Amidinat- und tripodale Schiff-Basen-Komplexe

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Amidinat- und tripodale Schiff-Basen-Komplexe
des drei- und vierwertigen Cers
Der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik
der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
zur Erlangung des akademischen Grades
doctor rerum naturalium
(Dr. rer. nat.)
am 29.06.2010 vorgelegte Dissertation
von Peter Dröse
Kurzfassung der Dissertation mit dem Titel:
„Amidinat- und tripodale Schiff-Basen-Komplexe des drei- und
vierwertigen Cers“
Hauptziel der vorliegenden Arbeit war die Synthese, Charakterisierung und Untersuchung der
Reaktivität von drei- und vierwertigen Cer-Komplexen. Besonderes Interesse galt erstens der
gezielten Oxidation von Cer(III)-Verbindungen zu entsprechenden Cer(IV)-Produkten,
zweitens der Erforschung ungewöhnlicher Bindungsverhältnisse in Komplexen mit speziell
substituierten Amidinatliganden und drittens der Untersuchung der Reaktivität eines chlorofunktionalisierten Cer(IV)-Komplexes eines tripodalen Schiff-Basen-Liganden.
Der Hauptteil der Arbeit ist in vier Kapitel unterteilt. Im ersten Kapitel werden die Synthese
und die Charakterisierung von fünf neuen Cer(III)-Amidinatokomplexen beschrieben. Zu
Vergleichszwecken wurden ein Europium(III)- und ein Terbium(III)-Komplex synthetisiert.
Zudem gelang die Darstellung des ersten Kalium-Derivats eines Propiolamidinat-Anions. Alle
neuen
Lanthanoidverbindungen
vollständig
aufgeklärt
konnten
werden,
unter
mittels
ihnen
Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
auch
der
erste
homoleptische
Tris(propiolamidinato)-Komplex der Lanthanoide.
Der Schwerpunkt des zweiten Teils der Arbeit lag auf der gezielten Oxidation der erhaltenen
Cer(III)-Verbindungen zu wohldefinierten chloro-funktionalisierten Cer(IV)-Komplexen
mittels
Phenylioddichlorid.
Neben
der
Darstellung
eines
neuartigen
Cer(IV)-
Amidokomplexes gelang erstmals die Synthese zweier Vertreter der bisher unbekannten
Cer(IV)-Amidinatokomplexe. Eingehende NMR- und IR-Analysen sowie EinkristallRöntgenstrukturanalysen der Produkte bestätigten zweifelsfrei das Vorliegen der Cer(IV)Produkte. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Phenylioddichlorid hervorragend als
Oxidationsmittel für Cer(III)-Amido- und Cer(III)-Amidinatokomplexe eignet.
Im nachfolgenden Kapitel wird die erfolgreiche Verknüpfung eines ortho-Carborans mit
einem Amidin beschrieben. Die Darstellung des Lithium-Derivats erfolgte durch Umsetzung
von lithiiertem ortho-Carboran mit N,N‘-Diisopropylcarbodiimid. Die spektroskopischen und
röntgenographischen Daten zeigten eine völlig unerwartete Bindung des Metalls an das freie
Kohlenstoffatom des ortho-Carborans. Die synthetisierte Lithiumverbindung eignete sich
ausgezeichnet als Startmaterial zur Darstellung von Zinn-, Chrom- und Cer-Komplexen des
neuen Ligandensystems. In allen Fällen bestätigte sich das Vorliegen der direkten Bindung
des Metalls an den Carboran-Käfig. Einkristall-Röntgenstrukturanalysen bestätigten auch hier
zweifelsfrei den neuen Bindungsmodus in diesen Verbindungen.
Im letzten Teil der Arbeit konnte ein entscheidender Beitrag zur Reaktivität und
Strukturaufklärung von wohldefinierten Cer(IV)-Verbindungen geleistet werden. Ausgehend
vom Ce(Trendsal)Cl als Startmaterial gelang die Synthese von drei neuartigen CerKomplexen. Der bis dahin unbekannte Komplex Ce(Trendsal) wurde durch Reduktion des
Cer(IV)-Derivats
mit
Kalium
in
hohen
Ausbeuten
erhalten.
Die
entsprechende
Europiumverbindung war auf einem völlig anderen Syntheseweg ebenfalls zugänglich.
Eingehende Analysen der Molekülstrukturen zeigten ähnliche Bindungsverhältnisse in den
beiden Komplexen wie bei vergleichbaren Verbindungen des unsubstituierten Liganden
H 3 Trensal.
Durch Umsetzung von Ce(Trendsal)Cl mit Natriumazid konnte der erste bekannte Cer(IV)Azido-Komplex synthetisiert und strukturell aufgeklärt werden. Besonders hervorzuheben ist
die
Synthese
eines
präzedenzlosen
kationischen,
vierwertigen
Cerkomplexes,
[N{CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )} 3 Ce][BPh 4 ], in hohen Ausbeuten. Die Existenz des
Cer(IV)-Kations konnte ebenfalls zweifelsfrei durch eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
belegt werden.
Die vorliegende Arbeit entstand unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. rer. nat. habil. F. T.
Edelmann im Chemischen Institut der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in der Zeit
von Juli 2007 bis Juni 2010.
Meinem Betreuer
Herrn Prof. Dr. rer. nat. habil. F. T. Edelmann
danke ich recht herzlich für die interessante Themenstellung. Ebenso danke ich herzlich für
die intensive Betreuung, für zahlreiche konstruktive Hinweise in allen Belangen der Arbeit
und für die Übernahme des Gutachtens als Erstgutachter.
Frau Priv.-Doz. Dr. rer. nat. habil. E. Rosenthal danke ich recht herzlich für ihre engagierte
Unterstützung und zahlreiche klärende Gespräche während ihrer Zeit als Gastprofessorin an
der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und für die Übernahme des Gutachtens als
Zweitgutachterin.
Dem gesamten Arbeitskreis, insbesondere Frau V. Herrman, Frau B. Häusler, Frau Dr. A.
Edelmann, Herrn Dr. C. G. Hrib, Herrn Dr. V. Lorenz, Herrn J. Krüger und Raik Deblitz,
danke ich für die sehr gute Zusammenarbeit.
Herrn Dr. V. Lorenz danke ich besonders für die vielen wertvollen Hinweise, das ein oder
andere aufbauende Wort und seine ausgesprochen freundliche Art.
Für die Durchführung der Elementaranalyse danke ich Frau S. Preiß und für die
Infrarotspektroskopiemessungen Frau I. Sauer und Herrn Dr. V. Lorenz. Weiterhin danke ich
Frau Dr. S. Busse für die Massenspektroskopiemessungen. Für die NMR-Analysen und
zahlreiche klärende Gespräche danke ich recht herzlich Frau Dr. L. Hilfert und Frau I. Sauer.
Besonderer Dank gilt Herrn Dr. C. G. Hrib für die Einkristall-Röntgenstrukturanalysen und
die konstruktiven Diskussionen.
Herrn Dr. J. Gottfriedsen danke ich für seine stetige Unterstützung und die freundschaftliche
Zusammenarbeit.
Den Mitarbeitern aus den anderen Arbeitskreisen danke ich für das freundschaftliche
Miteinander. Besonderer Dank gilt Mario Walter für das Korrekturlesen dieser Arbeit.
Dem Land Sachsen-Anhalt danke ich recht herzlich für die Gewährung eines
Graduiertenstipendiums.
Nicht zuletzt danke ich meiner Familie, die immer an mich geglaubt hat.
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
2.
2.1.
2.2.
Bisheriger Kenntnisstand
Lanthanoid(II)- und Lanthanoid(III)-Amidinatokomplexe
Tripodale Schiff-Basen-Komplexe der Lanthanoide und enge
Verwandte
2.3. Kationische Lanthanoidkomplexe
2.3.1. Anwendungen von kationischen Cerkomplexen
3.
3.1.
3.1.1.
3.1.2.
3.1.3.
1
5
5
24
35
41
Ergebnisse und Diskussion
Cer(III)-Amidinato- und Vergleichskomplexe
(Anisonitril)tris[N,N’-bis(trimethylsilyl)-4-methoxybenzamidinato]cer(III)
Tris[N,N’-bis(isopropyl)benzamidinato]cer(III)
Kalium-N,N’-bis(isopropyl)propiolamidinat und
Tris[N,N’-bis(isopropyl)propiolamidinato]cer(III)
Tris[N,N’-bis(isopropyl)pivalamidinato]cer(III), -europium(III)
und -terbium(III)
(Chloro)bis[N,N’-bis(2,6-diisopropylphenyl)pivalamidinato]cer(III)
Cer(IV)-Amido- und Cer(IV)-Amidinatokomplexe
Cer(IV)-Amidokomplexe
Cer(IV)-Amidinatokomplexe
Metallkomplexe des N,N’-Di(isopropyl)-ortho-carboranamidins
N,N’-Diisopropyl(monolithio-ortho-carboranyl)amidino(dimethoxyethan)
und der freie Ligand
Metallkomplexe des N,N’-Di(isopropyl)-ortho-carboranylamidino-Anions
Lanthanoid(III)- und Lanthanoid(IV)-Komplexe des
N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamins
Lanthanoid(III)-Komplexe des N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamins
Cer(IV)-Komplexe des N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamins
43
43
43
46
4.
Zusammenfassung
94
5.
5.1.
5.2.
Experimenteller Teil
Allgemeine Arbeitstechniken und analytische Arbeiten
Synthesebeschreibungen und Analysen
100
100
101
6.
Abkürzungsverzeichnis
122
7.
Literaturverzeichnis
124
8.
Tabellenanhang
132
Lebenslauf
154
3.1.4.
3.1.5.
3.2.
3.2.1.
3.2.2.
3.3.
3.3.1.
3.3.2.
3.4.
3.4.1.
3.4.2.
48
51
54
59
60
62
68
68
72
82
82
87
1
1.
Einleitung
Das Cer nimmt unter den 4f-Elementen eine Sonderstellung ein, da in wässrigen Lösungen
neben den für Lanthanoide typischen Ln(III)-Komplexen auch Cer(IV)-Komplexe zugänglich
sind. Aufgrund des hohen Oxidationspotentials solcher Verbindungen werden sie sehr
vielfältig verwendet. Wichtige Einsatzgebiete sind unter anderem organische Synthesen [1],
die bioanorganische Chemie [2], Materialwissenschaften [3] und industrielle Katalyse
(Dreiwege-Katalysatoren,
Sauerstoffspeicherung)
[4].
Eine
gut
untersuchte
Verbindungsklasse unter den Cer(IV)-Komplexen sind Cer(IV)-Alkoxide. Sie sind von
großem Interesse für die MOCVD-Produktion von dünnen CeO 2 -Schichten [5]. Aufgrund der
einzigartigen
Eigenschaften
wie
hoher
mechanischer
Beanspruchbarkeit,
Sauerstoffionenleitung und hoher Sauerstoffspeicherfähigkeit rückten in jüngerer Zeit auch
CeO 2 -Nanopartikel immer stärker in den Blickpunkt für zahlreiche Anwendungen, zum
Beispiel in Brennstoffzellen, Sauerstoffpumpen und amperometrischen Sauerstoffdetektoren
[4c, 6]. Silva berichtete 2006 von einer ungewöhnlichen und überraschenden Anwendung der
Nanopartikel im medizinischen Bereich. Cerdioxid ist in der Lage, reaktive Moleküle im
Auge von Ratten abzufangen. Diese Ergebnisse zeigten, dass CeO 2 -Nanopartikel potentiell
zur Behandlung von Netzhautablösung und Blindheit verwendet werden können.
Cer(IV)-Verbindungen sind also neben ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten auch
geeignete Startmaterialien für die Synthese von CeO 2 -Nanopartikeln [7]. Daher ist es von
großem Interesse, strukturell wohldefinierte Cer(IV)-Verbindungen zu synthetisieren.
Prinzipiell ist dies auf zwei Wegen realisierbar: Erstens durch Oxidation eines Cer(III)-Edukts
und zweitens durch Reaktion einer Verbindung, in der das Cer bereits in der Oxidationsstufe
+4 vorliegt. Gerade die erste Variante scheint nicht ganz trivial zu sein, denn obwohl viele
Cer(III)-Komplexe in der Literatur als extrem oxidationsempfindlich beschrieben wurden [8],
wurde über die gezielte Oxidation bisher in nur wenigen Fällen berichtet. Beispiele dafür sind
porphyrinhaltige Cerkomplexe [9], Cer(IV)-Alkoxide [5b], ein Cer(IV)-Silsesquioxan [10]
und ein tripodaler Schiff-Basenkomplex [11]. Erwähnenswert sind außerdem Arbeiten von
Morton et al. [12], in der über die Oxidation eines tripodalen Cer(III)-Amidokomplexes
berichtet wurde (Schema 1).
2
Schema 1
N
N
R
R
N Ce
N
N
0.5 I2
Pentan
R
R
R
N Ce
N
N
I
R
R = SitBuMe2
Wenige Jahre später schlossen sich Arbeiten zu Oxidationen von Tris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(III) von Lappert et al. an [13a]. Neben einer Vielzahl von nicht adäquaten
Oxidationsmitteln fiel die Wahl schließlich auf das recht ungewöhnliche Tellurtetrachlorid
(Schema 2).
Schema 2
[(Me3Si)2N]3Ce
0.25 TeCl4
Toluol
- 0.25 Te
[(Me3Si)2N]3CeCl
Weiterhin war es auch möglich, durch Reaktion gemäß Schema 2 mit Ph 3 PBr 2 als
Oxidationsmittel das Bromanalogon zu synthetisieren [13b]. Die gezielte Einführung eines
Halogenidliganden in einer Oxidationsreaktion hat den Vorteil, dass der entstehende Cer(IV)Komplex durch eine gute Abgangsgruppe in weiteren Salzmetathesen umgesetzt werden
kann. Eine auf diesem Wege potentiell zugängliche Cer(IV)--Kohlenstoffbindung ist
allerdings bislang nicht in der Literatur zu finden. Auch Cer(IV)--Kohlenstoffbindungen
sind bisher selten beschrieben worden ((C 8 H 8 ) 2 Ce [14], Cp 3 Ce(OiPr) [15] und Cp 3 Ce(OtBu)
[16]).
Eine besondere Herausforderung bei derartigen Oxidationsreaktionen ist die Wahl des
Ligandensystems, da es zahlreichen Anforderungen genügen muss. Neben der effektiven
sterischen Abschirmung des Lanthanoid-Ions in den Komplexen muss der Ligand eine passive
Zuschauerrolle während der Reaktion einnehmen können, und die Cer(III)-Startmaterialien
sollten in möglichst wenigen Syntheseschritten zugänglich sein. Die Amidinatliganden
scheinen in diesem Zusammenhang eine gute Alternative zu den in der Lanthanoidchemie
häufig verwendeten Cyclopentadienylliganden zu sein. Diese Stickstoffanaloga der
Carboxylate (Abb. 1) sind aufgrund ihrer vielfältigen Substitutionsmöglichkeiten sterisch sehr
gut variierbar und meist aus kommerziell erhältlichen Chemikalien in Form ihrer
Alkalimetallsalze in einem Schritt darstellbar. Über eine anschließende Salzmetathese sind die
entsprechenden Ln(III)-Komplexe in einfacher Weise zugänglich [17].
3
R'
N
R
N
R'
Abb. 1: Amidinatanion
Das resonanzstabilisierte, heteroallylische System des chelatisierenden Amidinatliganden
verspricht eine gewisse Stabilität gegenüber Oxidation, so dass ein guter Zuschauercharakter
während der Reaktion potentiell gewährleistet ist.
Ziel dieser Arbeit war es, einige Vertreter der bislang nur selten beschriebenen Cer(III)Amidinate zu synthetisieren, strukturell aufzuklären und das Oxidationsverhalten gegenüber
Phenylioddichlorid zu prüfen. Zu diesem Zweck sollten die Stickstoffatome und das
Kohlenstoffatom der Amidinateinheit verschiedenartig substituiert werden. Insbesondere
sollte erstmalig das „Rückgrat“ des Liganden mit einem ortho-Carboran gekoppelt werden, so
dass ein hoher anorganischer Anteil im Molekül vorliegt. Zu Vergleichszwecken sollten auch
ausgewählte Metallkomplexe synthetisiert werden, um generelle Tendenzen struktureller
Besonderheiten zu erforschen.
Die
sehr
raumerfüllenden
tripodalen
Liganden
sind
ein
effektives
Mittel,
um
Lanthanoidkomplexe zu stabilisieren. Nach dem HSAB-Konzept sind Lanthanoidionen harte
Säuren, und daher sind Sauerstoff- und Stickstoffatome sehr gute Bindungspartner für sie.
Tripodale Schiff-Basen-Liganden vereinen diese beiden Aspekte miteinander. Mit einem
Vertreter
dieser
Substanzklasse,
dem
N,N’,N’’-Tris(salicylidenamino)triethylamin
(=
H 3 Trensal, Abb. 2), sind bereits, mit Ausnahme des Promethiums, Komplexe der gesamten
4f-Element-Reihe der Form Ln(Trensal) bekannt [18-21]. Der Ligand koordiniert mit allen
sieben Haftatomen an das Metallzentrum und umschließt es komplett. Je nach Syntheseroute
der Komplexe und Substitutionsmuster des Liganden sind auch Verbindungen anderer
Koordinationstypen zugänglich, beispielsweise Ln(H 3 Trensal)(NO 3 ) 3 [20].
OH
N
N
3
Abb. 2: N,N’,N’’-Tris(salicylidenamino)triethylamin (= H 3 Trensal)
Einen noch größeren sterischen Anspruch erhält der Ligand durch die Einführung zweier tertButylgruppen in 3,5-Position der Phenylringe (= H 3 Trendsal). Mit diesem Liganden wurden
4
bisher dreiwertige Lanthanoidkomplexe des Samariums [22], Neodyms [22] und Gadoliniums
[23] der Form Ln(Trendsal) beschrieben. Zudem gelang die Synthese zweier Cer(IV)Komplexe (Ce(Trendsal)Cl, Abb. 3; Ce(Trendsal)NO 3 [11]) in einfachen Eintopf-Synthesen.
Die chloro-funktionalisierte Cer(IV)-Verbindung ist nicht luftempfindlich und daher sehr gut
handhabbar. Demnach sollte sie sich hervorragend als Startmaterial für die Synthese weiterer
Cer(IV)-Komplexe eignen. Erwähnenswert ist die Bindung des Chloroliganden zwischen
zwei Armen des tripodalen Liganden, was zu einer sterischen Überfrachtung des Komplexes
führt.
N
N
O N
Bu
t
Cl
Ce
O
O
Bu
t
N
t
t
Bu
Bu
t
Bu
Bu
t
Abb. 3: {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }CeCl (= Ce(Trendsal)Cl)
Ein weiteres Ziel dieser Arbeit war daher die Untersuchung der Reaktivität des
Ce(Trendsal)Cl. Besonderes Interesse galt dabei dem Auffinden von Struktur-ReaktivitätsBeziehungen hinsichtlich der unterschiedlichen sterischen Beanspruchung in den Edukten und
Produkten. In diesem Zusammenhang sollte versucht werden durch Ersatz des Chloroliganden
erstmalig ein Cer(IV)-Kation zu synthetisieren.
5
2.
Bisheriger Kenntnisstand
2.1.
Lanthanoid(II)- und Lanthanoid(III)-Amidinatokomplexe
Am Beginn der Chemie der Benzamidinat-Anionen standen Pionierarbeiten von Sanger et al.
aus dem Jahr 1973 [24]. Erstmals wurden Lithiumamide mit Benzonitril in Diethylether
umgesetzt. Unter den erhaltenen neuartigen Lithiumbenzamidinaten befand sich auch das
sterisch anspruchsvolle Lithium[N,N’-bis(trimethylsilyl)benzamidinat] I, das gerade in der
Lanthanoidchemie in den folgenden Jahren von großem Interesse sein sollte. Aus weiteren
Umsetzungen der Lithiumspezies mit Chlorotrimethylsilan resultierten die entsprechenden
Benzamidine, für I konkret das N,N,N’-Tris(trimethylsilyl)benzamidin II (Schema 3). Im
Verlauf der folgenden Jahre wurde diese Syntheseroute von Oakley et al. verbessert und auf
verschiedene para-substituierte Benzonitrile erweitert [25].
Schema 3
CN
(Me3Si)2NLi . Et2O
SiMe3
N
Li
N
SiMe3
Et2O
Me3Si
N SiMe3
Me3SiCl
Toluol
- LiCl
N
SiMe3
II
I
Die zweizähnigen, monoanionischen Amidinate können als N-Analoga der ebenfalls
zweizähnigen,
monoanionischen
Carboxylate
angesehen
werden
(Abb.
4).
Beide
Ligandentypen sind in Komplexen über -Bindungen an das Metall gebunden und potentiell
zur Bildung von Chelatkomplexen befähigt. Die Bindung besitzt einen hohen ionischen
Charakter. Ein sehr bedeutender Unterschied besteht jedoch darin, dass das Carboxylation
flach ist und sich somit nicht ober- und unterhalb der OMO-Bindungsebene aufbauen kann.
Hingegen kann durch geeignete Substituenten am Stickstoff der Amidinate ein solcher Effekt,
bezogen auf die NMN-Bindungsebene, erzielt werden. Die Folge ist eine gute sterische
Abschirmung
des
Metallzentrums.
Diese
Abschirmung
ist
aufgrund
der
großen
Koordinationssphäre des Metalls gerade in Lanthanoidkomplexen ein wesentlicher Aspekt der
Stabilität. Aus sterischer Sicht zeigen beide Ligandenklassen daher kaum Gemeinsamkeiten.
R'
N
O
R
R
O
N
R'
Abb. 4: Carboxylat- und Amidinatanion
6
In Metall-Amidinato-Komplexen kommt es zu einem weiteren Effekt. Handelt es sich bei R
und R‘ (Abb. 4) um hinreichend große Reste, kommt es zu sterischen Wechselwirkungen
zwischen ihnen. Besonders deutlich wird dieser Aspekt, wenn für R ein Phenylsystem
vorliegt. In den Molekülstrukturen der Metallkomplexe zeigt sich eine fast senkrechte
Anordnung des Phenylrings und der NCN-Ebene, so dass eine Delokalisierung der Elektronen über das gesamte System nahezu unmöglich ist [26]. Typischerweise liegen die
Diederwinkel zwischen 60 und 90° [27]. Beispielsweise liegt bei [PhC(N-c-C 6 H 11 ) 2 ] 3 Sm in
der Molekülstruktur ein Diederwinkel von 79.4° vor [28]:
Abb. 5: Molekülstruktur von [PhC(N-c-C 6 H 11 ) 2 ] 3 Sm [28]
Durch die gegenseitige Beeinflussung kann über die Größe der beiden Reste sehr gut der
Kegelwinkel (Abb. 6) und damit die potentielle sterische Abschirmung des Metallzentrums
gesteuert werden. Kommt es zu einer stärkeren Wechselwirkung rücken die beiden Reste R‘
näher an das Metallzentrum heran und der Kegelwinkel vergrößert sich und umgekehrt:
R'
R'
N
R
N
M
N
R'
R
M
N
R'
Abb. 6: Einfluss der Substituentengröße in Amidinatkomplexen auf den Kegelwinkel
Durch die Variation der Kegelwinkel ist es möglich, ähnliche Komplexe zu synthetisieren,
wie sie bei den gut untersuchten Cp-Komplexen auftreten. Beispielsweise zeigt der Vergleich
der Kegelwinkel von [PhC(NSiMe 3 ) 2 ]– (137°) und Cp– (136 °C) [32], dass sie nahezu gleich
sind und damit, obgleich ihrer völlig unterschiedlichen Natur, diese beiden Liganden in
Komplexen potentiell Parallelen aufweisen. In der Tat zeigen Amidinato-Komplexe der f-
7
Elemente hinsichtlich des generellen Aufbaus und der Reaktivität häufig Analogien [17, 25,
29, [30-32] zu den Cyclopentadienylkomplexen. Die Amidinate zeichnen sich aber durch
zwei wesentliche Vorteile aus: Erstens lassen sie sich meist aus kommerziell erhältlichen
Chemikalien in praktikablen Ausbeuten und auf einfachen Wegen synthetisieren. Zweitens
sind sie, aufgrund ihrer vielfältigen Substitutionsmöglichkeiten am Stickstoff- und
Kohlenstoffatom, sterisch und (weniger) elektronisch sehr gut „einstellbar“. Daher lassen sie
sich der Größe des eingesetzten Lanthanoids in optimalem Maße anpassen und auf die
Anwendungen der Zielverbindungen abstimmen [8a].
Metall-Amidinato-Komplexe sind auf verschiedenen Syntheserouten zugänglich. Die
wichtigsten von ihnen sind:
a) Insertion eines Carbodiimids in eine bestehende Metall-Kohlenstoffbindung
b) Deprotonierung eines Amidins mithilfe eines Metallalkyls
c) Salzmetathese: Umsetzung eines Metallhalogenids mit dem Amidinato-Komplex eines
Alkalimetalls
d) Direkte Reaktion eines Metallhalogenids mit N,N,N’-Tris(trimethylsilyl)amidin [33].
Die erste Variante wurde für Lanthanoide bisher nur selten in der Literatur beschrieben. Zhou
et al. zeigten 2002 erstmals, dass diese Syntheseroute auch für 4f-Elemente anwendbar ist
(Schema 4) [34]:
Schema 4
t
n
Cp2LnCl
BuLi
- LiCl
t
Cp2LnnBu(THF)
BuN=C=NtBu
Bu
N
Ln
Bu
n
N
t
Bu
Ln = Y, Gd, Er
Weitere Insertionsprodukte wurden mit Yttrium [35, 36], Ytterbium [35] und Lutetium [35,
37] synthetisiert. In allen Fällen entstehen Mono(benzamidinato)komplexe, die teils reaktive
Zwischenprodukte für katalytische Anwendungen [35] darstellen oder unter CH-Aktivierung
anderer
Liganden
direkt
Folgereaktionen
eingehen
[36].
Homoleptische
Tris(amidinato)komplexe sind auf diesem Wege nicht zugänglich.
Aufgrund der geringen Zahl von definierten, homoleptischen Lanthanoidalkylen ist auch die
zweite Syntheseroute nur sehr begrenzt anwendbar [33]. Häufig werden daher die Alkyle der
größeren Lanthanoide in situ hergestellt und direkt mit dem freien Amidin umgesetzt.
Beispielsweise synthetisierten Hessen et al. im Rahmen systematischer Studien zur
katalytischen
Aktivität
für
die
Hydroaminierung/Cyclisierung
kationische
Mono(benzamidinato)komplexe für Scandium, Yttrium, Neodym, Gadolinium und Lutetium
8
[38] auf diesem Wege. Weiterhin wurden für das Lanthan erfolgreiche Umsetzungen in der
Literatur beschrieben [39]. Auch mit dieser Variante sind Tris(amidinato)komplexe nicht
erhältlich.
Die Salzmetathese ist für die Lanthanoide der praktikabelste und damit der am häufigsten
beschrittene Weg zur Darstellung von Amidinato-Komplexen. Insbesondere sind auch die
unter a) und b) nicht zugänglichen homoleptischen Komplexe [17, 28, 40, 41] erhältlich.
Durch die Wahl des sterischen Anspruchs des eingesetzten Amidinatliganden und der übrigen
Bindungspartner sind auch Mono- [42, 43, 44] und Bis(amidinato)komplexe [45, 46]
zugänglich.
Durch Untersuchungen der Reaktivität von N,N,N’-Tris(trimethylsilyl)benzamidin mit
Metallhalogeniden zeigten Dehnicke et al. 1988 einen weiteren Weg zu MetallBenzamidinaten auf [47]. Zum Einsatz kamen die Chloride von Hauptgruppen- und
Übergangsmetallen, meist unter Bildung eines Mono(benzamidinato)komplexes. Auf
Lanthanoidchloride kann diese Methode nicht angewandt werden, da sie gegenüber N,N,N’Tris(trimethylsilyl)organo-amidinen zu unreaktiv sind [8a].
Bereits damals wurden von Dehnicke et al. einige mögliche Koordinationsmodi des Liganden
vorgeschlagen. Zwei von ihnen konnten für einige Metallkomplexe strukturell abgesichert
werden [47]. Es handelte sich dabei um den Typ A (für Sb, Ti, Zr) und C (für Cu) aus Abb. 7.
Heute werden im Wesentlichen drei Koordinationsarten unterschieden (Abb. 7) [33]. Die
chelatisierende Bindung des Liganden (Typ A) ist der häufigste Koordinationstyp und bei den
Lanthanoiden auch der bisher einzige Typ. B ist nur sehr selten beschrieben worden [48]. Der
letztgenannte Koordinationsmodus wird vereinzelt in Übergangsmetallkomplexen angetroffen
[49], in denen der Ligand verbrückend wirkt und teilweise auch keine Bindung zwischen den
Metallen vorliegt. Varianten des C-Typs werden auch bei vielen Alkalimetallamidinaten
angetroffen. An geeigneter Stelle werden einzelne Beispiele näher diskutiert.
R'
N
R'
N
M
R
R'
N M
M
R
N
R'
N
R'
Typ A
Typ B
R
N M
R'
Typ C
Abb. 7: Koordinationstypen des Amidinatliganden
In der vorliegenden Arbeit ist der Schwerpunkt auf die Synthese von Amidinato-Komplexen,
ausgehend von den in Abb. 8 dargestellten freien Amidinen, gesetzt. Mit den in der Literatur
9
bereits bekannten HL1 bis HL5 wurden einige Lanthanoidkomplexe, im Wesentlichen aber
Cerkomplexe, synthetisiert. HL6 war hingegen bisher völlig unbekannt.
R'
N
R
NH
R'
HL1: R = C6H4OMe, R' = SiMe3
HL2: R = tBu, R' = iPr
HL3: R = Ph, R' = iPr
HL4: R = C CPh, R' = iPr
HL5: R = tBu, R' = Diip
HL6: R = C2B10H11, R' = iPr
Abb. 8: Freie Amidine der verwendeten Amidinatliganden
HL1 ist ein enger Verwandter des seit Beginn der Amidinatchemie verwendeten N,N’Bis(trimethylsilyl)benzamidinat-Anions. L1– wurde von Edelmann et al. 1990 verwendet, um
Ytterbium in der niedrigen Oxidationsstufe +2 zu stabilisieren [29]. Durch Umsetzung von
Ytterbiumdiiodid mit den entsprechenden Natriumbenzamidinaten konnten erstmals
Lanthanoid(II)-Komplexe der neuen Substanzklasse synthetisiert werden:
Schema 5
SiMe3
N
YbI2(THF)2 + 2 Na
R
N
SiMe3
THF
- 2 NaI
Me3Si
N
R
O
SiMe3
N
R
Yb
N
Me3Si
O
N
SiMe3
R = H, OMe (= HL1), Ph (kein koord. THF)
Die Röntgenstruktur für [PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 2 Yb(THF) 2 zeigte die trans-Stellung der THFMoleküle und ein leichtes Verdrehen der NCN-Einheiten gegeneinander. Ein Diederwinkel
von 77.3° (NCN zu Ph) zeigt die große sterische Hinderung innerhalb eines
Amidinatliganden. Eine wesentliche Analogie der in Schema 5 aufgezeigten Zielkomplexe zu
Cp* 2 Yb(Et 2 O) ist neben der starken Oxidationsempfindlichkeit insbesondere das Vermögen,
S–S-, Se–Se- und Te–Te-Bindungen reduktiv zu spalten [29, 32].
Bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung von Oakley et al. [25] wurde die Synthese von
homoleptischen Tris(amidinato)komplexen einiger Lanthanoide beschrieben [17] (Schema 6).
In allen Zielverbindungen wurde die Koordinationszahl sechs realisiert. Die großen
Trimethylsilylgruppen der Liganden sorgen für das monomere Vorliegen aller beschriebenen
Komplexe, im Gegensatz zu den entsprechenden Carboxylaten.
10
Schema 6
R
SiMe3
N
SiMe3
N
LnCl3 + 3 Na
R
N
SiMe3
THF
Me3Si N
N
SiMe3
Ln
- 3 NaCl
Me3Si N
N
N
SiMe3
R
SiMe3
R = H, Ln = Sc, Ce, Pr, Nd, Sm, Eu, Gd, Yb, Lu
R = OMe (=HL1) , Ln = Pr, Nd, Eu, Yb, Lu
R = CF3; Ln = Sc, Pr, Nd, Eu
R = Ph; Ln = Pr, Nd, Eu, Yb
R
Die Einführung des Substituenten in para-Stellung des aromatischen Rings führt zu
deutlichen Unterschieden in der Löslichkeit der Verbindungen. Sie nimmt in unpolaren
Lösungsmitteln für die in Schema 6 aufgezeigten Komplexe in der Reihe R = H, CF 3 , OMe,
Ph deutlich ab. Der Substituent ist dabei so weit vom Metall entfernt, dass er praktisch keinen
Einfluss auf die Koordinationsumgebung am Zentrum hat [27].
Trotz des hohen Raumbedarfs dieser Benzamidinatliganden ist in der Koordinationssphäre
von Lanthanoiden immer noch Platz genug für „schlanke“ Liganden. Im Jahr 2004
veröffentlichte Arbeiten von Edelmann et al. zeigen, dass sich in Anwesenheit von
Benzonitril während der Salzmetathese, 1:1-Addukte darstellen lassen [28] (Schema 7). Beide
erhaltenen Metallkomplexe sind isostrukturell und weisen eine Koordinationszahl von 7 auf.
Abb. 9 zeigt die Molekülstruktur der Europiumverbindung.
Schema 7
SiMe3
N
LnCl3 + 3 Li
N
SiMe3
PhCN
- 3 LiCl
SiMe3
C
N
N SiMe3
N
Me3Si N
Ln
N
Me3Si N
SiMe3
N
SiMe3
Ln = Sm, Eu
11
Abb. 9: Molekülstruktur von [PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Eu(NCPh) [28]
Wird nicht nur die para-Position, sondern auch die ortho-Positionen durch Substituenten
belegt, so hat das natürlich unmittelbare Auswirkungen auf den sterischen Anspruch des
Liganden.
Die
Folge
ist
nicht
nur
ein
Ausbleiben
der
Koordination
weiterer
Lösungsmittelmoleküle, sondern auch die Bildung von Bis(amidinato)komplexen. Wird L1–
dreifach 2,4,6-CF 3 -substituiert, so führt die Umsetzung mit NdCl 3 (THF) 2 zu einer
Verbindung, in der das Metall sechsfach koordiniert ist [46] (Schema 8). Dieser Komplex
liegt in Form eines chloro-verbrückten, LiCl-Adduktes vor, was für Lanthanoide sehr typisch
ist [50d].
Schema 8
CF3 SiMe3
N
NdCl3(THF)2 + 2 Li
F3C
N
CF3 SiMe3
THF
- LiCl
CF3 SiMe3
N
F3C
Cl
Li(THF)2
Nd
N
CF3 SiMe3
Cl
2
Weitere Vergleichssynthesen zeigten, dass dieser trisubstituierte Benzamidinatligand sterisch
mehr dem Cp* beziehungsweise Cptt (= 1,3-Di-tert-butylcyclopentadienyl) gleicht. Die so
erhaltenen disubstituierten Verbindungen sind von großem Interesse, da sie noch
chlorofunktionalisiert sind. Über Salzmetathese ist damit eine sehr große Palette an
heteroleptischen Benzamidinatokomplexen zugänglich. Diese Tatsache machten sich 1996
Teuben et al. zu Nutze und synthetisierten eine ganze Reihe von Bis(amidinato)komplexen
des Yttriums [27]. Die Darstellung der Edukte für die Synthesen erfolgte analog der in
Schema 8 aufgezeigten Reaktion unter Bildung des in Schema 9 dargestellten Komplexes.
Auch in diesem Fall wurde die Methoxygruppe zur Löslichkeitsverbesserung der Produkte
eingeführt. Interessanterweise verliert das Produkt in siedendem Pentan das Lithiumchlorid:
12
Schema 9
SiMe3
N
Cl
R
Li(THF)2
Y
N
SiMe3
Cl
Pentan, 36°C
- LiCl
- THF
SiMe3
N
O
R
Y
N
SiMe3
Cl
2
2
R = H; OMe (= HL1)
Weitere erfolgreiche Umsetzungen zu Amiden, Alkoxiden, Borhydriden und verschiedenen
Alkylen demonstrieren den guten „Zuschauer“-Charakter der Amidinate. Grund dafür ist die
resonanzstabilisierte negative Ladung im heteroallylischen NCN-System und die daraus
resultierende relative Unempfindlichkeit gegenüber elektrophilen Angriffen. Selbst die
Hydrierungen
der
entsprechenden
Alkylverbindungen
zu
den
ersten
Cp-freien
Hydridokomplexen des Yttriums verliefen erfolgreich. Schema 10 zeigt exemplarisch die
Umsetzung der Bis(trimethylsilyl)methyl-Derivate [27].
Schema 10
Me3Si
N
2
R
Y CH(SiMe3)2
N
Me3Si
H2, THF
- 2 CH2(SiMe3)2
Me3Si
N
R
Y
R
Y
H
N
Me3Si
2
SiMe3
N
H
N
SiMe3
2
2
R = H, OMe (= HL1)
Weiterführende Arbeiten zeigten, dass die in Schema 10 erwähnten Komplexe sich sehr gut
mit Acetylenderivaten über Protonolyse umsetzen lassen [51]. Exemplarisch sei an dieser
Stelle die Reaktion des Alkyls aufgezeigt:
Schema 11
Me3Si
N
2
N
Me3Si
Y CH(SiMe3)2
2
HC CR
- CH2(SiMe3)2
R = H, Me, nPr, SiMe3,
Ph, CMe3
Me3Si
N
Y
N
Me3Si
2
R
C
C
C
C
R
SiMe3
N
Y
N
SiMe3
2
Lösen des Produkts in THF führte zur Bildung eines monomeren Komplexes, in dem
zusätzlich das Lösungsmittel koordiniert ist. Darüberhinaus wurden [PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 2 YR (R
= CH(SiMe 3 ) 2 , CH 2 Ph) erfolgreich als Katalysatoren für die Dimerisierung von HC≡CR‘ (R‘
= Ph, CMe 3 , SiMe 3 ) eingesetzt.
13
L1– und seine engen Verwandten sind auch in Mono(amidinato)komplexen anzutreffen.
Zugänglich sind diese Verbindungen durch Reaktionen mit Metallkomplexen, die noch
Chloro- oder Triflat-funktionalisiert sind. In Arbeiten von 1994 und 1995 stand die Synthese
neuer Mono(COT)lanthanoidkomplexe im Fokus des Interesses [44, 52]. Umgesetzt wurden
dimere chloro- beziehungsweise triflat-verbrückte Edukte mit den entsprechenden
Alkalimetallbenzamidinaten:
Schema 12
O
SiMe3
N
O
Cl
Ln
Cl
O
O
N
SiMe3
O
S
2 Li
Ln
O
S
THF
- 2 NaCl
SiMe3
N
O
Ln
O
R
O
O
F3C
2 Na
Ln
R
N
SiMe3
O
O
CF3
R = H, OMe (= HL1), CF3
Me3Si
N
Ln
2 R
N
Me3Si
O
Me3Si
N
THF
- 2 LiO3SCF3
Ln
2 R
N
Me3Si
O
Ln = Y, Ce, Pr, Nd, Sm, Tm, Lu
Alle Verbindungen liegen monomer vor. In der Molekülstruktur des sehr kleinen
Lutetiumkomplexes ist ersichtlich (Abb. 10), dass immer noch Platz genug für die
Koordination eines THF-Moleküls ist. Weiterhin offenbart sich wieder die Verdrehung des
Phenylrings gegen die NCN-Einheit.
Abb. 10: Molekülstruktur von (COT)Lu(L1)(THF) [44]
Eine sehr wesentliche Rolle spielt die Reihenfolge der Einführung der Liganden. Die
erwähnten
Arbeiten
von
Teuben
et
al.
[27]
zeigten
Möglichkeiten
auf,
Bis(amidinato)komplexe des Yttriums zugänglich zu machen. In weiterführenden Arbeiten
konzentrierten sie sich auf Synthesen von Zielverbindungen, die pro Metall je einen Cp*- und
einen
Benzamidinatliganden
tragen
(Schema
13)
[53].
14
Schema 13
KCp*
YCl3(THF)3,5
Cl
THF
K(THF)n
Cl
Y
Cl
Me3Si
Ph
N
N
Cl
Li[PhC(NSiMe3)2]
Me3Si
0.5
- LiCl
Y
Cl
N
N
Ph
Y
SiMe3
SiMe3
Die beiden raumerfüllenden Liganden im Produkt (Schema 13) schirmen die chloro-Brücken
sehr gut gegen weitere Angriffe ab. So zeigen sich keine Reaktionen gegenüber THF,
Alkoxiden, Amiden und sogar MCH(SiMe 3 ) 2 (M = Li, K). Damit waren weitere Produkte
über Salzmetathese nicht zugänglich. Lediglich die kleine Methylgruppe des Methyllithiums
kommt dem Chloroliganden nahe genug und es kommt zu einer Reaktion (Schema 14).
Schema 14
Me3Si
Me3Si
N
Y
Cl
N
Ph
N
Cl
Y
Ph
N
SiMe3
4 MeLi
TMEDA, Et2O
- 2 LiCl
N
gezielte
Protolysereaktionen
mit tert-Butylacetylen
Li
Me
N
Ph
SiMe3
Anschließende
Y
2 Me3Si
N
Me
N
SiMe3
und
1,3-Di-tert-
butylphenol waren erfolgreich und zeigten wieder die gute Zuschauerrolle der
Benzamidinatliganden.
In den Ausführungen von Teuben et al. wird weiterhin ein sehr interessanter Aspekt erwähnt.
Wird die Reihenfolge der Edukte (KCp* und Lithiumbenzamidinat) vertauscht, so kann nach
Aufarbeitung
in
heißem
Toluol
lediglich
[PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 2 YCl(THF)
isoliert
Gesichtspunkten
interessant.
heraus
das
werden.
bereits
Diese
Erstens
in
Schema
Beobachtung
wurden
ist
9
gezeigte
aus
zwei
Yttriumtrichlorid
und
Lithiumbenzamidinat äquimolar zur Reaktion gebracht und es resultierte dennoch ein
Bis(amidinato)komplex. Zweitens war die Koordination von Cp* an das Metall auf diesem
Wege nicht möglich. Letzteres zeigt deutlich, das Cp* in seinem Raumbedarf erheblich über
dem des [PhC(NSiMe 3 ) 2 ]– liegt, da nach den Ergebnissen aus Schema 6 sogar das im
Vergleich zum Yttrium kleinere Scandium einen Tris(amidinato)komplex mit dem hier
verwendeten
Liganden
bilden
kann
[17].
Die
gezielte
Synthese
von
Mono(amidinato)komplexen über Salzmetathese wird also scheinbar weniger über die
15
Stöchiometrien
bestimmt,
sondern
vielmehr
durch
vorherige
Absättigung
der
Koordinationssphäre des Metalls mit einem anderen Liganden.
