Weimarer Republik

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Geschichte
Thema:
Abiturfragen Grundwissen für das Fach
Geschichte - Teil 4
TMD: 2240
Kurzvorstellung
des Materials:
Übersicht über die
Teile
Information zum
Dokument
SCHOOL-SCOUT –
schnelle Hilfe
per E-Mail

Dies ist der vierte Teil einer Sammlung von Fragen und
ausführlichen Antworten, mit deren Hilfe man sich das
nötige Basis-Grundwissen für das Abitur verschaffen kann.

Diese Folge behandelt die Zeit vom Ersten Weltkrieg zum
Zweiten Weltkrieg – einschließlich Weimarer Republik und
Nationalsozialismus.

Der 1. Weltkrieg

Oktoberrevolution

Der Versailler Vertrag

Die Weimarer Republik

Deutschland unter Hitler

Expansion Deutschlands

Judenverfolgung
Ca. 25 Seiten, Größe ca. 114 KByte
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 2 von 27
Kleiner Tipp zur praktischen Nutzung der folgenden Seiten:

Am besten druckt man sich die einzelnen Fragen und Antworten aus und schneidet sie so
zurecht, dass man jedes Teilthema für sich hat und die Frage auf die Rückseite schreiben
kann.

Dann versucht man zu jeder Frage möglichst selbst einen kurzen Vortrag zu halten (wie
im Abitur).

Anschließend wendet man den Zettel und hat eine Musterlösung zur Kontrolle.
Erfahrungsgemäß lernt man so am besten in Zusammenhängen und ist für jedes
"Kreuzverhör" einer mündlichen Prüfung gerüstet. Aber auch in Klausuren fühlt man sich
sicherer.
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Teil 4: Vom Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg (dabei Weimarer
Republik und Nationalsozialismus)
In welchem Ort wurde Ende Juni 1914 der österreichische Thronfolger
ermordet?
Die Lösung heißt: Sarajewo
Der Balkan war schon lange ein besonderer Unruheherd gewesen. Viele Jahrhunderte lang
war das Gebiet mehr oder weniger nur von den Österreichern und den Türken beherrscht
worden.
In dem Jahrhundert vor dem Ersten Weltkrieg war die Macht des Osmanischen Reiches
immer stärker zurückgegangen, besonders auch von Russland gefördert. Neue Staaten waren
entstanden, wobei Serbien zu einem Kristallisationspunkt des slawischen Nationalismus
wurde.
Ein besonderer Konfliktherd war das 1908 von Österreich-Ungarn annektierte ehemals
osmanische Bosnien-Herzegowina, das auch von Serbien beansprucht wurde.
Als nun im Sommer 1914 der österreichische Thronfolger in die bosnische Hauptstadt
Sarajewo fuhr, war das als Machtdemonstration gedacht und gleichzeitig eine Provokation
Serbiens.
Das Attentat wurde dann von Österreich benutzt, um mit Serbien abzurechnen.
Dementsprechend wurde ein sehr hartes Ultimatum an Serbien gerichtet. Dabei konnte sich
Österreich viel zu sehr auf die "Nibelungentreue" Deutschland verlassen.
Damit war der Weg in den Krieg vorgezeichnet. Die deutsche Regierung hatte zu wenig
beachtet, wie die Geschichte der Nibelungen ausgegangen war.
Wie nennt man die Bereitschaft aller deutscher Parteien (auch der
Sozialdemokraten), voll und ganz im Krieg gegen die Entente
zusammenzustehen?
Die Lösung heißt: Burgfrieden
Heutzutage kann man sich die Begeisterung überhaupt nicht mehr vorstellen, mit der die
Völker Europas den Beginn des Ersten Weltkrieges begrüßten. Dies galt insbesondere für die
Deutschen, sogar die lange als Reichsfeinde verunglimpften und verfolgten Sozialdemokraten
waren bereit, nicht mehr international zu denken, sondern sich als Deutsche voll und ganz
hinter die Kriegsanstrengungen zu stellen. Berühmt ist der Ausspruch Kaiser Wilhelms II. :
"Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche." Entsprechend diesem Ansatz
bewilligte der Reichstag am 4. August 1914 mit den Stimmen auch der SPD die
Kriegskredite. Aber nicht nur die deutschen Parteien schlossen einen sogenannten
"Burgfrieden", die französische Parteien schlossen eine entsprechende "Union Sacrée".
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Aufgrund welchen Plans meinte die deutsche Regierung durch das neutrale
Belgien marschieren zu müssen?
Die Lösung heißt: Schlieffen-Plan
Deutschlands größte Sorge war, in einen Zweifrontenkrieg zwischen Frankreich und Russland
zu geraten. Für den Fall des Falles hatte der deutsche General Schlieffen einen Plan
vorbereitet, der vorsah, schnell Frankreich zu besiegen, um dann mit der gesamten Macht
gegen Russland ziehen zu können.
Problem dabei war, dass man meinte, durch Belgien marschieren zu müssen. Nur so konnte
man die französischen Grenzebefestigungen umgehen.
Dabei war man auch bereit, die belgische Neutralität zu verletzen. Zu wenig beachtet hatte
man allerdings, dass dieses fast zwangsläufig zum Kriegseintritt Englands führen musste.
Wie bezeichnet man die neue Form des Krieges, die sich nach dem
Scheitern der deutschen Offensive im Westen Ende 1914 ergab?
Die Lösung heißt: Stellungskrieg
Deutschland konnte zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Westteil nur siegen, wenn es gelang
entsprechend den Plänen des Generals Schlieffen schnell vorzurücken und die französische
Armee einzuschließen. Anfangs verlief der Vormarsch auch recht schnell, kam aber dann an
dem Fluss Marne zum Stehen. Die Franzosen sprachen später von dem "Wunder an der
Marne".
Welcher Ort ist wie kein anderer zum Inbegriff hunderttausendfachen
Todes im Ersten Weltkrieg geworden?
Die Lösung heißt: Verdun
Nachdem der Versuch der Deutschen, die Franzosen in wenigen Wochen zu besiegen, 1914
gescheitert war, bemühte sich deutsche Generalstab im Jahre 1916 erneut um eine
Kriegsentscheidung im Westen. Ziel war dabei die französische Festung Verdun. Hier kam es
zu jenen monatelangen mörderischen Kämpfen, die Hunderttausende von Menschenleben auf
beiden Seiten kosteten. Wie an keiner anderen Stelle zeigte es sich hier, dass Menschen in
diesem modernen Krieg nichts mehr waren als reines Kriegsmaterial.
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Was wurde zum Anlas für den Eintritt der USA im Jahre 1917 in den Krieg
gegen die Mittelmächte?
Die Lösung heißt: U-Boot-Krieg
Da sich die teure deutsche Hochseeflotte als unfähig erwies, die englische Blockade
Deutschlands aufzubrechen, blieb den Deutschen nur noch das Instrument der U-Boote, um
aktiv Seekrieg gegen englische Kriegs- und Handelsschiffe führen zu können.
Bald stellte sich heraus, dass die deutschen U-Boote zu ihren Angriffen nicht mehr auftauchen
konnten, weil sie gegenüber englischen Überraschungsangriffen zu verletzlich waren.
Dementsprechend kam es zum uneingeschränkten U-Boot- Krieg, bei dem jedes Schiff
angegriffen wurde, das sich in einem bestimmten Gebiet aufhielt.
Diese Art des Krieges stieß vor allem in den USA auf Proteste und führte schließlich auch
zum Kriegseintritt dieses Landes an der Seite der Alliierten.
Russische Revolution:
Was führte 1917/1918 zum Ausscheiden Russlands aus dem Ersten
Weltkrieg?
Die Lösung heißt: Revolution und Diktatfrieden von Brest-Litowsk
Russland war von allen alliierten Mächten sicherlich das am weitesten rückständige. Im
Ersten Weltkrieg zeigte sich dann in besonderer Weise die Unfähigkeit des Systems. Dies
erleichterte schließlich den Ausbruch der Revolution im Februar 1917.
