Neue Diagnosemöglichkeit für Hirntumor-Patienten

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Pressemitteilung
Neue Diagnosemöglichkeit für Hirntumor-Patienten
JARA-BRAIN Wissenschaftler können frühzeitig erkennen, wie wirksam eine Therapie
bei Hirntumoren ist
Jülich / Aachen, 20. Juli 2010 - Wissenschaftlern im Universitätsklinikum Aachen und im
Forschungszentrum Jülich ist es im Rahmen einer Patientenstudie gelungen, die
Wirksamkeit der Behandlung von Hirntumoren mit einem innovativen diagnostischen
Verfahren frühzeitig nachzuweisen. Mit dem so genannten FET-PET-Verfahren lässt sich der
Therapieerfolg bei hoch malignen Gliomen bereits sieben bis zehn Tage nach Abschluss der
Radio-Chemotherapie einschätzen. Die derzeit etablierte Therapiekontrolle mittels
Magnetresonanztomographie erfolgt in der Regel erst einige Wochen nach
Therapieabschluss, da aufgrund reaktiver Veränderungen eine frühere Beurteilung des
Therapieansprechens nicht sinnvoll ist.
Wie in der aktuellen Ausgabe des Journal of Radiation Oncology Biology Physics zu lesen
ist, konnten die JARA-BRAIN Forscher Dr. med. Marc D. Piroth aus der Klinik für
Strahlentherapie des Universitätsklinikums und Prof. Dr. med. Karl-Josef Langen aus dem
Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich in einer
Patientenstudie nachweisen, dass das FET-PET-Verfahren als zusätzliches diagnostisches
Kontrollinstrument wesentlich früher als die bisherigen MRT-Kontrollbilder wichtige
Therapieinformationen liefert. Mit Hilfe der radioaktiv markierten Aminosäure O-(2[18F]Fluorethyl)-L-tyrosin (FET), die die Tumorpatienten injiziert bekamen, wiesen die
Wissenschaftler im Positronen-Emissions-Tomographen (PET) zunächst vor der Bestrahlung
und - in einer weiteren FET-PET-Messung - wenige Tage nach Abschluss der RadioChemotherapie den vitalen Resttumor im Gehirn nach. Vitales Tumorgewebe nimmt
vermehrt Aminosäuren auf, was in der FET-PET-Aufnahme zu erkennen ist. Durch diese
Verlaufskontrollen lassen sich frühzeitig Aussagen darüber treffen, ob eine Bestrahlung und
Chemotherapie bei Patienten anspricht oder nicht.
Die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA, wurde im August 2007 gegründet. Sie
institutionalisiert und intensiviert seitdem die Zusammenarbeit zwischen der RWTH Aachen
und dem außeruniversitären Forschungszentrum Jülich auf verschiedenen
wissenschaftlichen Gebieten. JARA-BRAIN ist eine von vier JARA-Sektionen und der
bundesweit einzige Hirnforschungsverbund zwischen einer Universität und einer
Großforschungseinrichtung.
(Foto: Forschungszentrum Jülich)
Abbildung: Vor der Radio-Chemotherapie (oberer Reihe) ist der Rest des teiloperierten Hirntumors
im Gehirn des Patienten an der roten Farbe im Positronen-Emissions-Tomographen (PET) deutlich zu
erkennen (Pfeil oben rechts). Nach der Bestrahlung und Chemotherapie (untere Reihe) weist das
Gehirn im FET-PET-Verfahren eine Rückbildung des Tumors nach. Die MRT-Aufnahme zeigt
fälschlicherweise ein Fortschreiten des Tumors.
Zur Veröffentlichung online: Link
Kontakt:
Dr. med. Marc D. Piroth
Klinik für Strahlentherapie
Universitätsklinikum der RWTH
Pauwelsstrasse 30
52074 Aachen
Telefon: 0241/8089261
E-Mail: mpiroth@ukaachen.de
Prof. Dr. med. Karl-Josef Langen
Institut für Neurowissenschaften und Medizin 4
Physik der Medizinischen Bildgebung
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Telefon: 02461/615900
E-Mail: k.j.langen@fz-juelich.de
Christian Schipke
JARA Pressereferent
Tel. 02461 61-3835
E-Mail: c.schipke@jara.org
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