Der Einsatz eines Amidinatliganden mit einem sehr hohen Raumbedarf ist eine weitere
Möglichkeit, Mono(amidinato)komplexe zu synthetisieren. HL5 (Abb. 8) ist einer der sehr
sperrigen Vertreter unter ihnen. Erwartungsgemäß werden drei dieser Liganden um ein
einziges Lanthanoidion herum kaum Platz finden. Hessen et al. zeigten kürzlich, dass mit L5–
(und einem Verwandten) einfach substituierte Lanthankomplexe zugänglich sind [39]. Diese
Autoren beschritten den Weg der Alkylabstraktion zur Einführung des Liganden:
Schema 15
O
O
R
O
Ar N
R
La
Ar N
H
R = Ph, tBu (= HL5)
THF
N Ar
N Ar
La
- Toluol
O
Ar =
Durch weitere Protolysereaktion mit [HNMe 2 Ph][BPh 4 ] konnten die jeweiligen kationischen
Lanthankomplexe erhalten werden [39, 54] (Schema 16). Im Vergleich liefern die einzelnen
Strukturen einen guten Hinweis auf den höheren sterischen Anspruch von L5–, da in der
entsprechenden Verbindung nur drei THF-Moleküle koordiniert sind.
Schema 16
t
Ar N
N Ar
La
O
O
Ph
Bu
O
Ar N
N Ar
La
O
O
O
O
Mit dem Phenyl-substituierten Amidinatliganden (Schema 16) wurden weiterhin kationische
Komplexe von Scandium, Yttrium, Neodym, Gadolinium und Lutetium realisiert [54].
In der Literatur sind mit L5– (Abb. 8) keine weiteren Lanthanoidverbindungen beschrieben.
Hinweise darauf, dass aus sterischer Sicht Bis(L5)lanthanoidkomplexe potentiell zugänglich
wären, liefern entsprechende Synthesemöglichkeiten für Aluminium- [48a], Zinn- [55] und
Germaniumkomplexe [56] mit eng verwandten Ligandsystemen:
16
Schema 17
Ar
N
R
N
Ar
Ar
N
Al
Cl
N
Ar
R
Ar
N
R
N
Ar
M
Ar
N
R
Ar =
N
Ar
M = Ge, R = H
M = Sn, R = Me
R=H
Obgleich für die Chemie der Lanthanoide gerade die sterische Absättigung für die Stabilität
der Komplexe von entscheidender Bedeutung ist [33], lassen sich aber auch mit „kleineren“
Liganden Mono(amidinato)komplexe synthetisieren. Durch Einführung von geeigneten
Substituenten R und R‘ (Abb. 8) mit hohen positiven induktiven Effekten kann das stark
positive Metallzentrum in Grenzen auch elektronisch stabilisiert werden [42]. Über
Salzmetathese kann der Pivalamidinatligand L2– (Abb. 8) einfach in einen Yttriumkomplex
eingebracht werden:
Schema 18
YCl3(THF)3,5
1. Li[tBuC(NiPr)2]
2. 2 Li[CH(SiMe3)2]
- 2 LiCl
SiMe3 iPr
t
Me3Si
N
Bu
Y
Cl
N
(THF)3Li
i
Pr
Me3Si
SiMe3
Die Röntgenstrukturanalyse zeigte die zusätzliche lineare Koordination von Lithiumchlorid
(Abb. 11), in der an das Alkalimetall drei weitere THF-Moleküle gebunden sind. Dieses
Phänomen zeigt sich häufig bei Lanthanoidkomplexen, in der die Koordinationssphäre des
großen Lanthanoidions sterisch nicht genug durch die Liganden abgeschirmt ist [57].
Interessanterweise
führten
Syntheseversuche
nach
Schema
18
mit
dem
stärker
raumerfüllenden Li[PhC(NSiMe 3 ) 2 ] nicht zum gewünschten Produkt. Dies ist ein deutlicher
Hinweis darauf, dass in diesem Fall elektronische Effekte eine Rolle spielen.
Abb. 11: Molekülstruktur von [L2]Y[CH(SiMe 3 ) 2 ] 2 (-Cl)Li(THF) 3 [42]
17
Die sehr einfache Zugänglichkeit aus kommerziell erhältlichen Chemikalien macht gerade
L2– zu einem sehr attraktiven Liganden. Insbesondere ist die Isolierung der Lithiumvorstufe
nicht unbedingt notwendig. Auf der Suche nach neuen ALD-Precursoren realisierten Gordon
et al. eine ganze Reihe von homoleptischen Amidinatokomplexen [58]. In allen Synthesen
wurden die Lithiumamidinate in situ mit den entsprechenden Metallchloriden umgesetzt,
unter ihnen auch mit LaCl 3 :
Schema 19
i
Pr
3 RLi
3 iPrN=C=NiPr
LaCl3
Et2O/THF
- 3 LiCl
N
La
R = Me, tBu (=L2-)
R
N
i
Pr
3
Auch für die Darstellung von (unter anderem) Lithium[N,N’-di(isopropyl)benzamidinat] (=
LiL3, Abb. 8) wurde die Carbodiimidroute erfolgreich beschritten [28]. Trotz ihrer hohen
Luft- und Feuchtigkeitsempfindlichkeit können diese Lithiumvorstufen in guten Ausbeuten
und im Multigramm-Maßstab synthetisiert werden. Die Molekülstruktur des in dieser Arbeit
verwendeten LiL3, aus THF/Toluol kristallisiert, zeigt einen dimeren Aufbau (Abb. 12). Ein
Lithiumion ist an zwei Stickstoffatome einer NCN-Einheit, ein Stickstoffatom des
gegenüberliegenden Amidinatliganden und ein Sauerstoffatom des THF-Moleküls gebunden.
Die N 2 Li 2 -Einheit bildet ein planares Rechteck, und der gesamte Komplex hat eine Art
Leiterstruktur.
Abb. 12: Molekülstruktur von {[L3]Li(THF)} 2 [28]
Weitere Umsetzungen von Li[PhC(NR) 2 ] (R = c-C 6 H 11 , iPr) mit Lanthanoidchloriden führten
zu den entsprechenden homoleptischen Tris(amidinato)komplexen. Mit dem in dieser Arbeit
verwendeten Liganden L3– wurde unter den Lanthanoiden lediglich [L3] 3 Pr synthetisiert
[28]:
18
Schema 20
i
Pr
N
3 Li
i
THF
PrCl3
Ph
i
Pr
- 3 LiCl
N
Pr
N
Ph
N
i
Pr
Pr
3
Zur Synthese der freien Amidine eignet sich häufig die Darstellung der Lithiumamidinate und
anschließende Hydrolyse. Eine Ausnahme ist das in Abb. 8 aufgeführte N,N’Di(isopropyl)propiolamidin (HL4). Die vorhandene Dreifachbindung im Molekül sorgt für
eine Hydrolyseempfindlichkeit und es ist damit über den beschriebenen Weg nicht
zugänglich. Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Propiolamidinen der Form
R-C≡C-C(=NR‘)NHR‘, unter anderem als gutes Startmaterialien zur Synthese von Stickstoffund Schwefel-enthaltenen Heterocyclen [59] und in biologischen und pharmazeutischen
Anwendungen [60], besteht dennoch ein großes Interesse an der Synthese wohldefinierter
Amidine dieser speziellen Form. Hou et al. beschrieben 2005 erstmals eine effektive Variante
zur Darstellung von verschieden substituierten Propiolamidinen (unter ihnen auch HL4) auf
katalytischem Wege [35]. Als Katalysatoren kamen verschiedene Lanthanoidalkylkomplexe
(Ln = Y, Yb, Lu) zum Einsatz. Eingehender wurde der Katalysezyklus für einen
Yttriumkatalysatorkomplex und die Bildung des mit HL4 eng verwandten N,N’-Di(tertbutyl)propiolamidins untersucht. Die Bildung eines Yttrium(propiolamidinato)komplexes ist
ein Schlüsselschritt während der Katalyse:
Schema 21
Ph
Si
Ph
N
O
PhC
CH2SiMe3
Y
CH
0.5
- SiMe4
O
Ph
N
Y
Si
Y
Si
N
Bu
N
t
Ph
Ph
Ph
BuN=C=NtBu
t
NH
t
Bu
Bu
t
PhC
CH
Si
Ph
N
Y
O
N
Ph
N
Bu
t
19
Im ersten Schritt entsteht durch Protolyse ein zweikerniger Phenylacetylidkomplex des
Yttriums. Das hinzugegebene Carbodiimid insertiert in die bestehende Y-C-Bindung unter
Bildung eines Mono(amidinato)komplexes. Durch das noch in der Reaktionslösung
vorliegende substituierte Acetylen erfolgt die Abspaltung des entsprechenden freien
Propiolamidins und die Rückbildung des zweikernigen Yttriumkomplexes. Die Struktur des
Amidinatokomplexes konnte auch röntgenografisch gesichert werden (Abb. 13). Trotz des
großen Abstandes der tert-Butyl-Gruppen zum Phenylring ist eine Verdrehung des
aromatischen Rings gegen die NCN-Einheit erkennbar. Die Liste der eingesetzten
Katalysatoren auf Lanthanoidbasis und die damit synthetisierten Propiolamidine wurde
seitdem ständig erweitert [61]. Unter ihnen ist auch (E)-HL4 [61a] (Abb. 13) zu finden. In
diesem Fall sind die NCN-Einheit und der Phenylring nicht gegeneinander verdreht.
Abb. 13: Molekülstrukturen von {5-C 5 Me 4 [SiMe 2 N(Ph)]}Y[PhC≡CC(NtBu) 2 ](THF) [35] und (E)-HL4 [61a]
Das Lithiumsalz LiL4 ist sehr einfach über die Metallierung von Phenylacetylen mit nButyllithium und anschließende in situ Reaktion mit N,N’-Di(isopropyl)carbodiimid
zugänglich [62]:
Schema 22
i
i
n
BuLi
Ph
H
PrN=C=N Pr
THF, 0°C
Pr
N
i
Li
Ph
N
i
Pr
Auch in diesem Fall konnten röntgenfähige Einkristalle des Lithiumamidinats aus THF
erhalten werden [62] (Abb. 14). In seiner Molekülstruktur liegt es als Dimer vor und gleicht
sehr dem {[L3]Li(THF)} 2 (Abb. 12) [28]. Es zeigt sich wieder eine Art Leiterstruktur und die
Lithiumionen wirken verbrückend zwischen beiden Amidinatliganden. Interessanterweise ist
auch hier wieder die Verdrehung der NCN-Einheit gegen den Phenylring zu beobachten.
Bis auf die oben beschriebenen Amidinatkomplexe mit diesem Liganden sind keine weiteren
Lanthanoidverbindungen
Tris(amidinato)komplexe.
in
der
Literatur
zu
finden,
insbesondere
auch
keine
20
Abb. 14: Molekülstruktur von {[L4]Li(THF)} 2 [62]
Wie bereits erwähnt, ist HL6 (Abb. 8) in der Literatur bisher völlig unbekannt. Das
eingesetzte 1,2-Dicarba-closo-dodecaboran(12) (= ortho-Carboran) dient lediglich als
sperriger Substituent im „Rückgrat“ des Amidinatliganden.
Durch
die
hohe
Stabilität
Substitutionsreaktionen
unter
des
Kohlenstoff-Bor-Käfigs
anderem
am
gelingen
zahlreiche
Aufgrund
ortho-Carboran.
des
Elektronenmangelcharakters des Käfigs zeigt sich eine gewisse CH-Acidität, und
Deprotonierungen können leicht mit Basen wie MeLi oder nBuLi durchgeführt werden [63].
Dabei fällt die Acidität vom ortho- über meta- bis zum para-Carboran ab. Die Lithiierung ist
ein gängiges Mittel, um über anschließende Salzmetathese Substituenten einzuführen. Wird
das ortho-Carboran lithiiert, so kommt es zu Disproportionierungsreaktionen, was die
Isolierung von einfach substituierten Spezies erschwert [64]:
Schema 23
H
C
C
Li
C
Li
C
2
Li
H
C
CH
= BH
Die Einführung von Schutzgruppen, wie etwa einer tert-Butyldimethylsilylgruppe, kann in
solchen Fällen Abhilfe schaffen [65], um gezielt nur einen Substituent R einzuführen. Die
Arbeitsgruppe um Xie zeigte jedoch, dass es in vielen Fällen ausgehend vom dilithiierten
ortho-Carboran auch möglich ist, durch geschickte Wahl weiterer Reaktionspartner gezielt zu
einfach substituierten Käfigen zu gelangen [66]. Beispielsweise koppelten sie auf diesem
Wege eine Cyclopentadieneinheit über eine SiMe 2 -Brücke an das ortho-Carboran [66a]:
21
Schema 24
Li
C
C
Li
H Me
C
Toluol /
Et2O
Me
Si Cl
Me
C
H Me
C
Me
Si
- LiCl
C
H2O
Me
Si
- LiOH
Li
= BH
Anschließende wässrige Aufarbeitung führte zu den gewünschten einfach substituierten
Carboranderivaten. Sind hydrolyseempfindliche Gruppen im Molekül enthalten, kann
beispielsweise mit Cyclopentadien [67a] oder Trimethylammoniumchlorid [67b] aufgearbeitet
werden.
Bei allen diesen Reaktionen ist ein sehr gutes Monitoring über die
11
B-NMR-Signale
realisierbar, da sich bereits bei kleinen Veränderungen im Molekül auch die Verschiebungen
und insbesondere die Intensitätsverhältnisse der 11B-Signale verändern [66, 67, 68].
Lanthanoidkomplexe mit ortho-Carboran(derivat)-enthaltenen Liganden sind auf sehr
vielfältige Weise erhältlich. Erste Arbeiten stammen aus den frühen 1980iger Jahren, in denen
teilweise über Salzmetathese und teilweise über Oxidation entsprechende Zielkomplexe
erhalten worden [69]. So wurde beispielsweise die Synthese von dreiwertigen aber auch
zweiwertigen Lanthanoidverbindungen beschrieben, in denen das Metall direkt an den
Kohlenstoff des Käfigs gebunden ist [69a]:
Schema 25
R
C
Yb
C Hg
R
C
THF
- Hg
C Yb(THF)
2
2
R
C
Ln
1.5
C Hg
R
C
THF
- 1.5 Hg
R = Me, Ph
Ln = La, Tm
n=1-3
= BH
C Ln(THF)n
2
3
Strukturell gesichert werden konnte keiner der Komplexe. Weitere Synthesen zeigten, dass
ausgehend
vom
lithiierten
ortho-Carboran
und
Umsetzung
mit
entsprechenden
Lanthanoidhalogeniden auch Komplexe anderer stöchiometrischer Zusammensetzungen
zugänglich sind [69b, c]. Allen beschriebenen Verbindungen ist die Eigenschaft gemein, dass
22
die Metalle ausschließlich an den Käfig und nicht an die Peripherie des Substituenten
gebunden sind.
In den sehr ausführlichen Untersuchungen zur Chemie von ortho-Carboranderivaten und
seinen Ligandeigenschaften für Lanthanoide von Xie et al. sind die Metalle, wenn sie an das
Kohlenstoffatom des Käfigs gebunden sind, auch bereits an der Seitenkette koordiniert. Man
gelangt dabei in nahezu allen Synthesen über Salzmetathese an die Zielverbindungen, daher
spielt der Grad der Alkalimetallierung des Eduktes eine Rolle. Das in Schema 24 gezeigte
Produkt aufgreifend, kann dieses beispielsweise ein- oder zweifach metalliert werden, ohne
dass sich der Käfig dabei öffnet (Schema 26). Wird das Produkt mit der dreifachen Menge
Kalium umgesetzt, so kommt es zu einer Reduktion im Käfig und dieser öffnet sich.
Schema 26
H Me
C
C
H Me
C
Me
Si
NaH
C
Me
Si
- H2
H Me
C
C
Na
Li
C Me
Me
Si
2 MeLi
- 2 CH4
C
Si
Me
Li
= BH
Mit den einfach metallierten Liganden sind Lanthanoidkomplexe erhältlich, die je nach
eingesetzter Stöchiometrie noch zwei oder nur noch einen Chloroliganden tragen [66a,c; 70;
71]. In vereinzelten Fällen kommt es wieder zur Ausbildung von chloro-verbrückten
Alkalimetallchlorid-Addukten der Zielkomplexe [66d]. Dabei sind die Metalle immer nur
über die Seitenkette gebunden. Die zweifach metallierten ortho-Carboranliganden bilden mit
Lanthanoiden meist einen anionischen Komplex, in dem das Alkalimetallion als Gegenion
fungiert [66a,c; 67; 71]. Beispielsweise wurde der in Schema 26 erhaltene dilithiierte Ligand
folgendermaßen umgesetzt:
23
Schema 27
Li
C Me
C
Me
Si
2
Li
LnCl3
THF
- 3 LiCl
Me
Me
Si
C
C
Ln
C
Si
C
Me
[Li(THF)4]
Me
Ln = Y, Nd, Er, Yb
= BH
Der bisher einzige Cerkomplex wurde mit einem eng verwandten Liganden synthetisiert [71]:
Schema 28
H Me
C
C
2
H Me
C
Me
Si
Na
CeCl3
THF
C
Si
Me
CeCl(THF)2
- 2 NaCl
= BH
2
Wie ersichtlich, ist das Cer nicht an das Kohlenstoffatom des Käfigs gebunden. Ein solches
Beispiel ist bisher auch in der Literatur nicht zu finden.
24
2.2.
Tripodale Schiff-Basen-Komplexe der Lanthanoide und enge Verwandte
Aufgrund ihrer großen Koordinationssphäre treten in Lanthanoidkomplexen eine Vielzahl von
Koordinationszahlen auf [50b], angefangen bei zwei (z.B. Yb{C(SiMe 3 ) 3 } 2 [50b]) bis hin zu
12 (z.B. La(18-Krone-6)(NO 3 ) 3 [50c]) finden sich für jeden der Fälle Beispiele in der
Literatur. Im Vergleich zu den Übergangsmetallen können die 4f-Elemente damit in
Verbindungen völlig andere Koordinationsweisen annehmen [72]. Neben einer Vielzahl von
bekannten
Lanthanoid-Komplexen
der
Form
[Ln(bidentat) 3 (unidentat)]n+ [73]
und
[Ln(unidentat) 7 ] [50c] mit der Koordinationszahl 7, hat sich in den letzten Jahren der Einsatz
von tripodalen Schiff-Basen-Liganden und deren eng verwandter, reduzierter Amin-Form
(Abb. 15) als sehr erfolgreich erwiesen, um mit nur einem Liganden ein Ln3+-Ion vollständig
einzukapseln [18, 19, 23, 74-76].
OH
OH
N
N
3
3
III
N
NH
IV
Abb. 15: Grundkörper H 3 Trensal (= N,N’,N’’-Tris(salicylidenamino)triethylamin) III und die
reduzierte Amin-Phenol-Form IV
Durch den Einsatz von tripodalen Liganden besteht die Möglichkeit, das Metallzentrum
sterisch gegen weitere Angriffe zu schützen, bei gleichzeitiger Realisierung relativ geringer
Koordinationszahlen [77]. Weiterhin bieten die vielfältigen Varianten der AromatenSubstitution in III und IV zusätzliche Möglichkeiten, Komplexe in bestimmten
Lösungsmitteln besser verfügbar zu machen oder durch sterisch sehr anspruchsvolle Gruppen
noch effektivere Abschirmungen zu erzielen.
Bereits 1968 wurde durch Broomhead et al. das potentiell siebenzähnige H 3 Trensal durch
Kondensation von Tris(2-aminoethyl)amin (= Tren) und Salicylaldehyd (= Sal) synthetisiert
[78]. Dazu wurden eine wässrige Lösung von Tren und eine ethanolische Lösung von Sal
vereint und unter Rückfluss gerührt:
25
Schema 29
OH
3
O
N
OH
NH2
3
- 3 H2O
N
N
3
III
Broomhead et al. orientierten sich bei ihrer Synthese an Arbeiten von Dwyer et al. von 1957,
die durch Kondensation von Tris(2-aminomethyl)methan (= Tram) und Sal einen potentiell
sechszähnigen Liganden (H 3 Tramsal) darstellten [79]. Ziel des neuen Liganden von 1968 war
es, durch die Einführung des Stickstoffs eine neue Koordinationsstelle in den
Komplexverbindungen zu schaffen. Umsetzung von H 3 Trensal mit wasserfreiem Eisen(III)chlorid in Methanol führte zum ersten Metallkomplex der neuen Substanzklasse. Der
entstandene rote Eisen(III)Trensal-Komplex kristallisiert mit einem halben Mol Wasser, und
das Eisen(III)-Ion liegt im High-Spin-Zustand vor. Das Produkt konnte nicht über eine
Röntgenstrukturanalyse charakterisiert werden. Broomhead et al. nahmen aber an, dass das
Eisen(III)-Ion durch den Liganden siebenfach koordiniert wird (Abb. 16).
Abb. 16: Vermutete Koordinationsgeometrie des Eisen(III)Trensal-Komplexes nach Broomhead et
al. [78]
1995 konnte durch Elerman et al. die Struktur des Eisen(III)Trensal-Komplexes aufgeklärt
werden, in der bewiesen wurde, dass das Metall in dieser Verbindung nur sechsfach
koordiniert wird [80] (Abb. 17).
26
Abb. 17: Kristallstruktur von Fe(Trensal) [80]
Die bereits erwähnte größere Koordinationssphäre der Lanthanoide lässt erwarten, dass in
vergleichbaren Komplexen der tertiäre Stickstoff des Liganden auch an das Metallzentrum
koordiniert ist. Mit Ausnahme des Promethiums wurde seitdem die gesamte Reihe der 4fElemente erfolgreich mit diesem Liganden komplexiert [18-21]. Von jedem Komplex konnte
die Röntgenstruktur ermittelt werden, und es zeigte sich ausnahmslos, dass alle Donoratome
des Liganden an das Lanthanoid koordinieren. Exemplarisch zeigt Abb. 18 die
Röntgenstruktur von Ce(Trensal). Die Koordinationsgeometrie um das Metall lässt sich als
einfach überkappter, verzerrter Oktaeder beschreiben.
Abb. 18: Röntgenstruktur von Ce(Trensal) [18]
Prinzipiell wurden die Zielkomplexe auf drei verschiedenen Wegen erhalten. Bernhardt et al.
setzten das entsprechende Lanthanoidnitrat in der ersten Stufe mit Sal und anschließend mit
Tren in einer Eintopf-Synthese in Methanol um [18, 19]:
Schema 30
Ln(NO3)3 . n H2O
OH
3
N
O
NH2
3
Methanol
O
- (n+3) H2O
- 3 HNO3
N
Ln
N
3
Die Arbeitsgruppe um Kanesato war erfolgreich mit der Umsetzung der Lanthanoidtriflate im
ersten Schritt mit Tren und im Anschluss mit Sal in Acetonitril [21] (Schema 31). Auch in
diesem Fall wurden die Metallkomplexe in einer Eintopf-Synthese dargestellt.
Schema 31
OH
Ln(CF3SO3)3
N
NH2
3
3
O
Acetonitril
O
- 3 CF3SO3H
- 3 H 2O
N
Ln
N
3
27
Während bei den bisher angeführten Darstellungsvarianten eine Templat-gestützte Synthese
zu den gewünschten Komplexen führte, setzten Costes et al. direkt H 3 Trensal ein. Zur
Deprotonierung des freien Liganden verwendeten Costes et al. CsOH in Methanol und gaben
im Anschluss das entsprechende Lanthanoidnitrat dazu [20]:
Schema 32
OH
3 CsOH
Ln(NO3)3 . n H2O
N
N
Methanol
O
- (n+3) H2O
- 3 CsNO3
N
Ln
N
3
3
III
Interessanterweise wurden die Komplexe nach Abschluss der Synthese unter anderem mit
Wasser gewaschen, obwohl mehrfach in der Literatur auf die Hydrolyseempfindlichkeit der
Imin-Einheit hingewiesen wurde, insbesondere bei koordiniertem Metall [19, 81-83].
Scheinbar eignet sich zur Verhinderung dieses Phänomens der Einsatz des oben erwähnten
CsOH. Die Rolle des Cäsiums bleibt dabei unklar [84].
Der Einsatz der Base ist auch aus einem anderen Grund von entscheidender Bedeutung. Wird
die Umsetzung ohne das Hydroxid durchgeführt, also nur freier Ligand und Lanthanoidnitrat,
so führt dies zu völlig neuen Strukturen. Das H 3 Trensal bleibt in diesem Fall protoniert und
fungiert als neutral geladener Ligand, und drei Nitrat-Ionen dienen als Gegenionen [20]:
Schema 33
Methanol
Ln  NO3 3  n H 2O + H 3Trensal 
 Ln  H 3Trensal  NO3 3
-n H 2 O
Ln = La (n = 5), Pr und Eu (n = 4)
Röntgenfähige Einkristalle der Zielkomplexe konnten nicht erhalten werden, aber bereits in
einer Veröffentlichung von 1988 wurden mit dem eng verwandten Liganden H 3 Trac (=
N,N’,N’’-Tris(3-aza-4-methylhept-4-en-6-on-1yl)triethylamin) die beiden Koordinationstypen
A und B (Abb. 19) erstmals entdeckt, und für das Gadolinium konnte der Typ B auch über
eine Röntgenstruktur aufgeklärt werden [85]. Das Metall ist nur über die Sauerstoffatome an
den Liganden gebunden, und der Koordinationspolyeder entspricht einem dreifach
überkappten, dreiseitigen Prisma.
28
N
N
OH
N H
N
N
Ln
N
N
N
H N
O
H
N
O
O
O
O
O Ln O
O NO
ON O
O O
N
O
O
3
H3Trac
Koordinationstyp A
Koordinationstyp B
Abb. 19: Der freie Ligand H 3 Trac und die mit diesem Liganden gefundenen Koordinationstypen (schematische
Darstellung des triopalen Liganden bei A und B)
Gd(H 3 Trac)(NO 3 ) 3 (Abb. 20) wurde analog Schema 33 synthetisiert, aber in Acetonitril als
Lösungsmittel. Es wird deutlich, dass bei direktem Einsatz des freien Liganden und des
Lanthanoidnitrats in der Synthese eine Deprotonierung notwendig ist, um einen
Metallkomplex des Koordinationstyps A zu erzwingen. Andernfalls kommt zum tragen, dass
die Lanthanoide entsprechend dem HSAB-Konzept sich nur die härtere Base, also die
Sauerstoffatome des Liganden und des Nitrats, als alleinigen Bindungspartner suchen und die
Stickstoffatome als interne Base für die Protonen der Hydroxylgruppe fungieren [86].
Abb. 20: Molekülstruktur von Gd(H 3 Trac)(NO 3 ) 3 und die Koordinationsumgebung des Metalls [85]
Wird das Lanthanoidnitrat in der Synthese gegen Chlorid [85, 87], Triflat [74, 88] oder
Silylamid [82, 22] ersetzt, ist es auch ohne Zusatz von Base möglich, zu Komplexen des Typs
A zu gelangen. Die Abb. 21 und Tabelle 1 zeigen eine Übersicht der eingesetzten Liganden
und Lanthanoide.
R2
R1
R3
OH
R4
N
N
3
Abb. 21: Substitutionsmuster für H 3 Trensal
29
Tabelle 1: H 3 Trensal-Derivate, die ohne Einsatz von Base zum Koordinationstyp A umgesetzt worden
Ligand
H 3 L1
H 3 L2
H 3 L3
H 3 L4
H 3 L5
H 3 L6
Substituenten
R1 = tBu, R2 = R3 = R4 = H
R1 = R2 = R3 = H, R4 = Me
R1 = H, R2 = R3 = R4 = Me
R1 = R3 = Cl, R2 = R4 = H
R1 = R2 = R4 = H, R3 = Cl
R1 = R3 = tBu, R2 = R4 = H
Lanthanoide
La, Ce, Sm
La, Pr, Sm, Yb
La, Sm, Yb
La
Gd
Sm, Nd
Referenz
[74]
[82, 85]
[82, 85]
[87]
[88]
[22]
Orvig et al. reduzierten H 3 Trensal und Derivate mit KBH 4 (Schema 34), um die
Hydrolyseempfindlichkeit der Metallkomplexe zu senken [81].
Schema 34
R
KBH4
Na2B4O7
OH
OH
R
Methanol
N
N
N
NH
3
H3L7: R = H
H3L8: R = Cl
H3L9: R = Br
3
In Analogie zu den Umsetzungen der Schiff-Basen-Komplexe mit Lanthanoidnitraten
(Schema 33), synthetisierten sie Komplexe des Typs B (Abb. 19) auch mit den Amin-PhenolLiganden H 3 L7 (Ln = Y, La, Nd, Gd, Dy), H 3 L8 (Ln = La, Nd, Pr, Gd) und H 3 L9 (Ln = La,
Nd, Gd). Wird bei diesen Synthesen Natriumhydroxid zugegeben oder der Ligand im großen
Überschuss eingesetzt, führt das zu neuen zweikernigen Komplexen des Koordinationstyps C
(Abb. 22).
3+
N
N
NH
HN
HN
H
Ln NH
O
O
H
O
O
O
O
HN Ln
NH
HN
N
Koordinationstyp C
NH
H
NH
O
O
O
Ln
O
H HN
HN
O
O
H
H
NH
N
Koordinationstyp D
Abb. 22: Koordinationstypen für Lanthanoidkomplexe mit tripodalen Amin-Phenol-Liganden (schematische
Darstellung der triopalen Liganden bei C und D)
30
Ein Jahr später fand wieder die Arbeitsgruppe um Orvig einen vierten Koordinationstyp D
(Abb. 22) [89]. Auch in diesem Fall wurde ein reduziertes H 3 Trensal-Derivat als Ligand
verwendet (Abb. 23).
OMe
OH
N
NH
3
Abb. 23: Der von Orvig et al. eingesetzte Amin-Phenol-Ligand H 3 L10 [89]
Die Einführung der Methoxygruppe direkt neben der Hydroxygruppe führt erstens zu einer
sterischen Hinderung, so dass zweikernige Komplexe des Typs C weniger zu erwarten sind.
Zweitens werden damit drei potentielle neue Koordinationsstellen eingeführt. Umsetzungen
von Lanthanoidnitraten mit H 3 L10 ohne Base führten, analog den Arbeiten von Costes et al.
[20] (Schema 33), zu Komplexen des Typs B. Bei Zugabe von drei Äquivalenten
Natriumhydroxid konnte keine Deprotonierung des Liganden beobachtet werden, sondern die
Bildung von Komplexen des neuen Typs D (Schema 35). Einkristallröntgenstrukturanalysen
letztgenannter Komplexe zeigten für Praseodym und Gadolinium, dass sie isostrukturell sind.
Das Metall ist leicht verzerrt oktaedrisch von den Phenolat-Sauerstoffatomen umgeben, und
eine Koordination der Methoxy-Gruppen liegt nicht vor (Abb. 24).
Schema 35
Ln  NO3 3  n H 2 O + H 3L10 
 Ln  H 3L10  NO3 3  S
-n H 2 O
3-4 NaOH
Ln  NO3 3  n H 2 O + H 3L10 
  Ln  H 3L10 2   NO3 3  S
-n H 2 O
6-8 NaOH
Gd  NO3 3  6 H 2 O + H 3L10 
 Gd  L10 
- 9H 2 O
 Typ B 
 Typ D 
 Typ A 
- 3NaNO3
S = H 2 O, CH 3 OH; Typ B: Ln = Pr, Nd; Typ D: Ln = Pr, Nd, Gd, Yb
Abb. 24: Molekülstruktur von [Gd(H 3 L10) 2 ]3+ [89]
31
In allen bisher aufgeführten Koordinationstypen A bis D ist das Metall gleichzeitig an alle
drei „Arme“ des Liganden gebunden. Die Arbeitsgruppe um Atwood erforschte mit
Elementen der 13. Gruppe andere Stöchiometrien in Verbindung mit H 3 Trensal [90]. Sie
realisierten zwei weitere Arten von Komplexen (Koordinationstyp E und F, Abb. 25) mit
tripodalen Schiff-Basen-Liganden, in denen das Metall (und Bor) entweder chelatartig über
das Sauerstoff- und Stickstoffatom (Typ E) oder nur über das Stickstoffatom der Imin-Gruppe
(Typ F) jeweils an nur einen „Arm“ gebunden ist.
N
N
O
M
N
M
R
R
N
R
O
M
R
R
N
N
R
OH
M
N
R
R
R
M
N
R
R
OH
M
R
O
Koordinationstyp E
OH
Koordinationstyp F
Abb. 25: Koordinationstypen E und F, gefunden von Atwood et al. [90]
Als Synthesewege für den E-Typ wurden hierfür 3 Äquivalente Metallalkoxid oder –alkyl mit
dem freien Ligand H 3 Trensal in Toluol umgesetzt (Schema 36). In allen Fällen konnte damit
ohne den Einsatz einer zusätzlichen Base der Ligand deprotoniert werden.
Schema 36
Toluol
3MR 3 + H3Trensal 
  MR 2 3  Trensal 
-3HR
M = B: R = OMe, OEt, OnPr; M = Al: R = Me, Et, iBu; M = Ga, In: R = Et
Mit dem Ziel, Trensal-Siloxid-Komplexe zu synthetisieren, setzten Atwood et al. die im
ersten Schritt erhaltenen Bor- und Aluminiumverbindungen mit Triphenylsilanol um.
Interessanterweise kam es bei diesen Synthesen zu einer Lewis-Säure-Base-Reaktion unter
Substitution der Alkoxid- (bei Bor) bzw. Alkylliganden (bei Aluminium) und Protonierung
des Trensal3–. Die resultierenden Komplexe hatten die Form [M(OSiPh 3 ) 3 ] 3 (H 3 Trensal) (M =
B, Al; Typ F). Für die Aluminiumverbindung war es möglich die Molekülstruktur zu
bestimmen (Abb. 26).
32
Abb. 26: Molekülstruktur von [Al(OSiPh 3 ) 3 ] 3 (H 3 Trensal) [90]
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf Umsetzungen eines tert-Butyl-substituierten Derivats
des H 3 Trensal. Es handelt sich dabei um das N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamin (H 3 Trendsal, Abb. 27).
OH
N
N
3
Abb. 27: N,N‘,N‘‘-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamin (H 3 Trendsal)
Durch den sehr hohen sterischen Anspruch von H 3 Trendsal sind Komplexe der
Koordinationstypen B bis D sehr unwahrscheinlich, da das Metallzentrum durch die großen
Substituenten in hohem Maße von einer Seite her abgeschirmt wird. In der Tat wurden bisher
auch nur Verbindungen des A-Typs beschrieben. Neben entsprechenden dreiwertigen
Komplexen vom Indium [83], Samarium [22], Neodym [22] und Gadolinium [23] sind aus
der Literatur zwei neuartige vierwertige Cer-Komplexe der Form Ce(Trendsal)Cl und
Ce(Trendsal)NO 3 bekannt [11]. Die Synthesen erstgenannter Metallkomplexe erfolgten alle
direkt mit dem freien Liganden:
Schema 37
THF, RF
InCl3 + H 3Trendsal 

 In  Trendsal 
-3HCl
Toluol,Glasampulle
Ln  N  SiMe3 2  + H 3Trendsal 
 Ln  Trendsal 
-3HN  SiMe3 
3
2
CH 3OH/CHCl3
NaOH, RF
-3NaNO3
-9 H 2 O
Gd  NO3 3  6 H 2 O + H 3Trendsal 
 Gd  Trendsal 
Ln = Sm, Nd
33
Die Ausbeuten bewegen sich im Bereich von 26% für Nd(Trendsal) bis 49% für
Gd(Trendsal). Besonders erwähnenswert ist dabei die Umsetzung des Gadoliniumnitrats mit
dem Liganden ohne Einsatz einer Base. Vergleichbare Syntheserouten [81, 85] zeigten alle
das Entstehen eines Koordinationstyps B. Die Molekülstrukturen zeigen in allen Fällen, dass
das Metall einfach überkappt, verzerrt oktaedrisch von den Donoratomen umgeben ist.
Weiterhin erzwingt dieser Ligand eine siebenfache Koordination am Metall und kapselt es
damit vollständig ein.
Die Chemie des vierwertigen Cers wird hauptsächlich dominiert von -Diketonaten [91],
Amiden [12, 13, 92] und O-Donor-Komplexen [16, 93]. Viele dieser Verbindungen,
insbesondere die Amide, verlaufen über sehr empfindliche Cer(III)-Zwischenstufen und es
bedarf einer anschließenden gezielten Oxidation mit dem Ziel definierter Endprodukte, wenn
möglich mit einer guten Abgangsgruppe für weitere Synthesen. Durch Einsatz des erwähnten
Trendsal3– als Ligand in einer Templat-gestützten Synthese war es erstmalig möglich, Cer in
der Oxidationsstufe +4 in solchen Systemen zu stabilisieren [11]. In einer bequemen EintopfSynthese (Schema 38), ausgehend von CeCl 3 beziehungsweise (NH 4 ) 2 [Ce(NO 3 ) 6 ], lassen
sich die entsprechenden Zielkomplexe in guten Ausbeuten isolieren.
Schema 38
t
CeCl3(H2O)6
t
Bu
OH
3
t
NH2
N
O
Bu
Methanol
[O2]
- 2 HCl
- 9.5 H2O
3
t
Bu
Bu
Ce Cl
O
N
N
3
t
(NH4)2[Ce(NO3)6]
t
Bu
OH
3
t
Bu
O
N
Methanol
NH2
3
- 2 NH4NO3
- 3 HNO3
- 3 H2O
t
Bu
Bu
O
Ce NO3
N
N
3
Die Synthesen wurden nicht unter Ausschluss von Sauerstoff und Feuchtigkeit durchgeführt
und insbesondere in dem Fall, dass CeCl 3 als Edukt eingesetzt wurde, kam es durch den
Luftsauerstoff zur gewünschten Oxidation zum Cer(IV). Bei CeTrendsalCl bleibt Cl als gute
Abgangsgruppe im Komplex zurück, und über Salzmetathese sind potentiell neue Cer(IV)Komplexe zugänglich.
Beide Produkte konnten durch Röntgenstrukturanalysen strukturell aufgeklärt werden
(CeTrendsalCl in Abb. 28). Es wird deutlich, dass die großen tert-Butyl-Gruppen eine
Koordination der Cl- und NO 3 -Liganden von „unten“ her verhindern. Die Bindung an das
34
Metall erfolgt durch Auseinanderdrücken zweier „Arme“ im Bereich der CH 2 CH 2 -Brücken.
In temperaturabhängigen NMR-Studien konnte nachgewiesen werden, dass dieser
Koordinationsmodus auch in Lösung vorliegt. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Ce-ClBindungslänge mit 2,793(1) Å signifikant länger ist als beispielsweise im Ce[N(SiMe 3 ) 2 ] 3 Cl
(2,597(2) Å) [13a], was das Chlorid zusätzlich zu einer sehr guten Abgangsgruppe macht.
Abb. 28: Molekülstruktur von CeTrendsalCl [11]
35
2.3.
Kationische Lanthanoidkomplexe
Seit einiger Zeit finden Lanthanoidkomplexe bei katalytischen Reaktionen verstärkte
Beachtung [94, 95, 96]. Konkret ist dabei die Polymerisation von Ethen bzw. -Olefinen zu
nennen. So konnten unter anderem Lanthanoidkomplexe der Zusammensetzung [Cp* 2 LnH] 2
mit Ln = La, Nd, Lu erfolgreich als Katalysatoren eingesetzt werden. Auch der sterisch sehr
anspruchsvolle SmCp* 3 -Komplex konnte in diesem Zusammenhang wirksam zum Einsatz
gebracht werden [97, 98]. Weiterhin zeigten sich Yttriumkomplexe bei der AlkinDimerisierung als gute Katalysatoren [99]. Die aktiven Spezies sind dabei die
Benzamidinatokomplexe [PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 2 YCH(SiMe 3 ) 2 und {[PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 2 Y(-H)} 2 ,
die nach Zugabe eines Äquivalentes HC≡CR (R = H, Me, n-Pr, SiMe 3 , Ph, CMe 3 ) in die
entsprechenden dimeren Komplexe {[PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 2 Y(-C≡CR)} 2 übergehen. Weitere
Umsetzung mit Alkinen führt zur Ausbildung der Alkin-Dimere und Rückbildung der
dimeren Komplexe.
In Erwartung noch größerer katalytischer Wirksamkeit (durch die höhere Elektrophilie), aber
auch als sehr geeignetes Startmaterial für sonst schwer zugängliche Komplexverbindungen
(z.B. LnCp* 3 : Ln = La, Ce [100]; Ln = Sm, Nd [101]; [Cp* 2 Ce] 2 (-2:2-N 2 ) [102]) wurden
in den letzten Jahren zahlreiche kationische Lanthanoidkomplexe synthetisiert, strukturell
aufgeklärt und erfolgreich als Katalysatoren für verschiedenste Anwendungsgebiete
eingesetzt (Ethen- und a-Olefin-Polymerisation [103], 1,3-Butadien-Polymerisation [104],
intramolekulare Hydroaminierung [105] oder Alkin-Dimerisierung [106]). Neben einfach
positiv geladenen Ln-Verbindungen wurden auch zweifach ([107] (Sm(II) und Yb(II)); [108]
(Y, Lu)) und sogar dreifach ([109] Ln = La, Sm, Pr, Yb) positiv geladene Spezies isoliert.
Aufgrund der großen Ionenradien gerade der frühen Lanthanoide sind viele kationische
Komplexe sehr instabil. In einigen Fällen kommt es zur Stabilisierung durch anwesende
Lösungsmittelmoleküle (z.B. THF, MeOH, MeCN) oder Hilfsliganden (z.B. Kronenether,
Aza-Cycloalkane). Dennoch sind durchaus auch basenfreie Komplexe bekannt [100, 101,
102, 110, 111]. In den meisten Fällen sind dreiwertige kationische Komplexe vorherrschend,
weniger häufig zweiwertige.
Lanthanoidkationen sind nach verschiedenen Syntheserouten zugänglich [112]. Dabei werden
Protonolyse (Amide, Alkyle), Ligandabstraktion (Halogenid, Alkyl) und Oxidation am
häufigsten verwendet [113]. Die wichtigsten Darstellungsmethoden, insbesondere in Bezug
auf die Synthese der Cer-Kationen, sind:
36
I.
Protonolyse: LnR 3 + [NR 3' H][A] 
 [LnR 2 ][A]
-HR,-NR '
3
R = Alkyl, Amid, Cp(*); R‘ = H, Me, Et, n-Bu, Ph und A = [BPh 4 ]– (gemischte
Zusammensetzungen bei R und R’ möglich!)
Durch eine starke Brönstedt-Säure wird ein Ligand R aus dem Komplex entfernt und durch
ein nicht koordinierendes Anion (z.B. [BPh 4 ]–) ersetzt. Beispielsweise berichteten Anwander
et al. 2008 von erfolgreichen Synthesen verschiedener Ln-N 2 O 2 -Schiff-Basen-Komplexen
(Ln = La, Sc, Y), in denen ein Silylamid-Ligand durch Protonolyse aus den entsprechenden
Verbindungen entfernt wurde [113]. Zum Einsatz kamen drei verschiedene Schiffbasen H 2 L
(Abb. 29):
N
N
OH
N
HO
N
OH
H2SalentButBu
HO
H2SalprentButBu
N
OH
N
HO
H2SalcyctButBu
Abb. 29: Von Anwander et. al verwendete Schiffbasen-Liganden
Die Umsetzungen erfolgten in allen Fällen mit [NH 4 ][BPh 4 ]:
Schema 39
LLnN  SiHMe 2 2  THF n +  NH 4  BPh 4  
  LLn  THF m   BPh 4 
- HN  SiHMe2 2
- NH 3
Ln = Sc (n=0, m=2); Y und La (n=1, m=3)
Im Falle des SalentButBu-Komplexes mit Lanthan konnte keine Verbindung isoliert werden.
