LKPh 12.2 _ ZIRKELPRAKTIKUM INDUKTION: WIRBELSTRÖME__

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ZIRKELPRAKTIKUM zum Thema: INDUKTION / WIRBELSTRÖME
Arbeitszeit: 90 min
Arbeitsform: 2er- oder 3er-Teams
STATION 1: Wirbelströme
1. Grundlagen/Fragen zum Stoff
Arbeiten Sie gemeinsam in Ihrem Lehrbuch das Kapitel „Wirbelströme in Metallen“ (Seite 64) durch. Sie finden
hierzu natürlich auch im Internet vielfältige Webseiten. Klären Sie miteinander:
a) Wie kommt es zu den Wirbelströmen ? - In welchen Stoffen treten sie auf ? - Wie fließen sie ?
b) Wirbelströme werden technisch für Abbremsvorgänge und zum Kochen genutzt, dies sollen sie im
folgenden auch experimentell untersuchen. Arbeiten Sie die entsprechenden Kapitel durch !
c) Wo sind Wirbelströme erwünscht, wo stören sie, wo kann ihr Einfluss gefährlich sein ?
Dokumentieren Sie Ihre Recherchen auf geeignete Weise (Skizzen, Texte, ...) in Ihrem Heft.
2. Durchführung der Experimente
a) Benutzen Sie gemäß Abb.1 einen U-Kern mit zwei Spulen
(600 Windungen). Legen Sie diese über einen
Tippschalter an die Stromquelle, beachten Sie die
gleichsinnige Polung der beiden Spulen. Regeln Sie den
Erregerstrom auf volle zulässige
Stärke ein. (Vorsicht: prüfen Sie, ob die Spulen nicht zu
warm werden !).
Nehmen sie die im Vordergrund abgebildete Aluminiumplatte und schieben sie diese im Spalt zwischen den
Eisenjochen hin und her. Schließen Sie dabei immer
wieder für einige Zeit den Tippschalter.
Abb.1
• Welche Wirkung verspüren Sie ?
b) Fügen Sie das Modell einer Wirbelstrombremsanlage für Eisenbahnräder zusammen. Benutzen Sie
hierzu die im Hintergrund abgebildete schwarze Aluminiumscheibe. Achten Sie darauf, dass die Radscheibe
sich ganz innerhalb des Spaltes frei drehen kann. Die Scheibe ist kugelgelagert und lässt sich leicht und schnell
„anwerfen“. Abhängig von der Stärke des Erregerstroms muss die Bremsung der Radscheibe schwächer oder
stärker erfolgen. Untersuchen Sie dieses Phänomen ausgiebig.
c) Das obige Bremsprinzip nutzen Straßenbahnen
in „linearer“ Ausführung (Abb.2): ein Elektromagnet
befindet sich zwischen den Achsen des Drehgestells
knapp über der Schiene. Wird der Erregerstrom eingeschaltet, entstehen Wirbelströme in der Schiene,
die zu einer Bremsung des bewegten Magneten und
damit der Straßenbahn führen.
Abb.2: Straßenbahnschienenbremse
-2-
Sie können dies simulieren, indem Sie die Fallbewegung
eines starken ringförmigen Permanentmagneten über
verschiedenen Metallstäben beobachten (Abb.3).
• Erklären Sie das unterschiedliche Bremsverhalten bei den
verschiedenen Stabmaterialien !
c) Legen Sie Wechselspannung (2,5 A, 50 Hz) an eine Spule
(500 Windungen). Stecken Sie den Temperaturmessfühler
eines Digitalthermometers in die Bohrung eines massiven
Eisenkerns.
Notieren Sie die Anfangstemperatur des Eisenkerns.
Lassen Sie den Erregerstrom mindestens 5 min lang fließen
und notieren Sie dann die angezeigte Endtemperatur.
Abb.3
Temperaturfühler
25°C
3. Ausblick und Diskussion
Arbeiten Sie gemeinsam den Zeitungsartikel „Von der Feuerstelle
zum modernen Kochherd“ (im Anhang) durch.
(Sie werden sicher auch im Internet Inhalte zum Thema
„Kochen mittels Induktion“ finden.)
Klären Sie gemeinsam:
Spule
a) Welche Felder sind notwendig, um eine ausreichend starke Erwärmung fürs Kochen zu erzielen ?
b) Wie sind Kochplatte und Topf aufgebaut ?
c) Welche Richtung haben die Feldlinien sowie die Wirbelströme ?
d) Worin bestehen die Vor- bzw. Nachteile des Induktionskochens ?
© Armin Stuirbrink, Horb
ZIPRA1.DOC
ZIRKELPRAKTIKUM zum Thema: INDUKTION / WIRBELSTRÖME
Arbeitszeit: 90 min
Arbeitsform: 2er- oder 3er-Teams
STATION 2: Bändchenmikrofon
1. Grundlagen/Fragen zum Stoff
Arbeiten Sie im Lehrbuch das Funktionsprinzip eines „Bändchenmikrofons“ gemeinsam durch (Seite 59).
Sie finden auch im Internet nach Eingabe des o.g. Suchbegriffs vielfältige Materialien hierzu. Klären Sie:
a) Welche Aufgabe hat das „Bändchen“ ?
b) Nach welchem Prinzip werden Schallschwingungen zu elektrischen Schwingungen umgeformt ?
c) Wie kommt es zur „Richtcharakteristik“ des Mikrofons ?
