Wer etwas haben will, muss auch etwas geben

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KOMMUNIKATION IN THÜRINGEN
WER ETWAS HABEN WILL,
MUSS AUCH ETWAS GEBEN
Volkswirtschaft/Research
Juni 2014
KO MMUNI KATI ON IN T HÜ RI NG EN – W ER ETW AS HABEN W IL L, MUSS AUC H ETW AS G EBEN
Herausgeber:
Helaba
Landesbank Hessen-Thüringen
Volkswirtschaft/Research
Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Leitung Research
Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos
MAIN TOWER
Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/91 32-20 24, Telefax: 0 69/91 32-22 44
Titelfotos:
Luther-Stube (Wartburg, Eisenach),
Luther-Bibel, gedruckt von Hans Lufft 1534 (Lutherhaus Wittenberg)
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich
unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für
deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen
können. Sämtliche in dieser Publikation
getroffenen Angaben dienen der Information.
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Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden
werden.
2014 · © HELABA
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KO MMUNI KATI ON IN T HÜ RI NG EN – W ER ETW AS HABEN W IL L, MUSS AUC H ETW AS G EBEN
Editorial
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
im Zeitalter der „digital natives“ kann man sich kaum noch vorstellen, dass vor ein paar hundert
Jahren ein Buch als das neue Kommunikationsmedium die Welt veränderte. Doch genau dies
geschah, als 1522 zuerst das Neue Testament, dann Teile des Alten und schließlich 1534 die
gesamte Bibel in deutscher Sprache gedruckt wurde. Martin Luther war es zu verdanken, dass
biblische Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Dies war kein Selbstzweck, denn er wollte etwas bewegen. So lässt sich seine Aussage „Wer etwas haben will, muss
auch etwas geben“ interpretieren.
Luther war damit Vorreiter einer zielgruppenorientierten Kommunikation. Auch heutzutage ist es
wichtig, dass Informationen so dargereicht werden, dass der „Sender“ seinen gewünschten „Empfänger“ erreicht. Bei Unternehmen kommt es also darauf an, sich Gedanken darüber zu machen,
welche Wünsche und Bedürfnisse Kunden sowie Mitarbeiter haben und inwieweit diese zu den
Produkten und den Produktionsprozessen passen.
Auch in anderer Hinsicht besitzt Luther Vorbildfunktion. So bediente er sich mit dem gedruckten
Buch eines noch neuen Mediums, das die Kommunikation und die Verbreitung von Wissen anregte. Heute eröffnen sich durch das Internet neue Kommunikationswege, die von allen gesellschaftlichen Gruppen auch in Thüringen genutzt werden. Dabei stehen die Thüringer Unternehmen bei
der Verwendung des Internets der gesamtdeutschen Entwicklung nicht nach. Verbessert werden
müsste allerdings das eigene Auftreten im Web. Hier hat Thüringen noch Nachholbedarf, denn
über eine eigene Firmen-Homepage verfügen nur knapp 40 % der Unternehmen mit Internetzugang, während der Bundesdurchschnitt 66 % beträgt.
Das Wie ist bei der Kommunikation in allen Medien wichtig. Es reichte auch damals nicht, ein
Kommunikationsmittel zu besitzen, man musste es zu nutzen wissen. So war es Luthers bildhafte
und verständliche Ausdrucksweise, die die Leser ansprach und für den großen Erfolg sorgte. Er
scheute auch nicht vor kernigen Ausdrücken zurück. Viele seiner Redewendungen sind noch heute im Sprachgebrauch zu finden. Für die Kommunikation und für das heutige Zeitalter der Informationsflut hat er es auf den Punkt gebracht: „Tritt fest auf, mach's Maul auf, hör bald auf“.
