Die Kreuzzüge

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Die Kreuzzüge
Die Hintergründe der Kreuzzüge
Die Verhältnisse in Asien
Die Europäer im 11. Jahrhundert
Das Konzil von Clermont
Die Kreuzzüge in ihrer Reihenfolge
Ungeordneter Zug (1096):
Der 1. Kreuzzug (1096 - 1099):
Der 2. Kreuzzug (1147 - 1149):
Der 3. Kreuzzug (1189 – 1192):
Der 4. Kreuzzug (1202 – 1204):
Der Kinderkreuzzug (1212):
Der 5. Kreuzzug (1228 - 1229):
Der 6. Kreuzzug (1248 - 1254):
Der 7. Kreuzzug (1270):
Häresien
Der Kreuzzug gegen die Albigenser - der Ketzerkreuzzug
Waldeser
Weitere Glaubensgemeinschaften
Auswirkungen und Folgen der Kreuzzüge
Wirtschaftliche und kulturelle Gesichtspunkte
Christliche Gesichtspunkte
Politische Gesichtspunkte
Die Ritterorden
Die Tempelritter
Untergang der Templer:
Die Johanniter
Die Entwicklung des Ordens nach dem Fall des hl. Landes:
Der Deutsche Orden
Die Litauerkreuzzüge
Quellenangaben
Websites
Bücher
Die Hintergründe der Kreuzzüge
Das waffenlose Wallfahren war im 11. Jahrhunderts bereits zur Tradition
geworden. Oft waren das nicht nur Fahrten einzelner Ritter und Fürsten, sondern
Züge mit mehreren hundert Teilnehmern. Ende des 11. Jahrhunderts haben sich die
Verhältnisse sowohl im Christentum als auch im Islam geändert.
Die Verhältnisse in Asien
Der Islam war nach dem Ende des Djihad in der Defensive und verwickelte sich in
Streitigkeiten untereinander. Das Kalifat verlor schnell an Macht und die
Vorrangstellung der Araber wurde durch die der Turkmenischen Völkerschaften
abgelöst. Aufgrund der Konfessionsunterschiede und territorialer Streitigkeiten war
die Situation in Vorderasien äußert instabil.
Zu diesen islamischen Gebieten kamen noch christliche Territorien wie Armenien.
Der östliche Teil Armeniens ging dem römischen Reich an die Sassaniden verloren
und wurde später abwechselnd byzantinisch und islamisch regiert. Der kleinere Teil
Armeniens in Kleinasien wurde weitgehend von Konstantinopel beherrscht,
erlangte aber um 1080 die Unabhängigkeit. Zur Zeit des ersten Kreuzzuges wurde
Edessa von einem Armenier kontrolliert.
Eine weiteren Gefahr war auch die (schiitische) Sekte der Assassinen, deren Name
Haschaschin war, er entstand weil ihre Mitglieder pflegten Haschisch zu rauchen.
Nachdem sie 1096 von einem Emir nach Vorderasien geholt wurden bedeuten sie
wegen ihrer Anschläge und Meuchelmorde eine ständige Gefahr bis ihre Festungen
in Persien 1256 von den Mongolen zerstört wurden und in Syrien 1273 von
Ägypten her.
Byzanz hat seit der Zeit Justinians (6. Jh. n. Chr.) große Gebiete an den Islam
verloren.. Die Kaisernachfolge war oft umstritten und durch Intrigen und
Revolutionen unterbrochen. In der Reihe "schwacher" Herrscher fanden sich auch
Kaiser wie Alexios I (1081-1118-n.Chr) die das Reichsgebiet sogar vergrößern
konnten. Wie in der Spätzeit Roms bestand das Heer kaum noch aus Bürgern des
Reiches sondern aus angeworbenen Söldnern, unter anderem auch Germanen
Skandinaviens welche sich besonders durch ihren Mut auszeichneten. Im
Gegensatz zu den christlichen Rittern haben die griechischen Heerführer bereits aus
Niederlagen der Vergangenheit gelernt und wendeten Taktiken der Araber, wie die
der beritten Bogenschützen und Plänkler, an. Mit diesem Heer gelang es ihnen auch
namhafte Siege zu erringen. Die Kultur des Hellenismus wurde bewahrt und
sowohl Medizin als auch Kunst war den "Europäern" überlegen. Der byzantinische
Kaiser sah sich immer noch als rechtmäßiger Nachfolger des römischen und
behandelte den (deutschen) Kaiser des heiligen römischen Reiches nie als
gleichgestellt. Daher bat der griechische Herrscher nie um Hilfe aus dem
Abendland, die Situation wurde durch das Schisma von Ost und West Kirche auch
nicht gebessert.
Obwohl die Angriffskraft der Sarazenen durch die Aufsplitterung in Kleinreiche
gemindert wurde, erschien Kaiser Alexios I bei Urban II am Konzil von Piacenza,
um ihm um Hilfe zu bitten.
Die Eroberung Jerusalems durch die Türken und die Klagen der Pilger über
Behinderungen fassten viele als Verpflichtung auf ihren Glaubensbrüdern zu
helfen.
Die Europäer im 11. Jahrhundert
Während der Herrschaft der Ottonen hatten die Päpste nur eine schwache Position.
Aber nach dem Investiturstreit in dem die Päpste gegenüber den deutschen
Königen einen Sieg errungen hatten, war das Papsttum gestärkt und selbstsicher.
