20160816_pm_lzh_pionieraxon_final

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P RE S S E M I T TE I L U N G
Neuartiges Testverfahren soll Tierversuche
ersetzen
Den Einfluss von Chemotoxizität auf die Entwicklung des
Menschen testen, ohne dabei auf Tierversuche
zurückgreifen zu müssen: Um diesem Ziel ein Stück näher
zu kommen, entwickeln die Stiftung Tierärztliche
Hochschule Hannover (TiHo) und das Laser Zentrum
Hannover e.V. (LZH) ein neues in-situ Testverfahren, mit
dem chemische Substanzen auf potenzielle Schädlichkeit
untersucht werden können.
 Pressemitteilung
Hannover, 16. August 2016
 Kontakt
Dr. Nadine Tinne
Marketing & Communications
+49 511 2788-238
presse@lzh.de
„In Deutschland besitzt der Tierschutz einen besonders hohen
Stellenwert und ist im Grundgesetz verankert. Menschen dürfen
Tieren ohne Grund keine Schmerzen, Leiden oder Schäden
zufügen“, erläutert das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF). Um die Einhaltung und Ausweitung des
Tierschutzes entsprechend zu stärken, wurde ein
Förderprogramm ins Leben gerufen, das gezielt die Forschung
nach Alternativen zu Tierversuchen unterstützt.
Neues Verfahren kommt ohne Tierversuche aus
Im Rahmen dieser Förderung entwickeln die TiHo und das LZH
nun eine Methode, um beispielsweise Industriechemikalien oder
Pflanzenschutzmittel auf ihre neurotoxischen Eigenschaften zu
prüfen. Erstmalig soll es dann möglich sein, diese
Untersuchungen frei von Tierversuchen durchzuführen.
Für dieses alternative Testsystem wird von der TiHo eine
biologische Analysemethode an einem Insektenembryo
entwickelt, die in der Folge mit einem 3D-Bildgebungsverfahren
des LZH kombiniert wird. Dabei werden Störungen erfasst, die
von Chemikalien in Pionierneuronen - sogenannten
Wegweiserzellen - verursacht werden. Das Wachstum der
Nervenfasern zum zentralen Nervensystem ist bei diesen
Neuronen verändert. In ihren feststehenden
Redaktion:
Dr. Nadine Tinne | Marketing & Communications | +49 511 2788-238 | presse@lzh.de
Laser Zentrum Hannover e.V. | Hollerithallee 8 | 30419 Hannover | +49 511 2788-0 | www.lzh.de
Entwicklungsmustern lassen sich Defekte im Ablauf der Bildung
von Nervenzellen, der Zellwanderung und des Zelltods ablesen.
Das präzise Bildgebungsverfahren sichert die für die Analyse
notwendige Erfassung.
Die neue Methodik macht Untersuchungsreihen im
Hochdurchsatz möglich. Angewendet werden soll das Verfahren
dann in der Grundlagenforschung sowie im vorregulatorischen
Bereich zur Feststellung von toxikologisch relevanten
Substanzen. Dadurch könnten Tierversuche innerhalb der
Testreihen im Vorfeld der Chemikalien-Zulassung ersetzt
werden.
Schäden im pränatalen und frühkindlichen Stadium
vermeiden
Da die neue Methodik für Testreihen zur Erkennung von
Entwicklungsneurotoxizität eingesetzt werden soll, kann auch
untersucht werden, ob von einzelnen Chemikalien oder der
Kombination verschiedener Stoffe auch eine Gefährdung für die
pränatale oder frühkindliche Entwicklung ausgeht. Dabei wird
geprüft, ob der Kontakt zu funktionellen Einschränkungen oder
Deformationen einzelner Körperteile oder Organe des Kindes
führen kann.
Weitere Einsatzmöglichkeiten
Darüber hinaus kann das Testverfahren auch bei der
Entwicklung von Arzneimitteln eingesetzt werden. Hier könnte es
ethisch bedenkliche sowie kostenaufwendige Testreihen im
Rahmen von Tierversuchen ergänzen und langfristig sogar
ersetzen.
Das Projekt „Pionieraxon“ (FKZ 031L0062B) wird vom BMBF im
Rahmen der Bekanntmachung „Alternativen zum Tierversuch“
gefördert.
Zu dieser Pressemitteilung gibt es ein Bild.
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Bildunterschrift Bild 1: Wandernde, selektiv mit einem Fluoreszenzfarbstoff angefärbte (in rot zu sehen)
Pionierneuronen unter dem Phasenkontrastmikroskop. (Foto: TiHo)
Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
Als unabhängiges gemeinnütziges Forschungsinstitut steht das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) für
innovative Forschung, Entwicklung und Beratung. Das durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr geförderte LZH widmet sich der selbstlosen Förderung der angewandten Forschung auf dem
Gebiet der Photonik und Lasertechnologie. 1986 gegründet, arbeiten inzwischen über 170 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter am LZH.
Der Fokus des LZH liegt auf den Bereichen Optische Komponenten und Systeme, Optische
Produktionstechnologien und Biomedizinische Photonik. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von
Naturwissenschaftlern und Maschinenbauern ermöglicht innovative Ansätze für Herausforderungen
verschiedenster Bereiche: von der Komponentenentwicklung für spezifische Lasersysteme bis hin zu
Prozessentwicklungen für die unterschiedlichsten Laseranwendungen, zum Beispiel für die Medizintechnik oder
den Leichtbau im Automobilsektor. 17 Ausgründungen sind bis heute aus dem LZH hervorgegangen. Das LZH
schafft so einen starken Transfer zwischen grundlagenorientierter Wissenschaft, anwendungsnaher Forschung
und Industrie.
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