Der Grund dafür liegt in dem bereits oben angesprochenen großen Ionenradius der frühen
Lanthanoide, so dass eine chelatisierende Bindung des Liganden in einigen Fällen nicht
möglich ist [113].
Die hohe Elektrophilie des Metallzentrums führt vereinzelt auch zu einer n-Koordination
eines oder mehrerer Phenylringe des [BPh 4 ]–. Schaverien wies 1992 erstmalig ein solches
Phänomen mittels NMR-Studien nach [111]. Im Zentrum des Interesses stand dabei der
Komplex
[LaCp*(CH(SiMe 3 ) 2 ][(n-Ph 2 )BPh 2 ].
Wenige
Jahre
später
konnte
für
37
[Cp* 2 Sm][BPh 4 ] dieses Phänomen durch Evans et. al auch strukturell bestätigt werden [101].
Der Zielkomplex wurde gemäß Schema 40 durch Protonolyse erhalten:
Schema 40
Toluol
Cp*2SmCH  SiMe3 2 +  NEt 3 H  BPh 4  
  Cp*2Sm   η2 -Ph 2  BPh 2 
-CH 2  SiMe3 2
- NEt 3
Abb. 30 verdeutlicht die jeweils zweifache Koordination zweier Phenylringe des Anions.
Abb. 30: Röntgenstruktur von [SmCp* 2 ][(2-Ph 2 )BPh 2 ] [101]
Der gleiche Koordinationsmodus wurde 2005 auch von Evans et al. für die entsprechenden
Lanthan-, Cer-, Praseodym- und Neodymkomplexe gefunden [100]. Die Verbindungen sind
teilweise auf anderen Wegen als der Protonolyse zugänglich. Im Fall des Cers war eine
Umsetzung in Benzol mit der bereits in Schema 40 verwendeten starken Brönstedt-Säure
möglich:
Schema 41
Benzol
  Cp*2 Ce   η2 -Ph 2  BPh 2 
Cp*2 Ce  C3 H5  +  NEt 3 H  BPh 4  
-C3 H 6
- NEt 3
Interessanterweise zeigte sich die sehr hohe Oxophilie des Cers in Verbindungen mit der
Ausbildung eines kationischen Zentrums sehr deutlich. Für die Umsetzung in Benzol und die
Kristallisation des Zielkomplexes aus Toluol mussten silylierte Reaktionsgefäße verwendet
werden, da sonst die Bildung des zweikernigen [Cp* 2 Ce] 2 (-O) „in hohen Ausbeuten“ nicht
zu verhindern war.
Bereits Anfang der 1990iger Jahre konnte von Teuben et al. erstmalig ein kationischer
Cer(III)-Komplex strukturell aufgeklärt werden [114]. Die beiden durchgeführten
Umsetzungen erfolgten im Gegensatz zum oben genannten Syntheseweg in koordinierenden
Lösungsmitteln (S) (THF, THT = Tetrahydrothiophen):
Schema 42
S
Cp*2 CeCH  SiMe3 2 +  NEt 3 H  BPh 4  
  Cp*2 Ce  S 2   BPh 4 
- CH 2  SiMe3 2
- NEt 3
38
In beiden Fällen kam es daher zur Absättigung der Koordinationsphäre durch Anlagerung
jeweils zweier Lösungsmittelmoleküle (S). Das hat zur Folge, dass es in beiden Komplexen
nicht zu einer Koordination eines oder mehrerer Phenylringe des Anions kommt. Für die
THT-haltige
Verbindung
konnte
dies
zweifelsfrei
mittels
Röntgenstrukturanalyse
nachgewiesen werden. In der Literatur wird dazu zwischen den „contact ion pairs“ (CIP), wie
in Schema 40 und Schema 41, und den „solvent-separated ion pairs“ (SSIP), wie in Schema
42, unterschieden [115]. Demnach können, bedingt durch die hohe Elektrophilie des
kationischen Metallzentrums, auch „nicht-koordinierende“ Anionen durchaus über die
Peripherie koordinieren. So ist die Wahl des Lösungsmittels bei der Synthese von „wirklich“
separierten Ionenpaaren von entscheidender Bedeutung [100, 111, 114]. In vielen Fällen zeigt
sich aber eine sehr komplexe Dynamik zwischen den CIP‘s und SSIP‘s [116, 117, 118].
Ein Beispiel für einen nicht-metallorganischen Kationenkomplex des Cers konnte durch
oucekkine und Mitarbeiter 2009 ebenfalls mittels Protonolyse synthetisiert werden [119].
Auch diese Umsetzung wurde in THF durchgeführt. Aufgrund der sterisch weniger
anspruchsvollen Liganden [BH 4 ]– koordinieren 5 THF-Moleküle im Zielkomplex:
Schema 43
THF
 Ce  BH 4 2  THF 5   BPh 4 
Ce  BH 4 3  THF 3 +  NEt 3 H  BPh 4  
- NEt 3 BH 3
-H 2
Durch den Einsatz von 18-Thiakrone-6 konnten alle koordinierten Lösungsmittelmoleküle in
der Koordinationssphäre des Cers substituiert werden und die Kristallisation aus THF/THT
lieferte röntgenfähige Einkristalle von [Ce(BH 4 ) 2 (18-Thiakrone-6)][BPh 4 ]·C 4 H 8 S [119].
II.
Salzmetathese:
LnR 2 X + MA 
 [LnR 2 ][A]
-MX
R = Alkyl, Cp(-Derivat); A = [BPh 4 ]–, [BF 4 ]– , [Co(CO) 4 ]–; [CpW(CO) 3 ]–; M =
Alkalimetalle, Ag; X = Halogenid (gemischte Zusammensetzungen bei R und R’
möglich!)
Die Triebkraft für die Salzmetathese liegt in der Bildung des unlöslichen Salzes MX, das aus
dem Reaktionsgemisch ausfällt. Qian und Dormond et al. berichteten über die erfolgreiche
Darstellung von kationischen ansa-Cp-Komplexen des Samariums und Ytterbiums, in denen
das [Co(CO) 4 ]– als Anion fungiert [120]:
Schema 44
THF
Cp '2 LnI + K Co  CO 4  
  LnCp '2  THF   Co  CO 4 
-KI
Cpˈ = C 5 H 4 (CH 2 ) 2 OMe; Ln = Sm, Yb
39
Durch die Verwendung des speziell substituierten Cyclopentadienylliganden wird das
Metallzentrum chelatisierend gebunden, und weiterhin kommt es zu einer zusätzlichen
sterischen
Absättigung.
Einkristall-Röntgenstrukturanalysen
der
Komplexe
belegten
zweifelsfrei die erfolgreiche Synthese.
Eine sehr vielversprechende Variante, das Metallzentrum gegen weitere Angriffe sterisch
abzuschirmen, ist der Einsatz von tripodalen Liganden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit,
dennoch geringe Koordinationszahlen zu realisieren, was ein wesentlicher Aspekt für die
weitere Reaktivität des Komplexes ist. Insbesondere sind entsprechende Verbindungen sogar
unter
nicht-feuchtigkeitsempfindlichen
Bedingungen
synthetisierbar,
selbst
ohne
Koordination von Lösungsmittelmolekülen. McCleverty und Ward et al. setzten in diesem
Zusammenhang den Liganden Tris[3-(2'-pyridyl)pyrazol-l-yl]hydroborat (= PyTp) ein (Abb.
31) [121].
H
N
N B N
N N N
N
N
N
Abb. 31: Tris[3-(2'-pyridyl)pyrazol-l-yl]hydroborat-Anion
Durch
Chloridabstraktion
mit
Natriumtetraphenylborat
konnte
ein
kationischer
Samariumkomplex erhalten werden:
Schema 45
Methanol/Wasser
Sm  PyTp 2   BPh 4 
Sm(PyTp) 2 Cl + NaBPh 4 
- NaCl
Wie bereits erwähnt, bestimmt die Wahl des Lösungsmittels sehr häufig die strukturellen
Koordinationsmodi in den Komplexen. Solche Effekte wurden durch Bruno et al. 1988 am
Beispiel eines Cer-Wolfram-Komplexes näher untersucht [116]. Obwohl die erste Synthese in
dem koordinierenden Lösungsmittel THF durchgeführt wurde, bildeten sich zwischen den
Cer- und Wolframzentren Carbonylbrücken aus, und das System organisierte sich in einer 12Ring-Anordnung (V in Schema 46). Eingehende Fluoreszenzmessungen zeigten, dass erst
beim Lösen von V in Acetonitril eine Ligandabstraktion durch das Lösungsmittel erfolgt und
das Ionenpaar tatsächlich getrennt vorliegt.
40
Schema 46
W
R
2 CeI3(THF)x
4 KCp'', 2 K[CpW(CO)3]
THF
- 6 KI
R
R
O
C
Ce
O
R
C
R
C C
O
O
Ce
O
O
C C
R
W
R
R
R = SiMe3; Cp" = 1,3-(SiMe3)2C5H3
V
MeCN
V 
 2 Cp"Ce  MeCN  x  CpW  CO 3 
Im weiteren Verlauf der Untersuchungen wurde I mit AgBF 4 umgesetzt (Schema 47).
19
F-
NMR-Studien des Produktes bestätigten eine 1-Koordination des Anions in Toluol. Auch bei
diesem Komplex konnte durch Verwendung von THF und Acetonitril eine Separierung der
Ionenteile erreicht werden [122].
Schema 47
Toluol
 2  Cp"2 Ce   μ-F  BF3 
V + 2 AgBF4 
- 2 Ag  CpW  CO 3 
III.
Oxidation:
Ox
LnR 2 
 [LnR 2 ][A]
R = ArO –, Cp*, I –; Ox = AgBPh 4 , Co 2 (CO) 8 ; A = [BPh 4 ]–, [Co(CO) 4 ] –
In der Literatur wurden Oxidationsreaktionen entsprechend III. nur für divalente Lanthanoide
beschrieben. Prinzipiell sind damit Samarium, Europium und Ytterbium potentielle
Kandidaten für diese Syntheseroute.
In diesem Zusammenhang konnte von Evans et al. 1990 erstmalig ein kationischer
Organosamariumkomplex strukturell aufklärt werden [123]. Dazu setzten sie das THFAddukt des Bis(pentamethylcyclopentadienyl)samarium(II)-Komplexes mit Silbertetraphenylborat um:
Schema 48
THF
Cp*2Sm  THF 2 + Ag  BPh 4  
  Cp*2Sm  THF 2   BPh 4 
-Ag
Im Gegensatz zu vielen kationischen Übergangsmetallkomplexen [124] verlieren die
entsprechenden Lanthanoidkomplexe beim Erwärmen und im Vakuum nicht das koordinierte
THF, auch nicht das in Schema 48 erwähnte Produkt. Der vergleichbare basenfreie Komplex
ist, wie bereits in Schema 40 dargestellt, unter anderem durch Protonolyse zugänglich.
41
Demzufolge muss also von Anfang an auf ein koordinierendes Lösungsmittel verzichtet
werden. Ausgehend vom Cp* 2 Sm und Umsetzung in Toluol ist so auch durch Oxidation mit
Ag[BPh 4 ] die erfolgreiche Synthese durch Evans et al. wenige Jahre später beschrieben
worden [101].
Als Oxidationsmittel kann aber auch Co 2 (CO) 8 eingesetzt werden. Auf diesem Wege konnte
bereits 1985 ein dreiwertiger Samariumkomplex synthetisiert werden, der keine organischen
Liganden trägt [125]. Vorteil dieser Variante ist, dass es so gut wie keine Nebenprodukte gibt:
Schema 49
THF
 2 SmI 2  THF 5  Co  CO 4 
2 SmI 2 + Co 2  CO 8 
Die in Schema 44 erwähnten Produkte sind ebenfalls auf diesem Wege zugänglich [120].
Interessanterweise sind in der Literatur bereits einige Beispiele zu finden, in denen
dreiwertige Cerkomplexe auch durch Einwirkung starker Oxidationsmittel (O 2 , Ag[BPh 4 ],
Ag[BF 4 ]), nicht in entsprechende vierwertige Spezies überführt werden konnten [100, 122].
Schema 50
Benzol
Cp*3Ce + AgBPh 4 
  Cp*2Ce   BPh 4  + 0,5 Cp*2
-Ag
Auch in der in Schema 50 dargestellten Synthese wird nicht das dreiwertige Cer oxidiert,
sondern vielmehr der Ligand. Gründe dafür sind sicherlich, neben den unterschiedlichen
Oxidationspotentialen der potentiellen Reduktionsmittel, in der sterisch sehr anspruchsvollen
Konstitution zu suchen. Das bedingt eine sehr gute Abschirmung des Cers, so dass der
Komplex die hohe sterische Überfrachtung sehr gut durch eine Ligandeneliminierung
vermindern kann.
2.3.1 Anwendungen von kationischen Cerkomplexen
Die Synthese von Cp* 3 Ce stellt aufgrund der erwähnten hohen sterischen Beanspruchung
durch die Liganden eine besondere Herausforderung dar. Auf bekannten Wegen war diese
Verbindung lange Zeit nicht zugänglich. Die Arbeitsgruppe um Evans veröffentlichte 2005
erstmals eine Möglichkeit, von einem kationischen Cerkomplex ausgehend, dieses Ziel zu
erreichen [100]:
Schema 51
Benzol
Cp*2 Ce   μ-Ph 2  BPh 2  + KCp* 
Cp*3Ce
-KBPh 4
42
Neben der hohen Triebkraft durch das kationische Metallzentrum wurde in diesem Fall auch
die Bildung des schwer löslichen Kaliumsalzes ausgenutzt und das System damit „doppelt“
gezwungen, den gewünschten Zielkomplex auszubilden.
Seit vielen Jahrzehnten stehen die Aktivierung und damit auch die potentielle Nutzbarkeit von
Distickstoff im zentralen Interesse der Chemiker. Besonderes Augenmerk gilt dabei
Metallkomplexen, die es vermögen, das kleine Molekül im ersten Schritt einbauen zu können.
Die ersten beiden Distickstoffkomplexe des Cers konnten 2006 synthetisiert und strukturell
aufgeklärt werden [102]. Das Pentamethylcyclopentadienyl-Derivat dieser Verbindung war
ausschließlich über ein kationisches Edukt darstellbar:
Schema 52
N 2 ,THF
*
Cp*2Ce  THF    μ-η2 :η2 -N 2 
-KBPh 4
 Cp 2 Ce   μ-Ph 2  BPh 2  + KC8 
Zum Einsatz von kationischen Cerkomplexen als Polymerisationskatalysatoren finden sich in
der Literatur im Vergleich zu den anderen Lanthanoiden nur wenige Anhaltspunkte. Kaita et
al. berichteten 2006 von einer schwachen katalytischen Aktivität für die Polymerisation von
Butadien [126]. Das verwendete [Cp* 2 Ce][{-(C 6 F 5 )}B(C 6 F 5 ) 3 ] wurde dabei in situ
hergestellt und nicht weiter charakterisiert. Ein vielversprechenderes Einsatzgebiet konnte
durch die Arbeitsgruppe um Molander im Jahr 2000 aufgezeigt werden [110]. Für eine
Hetero-Diels-Alder-Reaktion kam wiederum der in Schema 51 und Schema 52 eingesetzte
Komplex zum Einsatz:
Schema 53
OMe
PhCHO
TMSO
O
1. Katalysator, Toluol
2. CF3COOH, CH2Cl2
O
Ph
Der Katalysator wurde in einer Konzentration von 1 mol% eingesetzt und die Reaktion bei
Raumtemperatur durchgeführt. Das Produkt konnte in einer Ausbeute von 93% isoliert
werden.
43
3.
Ergebnisse und Diskussion
3.1.
Cer(III)-Amidinato- und Vergleichskomplexe
Alle Lanthanoidkomplexe, die in diesem Kapitel vorgestellt werden, wurden auf dem Weg
der Salzmetathese synthetisiert. Die dazu benötigten Alkalimetallamidinate waren nach
entsprechenden Literaturangaben zugänglich. Im Falle der Lanthanoidvertreter der
Pivalamidinate kamen die Lithiumvorstufen in situ zum Einsatz. Das bisher einzige in der
Literatur beschriebene Beispiel eines Alkalimetallpropiolamidinates (Lithiumspezies [62])
wurde durch das Kaliumderivat ergänzt und entsprechend weiter umgesetzt. Alle vorgestellten
Cer(III)-Amidinatokomplexe stellen Edukte für weitere Oxidationsversuche dar, deren
Ergebnisse im nächsten Kapitel behandelt werden.
3.1.1. (Anisonitril)tris[N,N’-bis(trimethylsilyl)-4-methoxybenzamidinato]cer(III) 1
Das zur Synthese benötigte Lithiumamidinat (Schema 54) wurde gemäß Literaturvorschrift
synthetisiert [31]. Erste Versuche zur Darstellung von 1, in denen das Lithiumbenzamidinat
mit wasserfreiem Certrichlorid im Verhältnis 3:1 in siedendem THF zur Reaktion gebracht
wurde, lieferten erstens relativ niedrige Ausbeuten von ungefähr 35%, und zweitens zeigten
NMR-Untersuchungen, dass zusätzlich ein Anisonitril neben den drei Amidinatliganden an
das Metallzentrum koordiniert war. Das Nitril stammt dabei aus Zersetzungsreaktionen des
Liganden während der Synthese. Damit lassen sich auch die geringen Ausbeuten erklären.
Überdies zeigten Reaktionen bei niedrigeren Temperaturen vergleichbare Ausbeuten. Aus
diesem Grund wurde zusätzlich Anisonitril zum Reaktionsgemisch zugesetzt, wodurch es
möglich war, die Ausbeute auf 70% zu steigern:
Schema 54
OMe
MeO
SiMe3
N
CeCl3 + 3 Li
MeO
N
SiMe3
THF
+ MeOC6H4CN
- 3 LiCl
SiMe3
C
N
N SiMe3
N
Me3Si N
Ce
N
Me3Si N
SiMe3
N
SiMe3
MeO
1
OMe
44
Durch Umkristallisation aus Pentan wurde die Verbindung 1 in Form von gelben,
quaderförmigen Kristallen erhalten, die sich für eine Röntgenstrukturanalyse eignen. Der
Komplex 1 ist gut löslich in üblichen Lösungsmitteln wie THF, Toluol und Pentan, so dass
Pentan gut zur quantitativen Abtrennung des entstehenden Lithiumchlorids verwendet werden
kann. Erwartungsgemäß ist das leuchtend gelbe Produkt extrem luftempfindlich [17, 127]. In
Lösung zersetzt es sich bereits nach Bruchteilen von Sekunden bei Luftkontakt unter
Braunfärbung. Der Schmelzpunkt liegt bei 190°C und damit deutlich über dem von
[PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce mit 108 °C [17].
Trotz des Paramagnetismus des Cer(III)-Ions konnten auswertbare NMR-Spektren erhalten
werden. Die aromatischen Protonen der Amidinatliganden erscheinen als verbreiterte
Singuletts bei 13.10 und 9.07 ppm und können eindeutig von denen des Nitrils bei 5.29 und
4.81 ppm unterschieden werden. Letztere zeigen eine Dublettaufspaltung mit einer
Kopplungskonstanten von 8.0 Hz, die im erwarteten Bereich für vicinale Kopplungen
aromatischer Protonen liegen [128a]. Insbesondere sind die Verschiebungen der
Amidinatprotonen des Aromaten vergleichbar mit denen im [PhC(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce [17].
Interessanterweise zeigen die Protonen der Trimethylsilylgruppen nur ein breites Singulett bei
-2.04 ppm, was auf eine hohe Dynamik dieser Gruppen bei Raumtemperatur im Molekül
hinweist. Untermauert wird diese Aussage durch die Tatsache, dass im
29
Si-NMR-Spektrum
auch nur ein Signal bei -3.95 ppm zu sehen ist. Eine weitere Tendenz zeigt sich bei allen
vergleichbaren Protonensignalen der Amidinatliganden und des Nitrilliganden. Die Signale
der Amidinatprotonen besitzen in jedem Fall eine stärkere Tieffeldverschiebung. Auch im
13
C-NMR-Spektrum konnten alle Kohlenstoffsignale mithilfe zweidimensionaler Spektren
eindeutig den unterschiedlichen Ligandtypen zugeordnet werden. Überdies zeigt sich in guter
Übereinstimmung mit den bisherigen Ausführungen nur ein Signal für die Kohlenstoffatome
der Trimethylsilylgruppen. Markant tieffeldverschoben ist das Signal des Kohlenstoffatoms
der NCN-Einheit bei 199.1 ppm zu finden.
Im IR-Spektrum sind die symmetrischen und asymmetrischen C-H-Streckschwingungen der
Methylgruppen bei 2952 und 2897 cm-1 sichtbar [129a]. Darüberhinaus ist als sehr starke
Bande bei 2239 cm-1 die C≡N-Schwingung identifizierbar [129b]. Die für Amidinate
charakteristischen Banden der NCN-Einheit erscheinen bei 1651 und 1390 cm-1 [28]. Neben
zahlreichen weiteren C-H-Schwingungen am Aromaten liegen die typischen Si-CStreckschwingungen bei kleineren Wellenzahlen um 642 und 707 cm-1 [28].
Die relativ schwache Bindung des Nitrils zum Metall zeigt sich durch das Ausbleiben eines
Molpeaks im MS-Spektrum und das Vorliegen eines Fragments mit erwartetem
45
Isotopenmuster für [MeOC6H4C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce+. Weiterhin zeigen sich typische Fragmente,
die durch sukzessive Abspaltung der Amidinatliganden entstehen, schließlich ist auch das
freie Anisonitril nachweisbar.
Abb. 32: Molekülstruktur von [p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce(NCC 6 H 4 OMe-p) 1
Die Molekülstruktur von 1 (Abb. 32) beweist das monomere Vorliegen des Zielkomplexes, in
dem das Metallzentrum stark verzerrt von sieben Stickstoffatomen umgeben ist. Vorarbeiten
von Edelmann et al. zeigten, dass der sterische Anspruch des eng verwandten Liganden
[(Me 3 SiN) 2 CPh]– zwischen dem von Cp und Cp* liegt und damit auch nur noch sterisch
weniger anspruchsvolle Liganden in der Lage sind, zusätzlich in homoleptischen
Tris(amidinat)komplexen an das Metallzentrum zu koordinieren [28]. Dieses Resultat wird
durch die Einkristallstrukturanalyse von 1 bestätigt. Die CeNCN-Einheiten sind nahezu
planar, und die mittleren Ce-N-Bindungslängen von 2.538 Å sind geringfügig länger als die
entsprechenden Bindungen in Cer(III)-Amidinatokomplexen ohne koordiniertes Nitril [130,
131], was auf einen stärkeren sterischen Anspruch im Komplex schließen lässt. Unterstützt
wird diese Tatsache durch die relativ großen Differenzen der Bindungslängen innerhalb der
CeNCN-Einheiten von 0.07 bis 0.09 Å. Der Wert von 2.714(2) Å für Ce-N Nitril zeigt deutlich
die koordinative Bindung zum Anisonitril, was in guter Übereinstimmung zu den
massenspektroskopischen Beobachtungen steht. Die ermittelten NCeN-Winkel im Bereich
von 53.56(7) bis 53.77(7)° liegen im für Lanthanoidamidinatkomplexe üblichen Bereich [33].
Die NCN-Ebenen sind jeweils um 71.9, 73.7 und 74.7° gegen den Phenylring des gleichen
Liganden gedreht.
46
3.1.2. Tris[N,N’-bis(isopropyl)benzamidinato]cer(III) 2
Wie erwähnt, wurde 2 auch über Salzmetathese synthetisiert. Das benötigte Lithiumedukt
(Schema 55) ist nach Literaturvorschrift einfach und in großen Ausbeuten zugänglich [28].
Nachfolgendes Schema 55 zeigt die Darstellung von 2 und 4:
Schema 55
R
N
CeCl3 + 3 M
R
N
N
N
THF
- 3 MCl
Ce
R
N
N
R
N
N
2: M = Li, R = Ph
4: M = K, R = C CPh
Der homoleptische Komplex 2 ist sehr gut löslich in den üblichen Lösungsmitteln wie THF,
Toluol und Pentan. Die Aufarbeitung erfolgte durch Abtrennung von LiCl in Pentan und
lieferte das Cer(III)-Amidinat in einer Ausbeute von 67%. Das Produkt kristallisierte bereits
beim Entfernen des Lösungsmittels aus. Die Reinigung war damit sehr einfach, und
röntgenfähige Einkristalle wurden durch Abkühlen einer gesättigten Pentanlösung auf
Raumtemperatur erhalten. Wie bei 1 und anderen bekannten Cerkomplexen [17, 127] ist auch
dieses Amidinat sehr oxidationsempfindlich und zersetzt sich in Lösung bei Luftkontakt sehr
schnell zuerst unter Blaufärbung und anschließend unter Braunfärbung. Trotz der geringeren
Molmasse liegt der Schmelzpunkt mit 213 °C noch über dem von 1.
Auch für diese Verbindung war es möglich, auswertbare NMR-Spektren zu erhalten.
Entgegen der Resultate für 1, sind für 2 Protonenarten am Phenylring Kopplungen zu
verzeichnen. Zum ersten erscheint das Dublett der ortho-Protonen bei 12.9 ppm mit einer
Kopplungskonstanten von 4.7 Hz, und zweitens lässt sich das Triplett bei 8.7 ppm, mit einer
Kopplungskonstaneten von 7.4 Hz, den para-Protonen zuordnen. Sie liegen damit wieder im
erwarteten Bereich für aromatische Protonen [128a]. Für die Protonen am tertiären
Kohlenstoff der Isopropylgruppe wurde keine Aufspaltung gefunden. Auch für 2 zeigen sich
die 36 Protonen der Methylgruppen als ein einziges breites Signal bei -3.29 ppm. Im
13
C-
NMR-Spektrum lässt sich das Signal bei 22.6 ppm den Kohlenstoffatomen der
Methylgruppen zuordnen. Etwas schwächer tieffeldverschoben als bei 1 zeigt sich das Signal
des Kohlenstoffatoms der NCN-Einheit bei 186.9 ppm.
47
Neben den typischen symmetrischen und asymmetrischen C-H-Streckschwingungen bei 2957
und 2888 cm-1 der Methylgruppen [129a] und den C-H- beziehungsweise C-CRingschwingungen bei 1600, 1578, 1166 und 700 cm-1 [129c], lassen sich im IR-Spektrum
wieder leicht die NCN-Schwingungen bei 1636 und 1374 cm-1 identifizieren [28].
Das Massenspektrum weist den Molekülpeak mit 40% Intensität und erwartetem
Isotopenmuster auf. Fragmentpeaks bei m/z 546.3 und m/z 203.2 lassen sich den Bruchstücken
zuordnen, die unter Ligandabspaltung entstehen. Zudem ist das Zersetzungsprodukt „HNCPh“
des Liganden mit hoher Intensität im Spektrum sichtbar und bestätigt bereits frühere
Beobachtungen [28].
Abb. 33: Molekülstruktur von [PhC(NiPr) 2 ] 3 Ce 2
Die Molekülstruktur von 2 stellt den ersten strukturell gesicherten homoleptischen
Lanthanoidtris(amidinato)komplex dieses Liganden dar und bestätigt das monomere
Vorliegen des Komplexes. Das Metallzentrum ist in Form eines stark verzerrten Oktaeders
von den Stickstoffatomen der Amidinatliganden umgeben. Überdies ist das Molekül
symmetrisch. Entlang der Atome C18-C15-C14-Ce verläuft eine C2-Symmetrie-Achse. Wie
bei 1 sind die CeNCN-Einheiten nahezu planar. Das Fehlen eines zusätzlich koordinierten
Anisonitrilliganden und der geringere sterische Anspruch der Amidinatliganden führen zu
einem im Vergleich zu 1 kürzeren mittleren Ce-N-Abstand von 2.487 Å. Die NCeN-Winkel
im Bereich von 53.95(5) bis 54.11(7)° stehen in guter Übereinstimmung mit den
Literaturdaten für Lanthanoid-Amidinatokomplexe [28, 33, 131]. Die Diederwinkel zwischen
den NCN-Ebenen und den Phenylringen betragen jeweils 73.3 und 87.9°.
48
3.1.3. Kalium-N,N’-bis(isopropyl)propiolamidinat
3
und
Tris[N,N’-bis(isopropyl)-
propiolamidinato]cer(III) 4
Wie bereits erwähnt, wurde von Brown et al. [62] das Lithium-N,N’-bis(isopropyl)propiolamidinat als einziger Alkalimetallvertreter dieses Liganden nach der Carbodiimidroute
synthetisiert und strukturell aufgeklärt. Auf gleichem Wege war durch Umsetzung von
Kaliumphenylacetylid
und
N,N’-Di(isopropyl)carbodiimid
die
entsprechende
Kaliumverbindung in moderaten Ausbeuten zugänglich. Das Startmaterial KC≡CPh wurde
nach einem modifizierten, literaturbekannten Syntheseweg erhalten [132]. Die Reaktion eines
leichten Überschusses an Phenylacetylen mit Kaliumhydrid in THF, lieferte das Acetylid in
nahezu quantitativer Ausbeute. Die Darstellung des Kaliumamidinats wurde hingegen in
DME durchgeführt, da sich nach Filtration das Produkt als dimeres DME-Addukt direkt aus
der Reaktionslösung in Form kräftig gelber, quaderförmiger Kristalle isolieren ließ (Schema
56).
Schema 56
O
O
K
2
K
2
N C N
DME
N
N
N
N
K
O
O
[3(DME)]2
Eine Strukturverfeinerung des Zielkomplexes war nicht möglich, aber dennoch ließ sich das
in Schema 56 dargestellte Motiv mittels Röntgenstrukturanalyse eindeutig belegen. Neben
dem dimeren Aufbau ist ersichtlich, dass die beiden Kaliumatome symmetrisch durch die
beiden Amidinatliganden verbrückt sind. Durch die chelatisierende Bindung von jeweils
einem DME-Molekül pro Alkalimetallatom erreichen diese jeweils eine sechsfache
Koordination. Weitere Kristallisationsversuche aus Toluol, Pentan, Cyclopentan, Diethylether
und THF schlugen fehl. Weiterhin führten die Lösungsmittelgemische DME/Toluol und
DME/Pentan nicht zu Einkristallen von ausreichender Qualität.
Das Produkt ist in allen oben genannten Lösungsmitteln mit Ausnahme von Pentan gut bis
sehr gut löslich. Die Lösungen sind gelb, und bei Luftkontakt ist bereits nach wenigen
Sekunden eine Zersetzung unter Wechsel der Farbe nach weinrot zu beobachten. Das oben
beschriebene [3(DME)] 2 verliert bei intensiver Trocknung im Ölpumpenvakuum unter
gelindem Erwärmen alle Lösungsmittelmoleküle. Überdies geht die kristalline Struktur
49
verloren, und man erhält ein blass-grünes Pulver, welches immer noch sehr luft- und
feuchtigkeitsempfindlich ist. Der Zersetzungspunkt von 3 liegt bei 175 °C.
Die NMR-Untersuchungen bestätigen den kompletten Verlust des Lösungsmittels und das
Vorliegen von 3. Die Signale der Protonen der Methylgruppen weisen eine leicht
unterschiedliche
chemische
Kohlenstoffatome
nur
ein
Verschiebung
Signal
im
13
auf,
wohingegen
C-NMR-Spektrum
die
liefern.
zugehörigen
Die
typische
Septettaufspaltung der CH-Protonen zeigt sich mit erwarteter Kopplungskonstanten von 6.2
Hz
[128a].
Über
zweidimensionale
HMBC-NMR-Spektren
war
insbesondere
die
unterschiedliche Stellung der beiden Kohlenstoffatome der Dreifachbindung eindeutig
unterscheidbar, wobei das Signal für das Atom in Richtung der Amidinateinheit stärker
hochfeldverschoben erscheint. Im Vergleich zu den Cer(III)-Amidinatokomplexen 1, 2 und 4
ist das Signal des NCN-Kohlenstoffatoms bei 153.6 ppm deutlich hochfeldverschoben.
Neben den symmetrischen und asymmetrischen Streckschwingungen der Methylgruppen bei
2965 und 2857 cm-1 im IR-Spektrum kann wieder die NCN-Schwingung bei 1596 cm-1
beobachtet werden [28]. Überdies zeigt sich bei 2197 cm-1 die typische Bande der C≡CSchwingung [129d].
Erwartungsgemäß ist im Massenspektrum einer solchen ionischen Verbindung wie 3 kein
Molpeak zu finden. Das Signal mit dem höchsten Masse/Ladungsverhältnis ist m/z 227.1, was
dem [PhC≡C(NiPr) 2 ]+-Fragment entspricht. Der Basispeak bei m/z 128.0 kann dem
„NCC≡CPh“-Bruchstück zugeordnet werden.
Die Synthese des homoleptischen Tris(amidinato)komplexes 4 wurde gemäß Schema 55 in
THF durchgeführt. Zum Einsatz kam das lösungsmittelfreie 3 und wasserfreies CeCl 3 . Die
Reaktionsbedingungen wurden analog der Synthese von 1 und 2 gewählt. Die anfänglich
gelbe Farbe des Reaktionsgemisches, bedingt durch das gelöste Kaliumamidinat, veränderte
sich bereits nach kurzer Zeit zu goldgelb. Das entstandene Kaliumchlorid konnte durch
Pentanextraktion abgetrennt werden, und der gewünschte Cer(III)-Komplex 4 kristallisierte
direkt aus den vereinigten Extrakten in Form goldgelber, quaderförmiger Kristalle in guter
Ausbeute. Die Kristalle eigneten sich für eine Einkristallröntgenstrukturanalyse. Im Vergleich
zu den bisher beschriebenen Verbindungen 1 und 2 scheint das Produkt 3 noch
luftempfindlicher zu sein und zersetzt sich in Lösung und in festem Zustand anfänglich unter
Farbänderung nach blau bis hin zu gelb-braun. Es ist gut löslich in den üblichen
Lösungsmitteln wie THF, Toluol und Pentan. Pentan kann im Ölpumpenvakuum nicht
vollständig entfernt werden, so dass bei solchen Versuchen lediglich eine klebrige Masse
50
zurück blieb. Entgegen den Beobachtungen bei den Cer(III)-Amidinatokomplexen 1 und 2
zersetzt sich 4 bereits bei 85 °C.
Wie für die bisher beschriebenen Cer(III)-Amidinatokomplexe waren auch für 4 auswertbare
NMR-Daten erhältlich. Aufgrund des Paramagnetismus erschienen alle Signale im 1HSpektrum ziemlich breit, und Aufspaltungen waren in keinem Fall zu beobachten. Die
Methylgruppen des N-Substituenten erscheinen als ein Signal bei -2.74 ppm. Gut
übereinstimmend zeigen sich die Signale der zugehörigen Kohlenstoffatome als ein Signal im
13
C-NMR-Spektrum bei 23.3 ppm. Wie auch in der Kaliumverbindung 3 sind alle weiteren
Signale
eindeutig
den
jeweiligen
Kohlenstoffatomen
zuzuordnen.
Charakteristisch
tieffeldverschoben erscheint das Signal bei 171.3 ppm für das Kohlenstoffatom der
Amidinateinheit.
Im IR-Spektrum zeigt sich neben den C-H-Streckschwingungen (2966 und 2866 cm-1) wieder
die typische Bande mit mittlerer Intensität bei 2207 cm-1 für die C≡C-Streckschwingung
[129d]. Die starken Banden bei 1390 und 1598 cm-1 lassen sich der NCN-Einheit zuordnen
[28].
Der weniger ionische Charakter im Vergleich zur Kaliumverbindung und die damit
verbundene bessere Flüchtigkeit der Verbindung 4 lässt sich am Vorhandensein des Molpeaks
im Massenspektrum bei m/z 820.6 mit 20% Intensität erkennen. Interessanterweise folgen
zwei Peaks, die den Fragmenten entsprechen, in denen lediglich eine Methylgruppe
beziehungsweise eine Isopropylgruppe abgespalten wird. Der Basispeak bei m/z 593.8
entspricht dem [M – PhC≡CC(NiPr) 2 ]+-Fragment.
Abb. 34: Molekülstruktur von [PhC≡CC(NiPr) 2 ] 3 Ce 4
51
Die in Abb. 34 dargestellte Molekülstruktur ist der strukturelle Beweis für den ersten
homoleptischen, lösungsmittelfreien Lanthanoid(III)-tris(propiolamidinato)-Komplex. Das
Produkt kristallisiert in der seltenen hexagonalen Raumgruppe P3c1 mit zwei unabhängigen
Molekülen in der symmetrischen Einheit. Daher ist jedes der beiden Moleküle hoch
symmetrisch, und die C3-Achse verläuft durch jeweils das Ce(1)- beziehungsweise das Ce(2)Atom. Aus diesem Grund sind in Abb. 34 auch nur die Nummerierungen eines
Amidinatliganden angegeben. Das Metallzentrum ist wie in 2 stark verzerrt oktaedrisch von
den Stickstoffatomen der Amidinatliganden umgeben. In Analogie zu 1 und 2 sind die
CeNCN-Einheiten nahezu planar. Die Darstellung der Molekülstruktur lässt erkennen, dass
die Verlängerung der nahezu linearen Bindungsachse C1-C8-C9-C10 nicht in der CeNCNEbene liegt und daher die Peripherie des Liganden leicht abwinkelt ist. Die Daten zeigen eine
Abweichung von 24.7° beziehungsweise 46.0° aus dieser Ebene (erstes und zweites
unabhängiges Molekül). In guter Übereinstimmung mit den Werten von 2 liegen die Ce-NBindungslängen im Bereich von 2.487(5) bis 2.502(5) Å. Die Veränderung der Peripherie des
Amidinatliganden hat demnach in diesem Fall keinen Einfluss auf die Ce-N-Abstände. Die
Werte für die NCeN-Winkel (54.16(15)° und 54.31(17)°) bestätigen den für Lanthanoid(III)Amidinatokomplexe typisch kleinen NLnN-Winkel [33]. Die Diederwinkel zwischen der
NCN- und Phenylringebene betragen jeweils 55.9 und 60.6°.
3.1.4. Tris[N,N’-bis(isopropyl)pivalamidinato]cer(III)
5,
-europium(III)
6
und
-terbium(III) 7
Die
sehr
einfache
Zugänglichkeit
von
Komplexen
der
Form
Tris[N,N’-
bis(isopropyl)pivalamidinato]lanthanoid(III) war Motivation, neben einer entsprechenden
Cerverbindung zu Vergleichszwecken auch die Europium- und Terbiumkomplexe zu
synthetisieren. In der Tat war es in allen drei Fällen möglich, die Komplexe als solvatfreie
Spezies in moderaten bis hohen (36 bis 75%) Ausbeuten zu isolieren. Die Lithiumvorstufe
wurde in situ mit der geforderten stöchiometrischen Menge an Lanthanoidtrichlorid umgesetzt
[58] (Schema 57).
52
Schema 57
N
N
3 BuLi
t
3 PrN=C=N Pr
i
i
LnCl3
THF
Ln
- 3 LiCl
N
N
N
N
Ln = Ce (5), Eu (6), Tb (7)
Die erhaltenen Verbindungen sind ausnahmslos gut bis sehr gut in den üblichen
Lösungsmitteln wie THF, Toluol, Diethylether, Cyclopentan und Pentan löslich. In Pentan
zeigen alle drei Komplexe eine starke Tendenz zur Übersättigung, dennoch eignet es sich zur
Aufarbeitung nach der Synthese. Die Isolierung der Produkte geschieht durch Kristallisation
aus gesättigten Pentanlösungen bei tiefen Temperaturen. Von den Europium- und
Terbiumkomplexen (6 und 7) waren auf diese Weise röntgenfähige Einkristalle erhältlich. Im
Fall des Cer(III)-Komplexes führte dies, neben zahlreichen anderen Versuchen mit
verschiedenen Lösungsmitteln, nicht zum Erfolg. Erst nach einer Zeitspanne von über vier
Monaten wuchsen aus einer hoch gesättigten Pentanlösung bei Raumtemperatur Kristalle
gewünschter Qualität. An den nach oben beschriebener Prozedur erhaltenen Kristallen der
Terbiumverbindung 7 haftete noch reichlich Pentan an, so dass für weitere Analysen der
Komplex aus Cyclopentan umkristallisiert wurde. Das ist auch der Grund für die relativ
niedrige Ausbeute von 36%. In Übereinstimmung bisheriger Berichte zur Empfindlichkeit
gegenüber Feuchtigkeit von Tris(amidinato)lanthanoid-Komplexen [17, 28, 133] und
Tris[bis(trimethylsilyl)amido]lanthanoid-Komplexen
[127]
ähneln
die
dargestellten
Verbindungen 5-7 diesen Beschreibungen. Während 6 und 7 nur mäßig luftempfindlich sind,
ist das Cer-Derivat 5 extrem empfindlich gegenüber Luftsauerstoff. Sowohl die
Reaktionslösungen als auch die isolierten reinen Verbindungen zeigen die für die Elemente
typischen Komplexfarben (Ce(III): gelb, Eu(III): rot, Tb(III): blass-grün). Interessanterweise
liegt der Schmelzpunkt der Terbiumverbindung (> 280 °C) weit über denen, die für 5 (113
°C) und 6 (122 °C) beobachtet wurden.
Für 5 und 6 waren auswertbare NMR-Daten zugänglich. Der stärkere paramagnetische
Charakter des Europiumkomplexes zeigt sich unter anderem in der Tatsache, dass im 1HNMR-Spektrum sich die Signale über einen Bereich von 65 ppm erstrecken (Cerkomplex: 35
ppm). Einen Hinweis auf den höheren Raumbedarf der tert-Butylgruppe und eine damit
größere sterische Beeinflussung von Nachbargruppen im Molekül des Amidinatliganden
53
lieferte die Beobachtung, dass bei 5 entgegen der Ergebnisse für 1, 2 und 4 die Signale für die
Methylgruppen der Isopropyleinheit zwei unterschiedliche Signale (6.67 und -15.21 ppm)
liefern. Analog werden für den Europiumkomplex zwei Signale bei 29.83 und -2.15 ppm
gefunden. Den Signalen bei 65.0 und 32.4 ppm im
13
C-NMR-Spektrum können die
dazugehörigen Kohlenstoffatome zugeordnet werden. In den Komplexen 2, 4 und 6 erscheint
das Signal für die (CH 3 ) 2 CH–Protonen relativ weit tieffeldverschoben im Bereich von 11.6
bis 12.7 ppm, wohingegen es bei 6 sehr weit hochfeldverschoben bei -35.3 ppm erscheint,
begründet durch den im Vergleich zum Cer(III) stärker ausgeprägten Charakter des
Europium(III)-Ions als (internes) Shift-Reagenz wirken zu können. Das Signal bei dem sehr
hohen Wert von 335.1 ppm für das charakteristische Kohlenstoffatom der Amidinateinheit für
6 bestätigt diese Eigenschaft des Metallzentrums. Der entsprechende Wert für 5 (195.4 ppm)
liegt durchaus in vergleichbarem Rahmen für bisher beschriebene Cer(III)-Komplexe.
Kopplungen der Protonen der Isoproylgruppen wurden nicht gefunden.
Erwartungsgemäß zeigen die infrarotspektroskopischen Untersuchungen ein sehr ähnliches
Bild. Die Banden der symmetrischen und asymmetrischen C-H-Streckschwingungen für 5 bis
7 erscheinen im Bereich von 2965 und 2868 cm-1, und überdies sind eindeutig die der
zugehörigen C-H-Deformationsschwingungen bei 1455-1456 und 1374-1375 cm-1 sichtbar
[129a]. Die Werte bei 1655 und 1489-1496 cm-1 lassen sich den NCN-Schwingungen
zuordnen [28].