Sie konnten unangenehme Herrscher mit ihrem Bann belegen und im Gegensatz zu
früherer Zeit auch durch das gute Verhältnisse zu den Normannen, meist auch zu
den franz. Königen, weltlichen Schutz erhalten. Jetzt, nachdem sie nicht mehr
abgelenkt waren, strebten die Päpste nach der Verbreitung des Christentums über
die ganze Welt und allgemein wurde unter den Christen die Meinung vertreten man
müsse einen Sünder aus seinem Irrtum befreien, sei es auch mittels Gewalt, durch
ein solch edles Ziel sei Gewalt auch zu vertreten. Während derartige Pläne Gregor
VII noch an den Problemen im Abendland scheiterten, hatte Urban II nun die
nötige Unterstützung dafür. Der wichtigste Herrscher des Abendlandes der Kaiser
des hl. römischen Reiches (Heinrich IV) war gebannt und nahm daher ebenso nicht
Teil wie der König von Frankreich (Phillip I). Die adeligen Teilnehmer waren
vielmehr besitzlose Söhne adeliger Herren, die aufgrund des Erstgeborenenrechtes
keine Erbschaft erhalten haben. Fromme Herren und die einfache Bevölkerung
wurden vor allem von dem Streben nach Vergebung der Sünde getrieben. Diese
Ablässe wurden später auch eine wichtige Einnahmequelle der Ritterorden.
Das Konzil von Clermont
Als Reaktion darauf nahm Urban II Kontakt zu Adeligen Europas auf. Denn "
Die Wiege unseres Heils nun, das Vaterland des Herrn, das Mutterland der
Religion, hat ein gottloses Volk in seiner Gewalt. Das gottlose Volk der Sarazenen
drückt die heiligen Orte, die von den Füßen des Herrn betreten worden sind, schon
seit langer Zeit mit seiner Tyrannei und hält die Gläubigen in Knechtschaft und
Unterwerfung."*
Die anwesenden Geistlichen, der Adel und das Volk waren sofort begeistert.
Überall erscholl der Ruf "Deus lo volt"-"Gott will es". Die Kunde vom Aufruf
wurde von Bettelmönchen und Wanderpredigern in ganz Europa verbreitet. Wie
bereits erwähnt, waren vor allem die Adelssöhne die nicht erbberechtigt waren und
das niedere Volk begeistert, da die meisten hohen Adeligen zu sehr in die
europäischen Machtkämpfe verwickelt waren.
Eine Folge daraus waren die sog. Bauernkreuzzüge, deren berühmtester unter der
Leitung von Peter von Armiens, einem vom Papst gesandten Mönch, stattfand. Im
Jahr 1096 brachen schließlich die ersten der Kreuzfahrer in das hl. Land auf. Der
1.Kreuzzug hat begonnen...
*W i l h e l m v o n T y r u s, llistoria rerum in partibus transmarinis gestarum, 1, 14 ff. Nach der Übersetzung von E. und R. Kausler als
,,Geschichte der Kreuzzüge und des Königreiches Jerusalem".
Die Kreuzzüge in ihrer Reihenfolge
Ungeordneter Zug (1096):
Ein erster, ungeordneter Zug von extrem schlecht ausgerüsteten Männern unter der
Leitung von Peter von Amiens wurde unternommen. Diese lösten in ihrer Erregung
blutige Judenpogrome aus. Er endete schon bald, da die Abenteurer immer wieder
von Bulgaren und Seldschuken aufgerieben wurden.
Der 1. Kreuzzug (1096 - 1099):
Nach dem Kreuzzugsaufruf von Urban II., schlossen sich eine große Zahl von
Rittern zusammen. Unter anderem waren dies Gottfried von Bouillon, dessen
Bruder Balduin von Boulogne, Raimund von Toulouse, Robert von Flandern, der
Normanne Bohemund und dessen Neffe Tancred. Ihre Truppen vereinigten sich in
Konstantinopel.
Kaiser Alexios von Byzanz sah sich durch das Heer bedroht, denn nach so viel
Unterstützung hatte er nicht gebeten, und schickte die Kreuzfahrer sofort gegen die
Seldschuken um sie von Byzanz fernzuhalten. Nacheinander nahmen sie Nicäa,
Doryläum und nach siebenmonatiger Belagerung Antiochia ein.
Im Juni 1099 begannen sie Jerusalem zu belagern. Durch Gottesdienste gestärkt
und unter Einsatz von Belagerungsmaschinen gelang es ihnen eine Bresche in den
Mauerring zu schlagen und in die Stadt einzudringen. Viele Einwohner flüchteten
sich in den heiligen Tempel, doch auch das half ihnen nichts. Nach einem
schrecklichen Massaker, welches aus religiöser Inbrunst und Verbitterung, wegen
hoher Blutzölle in den eigenen Reihen, entstand, hatten sie Jerusalem am 15. Juli
1099 erobert und das gleichnamige Königreich wurde gegründet. Gottfried von
Bouillon lehnte jedoch den Titel König ab und nannte sich statt dessen "Beschützer
des heiligen Grabes." Nach seinem Tod folgte ihm sein Bruder Balduin, der den
Königstitel annahm.
Bohemund errichtete in Antiochia eine eigene Herrschaft und eroberte Gebiete des
christlichen Kaisers von Byzanz.
Balduin wurde von Thoros, einem christlichem Armenier, um Hilfe für Edessa
gebeten. Darauf zog er dorthin und riß die Herrschaft an sich.
