KV-Schulung vom 03.06 2007 - Kreisverband Hannover-Ost

KV-Schulung vom 09.10.2011
Bevor ein Kaninchen bewertet wird
1. Wichtige Utensilien zur Pflege des
Kaninchen
2. Warum Schaufertigmachen?
Ob Jung- oder Alttierschau, ob Vereins-, Kreis-,
Landes- oder Bundesschauen, wir organisierten
Rassekaninchenzüchter kennen und beschicken sie
alle. Denn für uns ist es das „Normalste der Welt“,
solche Ausstellungen mit unseren Tieren zu
beschicken. Doch was ist genau dabei zu tun? Es ist
ja nicht mit dem Ausfüllen des Meldebogens getan!
Wir müssen die besonderen Tiere aussuchen, melden
und für die Schau fertig machen.
3. Das Trainieren
So wird es
Punktabzug geben
3. Das Trainieren
Auf dem Weg zum
Stand
3. Das Trainieren
So muss der Stand
sein, dann klappt es
auch mit der
Bewertung
2. Das Aussuchen
Wir nennen es auch Selektieren. Die Selektion
beginnt schon recht früh im Jahr, nämlich dann,
wenn unsere Jungtiere sich auf den Weg aus dem
Nest machen. Schon dann können wir erkennen, ob
sich diese Tiere für Ausstellungen bzw. für die
Weiterzucht eignen (bei einigen Rassen sogar schon
im Nest).
2. Das Aussuchen
Woran man dies erkennen kann, lässt sich so
pauschal nicht sagen, denn bei jeder Rasse gibt es
andere Kriterien, die zu beachten sind. Alle
aufzuführen würde den Rahmen dieses Beitrages
jedoch sprengen. Im Verein wird jeder Zuchtwart
oder andere erfahrene Züchter den neuen
Zuchtfreunden bei der Selektion der Tiere mit Rat
und Tat zur Seite zu stehen. Nach erfolgreicher
Selektion haben wir zum einen die Tiere, die wir
entweder für die eigene Weiterzucht oder für
Ausstellungen benötigen bzw. behalten möchten, und
zum anderen die Tiere, die gemästet werden. Somit
ist der erste Schritt getan.
3. Das Melden
In aller Regel bekommen die Vereinsvorsitzenden die
Meldepapiere für die jeweiligen Schauen. Sie reichen
diese dann meist in einer Versammlung an die
Mitglieder weiter. Die Meldepapiere bestehen aus der
Ausstellungsordnung (AO) und dem Meldebogen. Der
Ausstellungsordnung können wir alle relevanten
Daten zur Schau wie Art, Ort und Zeitpunkt, aber
auch den Meldeschluss und die Höhe der
Meldegebühren entnehmen.
Haben wir diese Informationen, steht der Meldung
nichts mehr im Wege.
3. Das Melden
Beim Ausfüllen des Meldebogens sollte man sehr auf
eine leserliche Schrift achten, denn unsauber oder
schlecht ausgefüllte Meldeblätter können zu
Missverständnissen bei der Ausstellungsleitung
führen. Ebenso sollten wir darauf achten, dass alle
erforderlichen Angaben wie Kennzeichnung, Rasse,
Geschlecht und gegebenenfalls auch die Augenfarbe
gemacht werden. Nicht zu vergessen sind natürlich
auch die Angaben des Züchters. (Name, Anschrift,
Telefonnummer, Verein usw.)
3. Das Melden
Ist der Meldebogen komplett ausgefüllt, geben wir
ihn weiter an unseren Vereinszuchtbuchführer, der
Angaben, die die Tiere betreffen, auf ihre Richtigkeit
überprüfen muss. Sofern alle Tier-Daten richtig sind,
bestätigt er dies durch seine Unterschrift und den
Vereinsstempel.
3. Das Melden
Damit kann unser Meldebogen an die
Ausstellungsleitung geschickt werden! (bei uns im
Verein macht dies der Zuchtbuchführer als
Sammelpost). Oft hat man sich schon vorher um die
Begleichung der geforderten Kosten zu kümmern,
und der Einzahlungsbeleg wird nun beigefügt. Damit
sind unsere Tiere für die Schau gemeldet.
4. Das Schaufertigmachen
Das Schaufertigmachen der Ausstellungstiere wird oft
unterschätzt. Doch dadurch können wichtige Punkte
verloren gehen. Eine Vorbedingung ist, dass unsere
Kaninchen stets trocken und sauber untergebracht
sind. Ist dies nicht der Fall, und ist das Fell unserer
Schützlinge bereits stark verschmutzt, haben wir es
enorm schwer, diese Tiere wieder sauber zu
bekommen. In den meisten Fällen sind diese
Versuche jedoch zwecklos. Dann heißt es nur, warten
bis zur nächsten Haarung.
4. Das Schaufertigmachen
Das eigentliche „Fertigmachen“ beginnt ein paar
Wochen vor der Schau. Wir stutzen die Krallen
unserer Tiere auf eine geeignete Länge, damit sich
niemand daran verletzten kann, weder der Zuträger
noch die Preisrichter. Dabei ist zu beachten, dass die
Krallen nicht zu kurz geschnitten werden, denn bis in
die Krallenansätze verlaufen Blutgefäße. Beim Kürzen
der Krallen wird auch gleich kontrolliert, ob das Tier
die geforderte Krallenfarbe hat.