Zunächst kam eine bürgerliche Regierung an die Macht, die aber weder den Krieg beendete
noch den Bauern Land gab. Dementsprechend konnte sich schließlich Lenin mit seinen
radikalen Forderungen durchsetzen.
Es kam zu einer zweiten Resolution, der Oktoberrevolution. Lenin war bereit, zugunsten der
geplanten inneren Veränderungen zunächst einmal den Krieg auf jede Art und Weise zu
beenden. Dementsprechend akzeptierte er die harten deutschen Forderungen im Frieden von
Brest-Litowsk.
Die deutsche Regierung schöpfte noch einmal neue Hoffnung und verlegte viele Soldaten in
den Westen, konnte dort aber keine dauerhafte Wende zum Besseren erreichen.
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Wer war der geistige Führer der "Oktoberrevolution" 1917?
Die Lösung heißt: Lenin
Lenin war der einzige Politiker, der 1917 bereit war, radikale Veränderungen der Politik in
Russland vorzunehmen. Dazu gehörte vor allem die Beendigung des Krieges, praktisch um
jeden Preis. Ein zweiter Bereich waren wie Forderungen der armen Bauern, denen Lenin
ebenfalls entgegenkommen wollte. Fast eine Treppenwitz der Weltgeschichte ist, dass das
kaiserliche Deutschland es überhaupt Lenin erst einmal ermöglichte, in einem verplombten
Zug von der Schweiz aus in das revolutionäre Russland zu gelangen. Tatsächlich erfüllten
sich die deutschen Hoffnungen, Lenin beendete den Krieg, dies reichte aber nicht aus, um den
Krieg siegreich für Deutschland zu beenden.
Lenin glaubte im Unterschied zu Marx nicht daran, dass die Weltrevolution von selbst
kommen würde. Zu groß waren die Selbstheilungskräfte des Kapitalismus, zu groß war auch
die Bereitschaft der Arbeitermassen, für kleine Fortschritte das große Ziel aus den Augen zu
verlieren. Dementsprechend entwickelte Lenin eine dem Imperialismustheorie, die auf Marx
aufsetzte. Gerade weil die einfachen Arbeiter sich gegebenenfalls vom Kapital bestechen
ließen, bedurfte es für die Revolution einer Schicht von Berufsrevolutionären, die die
Revolution auch mit Gewalt bereit waren herbeizuführen. Lenin glaubte auch, dass ein so
rückständiges Land wie Russland zum Ausgangspunkt der Weltrevolution werden konnte.
Man musste sich nur auf die spezifischen Bedingungen dieses Landes einstellen und das hieß,
vor allem auch die Bauern für sich zu gewinnen. Dementsprechend kam es im Oktober eher
zu einem Putsch einer kleineren Clique als zu einer Massenbewegung, dem aber bald große
revolutionäre Veränderungen in Russland folgte.
Wer war der militärische Kopf der "Oktoberrevolution" und Organisator
der Roten Armee?
Die Lösung heißt: Trotzki
Trotzki war neben Lenin die wichtigste Figur der Oktoberrevolution. Er war es eigentlich, der
die politischen Grundgedanken Lenins in militärische Aktionen umsetzte. Dementsprechend
ist es ihm auch eigentlich zu verdanken, dass die von allen Seiten bedrohte neue Sowjetunion
sich in einem Bürgerkrieg letztlich durchsetzte. Nach dem Tode Lenins geriet Trotzki
zunehmend in einen Konflikt mit Stalin. Während dieser zunächst den "Sozialismus in einem
Land" verwirklichen wollte, hielt Trotzki an dem Gedanken der Weltrevolution fest. Stalin
setzte sich in dem anschließenden Machtkampf durch, Trotzki musste das Land verlassen und
wurde schließlich 1940 in seinem mexikanischen Exil auf Anweisung Stalins ermordet. Seine
Gedanken lebten aber auch danach in verschiedenen (nach ihm "trotzkistisch" genannten)
Gruppen weiter.
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Weimarer Republik:
In welchem Jahr und Monat wurde der Erste Weltkrieg durch einen
Waffenstillstand beendet?
Die Lösung heißt: November 1918
Auch das Ausscheiden Russlands aus dem Krieg änderte nichts mehr an der Niederlage der
Mittelmächte. Anfang Oktober 1918 drängte ganz plötzlich die Oberste Heeresleitung auf
Waffenstillstandsverhandlungen. Gleichzeitig gab es eine neue Regierung, in die nun auch
Vertreter der SPD und des Zentrums eintragen. Es waren diese Politiker, die nun den
Waffenstillstand mit den Siegern aushandeln mussten, während die eigentlich
Verantwortlichen, nämlich die Militärs, bereits an der Dolchstoßlegende basteln. Nach dieser
war das Heer "im Felde unbesiegt" geblieben und hatte erst die Revolution zur Niederlage
geführt. Diese Legende wiederum wurde von Hitler für seine Hetze gegen die sogenannten
Novemberverbrecher ausgenutzt, was nicht unwesentlich mit zum Untergang der Weimarer
Republik beitrug.
Wie hieß der Frieden, den das Deutsche Reich 1919 unterzeichnen musste?
Die Lösung heißt: Versailler Vertrag
Das große Problem am Ende des Ersten Weltkrieges war es, dass es nicht zu einem
Verständigung- und Ausgleichsfrieden kam, sondern zu einem eindeutigen Siegerdiktat. Die
deutschen wussten akzeptieren, dass sie und ihre Verbündeten zu den allein Schuldigen am
Weltkrieg erklärt wurden.
Dies war Voraussetzung für Reparationsforderungen in zunächst nicht festgelegter Höhe.
Dazu kamen große Gebietsverluste im Westen (Elsass-Lothringen) und im Osten, wo Polen
als Staat neu entstand. Weiterhin gingen die Kolonien verloren, Deutschland musste seine
Flotte ausliefern, die Streitkräfte wurden auf eine kleine Berufsarmee beschränkt, das
Rheinland musste entmilitarisiert bleiben, und für eine Übergangszeit blieben Gebiete im
Westen des Reiches von den Alliierten besetzt.
Insgesamt wurde dieser Vertrag von fast allen Deutschen als Schmach empfunden und hatte
verhängnisvolle Folgen für die Atmosphäre der Zwischenkriegszeit. Hitler konnte mit seiner
Politik hier leicht ansetzen und viel Zustimmung auf sich vereinigen, wenn er gegen den
Versailler Vertrag vorging.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 8 von 27
Wie nennt man fehlende Verbindung zwischen Ostpreußen und dem
restlichen Deutschen Reich nach 1919?
Die Lösung heißt: Korridor
Der Versailler Vertrag vom Juni 1919 gab Polen einen schmalen Gebietsstreifen (den
sogenannten Polnischen Korridor) entlang der Weichsel bis zur Ostsee sowie den größten Teil
der Provinz Posen und Westpreußens. Danzig wurde Freie Stadt, gehörte wirtschaftlich aber
zu Polen.
Vergrößert wurden das polnische Gebiet noch durch Volksentscheide, um Teile von
Oberschlesien.
Diese Situation empfanden die meisten Deutschen als absolut unerträglich. Während die
Grenze im Westen später freiwillig anerkannt wurde (Vertragswerk von Locarno), war man
im Osten nur bereit, auf Gewalt zu verzichten.
Wie heißt das Konzept des amerikanischen Präsidenten Wilson, mit dem er
versuchte, einen allgemeinen Verständigungs- und Ausgleichsfrieden zu
erreichen?
Die Lösung heißt: Vierzehn Punkte
Dabei handelte es sich um einen Entwurf für eine Friedensordnung nach dem Ersten
Weltkrieg, die vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson am 8. Januar 1918 in
seiner Jahresbotschaft vor beiden Häusern des US-Kongresses verkündet wurde.
