Normalverhalten Coxsackie-A 2 -Viren im Säuglingsmäusen abweichen, auch Skeletmuskel bei Kalium- und gen im Verhalten der Tiere oder im morphologischen mit Gefüge ausgeprägt waren. Daß derartige Ionenver- durchaus schiebungen tatsächlich Ausdruck einer „Läsion" sind, übereinstimmten, liegen die W e r t e bei unseren Säug- ergibt sich daraus, daß der Ausgleich des physiologi- Während die von uns gefundenen Kalium- Natriumwerte der normalen Meerschweinchen den Bestimmungen anderer Untersucher 5 lingsmäuse-Versuchen merklich höher. Hierfür muß schen Kalium/Natrium-Ungleichgewichtes in Gewe- die Tatsache verantwortlich gemacht werden, daß bei ben mit einer Nivellierung der osmotischen Potential- unseren Präparationen Ansammlungen kleinster Ge- differenz zwischen intra- und extracellulärem Raum- websstückchen mit relativ großer Oberfläche zur Ver- einhergeht; man muß nach dem jetzigen Wissen vor- fügung standen, deren sofort einsetzende Austrock- aussetzen, daß der unterliegende Grund solcher Stö- nung in der Luft eine Konzentration der in ihnen rungen eine Herabsetzung des Zellstoffwechsels ist 7 . gelösten Stoffe bedingte. Wir gingen trotz dieser Da die Erregbarkeit des Skeletmuskels wesentlich Einsicht bei unseren Bestimmungen vom Naßgewicht von seinem Kaliumgehalt beeinflußt wird, sind der- des Muskelgewebes aus, da der Kalium- und Na- artige Ionenverschiebungen in diesem Gewebe von triumgehalt besonderer funktioneller Bedeutung. E s ist in diesem nicht auf auf die tatsächliche die Trockensubstanz Muskelmasse der und strukturell oft Zusammenhang erwähnenswert, daß in unserem weitgehend aufgelösten Muskulatur zu beziehen war. Untersuchungsgut D a unsere unter stets gleichen präparativen Bedin- gedeuteter Schwäche der hinteren Extremitäten be- gungen gewonnenen Ergebnisse Vergleichswerte dar- sonders niedere Muskelkaliumwerte festgestellt wor- stellen, den waren. fallen solche Abweichungen für unsere Fragestellung nicht wesentlich ins Gewicht. gende Besprechung der den Untersuchungsergebnissen mitgeteilten mit an- Aus unseren Befunden kann demnach geschlossen werden, Aus bei 2 Meerschweinchen Befunde daß die Coxsackie-A-Viren Meerschweinchen eine auch auf sau- pathogene Wirkung entfalten, welche lediglich bei den üblichen, verhältnismäßig groben Kriterien der Beurteilung inappa- geht hervor, daß bei Säuglingsmäusen, welche mit rent bleibt und weder auf vitale Funktionen über- einem greift noch das morphologische Gefüge des Wirts- Virusstamm des Coxsackie-A 2 -Typs infiziert worden waren, parallel zu den durch diese Infektion gewebes bedingten schweren funktionellen und gegen die Norm verändert. Die Erfassung schen Muskelläsionen mit morphologi- histochemisch baren Zeichen des Myoglobin-Abbaues nachweis- (Freiwerden — die subanatomischen Skeletmuskulatur Coxsackie-A-Virusinfektionen, liegenden licher Abfall des Muskelkaliums eintritt. Gleichartige wie sie auch aus den Befunde von K a u s c h e , bereits Gifford und Dall- wesentlich solcher Muskelgewebs - Irritationen von F e 2 und histiogenen Lipoiden) auch ein erhebhaben — Untersuchungen wie sie bei den aufgezeigt wurden nach vorund Phosphatase-Untersuchungen Landschütz und Sauthoff 8 d o r f 6 erhoben, welche weiterhin eine deutliche Ver- zu entnehmen sind, lassen noch keinen Rückschluß minderung des Muskel-Kreatinins festgestellt hatten. auf die Art der Auseinandersetzung Darüber hinaus fand sich bei unseren Untersuchungen ein Ausgleich der physiologischen Differenz des Kalium- und Natriumspiegels, wie er bei Gewebsläsionen ganz allgemein erfolgt. Interesse ist nun, daß zu einem Von besonderem Zeitpunkt o R. G i f f o r d u. G. D a l l d o r f , Biol. Med. 71, 589 [1949], (etwa Proc. Soc. exp. zwischen den Viren und dem Muskelgewebe zu. Sie demonstrieren lediglich eine dem Skeletmuskel gegenüber verschie-denartigsten Noxen zur Verfügung stehende Re- 7 J. P i c h o t k a , in Symposion über Probleme d. Hypophysen-Nebennierenrindensystems. Freiburg i. Br. 7. bis 10. 6. 1952. 8 G. A. K a u s c h e , Ch. L a n d s c h ü t z u. R. S a u t h o f f . Z. Naturforschg. 