Merkblatt Japanknöterich - ANJF

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Kanton St.Gallen
Amt für Natur, Jagd und Fischerei
Merkblätter Neophyten
Japanischer
Staudenknöterich
(Reynoutria japonica)
Volkswirtschaftsdepartement
Merkmale
Grosse, 1-3 m hohe Staude mit kräftigen, kahlen, hohlen
Stängeln, welche meist dunkelrot angelaufen sind. Charakteristisch sind die dicken Rhizome (unterirdische Sprosse).
Im Frühling bilden die Rhizome zahlreiche Blatttriebe. Die
Blätter sind wechselständig mit einer familientypischen
Ochrea (röhrige, häutige, bräunliche Scheide am Grunde
der Blattstiele, welche den Stängel oberhalb des Blattansatzes umringt). Die Blätter sind breit-eiförmig (maximal 20
cm lang), am Ende schmal zugespitzt und am Grunde
rechtwinklig gestutzt oder leicht gerundet. Der Japanische
Staudenknöterich ist zweihäusig, das heisst männliche und
weibliche Blütenstände befinden sich an verschiedenen
Individuen. Die Blütenstände sind vielblütig, die Blüten
klein und weiss. Die Früchtchen sind dreikantig und geflügelt (von den Perigonblättern umschlossen).
Biologie und Vermehrung
Der Japan-Knöterich vermehrt sich bei uns in der Regel
vegetativ. Die Vermehrung durch Samen spielt nur eine
untergeordnete Rolle, da die Jungpflanzen frostempfindlich
sind und bei uns nicht überleben. Kleinste Rhizomstücke
sind jedoch fähig, kräftige Stauden zu bilden. In der Literatur findet man Angaben, dass Rhizome aus 3 m Tiefe
Stauden gebildet haben!
Standorte
Uferbereich von Gewässern, Waldränder, Hecken, Strassen- und Eisenbahnböschungen, Schuttplätze des Tieflandes bis zur unteren Bergstufe. Der Schwerpunkt des Vorkommens liegt an den Ufern von Fliessgewässern und an
Stellen mit genügend Lichteinfall.
Gefahren
Der Japanische Stauden-Knöterich ist weltweit ein gefürchtetes Unkraut und steht auf der Liste der 100 schlimmsten,
gebietsfremden invasiven Arten. Die dichten, hochwüchsigen Bestände sind eine Gefahr für die natürliche Vegetation. Rasches Wachstum und effiziente Ausbreitung durch
unterirdische Ausläufer führen zu dominierenden Reinbeständen, das dichte Blätterdach entzieht den anderen
Pflanzen das Licht, die einheimische Flora wird verdrängt.
Der Japan-Knöterich dringt vermehrt auch in geschützte
Gebiete vor.
Prävention
In erster Linie gilt es im Sinne einer Prävention, die weitere
Verschleppung dieser Art zu verhindern.
Generelle Massnahmen
− Japanknöterich und verwandte Arten nicht anpflanzen
− Sämtliches Pflanzenmaterial in Vergärungsanlage
(Kompogas) oder Kehrichtverbrennung entsorgen.
Nicht kompostieren!
− Unterwegs kein Pflanzenmaterial verlieren!
Unterhalt
− Bestände falls nötig mähen, jedoch nicht mulchen oder
schlegeln! Schnittgut nicht zetten!
− Material sorgfältig zusammennehmen und sicher entsorgen (siehe oben)
− Im Bereich von Knöterichbeständen Gehölze möglichst
nicht auslichten, gegebenenfalls Beschattung durch
Gehölze fördern
− Gewässerunterhalt: Kein Schnittgut ins Wasser fallen
und verdriften lassen.
− Keine Pflanzenteile mit Maschinen (Mähwerk oder
Heulader) verschleppen!
Erdarbeiten
− Knöterich durchsetztes Aushubmaterial gesondert
behandeln. Nicht mit unbelastetem Material vermischen und nicht verteilen
− Baumaschinen vor Verschiebung nach anderen Baustellen oder in unbelastete Baustellenbereiche gründlich reinigen
− Nach Abschluss von Erdarbeiten Nachkontrollen vornehmen und nötigenfalls sofortige Bekämpfung veranlassen.
Bekämpfung
Der Japanische Stauden-Knöterich ist sehr schwer zu
bekämpfen! Die ausgedehnten, unterirdischen Rhizome –
eine Pflanze bildet Ausläufer bis zu 7 m im Umkreis und
bis zu 3 m Tiefe – müssen für eine erfolgreiche Eliminierung bekämpft werden. Auch kleinste Stücke der unterirdischen Ausläufer können wieder austreiben.
Bei der Bekämpfung eines Bestandes ist immer zuerst zu
entscheiden, ob es das Ziel ist, den Bestand definitiv zu
eliminieren, oder ob man nur die negativen Auswirkungen
auf ein tragbares Ausmass reduzieren möchte. Durch alljährlich mehrfaches Mähen der Ausbreitungszone kann ein
Bestand an der weiteren Ausdehnung gehindert werden.
Eine nachhaltige Beseitigung des Japan-Knöterichs ist nur
mit einer chemischen Bekämpfung über mehrere Jahre
zu erreichen. Der Herbizideinsatz ist gemäss ChemRRV
jedoch gerade an vielen vom Japan-Knöterich bevorzugten
Standorten verboten - unter anderem in Feuchtgebieten,
entlang von Gewässern und im Wald. Chemische Massnahmen sollen daher nur nach sorgfältigen Abklärungen und in Absprache mit der kantonalen Fachstelle
Pflanzenschutz und durch geschultes Personal ausgeführt werden. Neben den Einschränkungen durch die
Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) gilt
es insbesondere auch Vorschriften in Naturschutzgebieten
und anderen naturnahen Flächen zu beachten.
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