Die Massenspektren bestätigen die bisherigen Beobachtungen bei 1, 2 und 4, dass die
Komplexe
häufig
einen
oder
mehrere
Amidinatliganden
abspalten
und
typische
Fragmentpeaks mit gefordertem Isotopenmuster im Spektrum aufweisen. In guter
Übereinstimmung lassen sich die Basispeaks von 6 und 7 solchen Fragmenten zuordnen. Im
Fall der Cerverbindung 5 entspricht das Signal maximaler Intensität dem freien Liganden
unter Abspaltung einer Methylgruppe. Lediglich für den Terbiumkomplex 7 wurde ein
Molpeak mit schwacher Intensität beobachtet.
54
Abb. 35: Molekülstruktur von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Ce 5
Die Molekülstrukturen der Verbindungen 5 bis 7 beweisen ausnahmslos das Vorliegen der
monomeren, lösungsmittelfreien Komplexe. Analog der bereits bekannten Strukturdaten des
Tris[N,N’-bis(isopropyl)pivalamidinato]lanthan(III) [58] kristallisieren die synthetisierten
Produkte im monoklinen Kristallsystem. Im Fall von 6 liegen drei unabhängige Moleküle in
der Elementarzelle vor. Eine Symmetrie wie beispielsweise bei 2 und 4 ist bei den
Pivalamidinatkomplexen
nicht
zu
beobachten.
Abb.
35
zeigt
exemplarisch
die
Molekülstruktur des Cerkomplexes 5. Die LnNCN-Einheiten sind nahezu planar, und das
Lanthanoidion ist stark verzerrt oktaedrisch von den Stickstoffatomen der Amidinatliganden
umgeben. Die Werte der Ln-N-Bindungslängen liegen aufgrund des gleichen sterischen
Anspruchs
der
Isopropylgruppen
im
vergleichbaren
Bereich.
Der
infolge
der
Lanthanoidenkontraktion abnehmende Ionenradius in der Reihefolge Ce > Eu > Tb zeigt
jedoch eine Abnahme dieser Bindungslänge von durchschnittlich 2.505 über 2.427 bis zu
2.398 Å. In guter Übereinstimmung steigt in genannter Reihenfolge der NLnN-Winkel von
durchschnittlich 52.30 über 54.23 bis zu 54.93°. In beiden Fällen (Bindungslänge und
Winkel) ergänzen die Werte des vergleichbaren Lanthankomplexes von durchschnittlich 2.53
Å und 51.8° die Reihen sehr gut [58]. Erwähnswert ist die Tatsache, dass im Cer(III)Komplex 5, ähnlich wie in 1, die Ce-N-Bindungslängen innerhalb der einzelnen
Amidinateinheiten relativ große Differenzen untereinander (0.04 bis 0.06 Å) zeigen, was
wieder zu einer leicht asymmetrischen Koordination der Amidinatliganden führt.
3.1.5. (Chloro)bis[N,N’-bis(2,6-diisopropylphenyl)pivalamidinato]cer(III) 8
Ein bereits beschriebener Vorteil der Amidinatliganden gegenüber den lange bekannten
Cyclopentadienylliganden ist die gute Einstellbarkeit des sterischen Anspruches, insbesondere
55
über die N-Substituenten nahe dem Metallzentrum. Mit dem Ziel der Synthese eines chlorofunktionalisierten Cer(III)-Amidinatokomplexes wurden erfolgreich zwei Äquivalente
Kalium[N,N’-bis(2,6-diisopropylphenyl)pivalamidinat]
mit
wasserfreiem
umgesetzt
war
durch
(Schema
58).
Die
Kaliumverbindung
Certrichlorid
Deprotonierung
des
literaturbekannten freien Amidins [134] mit einem Überschuss an Kaliumhydrid zugänglich.
Sie wurde in der Reaktion in situ eingesetzt und in THF-Lösung direkt mit Certrichlorid zur
Reaktion gebracht.
Schema 58
Ar
N
CeCl3 + 2 K
N
Ar
THF
Ar
N
- 2 KCl
N
Cl
Ce
Ar
N
N
Ar
Ar
8
Ar =
Der Zielkomplex 8 ist gut löslich in THF, Toluol und Cyclopentan. Eine nur mäßige
Löslichkeit zeigt sich in Pentan, jedoch eignet sich dieses Lösungsmittel gut zur Aufarbeitung
des Reaktionsgemisches, da alle Edukte darin unlöslich sind. Anfängliche Versuche, die in
Schema 58 dargestellte Umsetzung, analog der Synthesen von 1, 2 und 4-7 in THF bei einer
Temperatur von 60 °C durchzuführen, führte zu einer raschen Braunfärbung des
Reaktionsgemisches und niedrigen Ausbeuten. Aus diesem Grunde wurde die Reaktion bei
Raumtemperatur und längeren Reaktionszeiten durchgeführt. Für eine Röntgenstrukturanalyse
geeignete Einkristalle wurden nach mehreren Versuchen durch sehr langsames Abkühlen aus
Pentan bei 5 °C in Form gelblich-grüner, quaderförmiger Kristalle erhalten. In guter
Übereinstimmung mit dem erhöhten Raumbedarf der Liganden und damit einer größeren
sterischen Abschirmung des Metallzentrums ist der Zielkomplex etwas weniger
luftempfindlich als seine bisher beschriebenen Verwandten (1, 2, 4, 5 und 7). In Pentanlösung
zersetzt sich das Produkt bei Luftkontakt unter Braunfärbung nach wenigen Sekunden. Der
Schmelzpunkt ist mit 217 °C ähnlich dem von 2, obwohl eine deutlich höhere molare Masse
vorliegt. Auswertbare NMR-Daten waren aufgrund des Paramagnetismus nicht zugänglich.
Die IR-Daten ähneln erwartungsgemäß sehr den Spektren der Verbindungen 1 bis 7. Die
Banden bei 2962 und 2871 cm-1 lassen sich den symmetrischen und asymmetrischen C-HStreckschwingungen
der
Methylgruppen
zuordnen.
Die
Bande
für
die
C-H-
56
Deformationsschwingung erscheint bei dem Wert 1384 cm-1 [129a]. Die typischen NCNSchwingungsbanden zeigen sich in guter Übereinstimmung mit den Werten von 1-7 im
Bereich von 1390 und 1655 cm-1 [28]. Ähnlich den Komplexen 1, 2 und 4 entsprechen die
Banden bei 1157, 1027 und 758 cm-1 verschiedenen C-H-Ringschwingungen [129c].
Massenspektroskopische Messungen zeigen wiederum die leichte Abspaltbarkeit der
Isopropylgruppen. Der einzige Peak, welcher einem Cer-enthaltenden Fragment entspricht, ist
bei m/z 970.2 mit sehr schwacher Intensität. Alle anderen Peaks lassen sich lediglich
Ligandfragmenten zuordnen, die durch Abspaltung von Methyl- oder Isopropylgruppen
entstehen. So ist der Basispeak mit einem Wert von m/z 244.0 dem Fragment [tBu
C=N(Dipp)]+ zuzuordnen.
Abb. 36: Molekülstruktur von [tBuC(NDipp) 2 ] 2 CeCl 8
Die Molekülstruktur beweist das Vorliegen des monomeren, lösungsmittelfreien, chlorofunktionalisierten Cer(III)-bis(amidinato)-Komplexes. Bemerkenswert ist, dass analoge
Synthesen mit Yttrium [27] und Neodym [46] mit anderen Amidinatliganden zu den bei
Lanthanoiden typischen Lithiumhalogenid-Addukt-Komplexen geführt haben. Die Bildung
solcher Komplexe zeigte sich auch bei Verwendung von Pentamethylcyclopentadienylliganden, wie es von Rausch und Atwood et al. [135] für Cp* 2 Ce(-Cl) 2 Li(OEt 2 ) 2
beschrieben wurde. Offensichtlich ist dies bei Einsatz des sehr raumerfüllenden
Amidinatliganden [tBuC(NDipp) 2 ]– nicht der Fall. Der Komplex kristallisiert in monoklinem
Kristallsystem und der Raumgruppe C2/c. Die C2-Achse verläuft durch die Atome Cer und
Chlor. Wie in allen bisher beschriebenen Komplexen sind auch in diesem Fall die CeNCNEinheiten nahezu planar. Aufgrund der C2-Symmetrie des Moleküls liegen auch die Atome
C1, C1A, Ce und Cl in einer Ebene. Die beiden Amidinateinheiten N1-C1-N2 und N1A-C1AN2A sind im Winkel von 57.7° gegeneinander geneigt. Ähnlich wie in den bisher
57
beschriebenen Komplexen 1 und 5 sind die Ce-N-Abstände innerhalb der Amidinateinheiten
leicht verschieden:
N
N
2.437(2) Å
1.355(3) Å
C
Ce
2.5116(19) Å
N1
1.330(3) Å
Abb. 37: Schematische Darstellung der Bindungslängen im [tBuC(NDipp) 2 ] 2 CeCl 8
Auf den NCeN-Winkel hat diese Erscheinung keine Auswirkung, denn mit einem Wert von
53.27(7)° ist er gut mit den Werten für 1, 2, 4 und 5 vergleichbar. Die Ce-Cl-Bindungslänge
liegt mit 2.6470(10) Å leicht unter den literaturbekannten Werten für Cp 2 CeCl (2.672(7) Å)
[136] und {[N(SiMe 3 )C(Ph)] 2 CH} 2 CeCl (2.6973(16) Å) [137].
Alle synthetisierten Cer(III)-Amidinatoverbindungen 1, 2, 4, 5 und 8 waren über
Salzmetathese zugänglich und wurden in Form der Tris(amidinato)komplexe (1, 2, 3 und 4)
beziehungsweise des Bis(amidinato)komplexes (8) isoliert und strukturell aufgeklärt. Sie
liegen alle monomer und lösungsmittelfrei vor. Die Ausbeuten bewegen sich im Bereich von
70%. Die Ausnahme ist dabei die Synthese von 8. Diese Verbindung wurde in einer Ausbeute
von 36% isoliert. Wie für Cer(III)-Komplexe zu erwarten, sind die vorgestellten Beispiele
äußerst
empfindlich
gegen
Oxidation
mit
Sauerstoff
und
zersetzen
sich
unter
Farbverdunklung. Ausgewählte Analysendaten sind in Tabelle 2 zusammengefasst.
Tabelle 2: Ausgewählte Analysedaten der Cer(III)-Komplexe 1, 2, 4, 5 und 8
1
2
4
5
8
NMR (ppm)
CH 3
NCN
-2.04
199.08
-3.29
186.94
-2.74
171.30
2.73, -15.21
195.38
-
IR (cm-1)
NCN
1651, 1390
1636, 1374
1598, 1390
1655, 1496
1655, 1395
Ce-N (Å)
2.594(2)
2.5026(19)
2.493(2)
2.5816(19)
2.499(2)
2.560(2)
2.4817(18)
2.4855(15)
2.4926(16)
2.499(6)
2.487(5)
2.487(5)
2.500(5)
2.5495(16)
2.4976(14)
2.4742(15)
2.5348(15)
2.4688(15)
2.5055(15)
2.5116(19)
2.437(2)
N-Ce-N (°)
53.56(7)
53.64(6)
53.77(7)
53.95(5)
54.11(7)
54.16(15)
54.31(17)
51.81(4)
52.38(4)
52.72(4)
53.27(7)
Diederwinkel (°)
71.9, 73.7, 74.7
73.3, 87.9
55.9, 60.6
-
-
58
In den NMR-Spektren wird durchweg der paramagnetische Charakter der Komplexe deutlich.
Die Signale der Protonen der Methylgruppen zeigen ein relativ homogenes Bild in Form eines
breiten Singuletts für 1, 2 und 4. Für einen höheren sterischen Anspruch der tert-Butylgruppe
im
„Rückgrat“
der
Pivalamidinatliganden
und
der
damit
einhergehenden
Bewegungseinschränkung der Isopropylgruppen in 5 sprechen zwei Signale unterschiedlicher
chemischer Verschiebung für die Protonen der Methylgruppen. Das charakteristisch
tieffeldverschobene Signal für das Kohlenstoffatom der Amidinateinheit weist in den
Komplexen sehr unterschiedliche Werte auf. Die IR-Bande um 1655 cm-1 für die NCNSchwingung ist meist mit hoher Intensität im Spektrum sichtbar. Im Falle des
Propiolamidinatkomplexes 4 erscheint diese Bande jedoch bei deutlich kleinerem Wert. Der
zweite angegebene Wert (um 1390 cm-1) ist relativ unbeeinflusst von den verschiedenen
Substituenten. Eine Ausnahme ist der einzige Bis(amidinato)-Komplex 8. In diesem Fall
wurde diese Bande nicht gefunden, jedoch ist die aufgeführte Bande bei 1496 cm-1 auch
typisch für NCN-Schwingungen. Die Ce-N-Abstände bei 2 und 4 weisen keine großen
Streuungen auf. Ein größerer Wertebereich ist jedoch bei den Komplexen 1, 5 und 8 zu
erkennen. Im Mittel liegen sie aber letztendlich in vergleichbaren Rahmen. Dementsprechend
weisen die NCeN-Winkel keine großen Differenzen auf. Die für 1, 2 und 4 ermittelten
Diederwinkel zwischen jeweils der NCN- und Ringebene von 55.9 bis 87.9° schließen eine
Delokalisierung der -Elektronen in jedem Fall aus.
59
3.2.
Cer(IV)-Amido- und Cer(IV)-Amidinatokomplexe
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, ist die Oxidation von Cer(III)-Amiden zu
definierten
Cer(IV)-Amidokomplexen
Tris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(III)
nicht
das
mit
ganz
trivial.
Abstand
Einerseits
ist
das
oxidationsempfindlichste
Lanthanoidamid der 4f-Element-Reihe [127], andererseits lässt es sich nicht einmal mit
elementarem Chlor zur entsprechenden wohldefinierten Cer(IV)-Spezies oxidieren [138]. Die
berichtete Umsetzung mit Tellurtetrachlorid war hingegen erfolgreich (Schema 2), hat aber
den entscheidenden Nachteil, dass nach der Reaktion das entstandene fein verteilte Tellur sehr
sorgfältig abgetrennt werden muss [13a]. Auf der Suche nach einem adäquateren
Oxidationsmittel fiel die Wahl auf das bereits seit langem bekannte Phenylioddichlorid.
Cl
I
Cl
Abb. 38: Phenylioddichlorid
Vorteile
dieses
Reagenz
sind
neben
der
einfachen
Synthese
die
genaue
Dosierungsmöglichkeit und insbesondere der Aspekt, dass als Nebenprodukt nur flüssiges
Iodbenzol entsteht, was leicht aus dem Reaktionsgemisch entfernt werden kann. Hinweise auf
einen potentiellen Erfolg mit diesem Reagenz sind in der Literatur im Zusammenhang mit der
Oxidation von Übergangsmetallkomplexen zahlreich zu finden. Neuere Arbeiten berichten
von erfolgreichen Umsetzungen von Tantal- [139a], Wolfram- [139b-e], Molybdän- [139d-g],
Palladium- [139h-j], Platin- [139i, k-m] und Goldkomplexen [139n-o]. Besonders
herauszustreichen sind dabei die Arbeiten von Cotton et al. [139f]. Sie beschreiben eine
Oxidation eines zweikernigen, Formamidinat-verbrückten Molybdän(II)-Komplexes, in dem
lediglich eine Chlorierung der Metallatome erfolgte, ohne dass die Liganden davon
beeinträchtigt werden. Das Phenylioddichlorid sollte sich nach diesen Ergebnissen für die
gezielte Oxidation des Metalls in Cer(III)-Amidinatokomplexen eignen. Eine derartige
Umsetzung mit Lanthanoidkomplexen ist bisher nicht in der Literatur zu finden.
60
3.2.1. Cer(IV)-Amidokomplexe
Das Phenylioddichlorid wurde gemäß Literaturangaben in guter Ausbeute synthetisiert [140].
Die blass-gelbe Substanz kann bei Kühlung (0°C) und Dunkelheit sehr lange gelagert werden.
Um zu testen, ob eine erfolgreiche Oxidation auch mit den beschriebenen Cer(III)Amidinatokomplexen
erreichbar
ist,
wurden erste Versuche mit dem bekannten
Tris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(III) in Toluol durchgeführt:
Schema 59
[(Me3Si)2N]3Ce
0.5 PhICl2
Toluol, - 60°C
- 0.5 PhI
[(Me3Si)2N]3CeCl
Dazu wurde das Oxidationsmittel vor Gebrauch zwei Stunden im Ölpumpenvakuum
getrocknet und in fester Form zum gelösten Amid gegeben. Eine spontane Braunfärbung
deutete auf die Bildung der Cer(IV)-Verbindung hin. Unglücklicherweise war es nicht
möglich, aus diesem Reaktionsgemisch das gewünschte (Chloro)tris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(IV) zu isolieren. Die Vermutung lag nahe, dass nur ein Teil des Eduktes oxidiert
wurde. Aus diesem Grund wurden zahlreiche Modifikationen der Reaktionsbedingungen
vorgenommen, um die Synthese zu optimieren. Dazu zählten die Wahl der Lösungsmittel
(THF, Pentan, Diethylether, DME und Gemische), der Reaktionstemperatur und der –dauer.
Auch diese Versuche führten nicht zum gewünschten Erfolg. Um die Reaktion zu verfolgen,
wurde die Umsetzung direkt in einem NMR-Röhrchen in Benzol bei tiefen Temperaturen
durchgeführt und ein Stoffumsatz von 10% aus den Daten des 1H-Spektrums berechnet.
Im Hinblick auf die bereits beschriebene Möglichkeit der Koordination von „schlanken“
Liganden in sterisch beanspruchten Lanthanoid-Amidinatokomplexen, kam das bereits in der
Synthese von 1 eingesetzte Anisonitril zum Einsatz. Es wurde vor der Zugabe des
Oxidationsmittels dem Reaktionsgemisch auch in festem Zustand zugesetzt:
Schema 60
OMe
[(Me3Si)2N]3Ce + N
OMe
0.5 PhICl2
Toluol, 0 °C
- 0.5 PhI
N
(Me3Si)2N
(Me3Si)2N
Ce
Cl
9
N(SiMe3)2
61
Bereits Sekunden nach Zugabe des Phenylioddichlorids war eine Veränderung der Farbe von
gelb nach braun zu beobachten. Der erhaltene Cer(IV)-Amidokomplex ist in Toluol und THF
gut und in Pentan mäßig löslich. Pentan eignet sich somit gut zur Abtrennung von
unumgesetztem Oxidationsmittel mittels Filtration und anschließender Trennung vom
Cer(III)-Amid durch fraktionierte Kristallisation bei tiefen Temperaturen. Das Produkt 9
wurde in 57-%iger Ausbeute in Form dunkelrotbrauner, quaderförmiger Kristalle isoliert, die
sich für eine Röntgenstrukturanalyse eigneten. Toluollösungen des neuen Cer(IV)-Amids sind
dementsprechend auch dunkelrotbraun, wobei innerhalb von 24 Stunden bei Raumtemperatur
eine deutliche Farbaufhellung zu erkennen ist, was auf eine Zersetzung schließen lässt. Das
gleiche Phänomen beschreiben Lappert et al. im Falle des Chlorotris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(IV) als Zersetzung unter Abspaltung des Chloroliganden [13a]. Der neue Cer(IV)Komplex 9 zersetzt sich bei einer Temperatur von 101.5 °C und ist sehr luftempfindlich.
Die erfolgreiche Synthese des diamagnetischen Cer(IV)-Komplexes kann deutlich durch das
scharfe Signal bei -0.44 ppm für die Protonen der Methylgruppen im Molekül verifiziert
werden ([(Me 3 Si) 2 N] 3 Ce: 13.10 ppm [127]). Insbesondere liegt es in vergleichbarem Rahmen
des Signals von [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl [13a]. In guter Überstimmung erscheinen die Peaks aller
weiteren Protonen und Kohlenstoffatome in für diamagnetische Verbindungen typischen
Bereichen.
Neben den Banden für die symmetrischen und asymmetrischen C-H-Streckschwingungen
(2952 und 2896 cm-1) sind im IR-Spektrum die für die zugehörigen Deformationsschwingungen (1423 und 1245 cm-1) der SiMe 3 -Einheiten identifizierbar. Eine schwache
Bande bei 2245 cm-1 kann der C≡N-Schwingung des koordinierten Anisonitrils zugeordnet
werden. Sie liegt leicht über dem beobachteten Wert von 1 (2239 cm-1).
Die
oben
beschriebene
Zersetzung
von
9
in
Toluol
und
entsprechende
Literaturbeschreibungen [13a] lassen auf eine relativ schwache Bindung des Chloroliganden
schließen. In guter Übereinstimmung mit dieser Annahme wird im Massenspektrum der
Molpeak nicht gefunden und das Signal mit höchsten Masse/Ladungsverhältnis entspricht
dem [M – Cl]+-Fragment. Überdies kann kein weiteres Signal einem Chlor-enthaltenden
Bruchstück zugeordnet werden. Alle weiteren Peaks zeigen eine sukzessive Abspaltung der
Liganden, insbesondere kann der Basispeak bei m/z 459.6 dem [{(Me 3 Si) 2 N} 2 Ce]+-Fragment
zugeordnet werden.
62
Abb. 39: Molekülstruktur von [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl(NCC 6 H 4 OMe-p) 9
Die Molekülstruktur von 9 zeigt das Vorliegen des monomeren, lösungsmittelfreien
Komplexes, in dem das Metallzentrum verzerrt trigonal-bipyramidal von Stickstoffatomen der
Liganden und dem Chloratom umgeben ist. Die Summe der NCeN-Winkel zu den
Amidliganden beträgt 357.4° und liegt damit nur leicht unter dem Wert eines idealen
trigonalen Koordinationspolyeders von 360°. Die N Amid CeCl-Winkel sind im Mittel etwas
größer als 90° (95.4°) und somit sind die Amidliganden etwas in Richtung des
Anisonitrilliganden orientiert. Das Ceratom liegt daher leicht außerhalb der Ebene, die durch
die Stickstoffatome der Amidliganden aufgespannt wird. Die CeN Amid -Bindungslängen liegen
mit Werten von 2.2165(16) bis 2.2226(15) Å im Rahmen bisheriger Literaturangaben für
Cer(IV)-Amide [12, [13]. Mit 2.6250(19) Å ist die Bindung zum koordinativ gebundenen
Stickstoffatom des Nitrilliganden deutlich länger. Aufgrund des kleineren Ionenradius des
Cer(IV)-Ions im Vergleich zum Cer(III)-Ion und des geringeren sterischen Anspruchs der
Liganden im Molekül 9, ist dieser Wert aber dennoch kleiner als in 1 (2.714(2) Å). In
Übereinstimmung mit der Beobachtung, dass mit höherer Koordinationszahl am Metall auch
dessen kovalenter Radius steigt [141], liegt der Wert für den Ce-Cl-Abstand von 9 (2.6447(7)
Å) knapp über dem von [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl mit 2.597(2) Å [13a] und deutlich unter dem von
{N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }CeCl mit 2.793(1) Å [11], in dem das Cer(IV) die
Koordinationszahl 8 aufweist.
3.2.2. Cer(IV)-Amidinatokomplexe
In ähnlicher Weise wurden auch Oxidationsversuche mit den Komplexen 1, 2, 4, 5 und 8
durchgeführt. Die Oxidation von 1 wurde gemäß Schema 61 mit Phenylioddichlorid
durchgeführt.
63
Schema 61
OMe
MeO
MeO
SiMe3
C
N
N SiMe3
N
Me3Si N
Ce
N
Me3Si N
SiMe3
N
SiMe3
SiMe3
Cl
N
0.5 PhICl2
OMe
Toluol, Pentan, 0 °C
- 0.5 PhI
- NCC6H4OMe
Me3Si N
Me3Si N
N
SiMe3
Ce
N
SiMe3
N
OMe
SiMe3
MeO
MeO
1
10
In Analogie zu den Oxidationen der beschriebenen Cer(III)-Amide konnte auch in diesem Fall
bereits wenige Sekunden nach Zugabe von Phenylioddichlorid eine deutliche Farbvertiefung
nach braun beobachtet werden. Die Verbindung 10 ist gut in Toluol und THF, in Pentan aber
nur mäßig löslich. Die Abtrennung von unumgesetztem Oxidationsmittel konnte daher durch
Einsatz des aliphatischen Lösungsmittels realisiert werden. Überdies ist eine Trennung der
beiden Amidinatspezies durch fraktionierte Kristallisation möglich. Das Produkt kann aus
Pentanlösungen durch Abkühlen auf -32 °C in einer Ausbeute von 61% isoliert werden.
Langsame Kristallisation aus Pentan bei einer Temperatur von 5 °C lieferte röntgenfähige,
quaderförmige, dunkelrotbraune Einkristalle. Der Komplex ist in fester Form mäßig
luftempfindlich, zersetzt sich aber bei Luftkontakt in Lösung nach wenigen Sekunden. Im
Gegensatz zu den bisher beschriebenen Cer(IV)-Amiden, zersetzt sich 10 augenscheinlich
nicht beim Erwärmen und schmilzt bei 193 °C.
Der positive Reaktionsverlauf kann mittels NMR-Analysen gut verfolgt werden. Das 1HSpektrum zeigt für die Protonen der Methylgruppen entgegen den Beobachtungen bei 1 zwei
Signale im diamagnetischen Bereich. In guter Übereinstimmung damit liefern auch die
zugehörigen Kohlenstoff- und Siliziumatome jeweils zwei Signale. Die aromatischen
Protonen sind in Form von Dubletts (8.2 und 8.6 Hz) etwas weiter hochfeldverschoben als
beim Cer(III)-Edukt. Alle weiteren Signale lassen sich eindeutig den einzelnen Atomen im
Komplex zuordnen. Erwähnenswert ist, dass das Signal des Kohlenstoffatoms der
Amidinateinheit mit einem Wert von 178.7 ppm im 13C-NMR-Spektrum hochfeldverschoben
im Vergleich zu dem in 1 liegt.
Das IR-Spektrum des neuartigen Cer(IV)-Amidinatokomplexes ähnelt sehr dem von 1. Die
typischen Banden der Methylgruppen und C-H-Ringschwingungen sind in allen Fällen
nahezu gleich. Interessanterweise gilt dies auch für die beiden Werte 1652 und 1391 cm-1, die
64
den NCN-Schwingungen zugeordnet werden können [28]. Weiterhin zeigen sie wie beim
vergleichbaren Cer(III)-Komplex gleiche Intensitäten. Im Vergleich zum oben erläuterten
NMR-Spektrum, in dem aufgrund des Wechsels vom para- zum diamagnetischen Komplex
der Erfolg der Reaktion sehr gut beobachtet werden kann, zeigen sich im IR-Spektrum,
abgesehen vom Verschwinden der charakteristischen C≡N-Bande, keine wesentlichen
Unterschiede zwischen Edukt und Produkt.
Die Ergebnisse des Massenspektrums zeigen, ähnlich der Beschreibungen von Lappert et al.
[13a] und den Ergebnissen von 9, wieder die relativ schwache Bindung des Chloroliganden.
Kein Peak konnte einem Chlor-enthaltenden Fragment zugeordnet werden. Ähnlich den
Beobachtungen bei 1 ist das massenreichste Signal bei m/z 1019.0 und entspricht dem [M –
Cl]+-Bruchstück (bei 1: [M – NCC 6 H 4 OCH 3 ]+). Der Basispeak lässt sich einem Fragment
zuordnen, welches unter Amidinatligand-Abspaltung entsteht (m/z 725.6).
Abb. 40: Molekülstruktur von [p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 CeCl 10
Die Einkristall-Röntgenstrukturanalyse von 10 bestätigt eindeutig das Vorliegen des ersten
Vertreters der neuen Verbindungsklasse der Cer(IV)-Amidinate. Wie Abb. 40 zeigt, liegt der
Zielkomplex monomer und lösungsmittelfrei vor. Analog zum Cer(III)-Edukt 1 existieren
keine Symmetrieelemente im Molekül. Wie in allen bisher berichteten Fällen liegen die
CeNCN-Einheiten nahezu in einer Ebene. Die Ce-N-Bindungslängen überstreichen einen
ziemlich großen Bereich (2.3583(19) bis 2.5019(19) Å), und wie in 1, 5 und 8 weisen diese
Längen innerhalb der einzelnen Amidinateinheiten wieder relativ große Unterschiede auf (bis
zu 0.15 Å). In guter Übereinstimmung mit dem abnehmenden kovalenten Radius des Cer(IV)Ions im Vergleich zum Cer(III)-Ion liegen die mittleren Bindungslängen mit einem Wert von
2.432 Å deutlich unter denen von 1. Insbesondere gilt dies auch für die entsprechenden
Werten in 2, 4, 5 und 7. Durch das Näherrücken des Metallatoms an die Stickstoffatome
65
vergrößert sich in entsprechenden Cer(IV)-Komplexen somit auch der NCeN-Winkel. Der
mittlere Wert von 55.67° (1: 53.66°) bestätigt diese Annahme. Aufgrund der größeren
Koordinationszahl in 10 (7) im Vergleich zum Cer(IV)-Amid 9 (5), steigt der kovalente
Radius des Cer(IV)-Ions [141] und damit auch der Ce-Cl-Abstand. Die Bindungslänge von
2.6550(11) Å in 10 spiegelt dieses sehr gut wider. Auch in diesem Fall liegt der Wert aber
immer noch unter dem im Ce(Trendsal)Cl-Komplex (2.793(1) Å), in dem das Metall achtfach
koordiniert ist [11].
Erste Versuche, Oxidationsreaktionen bei einer Temperatur von 0 °C mit 2 durchzuführen,
führten zu keinen auswertbaren Ergebnissen. Nach Zugabe des Phenylioddichlorids konnte
eine kurzfristige Blaufärbung beobachtet werden, die nach wenigen Minuten wieder
verschwand. Aus diesem Grunde wurden die Parameter so variiert, dass erstens die
Umsetzung bei -70 °C durchgeführt wurde und das Oxidationsmittel in festem Zustand direkt
in die kalte Reaktionslösung gegeben wurde. Unter diesen Bedingungen blieb die blaue Farbe,
bestehen und eine Aufarbeitung des Produkts war möglich.
Schema 62
N
Ce
N
Cl
N
N
N
N
0.5 PhICl2
N
Toluol, -70 °C
- 0.5 PhI
Ce
N
N
N
N
N
11
2
Der Zielkomplex ist in Toluol und THF gut, in Cyclopentan mäßig löslich und in Pentan
nahezu unlöslich. Daher lässt sich das Reaktionsgemisch bequem aufarbeiten, in dem nach
Ende
der
Reaktion
zuerst
das
Lösungsmittel
und
entstandenes
Iodbenzol
im
Ölpumpenvakuum (und in der Kälte) entfernt werden und anschließend der Rückstand mit
Pentan gewaschen wird, um unumgesetztes 2 zu entfernen. Noch vorhandenes
Oxidationsmittel wurde durch fraktionierte Kristallisation vom Produkt abgetrennt.
Kristallisation aus Toluol bei -32 °C lieferte dunkelblaue, quaderförmige Kristalle in einer
Ausbeute von 46%. Die Verbindung ist temperaturempfindlich, und Lösungen weisen nach 24
Stunden bei Raumtemperatur eine deutliche Farbaufhellung auf. Im Kühlschrank sind solche
Lösungen für zwei bis drei Tage lagerbar, bei -32 °C für ungefähr 2 Monate. Die dauerhafte
Lagerung ist bei einer Temperatur von -32 °C in festem Zustand möglich.
66
Das HSAB-Konzept sagt aus, dass das Cer(IV)-Ion aufgrund des kleineren Ionenradius
gegenüber dem Cer(III)-Ion eine härtere Säure ist und daher mit den sehr harten Oxidionen
festere Bindungen eingeht, worin vielleicht die noch stärkere Luftempfindlichkeit von 11
gegenüber 2 begründet liegt. Wird das Produkt zügig bei Raumtemperatur präpariert und
sofort erwärmt, so zeigt sich bei einer Temperatur von 78 °C Zersetzung. Aufgrund der hohen
Temperaturempfindlichkeit waren IR- und Elementaranalyse-Messungen nicht möglich.
Die Bildung eines diamagnetischen Produkts im Verlauf der Reaktion ist deutlich im NMRSpektrum nachvollziehbar. Die Signale der Protonen der Methylgruppen liegen alle über 0
ppm (2: -3.29 ppm). Das bereits bei 10 beobachtete Auftreten der Protonensignale der NSubstituenten in Form mehrerer Signale bestätigt sich auch in diesem Fall. Interessanterweise
werden nicht nur zwei, sondern drei Signale für die Protonen der Methylgruppen im
Integralverhältnis
3:1:1
bei
1.50-1.53,
1.20
und
1.04
ppm
gefunden.
Die
Kopplungskonstanten (6.6 und 6.5 Hz) der beiden Dubletts, liegen im erwarteten Bereich für
Ispropylgruppen [128]. Im Einklang mit dieser Beobachtung treten auch drei Signale für die
zugehörigen Me 2 CH-Protonen (mit gleichen Integralverhältnissen) und die Me 2 CHKohlenstoffatome auf. Die Werte für die aromatischen Protonen liegen bei 7.26 und 6.18-7.15
ppm und sind damit etwas hochfeldverschoben gegenüber denen im Edukt 2. Analog zu 10
erscheint auch in diesem Fall das Signal des Kohlenstoffatoms der Amidinateinheit im
Vergleich zum Cer(III)-Edukt 2 hochfeldverschoben bei 171.5 ppm.
Wie in 9 und 10 ist auch in diesem Fall kein Molpeak im Massenspektrum erkennbar, und das
massenreichste Signal erscheint mit geringer Intensität bei m/z 749.7 ([M – Cl]+). Alle
weiteren auswertbaren Signale spiegeln die Abspaltung von Amidinatliganden wider.
Wie erwähnt, kristallisiert das Produkt 11 in Form von blauen, quaderförmigen Kristallen. Die
Kristallqualität erlaubte jedoch keine vollständige Verfeinerung der Röntgenstrukturanalyse.
Daher war lediglich ein Strukturmotiv zugänglich. Es zeigt, dass das Cer(IV)-Ion wie erwartet
siebenfach koordiniert ist und das Molekül monomer und lösungsmittelfrei vorliegt.
Auch die Cer(III)-Amidinatokomplexe 4, 5 und 8 wurden Oxidationsversuchen mit
Phenylioddichlorid unterzogen. Bei 4 und 5 war nach Zugabe des Oxidationsmittels eine
kurzfristige Blaufärbung zu erkennen, die nach wenigen Sekunden wieder verschwand. Auch
eine drastische Verringerung der Temperatur auf unter -70 °C führte nicht zum
Bestehenbleiben der blauen Färbung. Die so erhaltenen blassgelb-braunen Reaktionslösungen
wiesen bei Luftzutritt keine Farbveränderung mehr auf. Auswertbare spektroskopische Daten
waren nicht erhältlich. Bei analogen Versuchen, 8 zu oxidieren, war unter keinen Umständen
eine Farbveränderung während der Reaktion zu verzeichnen. Bei Luftkontakt wechselte die
67
Farbe der Reaktionslösung von gelb spontan nach braun, was darauf schließen lässt, dass es in
diesem Fall mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu keiner Oxidation durch das
Phenylioddichlorid kam. Entsprechende spektroskopische Daten lieferten keinen genauen
Aufschluss.
Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen den erfolgreichen Einsatz von Phenylioddichlorid als
Oxidationsmittel für Cer(III)-Amido- beziehungsweise Cer(III)-Amidinatokomplexe. Auf
diesem Wege konnte zunächst das bekannte [(SiMe 3 ) 2 N] 3 CeCl [13a] synthetisiert werden.
Zudem waren nach dieser Methode ein neuartiger Cer(IV)-Amido- (9) und zwei Cer(IV)Amidinatokomplexe (10, 11) zugänglich. Diese Komplexe stellen die ersten Vertreter ihrer
Substanzklasse dar. Die einfache Synthese und Handhabbarkeit des Oxidationsmittels sind ein
wesentlicher Vorteil gegenüber bisher verwendeter Reagenzien. Weiterhin ist es mit Hilfe des
Phenylioddichlorids möglich, gezielt einen Chloro-Liganden in den Komplex einzuführen,
wodurch die Oxidationsprodukte für weitere Umsetzungen von potentiellem Interesse sind.
Der Erfolg der Synthesen ist aufgrund der Änderung des magnetischen Charakters in allen
Fällen gut in den NMR-Daten nachvollziehbar. Die für das [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl beschriebene
langsame Zersetzung in Lösung konnte für das Anisonitril-Addukt 9 auch beobachtet werden.
Die Verbindung 10 zeigte hingegen kein derartiges Verhalten. Die Oxidationsprodukte der
sterisch weniger beanspruchten Cer(III)-Amidinatokomplexe 2, 4 und 5 sind sehr
temperaturempfindlich und nur im ersten Fall konnte ein definiertes Produkt 11 isoliert
werden.
Beim
chloro-funktionalisierten
Cer(III)-bis(amidinato)-Komplex
Phenylioddichlorid augenscheinlich keine Oxidationswirkung.
8
zeigte
68
3.3.
Metallkomplexe des N,N’-Di(isopropyl)-ortho-carboranamidins
Ein bereits erwähnter Vorteil der eingesetzten Amidinatliganden gegenüber den lange
bekannten Cyclopentadienylliganden ist die gute Steuerung des sterischen Anspruches erstens
nahe dem Metallzentrum, über die Substituenten an den Stickstoffatomen, und zweitens im
„Rückgrat“ des Liganden durch den Substituenten am Kohlenstoffatom der NCN-Einheit.
Während 8 ein Beispiel für einen Komplex mit sehr raumerfüllenden Substituenten am
Metallzentrum ist, sollte im Folgenden der Einfluss eines großen Substituenten in der
Peripherie der Amidinatliganden untersucht werden. Die Fragestellung war dabei, inwieweit
eine solche große Molekülgruppe Einfluss auf die Stöchiometrie im Komplex haben wird. Die
Wahl fiel dabei auf das 1,2-Dicarba-closo-dodecaboran(12) (= ortho-Carboran), da es sich mit
n-Butyllithium leicht deprotonieren lässt und damit potentiell über die Carbodiimidroute ein
entsprechendes Amidinat leicht zugänglich sein sollte [33].
3.3.1. N,N’-Diisopropyl(monolithio-ortho-carboranyl)amidino(dimethoxyethan)
und
der freie Ligand
Das Lithium-Derivat des neuen Ligandensystems wurde in einer Eintopf-Synthese durch
Umsetzung von ortho-Carboran mit n-Butyllithium und anschließende Zugabe von N,N’Diisopropylcarbodiimid in DME/Pentan erhalten:
Schema 63
H
N
H
C
CH
PrN=C=NiPr
i
n
+ BuLi
O
Li
C
C
DME/Pentan
- nBuH
= BH
N
O
12
Erstaunlicherweise koordiniert das Lithiumatom nicht über die Amidinateinheit, sondern ist
an das Kohlenstoffatom des Carborankäfigs gebunden. Das Produkt ist sehr gut in THF,
Diethylether und DME, mäßig in Toluol und Pentan löslich. Zudem ist es ziemlich
feuchtigkeitsempfindlich. Farblose, quaderförmige, röntgenfähige Einkristalle konnten direkt
aus der Reaktionslösung durch Abkühlen auf -32 °C (3 d) erhalten werden. Die Ausbeute
betrug 65%. Das Produkt verliert bei intensiver Trocknung im Ölpumpenvakuum kein DME.
69
Die NMR-Daten von 12 bestätigten diesen Befund. Die Signale für die Protonen des DME
erscheinen bei 3.57 und 3.26 ppm als Singuletts. Die Protonen der anderen Methylgruppen im
Komplex besitzen eine leicht unterschiedliche chemische Verschiebung, obgleich die
zugehörigen Kohlenstoffatome nur einem Signal zuzuordnen sind. Die ermittelten
Integralverhältnisse und HSQC-Messungen erlaubten eine eindeutige Zuordnung des Signals
bei 4.60 ppm zum Proton am Stickstoffatom. Damit zeigt sich, dass auch in Lösung der
Komplex 12 in Form des Carboranylamidinats vorliegt. Erwähnenswert ist, dass sich das
Signal für die Protonen der Boratome über fast 2 ppm erstreckt. Das Signal für das
Kohlenstoffatom der NCN-Einheit erscheint bei 156.0 ppm.
Das Vorliegen des Komplexes in der Carboranylamidino-Form wird unterstützt durch eine
starke Bande im IR-Spektrum bei 3407 cm-1, das der N-H-Schwingung zuzuordnen ist [129d].
Überdies sind die bisher vielfach beschriebenen typischen NCN-Banden durch ein starkes
Signal bei 1665 cm-1 abgelöst worden, was der C=N-Schwingung entspricht [129e]. Neben
den üblichen C-H-Streck- und C-H-Deformationsschwingungen der Methylgruppen erscheint
die für B-H-Schwingungen charakteristische starke Bande bei 2565 cm-1. Der Wert
unterscheidet sich nicht wesentlich von bekannten lithiierten ortho-CarboranderivatKomplexen [66d, 143].
Im Massenspektrum wird kein Molpeak beobachtet. Erwartungsgemäß werden das DME und
das Lithium schnell abgespalten, und das Signal mit dem höchsten Masse/Ladungsverhältnis
entspricht gerade dem verbleibenden Fragment. Alle weiteren Signale, unter ihnen auch der
Basispeak,
können
Bruchstücken
zugeordnet
werden,
in
denen
der
komplette
Carborankäfigrest zurückbleibt.
Abb. 41: Molekülstruktur von [(B 10 H 10 C 2 )C(NiPr)(NHiPr)]Li(DME) 12
Die in Abb. 41 dargestellte Molekülstruktur von 12 zeigt erstens das monomere Vorliegen des
Zielkomplexes und beweist zudem eindeutig die Bindung des Metalls an das freie
70
Kohlenstoffatom des ortho-Carborankäfigs. Das Lithiumion ist verzerrt tetraedrisch
koordiniert. Der Li-C2-C1-C3-N1-Ring ist nahezu planar und gegen die O1-Li-O2-Ebene im
Winkel von 88.5° geneigt. Die Li-C2-Bindungslänge liegt mit 2.088(2) Å leicht unter dem
von [{[(-5):-Me 2 Si(C 5 Me 4 )(C 2 B 10 H 10 )]Li(THF)} 2 Li]– mit 2.140(7) Å [66d]. Die im
Vergleich zu C3-N2 deutlich kürzere C3-N1-Bindungslänge zeigt, dass das Lithiumion an das
sp2-hybridisierte Stickstoffatom der Amidinateinheit koordiniert ist. Daher ist diese
koordinative Li-N1-Bindung mit 2.017(2) Å auch kürzer als in Komplexen, in denen sp3hybridisierte Stickstoffatome an Lithium koordinativ gebunden sind. Beispiele dafür sind
[(2,4,6-Me 3 C 6 H 2 N) 2 C(H)]Li(TMEDA) (2.087(3) und 2.057(3) Å) [142], tBuLi(TEEDA)
(2.102(3) und 2.094(3) Å) [144] und {[(SiMe 3 )NC(Ph)N(CH 2 ) 3 NMe 2 ]Li} 2 (2.050(3) Å)
[130]. Im Vergleich zu Lithiumamidinat-Komplexen [28, [130, 142] ist der N1-C3-N2Winkel der Amidineinheit im Durchschnitt um 10° größer. Überdies ergibt die Summe aller
Winkel um C3 herum etwa 360°, wonach C1, C3, N1 und N2 nahezu in einer Ebene liegen
müssen. Der C-Li-N-Chelatwinkel hat einen Wert von 87.81(9)°.