Während die alliierten Partner der USA die Vierzehn Punkte zunächst wohlwollend
aufnahmen, gingen die Mittelmächte erst darauf ein, als sie keine Hoffnungen auf einen
Siegfrieden mehr hatten.
Insgesamt handelte es sich um relativ gemäßigte Forderungen auf der Basis weitgehender
Gleichberechtigung. Ziel war die Schaffung einer neuen Welt auf der Basis des
Selbstbestimmungsrechts. Der Frieden sollte vor allem durch den neuen Völkerbund
gewährleistet werden.
Problem war, dass Wilson sich mit diesem Programm in keiner Weise gegenüber vor allem
den französischen Hardlinern auf den Friedenskonferenzen durchsetzen konnte.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 9 von 27
Wie heißt die internationale Organisation, die nach dem Ersten Weltkrieg
versuchte, international Sicherheit zu garantieren?
Die Lösung heißt: Völkerbund
Lieblingsidee des amerikanischen Präsidenten Wilson, die mit großem Druck auf den
Friedenskonferenzen nach dem Ersten Weltkrieg durchgesetzt wurde.
Die Entwicklung führte aber dazu, dass die neue Ordnung von England und vor allem von
Frankreich zu einem Siegerinstrument gemacht wurde. Die USA traten schließlich nicht
einmal selbst bei.
Deutschland trat 1926 nach der freiwilligen Anerkennung der neuen Westgrenze bei und bald
nach Hitlers Machtantritt wieder aus.
Insgesamt gelang es dem Völkerbund nicht, internationale Aggression zu verhindern. Es
fehlte ihm einfach an realer Macht.
Wie hieß der sozialdemokratische Politiker, der am 9.11.1918 vom
Reichstagsgebäude die deutsche Republik ausrief?
Die Lösung heißt: Scheidemann
Scheidemann war einer der demokratischen Politiker, die als Staatssekretär in das letzte
kaiserliche Kabinett des Prinzen Max von Baden eintraten.
Er war es auch, der am 9. November 1918 in Berlin die (demokratische) Republik ausrief.
Er war dann auch Mitglied der revolutionären Regierung des Rats der Volksbeauftragten und
der erste Ministerpräsident der Weimarer Republik. Er trat aber schon im Juni 1919 wieder
zurück, weil er den Versailler Vertrag zwar annehmen musste, aber nicht akzeptieren wollte.
Von ihm stammt das berühmte Wort, das die Hand verdorren muss, die diesen Vertrag
unterzeichnet.
Wie hieß der Politiker, der am 9.11.1918 vom Balkon des Berliner Schlosses
die freie sozialistische Republik ausrief?
Die Lösung heißt: Liebknecht
Liebknecht war Vertreter des linken Flügels in der SPD und stimmte als einziger 1914 gegen
die Annahme der Kriegskredite.
1916 wurde er wegen der Ablehnung des Burgfriedens aus der SPD ausgeschlossen und
gründete mit Rosa Luxemburg den Spartakusbund.
Am 9. November 1918 rief er nach Scheidemann die „freie sozialistische Republik“ aus und
trat für die Errichtung einer Räteherrschaft ein.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 10 von 27
Zusammen mit Rosa Luxemburg war er Ende Dezember 1918 einer der Gründer der KPD.
Im Rahmen des sogenannten „Spartakusaufstands" im Januar 1919 in Berlin wurden
Liebknecht und Luxemburg von rechtsgerichteten Freikorpsoffizieren ermordet.
Welchem Politiker wurde am gleichen Tag vom letzten Amtsinhaber der
Kaiserzeit das Reichskanzleramt übertragen?
Die Lösung heißt: Friedrich Ebert
Dieser Politiker steht wie kein anderer für die "steckengebliebene" Revolution 1918/1919.
Er war es wesentlich, der mit anderen gemäßigten Politikern in der SPD die Entwicklung der
neuen Verfassung in die Hände einer gewählten Volksvertretung legen wollte und
dementsprechend Wahlen zu einer Nationalversammlung durchsetzte.
Gegenüber den linksradikalen Kräften der Revolution war er auch bereite, Militär
einzusetzen.
Später wurde Ebert der erste Reichspräsident, starb aber noch vor Ablauf seiner Amtszeit.
Wie nennt man die Abmachung, in der die Armee der neuen revolutionären
Regierung ihre Unterstützung zusagte?
Die Lösung heißt: Ebert-Groener-Pakt
Hierbei handelte es sich um ein geheimes Telefonat, in dem der neue Reichskanzler die Hilfe
der Militärs erhielt. Dafür versprach er, sich gegen kommunistische Tendenzen einzusetzen.
In gewisser Weise handelt es sich um die Geburtsurkunde der Weimarer Republik, nämlich
die Verbindung von alter und neuer Ordnung.
Kritiker sehen hier einen Geburtsfehler, weil die alten Mächte in Militär, Bürokratie und
Wirtschaft nicht entmachtet wurden, was den Aufstieg Hitlers erleichterte.
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Welches politische Konzept vertraten die linken Revolutionäre Ende 1918
(u.a. USPD und Spartakisten)?
Die Lösung heißt: Räteregierung
Im Unterschied zur parlamentarischen Regierungsweise geht es bei der Räteregierung um eine
revolutionäre Form der direkten Demokratie.
Dabei werden in Urversammlungen von militärischen und industriellen Einheiten Arbeiterund Soldatenräte gebildet.
Gewaltenteilung ist nicht vorgesehen, Beschlüsse der Basis müssen nach oben hin
weitergereicht und umgesetzt werden. Vertreter haben dementsprechend kein freies, sondern
nur ein "imperatives Mandat" und können jederzeit abgerufen werden.
Wie hießen die beiden Führer der revolutionären Linken, die im Rahmen
eines Aufstandes im Januar 1918 von regierungstreuen Truppen ermordet
wurden?
Die Lösung heißt: Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stehen hier für die radikale Seite der Revolution. Auf
dem Berliner Rätekongress vom 16. bis 20. Dezember hatte diese Seite eine Niederlage
erlitten, die Entscheidung war zugunsten einer Nationalversammlung gefallen. Der radikale
Spartakusbund von Liebknecht und Luxemburg entwickelte sich Ende des Jahres weiter zur
neuen KPD, der sich Teile der USPD anschlossen. Im Januar 1919 kam es dann zu einem
Aufstand dieser Gruppierung, der von Freikorpssoldaten niedergeworfen wurde. Rosa
Luxemburg und Karl Liebknecht wurden verhaftet und von Freikorpssoldaten ermordet. Die
Wahlen fanden dann wie geplant statt, ohne echte Beteiligung der extremen Linken. Es kam
zu einer parlamentarischen Verfassung.
Wie nennt man den Zusammenschluss von SPD, Zentrum und DDP, der
nach den Wahlen zur Nationalversammlung vom Januar 1919 die
Regierung trug?
Die Lösung heißt: Weimarer Koalition
Die drei Parteien, die schon an der Friedensresolution während des Ersten Weltkrieges
beteiligt waren, nämlich die SPD, das Zentrum und die DDP, gingen auch zunächst als Sieger
aus der Novemberrevolution hervor.
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Sie bekamen fast 75% der Stimmen und damit der Sitze in der Nationalversammlung. Bereits
ein Jahr später, bei den ersten Reichstagswahlen im Juni 1920, war diese Mehrheit völlig
dahin. Dies hing vor allem mit dem Kapp-Putsch zusammen, der zu einer erneuten
Polarisierung der Gesellschaft und der politischen Kräfte geführt hatte. Man warf der
Regierung einseitige Bevorzugung der rechten Kräfte vor. Dementsprechend gestärkt wurde
die extreme Linke. Aber auch die rechtskonservativen Parteien gewannen.
Wie nennt man den Aufstand 1920 in Berlin, bei dem das Regierungsviertel
besetzt wurde?