6 b. 445 [1951]. aktionsweise, ebenso wie die bei der Säuglingsmaus muskelschädigungen unterscheiden, welche z. B. nach zu beobachtenden Erfrierungen, H e p a r i n g a b e n 9 veränderungen morphologischen sich nicht Muskelgewebs- wesentlich von Skelet- 9J. P i c h o t k a u. R. B. L e w i s , USAF School of aviation Med. Proj.No. 21-23-006, Rep.No. 7; Texas Rep. Biol. Med. 9, 613 [1951]; R. B. L e w i s (unter J. P i c h o t k a ) , Amer. J. med. Sei. 222, 300 [1951], und unterschiedlichen anderen Noxen zur Beobachtung kommen. Das erfaßbare formale und funktionelle Substrat wird durch die Organisation des biologischen Gefüges bestimmt, wobei der gleiche Effekt von mannigfaltigen Aus- gangspunkten erzielt werden kann. Untersuchung von Derivaten des Hydrazins auf ihre cytostatische Wirkung am Ascitestumor der Maus V o n KLAUS SIMON Aus dem Institut für Angewandte Chemie der Technischen Hochschule München, komm. Dir. Prof. Dr. St. G o l d s c h m i d t , und der Medizinischen Universitätspoliklinik München, Dir. Prof. Dr. W. S e i t z 1 (Z. Naturforschg. 7b, 531—536 [1952]; eingegangen am 3. September 1952) 1. Der Ascitestumor der Maus erwies sich als hervorragend geeignet zur Testung cytostatischer Substanzen. 2. Für eine Reihe bisher nicht untersuchter Stoffe konnte cytostatische Wirkung gesichert werden. Die Hydrazinderivate 7, 13 und 26 sowie CoCl 2 und Isonicotinsäure-hydrazid scheinen zur Behandlung von Tumoren geeignet. 3. Eine Beziehung zwischen Struktur und Wirkung konnte trotz systematischer Abwandlung der Verbindungen nicht gefunden werden. Hingegen erscheint ein „kolligativer" Effekt 3 3 als möglich. 4. Eine Parallelität zwischen bakteriostatischer und cytostatischer Wirkung wurde nicht festgestellt. Z iel der vorliegenden Arbeit war, einen Überblick über die Wirksamkeit einer Reihe von Derivaten des Thiosemicarbazids und des Phenylhydrazins zu gewinnen, wobei cytostatische mit Erfolg verwendet wurde. U m gleichmäßige E r gebnisse zu erzielen, wurde dabei nach folgendem Schema verfahren: Effekte im Vorder- grund des Interesses standen. Hieraus ergab sich die M ethodik F r a g e nach einer Methode, welche ohne den schwer- Weiße Mäuse im Alter von 50—60 Tagen und einem Gewicht von 20 ± 3 g wurden nach Geschlechtern getrennt 6 . Zur Haltung bewährten sich emaillierte Kessel (Durchm. 30 cm). Das Futter bestand aus 1 Tl. Garnelen. 4 Tl. Sonnenblumenkernen und 20 Tin. Haferkörnern. Jede Maus bekam täglich 7 g dieser Mischung sowie 10 ccm Vollmilch 7 . Die Tiere wurden durch intraperitoneale Injektion von 0,2 ccm frisch entnommenen Ascites beimpft 8 . Versager fälligen Apparat genetischer Untersuchungen aus- kommt und unabhängig von den Zufällen ist, welche bei der Arbeit mit soliden Tumoren in Kauf genommen werden müssen. Zur Erreichung dieses Ziels erschien die Mitosezählung am Ascitestumor der Maus besonders geeignet 2 , wie sie von B r o d e r s e n 3 und anderen 4 - 5 K. H. B a u e r , Das Krebsproblem, Springer 1949. H. B r o d e r s e n , Strahlentherapie 73, 196 [1943]. 4 G. D o m a g k , Strahlentherapie 83, 565 [1950]. 5 G. A. K a u s c h e , Chr. L a n d s c h ü t z u. R. S a u t h o f f , Z. Naturforschg. 7b, 33 [1952], 6 Herrn J o b s t (Zool. Inst. d. Univ. München) danke ich sehr für einen Reinzuchtstamm weißer Mäuse. 7 In Anlehnung an eine Mitteilung der B a y e r w e r k e , Leverkusen 1942. 8 Für die Überlassung von Ascitestieren bin ich Herrn Prof. Dr. W. P r i g g e , Direktor des Paul-Ehrlich-Institutes, Frankfurt a. M., zu besonderem Dank verpflichtet. 2 Herrn Prof. Dr. St. G o l d s c h m i d t und Herrn Dr. E. H e l m r e i c h danke ich auch an dieser Stelle verbindlichst für Anregungen und Beratung bei der vorliegenden Arbeit. Die geprüften Substanzen wurden größtenteils auf Veranlassung des verstorbenen Direktors des Inst. f. Angew. Chemie d. T. H. München, Herrn Prof. Dr. A. A l b e r t , durch Herrn Dipl.-Chem. D. B a y e w dargestellt (Diss. 1952). Ihre biologische Prüfung wurde nach dem Ableben von Herrn Prof. A l b e r t vorgenommen. Hierzu standen E.R.P.-Mittel zur Verfügung, für deren Gewährung wir zu Dank verbunden sind. 1 3