4. Das Schaufertigmachen
Dann kommen wir zu den
Geschlechtsecken. Diese
Hautfalten rechts und links
des Geschlechts können
einen unangenehmen
Geruch verströmen. Wir
reinigen sie vorsichtig mit
einem feuchten weichen
Tuch oder einem feuchten
Wattebausch. Bitte niemals
trocken auswischen! Dies
kann zu Schmerzen und
Entzündungen führen.
4. Das Schaufertigmachen
Wenn wir schon beim
Geschlecht sind, wird auch
gleich noch einmal überprüft,
ob es eventuell Anomalien
festzustellen gibt (beim
Rammler Spaltpenis oder
angewachsenen Penis). Ist
das der Fall, fällt das Tier als
Zucht- und Ausstellungstier
aus. Denn dies ist ein
schwerer Fehler, der mit nb
gestraft wird und zudem auch
weitervererbt werden kann.
4. Das Schaufertigmachen
Bei einigen Rassen wird
bei Häsinnen eine kleine,
wohlgeformte Wamme
(lose Brusthaut)
geduldet. Wünschenswert
sind aber Tiere ohne
Wammen. Hat der
Rammler eine Wamme,
so bedeutet dies einen
Fehler.
4. Das Schaufertigmachen
Wir können einen leichten Wammenansatz manchmal
durch das Auskämmen der Unterwolle kaschieren.
Dazu sei gesagt, dass man nie einen Wammenansatz
wegschneiden sollte. Erstens kann das Tier dabei
verletzt werden, und zweitens kann es bei
unsachgemäßer Handhabung zu starken Fellschäden
kommen, die schließlich doch einen Punktabzug nach
sich ziehen. Deshalb nur mit einem Wammenkamm
die Unterwolle auskämmen.
4. Das Schaufertigmachen
Selbstverständlich ist natürlich, dass das Fell gut
durchgebürstet wird, um lose, abgestorbene Haare
zu entfernen.
4. Das Schaufertigmachen
Je nach Rasse können vereinzelte pigmentlose oder
andersfarbige Haare auftreten, die man mit einer Pinzette
entfernen kann. Auf die gleiche Weise können wir bei
Zeichnungstieren kleine Einläufer oder Spritzer entfernen bzw.
eventuell vorhandene Punkte sauberer herausstellen. Bei
solchen Korrekturen dürfen aber keine Löcher oder gar
Kahlstellen entstehen Punktverluste in Position 1 (Gewicht) kann
man durch rechtzeitiges regelmäßiges Wiegen der Tiere
eigentlich vermeiden.
4. Das Schaufertigmachen
Auf der Suche
nach
unerwünschten
weißen Büschel…
5. Der Transport zur Schau
Der Transport unserer Kaninchen darf natürlich ebenfalls nicht
außer Acht gelassen werden, da ja alle unsere Tiere zu den
Ausstellungshallen transportiert werden müssen.
Bei der Wahl des Transportbehälters sollte man von der Größe
des Tieres ausgehen. Der Fachhandel bietet eine Vielzahl von
Transportkisten an. Man sollte sich bei der Auswahl nach den
eigenen Befindlichkeiten richten.
Beim eigentlichen Transport ist zu beachten, dass der Behälter
nicht verrutschen kann und eine ausreichende Frischluftzufuhr
gewährleistet ist, sprich, dass die Lüftungsöffnungen nicht durch
andere Transportbehälter bedeckt sind. Auch sollten die Tiere
keiner Zugluft ausgesetzt sein.
6. Das Einsetzen
Beim Einsetzen, auch Einstallen genannt, ist es wichtig, die
Tiere in die dafür vorgesehenen Käfige zu setzen. Falsch
eingesetzte Tiere führen zur Verwirrung bei der Bewertung und
machen dem Zuträger seine Arbeit schwer. Natürlich muss auch
beim Einsetzen darauf geachtet werden, dass sich kein
Kaninchen verletzen kann.
7. Die Bewertung
Die Bewertung unserer Rassekaninchen wird vor Eröffnung der
Ausstellung von anerkannten Preisrichtern nach den im
Standard vorgegebenen Rassebeschreibungen durchgeführt. In
der Regel steht jedem Preisrichter ein Zuträger zur Verfügung,
der ihm die Tiere zur Bewertung an den Tisch bringt. Meist
übernehmen diesen Job Zuchtfreunde, die selbst Tiere auf
dieser Schau gemeldet haben. Ist die Bewertung beendet, wird
von den Preisrichtern die Preisverteilung vorgenommen. Nun
stehen alle Ergebnisse fest!
Die Ausstellung kann eröffnet werden. Doch ehe man sich
versieht, werden die Tiere schon wieder ausgestallt und in den
heimischen Stall gebracht.
Beim Ausstallen ist wieder besonders darauf zu achten, dass
sich die Tiere nicht an den Gittern verletzen können.
8. Schlussgedanken
Das war doch alles bekannt! Das ist doch der normale Ablauf!
Ja, dass sollte es auch sein. Es gibt aber auch bei den „alten
Hasen“ einige, die den „normalen Ablauf“ vergessen haben oder
nach dem Motto „ das haben wir doch schon immer so
gemacht“ handeln.
Außerdem gibt es auch junge Züchter die noch am Anfang
stehen und über jedem nützlichen Hinweis froh sind.
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