Nun begannen sich die Beziehungen zwischen Byzanz und den Kreuzfahrern zu
verschlechtern. Dies lag zum Teil an religiösen Differenzen zwischen der
lateinischen- und der byzantinischen Kirche, andererseits daran, dass der
byzantinische Kaiser den neu gegründeten Kreuzritterstaaten Antiochia, Edessa,
Jerusalem und Tripolis die Unabhängigkeit gewähren musste.
Der 2. Kreuzzug (1147 - 1149):
Durch Streitigkeiten unter den Kreuzfahrerstaaten gelang es Sultan Atabeg 1144
Edessa einzunehmen. Dies erschütterte die Fränkische Streitmacht sehr und die
Söhne Atabegs, Saif-et Din Ghazi und Nur ad-Din, eroberten weiter.
Von diesen Ereignissen erregt, rief Papst Eugen III. zum 2. Kreuzzug auf. König
Ludwig VII. hielt sich erst noch etwas zurück und schließlich war es Bernhard von
Clairvaux, der die Massen mobilisierte. Es wurde zu einem umfassenderem
militärischem Unternehmen als sein Vorgänger. Es fanden nicht nur Kämpfe im
heiligen Land, sondern auch in Spanien und im Baltikum statt.
1147 brachen Französische Ritterscharen und der deutsche König Konrad III. in
Richtung Konstantinopel auf.
Nach zahlreichen Plünderungen im byzantinischen Reich ließen sie sich auf
Gefechte mit den Türken ein und mussten beide mit schweren Verlusten bezahlen.
Dann teilten sie sich: Während die Franzosen von Laodikeia nach Attaleia
(Antalya) und weiter mit dem Schiff nach Antiochia übersetzten, gingen die
Deutschen nach Konstantinopel zurück und fuhren von dort aus direkt nach Tyrus
(Akkon (Haifa)).
Nur ein Bruchteil des ursprünglichen Heeres kam in Antiochia und Akkon an. Die
beiden Heere vereinten sich wieder in Jerusalem um von dort Damaskus
anzugreifen. Dies stellte sich als ein weiterer schwerer Fehler heraus, da Damaskus
die einzige muslimische Macht war, die den Franken wohlgesonnen und Feind Nur
ad-Dins war. Angesichts dieser Bedrohung, verbündete sich Damaskus mit Atabeg.
1149 marschierten die Kreuzfahrer gegen die große syrische Stadt. Unter den
Anführern herrschte Zwietracht, es wurde ungeschickt manövriert und nur kleine
Scharmützel gewagt. Ihr Rückzug endete in einer Katastrophe. Die Torheiten der
Kreuzfahrer vernichteten im ganzen Orient, was das abendländische christliche
Europa sich noch an Prestige bewahrt hatte.
Der 3. Kreuzzug (1189 – 1192):
Ohne Aufruf, aufgrund der Einnahme Jerusalems (1187) und den fortschreitenden
Rückeroberungen der Kreuzfahrerstaaten durch Sultan Saladin, formierte sich in
Europa ein neues Kreuzzugsheer. Kaiser Friedrich Barbarossa, König Richard I.
Löwenherz und Philipp- August von Frankreich hefteten das Kreuz an sich.
Nachdem der Kaiser am 10. Juni 1190 im Kalykadnus (Saleph) ertrunken war, löste
sich das Kreuzzugsheer aufgrund des Verlustes seiner Autorität beinahe auf. Sein
Sohn Herzog Friedrich von Schwaben führt einen Teil seines Heeres nach Akkon,
um den König von Jerusalem bei seiner Belagerung der Stadt zu unterstützen.
Jedoch stirbt auch Herzog Friedrich 1191.
Schließlich kapitulierte Akkon am 12. Juni 1191.
Danach kehrte Philipp nach Frankreich zurück, Richard setzte seinen Zug gegen
Saladin fort und befreite einen Küstenstrich zwischen Tyros und Jaffa. Jerusalem
blieb jedoch in muslimischer Hand. Durch eine Konvention abgeschlossen von
Richard und Saladin wurde den Christen freier Zugang zur hl. Stadt gewährt.
Saladin starb 1193 in Damaskus.
Die Reste des lateinischen Orients vermochten noch einige Zeit den Italienischen
Handelsrepubliken die Kontrolle des östlichen Mittelmeerraumes zu erhalten: das
einzige positive Resultat des dritten Kreuzzuges.
Der 4. Kreuzzug (1202 – 1204):
Papst Innozenz III. demonstrierte seinen weltlichen Führungsanspruch und rief
1198 zum Kreuzzug gegen Ägypten auf. Er schickte Abgesandte nach Venedig um
mit dem Dogen Heinrich von Dandolo die Überfahrt nach Kairo auszuhandeln. Es
kamen entgegen allen Vermutungen nur etwa 10000 Mann. Als die Teilnehmer
feststellten, dass sie zahlungsunfähig waren, stundete Dandolo die Schulden unter
der Bedingung für Venedig Zara zu erobern. Er wurde zum Führer des Kreuzzuges
ausgerufen und befahl die christliche Stadt Zara zu erobern. Als Reaktion
exkommuniziert der Papst das Kreuzfahrerheer, erteilte kurz darauf den Pilgern
wieder die Absolution.
Dann ließ Dandolo das Kreuzfahrerheer nach Konstantinopel fahren. Da die
Widervereinigung der Kirchen nach der ersten Eroberung (1203) nicht gehalten
wurde, griff das Heer Byzanz erneut an (1204) und eroberten die Stadt.