Ihre
Dr. Gertrud R. Traud
Chefvolkswirtin/Leitung Research
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Inhalt
1
Unternehmenskommunikation im Wandel ..............................................................................7
1.1 Werbewirtschaft in der DDR stark eingeschränkt ................................................................7
1.2 Produkte und Märkte entstehen neu....................................................................................8
1.3 Exkurs: Veränderung der Geschäftstätigkeit bei Sparkassen ..............................................9
1.4 Werbung „Made in Thuringia“ ............................................................................................ 10
2
Werbewirtschaft: Einflussgrößen im Plus? ..........................................................................12
2.1 Konjunktur im Aufwind .......................................................................................................12
2.2 Deutsche Werbewirtschaft 2014 positiv gestimmt ............................................................. 14
2.3 Unternehmensgründungen lassen nach ............................................................................15
2.4 Unternehmensbestand: Weniger ist mehr .........................................................................17
3
Megatrends erfordern differenzierte Unternehmenskommunikation .................................18
3.1 Ältere und internationalere Gesellschaft im Kommen ........................................................ 18
3.2 Optimierung durch neue Medien ....................................................................................... 18
3.3 Clusterbildung aktiv betreiben und kommunizieren ........................................................... 20
Redaktionsschluss: 04. Juni 2014
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Zusammenfassung
Autorin:
Barbara Bahadori
Helaba
Telefon 0 69/91 32-24 46
[email protected]
Werbung „Made in Thuringia“
In einem sich ständig ändernden Umfeld wie im Thüringen der letzten 25 Jahre ist die Werbebranche besonders gefragt. In Thüringen arbeiten rund 1.150 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Bereich Werbung und Marktforschung. Er zählt mit einem Beschäftigtenanteil von
0,2 % zu den eher kleinen Wirtschaftszweigen. Dabei blieb die Zahl der Beschäftigten in der
Werbebranche in den vergangenen sieben Jahren weitgehend konstant, war aber zuvor höher.
Dies ist keine Thüringen-spezifische Entwicklung, sondern entspricht in etwa dem gesamtdeutschen Trend. Werbung und Marktforschung ist eine Branche in Thüringen, in der der Frauenanteil an den Beschäftigten bei fast 60 % liegt und damit um 10 Prozentpunkte höher ist als im
Durchschnitt aller Branchen.
Hauptstandort der Werbebranche in Thüringen ist Erfurt. Hier waren zuletzt gut 300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig. Interessant ist zudem, dass ein gewisser Konzentrationsprozess auf die Landeshauptstadt eingesetzt hat. Arbeiteten 2008 rund 20 % der Werbetreibenden Thüringens in Erfurt, so sind es inzwischen 27 %. An den weiteren Standorten Weimar,
Gera, Jena, Eichsfeld und Schmalkalden-Meiningen sind jeweils zwischen 70 und 90 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Werbung tätig.
Werbewirtschaft: Einflussgrößen im Plus?
Die zunehmende Investitionsdynamik und die insgesamt höhere Binnennachfrage erzeugen
einen konjunkturellen Aufwind, der 2014 ein BIP-Wachstum von 2 % in Deutschland ermöglichen sollte, das in Thüringen ähnlich hoch ausfallen dürfte.
Auch die deutsche Werbewirtschaft sieht eine Aufhellung der Konjunktur und erwartet laut Verbandsangaben ein Wachstum der Werbeinvestitionen von rund 2 %. Dies kann allerdings nicht
darüber hinwegtäuschen, dass die Nettowerbeeinnahmen insgesamt noch um rund 10 % unter
dem Vorkrisenniveau von 2008 liegen. Als im Rahmen der Wirtschaftskrise 2009 die Werbeetats überdacht werden mussten, wurde nach der Vollbremsung nicht wieder auf das vorherige
„Ausgabentempo“ beschleunigt. Ursache ist das stark veränderte Mediennutzungsverhalten
durch das Internet.
Die Unternehmensgründungen als wichtige Einflussgröße für die Werbewirtschaft in Thüringen
stagnierten in den letzten Jahren auf einem relativ niedrigen Niveau. Auch der Unternehmensbestand ging leicht zurück. Allerdings waren davon meist kleinere Firmen betroffen. Die Größeren expandierten dagegen, was für die Thüringer Werbebranche ein gutes Signal ist.