Die Lösung heißt: Kapp-Putsch
Anfang 1920 trat der Versailler Vertrag in Kraft. Dementsprechend mussten das Heer
verkleinert und die paramilitärischen Freikorps aufgelöst werden.
Dagegen wandte sich ein Putsch von Freikorps in Berlin, bei der ein rechtskonversativer
Politiker namens Kapp zum neuen Reichskanzler bestimmt wurde.
Diese Regierung bekam aber nicht die Unterstützung der Bürokratie, außerdem kam es zu
massiven Protesten der Gewerkschaften.
Nach vier Tagen war der Putsch zusammengebrochen.
Problem war, dass linke Kräfte im Ruhrgebiet diesen Widerstand gegen den rechten
Putschversuch dazu nutzten, nun ihrerseits gewaltsam eigene Ziele zu verfolgen.
Hier griff nun die Reichswehr, die noch gegenüber dem Freikorps-Aufstand erklärt hatte:
"Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr!", mit aller Härte ein.
Wegen dieser Ungleichbehandlung linker und rechter Aufstände verlor die Regierung der
Weimarer Koalition stark an Unterstützung.
Wie nannte man von deutscher Seite die Besetzung des Ruhrgebiets 1923
durch Frankreich und Belgien?
Die Lösung heißt: Ruhrkampf
Als zu Beginn des Jahres 1923 eine kleine Menge an den vereinbarten Reparationslieferungen
fehlte, wollten Frankreich und Belgien ein Exempel statuieren und besetzten mit ihren
Truppen das Ruhrgebiet.
Sie stießen dort auf passiven Widerstand, der die Reichsregierung viel Geld kostete und aus
der schon hohen Inflation eine rapide Geldentwertung machte.
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Schließlich musste eine neue Reichsregierung unter Stresemann den Ruhrkampf abbrechen
und konnte dann neues Geld einführen.
Im Jahr darauf kam es im Dawes-Plan zu einer "Kommerzialisierung" des
Reparationsproblems, weil auch Frankreich eingesehen hatte, dass man mit Gewalt wenig
erreichen konnte.
Wer wurde 1923 Reichskanzler, brach den Ruhrkamp ab und führte eine
neue, stabile Währung ein?
Die Lösung heißt: Gustav Stresemann
Stresemanns historische Leistung beginnt sicher als Reichskanzler mit dem Abbruch des
Ruhrkampfs und der Einführung einer neuen, stabilen Währung, in die das Volk Vertrauen
setzte.
Viel mehr noch aber steht er hier für den Aufstieg der deutschen Politik nach 1918 zu erneuter
internationaler Anerkennung, die 1926 in der Aufnahme in den Völkerbund gipfelte.
Voraussetzung dafür war das Vertragswerk von Locarno (1925), in dem unter Leitung
Stresemanns Deutschland freiwillig auf die verlorenen Gebiete im Westen verzichtete. Im
Osten allerdings wurden nur Schiedsverträge abgeschlossen, in denen man auf eine
gewaltsame Änderung der Grenzen verzichtete.
Stresemanns früher Tod 1929 war ein schicksalhafter Schlag: Deutschland verlor den
einzigen überragenden Politiker - und gleichzeitig begann die besondere Herausforderung der
Weltwirtschaftskrise.
Wann war der Hitler-Ludendorff-Putsch in München (Monat und Jahr)?
Die Lösung heißt: 9.11.1923
Voraussetzung war die Existenz einer stark rechtslastigen bayerischen Landesregierung, die
sich bereits in einem Konflikt mit der Reichsregierung unter Gustav Stresemann befand.
Es gelang Hitler, in einem Überraschungscoup den "Generalstaatskommissar" Ritter von
Kahr, die Landesregierung, die Landespolizei und die Reichswehr in Bayern auf seine Seite
zu ziehen.
Ziel war es, ähnlich wie Mussolini 1922 in Italien zur Hauptstadt zu marschieren und dort die
Macht zu übernehmen.
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Die Allianz zwischen Hitler und seinen Zwangskumpanen hielt jedoch nicht lange an: Als er
an der Spitze seiner Putschisten zur Feldherrnhalle marschierte, wurde er gewaltsam
aufgehalten und schließlich festgenommen.
Zwar wurde im Anschluss daran die NSDAP verboten, Hitler nutzte aber den anschließenden
Hochverratsprozess geschickt für seine Propaganda.
Er wurde zwar am 1. April 1924 zu fünf Jahren „milder Festungshaft“ in Landsberg verurteilt,
aber verbunden damit war sogar eine Art Ehrenerklärung des Staatsanwalts, außerdem wurde
er bereits ein halbes Jahr später vorzeitig entlassen.
Folgenreich war noch, dass Hitler seine Haftzeit nutzte, um seine politischen Vorstellungen
zu systematisieren und zu einem Buch ("Mein Kampf") zu verarbeiten. (erschienen 1925,
Band 2: 1926).
Wie wurde die Reparationsregelung von 1924 genannt, die zu einem großen
Strom amerikanischer Kredite nach Deutschland führte?
Die Lösung heißt: Dawesplan
Im Ruhrkampf 1923 hatte sich gezeigt, dass das Reparationsproblem nicht im Konflikt und
durch Gewalt gelöst werden konnte. Im April 1924 legte nun ein Sachverständigenausschuss
unter der Leitung des amerikanischen Bankiers Dawes ein Gutachten vor. Danach sollte
Deutschland mit relativ geringen Jahreszahlungen beginnen, die dann bis 1928/29 auf 2,5
Milliarden Mark ansteigen sollten. Vorteil für Deutschland war, dass die nächsten
Reparationsbeträge wirklich zahlbar waren und keine neuen Gewaltaktionen wie im
Ruhrkampf bevorstanden, Nachteil war, dass keine Endsumme festgelegt worden war. Auf
jeden Fall ergab sich auf der Londoner Konferenz Juli/August 1924 eine gewisse
Entspannung zwischen Deutschland und den Siegermächten. Historiker haben von einer
Kommerzialisierung des Reparationsproblems gesprochen, das heißt: Es war jetzt nicht mehr
ausschließlich ein politisches und Machtproblem. Später zeigt sich dann, dass die Endsumme
für Deutschland zu hoch war, so dass eine erneute Regelung nötig wurde, der Young-Plan.
Wie hieß die Reparationsregelung, die 1929 den Dawes-Plan ablöste und
Zahlungen bis zum Jahre 1988 vorsah?
Die Lösung heißt: Young-Plan
Nach vier Jahren steigender Zahlungen aufgrund des Dawes-Plans war die volle Höhe
erreicht. Jetzt war es Zeit für eine neue und vor allem endgültige Regelung. Diese wurde unter
Vorsitz des Amerikaners Young erreicht. Bei jährlichen Zahlungen von etwa 2 Mrd. Mark
würde sich eine Gesamtdauer von 59 Jahren ergeben.
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In Deutschland war das Wasser auf die Mühlen der Rechten, die von einer "Versklavung noch
der Enkel" sprach.
Vor allem für Hitler war ein Volksbegehren gegen den Young-Plan ein willkommenes
Sprungbrett, auch wenn es schließlich wie viele andere Aktionen der direkten Demokratie
scheiterte.
Was die Reparationen anging, so führte die Weltwirtschaftskrise schnell dazu, dass 1931 ein
vorläufiger Stopp der Zahlungen erfolgte (Hoover-Moratorium). 1932 beschloss dann eine
Konferenz in Lausanne das endgültige Ende aller Reparationszahlungen - bei einer
einmaligen Abschlusssumme von 3 Milliarden für Deutschland.
Selbst diese wurde dann von Hitler nicht mehr bezahlt.
Durch welchen Vertrag gelang dem Deutschen Reich im Jahre 1922
erstmals der Ausbruch aus der internationalen Isolierung?
Die Lösung heißt: Rapallo-Vertrag
Geheimverhandlungen im Rahmen einer internationalen Konferenz führten zur gegenseitigen
Anerkennung von Deutschem Reich und Sowjetunion. Man verzichtete auf wechselseitige
Ansprüche und räumte sich maximale wirtschaftliche Vorteile ein.