Am 16. Mai 1204 wird Balduin von Flandern zum ersten Kaiser des lateinischen
Kaiserreiches von Konstantinopel gekrönt. Die Vereinigung der Römischen und
der griechischen Kirche scheiterte jedoch, und der Spalt zwischen der Ost- und der
Westkirche wurde vertieft und unheilbar gemacht.
Der Kinderkreuzzug (1212):
Man dachte, Gott würde sich eher wehrloser Jungfrauen und Kinder bedienen und
schickte Tausende Jugendliche unter der Führung von Stephan dem Hirtenjungen
und dem 10jährigen Nikolaus ins hl. Land. Diese wurden jedoch von Marseille aus
von betrügerischen Reedern nach Alexandria verschifft und als Sklaven verkauft.
Auch die friedliche Missionierung der Franziskaner im hl. Land nahm zwischen
dem 4. und dem 5. Kreuzzug ihren Anfang. Franz von Assisi verstand den wahren
Kern des Kreuzzugsgedankens und missionierte friedlich. Er besuchte bei Damiette
sogar den Sultan, doch eine Predigt ließ diesen nicht überzeugen.
Der 5. Kreuzzug (1228 - 1229):
Hier gelang es Kaiser Friedrich II. ohne militärische Auseinandersetzungen die
christlichen Pilgerstätten für 15 Jahre zurückzugewinnen.
Der Papst Honorius fühlte sich durch Friedrich II. bedroht, also versuchte er seine
Macht durch einen Kreuzzug zu stärken.
Im Vertrag von San Germano verpflichtete sich Friedrich im August 1227
aufzubrechen, sonst drohte ihm eine Geldstrafe und der Kirchenbann. Er erwarb
durch geschickte Heirat den Königstitel von Jerusalem.
Als das Kreuzfahrerheer aufbrach, erkrankte Friedrich an Malaria und fuhr nicht
mit.
Papst Gregor IX. hält die Krankheit für einen Vorwand und exkommuniziert
daraufhin den Kaiser. Er untersagt ihm eine Kreuzfahrt ohne Absolution anzutreten.
Wer aber Jerusalem eroberte, der hatte seinen Anspruch auf die Weltherrschaft
gerechtfertigt.
Deshalb fuhr Friedrich II. 1228 trotzdem nach Akkon und erhielt einen zweiten
Bannspruch. In Akkon verweigerten ihm ein Teil seiner Truppen, vor allem die
Templer, Johanniter und der Klerus, aufgrund seiner Exkommunikation die
Unterstützung.
Er konnte also nicht mehr militärisch gegen Jerusalem vorgehen. Trotzdem gelang
es ihm durch Verhandlungen mit al-Kamil Jerusalem, Jaffa, Betlehem, Nazareth
und einen Teil Galiläas dem Königreich Jerusalem wieder anzugliedern.
Als päpstliche Truppen in Italien gegen Friedrichs Gebiete vordrangen, da er als
Exkommunizierter nicht in die Rechtslage eines Kreuzfahrers fiel, welche unter
normalen Umständen ihren Besitz unangetastet sahen, sah er sich gezwungen
zurückzukehren. Schließlich hob der Papst seinen Bann 1230 wieder auf, weil
Friedrich durch die Rückeroberung zu sehr als Held verehrt wurde.
1244 fiel Jerusalem überraschend an die Türken, es werden Tausende Christen
niedergemetzelt und die Stadt war nun für immer verloren.
Der 6. Kreuzzug (1248 - 1254):
1248 startete König Ludwig IX. von Frankreich, auch als "Ludwig der Heilige"
bekannt, einen Kreuzzug nach Ägypten. Im Juni 1249 nahm er Damiette kampflos
ein. Die Kolonisierung Ägyptens scheiterte jedoch und der König geriet 1250 in
Gefangenschaft. Als Lösegeld mußte er in Zahlungen der Steuereinnahmen von 2
Jahren sowie in die Räumung von Damiette einwilligen. Nach der Befestigung von
Akkon, Jaffa und Caesarea geht ihm 1254 das Geld aus und er muss nach
Frankreich zurück.
Der 7. Kreuzzug (1270):
Nachdem der 6. Kreuzzug fehlschlug und Ludwig einen Teil seiner Truppen
zurückgelassen hat, wurden diese immer wieder in Kämpfe zwischen Venedig und
Genua verwickelt. Erst 1270 konnte Ludwig diesen Krieg beenden. Jetzt rief er
einen Kreuzzug gegen Tunis aus. Er wollte die Stadt als Truppenstützpunkt im
Kampf gegen Ägypten einsetzen. Während der Belagerung erlag er jedoch der
Beulenpest. Mit ihm starb der Letzte der großen Kreuzfahrer.
Da von nun an die Unterstützung aus Europa ausblieb, wurden nach und nach
Kreuzfahrerstützpunkte erobert. Am 18.Mai 1291 fiel schließlich die
Kreuzfahrerhochburg Akkon. Die verbliebenen Städte wurden kampflos geräumt
und die Kreuzfahrerstaaten existierten nicht mehr.
Knapp 200 Jahre Krieg im und um das heilige Land haben ein Ende.