Megatrends erfordern differenzierte Unternehmenskommunikation
Die „aging society“ muss Eingang in die Planungen für Mitarbeiter, Produkte, Kunden und nicht
zuletzt die Unternehmenskommunikation finden, zumal dieser Trend in vielen europäischen
Ländern auftritt. Thüringen wird durch die Zuwanderung infolge des Fachkräftemangels internationaler. Dies ist wiederum ein neuer Aspekt für die Unternehmenskommunikation, die sich
zwar mit der steigenden Exporttätigkeit an den globalen Märkten ausgerichtet hat, aber hinsichtlich Käufer und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund noch ausbaufähig ist.
Die Telekommunikation in Kombination mit der Digitalisierung von Informationen wird weitere
Produkt- und Prozessinnovationen hervorbringen. Die Unternehmenskommunikation ist aufgefordert, Mitarbeiter und Kunden über die Neuerungen so zu informieren, dass sie „mitgenommen“ werden. Nur breite Akzeptanz kann diese Systeme zum wirtschaftlichen Erfolg führen.
Insgesamt haben sich in Thüringen die Cluster eng mit den Megatrends verbunden. Diesen
Weg gilt es weiter zu verfolgen. Denn nur so kann Marketing für Thüringen und seine Unternehmen getreu Luthers Ausspruch erfolgreich sein: „Wer etwas haben will, muss auch etwas
geben.“
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Unternehmenskommunikation im Wandel
1.1 Werbewirtschaft in der DDR stark eingeschränkt
Werbung als Teil
der Unternehmenskommunikation
Werbung ist Kommunikation der Unternehmen mit potenziellen Käufern und dient grundsätzlich
verschiedenen Zwecken: Sie soll den Bekanntheitsgrad erhöhen oder erhalten, über Vorteile der
Produkte informieren und ein Image etablieren. Letztendlich soll dadurch der Absatz gesteigert
werden und sich der Hersteller in einer Marktwirtschaft gegenüber Konkurrenten behaupten können. In einer sozialistischen Planwirtschaft mit einer klar definierten Produktpalette und festgelegten Produktionsmengen wie in der DDR bestand eigentlich keine Notwendigkeit für Werbung. Im
Gegenteil: Sie stellte eine Verschwendung wertvoller Ressourcen dar, da sie den Wert einer Ware
nicht steigerte und nur Kosten verursachte.
Zielsetzungen von Werbung
Bekanntheitsgrad
erhöhen
über
Vorteile
informieren
Image
etablieren
Steigerung des Absatzes und
gegenüber Konkurrenten behaupten
Quellen: Helaba Volkswirtschaft/Research
Dennoch wurde in den fünfziger und sechziger Jahren Werbung für Produkte und Dienstleistungen
in der DDR betrieben: Aufgrund der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Versorgungslage war
nämlich ein Politikwechsel erfolgt, der auch die Produktion von Konsumgütern als wichtiges Ziel
der Planwirtschaft festlegte. Dies stellte ein gewisses Anerkenntnis der sonst verpönten Konsumgesellschaft westlicher Prägung dar. Allerdings glaubte man auf einem anderen Weg die materiellen Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen zu können, wie der Slogan „Überholen ohne einzuholen“ zeigt. Der Werbung kam die Aufgabe zu, zumindest über Produktneuheiten zu informieren.
Produktwerbung in der
DDR Mitte der 70er Jahre
eingestellt
In den siebziger Jahren ließ sich nicht mehr verbergen, dass das angestrebte Ziel nicht erreicht
werden konnte. Die staatliche Lenkung der Wirtschaft führte nicht zu den gewünschten Erträgen,
die die Basis für Investitionen bilden. Somit blieben die Einführung neuer Herstellungsmethoden
und die Modernisierung des Produktangebots weit hinter den Erwartungen zurück. In der Folge
führten Produktionsengpässe zu aberwitzigen Wartezeiten, zum Teil zu horrenden Preisen und zu
Qualitätseinbußen. In diesem Umfeld gestaltete sich Werbung in jeder Hinsicht schwierig. Zunächst reagierte die DDR-Führung mit der Vorgabe, nur Werbung für auch kurzfristig verfügbare
Waren zu erlauben. Mitte der siebziger Jahre wurde dann Werbung für Produkte innerhalb der
DDR ganz eingestellt. Nur die Gestaltung von Schaufenstern und Geschäftsräumen sowie die
Beschriftung von Fahrzeugen und Geschäften waren zugelassen. Auf Messen und im Ausland war
allerdings Werbung möglich.