Durch Hydrolyse von 12 war das freie Amidin 13 in einfacher Weise zugänglich:
Schema 64
H
N
N
H
N
O
C
Li
C
C
12
N
O
H2O
CH
Acetonitril
- DME
- LiOH
= BH
13
Das Produkt 13 konnte aus der eingeengten Reaktionslösung direkt durch Kristallisation bei
-32 °C in Form von farblosen, undurchsichtigen, nadelartigen Kristallen in einer Ausbeute
von 85% isoliert werden. Das N,N’-Diisopropyl(ortho-carboranyl)amidin ist sehr gut in
Toluol, THF, Pentan, Diethylether und Methylenchlorid löslich. In den meisten Fällen reicht
eine gesättigte Lösungsmittelatmosphäre aus, um es von den Gefäßwänden zu lösen. Der
Schmelzpunkt liegt bei 57.0 °C.
Mittels NMR-Spektroskopie konnte der Reaktionsverlauf einfach verfolgt werden. Die bei 12
erwähnten Protonensignale für das koordinierte DME verschwinden, und bei 4.92 ppm
erscheint ein neues Signal, welches dem Proton am Kohlenstoffatom des Carborankäfigs
zugeordnet werden kann. Bei nahezu gleicher chemischer Verschiebung erscheint der breite
71
Peak für das Proton am Stickstoff. Auch in diesem Fall konnte über die Integralauswertung
das sehr breite Signal von 1.40-3.20 ppm den 10 Protonen der Boratome zugeordnet werden.
Die Signale für die Protonen der Methylgruppen erscheinen in Form zweier Dubletts bei 1.16
und 1.03 ppm. Für die zwei Me 2 CH-Protonen zeigt sich lediglich ein Signal bei 3.78 ppm als
deutliches Septett. Die Kopplungskonstanten liegen im Bereich von 6 Hz und damit im
erwarteten Rahmen für Isopropylgruppen [128]. Etwas weiter hochfeldverschoben als bei 12
erscheint das Signal für das Kohlenstoffatom der NCN-Einheit bei 143.2 ppm.
Die charakteristische BH-Bande bei 2583 cm-1 im IR-Spektrum ist zu höheren Wellenzahlen
verschoben als bei der Lithiumverbindung 12. Hingegen erscheint das Signal für die C=NSchwingung bei exakt dem gleichen Wert, was wiederum auf das Vorliegen eines Amidins in
12 hinweist.
Die Massenspektren der Verbindungen 12 und 13 ähneln sich sehr stark. Ein Signal geringer
Intensität bei m/z 270.3 entspricht dem Molpeak des freien Amidins. Alle weiteren
Fragmentsignale sind exakt auch in der Lithiumspezies zu finden. Insbesondere gilt dies auch
für den Basispeak bei m/z 227.2, der in diesem Fall dem [M – iPr – H]+-Bruchstück entspricht.
Abb. 42: Molekülstruktur von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 13
Das Produkt kristallisiert in monoklinem Kristallsystem und der Raumgruppe P2 1 /c. Auch in
diesem Fall ist durch die unterschiedlichen Bindungslängen der Stickstoffatome zu C3
(1.274(3) und 1.3620(15) Å) eindeutig die Einfachbindung von der Doppelbindung zu
unterscheiden. Dies ist in guter Übereinstimmung mit dem (E)-N,N’-Di(isopropyl)propiolamidin [61a]. Überdies sind die Bindungswinkel um das Kohlenstoffatom der Amidineinheit
nahezu identisch mit denen in 12, und die Summe aller Winkel entspricht nahezu 360°.
72
3.3.2. Metallkomplexe des N,N’-Di(isopropyl)-ortho-carboranylamidino-Anions
Nach den überraschenden Ergebnissen der Koordinationsverhältnisse im Lithiumkomplex 12
sollte nun untersucht werden, inwieweit sich dieses Ergebnis bei Metallen verschiedener
Gruppen des Periodensystems bestätigt. Die Wahl fiel auf Zinn, Chrom und Cer als Vertreter
eines Hauptgruppen-, Nebengruppen- und 4f-Elements.
Ähnlich den Darstellungen von 5-7 wurde in den nachfolgend beschriebenen Synthesen die
Lithiumvorstufe nicht isoliert, sondern in situ mit den entsprechenden Metallchloriden
umgesetzt. Alle Reaktionen wurden in THF durchgeführt. Auf diesem Wege waren ein
Zinn(II)-, zwei Chrom(II)- und ein Cer(III)-Komplex des neuen Ligandensystems zugänglich.
Die
ersten
drei
Verbindungen
konnten
mittels
Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
charakterisiert werden. Diese bestätigten das Vorliegen von Carboranylamidino-Komplexen.
Schema 65 veranschaulicht die Synthese des Zinn(II)- und eines einkernigen Chrom(II)Komplexes:
Schema 65
H
C
HN
CH
2
+ 2 nBuLi + 2 iPrN=C=NiPr
= BH
MCl2(THF)n
THF
- 2 nBuH
- 2 LiCl
N
C
C
C
C
M
N
NH
M = Sn; n = 0; 14
M = Cr; n = 2; 15
Der Zinn(II)-Komplex 14 ist mäßig bis gut löslich in Toluol, THF und DME. Bei der
Aufarbeitung des Reaktionsgemisches muss darauf geachtet werden, dass das THF nicht unter
Erwärmen im Ölpumpenvakuum entfernt wird. In diesem Fall sinkt die Löslichkeit von 14 in
den oben genannten Lösungsmitteln drastisch, was das anschließende Extrahieren mit Toluol
sehr erschwert. Erstaunlicherweise schlägt die Farbe des Extrakts von anfänglich blass-gelb
bei Raumtemperatur nach kurzer Zeit nach rot um. Zudem zeigen solche Lösungen eine sehr
ausgeprägte Thermochromie. Bei Temperaturen unter 5 °C zeigt sich eine blaue Farbe, bei
Raumtemperatur ist neben rot auch grün zu beobachten und bei über 50 °C ist eine deutliche
Farbvertiefung nach weinrot zu erkennen. Bei allen diesen Farberscheinungen kristallisiert die
Zielverbindung aus den farbigen Lösungen in Form farbloser, quaderförmiger Kristalle. Beim
Lösen dieser Kristalle in THF liegt wiederum eine gelbe Lösung vor. Bei Luftkontakt
zersetzen sich die Kristalle und werden matt.
73
Die beschriebenen Farben des Komplexes 14 in Toluol und THF bei unterschiedlichen
Temperaturen lassen vermuten, dass sich die Molekülstruktur in Lösungen wahrscheinlich
von der im kristallinen Festkörper unterscheidet und eventuell Gleichgewichtsreaktionen
vorliegen. Untermauert wird diese Vermutung durch NMR-Untersuchungen. Trotz des
Diamagnetismus
des
Zinn(II)-Komplexes,
waren
auf
Grundlage
ermittelter
Integralverhältnisse, Aufspaltungsmuster der Signale und 2-dimensionaler Spektren keine
eindeutigen Zuordnungen möglich.
Im IR-Spektrum (KBr-Pressling) erscheint neben den Banden für die symmetrischen und
asymmetrischen C-H-Streckschwingungen ein sehr starkes Signal bei 3411 cm-1, das der NH-Schwingung zuzuordnen ist. Bei einem ziemlich ähnlichen Wert (2581 cm-1) wie bei 13 ist
die typische BH-Bande zu finden. Das Vorliegen eines Carboranylamidino-Komplexes wird
auch in diesem Fall durch die Existenz eines Signals bei 1666 cm-1 (C=N) bestätigt.
Anders als bei 12 kann im Massenspektrum von 14 ein Molpeak mit korrektem
Isotopenmuster und schwacher Intensität identifiziert werden. Weitere Signale können den
Fragmenten
zugeordnet
werden,
die
nach
Abspaltung
eines
kompletten
Carboranamidinoliganden entstehen. Sehr konstant erscheint in allen bisher behandelten
Spektren der Peak bei m/z 270, der dem freien Carboranamidinofragment entspricht. Im
Unterschied zu 12 und 13, erscheint bei m/z 144.1 ein Peak mit mittlerer Intensität, der dem
Carborankäfigbruchstück [C 2 B 10 H 10 ]+ zugeordnet werden kann.
Abb. 43: Molekülstruktur von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Sn 14
Die in Abb. 43 dargestellte Molekülstruktur beweist das Vorliegen eines Zinn(II)komplexes,
in dem die beiden Liganden in Form des Carboranylamidins an das Metallzentrum gebunden
sind. Das Molekül ist C2-symmetrisch und die Achse verläuft durch das Zinnatom. Die C=NBindungslänge liegt mit einem Wert von 1.287(3) Å nahe bei denen von 12 (1.2823(15) Å)
und 13 (1.274(3) Å), was in guter Übereinstimmung mit den Beobachtungen im IR-Spektrum
74
steht. Überdies sind auch, wie in 12, in diesem Fall die Metallacyclen nahezu planar. Sie sind
in einem Diederwinkel von 83.2° gegeneinander geneigt. Der größere Ionenradius des
vierfach koordinierten Zinn(II)-Ions im Vergleich zum Li(I)-Ion [141] spiegelt sich in einem
deutlich kleineren CSnN-Chelatwinkel von 73.03(7)° wider (CLiN: 87.81(9)°). Relativ
unbeeinflusst
von
der
Koordination
verschiedener
Metalle
am
sp2-hybridisierten
Stickstoffatom zeigt sich der N1C3N2-Winkel. In Analogie zur Lithiumverbindung 12
(130.74(11)°) liegt er mit einem Wert von 129.7(2)° im Bereich des freien Liganden. Der SnN1
beziehungsweise
Sn-N1A-Abstand
(2.497(2)
Å)
ist
länger
als
im
[8-
CH(SiMe 3 )C 9 H 6 N]SnBr (2.309(5) Å) [145], in dem das Metall auch über einen
fünfgliedrigen Ring gebunden ist und das koordinierte Stickstoffatom sp2-hybridisiert ist.
Erwartungsgemäß kürzer ist der Wert im Vergleich zu [2,6-(CH 2 NMe 2 ) 2 C 6 H 3 ]SnCl
(2.525(8) und 2.602(8) Å) [146] (sp3-N). Überdies liegen die Sn-C-Abstände in den
genannten Zinn(II)-Komplexen ([145]: 2.236(5) Å; [146]: 2.158(8) Å) noch deutlich unter
dem von 14 (2.318(3) Å). In gleichen Größenordnungen bewegen sich die literaturbekannten
Sn(IV)-C-Bindungslängen in Carboranylkomplexen (2.120(9) bis 2.222(8) Å) [147, 148].
Abb. 44: Koordinationsumgebung am Metall in [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Sn 14
Bei Betrachtung der näheren Umgebung des Metallatoms fällt auf, dass sich das Zinn nicht im
Zentrum des Koordinationspolyeders der Haftatome befindet (Abb. 44). Der hohe
Raumbedarf des freien Elektronenpaares am Metall sorgt dafür, dass die beiden Liganden
etwas weiter in die gleiche Raumrichtung orientiert sind. Deutlich sichtbar ist diese Tatsache
an den Bindungswinkeln von 96.95(12)° (C2-Sn-C2A) und 161.40(9)° (N1-Sn-N1A). Zudem
richten sich auch die beiden sehr raumerfüllenden Carborankäfige nach unten aus, so dass
nach oben genug Platz für die freien Elektronen bleibt.
Das Bis[N,N’-Diisopropyl(ortho-carboranyl)amidino]chrom(II) 15 wurde ebenfalls gemäß
Schema 65 synthetisiert. Das Reaktionsprodukt ist gut in Toluol und THF, mäßig gut in
Cyclopentan und Pentan löslich. Zur Abtrennung des entstandenen Lithiumchlorids konnte
demzufolge Toluol verwendet werden. Das Produkt kristallisierte bei 5 °C deutlich sichtbar in
zwei unterschiedlichen Kristallarten. Nähere Untersuchungen unter dem Mikroskop zeigten
jedoch, dass es sich bei den blauen, quaderförmigen und grünen, nadelartigen, kleinen
75
Kristallen um ein und dasselbe Produkt handelte. Werden sie im Licht gedreht, so wechseln
sie die Farbe und zeigen Dichroismus. Toluollösungen des Komplexes sind einheitlich
tiefblau. Die im Ölpumpenvakuum getrockneten Kristalle haben einen bläulich-glänzenden
Schimmer. Die Verbindung ist im festen und gelösten Zustand äußerst luftempfindlich und
zersetzt sich nach wenigen Sekunden unter Braunfärbung. Aufgrund des Paramagnetismus
des Komplexes 15 wurden keine auswertbaren NMR-Daten erhalten.
Einen ersten Hinweis, dass auch der Chrom(II)-Komplex in der Amidinoform vorliegt,
lieferten IR-Untersuchungen. Die typische C=N-Bande liegt bei 1666 cm-1. Ferner bestätigt
eine Bande bei 3403 cm-1 das Vorliegen einer N-H-Bindung und damit eines Amidins im
Molekül. Das charakteristisch sehr starke Signal für die B-H-Schwingung liegt mit 2577 cm-1
im gleichen Bereich wie beim Zinn(II)-Komplex 14.
Die erfolgreiche Synthese der Chromverbindung konnte auch durch MS-Untersuchungen
bestätigt werden. Der Molpeak wird bei m/z 591.2 gefunden. Es folgt kein weiteres Signal,
das einem Chrom-enthaltenden Fragment zugeordnet werden kann. Lediglich die schon bei 12
und 14 beobachteten Bruchstücke des Ligandensystems werden auch in diesem Fall
beobachtet.
Abb. 45: Molekülstruktur von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Cr 15
Auch im Fall der einkernigen Chrom(II)-Verbindung des Carboranylliganden 15 konnte das
Vorliegen des Komplexes in der Amidinform durch eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
zweifelsfrei bewiesen werden (Abb. 45). Genauso wie der Zinn(II)-Komplex liegt 15
monomer vor und ist C2-symmetrisch. Die Symmetrieachse verläuft durch das
Metallzentrum. Ein wesentlicher Unterschied der beiden Strukturen von 14 und 15 ist die
Bindungssituation am Zentralatom.
76
Abb. 46: Koordinationsumgebung am Metall in [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Cr 15
Das Metall ist stark verzerrt tetraedrisch koordiniert (Abb. 46). Die Abweichung von der von
Chrom(II)-Ionen bevorzugten quadratisch-planaren Koordinationsgeometrie [149] kann mit
dem räumlichen Anspruch der beiden Liganden erklärt werden. Der C2-Cr-C2A-Winkel mit
einem Wert von 131.30(12)° liegt deutlich über dem der Zinnspezies 14 (96.95(12)°). Ferner
ist in diesem Fall der N1-Cr-N1A-Winkel mit 161.45(10)° in die entgegengesetzte
Raumrichtung zum C2-Cr-C2A-Winkel orientiert. Wie in den bereits beschriebenen
Metallkomplexen dieses Liganden ist der Chelatring nahezu planar, und die beiden Ringe sind
mit einem Diederwinkel von 55.7° gegeneinander geneigt. Der C3-N1-Abstand (1.303(3) Å)
und N1-C3-N2-Winkel (128.8(2)°) weisen ähnliche Werte wie in 12 und 14 auf. Die Cr-C2Bindungslänge liegt mit einem Wert von 2.157(2) Å im Bereich bereits beschriebener
Chrom(II)-Alkyle ([tBuCH 2 ] 2 Cr(DIPPE): 2.149(8) Å [149]; [Me 3 SiCH 2 ] 2 Cr(DIPPE):
2.128(4) Å [149]; (PhCH 2 ) 2 Cr(TMEDA): 2.177(2) Å [150]; [PhC(Me 2 )CH 2 ] 2 Cr(TMEDA):
2.146(3) Å [150]). Der Cr-N1- beziehungsweise Cr-N2-Abstand ist mit 2.082(19) Å kürzer
als in (Mes) 2 Cr(BIPY) (2.131(4) und 2.137(4) Å) [151], in dem das Metall ebenfalls an sp2hydrisierte Stickstoffatome koordiniert ist, aber auch sterisch sehr anspruchsvolle
Mesitylliganden trägt. Ähnliche Werte zeigen sich im [(Pz‘Me)Cr(-Cl)] 2 2+ (Pz‘ = 3,5Dimethylpyrazol-1-yl) mit 2.091(3) und 2.087(3) Å. Die Bindungslänge zum dritten
Stickstoffatom ist aufgrund asymmetrischer Bindungsverhältnisse mit 2.290(3) Å signifikant
länger [152]. In guter Übereinstimmung damit, dass der Ionenradius von Chrom(II) zwischen
denen von Lithium(I) und Zinn(II) liegt [141], ist auch der C2-Cr-N1-Chelatwinkel mit
82.06(8)° größer als in 14 (73.03(7)°) und kleiner als in 12 (87.81(9)°).
Nach den überraschenden Ergebnissen bei der Synthese und Charakterisierung von
Carboranylamidino-Komplexen, war es von großem Interesse, weitere Verbindungen
unterschiedlicher stöchiometrischer Zusammensetzungen zu untersuchen. Zu diesem Zweck
wurde das Chromdichlorid-THF-Addukt und der Ligand im Molverhältnis 1:1 umgesetzt. Das
Resultat war ein zweikerniger, chloro-verbrückter Chrom(II)-Komplex.
77
Schema 66
H
C
CH
2
+ 2 BuLi + 2 PrN=C=N Pr
n
i
i
2 CrCl2(THF)2
THF
- 2 nBuH
- 2 LiCl
Cl
N
HN
C
C
= BH
C
C
Cr
Cr
Cl
N
NH
16
Der Zielkomplex 16 ist gut in Toluol und THF, weniger gut in Cyclopentan, und schlecht in
Pentan löslich. Zur Aufarbeitung wurde Toluol verwendet. Einen ersten Hinweis auf einen
Unterschied in der Struktur zu 15 war die blau-grüne Farbe der Lösung. Hingegen ähneln die
quaderförmigen, dünnen Kristalle von in ihrem Habitus sehr denen des einkernigen
Chrom(II)-Komplexes. Ferner zeigen sie auch Dichroismus, denn unter dem Mikroskop ist
ein Farbwechsel zwischen blau und grün erkennbar. Wird jedoch das kristalline Produkt
isoliert und getrocknet so zeigt sich ein weiterer Unterschied zu 15, denn in diesem Fall sind
die Kristalle türkisfarben. Erwähnenswert ist die relativ geringe Ausbeute von 23% (15:
45%). Erwartungsgemäß ist das Produkt luftempfindlich und zersetzt sich in festem und
gelöstem Zustand unter Farbwechsel nach braun-grau. Auch in diesem Fall waren aufgrund
des Paramagnetismus der Verbindung 16 keine auswertbaren NMR-Spektren erhältlich.
Die IR-Spektren der beiden Chrom(II)-Verbindungen sind sehr ähnlich. Herauszustreichen ist,
dass die sehr starke, charakteristische Bande bei 2577 (15) und 2578 cm-1 (16) für die B-HSchwingung nahezu identisch sind. Sehr konstant erscheint die C=N-Bande wieder bei nahezu
dem gleichen Wert (1667 cm-1) wie in allen bisher beschriebenen Verbindungen. Eine weitere
Bestätigung der Amidinoform ist das Vorliegen einer Bande für die N-H-Schwingung (3404
cm-1) und zum anderen die Abwesenheit typischer NCN-Banden.
Die IR-Analyse sowie das Auffinden eines Molpeaks bei m/z 712.8 mit 100% Intensität im
Massenspektrum untermauern die erfolgreiche Synthese von Verbindung 16. Neben dem
Molpeak ist zudem auch das monomere Fragment bei m/z 355.9 sichtbar. Wie in allen
anderen beschriebenen Metallkomplexen zeigt sich bei m/z 227.1 auch in diesem Fall der
Peak, der sich dem [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) – iPr – H]+-Fragment zuordnen lässt.
78
Abb. 47: Molekülstruktur von {[(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)]Cr(-Cl)} 2 16
Die erfolgreiche Synthese des zweikernigen, chloro-verbrückten Chrom(II)-Komplexes 16
konnte zweifelsfrei durch die Einkristall-Röntgenstrukturanalyse (Abb. 47) belegt werden.
Auch in diesem Fall liegt die Carboranylamidino-Form vor, was in guter Übereinstimmung
mit den bisher dargestellten Analysendaten steht. Das Molekül ist C2-symmetrisch und die
Symmetrieachse steht senkrecht auf dem viergliedrigen [Cr(-Cl)] 2 -Ring. Zudem verläuft sie
durch den Schnittpunkt der Diagonalen Cr-CrA und Cl-ClA. Die Eckpunkte der Cr 2 Cl 2 Einheit liegen aufgrund dieser Symmetrie ideal in einer Ebene. Kleine Abweichungen der CrCl-Bindungslängen bestätigen dies (2.4000(6) und 2.3789(7) Å). Sie liegen damit im Bereich
von [(Pz‘CH 3 )Cr(-Cl)] 2 2+ (2.384(1) und 2.376(1) Å) [152]. In anderen Fällen werden häufig
sehr asymmetrische Cr 2 Cl 2 -Einheiten beschrieben, beispielsweise bei {Cr(-Cl)(DIPPE)} 2
mit 2.381(2) und 2.623(2) Å und 2.379(2) und 2.589(2) Å [154] oder bei
{[N(SiMe 2 CH 2 PPh 2 ) 2 ]Cr(-Cl)} 2 mit 2.397(3) und 2.529(4) Å [153].
Abb. 48: Koordinationsumgebung am Metall in {[(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)]Cr(-Cl)} 2 16
Die
für
vierfach
koordinierte
Chrom(II)-Komplexe
bevorzugte
quadratisch-planare
Koordinationsgeometrie [149] kann auf Grundlage der Winkelsumme an den Metallzentren
(ca. 362°) für 16 bestätigt werden. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur einkernigen
Chrom(II)-Verbindung 15 und ein deutlicher Hinweis auf den höheren sterischen Anspruch
der Liganden im letztgenannten Komplex. Eine geringe Abweichung von der idealen
Planarität zeigt der Diederwinkel zwischen den Cl-Cr-ClA- und N1-Cr-C2-Ebenen von 15.9°.
Wie in Abb. 48 gezeigt, sind die N1-Cr-C2- und N1A-CrA-C2A-Ebenen in der gleichen
79
Raumrichtung gegen die Cr 2 Cl 2 -Einheit geneigt. Auf den Chelatwinkel hat die
Koordinationsgeometrie in 16 augenscheinlich keine große Auswirkung, denn mit einem Wert
von 82.06(8) Å liegt er sehr nahe bei dem des einkernigen Komplexes. Die Cr-NBindungslänge im zweikernigen Komplex ist nur wenig länger (ca. 0.031 Å) als in 15. Ein
deutlicherer Unterschied liegt hingegen bei der Cr-C2-Bindungslänge vor. Sie ist mit
2.0854(18) Å um ca. 0.072 Å kürzer und liegt damit im Bereich von aromatischen Chrom(II)Komplexen. Beispiele dafür sind (Mes) 2 Cr(BIPY) (2.099(5) und 2.130(5) Å) [151],
(Mes) 2 Cr(THF) (2.083(11) Å) [151] und {[2,6-(DIPP) 2 C 6 H 3 ]Cr(-NMe 2 ) 2 } 2 (2.123(2) Å)
[155].
Nach den Ergebnissen der unerwarteten Bindungssituation in Haupt- und NebengruppenKomplexen des neuen Ligandensystems, war es ein wesentliches Ziel dieser Arbeit, auch
entsprechende Lanthanoidverbindungen zu synthetisieren. Dabei war zu erwarten, dass der
sterische Anspruch des Liganden so groß ist, dass lediglich zweifach substituierte Komplexe
gebildet werden. Daher wurde ein Äquivalent Certrichlorid mit zwei Äquivalenten des
Liganden umgesetzt (Schema 67).
Schema 67
H
C
Cl
CH
2
+ 2 BuLi + 2 PrN=C=N Pr
n
i
i
CeCl3
THF
- 2 nBuH
- 2 LiCl
N
HN
C
C
Ce
C
C
N
NH
= BH
17
Einen ersten Hinweis auf eine erfolgreiche Umsetzung lieferte die für Cer(III)-Komplexe
typisch gelbe Farbe des Reaktionsgemisches. Nach zahlreichen Versuchen wurde als
geeignetes Lösungsmittel für die Aufarbeitung Methylenchlorid gefunden. Aus Lösungen in
CH 2 Cl 2 kristallisiert der Komplex 17 in Form kräftig goldgelber, quaderförmiger Kristalle.
Unglücklicherweise eigneten sich diese nicht für eine Röntgenstrukturanalyse. Zahlreiche
Versuche, Kristalle geeigneter Qualität zu züchten, schlugen fehl. Das Produkt ist
erwartungsgemäß extrem luftempfindlich und zersetzt sich bei Luftkontakt nach
Sekundenbruchteilen sowohl im festen als auch gelösten Zustand unter Braunfärbung. Die
Verbindung ist sehr gut in THF, DME und Methylenchlorid löslich. Hingegen ist sie komplett
unlöslich in Pentan. In Toluol aufgenommen, entstehen viskose, klebrige Lösungen, aus
denen das Lösungsmittel nur sehr schwer wieder entfernt werden kann. Lösungsversuche in
80
Acetonitril führten zu einem spontanen Farbwechsel nach rot. Anschließende Versuche, das
Lösungsmittel restlos zu entfernen, schlugen fehl. Insbesondere war es nicht wieder möglich,
das ursprünglich gelbe Produkt zurückzugewinnen.
Trotz des Paramagnetismus des entstandenen Produkts, waren auswertbare NMR-Daten
zugänglich. Die Signale für die Isopropylgruppen erscheinen in Form von Dubletts
(Methylgruppen) bei 1.01 und 1.14 ppm und das dazugehörige Septett der Me 2 CH-Protonen
bei 3.73 ppm mit Kopplungskonstanten von 6.1, 6.3 und 6.0 Hz. Einen ersten Hinweis auf das
Vorliegen des Komplexes in der Amidino-Form lieferte das Signal bei 4.17 ppm. Die
Auswertung der Integralverhältnisse und 2-dimensionale NMR-Messungen (HSQC) zeigten
eindeutig, dass es sich um das Signal handelt, das den NH-Protonen zuzuordnen ist. In
Übereinstimmung damit war im 13C-NMR-Spektrum kein Signal für das Kohlenstoffatom der
Amidinateinheit eines Cer(III)-Komplexes (Vergleich Komplexe 1, 2, 4, 5: 171.3 – 199.1
ppm) nachzuweisen, sondern vielmehr ein deutlich hochfeldverschobenes Signal bei 142.0
ppm. Die BH-Protonen treten als breites Signal bei 1.45-3.40 ppm in Resonanz.
Das Vorliegen von Amidinfunktionalitäten ergab sich durch das Auftreten charakteristischer
Banden im IR-Spektrum. Die typische Bande für die C=N-Schwingung bei 1667 cm-1 in 1216 wurde auch in diesem Fall gefunden. Ferner lässt sich die schwache Bande bei 3393 cm-1
wieder der N-H-Schwingung zuordnen. Bei nahezu gleichem Wert wie bei den Chrom(II)Komplexen erscheint auch für die Cer(III)-Spezies die breite B-H-Bande.
Im Massenspektrum ist kein Molpeak zu erkennen. Es zeigen sich lediglich Peaks der
Bruchstücke des Carboranylliganden, unter ihnen wieder das Signal bei m/z 227.2 mit hoher
Intensität ([(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) – iPr – H]+).
Um weitere Informationen über das entstandene Produkt zu erhalten, wurde das kristalline
Produkt im Ölpumpenvakuum vier Stunden lang bei 60 °C getrocknet, durch Luftkontakt
oxidiert und mit konzentrierter Salpetersäure behandelt. Der anschließend nasschemisch
durchgeführte Chloridtest verlief positiv. Um auszuschließen, dass es sich um anhaftendes
Methylenchlorid handelt, wurde eine Blindprobe durchgeführt, die negativ verlief.
Alle bisherigen Informationen zusammengenommen, scheint die Umsetzung erfolgreich
gewesen zu sein, insbesondere ist gewiss, dass es sich um eine Cer(III)-Verbindung handeln
muss (Farbe und Luftempfindlichkeit), im Komplex der Carborankäfig enthalten ist (NMR-,
IR- und MS-Spektren), eine Amidineinheit vorliegt (NMR- und IR-Spektren) und ein oder
mehrere Chloroliganden im Komplex enthalten sind. Aufgrund des Ausbleibens des Molpeaks
im MS-Spektrum und der relativ schlechten Elementaranalyse ist eine eindeutige Aussage zur
81
Anzahl der Liganden im Komplex nicht möglich. Die Analysenwerte weisen jedoch auf einen
zweifach substituierten Komplex gemäß Schema 67 hin.
Die Einführung des ortho-Carborans in das Rückgrat eines Amidinatliganden und
anschließende Synthesen von Metallkomplexen ergab die unerwartete Bindung des Metalls an
das Kohlenstoffatom des Carborankäfigs. Das Stickstoffatom der Amidinat-Einheit bleibt
protoniert, so dass solche Verbindungen korrekter als Carboranylamidino-Komplexe zu
bezeichnen sind. Die Molekülstrukturen von 12 und 14-16 bestätigten zweifelsfrei diesen
Koordinationsmodus für Elemente verschiedener Gruppen des Periodensystems, im Falle des
Chroms auch für einen zweikernigen Komplex (16). Die durchgeführten NMR-Analysen von
12 und 17 belegen das Vorliegen der M-C Käfig -Bindung auch in Lösung (12: THF-d 8 ; 17:
CD 2 Cl 2 ). Dennoch scheinen sich vereinzelt in Lösung komplexere Vorgänge abzuspielen,
denn für die diamagnetische Zinn(II)-Verbindung 14 waren keine auswertbaren NMRSpektren in THF-d 8 oder C 6 D 6 erhältlich. Zudem zeigt dieses Produkt in Toluol eine
ausgeprägte Thermochromie, wohingegen es in festem Zustand farblos ist. Die IR-Daten
(KBr-Pressling) zeigen in allen Fällen ein homogenes Bild bezüglich charakteristischer Werte
(NH, C=N, BH). Am unempfindlichsten gegenüber der Koordination verschiedener Metalle
ist der C=N-Wert mit 1667 cm-1.
82
3.4.
Lanthanoid(III)- und Lanthanoid(IV)-Komplexe des N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tertbutylsalicylidenamino)triethylamins
In diesem Teil der Arbeit stand der Fokus auf der Erforschung des Reaktionsverhaltens von
{N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }CeCl
(=
Ce(Trendsal)Cl)
[11].
Wesentliche
Vorteile gegenüber den bereits bekannten halogen-funktionalisierten Cer(IV)-Komplexen
([N(CH 2 CH 2 N(SitBuMe 2 ) 3 ]CeI [12], [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl [13a], [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeBr [13b] und
[(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl(NCC 6 H 4 OMe) 9) sind erstens die einfache Synthese ohne empfindliche
Cer(III)-Vorstufe, und zweitens die Luftstabilität des tripodalen Schiff-Basenkomplexes.
Ce(Trendsal)Cl ist in großen Mengen erhältlich und bequem handhabbar und dosierbar. Bei
den nachfolgenden Experimenten war das Hauptaugenmerk dabei auf drei Aspekte gerichtet:
Erstens die Synthese des Cer(III)-Analogons CeIII(Trendsal) und im Falle des Erfolgs der
Vergleich mit dem literaturbekannten CeIII(Trensal) in Hinblick auf den Einfluss der sterisch
anspruchsvollen tert-Butylgruppen. Zweitens, ob es möglich ist, den Chloroliganden zu
substituieren. Aussichtsreich schien dabei der Einsatz des „schlanken“ Azidoliganden zu sein,
da dieser mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Koordinationssphäre des Cer(IV) nahe
genug kommt, um eine kovalente Bindung aufbauen zu können. Aus der Tatsache heraus,
dass bisher in der Literatur kein Beispiel eines Cer(IV)-Kations zu finden ist, ergab sich der
dritte Schwerpunkt der Forschungen: Ist dieses tripodale Ligandensystem befähigt, ein
solches Kation zu stabilisieren und isolierbar zu machen?
3.4.1. Lanthanoid(III)-Komplexe des N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamins
Entgegen den Resultaten von Bernhardt et al. [18] waren analoge Versuche, CeIII(Trendsal)
18, durch Reaktion von Certrichlorid mit 3,5-Di-tert-butylsalicylaldehyd und Tris(2aminoethylamin) unter Schutzgasatmosphäre zu erhalten, nicht erfolgreich. Auch der direkte
Einsatz des freien Liganden H 3 Trendsal führte nicht zu einem reinen Produkt. In allen Fällen
wurden lediglich Gemische von Cer(III)- und Cer(IV)-Verbindungen isoliert. Arbeiten von
Dutt et al. bestätigen dieses Phänomen beim Einsatz von Schiff-Basen-Liganden [156].
Ausgehend vom Cer(IV)-Komplex Ce(Trendsal)Cl brachte die Reduktion mit Kalium den
Erfolg.
83
Schema 68
N
N
t
O N
Bu
Ce
Bu
N
N
O
O
t
N
Cl
t
t
Bu
+ K
Bu
t
THF
- KCl
O N
Bu
t
Bu
N
O
O
Bu
t
Bu
t
Bu
t
Bu
t
Bu
t
Ce
t
Bu
18
Der Cer(III)-Komplex 18 ist in Toluol, THF und Diethylether gut löslich. In Pentan hingegen
ist er nahezu unlöslich. Das Produkt kann in hohen Ausbeuten (92%) aus Toluol in Form
kräftig orangefarbener Mikrokristalle isoliert werden. Sie sind in fester und gelöster Form im
Vergleich zu den beschriebenen Cer(III)-Amidinatokomplexen nur mäßig luftempfindlich und
zersetzen sich nach wenigen Sekunden unter Braunfärbung. Quaderförmige Einkristalle, die
sich für eine Röntgenstrukturanalyse eigneten, waren aus Diethylether erhältlich.
Neben der Farbe der neuen Verbindung bestätigen die stark paramagnetisch verschobenen
Signale in den NMR-Spektren die erfolgreiche Synthese. Die Protonensignale überstreichen
einen Bereich von über 30 ppm. Am deutlichsten wird der Einfluss des paramagnetischen
Cer(III)-Ions bei den metallnahen Protonen. So sind die Signale für die Protonen der
Methylenbrücke mit -9.71 und -12.41 ppm deutlich weiter hochfeldverschoben im Vergleich
zum Cer(IV)-Edukt (4.30, 3.76, 3.61 und 3.06 ppm) [11]. Ferner ist der Peak für die Protonen
der Imineinheiten mit 17.99 ppm bei einem deutlich höheren Wert zu finden (Ce(Trendsal)Cl:
8.70 ppm) [11]. Unterschiede lassen sich auch bei der chemischen Verschiebung des
Kohlenstoffatoms der CO-Einheit finden. Im Spektrum des Produkts erscheint dieses Signal
tieffeldverschoben (188.1 ppm) im Vergleich zum Edukt (166.5 ppm) [11]. Kleinere
Abweichungen in den Werten der übrigen Signale sind vorranging Lösungsmitteleffekten (in
[11]: CD 3 CN; für 18: C 6 D 6 ) zuzuschreiben.
Neben den Banden für die symmetrischen und asymmetrischen C-H-Streckschwingungen der
Methyl- und Methylengruppen zeigt sich im IR-Spektrum die charakteristische Bande für die
C=N-Schwingung bei 1619 cm-1 [129e]. Der Wert liegt im Bereich des Sm(Trendsal) [22]
und Gd(Trendsal) [23], aber unter dem des freien Liganden mit 1632 cm-1 [22] und deutlich
unter dem der Carboranylamidinkomplexe 12 und 14 - 17 (1667 cm-1). Für Ce(Trendsal)Cl
beträgt dieser Wert 1618 cm-1 [157], wonach sich zur Cer(III)-Verbindung 18 kein
wesentlicher Unterschied feststellen lässt.
84
Die hohe Stabilität des Zielkomplexes, bedingt durch den einkapselnden tripodalen Liganden,
zeigt sich durch das Auftreten eines Molpeaks mit korrektem Isotopenmuster und maximaler
Intensität bei m/z 931.7 im Massenspektrum. Danach folgt ein Signal bei m/z 916.6, das dem
Bruchstück zugeordnet werden kann, das sich durch Abspaltung einer Methylgruppe aus dem
Komplex ergibt. Die Abspaltung eines Armes des Liganden ergibt das Fragment bei m/z
673.3.
Abb. 49: Molekülstruktur von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }Ce 18
Die Koordinationsgeometrie um das Metallzentrum lässt sich als einfach überkappter,
verzerrter Oktaeder beschreiben, in dem das Amin-Stickstoffatom (N1) die überkappende
Ecke darstellt (Abb. 49). Die nur geringen Abweichungen bei den N Imin -Ce-N Imin - und O-CeO-Winkeln (Durchschnitt: 102.8° und 97.2°) belegen die quasi symmetrische Anordnung der
drei Arme um das Metallzentrum. Die Einführung der tert-Butylgruppen hat keinen
signifikanten Einfluss auf den LnN 4 O 3 -Kern, denn die Chelatwinkel der einzelnen Arme
liegen mit durchschnittlichen Werten von 64.5° (N1-Ce-N Imin ) und 68.6° (N(x+1)-Ce-Ox; x =
1-3) im Bereich der unsubstituierten Verbindung (64.51(7) und 70.42(9)°) [18]. Gleiche
Resultate zeigten sich auch bei den bereits bekannten Neodym- [22], Samarium- [22] und
Gadoliniumkomplexen
[23].
Wie
in
allen
bekannten
Fällen
von
Trensal-
und
Trendsalkomplexen der Lanthanoide [18-23] ist auch in 18 die Bindungslänge zum AminStickstoffatom (2.860(2) Å) deutlich länger als zu den Imin-Stickstoffatomen (Durchschnitt:
2.619 Å).
Versuche, das Ce(Trendsal) 18 in definierte Oxidationsprodukte zu überführen, schlugen fehl.
Zum Einsatz kamen Silbertetraphenylborat, Benzochinon und Phenylioddichlorid. Eine
Braunfärbung im Verlauf dieser Reaktionen war zwar ein deutlicher Hinweis auf
Oxidationsprozesse, aber reine Cer(IV)-Verbindungen konnten nicht isoliert werden.
85
Zu Vergleichszwecken wurde das Eu(Trendsal) 19 synthetisiert. Zugänglich war dieser
Komplex gemäß Schema 69 über eine templat-gestützte Synthese.
Schema 69
N
Bu
t
EuCl3(H2O)6
OH
3
Bu
t
O
N
N
Methanol
NH2
3
- 3 HCl
- 9 H2O
O N
Bu
t
Eu
O
O
Bu
t
N
Bu
t
Bu
t
Bu
t
Bu
t
19
Der Zielkomplex 19 ist gut in Methanol, Acetonitril, DME und THF, mäßig in Toluol und
schlecht in Pentan löslich. Das Produkt kristallisiert aus Acetonitril und DME in Form kräftig
gelber, quaderförmiger Kristalle, die sich für eine Röntgenstrukturanalyse eignen. NMRUntersuchungen zeigten, dass im Vakuum alle Lösungsmittelmoleküle entfernt werden
können. Im Unterschied zur Cer(III)-Spezies ist das Produkt erwartungsgemäß nicht
luftempfindlich. Beim Erwärmen zersetzt sich 19 bei 234 °C unter Grünfärbung.
Der sehr ausgeprägte paramagnetische Charakter zeigt sich im 1H-NMR-Spektrum des
Komplexes. Dort sind Protonensignale im Bereich von -29.78 ppm bis 28.88 ppm zu finden.
Dieser Einfluss kommt bei den metallnahen Protonen wieder sehr stark zum Ausdruck. So ist
der Wert für das Signal der Protonen der Imineinheiten sehr weit hochfeldverschoben bei
-29.78 ppm zu finden und damit ungefähr 47 ppm gegenüber dem entsprechenden Signal in
der Cer(III)-Verbindung 18 verschoben. Zudem sind die Signale der Protonen der
Methylenbrücke deutlich weiter tieffeldverschoben und erscheinen bei 28.88, 16.74, 11.52
und 3.39 ppm. Auch auf die weiter vom Metallzentrum entfernten Protonen hat das
Europium(III)-Ion im Komplex einen Einfluss. Die Signale der Protonen der tertButylgruppen liegen sehr weit auseinander (7.28 und -0.28 ppm). Da sich der erste Wert
deutlich von dem des freien Liganden unterscheidet (1.43 ppm, [22]), sollte er dem
Substituenten in 3-Position am Ring zuzuordnen sein, da dort der Einfluss des Metallions
größer ist.
13
C-NMR-Daten waren aufgrund des Paramagnetismus des Komplexes 19 nicht
zugänglich.
Der IR-Bande bei 1619 cm-1 ist der C=N-Schwingung zuzuordnen.
Die hohe Stabilität des Komplexes bestätigt sich auch in diesem Fall durch das
Vorhandensein eines Molpeaks mit hoher Intensität im Massenspektrum. Zudem erscheint,
ebenso wie bei 18, ein Peak, der dem [M – CH 3 ]+-Fragment zugeordnet werden kann.
86
Abb. 50: Molekülstruktur von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }Eu·DME 19·DME
Wie bereits erwähnt, wurden röntgenfähige Einkristalle aus DME und Acetonitril erhalten.
Die aus DME erhaltenen Kristalle von 19 waren monoklin (Raumgruppe: C2/c). Bei
Kristallisation aus Acetonitril liegen zwei unabhängige Molekülen in triklinem Kristallsystem
vor (Raumgruppe: P-1). Die Werte für die Bindungslängen und –winkel beider
Kristallsysteme zeigen keine signifikanten Abweichungen, und in beiden Fällen ist jeweils ein
Lösungsmittelmolekül in der Elementarzelle enthalten. Bemerkenswert ist, dass selbst das
„schlanke“ Acetonitril nicht an das Metall koordiniert wird, obwohl die Koordination solcher
Liganden auch bei sterisch anspruchsvollen Liganden, wie etwa in Tris(cyclopentadienyl)[159] oder Tris(amidinato)komplexen [28], durchaus bekannt ist. Der Cer(III)-Komplex 1 ist
ein weiteres Beispiel dafür. Das macht die Fähigkeit des Trendsal-Liganden deutlich auch
große Metalle effektiv einzukapseln. In Abb. 50 ist die Molekülstruktur des DME-Addukts
dargestellt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist das unkoordinierte Lösungsmittelmolekül
nicht gezeigt. Wie beim Cerkomplex 18 ist das Europium einfach überkappt, verzerrt
oktaedrisch von den Haftatomen umgeben. Die quasi symmetrische Anordnung der Arme des
Liganden kommt durch die geringe Streuung der Werte für die N Imin -Eu-N Imin - und O-Eu-OWinkel zum Ausdruck. Aufgrund des kleineren Ionenradius des Europium(III) im Vergleich
zum Cer(III) sind sämtliche Bindungslängen zu den Haftatomen des Liganden
erwartungsgemäß kleiner.