HÄRESIEN
Der Kreuzzug gegen die Albigenser - der Ketzerkreuzzug
Diese Häresie, eine ketzerische Bewegung aus Bulgarien, eroberten Norditalien,
den Süden des Königreiches Arelat und Südfrankreich. Ihre Anhänger hießen
"Katharer" - die "Reinen"; man nannte diese Ketzer auch "Albigenser", weil sie in
Albi (Stadt in Südfrankreich) und seiner Umgebung zahlreich vertreten waren. In
der nichtchristlichen Religion dieser Albigenser fehlten fast alle Sakramente. Auch
mussten ihre Anhänger vom Geschlechtsverkehr, dem Fleischgenuss und
materiellen Dingen absagen, da ihre Lehre darin begründet wurde, dass die Welt
vom Teufel (Gott des AT) erschaffen und so jedwede Materie sündig sei, und Gott
(des NT) seinen Engel (Christus) schickt um uns von der sündigen Schöpfung zu
befreien (durch völlige Askese). Bei den Gläubigen fand diese Art der Religion
regen Zulauf, denn die christliche Kirche war durch ihre ausufernde Besitzgier in
Verruf geraten, und wurden von den Katharern als Synagoge Satans bezeichnet.
Nach einer erfolglosen friedlichen Bekehrungsaktion erklärte Innozenz III. 1209
das Land von Graf Raimund VI. von Toulouse, Beschützer der Albigenser, für frei
und befreite seine Untertanen von ihrer Treuepflicht. Das war der Aufruf zum
Kreuzzug gegen die Ketzer im Süden. Schon im Jahre 1197 wurden die Katharer zu
Staatsfeinden deklariert, welche die christliche Gesellschaft angriffen. 20 Jahre
lang währte das unchristliche Morden und die 1233 in Frankreich eingeführte
Inquisition, geführt von den Dominikanern, bemühte sich sehr die Ketzerei im
Süden des Landes auszulöschen. Größter Nutznießer war die französische
Monarchie, die durch den Schutz der Religion sich nach und nach weiter
Grafschaften einverleibte und dadurch zu heutiger Größe aufstieg.
Waldeser
Petrus Waldes von Lyon entdeckte 1173/76 bei der Lektüre von Mt 10, 5ff das
Armutsideal. Er verschenkte sein Vermögen und seine Anhänger nannten sich
„pauperes Christi“. Diese Richtung wurde vom Bischof verboten, da sie, trotz
gutgemeiner Predigt, eine „Gefahr für den Glauben“ bot, da Laien nicht qualifiziert
sind über Glaubensfragen zu entscheiden. Er wandte sich an den Papst, bekam
Recht, wurde jedoch ein zweites Mal vom Bischof verboten und nun auch vom
Papst exkommuniziert und verfolgt. Er starb 1217 und seine Anhänger verloren
sich im protestantischen Glauben.
Weitere Glaubensgemeinschaften
Beginer: fromme Frauen aus Belgien welche der christlichen Nächstenliebe dienten
und jedweden Besitz ablehnten. Auch mailändische Tuchweber schlossen sich zu
Humilaten zusammen und lebten besitzlos. Diese Glaubensgemeinschaften wurden
von Innozenz III in Klöstern aufgefangen und unter christliche Leitung gestellt.
Arnoldisten: Arnold von Bescia forderte eine besitzlose und arme Kirche und übte
heftige Kritik am Papsttum. Er wurde 1155 von Friedrich Barbarossa hingerichtet
und seine Anhänger wendeten sich den Waldesern und Katharern zu.
Auswirkungen und Folgen der Kreuzzüge
Wirtschaftliche und kulturelle Gesichtspunkte
Die oberitalienischen Seestädte, auch die Städte Südfrankreichs, nahmen durch den
Orienthandel einen starken Aufschwung. Die Geldwirtschaft florierte und ein
reiches Bürgertum entstand, der Lebensstandard stieg (große Nachfrage nach
Orientwaren).
Der Orienthandel wuchs im 12. Jahrhundert vor allem durch die Beziehungen zu
den Kreuzfahrerstaaten. Die Flotten Genuas und Pisas transportierten die
Kreuzfahrer und versorgten sie mit Kriegsmaterial und Lebensmitteln => Ausbau
des Schifffahrtssystems sowie Einrichtung von neuen Handelsrouten. Wichtige
Importartikel waren damals Waffen, Werkzeuge und verschiedene Metalle. =>
Kaufleute aus Pisa, Genua, Venedig waren häufig Gäste in Städten wie Alexandria,
Kairo oder Damiette (Handelsstädte rund um das Nil-Delta in Ägypten. Im
Ergebnis der kommerziellen Blüte ging man wieder zur Prägung von Goldstücken
als Zahlungsmittel über.
Das Papsttum erlebte zur dieser Zeit den Höhepunkt seiner Macht, doch trug gerade
diese Machtentfaltung dazu bei, die religiöse Verehrung des "Heiligen Stuhls" bei
weiten Bevölkerungsschichten zu untergraben.
Die furchtbare Katastrophe des 2. Kreuzzugs hat dem Ansehen des Papsttums
geschadet, Bernhard von Clairvaux erschien vielen als falscher Prophet, und
weltliche Geistesströmungen breiten sich aus.
Das abendländische "Kulturbewusstsein" wurde durch die Berührung und
Gegenüberstellung mit der byzantinischen und arabischen Welt gestärkt, das
kulturelle Niveau stieg.
Nicht nur im Bereich der Medizin konnten die Christen viel von den
morgenländischen Ärzten lernen. Auch die moslemischen Gelehrten waren den des
Abendlandes überlegen (z.B. Mathematik).