Weitergehende Hoffnungen rechter Kreise, mit der Sowjetunion das ungeliebte Polen in die
Zange nehmen zu können, erfüllten sich nicht.
Dennoch führte der Vertrag zu ziemlichem Misstrauen im Westen - bis das Deutsche Reich
unter Außenminister Stresemann 1925 freiwillig die Westgrenze anerkannte und auch im
Osten auf Gewalt offiziell verzichtete.
In welchem Vertragswerk anerkannte das Deutsche Reich freiwillig die ihm
nach dem Ersten Weltkrieg aufgezwungene Westgrenze?
Die Lösung heißt: Locarno-Verträge
Die Locarno-Verträge waren der Höhepunkt einer Politik der Verständigung und des
friedlichen Ausgleichs. Dabei machte das Deutsche Reich immer einen Unterschied zwischen
dem endgültigen Verzicht auf Land im Westen und dem Nur-Verzicht auf Gewalt im Osten.
Mehr war wohl auch innenpolitisch zur damaligen Zeit nicht drin. Es reichte auch, um
Deutschland international wieder zu einem geachteten Mitglied der Völkergemeinschaft zu
machen.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 16 von 27
Wann wurde Deutschland in den Völkerbund aufgenommen?
Die Lösung heißt: 1926
Der Völkerbund war nach dem Fernbleiben der USA anfangs ein reines Siegerinstrument
gewesen. Umso wichtiger war es, dass Deutschland nach seiner Ausgleichs- und
Friedenspolitik von 1925 in diesen Kreis aufgenommen wurde. Es bekam sogar einen Sitz im
Völkerbundsrat.
Leider trat es schon Ende 1933 unter Hitler wieder aus dem Völkerbund aus und betrieb eine
einseitige Politik der Revision des Versailler Vertrags mit Hilfe vollendeter Tatsachen.
Wer wurde nach dem Tod Eberts im Februar 1925 neuer Reichspräsident?
Die Lösung heißt: Hindenburg
Es war schon ein Zeichen, wenn etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt nach der
Novemberrevolution ein exponierter Vertreter des alten Systems an die Spitze der neuen
Republik kam.
Dabei konnte Hindenburg erst im zweiten Wahlgang siegen, weil der Zentrumspolitiker Marx
nicht einmal von der bayerischen Schwesterpartei BVP unterstützt wurde und auch die
Kommunisten bei einem eigenen Kandidaten blieben.
Mit welchem Jahr begann, durch den Börsenkrach in New York, die
Weltwirtschaftskrise?
Die Lösung heißt: 1929
Die Jahre zwischen 1821 und 1829 waren in den USA durch einen beispiellosen industriellen
Aufschwung gekennzeichnet, während die Landwirtschaft eher eine Krise durchmachte.
Produziert wurden vor allem langlebige Konsumgüter, deren Kauf durch die neue Erfindung
der Ratenzahlung erleichtert wurde.
Am 29. Oktober 1929 kam es an der New Yorker Börse zum "Schwarzen Freitag".
Hintergrund war ein völlig überzogener Aktienmarkt: Immer neue Aktien wurden
ausgegeben, immer mehr auf Kredit gekauft.
Als es jetzt zu panikartigen Verkäufen kam, brach der gesamte Aktienmarkt zusammen.
Die Folge war ein erheblicher Rückgang auch der Industrieproduktion, es begann die "Great
Depression" mit Massenentlassungen. Erschwerend für die Menschen wirkte sich aus, dass
eine Sozialversicherung wie in Deutschland fehlte.
Erst die für die USA neuen Eingriffe des Staates in die Wirtschaft unter Präsident Roosevelt
(New Deal) führten langsam zu einem neuen Aufschwung.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 17 von 27
Wie nennt man die Regierungsform in Deutschland, die sich nach dem
Sturz der letzten parlamentarischen Regierung 1930 etablierte?
Die Lösung heißt: Präsidialkabinett
Als im Gefolge der auch nach Deutschland überschwappenden Weltwirtschaftskrise die
Arbeitslosenversicherung in Schwierigkeiten geriet, konnten sich die Parteien der Großen
Koalition unter Reichskanzler Hermann Müller nicht mehr einigen.
Nach dem Ende der Koalition setzte sich ein Konzept einer Regierung durch, die sich nur
noch auf das Vertrauen des Reichspräsidenten stützte, vom Reichstag allenfalls geduldet
wurde.
Solche Präsidialkabinette gab es in Deutschland zwischen 1930 und Anfang 1933. Hitler war
dann der erste Reichskanzler, der in den (nicht mehr ganz sauberen) Wahlen vom März 1933
eine parlamentarische Mehrheit erhielt.
Wie hieß der Reichskanzler, der von 1930 bis 1932 mit Notverordnungen
des Reichspräsidenten regierte?
Die Lösung heißt: Brüning
Brüning war ein alter Vertrauter des Reichspräsidenten Hindenburg aus gemeinsamen
Militärzeiten und von daher sicher das ideale erste Beispiel für die neue Form des
Präsidialkabinetts.
Den Folgen der Weltwirtschaftskrise wollte er mit eisernem Sparen begegnen, was die Krise
nur verschärfte. Die Idee des deficit spending von Keynes (d.h. der Staat gibt dann Geld aus,
wenn es der Wirtschaft schlecht geht und kurbelt sie damit an) war für Brüning kein Thema.
Er wollte durch die rigorose Sparpolitik auch gleichzeitig den Siegermächten des Ersten
Weltkrieges die begrenzte Leistungsfähigkeit Deutschlands zeigen und damit das Ende der
Reparationen erreichen.
Dies wurde auch 1931 (Hoover-Moratorium) und 1932 (Konferenz von Lausanne) erreicht,
aber da war Brüning schon vom Reichspräsidenten entlassen worden.
Brüning selbst sah sich deshalb als jemanden, der "100 Meter vor dem Ziel" gestürzt worden
war, dabei übersah er aber, dass er viel zu wenig Verständnis für die Millionen Arbeitslosen
hatte, die sich lieber einem Demagogen wie Hitler anvertrauten.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 18 von 27
Wie hieß der Inhaber eines großen Medienimperiums, der durch seine
Unterstützung der Rechten und Förderung Hitlers maßgeblich zum
Scheitern der Weimarer Republik beigetragen hat?
Die Lösung heißt: Hugenberg
Hugenberg war ein radikaler deutschnationaler, demokratiefeindlich eingestellter Politiker,
der im Oktober 1928 Chef der DNVP wurde. Er organisierte wesentlich das Volksbegehren
gegen den Young-Plan mit und verschaffte damit als Inhaber eines Presse-Imperiums Hitler
als "Trommler" eine Plattform.
Maßgeblich beteiligt war er auch 1931 an der sogenannten "Harburger Front", einem
Zusammenschluss aller rechten Kräfte in Deutschland.
Anfang 1933 war er mit dafür verantwortlich, dass Hitler Chef einer Koalitionsregierung aus
NSDAP und DNVP werden konnte. Ohne letztere hätte Hitler selbst in den Märzwahlen keine
Mehrheit gehabt.
Bei welcher Wahl stieg die Zahl der Reichstagssitze der NSDAP von 12 auf
107 (Monat und Jahr)?
Die Lösung heißt: September 1930
Als der Reichstag dem Sparprogramm des neuen Reichskanzlers Brüning nicht zustimmen
wollte, löste dieser mit Hilfe des Reichspräsidenten das Parlament auf. In den anschließenden
Neuwahlen vom September 1930 kam es zu einem erdrutschartigen Sieg der NSDAP: Die
Zahl ihrer Mandate stieg von 12 auf 107!!! Aber auch die KPD stieg von 54 auf 77 Sitze.
