Fakten gegen Mythen

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Köln, 8. September 2016
Tag der Zahngesundheit 2016
Presseinformation
Fakten gegen Mythen
Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen. Feste
Schrubben
bringt´s.
Oder:
Ein
Apfel
ersetzt
das
Zähneputzen. Wer hat diese Sätze nicht schon einmal
gehört? Aber stimmen sie auch?
proDente nimmt die einzelnen vermeintlichen Weisheiten unter
die Lupe. Denn das richtige Wissen hilft, Zähne und Mund
gesund zu halten.
1. Mythos: Jeder sollte zwei bis drei Minuten lang die Zähne
putzen.
Fakt ist, dass das Zähneputzen Speisereste, aber vor allem die
bakteriellen Beläge auf den Zähnen entfernen soll. Je nach
individueller Situation – z.B. die Anzahl oder die Stellung der
Zähne,
vorhandener
Zahnersatz
und
die
persönliche
Geschicklichkeit – müssen manche Menschen dafür länger
putzen. Andere benötigen für das gleiche Ergebnis eine kürzere
Putzzeit.
Nicht
vergessen:
Mit
Zahnseide
oder
Zahnzwischenraumbürstchen die Flächen zwischen den Zähnen
reinigen, wo die Zahnbürste nicht hinkommt.
2. Mythos: Karies ist ansteckend.
Fakt
ist:
Karies
entsteht
aus
mehreren
Gründen.
Kariesauslösende Bakterien vermehren sich durch Nahrung (vor
allen Dingen Zucker) und produzieren Säuren. Die Säuren
entkalken den Zahnschmelz.
Die Mundhöhle von Babys ist zu Beginn keimfrei. Küsst eine
Mutter ihr Baby oder leckt den Schnuller ab, überträgt sie Keime
auf das Kind. Dennoch betrachten Fachleute Karies als
Kontakt:
proDente e.V.
Dirk Kropp
Aachener Str. 1053-1055
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Telefon +49 221 170 99 7-40
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Krankheit, die durch Verhalten, wie Ernährung, entsteht. Denn
Karies ist durch gutes Zähneputzen und zuckerarme Ernährung
beeinflussbar.
3. Mythos: Karies ist bei Milchzähnen nicht so schlimm.
Fakt ist: Gesunde Milchzähne sind wichtig zum Essen, damit
Kinder richtig Sprechen lernen, sich der Kiefer entwickeln kann
und Platz für die bleibenden Zähne freigehalten wird. Auch
Selbstbewusstein
und
Freundschaften
werden
durch
die
Mundgesundheit beeinflusst. Hat sich im Milchgebiss bereits
Karies ausgebreitet, ist das Kariesrisiko auch im bleibenden
Gebiss deutlich erhöht. Zudem können zerstörte Milchzähne die
Entwicklung negativ beeinflussen. Milchzähne sollten daher bis
zum zweiten Lebensjahr einmal täglich und ab dem zweiten
Geburtstag
zweimal
täglich
mit
altersentsprechender
fluoridhaltiger Zahnpasta gepflegt werden.
4. Mythos: Jedes Kind kostet einen Zahn.
Fakt ist, dass die Schwangerschaftshormone das Bindegewebe
lockern. So auch im Mund. Daher haben Schwangere ein
erhöhtes Risiko für Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und in
deren Folge möglicherweise für eine Parodontitis, also einer
Entzündung des Zahnhalteapparats. Unbehandelt kann sie zu
Zahnverlust
führen.
Auch
veränderte
Ernährung
in
der
Schwangerschaft beeinflusst die Mundgesundheit. Entscheidend
ist eine gute Mundhygiene und ein Kontrolltermin beim Zahnarzt
möglichst zu Beginn der Schwangerschaft, um möglichen
Problemen zu begegnen.
5. Mythos: Schlechte Zähne sind erblich.
Fakt ist: Erkrankungen haben häufig mehr als eine Ursache.
Zahnform und Zahnstellung können vererbt sein. Fehlbildungen
der Zahnhartsubstanz haben oft erbliche Ursachen. Auch eine
Parodontitis wird genetisch beeinflusst. Da jedoch die genetische
Ursache nicht allein verantwortlich ist, ist das Risiko durch
eigenes Verhalten beeinflussbar. Eine gute Mundhygiene und
eine mundgesunde Ernährung sind dabei von besonderer
Bedeutung.
Schlechte Zähne
sind kein unvermeidliches
Schicksal.
6. Mythos: Ein Apfel ersetzt das Zähneputzen.
Fakt ist, dass Äpfel Vitamine und Mineralstoffe enthalten und
daher gesund sind. Auch das Kauen von fester Nahrung fördert
die Mundgesundheit. Apfelkauen beseitigt zwar in einem
geringen Maß oberflächliche Beläge. Die Zahnbürste ersetzt ein
Apfel jedoch keinesfalls. Zu beachten ist außerdem, dass
Fruchtsäure und Fruchtzucker den Zahnschmelz angreifen
können. Deswegen sollte man sich ausgewogen ernähren und
Pausen bei Säurezufuhr durch rohes Obst und Gemüse
berücksichtigen. Ansonsten können sogenannte Erosionen
entstehen.
7. Mythos: Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen.
Eine optimale Mundhygiene zweimal täglich und einmal dabei die
Zahnzwischenraumreinigung
mit
Zahnzwischenraumbürstchen
ist
Zahnseide
für
die
Erhaltung
oder
der
Mundgesundheit von zentraler Bedeutung. Ein Zeitpunkt sollte