Christliche Gesichtspunkte
Ihr ideeller Gewinn bestand darin das abendländische Gemeinschaftsbewusstsein
gestärkt, den europäischen Gesichtskreis erweitert und durch die Begegnung mit
der byzantinischen und orientalischen, insbesondere der islamischen Kultur die
Wissenschaft gefördert zu haben. Es folgte ein glänzender Aufstieg der
abendländischen Philosophie und Theologie in der Scholastik. Am tiefsten und
nachhaltigsten wurde das abendländische Frömmigkeitsbewusstsein geprägt. Die
heimkehrenden Kreuzfahrer brachten den Gedanken der Nachfolge Christi in
Armut und Bußgesinnung mit. Die Armutsbewegung erwachte.
Eine Machtzunahme der Kirche auf der politischen Ebene war vorhanden. So
konnte die Kirche mit den Aufrufen zu Kreuzzügen die sonst so (vorallem durch
Erbfolge) zerstrittene Christenheit einen.
Politische Gesichtspunkte
Das von den Kreuzfahrern geschwächte Byzanz kann seine bisherige
Pufferfunktion gegen den Islam nicht aufrechterhalten:
1329 erobern die osmanischen Türken Nikäa und weitere Städte folgen
1453 gelingt es Sultan Mehmed II Konstantinopel zu erobern
1529 stehen die Türken vor Wien und das osmanische Reich erstreckt sich von
Ägypten bis Ungarn. Es ist jetzt ungefähr so groß, wie das byzantinische Reich vor
dem ersten Kreuzzug.
Die Einheit des Islams wurde durch die Kreuzzüge gestärkt. So können z.B die
anfänglichen großen Erfolge der Kreuzfahrer mit relativ wenig Aufwand, in den
späteren Jahren nicht wiederholt werden. Es bildet sich eine gemeinsame
Opposition gegen das Abendland. Dieser "heilige Krieg" der Moslems spielt bis
heute in manchen fundamentalistischen Staaten (z.B. Iran) noch eine wichtige
Rolle.
Die 200 Jahre Krieg im "Heiligen Land" haben seine Folgen. Das einst blühende
syrisch-palästinensische Gebiet wurde durch die ständigen Gefechte zwischen
Christen und Moslems vollständig ruiniert.
Die Ritterorden
Im Folge der Kriege gegen "Ketzer" wurden eine neue Art des geistlichen Ordens
gegründet. Die der Ritterorden, Geistliche und Laienbrüder, die neben Seelsorge
und den 3 Möchsgelübden (Armut, Keuschheit und Gehorsam) auch die Aufgabe
des Heidenkrieges inne hatte. Auch pflegten sie erschöpfte und erkrankte Pilger
und nahmen den Schutz der hl. Stätten in ihre Statuten auf. Der erste war der, der
"Armen Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel" (abgekürzt als Templer
bezeichnet), sogenannt nach dem Tempel von Jerusalem, als dessen Wächter sie
sich später sahen.
Die Tempelritter
Tracht: Weißer Mantel mit Rotem Kreuz
Als Gründer der Vereinigung gilt Hugo von Payns. Dieser französische Ritter
schloss sich im Jahr 1119 mit anderen Gleichgesinnten zu einem Laienorden mit
den Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams zusammen. Dieser
ungewöhnliche Bund war etwas vollkommen Neues, nie zuvor gab es Mönche die
kämpften. Ein Umstand der von der Kirche bisher immer abgelehnt worden war.
Daher hatte der Orden in seiner Anfangszeit, trotz seiner ursprünglichen Aufgabe,
die aus dem Schutz der Pilger und nicht aus "aggressiver Kriegführung" bestand,
mit massivem Widerstand zu kämpfen.
Das der Orden doch noch gewachsen und zu einer großen Gemeinschaft gewachsen
war, liegt vor allem in drei Umständen begründet.
Zunächst hatte sich die Einstellung der Kirche zur Gewalt im 12.Jahrhundert
bereits gewandelt. Man war allgemein der Meinung das Ziel müsse tugendhaft sein,
dann wären auch alle Mittel zu vertreten.
Ein anderer Grund ist die Unterstützung durch namhafte Persönlichkeiten, allen
voran Bernhard von Clairvaux, der Gründer des Zisterzienserordens. Sie stellten
ihren Einfluß in den Dienst der Templer und betrieben fleißig Propaganda für diese.
Bernhard beispielsweise sprach vom nach Gold und Ruhm gierenden
"degenerierten" und nicht mehr gottesfürchtigen Kreuzfahrer. Im selbem Maße in
dem er gegen die herkömmlichen Kreuzritter predigte, sprach er sich für die
Kampfmönche aus. Dem kam die tatsächliche Verweltlichung und der zunehmende
Verlust der Ideologie und des Eifers der Kreuzfahrer entgegen.
Im 2.Kreuzzug bewährte sich der Orden trotz dessen unglücklichen Ausganges. So
fanden die Templer Anerkennung und Ruhm. Fürsten und Herrscher Europas
beschenkten sie mit reichen Gütern in Europa. So breitete sich der Orden
vornehmlich in Frankreich und England sowie Spanien und Italien aus. In
Deutschland wurde er allmählich vom wesentlich jüngeren Deutschen Orden in den
Hintergrund gedrängt. Im Zuge der weiteren Kämpfe im hl. Land nahmen die
Großmeister, die vom Ordenshauptsitz herrschten, eine bedeutende, jedoch nicht
immer hervorragende Rolle ein.