In der Folgezeit verhinderte die SPD durch eine Tolerierung des Kabinetts Brüning weitere
Neuwahlen. Dazu kam es dann erst im Juli 1932 mit einem erneuten Anstieg der NSDAP,
diesmal auf 230 Sitze.
Wie heißt das Bündnis der Rechten in Deutschland, das im Oktober 1931
unter maßgeblicher Beteiligung Hugenbergs gebildet wurde?
Die Lösung heißt: Harzburger Front
Dieser Zusammenschluss rechter Kräfte in Deutschland sorgte maßgeblich dafür, dass Hitler
in Deutschland salonfähig wurde. Ab jetzt wurde er auch aus der Industrie finanziell
unterstützt, wenn dies auch nicht seinen Erfolg bei den Menschen erklären kann.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 19 von 27
In welchem Jahr wurde Hindenburg als Reichspräsident wiedergewählt?
Die Lösung heißt: 1932
1932 lief die siebenjährige Amtszeit Hindenburgs ab.
Brüning war es eigentlich, der dafür sorgte, dass Hindenburg gegen Hitler wiedergewählt
wurde. Der Reichspräsident verzieh seinem Kanzler aber nicht, dass er - wie er sagte - "von
den falschen Leuten" wiedergewählt worden war. Seine politischen Freunde hatten nämlich
Hitler gewählt, während Hindenburg sich auf die Verteidiger der Demokratie stützen musste,
die in ihm das kleinere Übel sahen.
Bei der erstbesten Gelegenheit wurde Brüning dann auch entlassen und durch den politisch
sehr viel weniger gewichtigen von Papen ersetzt.
Außenpolitik der Weimarer Republik:
Mit welchem Vertrag überraschten das Deutsche Reich und die
Sowjetunion die Weltöffentlichkeit im Jahre 1922?
Die Lösung heißt: Vertrag von Rapallo
Deutschland war wie die Sowjetunion nach dem Ersten Weltkrieg und der Russischen
Revolution kein vollwertiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft. Da lag es nahe, dass
die beiden "Parias" der Weltgemeinschaft sich zusammenschlossen und zunächst
untereinander einen Interessenausgleich suchten.
Die Gelegenheit zu diesem Überraschungscoup bot eine internationale Wirtschaftskonferenz,
an der beide beteiligt waren.
Inhalt des Abkommens war die gegenseitige Anerkennung, der Verzicht auf wechselseitige
Ansprüche und die Gewährung der sogenannten Meistbegünstigung. Damit ist gemeint, dass
ein solcher Staat ebenfalls die günstigsten wirtschaftlichen Bedingungen bekommt, die der
andere Staat überhaupt vergibt.
Weitergehende Hoffnungen vor allem rechter Kreise in Deutschland richteten sich darauf, die
Sowjetunion zu benutzen, um das ungeliebte Polen unter Druck zu setzen. Zu mehr als einer
Verärgerung der Westmächte und einer gewissen militärischen Zusammenarbeit zwischen
Reichswehr und Roter Armee kam es aber nicht.
Dennoch wurde der Vertrag von Rapallo nach dem Eintritt in den Völkerbund 1926 im
Berliner Vertrag noch einmal bekräftigt.
Bis heute steht Rapallo für eine enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und
Russland/Sowjetunion, die von den Westmächten gefürchtet wird.
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In welchem Jahr wurde das große Vertragswerk von Locarno
abgeschlossen?
Die Lösung heißt: 1925
Auf Anregung Stresemanns kam es zu einer großen Konferenz, in deren Verlauf Deutschland
die Westgrenze anerkannte und damit endgültig und freiwillig auf Elsass-Lothringen
verzichtete.
Für die Ostgrenze galt ein geringerer Status: Hier wurden nur Schiedsverträge abgeschlossen,
Gewalt, aber nicht friedliche Veränderung (etwa unter wirtschaftlichem Druck!) waren damit
ausgeschlossen.
Das Vertragswerk von Locarno stellt den Höhepunkt der Entspannung zwischen Deutschland
und Frankreich zwischen den Weltkriegen dar und war die Voraussetzung für den deutschen
Eintritt in den ursprünglichen Siegerclub "Völkerbund" 1926.
Internationale Politik ab 1933:
Mit welchem Land schloss Hitler Anfang 1934 überraschend einen
Nichtangriffspakt?
Die Lösung heißt: Polen
Überraschend war das insofern, als Polen während der gesamten Zeit nach dem Ersten
Weltkrieg ein Hauptgegner gewesen war, dessen Grenzen man nicht anerkennen wollte. Polen
war außerdem eher ein Verbündeter Frankreichs und spielte sogar bei Hitlers Machtantritt mit
dem Gedanken eines Präventivkriegs. Wenn Hitler nun mit diesem Polen einen
Nichtangriffspakt abschloss, dann vor allem, um international die Friedlichkeit seiner Politik
zu betonen und für die Zeit der Aufrüstung Ruhe an dieser Grenze zu haben.
Außerdem war für Hitler zu dieser Zeit noch gar nicht klar, ob Polen nicht bei der geplanten
Eroberung von Lebensraum im Osten ein Partner sein konnte. Schließlich hatte es Anfang der
20er Jahre selbst noch einen Krieg gegen die Sowjetunion geführt.
In welchem Jahr verkündete Deutschland unter Verletzung des Versailler
Vertrags die allgemeine Wehrpflicht?
Die Lösung heißt: 1935
Im Januar 1935 stimmten die Saarländer fristgerecht darüber ab, ob sie 15 Jahre nach
Inkrafttreten des Versailler Vertrages zu Deutschland gehören wollten oder nicht.
Das sehr positive Votum ermutigte Hitler zwei Monate später, die allgemeine Wehrpflicht zu
verkünden und auch den Aufbau einer Luftwaffe ankündigen zu lassen.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 21 von 27
Das waren offenkundige Verstöße gegen den Versailler Vertrag, die aber im Rahmen der sich
ankündigenden Appeasementpolitik vor allem Englands hingenommen wurden. Es gab zwar
anschließend in Stresa eine Konferenz der Großmächte, die aber weithin ergebnislos verlief,
ja durch England schon kurz danach konterkariert wurde.
Welches deutsch-englische Abkommen war im Sommer 1935 ein erstes
deutliches Zeichen für Appeasementpolitik?
Die Lösung heißt: Flottenabkommen
Nachdem es noch kurz zuvor an der Stresa-Konferenz zur Eindämmung deutscher
Revisionspolitik gegen Versailles teilgenommen hatte, schloss England ein zweiseitige
Flottenabkommen mit Deutschland, das nichts mehr mit den Beschränkungen des Versailler
Vertrags zu tun hatte. Deutschland wurden 35% der englischen Seerüstung zugestanden - und
sogar 100% der U-Boote. Als hätte man aus dem Ersten Weltkrieg nichts gelernt.
Welches Land wurde 1935 vom faschistischen Italien überfallen?
Die Lösung heißt: Abessinien
Der italienische Diktatur Mussolini war entschlossen, für Italien ein großes ostafrikanisches
Kolonialreich zu gewinnen, das die bereits bestehenden Kolonien Eritrea und Somalia
verbinden würde.
Dementsprechend wurde am 5. Oktober 1935 eine große Offensive gegen das christliche
Kaiserreich Äthiopien gestartet. Der Völkerbund konnte das nicht verhindern, er verhängte
aber Wirtschaftssanktionen, die Mussolini mit Hilfe Deutschlands unterlaufen konnte.
Nachdem die Italiener nicht nur ihre überlegene Artillerie, sondern auch das eigentlich
verbotene Giftgas eingesetzt hatten, unterlag Äthiopien. Der äthiopische Kaiser Haile Selassie
ging ins Exil.
Die deutsche Unterstützung in der Äthiopienfrage war neben dem späteren gemeinsamen
Kampf im spanischen Bürgerkrieg ein wesentlicher Schritt in die Richtung einer
gemeinsamen Waffenbrüderschaft, die Mussolini und seinem Regime am Ende zum
Verhängnis wurde.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 22 von 27
In welches Gebiet marschierten deutsche Streitkräfte entgegen dem
Versailler Vertrag im März 1936 ein?