Damit blieb nur noch ein Betätigungsfeld für die Werbung übrig, das auch bisher schon sehr wichtig war: Mit Gesundheitserziehung, Materialökonomie, Kulturpolitik und Produktionspropaganda
sollten die sozialistischen Werte beworben werden, die eine Abkehr von der konsumorientieren
westlichen Gesellschaft darstellten: „Politisch visuelle Werbung war das A und O (...). Wo in der
westdeutschen Republik mannshohe Coca-Cola-Reklame eine Giebelwand zierte, hing im sozialistischen deutschen Staat mit Sicherheit ein rot-weißes Transparent, welches beispielsweise die
‚unverbrüchliche Freundschaft zur brüderlichen Sowjetunion‘ weithin proklamierte oder die Steige-
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rung der Arbeitsproduktivität der Betriebskollektive anregte.“ Mit dem Ende der DDR existierte in
Thüringen also keine nennenswerte Werbebranche für Produkte und Dienstleistungen.
1.2 Produkte und Märkte entstehen neu
Die Wiedervereinigung 1990 führte zu großen persönlichen, gesellschaftspolitischen und ökonomischen Veränderungen. Die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft bedingte eine Überprüfung der
gesamten bisherigen Waren- und Dienstleistungspalette. Viele ostdeutsche Unternehmen und
Produkte waren nicht mehr wettbewerbsfähig, andere Güter und Dienste gab es gar nicht. Der
wirtschaftliche Output pro Kopf lag in Thüringen bei einem Drittel und in Ostdeutschland bei 38 %
des gesamtdeutschen Wertes.
In der Folge wurden Staatsbetriebe privatisiert und Unternehmen neu gegründet. Dabei vollzog
sich die Ansiedlung der Branchen meist nicht zufällig, sondern gerade im Industriesektor wurden
vorhandene Standorte genutzt. So waren entsprechend gut ausgebildete Arbeitskräfte vor Ort, die
nach Weiterbildungsmaßnahmen und mit ihrer zum Teil langen Berufserfahrung den Unternehmen
zur Verfügung standen. Dies trug in erheblichem Maße zur schnellen wirtschaftlichen Entwicklung
im Verarbeitenden Gewerbe bei. Die industrielle Bruttowertschöpfung pro Einwohner war in Thüringen 1991 mit nur 18 % gestartet und erreicht inzwischen gut 70 % des gesamtdeutschen Durchschnitts.
Industrie entwickelt
sich rasch
Wirtschaftsleistung in Thüringen enorm gestiegen
Thüringen auf den Weltmärkten erfolgreich
BIP bzw. Bruttowertschöpfung pro Kopf in % des gesamtdeutschen Durchschnitts
Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in %
2013
2010
2005
2000
1995
80%
100%
1991
100%
50
Deutschland
45
71%
69%
60%
80%
60%
45
40
Ostdeutschland
35
40%
34%
18%
20%
0%
BIP
20%
Industrie
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
0%
40
35
30
40%
50
30
Thüringen
25
25
20
20
15
15
10
91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14*
10
*Januar bis März 2014
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Viele Thüringer Industrieunternehmen sind zudem in nationale und internationale Konzerne eingebunden, was besonders für die Steigerung des Absatzes im Ausland sehr hilfreich ist: Zu Beginn
lag die Exportquote 1991 bei nur 16 % und fiel durch die Auflösung des RGW-Raums mit seinen
strengen Liefer- und Abnahmeverpflichtungen sogar bis auf 12 %. Mittlerweile ist der Ausfuhranteil
auf 33 % gestiegen, wozu auch die umfangreichen Investitionen globaler Konzerne beigetragen
haben. Firmen aus Thüringen sind nicht nur bei den alten Handelspartnern im ehemaligen Ostblock erfolgreich, sondern gewannen neue Märkte hinzu. Damit hat sich die Exportstruktur in Thüringen diversifiziert: 27 % der Exporte gehen nach Ost-, 45 % der Ausfuhren nach Westeuropa und
28 % in die übrige Welt.