Ein wichtiger Schritt zur Eigenständigkeit war die Exemtion (1139), d.h. der Orden
war nach dem Erlangen dieses Privilegs direkt dem Papst unterstellt, was
verhinderte dass ein örtlicher Bischof sich die Templer in seinem Sinne dienstbar
macht. Dieses Privileg war nicht das Einzige des Ordens. Besonders von
finanzieller Bedeutung war das Recht des Ablasshandels, es gestatte dem Orden
gegen Geld "Freischeine" für den Eintritt ins ewige Leben auszugeben. Eben in
jener Zeit brachte dies eine große Summe ein. Auch steuerliche Begünstigungen
und Schenkungen erhielten die Templer. Daneben bauten die Ordensritter ein
"wirtschaftliches Netz" auf, dass als eines der ersten Bankinstitutionen gelten kann.
Wider dem Verbot der Kirche, verlieh der Orden gegen Zinsen, Geld an Adelige
und Bürger. Oft wurde das Verbot in beeindruckender Weise umgangen. So gaben
die Templer Zahlscheine aus, die eine ähnliche Aufgabe wie die Schecks unserer
Zeit haben.
All das führte zum ,später als so sagenhaft angesehenen Reichtum der Ordensritter.
Aufgrund dessen, fand die Gemeinschaft ihr Ende schon bevor sie 200 Jahre alt
war.
Untergang der Templer:
Neben der Gefahr die vom Orden ausging, der nach dem Verlust des hl. Landes
ohne Aufgabe war, war der Schatz, neben der Schmach des Abweisens seines
Ansuchens als Templer, einer der Gründe warum König Philipp IV von Frankreich
Razzias gegen die Ordensgüter plante. In deren Zuge ließ er alle Ordensritter in
Frankreich verhaften sowie ihre Güter beschlagnahmen.1 Sofort wurden die
Ordensbrüder zu ihren ketzerischen Taten , die es zwar im Ansatz gab, aber maßlos
übertrieben wurden, "befragt". Diese Befragungen waren in der Realität nicht mehr
als Folterungen, wie sie später durch Hexenprozesse bekannt wurden. Philipp
schrieb Briefe an die Regenten der anderen europäischen Reiche in denen er sie
aufforderte gegen den Orden vorzugehen. Dort wurden die Verhaftungen eher
antriebslos und sporadisch festgenommen und vor Gericht meist freigelassen. Es
wurde das Untertauchen in die Zivilbevölkerung weitgehend toleriert. Auch
nachdem sich die Inquisition des Papstes Klemens V, welcher in Avignon
residierte, in anderen Herrschaften zum Verhör aufmachte, konnte kein
wesentlicher Erfolg erzielt werden. Am 22.März 1312 wurde der Orden offiziell
durch den Papst aufgelassen. Im März 1314 wurden der letzte Großmeister Jacques
de Molay und der Präzeptor der Normandie auf kleiner Flamme geröstet. Somit
endete die Geschichte des Ordens.
Doch der Orden lebte beispielsweise in Portugal unter dem Namen "Ritter Christi"
weiter (der Seefahrer Vasco da Gama war Ritter und Prinz Heinrich Großmeister
dieser Gemeinschaft), und Vereinigungen wie die der Freimaurer versuchten (und
tun dies noch immer) die Abstammung ihres Bundes auf die Templer
zurückzuführen.
Anmerkung 1: Nur wenige Ritter und auch nicht der Schatzmeister konnten gefangen
genommen werden. Dies und nachweislich ausgesandte Rundschreiben die zur
Schweigsamkeit mahnen, führen manche Wissenschaftler zu der Annahme das der Orden
über die Aktion bescheid wusste und rechtzeitig Vorkehrungen traf. Das Fehlen der Flotte, die
oppositionelle Haltung des obersten schottischen Revolutionärs Robert Bruce und das
angebliche Erscheinen von, in weißen Gewändern gekleidete, Rittern deutet auf eine Flucht
nach Schottland. Im übrigen wurde der sagenumwobene Schatz der Templer nie gefunden.
Doch dies alles ist wissenschaftlich, (noch) nicht nachgewiesen, und ist weiterhin ein
Mysterium.
Die Johanniter
Tracht: Schwarzer Mantel mit Weißem Kreuz
Dieser geistliche Ritterorden entstand als einziger aus einem herkömmlichen
geistlichen Orden nach der Benediktinerregel. Dieser hieß "Orden St.Johannis vom
Spital zu Jerusalem". Später wurde an das Kloster noch ein Hospital angebaut und
die Aufgaben der Mönche um die, der Krankenpflege erweitert. Im Jahr 1120
wurde schließlich der "Ritterorden des Hospitals St.Johannis" gegründet und die
Klasse der Ritter in den Orden aufgenommen. Er empfing Güter und
Begünstigungen verdiente durch Zölle, den Zehnten, Bußen, Strafgeldern etc. und
wie die Templer durch den Geldverleih. Verwaltet wurde das riesige Gebiet in der
Glanzzeit des Ordens, mittels sogenannten Zungen die nach Ländern eingeteilt
waren. Die Ritter gehörten der "Zunge" an, dessen Sprache sie gebrauchten, es war
unwichtig wo sich der Ritter aufhielt. Diese acht waren: Provence, Auvergne,
Frankreich, Italien, Aragon, Kastilien, England und Deutschland. An deren Spitze
stand jeweils ein Großprior der auch ein bestimmtes Ordensamt innehatte. Diese
Ämter waren Marschall (Auvergne), Großadmiral (Italien), Schatzmeister
(Provence), Großhospitalier (Frankreich), Ordensrapier (Aragon), Großkanzler
(Kastilien), Oberseneschall (England) und der Großordensbailli (Deutschland).