Die Lösung heißt: Rheinland
Ein Jahr nach der ersten offenkundigen Verletzung des Versailler Vertrags ging Hitler einen
gefährlichen Schritt weiter. Er ließ nämlich Truppen in das seit dem Versailler Vertrag
entmilitarisierte Rheinland einmarschieren. Dabei ging er volles Risiko, weil seine Truppen
zu dem Zeitpunkt noch sehr schwach waren. Aber Frankreich und England protestierten nur,
ohne wirklich etwas zu unternehmen. Damit vergaben sie eine große Chance, Hitler
rechtzeitig zu stoppen.
Wie heißt der spanische General, der durch seinen Putsch gegen die
republikanische Regierung im Jahre 1936 Spanien in einen Bürgerkrieg
stürzte?
Die Lösung heißt: Franco
Im Jahre 1936 war Spanien eine Republik mit einer linksgerichteten Regierung. Konservative
Teile des Militärs putschten am 17./18. Juli 1936 in Spanisch-Marokko unter Führung
General Francos.
Bereits von Anfang an war Deutschland in diesen Krieg involviert, weil nur mit deutschen
Flugzeugen der Transport der Aufständischen auf das spanische Festland möglich war.
In kurzer Zeit hatte der Aufstand den Südwesten, den Norden außer dem Baskenland und den
Nordwesten Spaniens erfasst.
Franco wurde als Regierungschef schon im November 1936 von Hitler und Mussolini
anerkannt und weiterhin massiv unterstützt. Da die republikanische Regierung nur von der
Sowjetunion und Freiwilligen, den Internationalen Brigaden, unterstützt wurde, konnte
Franco mit seinen Truppen am 28. März 1939 Madrid einnehmen und kurz darauf den
Bürgerkrieg für beendet erklären.
Anschließend wurde ein autoritäres System errichtet, das sich bis zum Tode Francos im Jahre
1975 halten konnte. Anschließend konnte sich Spanien unter dem zurückgekehrten König
Juan Carlos wieder langsam zu einer Demokratie entwickeln.
Traurige Berühmtheit erlangte der Spanische Bürgerkrieg nicht nur ganz allgemein wegen der
massiven Intervention der faschistischen Diktatoren, sondern auch wegen des
Bombardements der Stadt Guernica durch die deutsche "Legion Condor".
Nicht vergessen werden sollte, dass die Niederlage der Republikaner auch damit
zusammenhing, dass stalintreue Kommunisten teilweise mehr gegen andere Linke, die
Anarchisten, kämpften als gegen Francos Truppen.
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SCHOOL-SCOUT  Abiturfragen Grundwissen für das Fach Geschichte - Teil 4Seite 23 von 27
Wie heißt die berühmte Quelle aus dem Jahre 1937, in der Hitler auf eine
direkte Expansionspolitik umschaltet?
Die Lösung heißt: Hoßbach-Protokoll
Nachdem Hitler in den Jahren 1935 und 1936 wesentliche Bestimmungen des Versailler
Vertrags einseitig außer Kraft gesetzt hatte, war das Jahr 1937 äußerlich ruhig. Im Inneren
aber wurden bereits die Ereignisse der Jahre 1938/39 vorbereitet.
Durch das Protokoll einer Besprechung Hitlers mit engen Mitarbeitern vom November 1937
weiß man ziemlich genau, in welchem Ausmaß Hitler eine aggressive und expansive
Außenpolitik plante.
Welchen außenpolitischen Erfolg errang Hitler im März 1938?
Die Lösung heißt: Anschluss Österreichs
Nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich der alleingelassene und isolierte deutsche Teil
Österreich-Ungarns nicht mit dem Deutschen Reich vereinigen dürfen. Nicht einmal eine
Zollunion war 1931 erlaubt worden.
Im Juli 1934 hatte ein nationalsozialistischer Putsch zwar zur Ermordung des österreichischen
Bundeskanzlers Dollfuß geführt, war im übrigen aber gescheitert. Dies lag nicht zuletzt daran,
dass Mussolini zu diesem Zeitpunkt noch gegen Vereinigungspläne war und sogar Truppen
am Brenner aufmarschieren ließ.
Nach der Annäherung zwischen Italien und Deutschland gab es keine Unterstützung
Österreichs durch seinen südlichen Nachbarn mehr. Hitler konnte im März die österreichische
Regierung so massiv unter Druck setzen, dass schließlich deutsche Truppen einmarschieren
konnten. Hitler wurde in Wien sogar begeistert begrüßt und konnte dort den Anschluss
Österreichs und die Heimkehr seiner Heimat in das "Großdeutsche Reich" verkündigen
verkünden.
Um welche Gebiete ging es hauptsächlich im September 1938 auf der
Münchener Konferenz?
Die Lösung heißt: Sudetendeutsche Gebiete
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Am Ende des Ersten Weltkrieges war der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zerschlagen
worden. Dabei waren die Deutschen in den deutsch-böhmischen Grenzgebieten dem neuen
Staat Tschechoslowakei zugeschlagen und dort nicht immer gut behandelt worden.
Hitler nutzte das ab 1938 zunehmend aus, sorgte für eine Verschärfung der Konflikte und
konnte schließlich kurz vor Ausbruch eines Krieges in München auf einer Konferenz den
Anschluss dieser Gebiete an Deutschland durchsetzen. An diesem Höhepunkt der
Appeasementpolitik waren nur England, Frankreich, Italien und Deutschland beteiligt - die
Tschechen bekamen das Ergebnis diktiert.
Welche Aktion Hitlers vom März 1939 führte zum Ende der AppeasementPolitik der Westmächte (Nazi-Terminologie)?
Die Lösung heißt: Zerschlagung der Rest-Tschechei
Hitler hatte auf der Münchener Konferenz hoch und heilig versprochen, dass er keine
weiteren Ansprüche stelle. Aber schon wenige Monate später erzwang er unter Androhung
einer Bombardierung Prags vom tschechischen Präsidenten Hacha die Übergabe des
tschechischen Landesteils als deutsches Protektorat. Vorher hatte sich schon die Slowakei für
unabhängig erklärt.
Dieser eindeutige Verstoß gegen ein von Hitler feierlich unterzeichnetes Abkommen war das
Ende der Appeasement-Politik. Nur kurze Zeit später gab die englische Regierung Polen eine
Garantie für die Unverletzlichkeit seiner Grenzen, was konsequent zum Zweiten Weltkrieg
führte, als Hitler seine Wehrmacht am 1.9.1939 in Polen einmarschieren ließ.
Welchen überraschenden diplomatischen Erfolg erreichte die deutsche
Außenpolitik im August 1939?
Die Lösung heißt: Hitler-Stalin-Pakt
Einer der größten Coups gelang Hitler wenige Tage vor dem Einmarsch in Polen - wider alle
Erwartungen schloss er einen Nichtangriffspakt mit seinem ideologischen Hauptfeind
Sowjetunion.
Hintergrund war, dass er als Diktator Stalin in einem geheimen Zusatzprotokoll die größeren
Zugeständnisse in Osteuropa machen konnte - weil er wie in anderen Fällen auch sowieso
nicht daran dachte, dieses Abkommen auf Dauer einzuhalten.
Damit war Hitler die Sorge vor einem großen Zweifrontenkrieg genommen, als er kurze Zeit
später in Polen einmarschieren ließ. Für die Kommunisten in den verschiedenen europäischen
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Ländern war das Abkommen ein großer Schock, bis zum deutschen Angriff auf die
Sowjetunion waren sie gezwungen, auf eine Bekämpfung Hitlers zu verzichten. Dazu kam,
dass Hitler bis 1941 massiv von Stalin mit Warenlieferungen unterstützt wurde.
Nationalsozialismus:
Welches Ereignis der Nacht vom 27. auf den 28.2.1933 erleichterte Hitler
den Ausbau seiner Macht?