2. Aufbau der Anordnung
Bauen Sie das Modell eines Bändchenmikrofons
zusammen:
Sie benötigen einen Hufeisenmagneten mit zwei
zusätzlichen Eisenjochen, welche den Feld-bereich
etwas verbreitern. Weiterhin brauchen Sie ein Aluminiumband sowie ein Anzeigeinstrument für den
mV-Bereich. Halten Sie sich möglichst genau an
die Aufbauskizze des Lehrbuches oder an Abb.1.
Das Bändchen muss gut gespannt sein und guten
Kontakt (!) zu den Anschlusskabeln haben. Es darf die
Magnetschenkel nicht berühren !
Ziel dieses Versuchsteils ist es, ein deutliches
Spannungssignal am Anzeigeinstrument zu beobachten, wenn Sie gegen das Bändchen blasen
oder es leicht berühren. Optimieren Sie hierzu die
Justierung aller Bauteile.
Abb.1
3. Übertragung von Signalen
a) Schließen Sie anstatt des Anzeigeinstruments nun einen Niederfrequenzverstärker (Lehrer!) am Ausgang
des Instrumentverstärkers an. Stellen Sie einen kleinen Lautsprecher vor das Bändchen und geben Sie mit dem
Frequenzgenerator einen Ton mit etwa 100 Hz darauf. Nach Einschalten des Niederfrequenzverstärkers sollten
Sie den Ton in dessen Lautsprecher hören. Testen Sie den Empfang auch durch Blasen gegen das Bändchen.
b) Prüfen Sie die Richtcharakteristik: gibt man den Ton mehr von der Seite her auf das Bändchen, müsste der
Ton im großen Lautsprecher deutlich schwächer zu hören sein.
c) Untersuchen Sie, ob Sie mit Ihrem Mikrofonmodell auch Sprachschwingungen übertragen können.
Ziel ist es, nach Abschluss Ihrer Arbeiten dem Lehrer ein funktionsfähiges Modell der
Mikrofonübertragung vorzuführen !
Erstellen Sie eine geeignete Dokumentation Ihrer Arbeit in Ihrem Heft oder Ordner einschließlich notwendiger
Skizzen oder Bilder. (Im Internet finden Sie interessante bebilderte Seiten zur Geschichte dieses Mikrofontyps !).
© Armin Stuirbrink, Horb
ZIPRA2.DOC
ZIRKELPRAKTIKUM zum Thema: INDUKTION / WIRBELSTRÖME
Arbeitszeit: 90 min
Arbeitsform: 2er- oder 3er-Teams
STATION 3: Frequenzsiebkette
1. Grundlagen/Fragen zum Stoff
Ûges
Bekanntlich eilt an einer idealen Spule (R = 0 Ω) die Spannung
(Ursache) der Stromstärke (Wirkung) um 90° voraus. Dies beschreibt
man durch rotierende Zeiger.
An einem Kondensator ist dies gerade umgekehrt: hier hinkt die
Spannung (Wirkung) der Aufladestromstärke (Ursache) um 90°
hinterher, Ursache und Wirkung sind bei diesem Bauteil vertauscht.
Weil am Ohmschen Widerstand Strom und Spannung phasengleich
sind, ergibt sich bei Hintereinanderschaltung aller drei Bauteile also
das in Abb.1 dargestellte Zeigerbild.
ÛL
ÛR
Û C
Die Zusammenhänge lassen sich leicht vektoriell addieren:
Abb.1
Û2ges

2
ÛR
 (ÛL  ÛC )
2
Ersetzt man alle Spannungen durch Û  R  Î bzw. Û  X  Î , erhält man daraus nach Division durch Î 2 eine
Beziehung für den Gesamtwiderstand der Schaltung:
R 2ges  R 2  ( XL  X C ) 2
bzw.
R ges 
R 2  ( XL  X C ) 2
(*)
2. Aufbau der Anordnung
Sie benötigen eine Spule mit 800 Wdg. und Eisenkern, einen Kondensator mit C = 10 μF und einen
Ohmschen Messwiderstand von R = 12 Ω.
• Bauen Sie damit die rechts abgebildete Schaltung
(Abb.2) zusammen. Zeigen Sie sie dem Lehrer.
• Zeichnen Sie ein sauberes Schaltbild für diese Anordnung ins Heft.
• Schalten Sie die Geräte ein und wählen Sie eine
Wechselspannung von 40 Hz und Û = 10 V.
• Stellen Sie die Sinuslinien von Spannung und
Stromstärke am Oszilloskop geeignet ein.
Abb.2
3. Messungen
a) Beginnen Sie bei f = 40 Hz und erhöhen Sie dann die Frequenz der Wechselspannung in
geeigneten Schritten bis etwa 400 Hz. Benutzen Sie eine Messtabelle, in der Sie (wie in der Schule
gezeigt) f, U, I und Rges = U/I eintragen.
-2-
-2b) Geben Sie die Messpaare f – Rges in Ihren GTR ein und zeichnen Sie ein Diagramm.
Übertragen Sie das Diagramm auch ins Heft.
c)
Erklären Sie das Kurvenextremum mithilfe der Beziehung (*) aus Kapitel 1.
Bestimmen Sie aus dem Diagramm die Frequenz f0 , bei der dieses Extremum liegt.
Berechnen Sie mithilfe von (*) und dieser Frequenz f0 den unbekannten Wert für die
Eigeninduktivität L der verwendeten Spule.
d) Die gezeigte Anordnung kann man auch dazu verwenden, um eine ganz bestimmte
Frequenz f0 besonders gut auszusieben. Verändern Sie den Kondensatorwert (z.B. auf 100 μF)
und versuchen Sie, mithilfe des Oszilloskops die neue Siebfrequenz f0* zu finden !
© Armin Stuirbrink, Horb
ZIPRA3.DOC
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