Gemeinsam bildeten die Großpriore den Rat des Großmeisters.
Die Entwicklung des Ordens nach dem Fall des hl. Landes:
Nachdem das hl. Land entgültig verloren war ließen sich die Johanniter auf Zypern
nieder. Sie verließen nach Streitigkeiten mit dem Herrscher Zyperns, Heinrich II
wieder die Insel und ließen sich auf der Insel Rodhos, die zuvor unter
byzantinischer Herrschaft war, nieder. Im Gegensatz zu den Templern wurden sie
vom König Frankreichs und dem Papst unterstützt. Aufgrund ihrer neuen
Niederlassung wurden sie ab diesem Zeitpunkt Rodiser genannt.
Die Johanniter mussten sich vielen Anstürmen und einigen regelrechten Invasionen
der Türken (jedoch versuchten auch einmal die Venetier die Insel zu erobern)
erwehren. Die Rodiser mussten schließlich im Jahr 1522 vor einer übermächtigen
Invasionsarmee des Wesirs Mustafa- Pascha kapitulieren, erhielten allerdings freien
Abzug.
1530 schenkte der Kaiser Karl V den Rodisern die Insel Malta. Nachdem sie ihren
Sitz nach Malta verlegt hatten, nannten sie sich Malteser. Es gelang ihnen ihre
Herrschaft gegenüber den Türken zu behaupten und sie hatten die Insel bis zu deren
Eroberung durch Napoleon 1798 inne. Die Engländer welche die Insel zurück
eroberten, weigerten sich sie an die Johanniter zurückzugeben, weswegen der Sitz
des Großmeister später nach Rom verlegt wurde.
Der Deutsche Orden
Der direkt Vorläufer des Deutschen Ordens war ein Hospital war, welches im Jahr
1189 oder 1190 bei Akkon von Bremer und Lübecker Bürger als Spitalbruderschaft
gestiftet wurde . Aus einer anfänglichen Vereinigung zur Krankenpflege wurde
schließlich ein Ritterorden mit der Regel der Templer, der im Jahr 1199 von Papst
Innozenz dem III bestätigt wurde.
Anfangs stagnierte der Orden und stand im Schatten der zwei alten Orden. Unter
Friedrich II. und dem Hochmeister1 Hermann von Salza (im Amt: 1210-1239)
begann der rasche Aufstieg des Ordens, welcher sein Betätigungsfeld und seinen
Sitz bald nach Preußen (Marienburg) verlegt. Ausbreitung des Christentums im
Baltikum und Gründung des Ordensstaates waren fortan seine Aufgaben.
Gemeinsam mit christlichen Kreuzzügen eroberten sie stückweise Preußen und
nach der Zusammenlegung mit den livländischen Schwertbrüdern gelang ihnen als
einziger Orden, die Gründung eines Ordensstaates mit größerem Gebiet. Aufgrund
des ständigen Nachschubs an christlichen Rittern gelang es dem Deutschen Orden
immer mehr Gebiete zu unterwerfen.
Die Litauerkreuzzüge
Im 14. Jh. breitete sich das heidnische Litauen enorm aus und wurde binnen kurzer
Zeit zu einer Großmacht. Der Orden begann damit Kreuzzüge gegen Litauen zu
veranstalten. Diese Heerzüge wurden wahrscheinlich weniger wegen ihrem
Auftrag, die Heiden zu bekämpfen geführt, sondern eher weil der mächtige
Nachbar eine Gefahr bedeuten konnte, aber vor allem weil der Orden seinen
zahlreichen Feinden (auch in den Reihen der Kirche) beweisen wollte dass der
Deutsche Orden sehr wohl einen Daseinszweck hat.
Im Jahr 1511 wurde Albrecht von Brandenburg zum Hochmeister ernannt. Albrecht
nahm Kontakt mit Luther und den Reformatoren auf, die ihm rieten das
Ordensgebiet zu einem Fürstentum zu machen. Er ließ protestantische Prediger
nach Preußen kommen und im Jahr 1525 unterwarf er sich schließlich dem
polnischen König und wurde dafür zum Herzog des säkularisierten Ordenstaates
ernannt.
1:höchstes Amt
2: Im Gegensatz zu der romantischen Auffassung des 19 Jh. wurden Kriege, besonders dann
wenn sie gegen Heiden gerichtet waren, schon im Mittelalter durchaus gegen die
Zivilbevölkerung geführt. Manche "ritterlichen Heerfahrten" bestanden einfach darin Dörfer
niederzubrennen.
Quellenangaben
Websites
www.ikg.rt.bw.schule.de/virkla/names/schuels/deutsch/kreuzz/
www.markus-reis.de/templ/kreuz.html
www.tempelritter.at
www.omenchat.de/history/g_tem_v.htm
www.eckhart.de/index.htm?orden.htm
http://www.djh-freeweb.de/~fboensel/folgen.htm
Bücher
August Franzen: Kleine Kirchengeschichte
Peter Milger: Die Kreuzzüge
PM – Juli 2001: Die Vernichtung der Katharersekte
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