Die Lösung heißt: Reichstagsbrand
Als Hitler am 30.1.1933 an die Macht kam, war er nur Chef eines Minderheitskabinetts.
Möglichkeiten einer Mehrheitsbildung mit dem Zentrum verfolgte er nicht weiter, er setzte
voll auf eine eigene Mehrheit in den Reichstagswahlen Anfang März.
Sehr zustatten kam ihm, dass in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar das
Reichstagsgebäude in Brand gesteckt worden war. Bis heute wird darüber gestritten, ob der
am Tatort verhaftete Marinus van der Lubbe als Einzeltäter die Tat begangen hat oder ob
eventuell die Nazis selbst dahintersteckten. Viel wichtiger ist aber die Entschlossenheit und
Geschicklichkeit, mit der Hitler diesen Reichstagsbrand ausnutzte.
Wesentlich war dabei eine Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat, die willkürliche
Verhaftungen und Verbote von Presseorganen u.ä. ermöglichte. Der anschließende Teil des
Wahlkampfs kann daher nicht mehr als wirklich fair und demokratisch bezeichnet werden.
Dennoch gewann Hitlers Partei nur knapp 44% Stimmen und war auf die DNVP mit 8% als
Koalitionspartner angewiesen.
Die Reichstagsbrandverordnung stellte bis zum Ende des Dritten Reiches die entscheidende
rechtliche Basis dar für den NS-Terrorstaat - soweit überhaupt im herkömmlichen Sinne von
Recht gesprochen werden kann.
Wie nennt man das Gesetz vom 23. März 1933, mit dem sich Hitler eine
rechtliche Grundlage für seine Alleinherrschaft verschaffte?
Die Lösung heißt: Ermächtigungsgesetz
Da Hitler in den Wahlen vom März 1933 trotz für ihn sehr günstiger Bedingungen keine
absolute Mehrheit für seine Partei bekommen hatte, suchte er nach einer neuen Möglichkeit:
Zu diesem Zweck brachte er ein sogenanntes Ermächtigungsgesetz ein, das der Regierung die
Möglichkeit gab, selbst auch Gesetze zu erlassen. Damit war die klassische Gewaltenteilung
aufgehoben. Dennoch stimmte der Reichstag dem Gesetz zu, weil die meisten keine andere
Möglichkeit mehr sahen. Außerdem hatte es auch schon früher in der Weimarer Republik
Ermächtigungsgesetze gegeben, aber nie mit dieser Reichweite.
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Das Ermächtigungsgesetz stellt neben der Reichstagsbrandverordnung die entscheidende
rechtliche Grundlage für Hitlers Macht dar, auch wenn er es selbst bald übertrat.
Befristet war es auf vier Jahre, es wurde dann sehr einfach noch einmal für vier Jahre
verlängert und dann 1941 auf unbestimmte Zeit.
Wie wurde die Zerschlagung der SA zugunsten der Wehrmacht Ende Juni
1934 verschleiernd genannt?
Die Lösung heißt: Röhmputsch
Nach der Machtergreifung wurde die SA als alte Bürgerkriegstruppe Hitler zunehmend
lästiger. Dazu gehörte, dass die alten Kämpfer mehr Veränderung wollten, vor allem auch
Belohnung für ihre Leiden während der "Kampfzeit". Hitler aber wollte für eine
Übergangszeit die alten Mächte und ihr Know How nutzen, vor allem setzte er auch voll auf
die Reichswehr als Wehrmacht der Aufrüstung. Als die Spannungen immer größer wurden,
hörte Hitler schließlich auf wichtige Mitstreiter wie Göring und Goebbels, die ihm eine
angebliche Putschgefahr einredeten und ließ Ende Juni 1934 zuschlagen. Der Führer der SA,
Ernst Röhm, viele seiner engen Mitstreiter, aber auch ganz unbeteiligte Leute, mit denen
Rechnungen zu begleichen waren oder die einfach verwechselt wurden, wurden ermordet.
Hitler ließ diese Mordtaten anschließend als angebliche Staatsnotwehr für rechtens erklären.
8
Welchen Titel nahm Hitler nach dem Tode Hindenburgs am 2.8.1934 an?
Die Lösung heißt: Führer und Reichskanzler
Nach dem Tod des Reichspräsidenten von Hindenburg machte Hitler sich zum "Führer und
Reichskanzler". Damit übernahm er im direkten Verstoß gegen das von ihm selbst
eingebrachte Ermächtigungsgesetz die Befugnisse des Reichspräsidenten, ohne den Titel
anzunehmen. Gleichzeitig ließ er die Reichswehr einen persönlichen Treueid auf sich
schwören, was viele Soldaten zusätzlich bewog, ihm bis zum Ende des II. Weltkrieges die
Treue zu halten.
Mit diesem Treueid bedankte sich die Reichswehr gewissermaßen für Hitlers eindeutige
Entscheidung zu ihren Gunsten gegen die SA (siehe Röhmputsch).
Mit dem August 1934 war Hitlers Machtergreifung insofern endgültig abgeschlossen, als er
die gesamte Staatsgewalt unter seiner Kontrolle hatte, es galt jetzt nur noch, diese Macht zu
erhalten.
In welchem Jahr wurde in den Nürnberger Gesetzen die Entrechtung der
Juden festgeschrieben?
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Die Nürnberger Gesetze stehen hier für die zunehmende Benachteiligung, Ausgrenzung und
schließlich Verfolgung der Juden in Deutschland, seitdem Adolf Hitler an die Macht
gekommen war. Hintergrund waren pseudowissenschaftliche Theorien, die die Juden zum
Sündenbock für die politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Weimarer Republik
machen. Bereits kurz nach der Machtergreifung hatte es im April 1933 einen Boykott
jüdischer Geschäfte gegeben, auf den die Bevölkerung aber noch sehr reserviert reagierte.
Einen weiteren wichtigen Schritt, vor allem auch im juristischen Sinne, markierten die
Nürnberger Gesetze vom September 1935: Juden hatten jetzt kein Wahlrecht mehr und
durften auch keine öffentlichen Ämter mehr begleiten und ihnen waren Eheschließung mit
Nichtjuden verboten. Außereheliche Beziehungen wurden mit Strafe bedroht. Alle Deutschen
mussten einem sogenannten Arier-Nachweis erbringen, d.h. in ihrem Stammbaum durften
sich keine Juden befinden.
1936 wurden jüdische Kinder von deutschen Schulen verwiesen. Ein weiterer Höhepunkt der
Judenverfolgung wurde dann im November 1938 erreicht, wo von Nationalsozialisten
gewaltsame Ausschreitungen gegen Juden in ganz Deutschland organisiert wurden.
Wann kam es in der sogenannten Reichskristallnacht zu einem Höhepunkt
der Judenverfolgung vor dem Zweiten Weltkrieg (Monat und Jahr)?
Die Lösung heißt: November 1938
Was von den Nazis beschönigend "Reichskristallnacht" genannt wurde, war in Wirklichkeit
ein klassischer Pogrom. Darunter versteht man eine staatlich gelenkte Verfolgung einer
Bevölkerungsgruppe, meist waren schon im alten Russland von solchen Aktionen Juden
betroffen.
In ganz Deutschland brannten im November 1938 Synagogen, wurden Juden misshandelt und
verschleppt.
Anlas war ein Attentat in Paris, bei dem ein junger Jude, empört über die Behandlung seiner
Eltern, einen deutschen Botschaftsangehörigen niedergeschossen hatte.
Nur als Verhöhnung der Opfer der "Reichspogromnacht" kann man es empfinden, wenn
anschließend die deutschen Juden nicht nur ihre Versicherungen nicht ausbezahlt bekamen,
sondern auch noch eine Milliarde Reichsmark als "Wiedergutmachung" bezahlen mussten. Zu
der Verletzung von Menschenrechten kam noch die systematische Ausplünderung.
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