Thüringen mit Produkten
auf Weltmarktniveau
Gleichzeitig expandierten auch die westdeutschen Industrieunternehmen weltweit und steigerten
ihre Exportquote auf 50 %. Vor diesem Hintergrund ist die Leistung der Thüringer Betriebe besonders zu würdigen, mussten sie sich doch in stark umkämpften oder eigentlich aufgeteilten Märkten
Eintritt verschaffen. Durch die erfolgreiche Ausrichtung an den Weltmärkten stehen nun aber in
Thüringen Waren und Dienstleistungen auf Top-Niveau zu Verfügung.
1
Maik Heller: Meine Lehrausbildung bei der DEWAG; http://www.mdr.de/damals/artikel7288.html
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1.3 Exkurs: Veränderung der Geschäftstätigkeit bei Sparkassen
Wie stark sich die Geschäftstätigkeit auch innerhalb einer Branche verändert hat, sieht man am
Bankgewerbe und speziell den Sparkassen. Diese waren zu DDR-Zeiten auf das Sammeln von
Spareinlagen reduziert worden. Sie führten die Konten der Privatpersonen und mussten Anfang
der fünfziger Jahre die Firmenkonten von Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern an die Staatsbank übergeben. Das Kreditgeschäft spielte kaum eine Rolle.
Aufbau von Expertise im
Kreditgeschäft der
Sparkassen
In den letzten fast 25 Jahren hat sich viel getan: In den Sparkassen wurde mit umfangreichen
Weiterbildungsmaßnahmen systematisch Expertise aufgebaut. Durch Unternehmenskommunikation wurden potenzielle Kunden über die neuen Angebote informiert. Dabei herrschte von Beginn an
Wettbewerb zwischen den einzelnen Bankengruppen, so dass die Preisgestaltung im Bankgewerbe sowie der Aufbau der Produktpalette im Sinne der Kunden verlief. Inzwischen summiert sich der
Kreditbestand der Sparkassen in Thüringen auf fast 10 Mrd. €. Dies entspricht einem Marktanteil
von 35 %; größer sind nur die privaten Kreditbanken, deren Marktanteil bei 40 % liegt. Die Kreditgenossenschaften vergeben 12 % der Kredite.
Sparkassen sind zweitgrößter Kreditgeber
Wer spart, geht meistens zur Sparkasse
Thüringen: Anteil an den Krediten in %
Thüringen: Anteil an den Einlagen in %
Kreditbanken
39%
Sparkassen
35%
Kreditbanken
26%
Sparkassen
51%
Sonstige
Banken
3%
Sonstige
Banken
14%
Kreditgenossenschaften
20%
Kreditgenossenschaften
12%
Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research
Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research
Die Kreditsumme verteilt sich auf drei Kundengruppen, die alle von dem geschaffenen Know-how
im Kreditgeschäft profitieren. Unternehmen und Selbständige als größte Gruppe erhalten 48 % der
vergebenen Kredite. Selbst bei Sparkassen hat das Firmenkundengeschäft volumenmäßig die
Kredite an Privatkunden überholt. Damit stehen der regionalen Wirtschaft fast 14 Mrd. € an Krediten zur Verfügung – Tendenz steigend! Dabei beteiligten sich die Sparkassen Ende der 90er Jahre
nicht an dem Rückzug anderer Banken aus dem Firmenkreditgeschäft, sondern zeichnen sich
durch eine kontinuierliche Entwicklung aus. Innerhalb des Firmenkreditgeschäfts der Thüringer
Sparkassen sind die Selbständigen eine sehr wichtige Kundengruppe, erhalten sie doch fast so
viele Kredite wie die Unternehmen.