möglichst immer vor dem Schlafengehen gewählt werden. Das
zweite Putzen sollte dann stattfinden, wenn ausreichend Zeit zur
Verfügung steht. Gründlichkeit geht vor Häufigkeit. Natürlich ist
Mundhygiene nach jedem Essen sinnvoll, aber bei den heutigen
Lebensumständen nicht realistisch. Empfohlen wird daher ein
zuckerfreies
Kaugummi,
um
die
Speichelproduktion
zur
Selbstreinigung anzuregen.
8. Mythos: Feste Schrubben bringt´s.
Fakt ist, dass Putzen mit zu viel Druck Zähne und Zahnfleisch
schädigen kann. Empfohlen wird ein leichter Druck von maximal
150 Gramm. Tipp: Den Druck mit einer Zahnbürste auf der
Küchenwaage
testen.
Wichtig:
Mit
System
putzen.
Die
Zahnbürste vom Zahnfleisch (rot) zum Zahn (weiß) mit fegenden
Bewegungen führen. Beim Zähneputzen mit der Kaufläche
beginnen, dann die Außen- und letztlich die Innenseiten der
Zähne reinigen – die sogenannte KAI-Systematik. Auf der
Kaufläche, aber nur da, darf geschrubbt werden.
9. Mythos: Kaugummikauen ersetzt das Zähneputzen.
Fakt ist, dass das Kauen eines zuckerfreien Kaugummis den
Speichelfluss anregt. Speichel ist wichtig bei der Verdauung, und
der Abwehr gegen Krankheitserreger und kann beginnende
Zahnschäden
reparieren.
Dafür
stellt
er
Mineralien
zur
Verfügung, und der Speichelfilm schützt die Schleimhäute.
Werden zuckerfreie Kaugummis regelmäßig beispielsweise nach
dem Essen verwendet, fördern sie die Zahngesundheit. Das
Zähneputzen ersetzen sie aber nicht. Denn nur Zahnbürste und
Zahnseide bzw. Zahnzwischenraumbürstchen entfernen die
bakterielle Beläge auf und zwischen den Zähnen.
10. Mythos: Zahnbürste wechseln, wenn die Borsten
abstehen.
Richtig ist, die Zahnbürste rechtzeitig zu wechseln. Bei
verbogenen Borsten lässt die Reinigungswirkung deutlich nach.
In der Regel sollte die Zahnbürste nach drei Monaten gewechselt
werden. Manchmal kann auch ein früherer Wechsel sinnvoll sein.
11. Mythos: Kleinkinder brauchen noch keine Zahnbürste.
Fakt ist, dass Kinder erst ab dem Grundschulalter, wenn sie
flüssig schreiben können, die Zahnbürste im Mund genau
steuern und selbstständig putzen können. Bis dahin sollten die
Kinder selber putzen - aber die Eltern müssen anleiten und
nachputzen. Auch für Kinder eignet sich die KAI-Systematik: Erst
die Kauflächen, dann die Außenflächen und zum Schluss die
Innenflächen der Zähne putzen. Jedoch muss altersgerecht
vorgegangen werden. Wichtig ist es, bereits mit Durchbruch des
ersten Zahnes mit dem Zähneputzen zu beginnen. Das fördert
nicht nur die Mundgesundheit, sondern schafft ein sehr wichtiges
tägliches Ritual. Lassen Sie sich in der Zahnarztpraxis zeigen,
wie man bei den Kleinkindern mit dem Putzen beginnt.
12. Mythos: Fluorid ist giftig.
Fluoride sind Salze und somit eine Fluor-Verbindung. Reines
Fluor dagegen ist höchst giftig. Allerdings reagiert das Fluor
schnell mit anderen Elementen zu Fluoriden. Fluoride sind ein
natürlicher Bestandteil von Zähnen und Knochen. Um Karies
vorzubeugen, befinden sie sich als Natriummonofluorphosphat,
Aminfluorid oder Zinnfluorid in den meisten Zahnpasten.
Fluoride schützen und härten den Zahnschmelz.
13. Mythos: Zuckerfrei bedeutet, dass kein Zucker drin ist.
Fakt ist, dass Getränke oder Lebensmittel, auf deren Etikett
„zuckerfrei“ steht, zwar keinen Haushaltszucker enthalten dürfen.
Andere Zuckerarten wie Glukose (Traubenzucker), Fruktose
(Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker) oder Maltose (Malzzucker)
können aber dennoch enthalten sein. Also Vorsicht – genau
hinschauen lohnt: Denn diese Zucker fördern ebenfalls die
Kariesentstehung und sollten daher nur in Maßen genossen
werden. Auch andere Speisen und Getränke enthalten oftmals
sehr viel Zucker – Inhaltsangaben prüfen.
14. Mythos: Zahnfleischbluten ist nicht schlimm.
Fakt ist, dass Zahnfleischbluten ein Krankheitssymptom ist und
als Warnsignal ernst genommen werden sollte. Tritt dieses
häufiger auf, muss der Zahnarzt unbedingt mögliche Ursachen
abklären. Zahnfleischbluten kann Symptom einer Entzündung
des Zahnfleisches (Gingivitis) oder sogar des gesamten
Zahnhalteapparats
(Parodontitis)
sein.
Parodontitis
kann
unbehandelt zum Zahnverlust führen und besitzt Einfluss auf die
Gesundheit des gesamten Körpers. Beidem sollte und kann
entgegen gewirkt werden.
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Initiative proDente e.V. – Fakten
Fünf Verbände, die das gesamte dentale Leistungsspektrum in Deutschland repräsentieren,
engagieren sich in der Initiative proDente e.V.:

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK)

Der Freie Verband der Deutschen Zahnärzte (FVDZ)

Der Verband der Deutschen Zahntechniker-Innungen (VDZI)

Der Verband der Deutschen Dental-Industrie (VDDI)

Bundesverband Dentalhandel (BVD)
Warum diese Initiative?
proDente hat sich zum Ziel gesetzt, fundiertes Fachwissen aus den Bereichen Zahnmedizin und
Zahntechnik zu vermitteln. Die Initiative will zur Unterstützung der Zahnärzte und Zahntechniker
engagierte Aufklärung für den Patienten bieten.
proDente will den Wert gesunder und schöner Zähne darstellen. Vor allem die Aufklärungsarbeit
von der Prophylaxe bis zur Prothetik steht dabei im Mittelpunkt. Für Zahnärzte und
Zahntechniker präsentiert proDente ein umfangreiches Service-Angebot, um die
Kommunikation mit den Patienten zu erleichtern.
Aktivitäten
proDente produziert wissenschaftlich fundiertes Informationsmaterial in verständlicher
Aufmachung. Dazu zählt die Informationsbroschüre "Zähne gut – alles gut" sowie zahlreiche
weitere Magazine, Flyer und Faltblätter zu speziellen Gebieten der Zahnmedizin. Die
Themenpalette wird regelmäßig erweitert. Im Internet ist proDente mit einem Informationsportal
präsent (www.prodente.de).
Geschäftsstelle
Dirk Kropp, Geschäftsführer Public Relations, ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um die
Öffentlichkeitsarbeit von proDente. Sitz der Geschäftsstelle ist Köln.
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