Die vorliegenden Daten der beiden LnIII(Trendsal)komplexe zeigen, dass die Einführung der
sperrigen tert-Butylgruppen keinen erkennbaren Einfluss auf die Koordinationsgeometrie m
Metallzentrum besitzt und bestätigen damit Ergebnisse für die Fälle mit Ln = Nd und Sm
[22].
87
3.4.2. Cer(IV)-Komplexe des N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamins
Wie erwähnt, lag in diesem Teil der Arbeit der Schwerpunkt auf die Substitution des
Chloroliganden. Zunächst wurde die Einführung eines Azidoliganden über Salzmetathese in
der Verbindung Ce(Trendsal)Cl untersucht:
Schema 70
N
N
t
O N
Bu
N
Cl
Ce
N
O
O
Bu
t
Bu
t
+ NaN3
- NaCl
Bu
t
t
N
THF
O N
Bu
t
Bu
O
O
t
Bu
Bu
t
Ce
N
N N
N
Bu
t
t
Bu
t
Bu
t
Bu
20
Das Natriumazid wurde in der Reaktion in großem Überschuss eingesetzt, da vorangegangene
Versuche zeigten, dass die Reaktion sonst sehr langsam verläuft. Eine einsetzende
Farbänderung von dunkelblau-violett nach dunkelrot-violett war bereits ein Hinweis auf eine
erfolgreiche Umsetzung. Das entstandene Natriumchlorid konnte direkt durch Filtration
abgetrennt werden. Der Zielkomplex 20 löst sich mäßig in THF und Acetonitril, schlecht in
Toluol und ist nahezu unlöslich in Pentan. Aus Acetonitril wurden schwarze, quaderförmige
Kristalle des Produkts 20 erhalten, die sich für eine Röntgenstrukturanalyse eigneten. Das
Lösungsmittel ist in die Zelle mit eingebaut, kann aber durch intensives Trocknen am
Ölpumpenvakuum entfernt werden. Der neue Cer(IV)-Komplex ist weder luft- noch
feuchtigkeitsempfindlich.
Die NMR-Untersuchungen bestätigten das Vorliegen eines solvatfreien Komplexes. Darüber
hinaus zeigt das Spektrum bereits geringe Unterschiede zum Ausgangskomplex. Am
auffälligsten ist das Erscheinen der Signale für die tert-Butylgruppen als ein einziges breites
Signal bei 1.27 ppm, während bei Ce(Trendsal)Cl zwei Signale erhalten werden (1.28 und
1.24 ppm) [11]. Der Grund dafür ist wahrscheinlich eine stärkere Einschränkung der
Beweglichkeit dieser Gruppen im Chloridokomplex.
Eine sehr starke Bande bei 2044 cm-1 im IR-Spektrum von 20 lässt sich der asymmetrischen
Streckschwingung des Azidoliganden zuordnen [129g], was die erfolgreiche Substitution des
Chloro-Liganden bestätigt. Alle übrigen Werte gleichen wiederum denen des Edukts,
einschließlich dem Wert für die C=N-Schwingung bei 1618 cm-1 [157].
Im Massenspektrum ist der Molpeak nur sehr schwach zu erkennen (0.02%), zeigt aber das
erwartete Isotopenmuster. Weitere Fragmentsignale weisen darauf hin, dass der Azidoligand
88
oder ein N 2 -Bruchstück leicht vom Molekül abgespalten werden. Der Basispeak entspricht
dem [M – N 3 ]+-Fragment.
Abb. 51: Molekülstruktur von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }CeN 3 20
Das Produkt 20 kristallisiert im triklinen Kristallsystem (Raumgruppe: P-1) mit zwei
unabhängigen Molekülen in der Elementarzelle. Das Metallzentrum ist stark verzerrt
oktaedrisch, zweifach überkappt von den Haftatomen umgeben. Die Iminstickstoff- und
Sauerstoffatome stellen dabei die Ecken des verzerrten Oktaeders dar. Die Bindungslängen zu
den Haftatomen des tripodalen Liganden (Ce(x)-N Amin : 2.762(2) - 2.773(2) Å; Ce(x)-N Imin :
2.510(2) - 2.661(3) Å; Ce(x)-O: 2.1542(19) - 2.197(2) Å; x = 1,2) zeigen keine signifikanten
Unterschiede zu Ce(Trendsal)Cl (Ce-N Amin : 2.774(2) Å; Ce-N Imin : 2.536(2) - 2.643(2) Å; CeO: 2.164(2) - 2.233(2) Å) und Ce(Trendsal)NO 3 (Ce-N Amin : 2.808(2) Å; Ce-N Imin : 2.569(2) 2.626(2) Å; Ce-O: 2.188(2) - 2.228(2) Å) [11]. Insbesondere ist der Abstand zum AminStickstoffatom größer als zu den Imin-N-Atomen.
Abb. 52: Koordinationsumgebung am Metall in 20 (Blickrichtung entlang der Ce1-N1-Achse)
Die Koordination des Azidoliganden verursacht eine asymmetrische Anordnung der Arme des
tripodalen Liganden um das Metall herum (Abb. 52). Der N2-Ce1-N3-Winkel (125.49(8)°) ist
deutlich größer als der bei N2-Ce1-N4 (77.30(8)°) und N3-Ce1-N4 (95.41(8)°). Zudem sind
89
die Ce1-N Imin -Abstände (2.520(2) - 2.661(3) Å) weitaus inhomogener als in 18 (2.613(2) 2.629(2) Å), in dem kein zweiter Ligand koordiniert ist. Die Chelatwinkel der fünf- und
sechsgliedrigen Metallacyclen bleiben von der Koordination des Azido-Liganden relativ
unberührt. Das zeigt die geringe Streuung der Werte (N Amin -Ce-N Imin : 62.50(8) - 65.66(8)°;
N Imin -Ce-O: 67.93(7) - 71.60(8)°). Die Bindungslängen zum Azid sind mit 2.437(3) und
2.423(2) Å wesentlicher kürzer als die koordinativen Bindungen zu den übrigen
Stickstoffatomen
und
liegen
aber
noch
über
Ce(IV)-N-Abständen
in
Amiden
([(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl: 2.217(3) Å [13a]; 9: 2.2226(15), 2.2165(16) und 2.2204(17) Å).
Aufgrund des hohen Oxidationspotentials des Cer(IV)-Ions ([E°(CeIV/III): 1.70V] [50e]), stellt
es nach wie vor eine große Herausforderung dar, wohldefinierte Cer(IV)-Komplexe zu
synthetisieren [12]. Umso erstaunlicher ist es, dass in einer einfachen Eintopf-Synthese eine
Verbindung wie Ce(Trendsal)Cl zugänglich ist [11]. Die Gründe dafür sind in der Struktur
des Liganden zu suchen. Neben seiner Fähigkeit, dem Metallzentrum durch seine vielen
Haftatome eine hohe Elektronendichte zu bieten und damit hohe Oxidationszahlen zu
stabilisieren, schützt sein hoher sterischer Anspruch gleichzeitig vor äußeren Angriffen.
Dennoch ist das Trendsal3- flexibel genug, auch eine gezielte Einführung neuer Liganden zu
ermöglichen. Das Beispiel der Synthese von Ce(Trendsal) 18 zeigt, dass durch Reduktion der
Chloroligand gut entfernt werden kann. Mit dem Ziel, das erste bekannte Cer(IV)-Kation zu
erhalten, wurde das Ce(Trendsal)Cl mit NaBPh 4 umgesetzt.
Schema 71
N
N
O N
t
Bu
Ce
Bu
N
N
O
O
t
N
Cl
Bu
t
Bu
t
+ NaBPh4
THF
- NaCl
O N
t
Bu
Bu
t
Bu
t
Bu
t
Bu
t
Bu
Bu
O
O
t
t
N
Ce
BPh4
Bu
t
21
Im Gegensatz zur Synthese von 20 musste in diesem Fall das Alkalimetallsalz nicht im
Überschuss zugegeben werden, und bereits nach wenigen Minuten war eine Farbänderung
von dunkelblau-violett nach dunkelrot-violett zu verzeichnen. Die Reaktion war nach ca. 30
Minuten abgeschlossen. Das Produkt wurde aus Acetonitril in Form schwarzer,
quaderförmiger Kristalle isoliert, die sich für eine Röntgenstrukturanalyse eigneten. Die
schlechte Löslichkeit in unpolaren Lösungsmitteln war ein weiteres Anzeichen dafür, dass
sich tatsächlich ein ionischer Komplex gebildet hatte. In THF, Aceton, DME und Acetonitril
90
ist der Zielkomplex nur mäßig löslich. Die Ausbeute betrug 89%. Beim Trocknen im
Ölpumpenvakuum verliert [Ce(Trendsal)][BPh 4 ] 21, ähnlich dem Ce(Trendsal)N 3 20,
Acetonitril.
Das 1H-NMR-Spektrum weist wesentliche Unterschiede zu dem des Edukts auf. Drei neue
Signale bei 7.35, 6.92 und 6.77 ppm bestätigen das Vorliegen der aromatischen Protonen des
Tetraphenylborat-Anions. Sie sind deutlich von denen des tripodalen Liganden zu
unterscheiden, da sie in ihren Integralintensitäten kleiner sind, aber auch als Dubletts mit einer
4
J-Kopplungskonstanten von 2.4 Hz erscheinen. Interessanterweise sind die chemischen
Verschiebungen der Protonen jeweils einer Methylgruppe nicht mehr gleich. Es erscheinen
also nicht mehr nur zwei, sondern vier Signale, zwei davon als breite Dubletts und zwei als
breite Tripletts. COSY-NMR-Messungen bestätigten, dass jeweils ein Dublett und ein Triplett
die Signale der Protonen eines Kohlenstoffatoms darstellen. Das Auftreten von vier Peaks
lässt auf eine geringere Beweglichkeit der Methylenbrücken im Molekül schließen.
Im IR-Spektrum
konnten die erwarteten Banden für die B-C-Schwingungen des
Tetraphenylborat-Anions nicht eindeutig zugeordnet werden. Die Bande für die C=NSchwingung bei 1615 cm-1 hat bei nahezu den gleichen Wert wie im Ce(Trendsal)Cl (1618
cm-1) [157].
Im Massenspektrum zeigt der Basispeak bei m/z 931.7 das [M – BPh 4 ]+-Fragment an.
Abb. 53: Molekülstruktur von [N{CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )} 3 Ce][BPh 4 ] 21 (aus Gründen der
Übersichtlichkeit wird das Anion weggelassen)
Das Produkt kristallisiert im monoklinem Kristallsystem (Raumgruppe: P2 1 /c). Die
Koordinationsgeometrie entspricht wie bei 18 einem verzerrten, einfach überkappten
Oktaeder (Abb. 53). Das Amin-Stickstoffatom die überkappende Ecke. Die geringen
Abweichungen der N Imin -Ce-N Imin - (103.99(7) - 110.54(6)°) und O-Ce-O-Winkel (94.64(6) 99.69(9)°) unterstreichen die quasi symmetrische Koordination der einzelnen Arme des
91
Liganden. Aufgrund der positiven Ladung am Zentralion kommt es zu einer stärkeren
Anziehung der Bindungselektronenpaare und damit einer Verkürzung der Bindungen. Die
mittleren Ce-N Imin -Abstände (2.482 Å) sind signifikant kürzer als im Azidkomplex 20 (2.589
beziehungsweise 2.581 Å). In guter Übereinstimmung mit den Werten für die tripodalen
Schiff-Basen-Komplexe ist die Bindung zum Amin-Stickstoffatom wieder deutlich länger mit
2.6548(19) Å, aber dennoch kürzer als in 20 (2.762(2) und 2.773(2) Å). Ferner lässt sich der
Trend zu kürzeren Bindungen auch für die Phenolatsauerstoffatome beobachten (20: 2.18 Å;
21: 2.141 Å), wenn auch schwächer ausgeprägt. Infolgedessen werden die Chelatwinkel der
fünf- und sechsgliedrigen Metallacyclen größer. Mit durchschnittlich 67.98° im
fünfgliedrigen- und 71.16° im sechsgliedrigen Ring liegen die Werte über denen von 20
(64.32 und 69.71°).
Obgleich sich die Molekülstruktur einer Verbindung von der Struktur in Lösung deutlich
unterscheiden kann, sind die gewonnenen Informationen eine mögliche Erklärung für das
Auftreten von vier Signalen für die Protonen der Methylenbrücke im 1H-NMR-Spektrum. Die
kürzeren Bindungslängen zu den Stickstoffatomen sorgen dafür, dass das Cer(IV)-Kation im
fünfgliedrigen Metallacyclus näher an die Haftatome gelangt und sich dadurch der
Chelatwinkel vergrößert. Dies führt zu einer starreren Konstitution des Rings und die
Kohlenstoffatome der Brücken werden in ihrer Bewegung eingeschränkt.
Abb. 54: Ausschnitt aus der Molekülstruktur [Ce(Trendsal)][BPh4] 21 mit Blickrichtung vom AminStickstoffatom zum Cer(IV)-Ion (grau: H; dunkelgrau: C; blau: N)
Die rot markierten Pfeile in Abb. 54 verdeutlichen, in welchen Richtungen die
Kohlenstoffatome in ihrer Bewegung eingeschränkt sind. Dieser Umstand führt dazu, dass die
Protonen auch relativ starr im System gebunden sind und daher im 1H-NMR-Spektrum
unterschiedliche chemische Verschiebungen aufweisen.
NMR-Messungen bei variablen Temperaturen (VT-NMR) in THF-d 8 bestätigten die
asymmetrische Koordination der Arme des Liganden für 20 und die quasi symmetrische
Koordination für 21 auch in Lösung. In Abb. 55 sind auszugsweise die Signale für die
Protonen der Imin-Einheit (links) und tert-Butyleinheit zu sehen.
92
213K
263K
243K
253K
273K
293K
20
21
20
21
Abb. 55: Auszug aus den VT-NMR-Spektren von 20 (jeweils links) und 21
Die jeweils links dargestellten Spektren sind die des Ce(Trendsal)N 3 20. Für die Protonen der
Imineinheit ist für den Fall des Azidokomplexes zu erkennen, dass sich bei 293 K nur ein
breites Signal ergibt. Bei schrittweiser Verringerung der Temperatur erscheinen zuerst zwei
Signale (273 K) und bei 253 K bereits drei Signale. Das kleinere Signal bei 273 K ist dem
Proton des dem Azidoliganden abgeneigten Arms zuzuordnen. Aufgrund des geringsten
Platzes im Komplex, ist die Beweglichkeit dieses Armes (damit auch des Protons) am ehesten
eingeschränkt. In guter Übereinstimmung mit den gleichmäßigen Platzverhältnissen der
einzelnen Arme des tripodalen Liganden im Cer(IV)-Kationkomplex 21, zeigt sich nur ein
einziges Signal bei allen Temperaturen für die Protonen der Imineinheiten, auch bei tieferen
Temperaturen. Gleiche Effekte gibt es bei Betrachtung der Protonen der tert-Butylgruppen
(die beiden rechten Spektren). Für 20 ist bei 293 K auf der linken Seite des einen Signals
bereits ein kleiner „Berg“ zu erkennen. Das ist wieder ein Hinweis, dass es sich dabei um das
Signal der Protonen des am stärksten eingeschränkten Armes des triodalen Liganden handelt.
Sukzessive Verringerung der Temperatur hat zur Folge, dass sich schlussendlich sechs
Singuletts für die sechs tert-Butylgruppen im Komplex zeigen. Drei von ihnen sind etwas
breiter und kleiner als die anderen drei. Diese Verbreiterung spiegelt wiederum eine
eingeschränkte Beweglichkeit der Protonen wider. Daher sind diese Signale den tertButylgruppen in 3-Position am aromatischen Ring zuzuordnen. Die Spektren von 21 (rechts
93
im Bild) zeigen bei allen Temperaturen erwartungsgemäß nur zwei Peaks. Offensichtlich wird
auch in diesem Fall einer von beiden bei Temperaturverringerung eher breiter. Aus bereits
genanntem Grund, handelt es sich um das Signal für die Protonen der tert-Butylgruppen in 3Position am aromatischen Ring.
94
4.
Zusammenfassung
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden drei wesentliche Ziele verfolgt. Ein erstes Ziel
war
die
Synthese
anschließende
und
Oxidation
Charakterisierung
zu
den
neuer
Cer(III)-Amidinatokomplexe
entsprechenden
Cer(IV)-Verbindungen
und
mit
Phenylioddichlorid. Der Fokus lag dabei auf der Erforschung des Einflusses verschiedener
Substituenten der Amidinatliganden auf den Ausgang der Oxidation. Der zweite Schwerpunkt
ergab sich während der experimentellen Arbeiten aus der Tatsache heraus, dass sich bei
Kopplung
eines
ortho-Carborans
an
ein
Amidinat
völlig
überraschend
neue
Bindungssituationen aufzeigten. Ein weiteres Ziel der Arbeit war die Synthese und
strukturelle Aufklärung von Komplexen der neuen Carboranylamidino-Liganden. Im dritten
Teil der Arbeit wurde die Reaktivität des Cer(IV)-Komplexes Ce(Trendsal)Cl untersucht.
Besonderes Interesse galt der genauen Analyse von Struktur-Reaktivitäts-Zusammenhängen.
Die Untersuchungen ergaben deutliche Hinweise darauf, dass die relativ hohe sterische
Überfrachtung auf die Reaktivität des Komplexes einen maßgeblichen Einfluss hat.
Als Vertreter der Lanthanoid(III)-Amidinatokomplexe wurden sieben neue Verbindungen
synthetisiert. Dabei handelt es sich um [p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce(NCC 6 H 4 OMe-p) 1
(Abb. 56), [PhC(NiPr) 2 ] 3 Ce 2, [PhC≡CC(NiPr) 2 ] 3 Ce 4, [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Ln (5-7, Ln = Ce, Eu,
Tb) und [tBuC(NDipp) 2 ] 2 CeCl 8 (Abb. 56).
1
8
Abb. 56: Molekülstrukturen von 1 und 8
95
Die Verbindung 4 (Abb. 57) ist der erste Vertreter eines Tris(propiolamidinato)komplexes der
Lanthanoide. Auch das als Ausgangsmaterial verwendete Kaliumpropiolamidinat 3 war
bislang unbekannt.
Abb. 57: Molekülstruktur von 4
Alle Cer(III)-Amidinate waren durch Salzmetathesereaktionen in hohen Ausbeuten
zugänglich. Diese Verbindungen sind erwartungsgemäß äußerst empfindlich gegenüber
Spuren von Luftsauerstoff. Auswertbare NMR-Daten waren bis auf bei 6 und 8 in allen Fällen
erhältlich und spiegeln ausnahmslos den paramagnetischen Charakter der Komplexe wider.
Zudem konnte die Konstitution aller Lanthanoidverbindungen mittels EinkristallRöntgenstrukturanalysen ermittelt werden.
Die
Cer(III)-Amidinatokomplexe
wurden
im
Anschluss
Oxidationsversuchen
mit
Phenylioddichlorid unterzogen. Zunächst wurde das literaturbekannte [(Me 3 Si) 2 N] 3 Ce auf
diesem Wege zum [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl oxidiert. Die Umsetzung gelang, wenn auch in
geringen Ausbeuten. Eine wesentliche Ausbeuteerhöhung konnte durch Einsatz des zusätzlich
koordinierenden Anisonitril-Liganden während der Oxidation erreicht werden. Die Signale im
NMR-Spektrum erschienen ausschließlich in für diamagnetische Komplexe typischen
Bereichen und bestätigen den Erfolg der Umsetzung zum [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl(NCC 6 H 4 OMep) 9. Zudem konnte die Existenz des neuen Cer(IV)-Amids röntgenographisch zweifelsfrei
bewiesen werden (Abb. 58).
Abb. 58: Molekülstruktur von 9
96
Im Falle der Oxidation der Cer(III)-Amidinatokomplexe gelang erstmals die Synthese zweier
Vertreter
der
neuen
Cer(IV)-Amidinate.
Konkret
handelt
es
sich
um
[p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 CeCl 10 und [PhC(NiPr) 2 ] 3 CeCl 11. Die Verbindung 10 wurde
mit den üblichen Analysemethoden, wie NMR-, IR-, MS- und ElementaranalyseUntersuchungen charakterisiert. Auch diese Verbindung konnte durch eine EinkristallRöntgenstrukturanalyse strukturell gesichert werden (Abb. 59).
Abb. 59: Molekülstruktur von 10
Der zweite Vertreter der Cer(IV)-Amidinate 11 erwies sich neben einer hohen
Luftempfindlichkeit zudem auch als sehr temperaturempfindlich. Aus diesem Grund waren
IR- und Elementaranalyse-Daten für diese Verbindung nicht zugänglich. Die NMR-Daten
bestätigten aber das Vorliegen eines diamagnetischen Komplexes. Das röntgenographisch
ermittelte Strukturmotiv der Verbindung zeigt eindeutig, dass gleiche Bindungsverhältnisse
wie in 10 vorliegen. In Oxidationsversuchen mit den Cer(III)-Amidinatokomplexen 4 und 5
zeigte sich eine sehr hohe Thermolabilität der Produkte, so dass die entstandenen Cer(IV)Komplexe nicht isoliert werden konnten. Bei Umsetzungen von 8 mit Phenylioddichlorid war
unter keinen Umständen eine Farbvertiefung zu verzeichnen. Daher muss davon ausgegangen
werden, dass keine Oxidationsreaktion stattgefunden hatte.
Ein völlig neuer und überraschender Aspekt dieser Arbeit war die erfolgreiche Synthese eines
sehr raumerfüllenden Amidinatliganden mit einem Carboran-Substituenten am zentralen
Kohlenstoffatom. Die Darstellung des Lithiumsalzes erfolgte durch Addition von orthoLithiocarboran an das N,N‘-Diisopropylcarbodiimid. Die Einkristallstrukturanalyse des
Produkts 12 offenbarte eine völlig unerwartete Bindung des Metalls an das freie
Kohlenstoffatom des Carboran-Käfigs (Abb. 60).
97
Abb. 60: Molekülstruktur von 12
Zur Aufklärung der Bindungsverhältnisse in anderen Metallkomplexen des neuen
Ligandensystems
wurde
12
mit
Zinndichlorid,
Chromdichlorid-THF-Addukt
und
Certrichlorid im stöchiometrischen Verhältnis von 2:1 umgesetzt. Für die Produkte
[(B 10 H 10 C 2 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Sn 14 und [(B 10 H 10 C 2 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Cr 15 bestätigten die
Röntgenstrukturanalysen zweifelsfrei die Bindung des Metalls an das freie Kohlenstoffatom
des ortho-Carborankäfigs (Abb. 61).
14
15
Abb. 61: Molekülstrukturen von 14 und 15
Im Falle des [(B 10 H 10 C 2 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 CeCl 17 belegten NMR- und IR-Daten ebenfalls
diesen Bindungsmodus. Durch Reaktion von 12 mit Chromdichlorid-THF-Addukt im
stöchiometrischen Verhältnis 1:1 war ein zweikerniger, chloro-verbrückter Chrom(II)Komplex
16
zugänglich,
in
dem
Carboranylamidinoliganden zeigten (Abb. 62).
sich
gleiche
Bindungsverhältnisse
zum
98
Abb. 62: Molekülstruktur von 16
Die Ergebnisse zeigen, dass sich das neue Ligandensystem hervorragend sowohl für die
Komplexierung von Hauptgruppenelementen als auch von Übergangsmetallen und
Lanthanoiden eignet. Durch das acide Proton am Stickstoffatom der Amidineinheit ist zudem
die Möglichkeit gegeben, heterometallische Komplexe zu synthetisieren.
Durch Reduktion des Ce(Trendsal)Cl mit elementarem Kalium gelang die Darstellung des
bisher nicht beschriebenen dreiwertigen Cerkomplexes Ce(Trendsal) 18 in hoher Ausbeute.
Das
Produkt
ist
kräftig
orangefarben
und
im
Vergleich
zu
anderen
Cer(III)-
Amidinatokomplexen etwas weniger oxidationsempfindlich. NMR-Daten zeigten den
paramagnetischen Charakter des Komplexes. Zu Vergleichszwecken wurde Eu(Trendsal) 19
synthetisiert. Die Eigenschaft des Europium(III)-Ions, als internes Shift-Reagenz wirken zu
können, kommt dadurch zum Ausdruck, dass sich die Protonensignale im 1H-NMR-Spektrum
über einen Bereich von 65 ppm erstrecken. Beide LnIII(Trendsal)-Komplexe konnten durch
eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eindeutig charakterisiert werden.
18
19
Abb. 63: Molekülstrukturen von 18 und 19
99
Ein Highlight der Arbeit ist sicherlich die Synthese eines präzedenzlosen vierwertigen CerKations 21, das durch Umsetzung von Ce(Trendsal)Cl mit Natriumtetraphenylborat in hoher
Ausbeute erhalten wurde. Der strukturelle Beweis wurde auch in diesem Fall erbracht (Abb.
64). Diese Substanz könnte erstmals die Möglichkeit eröffnen, auch Cer(IV)-Komplexe mit
-Alkyl-Liganden zu erschließen.
Abb. 64: Molekülstruktur von 21
Den Synthesen von 18 und 21 ist gemeinsam, dass das Entfernen des Chloroliganden zu einer
Verringerung der sterischen Überfrachtung des Moleküls führt. Die Reaktion von
Ce(Trendsal)Cl mit einem großen Überschuss an Natriumazid führte zum neuartigen
Azidokomplex Ce(Trendsal)N 3 20. Die Verbindung 20 konnte ebenfalls durch eine
Einkristall-Röntgenstrukturanalyse strukturell gesichert werden (Abb. 65).
Abb. 65: Molekülstruktur von 20
100
5.
Experimenteller Teil
5.1.
Allgemeine Arbeitstechniken und analytische Arbeiten
Die Darstellung aller neuen Verbindungen erfolgte mit Hilfe der Schlenk-Technik in einer
Stickstoff- oder Argonatmosphäre. Das Schutzgas wurde vor Gebrauch von Feuchtigkeitsund Sauerstoffresten befreit. Die verwendeten Glasgeräte wurden vor Gebrauch mindestens
24 Stunden bei einer Temperatur von 120 °C gelagert und heiß an der Schlenk-Apparatur im
Vakuum (10-2 mbar) abgekühlt. Die Beschickung der Glasgeräte erfolgte im
Schutzgasgegenstrom oder in Glove-Boxen. Zur Filtration wurde die Kanülentechnik
verwendet.
Die halogenfreien Lösungsmittel wurden vor Gebrauch über Natrium/Benzophenon sorgfältig
getrocknet. Die halogenhaltigen Lösungsmittel wurden je nach Literaturvorschrift über P 4 O 10
oder CaH 2 getrocknet und vor Gebrauch unter Schutzgas destilliert.
Lanthanoidtrichloride wurden vor Gebrauch mit Thionylchlorid entwässert und anschließend
über mehrere Stunden letzte Reste des Thionylchlorids im Ölpumpenvakuum entfernt.
Alle eingesetzten flüssigen Chemikalien wurden vor Gebrauch unter Schutzgas destilliert.
Feststoffe wurden vor Gebrauch mindestens 3 Stunden am Ölpumpenvakuum getrocknet.
Die meisten verwendeten Chemikalien waren allgemein kommerziell erhältlich; andernfalls
wurde auf die Literaturstelle hingewiesen.
Die Darstellung der Verbindungen 13, 19-21 erfolgte nicht unter Schutzgasatmosphäre.
Für die Charakterisierung der Verbindungen wurden folgende Geräte verwendet:
Einkristall-RöntgenstrukturanalyseN, Stoe IPDS-Diffraktometer
(Zur Lösung und Verfeinerung wurden die Programme SHELXS97 und SHELXL97
verwendet [160])
Elementaranalyse: LECO CHNS 932 oder VARIO EL cube
Infrarotspektroskopie: Perkin-Elmer FT-IR 2000 in KBr-Presslingen
Schmelzpunktbestimmung: Büchi Melting Point B-540
Massenspektroskopie (EI, 70 eV): MAT 95
NMR-Spektroskopie am DPX 400 (Bruker) oder AVANCE 600 (Bruker-Biospin)
(Referenzierung mittels TMS)
101
5.2.
Synthesebeschreibungen und Analysen
Synthese von (Anisonitril)tris[N,N’-bis(trimethylsilyl)-4-methyoxybenzamidinato]cer(III) (1)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 4.11 g (13.7 mmol) Lithium-N,N’-(bistrimethylsilyl)4-methyoxybenzamidinat [31], 1.13 g (4.6 mmol) CeCl 3 und 0.61 g (4.6 mmol) Anisonitril
zusammen eingewogen und mit 100 ml THF versetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 3 h bei
einer Wasserbadtemperatur von 60 °C gerührt. Die Farbe änderte sich von grau trüb nach
gelb, und das suspendierte CeCl 3 ging vollständig in Lösung. Das Lösungsmittel wurde im
Ölpumpenvakuum komplett entfernt und das entstandene Produkt viermal mit je 20 ml Pentan
aus dem goldgelben Feststoff extrahiert. Der Extrakt wurde auf ein Drittel des Volumens
eingeengt und 24 h auf -70 °C gekühlt. Die Verbindung kristallisiertee in Form kräftig gelber,
quaderförmiger Kristalle. Kristalle, die sich für eine Einkristallstrukturanalyse eigneten,
wurden aus Pentan bei -32 °C erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 50 H 82 CeN 7 O 4 Si 6
1153.86 g/mol
3.70 g (70 %)
190 °C
H NMR (600 MHz, C 6 D 6 , 25 °C,):  13.10 (s, 6H, Ar-H), 9.07 (s, 6H, Ar-H), 5.29 (d, 3J
= 8 Hz, 2H, Ar-H (Nitril)), 4.81 (d, 3J = 8 Hz, 2H, Ar-H (Nitril)), 4.39 (s, 9H, H 3 CO), 2.49 (s,
3H, H 3 CO- (Nitril)), -2.04 (s, 54H, Si(CH 3 ) 3 ). 13C{1H} NMR (100 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): 
199.08 (MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ), 162.7 (Ar-C), 162.1 (-CN), 131.4 (Ar-C (Nitril)), 155.4 (ArC), 134.3 (Ar-C), 119.8 (Ar-C (Nitril)), 113.9 (Ar-C (Nitril)), 116.6 (Ar-C), 101.9 (Ar-C
(Nitril)), 55.9 (OCH 3 ), 54.4 (OCH 3 (Nitril)), 0.7 (Si(CH 3 ) 3 ). 29Si-NMR (C 6 D 6 , 25°C,
80MHz):  = -3.95 (Si(CH 3 ) 3 ).
IR (KBr cm-1):  max 3068 (w), 3010 (w), 2952 (vs,  as CH 3 ), 2897 (m,  s CH 3 ), 2837 (m, –
O–Me), 2239 (st, N≡C), 1651 (st, NCN-Einheit), 1608 (vs, CH ring), 1576 (m, CH ring),
1511 (vs), 1432 (vs br ,  as CH 3 ), 1390 (st, NCN-Einheit), 1304 (st), 1291 (st), 1248 (vs br , as
CH 3 ), 1171 (vs, CH ring), 1108 (m), 1037 (st, CH ring), 1014 (m), 977 (vs), 936 (m), 837
(vs br , CH 3 rocking), 757 (vs, CH ring), 728 (m), 707 (m,  as SiC 3 ), 683 (m, CH ring), 642 (st,
 s SiC 3 ), 623 (m), 601 (w), 552 (w), 504 (w), 419 (w).
MS (EI): m/z (%) 1019.0 (85) [M – NCC 6 H 4 OCH 3 ]+, 725.6 (100) [M – NCC 6 H 4 OCH 3 –
(Me 3 SiN) 2 CC 6 H 4 OCH 3 ]+, 133.0 [NCC 6 H 4 OCH 3 ]+ .
EA:: ber. (gef.) C, 52.05 (52.40); H, 7.16 (7.22); N, 8.50 (8.50) %
.
1
102
Synthese von Tris[N,N’-bis(isopropyl)benzamidinato]cer(III) (2)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 3.00 g (14.3 mmol) Lithium-N,N’-bis(isopropyl)benzamidinat [28] und 1.17 g (4.8 mmol) Cer(III)trichlorid vorgelegt und mit 100 ml THF
versetzt. Die milchig trübe Suspension wurde anschließend 3 h bei einer
Wasserbadtemperatur von 60 °C gerührt, wobei die Farbe nach kräftig gelb umschlug. Das
Lösungsmittel wurde im Ölpumpenvakuum komplett entfernt und aus dem weißgelben
Feststoff das Produkt dreimal mit je 15 ml Pentan extrahiert. Die vereinigten Extrakte wurden
auf ein Viertel des Volumens eingeengt. Das Produkt kristallisiertee bei -36 °C in goldgelben,
quaderförmigen Kristallen. Einkristalle, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
eigneten, wurden durch Umkristallisation aus Pentan bei Raumtemperatur erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 39 H 57 CeN 6
750.03 g/mol
2.42 g (67 %)
213 °C
H NMR (400 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 12.85 (d, 3J = 4.7 Hz, 6H, Ar–H), 10.84 (s, 6H,
((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh), 9.30 (s, 6H, Ar–H), 8.69 (t, 3J = 7.4 Hz, 3H, Ar–H), -3.29 (s br , 36H,
((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 186.9 ((iPrN) 2 CPh),
148.52 (Ar-C), 132.8 (Ar-C), 131.6 (Ar-C), 130.3 (Ar-C), 52.8 ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh), 22.7
((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh).
IR (KBr cm-1):  max 3080 (w), 3061 (w), 3022 (w), 2957 (vs,  as CH 3 ), 2916 (st), 2888 (st,  as
CH 3 ), 2861 (st), 1636 (m, NCN-Einheit), 1600 (m, CH ring), 1578 (m, CH ring), 1453 (vs br ,
 as CH 3 ), 1374 (vs, NCN-Einheit), 1359 (vs), 1335 (vs), 1274 (w), 1208 (vs), 1166 (st, CH
ring), 1133 (vs), 1122 (st), 1073 (w), 1005 (vs), 946 (w), 910 (w), 778 (st), 733 (m), 700 (vs,
CH ring), 469 (w).
MS (EI): m/z (%) 749.7 (40) [M]+, 546.3 (100) [M – (iPrN) 2 CPh]+, 203.2 (40) [(iPrN) 2 CPh]+,
104.1 (80) [HNCPh]+.
EA:: ber. (gef.) C, 62.45 (62.08); H, 7.66 (7.79); N, 11.20 (10.82) %.
1
103
Synthese von Kalium[N,N‘-bis(isopropyl)propiolamidinat] (3)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 2.71 g (19.3 mmol) Kaliumphenylacetylid [132] in
120 ml DME vorgelegt. Zu der Suspension wurden 2.43 g (21.2 mmol, leichter Überschuss)
N,N’-Diisopropylcarbodiimid im Argongegenstrom zugegeben. Es erfolgte ein sofortiger
Farbumschlag nach gelb-grün. Das Reaktionsgemisch wurde über Nacht bei Raumtemperatur
gerührt. Anschließende Filtration liefertee eine gelb-braune klare Lösung. Das Filtrat wurde
auf 30 ml eingeengt und 24 h bei 5 °C gelagert. Das Produkt kristallisiertee in Form von
gelben, quaderförmigen Kristallen. Wurden die Kristalle am Ölpumpenvakuum getrocknet,
ändert sich ihre Farbe auf blass-grün, und sie verlieren ihre kristalline Struktur.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 15 H 19 KN 2
266.42 g/mol
2.61 g (51%)
175 °C (Zersetzung)
H NMR (400 MHz, THF-d 8 , 25 °C): δ = 7.40 (d, 3J = 6.5 Hz, 2H, C 6 H 5 ), 7.31-7.22 (m, 3H,
C 6 H 5 ), 3.93 (sept., 3J = 6.2Hz, 2H, {(CH 3 ) 2 CHN} 2 CC≡CPh), 1.09 (s, 6H,
{(CH 3 ) 2 CHN} 2 CC≡CPh), 1.08 (s, 6H, {(CH 3 ) 2 CHN} 2 CC≡CPh). 13C{1H} NMR (100.6
MHz, THF-d 8 , 25 °C): δ = 153.6 ((iPrN) 2 CC≡CPh), 132.3 (C 6 H 5 ), 128.9 (C 6 H 5 ), 128.2
(C 6 H 5 ), 125.5 (C 6 H 5 ), 91.5 ((iPrN) 2 CC≡CPh), 84.2 ((iPrN) 2 CC≡CPh), 50.5
([(CH 3 ) 2 CHN] 2 CC≡CPh), 27.7 ([(CH 3 ) 2 CHN] 2 CC≡CPh).
IR (KBr cm-1):  max 3055 (w), 3032 (w), 2965 (vs,  as CH 3 ), 2857 (st,  s CH 3 ), 2605 (w),
2197 (w, C≡C), 1596 (st, NCN-Einheit), 1501 (vs), 1441 (st), 1373 (vs), 1354 (vs), 1328 (vs),
1243 (w), 1226 (w), 1164 (st), 1119 (st), 1069 (w), 1028 (st), 998 (w), 929 (w), 847 (w), 756
(vs, CH Ring), 720 (m), 690 (st), 540 (w), 529 (w), 445 (w).
MS (EI): m/z (%) 227.1 (12) [(iPrN) 2 CC≡CPh]+, 171.1 (15) [(iPrN) 2 CC≡CPh – NCH(CH 3 ) 2
+ H]+, 151.1 (10) [(iPrN) 2 CC≡C]+, 128.0 (100) [(iPrN) 2 CC≡CPh – NCH(CH 3 ) 2 –
CH(CH 3 ) 2 ]+, 58.0 (18) [NiPr + H]+.
EA:: ber. (gef.) C, 67.62 (64.55); H, 7.19 (7.44); N, 10.51 (9.49) %.
1
104
Synthese von Tris[N,N’-bis(isopropyl)propiolamidinato]cer(III) (4)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 1.13 g (4.1 mmol) 3 in 120 ml THF vorgelegt und
0.34 g (1.4 mmol) Cer(III)trichlorid bei Raumtemperatur in fester Form dazu gegeben. Bereits
nach wenigen Minuten ist eine deutliche Farbverschiebung von gelb nach gelborangefarben
zu erkennen. Das Reaktionsgemisch wurde 3 h bei 60 °C Wasserbadtemperatur gerührt und
anschließend das Lösungsmittel im Vakuum komplett entfernt. Dreimalige Extraktion mit
jeweils 20 ml Pentan liefertee eine goldgelbe, klare Lösung. Der Extrakt wurde auf ein Drittel
des Volumens eingeengt und 24 h bei 5 °C gelagert. Das Produkt kristallisiertee in Form von
gelben, quaderförmigen Kristallen, die sich für eine Einkristallstrukturanalyse eigneten
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 45 H 57 CeN 6
822.09 g/mol
0.80 g (71%)
85 °C (Zersetzung)
H NMR (400 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 12.07 (s br , 6H, ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CC≡CPh), 9.52 (s br ,
6H, Ar–H), 7.94 (s, 6H, Ar–H), 7.78 (s, 3H, Ar–H), -2.74 (s br , 36H, ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh).
13
C{1H} NMR (100.6 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 171.3 ((iPrN) 2 CC≡CPh), 134.4 (C 6 H 5 ), 130.3
(C 6 H 5 ), 129.8 (C 6 H 5 ), 125.3 (C 6 H 5 ), 105.2 ((iPrN) 2 CC≡CPh), 91.9 ((iPrN) 2 CC≡CPh), 56.1
([(CH 3 ) 2 CHN] 2 CC≡CPh), 23.3 ([(CH 3 ) 2 CHN] 2 CC≡CPh).
IR (KBr cm-1):  max 3081 (w), 3057 (w), 3035 (w), 3021 (w), 2966 (vs,  as CH 3 ), 2929 (vs),
2866 (st,  s CH 3 ), 2610 (w), 2207 (m, C≡C), 1611 (st), 1598 (st, NCN-Einheit), 1492 (vs),
1476 (vs), 1390 (vs, NCN-Einheit), 1376 (vs), 1358 (vs), 1335 (vs), 1244 (m), 1189 (vs),
1136 (st), 1124 (st), 1070 (m), 1043 (st), 999 (m), 939 (w), 917 (m), 855 (m), 832 (w), 755
(vs, CH Ring), 704 (m), 689 (vs), 542 (m), 528 (st).
MS (EI): m/z (%) 820.6 (20) [M]+, 806.9 (10) [M – CH 3 + H]+, 778.8 (10) [M – iPr + H]+,
595.7 (35) [M – (iPrN) 2 CC≡CPh + 2H]+, 593.8 (100) [M – (iPrN) 2 CC≡CPh]+.
EA:: ber. (gef.) C, 65.74 (67.01); H, 6.99 (7.71); N, 10.22 (10.62) %.
105
Synthese von Tris[N,N’-bis(isopropyl)pivalamidinato]cer(III) 5
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 3.30 g (26.1 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid in
120 ml THF vorgelegt und mit 17.4 ml einer 1.6 molaren (26.1 mmol) tert-Butyllithiumlösung umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 3 h gerührt, im Anschluss 2.14 g (8.7 mmol)
Certrichlorid in festen Zustand zugesetzt und weitere 5 h bei 60 °C Wasserbadtemperatur
gerührt. Das Lösungsmittel der entstandenen kräftig gelben, trüben Suspension wurde im
Ölpumpenvakuum komplett entfernt und das gelbe Produkt dreimal mit 40 ml Pentan
extrahiert. Der synthetisierte Cer(III)-Amidinatokomplex neigt sehr stark zur Übersättigung in
diesem Lösungsmittel. Zur Reinigung erfolgte eine Umkristallisation aus Toluol. Das Produkt
kristallisiertee in Form von gelben, quaderförmigen Kristallen. Einkristalle, die sich für eine
Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten, wurden aus Pentan nach einer Lagerungszeit von
3 Monaten bei 5°C erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 33 H 69 CeN 6
690.06 g/mol
4.51 g (75%)
113 °C
H NMR (600 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 11.63 (s, 6H, ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), 6.67 (s, 27H,
2.73
(s,
18H,
((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu),
-15.21
(s,
18H,
((iPrN) 2 CC(CH 3 ) 3 ),
t
13
1
i
((CH 3 ) 2 CHN) 2 C Bu). C{ H} NMR (100.6 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 195.4 (( PrN) 2 CtBu),
61.2 ((iPrN) 2 CC(CH 3 ) 3 ), 46.4 (((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), 38.5 ((iPrN) 2 CC(CH 3 ) 3 ), 27.1
(((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu).
IR (KBr cm-1):  max 3437 (w), 2965 (vs,  s CH 3 ), 2927 (st), 2868 (m,  as CH 3 ), 2343 (w),
1655 (m, NCN-Einheit), 1632 (st), 1561 (w), 1496 (m, NCN-Einheit), 1456 (m,  as CH 3 ),
1418 (st), 1375 (st,  s CH 3 ), 1318 (st), 1305 (st), 1257 (w), 1181 (m), 1169 (m), 1123 (m),
1080 (w), 1014 (w).
MS (EI): m/z (%) 506.2 (18) [M – (iPrN) 2 CtBu]+, 184.1 (40) [·(iPrN) 2 CtBu]+, 169.1 (100)
[·(iPrN) 2 CtBu – CH 3 ]+.
EA:: ber. (gef.) C, 57.44 (57.38); H, 10.08 (9.76); N, 12.18 (12.57) %.