Unternehmen sind Hauptkreditnehmer in Thüringen
Kreditvolumen der Thüringer Sparkassen steigt
in Mrd. €
in Mrd. €
14,0
Unternehmen u. Selbständige
12,0
10,0
14,0
12,0
Privatpersonen*
10,0
Unternehmen u. Selbständige
4,5
4,0
4,5
4,0
3,5
3,5
Privatpersonen*
3,0
3,0
8,0
8,0
2,5
2,5
6,0
6,0
2,0
2,0
4,0
Öffentliche Haushalte
4,0
2,0
2,0
0,0
0,0
93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13
Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research
1,5
1,5
Öffentliche Haushalte
1,0
0,5
1,0
0,5
0,0
0,0
93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13
Quellen: Deutsche Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research
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Kredite finanzieren private
und öffentliche
Infrastruktur
Sparen schätzen
Sparkassen
Die Kreditvergabe an Privatkunden stieg bis Mitte des letzten Jahrzehnts stetig. Seitdem veränderte sich der Kreditbestand kaum, wobei am aktuellen Rand dank der Expansion der Sparkassen
wieder Zunahmen zu verbuchen sind. Mit den gewährten Mitteln wurde in der Hauptsache (80 %)
die „private Infrastruktur“, sprich das Eigenheim, finanziert und damit ein wichtiger Beitrag zur
Vermögensbildung breiter Schichten geleistet. Auch konnte so der Investitionsstau aus DDRZeiten aufgelöst und die Atmosphäre ganzer Städte und Dörfer zum Positiven gewendet werden.
In gleicher Richtung wirkten die an öffentliche Haushalte ausgegebenen Kredite, die zu 74 % die
Gemeinden erhielten. Auch hier entstand eine moderne Infrastruktur, die sowohl von Bürgern als
auch Unternehmen genutzt werden kann.
Das Entgegennehmen von Einlagen ist traditionell ein Geschäftsfeld der Sparkassen; ihnen werden gut 50 % aller Einlagen in Thüringen anvertraut. 26 % sind bei den privaten Kreditbanken
deponiert und 20 % bei den Genossenschaftsbanken. Allerdings müssen sich Sparkassen auch
hier in einem harten Konditionenwettbewerb behaupten. Die im Vergleich zu privaten Banken hohe
Filialdichte führt zu Kosten, die die Erträge der Sparkassen belasten. Insgesamt stehen die Sparkassen vor neuen Herausforderungen. Angesichts sinkender Einwohnerzahlen in den meisten
Landkreisen müssen Konzepte erarbeitet werden, die einerseits den Wünschen der Kunden und
andererseits der Wirtschaftlichkeit der Sparkassen gerecht werden. Filialschließungen und Umwandlungen in Selbstbedienungsterminals werden sich nicht vermeiden lassen. Nur so kann dauerhaft die Versorgung mit Bankdienstleistungen in Orten sichergestellt werden, die schon jetzt für
die privaten Banken uninteressant geworden sind. In diesem Prozess ist Fingerspitzengefühl gefragt: Eine kundennahe Unternehmenskommunikation ist das A und O für eine erfolgreiche Umsetzung der notwendigen Maßnahmen.
1.4 Werbung „Made in Thuringia“
In einem sich ständig ändernden Umfeld wie im Thüringen der letzten fast 25 Jahre ist die Werbebranche besonders gefragt. So gibt es Werbefachleute nicht nur in entsprechend spezialisierten
Firmen, sondern auch in Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen sowie in Verlagen und
Funkmedien. Die Digitalwirtschaft gehört wie das Telefonmarketing ebenfalls zur kommerziellen
Kommunikation. Zulieferbetriebe stammen aus dem Papier- und Druckgewerbe.
In der amtlichen Statistik wird die Werbewirtschaft enger gefasst und tritt in der Kategorie „Werbung und Marktforschung“ in Erscheinung. Nach dieser Abgrenzung arbeiten in Deutschland rund
125.00 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in dieser Branche. Sie zählt mit einem Beschäftigtenanteil von 0,4 % zu den eher kleinen Wirtschaftszweigen.