106
Synthese von Tris[N,N’-bis(isopropyl)pivalamidinato]europium(III) (6)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 3.00 g (23.8 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid in
120 ml THF vorgelegt und mit 15.8 ml einer 1.6 molaren (23.8 mmol) tertButyllithiumlösung umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde für 3 h gerührt, mit 2.05 g (7.9
mmol, Überschuss) festem Europiumtrichlorid versetzt und weitere 5 h bei 60 °C gerührt. Das
Lösungsmittel der entstandenen kräftig roten, trüben Suspension wurde im Ölpumpenvakuum
komplett entfernt und mit zweimal 30 ml Pentan extrahiert. Die Reinigung des Produkts
erfolgte durch Umkristallisation aus Toluol. Das Produkt kristallisiertee in Form von roten,
quaderförmigen Kristallen, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 33 H 69 EuN 6
701.91 g/mol
3.45 g (62%)
122.0 °C
H NMR (600 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 29.83 (s, 18H, ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), -2.15 (s, 18H,
((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), -7.92 (s, 27H, ((iPrN) 2 CC(CH 3 ) 3 ), -35.34 (s, 6H, ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu).
13
C{1H} NMR (100.6 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 335.1 ((iPrN) 2 CtBu), 65.0
(((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), 62.3 (((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), 61.3 (((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), 32.4
(((CH 3 ) 2 CHN) 2 CtBu), 13.8 ((iPrN) 2 CC(CH 3 ) 3 ), -27,0 (iPrN) 2 CC(CH 3 ) 3 .
IR (KBr cm-1):  max 2967 (vs,  s CH 3 ), 2926 (vs), 2868 (st,  as CH 3 ), 1655 (m, NCNEinheit), 1632 (m), 1495 (st, NCN-Einheit), 1455 (st,  as CH 3 ), 1416 (vs), 1375 (vs,  s CH 3 ),
1321 (vs), 1305 (vs), 1247 (w), 1173 (vs), 1125 (st), 1080 (w), 1016 (st), 984 (w), 660 (w).
MS (EI): m/z (%) 475.9 (60) [M – (iPrN) 2 CtBu – iPr]+, 333.8 (100) [Eu{(iPrN) 2 CtBu} – 3H]+.
EA:: ber. (gef.) C, 56.47 (54.43); H, 9.91 (9.64); N, 11.97 (11.95) %.
107
Synthese von Tris[N,N’-bis(isopropyl)pivalamidinato]terbium(III) (7)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 3.00 g (23.8 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid in
120 ml THF vorgelegt und mit 15.8 ml einer 1.6 molaren (23.8 mmol) tertButyllithiumlösung umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 3 h gerührt, mit 2.30 g (7.9
mmol, Überschuss) festem Terbiumtrichlorid versetzt und weitere 5 h bei 60 °C gerührt. Das
Lösungsmittel der entstandenen blass-grünen, trüben Suspension wurde im Ölpumpenvakuum
komplett entfernt und zweimal mit 30 ml Pentan extrahiert. Der Extrakt wurde auf 10 ml
eingeengt und 24 h bei 5 °C gelagert. Das Produkt kristallisierte in Form von farblosen,
quaderförmigen Kristallen, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten. Zur
Abtrennung von anhaftendem Pentan wurde das Produkt aus Cyclopentan umkristallisierte.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 33 H 69 N 6 Tb
708.87 g/mol
2.04 g (36%)
> 260 °C
IR (KBr cm-1):  max 3437 (w), 2966 (vs,  s CH 3 ), 2925 (st), 2867 (st,  as CH 3 ), 1655 (w,
NCN-Einheit), 1632 (m), 1489 (st, NCN-Einheit), 1455 (st,  as CH 3 ), 1416 (vs), 1374 (vs,  s
CH 3 ), 1359 (st), 1321 (st), 1306 (vs), 1242 (m), 1175 (vs), 1125 (st), 1017 (st), 661 m.
MS (EI): m/z (%) 708.2 (10) [M]+; 525.1 (100) [M – (iPrN) 2 CtBu]+; 184.1 (5)
[·(iPrN) 2 CtBu]+.
EA: ber. (gef.) C, 55.91 (54.06); H, 9.81 (8.66); N, 11.86 (11.07) %.
108
Synthese von Chlorobis[N,N’-bis(2,6-diisopropylphenyl)pivalamidinato]cer(III) (8)
In einen 250 ml-Schlenkkolben wurden 0.32 g (7.98 mmol, leichter Überschuss) KH in 100
ml THF suspendiert und im Stickstoffgegenstrom 3.11 g (7.40 mmol) HPiso (= N,N’-Bis(2,6diisopropylphenyl)pivalamidin) [134] bei Raumtemperatur zugegeben. Die blass-graue
Reaktionslösung wurde 3 h gerührt und anschließend auf 0.92 g (3.70 mmol)
Cer(III)trichlorid filtriert. Nach einer Reaktionszeit von 72 h bei Raumtemperatur wurde das
Lösungsmittel vom gelb-braunen Reaktionsgemisch im Ölpumpenvakuum komplett entfernt.
Dabei kommt es zu starkem Aufschäumen. Das gewünschte Produkt wurde dreimal mit
jeweils 40 ml Pentan extrahiert und der Extrakt im Ölpumpenvakuum auf ein Volumen von
20 ml eingeengt. Kristallisation bei 5 °C für 48 h lieferte das Rohprodukt. Gelblich-grüne
Kristalle, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten, wurden durch
langsames Abkühlen auf 5 °C aus Pentan erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 58 H 86 CeClN 4
1014.9 g/mol
1.47 g (39%)
217.0°C
IR (KBr cm-1):  max 3340 (m), 3062 (w), 2962 (vs,  s CH 3 ), 2871 (st,  as CH 3 ), 1655 (m,
NCN-Einheit), 1611 (vs), 1579 (st), 1481 (st), 1461 (st), 1432 (st), 1407 (st), 1395 (st, NCNEinheit), 1384 (st,  s CH 3 ), 1363 (st), 1312 (vs), 1241 (vs), 1209 (vs), 1157 (vs, CH Ring),
1113 (st), 1055 (m), 1027 (w, CH Ring), 985 (st), 934 (w), 923 (w), 828 (w), 807 (w), 800
(m), 770 (m), 758 (st, CH Ring), 725 (w), 638 (w), 504 (m).
MS (EI): m/z (%) 970.2 (1) [M – iPr]+, 420.0 (10) [(DiipN) 2 CtBu + H]+, 377.0 (10)
[(DiipN) 2 CtBu – iPr + H]+, 244.0 (100) [(Dipp)N=CtBu]+.
EA: ber. (gef.) C, 68.64 (70.49); H, 8.54 (8.07); N, 5.52 (5.86) %.
109
Synthese von (Anisonitril)chloro-tris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(IV) (9)
Zu 1.25 g (2.0 mmol) Tris[bis(trimethylsilyl)amido]cer(III) [127], gelöst in 20 ml Toluol,
wurden 0.27 g (2.0 mmol) Anisonitril im Argongegenstrom zugegeben und 10 min bei
Raumtemperatur gerührt. Das Reaktionsgemisch wurde auf 0 °C gekühlt und 0.28 g (1.0
mmol) Phenylioddichlorid [140], gelöst in 5 ml Toluol, langsam zugegeben. Die Lösung
verfärbte sich von kräftig gelb sofort nach dunkelrotbraun. Nach 24 h Rühren bei
Raumtemperatur wurde das Lösungsmittel im Ölpumpenvakuum komplett entfernt, der
dunkelrotbraune Feststoff in 15 ml Pentan aufgenommen und filtriert. Der orangebraune
Filterrückstand wurde verworfen, das dunkelbraune Filtrat auf die Hälfte des Volumens
eingeengt und 24 Stunden bei -32 °C gelagert. Es entstanden röntgenfähige, dunkelrotbraune,
quaderförmige Einkristalle des Produkts, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 26 H 61 CeClN 4 OSi 6
789.87 g/mol
0.9 g (57%)
101.5 °C (Zersetzung)
H NMR (400MHz, C 6 D 6 , 20 °C):  = 4.87 (s, 2H, Ar-H), 3.78 (s, 2H, Ar-H), 2.74 (s, 2H,
OCH 3 ), -0.44 (s, 18H, Si(CH 3 ) 3 ). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, C 6 D 6 , 20 °C):  = 162.1 (ArC), 128.7 (Ar-C), 113.5 (Ar-C), 98.8 (NCC 6 H 4 -), 98.7 (Ar-C), 54.24 (OCH 3 ), 5.4 (Si(CH 3 ) 3 ).
29
Si NMR (79.5 MHz, C 6 D 6 , 20 °C):  = -11.08 (SiMe 3 ).
IR (KBr cm-1):  max 2952 (st,  as CH 3 ), 2896 (m,  s CH 3 ), 2245 (w, N≡C), 2344 (w), 2245
(vs), 1606 (vs, CH ring), 1576 (m, CH ring), 1510 (vs), 1466 (m), 1444 (m), 1423 (m,  as
CH 3 ), 1309 (st), 1266 (vs), 1245 (vs br ,  s CH 3 ), 1172 (vs, CH ring), 1113 (w), 1027 (s), 968
(vs), 865 (vs), 836 (vs br , CH 3 rocking), 768 (st), 732 (st,  as CH ring) 685 (m), 662 (m), 600
(m), 552 (m).
MS (EI): m/z (%) 753.6 (10) [M – Cl]+, 592.5 (40) [M – Cl – NCC 6 H 4 OMe – 2CH 3 + 2H]+,
459.6 (100) [{(Me 3 Si) 2 N} 2 Ce]+, 298.6 [{(Me 3 Si) 2 N}Ce + H]+.
EA: ber. (gef.) C, 39.54 (40.11); H, 7.78 (7.53); N, 7.09 (7.11) %.
1
110
Synthese von Chlorotris[N,N’-bis(trimethylsilyl)-4-methyoxybenzamidinato]cer(IV) (10)
In einem 100 ml-Schlenkkolben wurden 0.07 g (0.53 mmol) Phenylioddichlorid [140] in 20
ml Toluol vorgelegt und bei 0 °C 0.61 g (0.56 mmol) 1 in 30 ml Pentan langsam zugetropft.
Die Farbe ändert sich sofort von kräftig gelb nach dunkelrotbraun. Die Reaktionslösung
wurde für 24 h bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurde das Lösungsmittel im
Ölpumpenvakuum komplett entfernt und der verbleibende Feststoff in 15 ml Pentan
aufgenommen. Unumgesetztes Phenylioddichlorid wurde durch Filtration entfernt und das
Filtrat 24 h bei -32 °C gelagert. Das Produkt wurde durch Filtration isoliert. Röntgenfähige,
quaderförmige, dunkelrotbraune Kristalle wurden durch Umkristallisation aus Pentan bei 5 °C
erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 42 H 75 CeClN 6 O 3 Si 6
1056.17 g/mol
0.34 g (61 %)
193°C
H NMR (400MHz, C 6 D 6 , 25°C):  7.42 (d, 3J = 8,2Hz, 6H, Ar-H), 6.68 (d, 3J = 8,6Hz,
6H, Ar-H), 3.23 (s, 9H, CH 3 O), 0.49 (s, 27H, Si(CH 3 ) 3 ), 0.29 (s, 27H, Si(CH 3 ) 3 ). 13C{1H}
NMR (100MHz, C 6 D 6 , 25°C):  178.7 (MeOC 6 H 4 C(NSi(CH 3 ) 3 ) 2 ), 160.4 (Ar-C), 133.5
(Ar-C), 113.5 (Ar-C), 54.7 (OCH 3 ), 4.0 (Si(CH 3 ) 3 ), 3.4 (Si(CH 3 ) 3 ). 29Si-NMR (80MHz,
C 6 D 6 , 25°C):  = 0.48 (Si(CH 3 ) 3 ), -0.52 (Si(CH 3 ) 3 ).
IR (KBr cm-1):  max 3002 (w), 2954 (st,  as CH 3 ), 2898 (m,  s CH 3 ), 2836 (w, C–O), 1652
(st, NCN-Einheit), 1609 (st, CH ring), 1576 (m, CH ring), 1511 (st), 1391 (vs, NCN-Einheit),
1291 (st), 1248 (vs), 1174 (st, CH ring), 1131 (w), 1108 (w), 1037 (m, CH ring), 1013 (w),
967 (st), 934 (m), 838 (vs br , CH 3 rocking), 757 (st, CH ring), 709 (m,  as SiC 3 ), 685 (w), 641
(m,  s SiC 3 ), 624 (m), 601 (w), 510 (w), 420 (m).
MS (EI): m/z (%) 1019.0 (28) [M – Cl]+, 725.6 (100) [M – Cl – (Me 3 SiN) 2 CC 6 H 4 OCH 3 ]+.
EA: ber. (gef.) C, 47.76 (45.92); H, 7.16 (6.20); N, 7.96 (7.05) %.
1
111
Synthese von Chloro-tris(N,N’-diisopropylbenzamidinato)cer(IV) (11)
In einen 100 ml-Schlenkkolben wurden 1.54 g (2.0 mmol) 2 in 20 ml Toluol bei -70 °C
vorgelegt und 0.28 g (1.0 mmol) Phenylioddichlorid [140] in fester Form dazu gegeben. Die
Farbe des anfänglich gelben Reaktionsgemisches schlägt nach Zugabe des Oxidationsmittels
bereits nach Sekunden ins Dunkelblaue um. Die Reaktion wurde im Anschluss bei -70 °C für
30 min gerührt, das Lösungsmittel komplett entfernt und das entstandene Produkt mit 30 ml
Pentan gewaschen. Das Produkt kristallisierte in Form dunkelblauer, quaderförmiger Kristalle
aus Toluol.
Bei Lagerung des Produktes in Toluol für 24 Stunden bei Raumtemperatur zeigt sich
deutliche eine Zersetzung zu einem dunkelbraunen Produkt. In einer Toluollösung kann das
Produkt bei 5 °C für 2 bis 3 Tage und bei -32 °C für ungefähr 2 Monate gelagert wurden. In
festem Zustand ist bei -32°C die Lagerung für mehrere Monate möglich.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 39 H 57 CeClN 6
785.48 g/mol
0.72 g (46%)
78 °C (Zersetzung)
H NMR (400 MHz, Toluol-d 8 , 25 °C): δ = 7.26 (d, 3J = 6.0 Hz, 6H, Ar–H), 6.18-7.15 (m,
9H, Ar–H), 4.31 (m, 1H, (CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 4.20 (m, 1H, (CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 4.10 (m,
3H, (CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 3.41 (m, 1H, (CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 1.50-1.53 (m, 24H,
(CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 1.20 (d, 3J = 6.6Hz, 6H, (CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 1.04 (d, 3J = 6.5Hz, 6H,
(CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, Toluol-d 8 , 25 °C): δ = 171.5
(Me 2 CHN) 2 CPh)), 133.8 (Ar-C), 128.6 (Ar-C), 127.9 (Ar-C), 126.2 (Ar-C), 52.4
(Me 2 CHN) 2 CPh)), 52.2 (Me 2 CHN) 2 CPh)), 49.9 (Me 2 CHN) 2 CPh)), 41.5 (Me 2 CHN) 2 CPh)),
26.1 ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 25.5 ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)), 41.5 ((CH 3 ) 2 CHN) 2 CPh)).
MS (EI, 140Ce): m/z (%) 749.7 (15) [M – Cl]+, 546.3 (20) [M – Cl – (iPrN) 2 CPh]+, 203.2 (80)
[(iPrN) 2 CPh]+, 104.1 (100) [HNCPh]+.
1
112
Synthese von N,N’-Diisopropyl(monolithio-ortho-carboranyl)amidino(dimethoxyethan) (12)
In einem 100 ml-Schlenkkolben wurden 0.5 g (3.47 mmol) ortho-Carboran in 30 ml
DME/Pentan (1:2) vorgelegt und mit 2.2 ml 1.6 molarer n-Butyllithiumlösung (3.47 mmol)
bei Raumtemperatur umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 1 h unter Schutzgas gerührt,
anschließend mit 0.44g (3.47 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid versetzt und für weitere 12
h bei Raumtemperatur gerührt. Das Lösungsmittelvolumen wurde im Ölpumpenvakuum auf
10 ml reduziert. Nach Lagerung für 72 Stunden bei -32 °C kristallisierte das Produkt in Form
farbloser, quaderförmiger Kristalle, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 13 H 35 B 10 LiN 2 O 2
366.48 g/mol
0.62 g (65%)
112.5 °C
H NMR (400 MHz, THF-d 8 , 25°C): δ = 4.60 (s br , 1H, (iPrN=)C(NHiPr)), 3.70 (s br , 2H,
Me 2 CHN), 3.57 (s, 4H, OCH 2 ), 3.26 (s, 6H, CH 3 O), 1.20-3.00 (br, 10H, H–B), 1.13 (s br , 6H,
(CH 3 ) 2 CHN), 1.05 (s br , 6H, (CH 3 ) 2 CHN). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, THF-d 8 , 25°C): δ =
156.0 ((iPrN=)C(NHiPr), 81.3 ([C–CLi] B10H10 ), 72.6 (OCH 2 ), 58.8 (CH 3 O), 49.3 ([C–
CLi] B10H10 ), 48.0 ((Me 2 CHN), 47.3 (Me 2 CHN), 23.7 ((CH 3 ) 2 CHN).
IR (KBr cm-1):  max 3407 (st, NH), 3063 (w), 3008 (w), 2969 (st,  s CH 3 ), 2934 (st,  as CH 2 ),
2870 (m,  as CH 3 ), 2850 (w,  s CH 2 ), 2832 (w), 2565 (vs, BH), 1665 (st, C=N), 1634 (vs),
1519 (vs), 1474 (st,  as CH 3 ), 1451 (st), 1413 (w), 1387 (m,  s CH 3 ), 1369 (m), 1320 (m),
1297 (m), 1265 (st), 1244 (st), 1192 (m), 1162 (m), 1122 (vs), 1102 (st), 1079 (vs), 1038 (m),
1027 (m), 1017 (m), 974 (w), 932 (w), 868 (st), 845 (w), 833 (w), 791 (w), 743 (m), 726 (w),
723 (w,), 706 (w), 609 (w), 527 (w), 513 (m), 498 (w), 475 (w), 409 (w).
MS (EI): m/z (%) 270.2 (20) [M – Li – DME]+, 227.1 (100) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) –
i
Pr – H]+, 170.1 (15) [N=C–C 2 B 10 H 10 – 2H]+, 58.0 (95) [NiPr + H]+.
EA: ber. (gef.) C, 42.61 (40.33); H, 9.63 (9.83); N, 7.64 (7.76) %.
113
Synthese von N,N’-Diisopropyl(ortho-carboran)amidin (13)
In einem 100 ml-Einhalskolben wurden 0.5 g (1.4 mmol) 12 in 10 ml Acetonitril gelöst und
anschließend wenige Tropfen destilliertes Wasser zugegeben. Die Reaktionslösung wurde 10
min bei Raumtemperatur gerührt, filtriert, auf 3ml Volumen eingeengt und eine Woche bei
-32°C gelagert. Das Produkt kristallisierte in Form von farblosen, undurchsichtigen,
nadelförmigen Kristallen, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 9 H 26 B 10 N 2
270,43 g/mol
0,32 g (85%)
57.0 °C
H NMR (400 MHz, THF-d 8 , 25°C): δ = 4.92 (s, 1H, [C–CH] B10H10 )), 4.55 (s br , 1H,
(iPrN=)C(NHiPr)), 3.78 (sept, 3J = 6.0 Hz, 2H, Me 2 CHN), 1.40-3.20 (br, 10H,
H–B), 1.16 (d, 3J = 6.1 Hz, 6H, (CH 3 ) 2 CHN), 1.03 (d, 3J = 6.1 Hz, 6H, (CH 3 ) 2 CHN).
13
C{1H} NMR (100.6 MHz, THF-d 8 , 25°C): δ = 143.2 ((iPrN=)C(NHiPr), 76.9 ([C–
CH] B10H10 ), 60.1 ([C–CH] B10H10 ), 48.2 ((Me 2 CHN), 47.3 (Me 2 CHN), 24.2 ((CH 3 ) 2 CHN),
23.7 ((CH 3 ) 2 CHN).
IR (KBr cm-1):  max 3404 (w, NH), 3063 (m), 2969 (st,  s CH 3 ), 2928 (w), 2869 (w,  as
CH 3 ), 2641 (m), 2630 (m), 2583 (st, BH), 2555 (m), 1665 (st, C=N), 1500 (m), 1470 (w,  as
CH 3 ), 1452 (m), 1386 (w,  s CH 3 ), 1377 (w), 1364 (m), 1323 (m), 1303 (w), 1246 (m), 1188
(w), 1172 (w), 1121 (w), 1082 (w), 1013 (m), 730 (w), 720 (w), 509 (w), 473 (w), 451 (w).
MS (EI): m/z (%) 270.3 (30) [M]+, 227.2 (100) [M – iPr – H]+, 170.2 (15) [N=C–C 2 B 10 H 10 –
2H]+, 58.1 (70) [NiPr + H]+, 43.0 (30) [iPr]+.
EA: ber. (gef.) C, 39.97 (39.82); H, 9.69 (9.56); N, 10.36 (9.63) %.
114
Synthese von Bis[N,N’-Diisopropyl(ortho-carboranyl)amidino]zinn(II) (14)
In einem 250 ml-Schlenkkolben wurden 1.00 g (7.0 mmol) ortho-Carboran in 100 ml THF
vorgelegt und mit 4.4 ml einer 1.6 molaren n-Butyllithiumlösung (7.0 mmol) bei
Raumtemperatur umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 1 h unter Schutzgas gerührt,
anschließend mit 0.88 g (7.0 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid versetzt und weitere 24 h
bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurden 0.66 g (3.5 mmol) festes SnCl 2
zugegeben, wobei die Farbe sofort von farblos nach blass-gelb wechselt. Das
Reaktionsgemisch wurde 24 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach Beendigung der Reaktion
wurde das THF im Ölpumpenvakuum komplett entfernt. Dabei kommt es zu einem starken
Aufschäumen. Das Produkt wurde mit 50 ml Toluol extrahiert, wobei die Farbe innerhalb
kurzer Zeit nach kräftig rot wechselt. Der Extrakt wurde auf 10 ml eingeengt und 24 h bei
5 °C gelagert. Das Produkt kristallisierte in Form von farblosen, quaderförmigen Kristallen,
die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 18 H 50 B 20 N 4 Sn
657.55 g/mol
1.88 g (82%)
> 260 °C
IR (KBr cm-1):  max 3411 (vs, NH), 2974 (vs,  s CH 3 ), 2932 (st), 2871 (m,  as CH 3 ), 2581
(vs, BH), 1666 (m, C=N), 1599 (vs), 1516 (vs), 1458 (vs), 1390 (vs,  s CH 3 ), 1373 (st), 1164
(st), 1111 (vs), 1059 (vs), 1032 (st), 970 (m), 955 (m), 927 (m), 899 (m), 875 (w), 864 (w),
852 (m), 831 (w), 815 (m), 778 (w), 763 (w), 719 (st), 681 (w), 670 (w), 641 (w), 615 (w),
527 (w), 506 (m), 478 (m), 461 (w), 450 (m).
MS (EI): m/z (%) 657.1 (20) [M]+, 388.0 (20) [M – (iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) + 2H]+,
270.1 (20) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 )]+, 227.1 (50) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) – iPr –
H]+, 144.1 (60) [C 2 B 10 H 10 ]+, 58.0 (100) [NiPr + H]+.
EA: ber. (gef.) C, 32.88 (33.01); H, 7.66 (8.09); N, 8.52 (8.73) %.
115
Synthese von Bis[N,N’-Diisopropyl(ortho-carboranyl)amidino]chrom(II) (15)
In einem 250 ml-Schlenkkolben wurden 1.00 g (7.0 mmol) ortho-Carboran in 100 ml THF
vorgelegt und mit 4.4 ml einer 1.6 molaren n-Butyllithiumlösung (7.0 mmol) bei
Raumtemperatur umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 1 h unter Schutzgas gerührt,
anschließend mit 0.88 g (7.0 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid versetzt und weitere 24 h
bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurden 0.94 g (3.5 mmol) festes
Chrom(II)chlorid-THF-Addukt zugegeben, wobei die Farbe sofort nach dunkelgrün
umschlug. Das Reaktionsgemisch wurde 48 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach Beendigung
der Reaktion wurde das THF im Ölpumpenvakuum komplett entfernt. Dabei kommt es zu
einem starken Aufschäumen.
Zur Extraktion des Produktes, wurde das Reaktionsgemisch dreimal mit 30 ml Toluol in der
Wärme aufgenommen und filtriert. Anschließend wurde die kräftig grüne Toluollösung auf 20
ml eingeengt und 48 h bei 5 °C gelagert. Der Chromkomplex kristallisierte in blauen,
quaderförmigen Kristallen und in grünen, nadelförmigen, kleinen Kristallen, die sich für eine
Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 18 H 50 B 20 CrN 4
590.83 g/mol
0.93 g (45%)
170 °C (Zersetzung)
IR (KBr cm-1):  max 3902 (w), 3855 (w), 3631 (w), 3435 (m), 3403 (m, NH), 3385 (m), 2978
(m), 2972 (m,  s CH 3 ), 2933 (w), 2872 (w,  as CH 3 ), 2577 (vs, BH), 2344 (w), 1666 (w,
C=N), 1591 (vs), 1521 (vs), 1456 (st), 1389 (m,  s CH 3 ), 1373 (m), 1323 (m), 1314 (m), 1284
(m), 1242 (m), 1181 (m), 1158 (m), 1122 (st), 1106 (m), 1059 (m), 1033 (m), 999 (w), 973
(w), 927 (w), 908 (w), 840 (w), 737 (w), 724 (w), 713 (w), 671 (w), 493 (w).
MS (EI): m/z (%) 591.2 (10) [M]+, 270.2 (20) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) + H]+, 227.1
(100) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 ) – iPr – H]+, 58.0 (90) [NiPr + H]+.
EA: ber. (gef.) C, 36.59 (36.64); H, 8.53 (8.43); N, 9.48 (9.46) %.
116
Synthese von Bis{Chloro[N,N’-Diisopropyl(ortho-carboranyl)amidino]chrom(II)} (16)
In einem 250 ml-Schlenkkolben wurden 0.40 g (2.8 mmol) ortho-Carboran in 100 ml THF
vorgelegt und mit 1.7 ml einer 1.6 molaren n-Butyllithiumlösung (2.8 mmol) bei
Raumtemperatur umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 1 h unter Schutzgas gerührt,
anschließend mit 0.35 g (2.8 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid versetzt und weitere 24 h
bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurden 0.74 g (2.8 mmol) festes
Chrom(II)chlorid-THF-Addukt zugegeben, wobei die Farbe sofort nach dunkelgrün
wechselte. Das Reaktionsgemisch wurde weitere 48 h bei Raumtemperatur gerührt. Nach
Beendigung der Reaktion wurde das THF im Ölpumpenvakuum komplett entfernt. Dabei
kommt es zu einem starken Aufschäumen. Zur Extraktion des Produkts, wurde das
Reaktionsgemisch zweimal mit 30 ml Toluol aufgenommen und filtriert. Anschließend wurde
die kräftig blau-grüne Toluollösung auf 10 ml eingeengt und für 48 Stunden bei -32 °C
gelagert. Der Chromkomplex kristallisierte in blau-grünen, dünnen, quaderförmigen
Kristallen. Die Kristalle zeigen Dichroismus und je nach Einfallwinkel des Lichtes erscheinen
sie unter dem Mikroskop mehr blau oder mehr grün. Kristalle, die sich für eine EinkristallRöntgenstrukturanalyse eigneten, wurden durch langsames Abkühlen aus einer heißen
Toluollösung auf Raumtemperatur erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 18 H 50 B 20 Cl 2 Cr 2 N 4
713.73 g/mol
0.23 g (23%)
132 °C (Zersetzung)
IR (KBr cm-1):  max 3433 (m), 3403 (m, NH), 3384 (m), 2978 (m), 2972 (m,  s CH 3 ), 2933
(w), 2872 (w,  as CH 3 ), 2578 (vs, BH), 1667 (w, C=N), 1591 (vs), 1521 (vs), 1456 (st), 1389
(m,  s CH 3 ), 1373 (m), 1322 (m), 1289 (m), 1244 (m), 1181 (m), 1161 (m), 1122 (st), 1106
(m), 1060 (m), 1033 (m), 1000 (w), 973 (w), 737 (w), 724 (w), 493 (w).
MS (EI): m/z (%) 712.8 (100) [M]+, 591.1 (40) [M – (iPrN=)(iPrNH)C + H]+, 355.9 (35) [M –
ClCr{(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 )}]+, 227.1 (15) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 ) – iPr – H]+, 58.0
(10) [NiPr + H]+.
EA: ber. (gef.) C, 30.29 (33.14); H, 7.06 (6.54); N, 7.85 (7.75) %.
117
Synthese von Chlorobis[N,N’-Diisopropyl(ortho-carboranyl)amidino]cer(III) (17)
In einem 250 ml-Schlenkkolben wurden 1.50 g (10.40 mmol) ortho-Carboran in 120 ml THF
vorgelegt und mit 6.5 ml einer 1.6 molaren n-Butyllithiumlösung (10.40 mmol) bei
Raumtemperatur umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 1 h unter Schutzgas gerührt,
anschließend mit 1.31 g (10.40 mmol) N,N’-Diisopropylcarbodiimid versetzt und weitere 24 h
bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wurden 1.33 g (5.20 mmol) festes Certrichlorid
zur klaren, farblosen Lösung zugegeben und die so erhaltene Suspension für 6 h bei 60 °C
gerührt. Nach Beendigung der Reaktion wurde das THF komplett entfernt und der
verbleibende weiß-gelbe Feststoff bei 150 °C (Ölbad) im Ölpumpenvakuum intensiv von
letzten Lösungsmittelspuren befreit. Dabei kommt es zu einem starken Aufschäumen. Zur
Trennung des Produkts von Lithiumchlorid wurde der Feststoff in 30 ml Methylenchlorid
aufgenommen und filtriert. Der Extrakt wurde auf 10 ml eingeengt und 24 h bei -32°C
gelagert. Das Produkt kristallisierte in Form von kräftig goldgelben, quaderförmigen
Kristallen.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 18 H 50 B 20 CeClN 4
714.41 g/mol
2.32 g (62%)
> 260 °C
NMR:
H NMR (400 MHz, CD 2 Cl 2 , 25°C): δ = 4.17 (d br , 2H, (iPrN=)C(NHiPr)), 3.73 (sept, 3J =
6.0 Hz, 4H, Me 2 CHN), 1.45-3.40 (br, 20H, H–B), 1.14 (d, 3J = 6.3 Hz, 12H, (CH 3 ) 2 CHN),
1.01 (s br , 3J = 6.1 Hz, 12H, (CH 3 ) 2 CHN). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, CD 2 Cl 2 , 25°C): δ =
142.0 ((iPrN=)C(NHiPr), 76.1 ([C–CCe] B10H10 ), 47.6 ((Me 2 CHN), 46.5 ((Me 2 CHN), 23.9
((CH 3 ) 2 CHN), 23.8 ((CH 3 ) 2 CHN).
IR (KBr cm-1):  max 3393 (w, NH), 3066 (m), 2971 (vs,  s CH 3 ), 2932 (m), 2872 (m,  as
CH 3 ),
2578 (m br , BH), 2348 (w), 1667 (vs, C=N), 1591 (st), 1525 (st), 1470 (s,  as CH 3 ), 1455 (st),
1388 (st,  s CH 3 ), 1370 (st), 1320 (st), 1244 (st), 1164 (st), 1123 (st), 1081 (m), 1036 (m),
1016 (st), 986 (m), 864 (w), 721 (m).
MS (EI): m/z (%) 270.3 (20) [(iPrN=)(iPrNH)C(C 2 B 10 H 10 )]+, 227.2 (80) [(iPrN=)(iPrNH) –
C(C 2 B 10 H 10 ) – iPr – H]+, 143.1 (60) [C 2 B 11 H 8 ]+, 170.2 (15) [N=C–C 2 B 10 H 10 – 2H]+, 85.0
(100) [NiPr + H]+.
EA: ber. (gef.) C, 30.26 (31.80); H, 7.05 (6.94); N, 7.84 (7.86) %.
1
118
Synthese von [N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butyl-salicylidenatoamino)triethylamin]cer(III) (18)
In einen 100 ml-Schlenkkolben wurden 0.56 g (0.58 mmol) Chloro[N,N’,N’’-tris(3,5-di-tertbutylsalicylidenatoamino)triethylamin]cer(IV) [11] eingewogen und 2 h am
Ölpumpenvakuum getrocknet. Anschließend wurde das Edukt in 30 ml THF gelöst und 0.03 g
(0.77 mmol, Überschuss) Kalium im Argongegenstrom zugegeben. Das Reaktionsgemisch
wurde über Nacht bei Raumtemperatur gerührt. Das Lösungsmittel wurde von der gelborangefarbenen Reaktionslösung im Ölpumpenvakuum komplett entfernt und der Rückstand
in 20 ml Toluol aufgenommen. Nach Filtration wurde das klare, orangefarbene Filtrat auf ca.
5 ml eingeengt und bei -32 °C 24 h gelagert. Das Produkt fällt als orangefarbener,
mikrokristalliner Feststoff aus. Kristalle, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse
eigneten, wurden durch Umkristallisation aus Diethylether bei 5 °C erhalten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 51 H 75 CeN 4 O 3
932.28 g/mol
0.50 g (92%)
143 °C (Zersetzung)
H NMR (400 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 17.99 (s, 3H, –N=CH–), 11.61 (s, 3H, Ar–H), 9.15 (s,
3H, Ar–H), 2.37 (s, 27H,–C(CH 3 ) 3 ), 0.92 (s, 3H, N–CH 2 –CH 2 –N=), -1.75 (s, 3H, N–CH 2 –
CH 2 –N=), -2.16 (s, 27H,–C(CH 3 ) 3 ), -9.71 (s, 3H, N–CH 2 –CH 2 –N=), -12.41 (s, 3H, N–CH 2 –
CH 2 –N=). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 188.1 (–O–C Ar ), 175.9 (–CH 2 –
N=CH–Ar), 150.0 (tBu–C Ar ), 143.1 (–N=CH–C Ar ), 140.1 (tBu–C Ar ), 132.2 (H–C Ar ), 129.3
(H–C Ar ), 40.8 (–CH 2 –CH 2 –N=CH–), 35.3 (–CH 2 –CH 2 –N=CH–), 33.6 (Ar–CMe 3 ), 33.5 (–
C(CH 3 )), 26.7 (–C(CH 3 )).
IR (KBr cm-1):  max 2958 (st,  s CH 3 ), 2903 (m,  as CH 2 ), 2860 (m,  as CH 3 ), 2850 (m,  s
CH 2 ), 2173 (w), 1622 (vs), 1619 (vs, C=N), 1615 (vs), 1551 (m, C=C Ring), 1535 (st), 1470
(m,  s CH 2 +  as CH 3 ), 1459 (m), 1434 (st), 1411 (st), 1391 (st), 1360 (m), 1336 (m), 1321
(st), 1275 (m), 1256 (st, CH Ring), 1237 (m), 1199 (m), 1165 (st), 1138 (w), 1077 (w), 1064
(w), 1037 (w), 1025 (w), 981 (w), 905 (w), 884 (w), 837 (m, CH Ring), 809 (w), 790 (w), 744
(m), 735 (w), 698 (w), 641 (w), 614 (w), 588 (w), 555 (w), 541 (w), 523 (w).
MS (EI): m/z (%) 931.7 (100) [M]+, 916.6 (60) [M – CH 3 ]+, 673.3 (45) [M –
{N(CH 2 ) 2 N=CH-Ar}]+.
EA: ber. (gef.) C, 65.70 (65.47); H, 8.11 (8.04); N, 6.01 (5.63) %.
119
Synthese von [N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butyl-salicylidenatoamino)triethylamin]europium(III)
(19)
In einem 500 ml-Rundkolben wurden in 100 ml Methanol 2.93 g (8.0 mmol)
Europiumtrichlorid-Hexahydrat vorgelegt und unter Rühren 5.60 g (24 mmol) 3,5-Di-tertbutylsalicylaldehyd in 100 ml Methanol zugegeben. Nach Zugabe von 2.43 g (24.0 mmol)
Triethylamin wurde das Gemisch für 30 min unter Rückfluss gerührt. Nach kurzem Abkühlen
wurden 1.30 g (8.9 mmol, leichter Überschuss) Tris(2-aminoethyl)amin in 50 ml Methanol
gelöst, innerhalb von 30 min zugetropft und erneut 24 h unter Rückfluss gerührt.
Anschließend wurde das Lösungsmittel zuerst am Rotationsverdampfer (40 °C, 320 mbar)
und dann im Ölpumpenvakuum entfernt. Das Produkt wurde durch eine Soxhlet-Extraktion
mit 250 ml Toluol von unlöslichen Resten getrennt. Anschließendes Einengen des Extraktes
auf ein Drittel des Volumens und 24 h Lagerung bei 5 °C lieferte ein kräftig gelbes,
kristallines Produkt. Kristalle, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten,
konnten aus Acetonitril und DME jeweils bei 5°C erhalten wurden.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 51 H 75 EuN 4 O 3
944.13 g/mol
5.33 g (71%)
234 °C (Zersetzung)
H NMR (400 MHz, C 6 D 6 , 25 °C): δ = 28.88 (s br , 3H, –CH 2 –), 16.74 (s, 3H, –CH 2 –), 11.52
(s br , 3H, –CH 2 –), 7.82 (s, 27H, –C(CH 3 )), 3.39 (s, 3H, –CH 2 –), 3.23 (s, 3H, Ar–H), -0.28 (s,
27H, –C(CH 3 )), -0.68 (s, 3H, Ar–H), -29.78 (s, 3H, –N=CH).
IR (KBr cm-1):  max 3431 (w), 2954 (vs,  s CH 3 ), 2905 (st,  as CH 2 ), 2865 (m,  as CH 3 ),
1619 (vs, C=N), 1548 (m, C=C Ring), 1533 (st), 1460 (st), 1435 (st), 1412 (st), 1391 (st),
1361 (m), 1334 (st), 1325 (st), 1275 (m), 1257 (st, CH Ring), 1235 (w), 1201 (w), 1166 (st),
1039 (w), 905 (w), 836 (m, CH Ring), 790 (w), 744 (st), 523 (w).
MS (EI): m/z (%) 944.7 (90) [M]+, 929.7 (20) [M – CH 3 ]+, 219.1 (100) [CH(2-OH-3,5t
Bu 2 C 6 H 2 )]+.
EA: ber. (gef.) C, 64.88 (65.03); H, 8.01 (8.11); N, 5.93 (5.71) %.
120
Synthese von Azido[N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butyl-salicylidenatoamino)triethylamin]cer(IV)
(20)
In einem 300 ml-Erlenmeyerkolben wurden 0.60 g (0.62 mmol) Chloro[N,N’,N’’-tris(3,5-ditert-butylsalicylidenatoamino)triethylamin]cer(IV) [11] in 200 ml THF bei Raumtemperatur
komplett gelöst. Zu der dunkel blauvioletten Lösung wurden 0.08 g (1.24 mmol, 100%
Überschuss) Natriumazid in fester Form zugegeben und 10 h bei Raumtemperatur gerührt.
Die so entstandende dunkel rotviolette Reaktionslösung wurde durch Filtration vom hellen
Niederschlag (NaCl) getrennt und das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer bei 50 °C und
350 mbar komplett entfernt. Der Feststoff wurde in 120 ml heißem Acetonitril aufgenommen
und bei 5°C stehen gelassen. Das Produkt kristallisierte bei Raumtemperatur als AcetonitrilAddukt in schwarzen, quaderförmigen Kristallen, die sich für eine EinkristallRöntgenstrukturanalyse eigneten. Wurden diese Kristalle intensiv im Ölpumpenvakuum
getrocknet, so verliert das Produkt das anhaftende Lösungsmittel.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
1
C 51 H 75 CeN 7 O 3
974.3 g/mol
0.32 g (53%)
201 °C
H NMR (400 MHz, THF-d 8 , 25 °C): δ = 8.63 (s br , 3H, –N=CH–Ar), 7.43 (s br , 3H, Ar–H),
7.13 (s br , 3H, Ar–H), 4.24 (s br , 6, N–CH 2 –CH 2 –), 3.07 (s br , 6, N–CH 2 –CH 2 –), 1.27 (s, 54H,
–C(CH 3 ) 3 ). 13C{1H} NMR (100.6 MHz, THF-d 8 , 25 °C): δ = 168.2 (–CH 2 –N=CH–Ar),
139.9 (tBu–C Ar ), 137.9 (tBu–C Ar ), 129.9 (H–C Ar ), 126.8 (H–C Ar ), 65.8 (–CH 2 –), 64.2 (–
CH 2 –), 36.5 (Ar–CMe 3 ), 35.3 (Ar–CMe 3 ), 32.8 (–C(CH 3 )), 31.8 (–C(CH 3 )).
IR (KBr cm-1):  max 3437 (m), 2956 (vs,  s CH 3 ), 2907 (m,  s CH 2 ), 2868 (m,  as CH 3 ),
2044 (vs,  as N 3 ), 1618 (vs, C=N), 1551 (m, C=C Ring), 1460 (m), 1435 (m), 1412 (m), 1391
(m), 1361 (m), 1336 (w), 1298 (m), 1272 (st), 1254 (vs), 1203 (m), 1174 (m), 836 (st, CH
Ring), 811 (w), 779 (w), 746 (m), 526 (w).
MS (EI): m/z (%) 972.9 (0.02) [M]+, 945.0 (1) [M – N 2 ]+, 931.9 (100) [M – N 3 ]+.
EA: ber. (gef.) C, 62.87 (62.82); H, 7.76 (7.84); N, 10.06 (9.90) %.
121
Synthese von [{N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenatoamino)triethylamin}cer(IV)]
[tetraphenylborat] (21)
In einen 250 ml-Rundkolben wurden 0.78 g (0.81 mmol) Chloro[N,N’,N’’-tris(3,5-di-tertbutylsalicylidenatoamino)triethylamin]cer(IV) [11] in 70 ml THF bei Raumtemperatur
komplett gelöst. Zu der dunkel blauvioletten Lösung wurden 0.28 g (0.81 mmol)
Natriumtetraphenylborat in fester Form zugegeben und 30 min bei Raumtemperatur gerührt.
Die so entstandene dunkel rotviolette Reaktionslösung wurde durch Filtration vom hellen
Niederschlag (NaCl) getrennt und das Lösemittel am Rotationsverdampfer bei 50 °C und 350
mbar komplett entfernt. Der Feststoff wurde in 120 ml heißem Acetonitril aufgenommen und
bei Raumtemperatur stehen gelassen. Das Produkt kristallisierte in schwarzen,
quaderförmigen Kristallen, die sich für eine Einkristall-Röntgenstrukturanalyse eigneten.
Summenformel:
Molmasse:
Ausbeute:
Schmelzpunkt:
C 75 H 95 BCeN 4 O 3
1250.66 g/mol
0.90 g (89 %)
> 260 °C
H NMR (400 MHz, Aceton-d 6 , 25 °C): δ = 9.07 (s, 3H, –N=CH–Ar), 7.62 (d, 4J = 2.4 Hz,
3H, Ar–H), 7.46 (d, 4J = 2.4 Hz, 3H, Ar–H), 7.35 (d br , 8H, –B{C 6 H 5 } 4 ), 6.92 (t, 3J = 7.3 Hz,
8H, –B{C 6 H 5 } 4 ), 6.77 (t, 3J = 7.1 Hz, 4H, –B{C 6 H 5 } 4 ), 4.56 (t br , 3H, N{CH 2 –CH 2 –N=CH–
Ar} 3 Ce+), 3.87 (d br , 3H, N{CH 2 –CH 2 –N=CH–Ar} 3 Ce+), 3.50 (t br , 3H, N{CH 2 –CH 2 –
N=CH–Ar} 3 Ce+), 3.36 (d br , 3H, N{CH 2 –CH 2 –N=CH–Ar} 3 Ce+), 1.32 (s, 27H, –C(CH 3 ) 3 ),
1.16 (s, 27H, –C(CH 3 ) 3 ).13C{1H} NMR (100.6 MHz, Aceton-d 6 , 25 °C): δ = 168.8 (N{CH 2 –
CH 2 –N=CH–Ar} 3 Ce+), 165.7 (–O–C Ar ), 142.9 (tBu–C Ar ), 137.0 (–B{C 6 H 5 } 4 ), 136.0 (tBu–
C Ar ), 130.5 ({H–C Ar }Ce+), 129.7({H–C Ar }Ce+), 126.0 (–B{C 6 H 5 } 4 ), 125.8 (–N=CH–C Ar ),
122.3 (–B{C 6 H 5 } 4 ), 62.2 (N{CH 2 –CH 2 –N=CH–Ar} 3 Ce+), 56.0 (N{CH 2 –CH 2 –N=CH–
Ar} 3 Ce+), 35.4 (–CMe 3 ), 34.7 (–CMe 3 ), 31.8 (–C(CH 3 )), 30.3 (–C(CH 3 )).
IR (KBr cm-1):  max 3432 (w), 3056 (m), 3036 (w), 2960 (st,  s CH 3 ), 2906 (m,  s CH 2 ),
2868 (m,  as CH 3 ), 1615 (vs, C=N), 1580 (w), 1558 (m, C=C Ring), 1544 (m), 1478 (m),
1459 (m), 1435 (m), 1412 (m), 1391 (m), 1362 (m), 1333 (m), 1270 (st), 1252 (vs), 1200 (m),
1177 (m), 1135 (w), 1062 (w), 1033 (w), 979 (w), 908 (w), 879 (w), 837 (st, CH Ring), 811
(w), 776 (w), 745 (st), 734 (m), 706 (m), 613 (w), 531 (m), 453 (w), 416 (w).
MS (EI, 140Ce): m/z (%) 931.7 (100) [M – BPh 4 ]+.
EA: ber. (gef.) C, 71.98 (71.60); H, 7.65 (7.71); N, 4.48 (5.33) %.
1
122
6.
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abk.
ber.
BIPY
Bu
COSY
Cp
Cp*
Cptt
d
DIIP
DME
EI
Et
et al.
EtOH
gef.
H 3 Trac
H 3 Tramsal
H 3 Trendsal
H 3 Trensal
HMBC
HSQC
i
Pr
IR
L
Ln
m
M
m/z
max
m
m br
Me
MeOH
m
Mes
meta-Carboran
min
MOCVD
MS
NMR
Abbildung
Abkürzung
berechnet
2,2‘-Bipyridin
Butyl
Correlation spectroscopy
Cyclopentadienyl
Pentamethylcyclopentadienyl
1,3-Di-tert-butylcyclopentadienyl
Dublett
2,6-Di(isopropyl)phenyl
Dimethoxyethan
Elektronenstoss-Ionisation
Ethyl
und Andere
Ethanol
gefunden
N,N’,N’’-Tris(3-aza-4-methylhept-4-en-6-on-1-yl)triethylamin
N,N’,N’’-Tris(salicylidenamino)triethylmethan
N,N’,N’’-Tris(3,5-di-tert-butylsalicylidenamino)triethylamin
N,N’,N’’-Tris(salicylidenamino)triethylamin
Heteronuklear multiple bon correlation
Heteronuclear single quantum coherence
isopropyl
Infrarotspektroskopie
Ligand
Lanthanoid
Multiplett
Molekül
Masse zu Ladungsverhältnis
maximal
Multiplett
Multiplett breit
Methyl
Methanol
mittel (im IR)
Mesityl
1,7-Dicarba-closo-dodecaboran(12)
minimal
Metal Organic Chemical Vapor Deposition
Massenspektroskopie
Nuclear Magnetic Resonance
123
ortho-Carboran
para-Carboran
Ph
ppm
PyTp
Pz’
q
RT
s
S
Sal
Schmp.
Sdp.
st
t
t
T
t
Bu
TEEDA
tert
THF
THT
TMEDA
TMS
Tram
Tren
vs
w
δ[ppm]
1,2-Dicarba-closo-dodecaboran(12)
1,12-Dicarba-closo-dodecaboran(12)
Phenyl
parts per million
Tris[3-(2’-pyridyl)pyrazol-1-yl]hydroborat
3,5-Dimethylpyrazol-1-yl
Quartett
Raumtemperatur
Singulett
Solvenzmolekül
Salicylaldehyd
Schmelztemperatur
Siedetemperatur
Stark (im IR)
tertiär
Triplett
Temperatur
tert-Butyl
N,N,N’,N’-Tetraethylethylendiamin
tertiär
Tetrahydrofuran
Tetrahydrothiophen
N,N,N’,N’-Tetramethylethylendiamin
Tetramethylsilan
Tris(2-aminoethyl)methan
Tris(2-aminoethyl)amin
sehr stark (im IR)
wenig intensiv (im IR)
chemische Verschiebung im NMR, angegeben in parts per million
124
7.
Literaturverzeichnis
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132
8.
Tabellenanhang
Tabelle 3: Strukturdaten von [p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce(NCC 6 H 4 OMe-p) 1
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip2_408a
C 50 H 82 CeN 7 O 4 Si 6
1153.89
173(2) K
0.71073 Å
Triclinic
P-1
a = 11.454(2) Å
b = 18.611(4) Å
c = 18.750(4) Å
3786.4(13) Å3
Volume
Z
= 72.92(3)°
= 82.32(3)°
 = 87.28(3)°
2
1.012 Mg/m3
0.732 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1210
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.30°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
0.50 x 0.40 x 0.40 mm3
2.00 to 29.30°
-15<=h<=15, -25<=k<=25, -25<=l<=25
47158
20403 [R(int) = 0.0442]
98.5 %
None
Full-matrix least-squares on F2
20403 / 102 / 681
0.874
R1 = 0.0374, wR2 = 0.0786
R1 = 0.0591, wR2 = 0.0845
0.641 and -1.509 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 4: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von
[p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 Ce(NCC 6 H 4 OMe-p) 1
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-N(3)
Ce-N(4)
Ce-N(5)
Ce-N(6)
Ce-N(7)
2.594(2)
2.5026(19)
2.493(2)
2.5816(19)
2.560(2)
2.499(2)
2.714(2)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
N(3)-C(15)
N(4)-C(15)
N(5)-C(29)
N(6)-C(29)
1.335(3)
1.328(3)
1.342(3)
1.313(3)
1.326(3)
1.333(3)
N(2)-Ce-N(1)
N(3)-Ce-N(4)
N(6)-Ce-N(5)
53.56(7)
53.64(6)
53.77(7)
N(2)-C(1)-N(1)
N(4)-C(15)-N(3)
N(5)-C(29)-N(6)
119.3(2)
119.32(19)
118.8(2)
133
Tabelle 5: Strukturdaten von [PhC(NiPr) 2 ] 3 Ce 2
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip29a
C 39 H 57 CeN 6
750.03
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 14.1225(4) Å
b = 18.5957(6) Å
c = 15.6544(4) Å
4067.8(2) Å3
Volume
Z
= 90°
= 98.324(2)°
 = 90°
4
1.225 Mg/m3
1.151 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1564
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.22°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
0.30 x 0.20 x 0.10 mm3
2.12 to 29.22°
-19<=h<=19, -25<=k<=25, -21<=l<=20
32963
5485 [R(int) = 0.0480]
99.1 %
None
Full-matrix least-squares on F2
5485 / 0 / 216
1.107
R1 = 0.0272, wR2 = 0.0625
R1 = 0.0309, wR2 = 0.0638
0.685 and -1.000 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 6: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [PhC(NiPr) 2 ] 3 Ce 2
Ce-N(1)
Ce-N(1A)
Ce-N(2)
Ce-N(2A)
Ce-N(3)
Ce-N(3A)
2.4817(18)
2.4817(18)
2.4855(15)
2.4855(15)
2.4926(16)
2.4926(16)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
N(1A)-C(1A)
N(2A)-C(1A)
N(3)-C(14)
N(3A)-C(14)
1.328(2)
1.319(2)
1.328(2)
1.319(2)
1.326(2)
1.326(2)
N(1)-Ce-N(2)
N(1A)-Ce-N(2A)
N(3)-Ce-N(3A)
53.95(5)
53.95(5)
54.11(7)
N(1)-C(1)-N(2)
N(1A)-C(1)-N(2A)
N(3)-C(14)-N(3A)
116.75(17)
116.75(17)
117.5(2)
134
Tabelle 7: Strukturdaten von [PhC≡CC(NiPr) 2 ] 3 Ce 4
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip83
C 45 H 57 CeN 6
822.09
133(2) K
0.71073 Å
Hexagonal
P3c1
a = 16.074(2) Å
b = 16.074(2) Å
c = 19.577(4) Å
4380.3(12) Å3
Volume
Z
= 90°
= 90°
 = 120°
4
1.247 Mg/m3
1.075 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1708
0.60 x 0.17 x 0.15 mm3
2.53 to 28.28°
-19<=h<=16, -21<=k<=21, -20<=l<=26
11715
6246 [R(int) = 0.0623]
99.8 %
None
0.8554 and 0.5648
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.28°
Absorption correction
Max. and min. transmission
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
6246 / 1 / 321
1.029
R1 = 0.0463, wR2 = 0.0941
R1 = 0.0763, wR2 = 0.1047
0.03(3)
0.724 and -1.032 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Absolute structure parameter
Largest diff. peak and hole
Tabelle 8: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [PhC≡CC(NiPr) 2 ] 3 Ce 4
Ce-N(1)
Ce-N(2)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
2.499(6)
2.487(5)
1.332(8)
1.341(8)
Ce(2)-N(3)
Ce(2)-N(4)
N(3)-C(21)
N(4)-C(21)
2.487(5)
2.500(5)
1.343(8)
1.317(7)
N(1)-Ce-N(2)
N(1)-C(1)-N(2)
54.16(15)
116.8(5)
N(3)-Ce(2)-N(4)
N(4)-C(21)-N(3)
54.31(17)
117.6(5)
135
Tabelle 9: Strukturdaten von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Ce 5
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip97
C 33 H 69 CeN 6
690.06
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
P2 1 /n
a = 19.702(4) Å
b = 11.791(2) Å
c = 17.633(4) Å
4045.9(14) Å3
Volume
Z
= 90°
= 99.00(3)°
 = 90°
4
1.133 Mg/m3
1.151 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1468
0.36 x 0.22 x 0.16 mm3
2.25 to 29.23°
-26<=h<=26, 0<=k<=16, 0<=l<=24
10868
10868 [R(int) = 0.0000]
98.8 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.23°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
10868 / 0 / 382
1.129
R1 = 0.0256, wR2 = 0.0603
R1 = 0.0284, wR2 = 0.0613
0.535 and -1.176 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 10: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 5
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-N(3)
Ce-N(4)
Ce-N(5)
Ce-N(6)
2.5495(16)
2.4976(14)
2.4742(15)
2.5348(15)
2.5055(15)
2.4688(15)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
N(3)-C(12)
N(4)-C(12)
N(5)-C(23)
N(6)-C(23)
1.331(2)
1.332(2)
1.335(2)
1.338(2)
1.340(2)
1.338(2)
N(1)-Ce-N(2)
N(3)-Ce-N(4)
N(5)-Ce-N(6)
51.81(4)
52.38(4)
52.72(4)
N(1)-C(1)-N(2)
N(3)-C(12)-N(4)
N(6)-C(23)-N(5)
111.81(14)
111.61(14)
111.16(14)
136
Tabelle 11: Strukturdaten von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Eu 6
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
Volume
Z
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.28°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
ip132
C 99 H 201 Eu 3 N 18
2099.66
173(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 38.969(8) Å
b = 16.311(3) Å
c = 38.781(8) Å
22520(8) Å3
= 90°
= 113.99(3)°
 = 90°
8
1.239 Mg/m3
1.699 mm-1
8880
0.31 x 0.28 x 0.27 mm3
1.92 to 28.28°
-51<=h<=51, -21<=k<=21, -51<=l<=42
108221
27947 [R(int) = 0.0932]
99.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
27947 / 49 / 1109
1.037
R1 = 0.0590, wR2 = 0.0986
R1 = 0.1009, wR2 = 0.1102
0.649 and -1.487 e.Å-3
137
Tabelle 12: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Eu 6
Eu(1)-N(1)
Eu(1)-N(2)
Eu(1)-N(3)
Eu(1)-N(4)
Eu(1)-N(5)
Eu(1)-N(6)
2.421(4)
2.426(4)
2.421(4)
2.411(4)
2.457(4)
2.402(4)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
N(3)-C(12)
N(4)-C(12)
N(5)-C(23)
N(6)-C(23)
1.339(6)
1.333(6)
1.330(6)
1.349(6)
1.317(7)
1.347(6)
Eu(2)-N(1A)
Eu(2)-N(2A)
Eu(2)-N(3A)
Eu(2)-N(4A)
Eu(2)-N(5A)
Eu(2)-N(6A)
2.424(4)
2.444(4)
2.422(4)
2.433(4)
2.432(4)
2.433(4)
N(1A)-C(1A)
N(2A)-C(1A)
N(3A)-C(12A)
N(4A)-C(12A)
N(5A)-C(23A)
N(6A)-C(23A)
1.339(6)
1.333(6)
1.352(7)
1.343(7)
1.332(6)
1.344(7)
Eu(3)-N(1B)
Eu(3)-N(2B)
Eu(3)-N(3B)
Eu(3)-N(4B)
Eu(3)-N(5B)
Eu(3)-N(6B)
2.424(4)
2.428(4)
2.410(4)
2.442(4)
2.410(4)
2.442(4)
N(1B)-C(1B)
N(2B)-C(1B)
N(3B)-C(12B)
N(4B)-C(12B)
N(5B)-C(23B)
N(6B)-C(23B)
1.345(6)
1.346(6)
1.346(6)
1.328(6)
1.344(6)
1.346(6)
N(1)-Eu(1)-N(2)
N(3)-Eu(1)-N(4)
N(5)-Eu(1)-N(6)
54.12(13)
54.34(13)
53.93(14)
N(1)-C(1)-N(2)
N(3)-C(12)-N(4)
N(5)-C(23)-N(6)
111.3(4)
110.9(4)
111.6(4)
N(1A)-Eu(2)-N(2A)
N(3A)-Eu(2)-N(4A)
N(5A)-Eu(2)-N(6A)
54.15(14)
54.40(15)
53.96(14)
N(1A)-C(1A)-N(2A)
N(3A)-C(12A)-N(4A)
N(5A)-C(23A)-N(6A)
112.0(4)
110.9(4)
111.1(4)
N(1B)-Eu(3)-N(2B)
N(3B)-Eu(3)-N(4B)
N(5B)-Eu(3)-N(6B)
54.34(13)
54.28(13)
54.56(13)
N(1B)-C(1B)-N(2B)
N(3B)-C(12B)-N(4B)
N(5B)-C(23B)-N(6B)
110.9(4)
111.8(4)
111.6(4)
138
Tabelle 13: Strukturdaten von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Tb 7
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip134
C 33 H 69 N 6 Tb
708.86
153(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 37.162(7) Å
b = 11.589(2) Å
c = 21.193(4) Å
8071(3) Å3
Volume
Z
= 90°
= 117.84(3)°
 = 90°
8
1.167 Mg/m3
1.778 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
2992
0.37 x 0.30 x 0.27 mm3
1.93 to 29.27°
-51<=h<=44, 0<=k<=15, 0<=l<=28
10769
10769 [R(int) = 0.0000]
99.4 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
10769 / 33 / 383
1.044
R1 = 0.0466, wR2 = 0.0868
R1 = 0.0715, wR2 = 0.0925
1.122 and -2.484 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 14: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [tBuC(NiPr) 2 ] 3 Tb 7
Tb-N(1)
Tb-N(2)
Tb-N(3)
Tb-N(4)
Tb-N(5)
Tb-N(6)
2.409(3)
2.403(3)
2.391(3)
2.403(3)
2.393(3)
2.391(3)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
N(3)-C(12)
N(4)-C(12)
N(5)-C(23)
N(6)-C(23)
1.338(5)
1.346(5
1.331(5)
1.339(5)
1.339(5)
1.328(5)
N(1)-Tb-N(2)
N(3)-Tb-N(4)
N(5)-Tb-N(6)
54.99(11)
54.90(10)
54.90(11)
N(1)-C(1)-N(2)
N(3)-C(12)-N(4)
N(6)-C(23)-N(5)
111.7(3)
111.7(3)
111.6(3)
139
Tabelle 15: Strukturdaten von [tBuC(NDipp) 2 ] 2 CeCl 8
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip63a
C 58 H 86 CeClN 4
1014.88
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 24.2724(8) Å
b = 10.6507(3) Å
c = 22.4285(7) Å
5387.1(3) Å3
Volume
Z
= 90°
= 111.704(2)°
 = 90°
4
1.251 Mg/m3
0.934 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
2148
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.21°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
0.46 x 0.38 x 0.22 mm3
2.19 to 29.21°
-33<=h<=33, -14<=k<=14, -30<=l<=30
32199
7258 [R(int) = 0.0653]
99.4 %
None
Full-matrix least-squares on F2
7258 / 0 / 301
1.203
R1 = 0.0464, wR2 = 0.0756
R1 = 0.0568, wR2 = 0.0779
0.989 and -2.858 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 16: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [tBuC(NDipp) 2 ] 2 CeCl 8
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-Cl
2.5116(19)
2.437(2)
2.6470(10)
N(1)-C(1)
N(2)-C(1)
1.330(3)
1.355(3)
N(1)-Ce-N(2)
53.27(7)
N(1)-C(1)-N(2)
111.5(2)
140
Tabelle 17: Strukturdaten von [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl(NCC 6 H 4 OMe-p) 9
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip15a
C 26 H 61 CeClN 4 OSi 6
789.90
143(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
P2 1 /n
a = 11.861(2) Å
b = 19.126(4) Å
c = 18.467(4) Å
4176.8(15) Å3
Volume
Z
= 90°
= 94.46(3)°
 = 90°
4
1.256 Mg/m3
1.349 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1648
0.50 x 0.40 x 0.10 mm3
2.02 to 30.51°
-16<=h<=16, -27<=k<=27, -26<=l<=26
88569
12743 [R(int) = 0.0900]
99.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 30.51°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
12743 / 0 / 371
1.131
R1 = 0.0319, wR2 = 0.0722
R1 = 0.0381, wR2 = 0.0744
1.129 and -1.245 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 18: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [(Me 3 Si) 2 N] 3 CeCl(NCC 6 H 4 OMe-p) 9
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-N(3)
Ce-N(4)
Ce-Cl
2.2226(15)
2.2165(16)
2.2204(17)
2.6250(19)
2.6447(7)
N(1)-Ce-N(2)
N(1)-Ce-N(3)
N(2)-Ce-N(3)
N(1)-Ce-N(4)
N(2)-Ce-N(4)
N(3)-Ce-N(4)
N(1)-Ce-Cl
N(2)-Ce-Cl
N(3)-Ce-Cl
N(4)-Ce-Cl
119.16(6)
119.57(6)
118.65(7)
84.72(6)
84.93(6)
84.16(7)
94.85(5)
95.33(5)
96.00(5)
179.57(4)
141
Tabelle 19: Strukturdaten von [p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 CeCl 10
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip2_228a
C 42 H 75 CeClN 6 O 3 Si 6
1056.19
180(2) K
0.71073 Å
Triclinic
P-1
a = 11.153(2) Å
b = 12.925(3) Å
c = 19.583(4) Å
2693.1(9) Å3
Volume
Z
= 98.76(3)°
= 90.93(3)°
 = 104.79(3)°
2
1.302 Mg/m3
1.068 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1104
0.50 x 0.50 x 0.10 mm3
2.10 to 29.22°
-15<=h<=15, -17<=k<=17, 0<=l<=26
14472
14472 [R(int) = 0.0000]
98.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.22°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
14472 / 0 / 532
0.906
R1 = 0.0299, wR2 = 0.0688
R1 = 0.0397, wR2 = 0.0704
1.603 and -1.365 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 20: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [p-MeOC 6 H 4 C(NSiMe 3 ) 2 ] 3 CeCl 10
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-N(3)
Ce-N(4)
Ce-N(5)
Ce-N(6)
Ce-Cl
2.3583(19)
2.5019(19)
2.4140(19)
2.4258(19)
2.407(2)
2.4833(19)
2.6550(11)
C(1)-N(1)
C(1)-N(2)
C(15)-N(3)
C(15)-N(4)
C(29)-N(5)
C(29)-N(6)
1.327(3)
1.329(3)
1.329(3)
1.332(3)
1.332(3)
1.327(3)
N(1)-Ce-N(2)
N(3)-Ce-N(4)
N(5)-Ce-N(6)
55.72(7)
55.83(7)
55.47(6)
N(1)-C(1)-N(2)
N(3)-C(15)-N(4)
N(6)-C(29)-N(5)
117.8(2)
116.75(18)
117.8(2)
142
Tabelle 21: Strukturdaten von [(B 10 H 10 C 2 )C(NiPr)(NHiPr)]Li(DME) 12
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip142
C 13 H 35 B 10 LiN 2 O 2
366.47
133(2) K
0.71073 Å
Triclinic
P-1
a = 8.3125(17) Å
b = 8.8541(18) Å
c = 15.564(3) Å
1127.4(4) Å3
Volume
Z
= 84.90(3)°
= 86.31(3)°
 = 81.66(3)°
2
1.080 Mg/m3
0.061 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
392
0.45 x 0.38 x 0.30 mm3
2.33 to 28.28°
-11<=h<=11, -11<=k<=11, -20<=l<=18
11975
5554 [R(int) = 0.0394]
99.5 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
5554 / 0 / 263
1.043
R1 = 0.0450, wR2 = 0.1012
R1 = 0.0615, wR2 = 0.1084
0.285 and -0.216 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 22: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [(B 10 H 10 C 2 )C(NiPr)(NHiPr)]Li(DME) 12
Li-O(1)
Li-O(2)
Li-N(1)
Li-C(2)
1.987(2)
1.993(2)
2.017(2)
2.088(2)
C(1)-C(2)
C(1)-C(3)
N(1)-C(3)
N(2)-C(3)
1.6751(15)
1.5282(16)
1.2823(15)
1.3620(15)
N(1)-Li-C(2)
87.81(9)
N(1)-C(3)-N(2)
N(1)-C(3)-C(1)
N(2)-C(3)-C(1)
130.74(11)
116.82(10)
112.40(9)
143
Tabelle 23: Strukturdaten von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 13
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip84
C 9 H 26 B 10 N 2
270.42
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
P2 1 /c
a = 6.9667(14) Å
b = 15.763(3) Å
c = 15.394(3) Å
1665.1(6) Å3
Volume
Z
= 90°
= 99.95(3)°
 = 90°
4
1.079 Mg/m3
0.054 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
576
0.70 x 0.40 x 0.18 mm3
2.58 to 26.37°
-7<=h<=8, -19<=k<=19, -19<=l<=19
14751
3406 [R(int) = 0.1026]
99.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 26.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
3406 / 0 / 242
1.184
R1 = 0.0729, wR2 = 0.1315
R1 = 0.1007, wR2 = 0.1400
0.222 and -0.211 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 24: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 13
C(1)-C(3)
C(1)-C(2)
1.529(3)
1.637(3)
N(1)-C(3)-N(2)
N(1)-C(3)-C(1)
N(2)-C(3)-C(1)
132.7(2)
114.27(18)
113.08(17)
N(1)-C(3)
N(2)-C(3)
1.274(3)
1.365(3)
144
Tabelle 25: Strukturdaten von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Sn 14
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip111
C 18 H 48 B 20 N 4 Sn
655.49
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 22.790(5) Å
b = 7.8311(16) Å
c = 19.215(4) Å
3362.8(12) Å3
Volume
Z
= 90°
= 101.30(3)°
 = 90°
4
1.295 Mg/m3
0.780 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
1336
0.27 x 0.24 x 0.20 mm3
2.54 to 28.28°
-30<=h<=25, -10<=k<=9, -25<=l<=25
10800
4134 [R(int) = 0.0535]
98.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
4134 / 0 / 203
1.085
R1 = 0.0386, wR2 = 0.0780
R1 = 0.0493, wR2 = 0.0806
0.927 and -1.525 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 26: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Sn 14
Sn-N(1)
Sn-C(2)
2.497(2)
2.318(3)
C(1)-C(2)
C(1)-C(3)
N(1)-C(3)
N(2)-C(3)
1.651(3)
1.528(3)
1.287(3)
1.347(3)
C(2)-Sn-N(1)
N(1)-Sn-N(1A)
C(2)-Sn-C(2A)
73.03(7)
161.40(9)
96.95(12)
N(1)-C(3)-N(2)
N(1)-C(3)-C(1)
N(2)-C(3)-C(1)
129.7(2)
117.2(2)
113.0(2)
145
Tabelle 27: Strukturdaten von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Cr 15
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip109
C 18 H 50 B 20 CrN 4
590.82
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
P2/n
a = 13.749(3) Å
b = 8.1504(16) Å
c = 15.296(3) Å
1669.4(6) Å3
Volume
Z
= 90°
= 103.10(3)°
 = 90°
2
1.175 Mg/m3
0.363 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
620
0.40 x 0.27 x 0.20 mm3
2.26 to 28.28°
-18<=h<=18, -10<=k<=9, -20<=l<=15
9177
4036 [R(int) = 0.0859]
97.1 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
4036 / 0 / 203
1.107
R1 = 0.0621, wR2 = 0.1280
R1 = 0.0820, wR2 = 0.1360
0.486 and -0.324 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 28: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)] 2 Cr 15
Cr-N(1)
Cr-C(2)
2.0852(19)
2.157(2)
C(1)-C(2)
C(1)-C(3)
N(1)-C(3)
N(2)-C(3)
1.664(3)
1.510(3)
1.303(3)
1.347(3)
C(2)-Cr-N(1)
N(1)-Cr-N(1A)
C(2)-Cr-C(2A)
82.06(8)
161.45(10)
131.30(12)
N(1)-C(3)-N(2)
N(1)-C(3)-C(1)
N(2)-C(3)-C(1)
128.8(2)
116.74(19)
114.38(19)
146
Tabelle 29: Strukturdaten von {[(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)]Cr(-Cl)} 2 16
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip89
C 18 H 50 B 20 Cl 2 Cr 2 N 4
713.72
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
P2 1 /c
a = 10.378(2) Å
b = 11.887(2) Å
c = 15.418(3) Å
1851.0(6) Å3
Volume
Z
= 90°
= 103.29(3)°
 = 90°
2
1.281 Mg/m3
0.753 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
736
0.41 x 0.34 x 0.23 mm3
2.19 to 28.27°
-13<=h<=13, -15<=k<=15, -20<=l<=20
19700
4584 [R(int) = 0.0651]
99.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
4584 / 1 / 256
1.208
R1 = 0.0414, wR2 = 0.0896
R1 = 0.0490, wR2 = 0.0924
0.456 and -0.406 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 30: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von {[(C 2 B 10 H 11 )C(NiPr)(NHiPr)]Cr(-Cl)} 2
16
Cr-N(1)
Cr-C(2)
Cr-Cl
Cr-Cl(A)
2.1160(15)
2.0854(18)
2.4000(6)
2.3789(7)
C(1)-C(2)
C(1)-C(3)
N(1)-C(3)
N(2)-C(3)
C(2)-Cr-N(1)
N(1)-Cr-Cl
C(2)-Cr-Cl(A)
Cl(A)-Cr-Cl
81.92(6)
103.86(5)
91.47(5)
84.47(2)
N(1)-C(3)-N(2)
N(1)-C(3)-C(1)
N(2)-C(3)-C(1)
N(1)-Cr-Cl(A)
C(2)-Cr-Cl
169.34(4)
166.11(5)
1.644(2)
1.512(2)
1.304(2)
1.349(2)
130.49(17)
116.51(15)
112.97(15)
147
Cr(A)-Cl-Cr
95.53(2)
Tabelle 31: Strukturdaten von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }Ce 18
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip73
C 51 H 78 CeN 4 O 3
935.29
180(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 27.840(6) Å
b = 16.345(3) Å
c = 24.849(5) Å
10528(4) Å3
Volume
Z
= 90°
= 111.39(3)°
 = 90°
8
1.180 Mg/m3
0.905 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
3952
0.45 x 0.34 x 0.33 mm3
2.06 to 28.28°
-37<=h<=37, -21<=k<=21, -33<=l<=33
36433
12973 [R(int) = 0.0477]
99.2 %
None
0.7544 and 0.6862
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.28°
Absorption correction
Max. and min. transmission
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
12973 / 0 / 550
1.023
R1 = 0.0404, wR2 = 0.0811
R1 = 0.0671, wR2 = 0.0887
0.722 and -0.875 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 32: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5t
Bu 2 C 6 H 2 )] 3 }Ce 18
Ce-O(1)
Ce-O(2)
Ce-O(3)
2.261(2)
2.266(2)
2.280(2)
O(1)-Ce-O(2)
O(1)-Ce-O(3)
O(2)-Ce-O(3)
96.92(8)
96.92(8)
97.78(8)
O(1)-Ce-N(1)
O(2)-Ce-N(1)
O(3)-Ce-N(1)
119.73(7)
119.80(8)
120.41(8)
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-N(3)
Ce-N(4)
2.860(2)
2.629(2)
2.616(2)
2.613(2)
N(2)-Ce-N(3)
N(2)-Ce-N(4)
N(3)-Ce-N(4)
102.09(8)
102.36(7)
104.13(8)
N(1)-Ce-N(2)
N(1)-Ce-N(3)
64.42(8)
64.51(7)
148
O(1)-Ce-N(2)
O(2)-Ce-N(3)
O(3)-Ce-N(4)
N(1)-Ce-N(4)
68.43(7)
68.35(8)
69.00(7)
64.67(8)
Tabelle 33: Strukturdaten von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }Eu·DME 19·DME
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip78
C 53 H 83 EuN 4 O 4
992.19
133(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
C2/c
a = 27.648(6) Å
b = 16.227(3) Å
c = 24.817(5) Å
10344(4) Å3
Volume
Z
= 90°
= 111.71(3)°
 = 90°
8
1.274 Mg/m3
1.258 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
4192
0.40 x 0.33 x 0.29 mm3
2.07 to 28.28°
-36<=h<=35, -21<=k<=21, -33<=l<=33
37390
12770 [R(int) = 0.0583]
99.4 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.28°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
12770 / 0 / 578
1.064
R1 = 0.0395, wR2 = 0.0906
R1 = 0.0511, wR2 = 0.0955
2.421 and -1.606 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 34: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5t
Bu 2 C 6 H 2 )] 3 }Eu·DME 19·DME
Eu-O(1)
Eu-O(2)
Eu-O(3)
2.211(2)
2.213(2)
2.2218(19)
O(1)-Eu-O(2)
O(1)-Eu-O(3)
O(2)-Eu-O(3)
95.08(8)
96.13(8)
94.61(8)
O(1)-Eu-N(1)
O(2)-Eu-N(1)
O(3)-Eu-N(1)
120.75(7)
121.34(8)
122.23(7)
Eu-N(1)
Eu-N(2)
Eu-N(3)
Eu-N(4)
2.793(2)
2.531(2)
2.530(2)
2.516(2)
N(2)-Eu-N(3)
N(2)-Eu-N(4)
N(3)-Eu-N(4)
103.56(8)
105.23(8)
103.56(8)
N(1)-Eu-N(2)
N(1)-Eu-N(3)
65.49(8)
65.37(7)
149
N(1)-Eu-N(4)
O(1)-Eu-N(2)
O(2)-Eu-N(3)
O(3)-Eu-N(4)
65.92(7)
70.64(8)
70.78(7)
71.30(8)
Tabelle 35: Strukturdaten von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }Eu·MeCN 19·MeCN
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
Volume
Z
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.27°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
ip47a
C 53 H 78 EuN 5 O 3
985.16
173(2) K
0.71073 Å
Triclinic
P -1
a = 16.3739(2) Å
b = 17.8199(2) Å
c = 20.7191(3) Å
5181.13(13) Å3
= 93.0927(11)°
= 109.0384(11)°
 = 112.2090(11)°
4
1.263 Mg/m3
1.255 mm-1
2072
0.40 x 0.40 x 0.30 mm3
2.12 to 29.27°
-22<=h<=22, -24<=k<=24, -28<=l<=28
196736
27967 [R(int) = 0.0754]
98.8 %
None
Full-matrix least-squares on F2
27967 / 58 / 1156
1.153
R1 = 0.0486, wR2 = 0.0676
R1 = 0.0607, wR2 = 0.0708
0.897 and -1.536 e.Å-3
150
Tabelle 36: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5t
Bu 2 C 6 H 2 )] 3 }Eu·MeCN 19·MeCN
Eu(1)-O(1)
Eu(1)-O(2)
Eu(1)-O(3)
2.1901(17)
2.2212(16)
2.2219(17)
Eu(2)-O(11)
Eu(2)-O(12)
Eu(2)-O(13)
2.2151(17)
2.2172(16)
2.2114(17)
Eu(1)-N(1)
Eu(1)-N(2)
Eu(1)-N(3)
Eu(1)-N(4)
2.789(2)
2.543(2)
2.513(2)
2.526(2)
Eu(2)-N(11)
Eu(2)-N(12)
Eu(2)-N(13)
Eu(2)-N(14)
2.806(2)
2.534(2)
2.5194(19)
2.507(2)
O(1)-Eu(1)-O(2)
O(1)-Eu(1)-O(3)
O(2)-Eu(1)-O(3)
95.57(6)
92.85(7)
94.91(6)
O(11)-Eu(2)-O(12)
O(11)-Eu(2)-O(13)
O(12)-Eu(2)-O(13)
96.65(6)
99.12(6)
94.14(7)
N(2)-Eu(1)-N(3)
N(2)-Eu(1)-N(4)
N(3)-Eu(1)-N(4)
103.47(6)
103.47(7)
105.84(7)
N(12)-Eu(2)-N(13)
N(12)-Eu(2)-N(14)
N(13)-Eu(2)-N(14)
104.22(7)
104.48(7)
102.73(7)
N(1)-Eu(1)-N(2)
N(1)-Eu(1)-N(4)
N(1)-Eu(1)-N(3)
65.52(6)
65.83(7)
65.82(6)
N(11)-Eu(2)-N(12)
N(11)-Eu(2)-N(13)
N(11)-Eu(2)-N(14)
65.20(6)
65.18(6)
65.62(6)
O(1)-Eu(1)-N(1)
O(2)-Eu(1)-N(1)
O(3)-Eu(1)-N(1)
122.28(7)
121.47(6)
122.43(7)
O(11)-Eu(2)-N(11)
O(12)-Eu(2)-N(11)
O(13)-Eu(2)-N(11)
118.33(7)
120.48(6)
122.41(6)
O(1)-Eu(1)-N(2)
O(2)-Eu(1)-N(3)
O(3)-Eu(1)-N(4)
70.35(6)
70.90(6)
70.74(7)
O(11)-Eu(2)-N(12)
O(12)-Eu(2)-N(13)
O(13)-Eu(2)-N(14)
70.79(6)
70.63(6)
71.56(6)
151
Tabelle 37: Strukturdaten von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )] 3 }CeN 3 20
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
Volume
Z
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 28.28°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
ip51a
C 51 H 69 CeN 7 O 3
968.25
150(2) K
0.71073 Å
Triclinic
P-1
a = 15.9264(3) Å
b = 16.7188(3) Å
c = 22.7258(4) Å
5357.10(17) Å3
= 70.1880(10)°
= 70.2910(10)°
 = 84.9700(10)°
4
1.201 Mg/m3
0.893 mm-1
2024
0.40 x 0.30 x 0.30 mm3
1.94 to 28.28°
-21<=h<=21, -22<=k<=22, -30<=l<=30
187447
26575 [R(int) = 0.0658]
99.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
26575 / 0 / 1148
1.083
R1 = 0.0431, wR2 = 0.0981
R1 = 0.0557, wR2 = 0.1035
0.808 and -1.363 e.Å-3
152
Tabelle 38: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von {N[CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5t
Bu 2 C 6 H 2 )] 3 }CeN 3 20
Ce(1)-O(1)
Ce(1)-O(2)
Ce(1)-O(3)
2.159(2)
2.1888(19)
2.193(2)
Ce(2)-O(5)
Ce(2)-O(6)
Ce(2)-O(4)
2.1542(19)
2.1870(19)
2.197(2)
Ce(1)-N(1)
Ce(1)-N(2)
Ce(1)-N(3)
Ce(1)-N(4)
Ce(1)-N(5)
2.762(2)
2.661(3)
2.520(2)
2.587(2)
2.437(3)
Ce(2)-N(8)
Ce(2)-N(9)
Ce(2)-N(10)
Ce(2)-N(11)
Ce(2)-N(12)
2.773(2)
2.510(2)
2.630(2)
2.603(2)
2.423(2)
O(1)-Ce(1)-O(2)
O(1)-Ce(1)-O(3)
O(2)-Ce(1)-O(3)
99.61(7)
90.24(8)
81.54(8)
O(4)-Ce(2)-O(5)
O(4)-Ce(2)-O(6
O(5)-Ce(2)-O(6)
94.90(8)
81.61(7)
89.64(8)
N(2)-Ce(1)-N(3)
N(2)-Ce(1)-N(4)
N(3)-Ce(1)-N(4)
125.49(8)
77.30(8)
95.41(8)
N(9)-Ce(2)-N(10)
N(9)-Ce(2)-N(11)
N(10)-Ce(2)-N(11)
124.73(8)
100.45(8)
75.14(7)
N(1)-Ce(1)-N(2)
N(1)-Ce(1)-N(3)
N(1)-Ce(1)-N(4)
N(1)-Ce(1)-N(5)
62.50(8)
65.66(8)
64.77(8)
80.28(9)
N(8)-Ce(2)-N(9)
N(8)-Ce(2)-N(10)
N(8)-Ce(2)-N(11)
N(8)-Ce(2)-N(12)
65.60(8)
63.35(7)
64.06(7)
79.23(8)
O(1)-Ce(1)-N(1)
O(2)-Ce(1)-N(1)
O(3)-Ce(1)-N(1)
127.71(8)
127.83(7)
114.65(8)
O(4)-Ce(2)-N(8)
O(5)-Ce(2)-N(8)
O(6)-Ce(2)-N(8)
130.95(8)
129.61(8)
113.49(8)
O(1)-Ce(1)-N(2)
O(3)-Ce(1)-N(4)
O(2)-Ce(1)-N(3)
69.38(8)
68.16(8)
71.50(7)
O(4)-Ce(2)-N(9)
O(6)-Ce(2)-N(11)
O(5)-Ce(2)-N(10)
71.60(8)
67.93(7)
69.74(7)
153
Tabelle 39: Strukturdaten von [N{CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5-tBu 2 C 6 H 2 )} 3 Ce][BPh 4 ] 21
Identification code
Empirical formula
Formula weight
Temperature
Wavelength
Crystal system
Space group
Unit cell dimensions
ip43a
C 77 H 98 BCeN 5 O 3
1292.53
173(2) K
0.71073 Å
Monoclinic
P2 1 /c
a = 21.7685(4) Å
b = 14.3963(3) Å
c = 22.6783(3) Å
7106.0(2) Å3
Volume
Z
= 90°
= 90.9990(10)°
 = 90°
4
1.208 Mg/m3
0.689 mm-1
Density (calculated)
Absorption coefficient
F(000)
2728
0.40 x 0.20 x 0.20 mm3
1.91 to 29.24°
-29<=h<=27, -19<=k<=19, -31<=l<=31
96988
19157 [R(int) = 0.0855]
99.9 %
None
Full-matrix least-squares on F2
Crystal size
Theta range for data collection
Index ranges
Reflections collected
Independent reflections
Completeness to theta = 29.00°
Absorption correction
Refinement method
Data / restraints / parameters
Goodness-of-fit on F2
19157 / 0 / 803
1.059
R1 = 0.0555, wR2 = 0.0810
R1 = 0.0755, wR2 = 0.0862
0.836 and -1.312 e.Å-3
Final R indices [I>2sigma(I)]
R indices (all data)
Largest diff. peak and hole
Tabelle 40: Ausgewählte Bindungsabstände (Å) und –winkel (°) von [N{CH 2 CH 2 N=CH(2-O-3,5t
Bu 2 C 6 H 2 )} 3 Ce][BPh 4 ] 21
Ce-O(1)
Ce-O(2)
Ce-O(3)
2.1438(16)
2.1427(16)
2.1376(15)
O(3)-Ce-O(2)
O(3)-Ce-O(1)
O(2)-Ce-O(1)
98.91(6)
94.64(6)
99.69(6)
O(1)-Ce-N(1)
O(3)-Ce-N(1)
O(2)-Ce-N(1)
120.37(6)
121.08(6)
117.30(6)
O(1)-Ce-N(2)
O(2)-Ce-N(3)
71.26(6)
71.36(6)
Ce-N(1)
Ce-N(2)
Ce-N(3)
Ce-N(4)
2.6548(19)
2.472(2)
2.4857(19)
2.492(2)
N(2)-Ce-N(3)
N(2)-Ce-N(4)
N(3)-Ce-N(4)
105.78(6)
103.99(7)
110.54(6)
N(2)-Ce-N(1)
N(4)-Ce-N(1)
N(3)-Ce-N(1)
68.09(6)
68.13(6)
67.72(6)
154
O(3)-Ce-N(4)
70.86(6)
155
Lebenslauf
Name:
Peter Dröse
Eltern:
Iris Dröse und Peter Thalheim
Geburtsdatum:
Geburtsort:
18.02.1980
Stendal
Staatsangehörigkeit:
deutsch
Familienstand:
ledig
Schulausbildung:
1986 – 1990 Wladimir-Komarow Grundschule in Stendal
1990 – 1998 Winckelmann-Gymnasium in Stendal
1998 Abitur
Juli 1998 – Mai 2000: Wehrdienstleistender in Munster
Juni – Juli 2000: Praktikum bei Henkel im Labor zur
Qualitätssicherung
August 2000 – Juli 2002: Ausbildung zum Chemielaboranten
bei Bayer und Studium des Chemieingenieurwesens an der
Fachhochschule Niederrhein in Krefeld
August 2002: Arbeit als Chemielaborant bei Henkel im Labor
zur Qualitätssicherung
Oktober 2002 – Juni 2007: Studium der Chemie und
Mathematik auf das Lehramt an Gymnasien an der Otto-vonGuericke-Universität in Magdeburg
Seit Juli 2007: Promotion im Bereich der anorganischen Chemie
an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Juli 2002: Chemielaborant
Juni 2007: Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien
Weitere Tätigkeiten:
erreichte Abschlüsse:
Sonstiges:
Oktober 2007: Ehrung als bester Lehramtsstudent durch die
Mathematikfakultät
der
Otto-von-Guericke-Universität
Magdeburg
Januar 2008 – Juni 2010: Graduiertenstipendiat des Landes
Sachsen-Anhalt
Hobbys:
Karate als Aktiver, Trainer und ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Karateclub ZEN Tangermünde
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