Stabilisierung der Beschäftigung in der Werbebranche
Werbung: Erfurt als Hauptstandort
Werbung/Marktforschung: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Thüringen
Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Werbung/Marktforschung
1.800
1.800
1.500
1.500
1.200
1.200
900
900
350
2008
300
250
600
300
300
0
0
300
250
200
200
107
100
150
87
65
77
57
74
96
60 70
70
50
100
50
0
0
Erfurt
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research
2013
234
150
600
350
314
Weimar
Gera
Jena
Eichsfeld
Schmalk.Meiningen
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research
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Auch in Thüringen sind die Werbetreibenden mit rund 1.150 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einem Anteil von 0,2 % eine kleine Branche, wobei fast alle dem Bereich Werbung zuzuordnen sind (1.120 Beschäftigte) und nur etwa 30 Beschäftigte Marktforschung betreiben. Dazu
kommt noch eine Vielzahl von Beschäftigen, die Projekt bezogen in den Agenturen arbeiten.
Beschäftigung in
Werbebranche stabil
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Werbebranche blieb in den vergangenen sieben Jahren weitgehend konstant, war aber davor höher. Dies ist keine Thüringenspezifische Entwicklung, sondern entspricht in etwa dem gesamtdeutschen Trend. Werbung und
Marktforschung ist eine Branche in Thüringen, in der der Frauenanteil an den Beschäftigten bei
fast 60 % liegt und damit um 10 Prozentpunkte höher ist als im Durchschnitt aller Branchen.
Werbung und Marktforschung mit hohem Frauenanteil
Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Frauen an insgesamt in %, Juni 2012
82 80
Thüringen
Westdeutschland
7167 70
70
7069 66
61
60
58
56
55 5751 5251 5153
55
52
4945
4042 39
35
33 33 30
25 2621 23 25
1213
Dl: Dienstleistungen
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research
Hauptstandort der Werbebranche in Thüringen ist Erfurt. Hier waren zuletzt 314 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig. Interessant ist zudem, dass ein gewisser Konzentrationsprozess
auf die Landeshauptstadt eingesetzt hat. Arbeiteten 2008 rund 20 % der werbetreibenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Thüringens in Erfurt, so sind es inzwischen 27 %. An den
weiteren Standorten Weimar, Gera, Jena, Eichsfeld und Schmalkalden-Meiningen sind jeweils
zwischen 70 und 90 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Werbung tätig.
Werbung und Marktforschung in den neuen Bundesländern etwa gleichverteilt
150
354
0
776
50
966
1.006
1.152
1.256
1.384
1.957
3.356
5.000
3.542
100
7.845
10.000
200
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Werbung/Marktforschung
9.090
15.000
13.102
20.000
Beschäftigungsanteil in % des Bundesdurchschnitts
Beschäftigungsanteil in % des Bundesdurchschnitts
13.214
25.000
13.995
30.000
23.028
35.000
28.960
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Werbung/Marktforschung, Juni 2013
0
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research
Werbebranche in Berlin
mit besonderen Aufgaben
Nach dem Beschäftigungsanteil ist die Werbebranche innerhalb der neuen Bundesländer in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern nahezu gleich und in Sachsen etwas stärker vertreten. Nur in Berlin fällt der Anteil der Werbetreibenden mit 0,7 % deutlich
höher aus, was durch die Funktion der Bundeshauptstadt nur natürlich ist.
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Werbewirtschaft: Einflussgrößen im Plus?
2.1 Konjunktur im Aufwind
Das konjunkturelle Umfeld ist eine wichtige Einflussgröße für die Thüringer Werbewirtschaft. Nach
den kraftvollen Wachstumsraten des BIP 2010 und 2011 von 4,9 % bzw. 3,6 % kühlte sich die
Konjunktur bis ins erste Halbjahr 2013 in Thüringen wie in Deutschland insgesamt merklich ab. So
kam es 2012 in dem Bundesland sogar zu einem Rückgang von 0,6 %, der deutlich unter dem
gesamtdeutschen Durchschnitt von +0,7 % lag.
Wachstumsbeschleunigung 2014
Private Dienstleister 2013 deutlich im Plus
Reales BIP: Veränderung gegenüber Vorjahr in %
Reale Bruttowertschöpfung 2009-2013: Veränderung gegenüber Vorjahr in %
6
6
Thüringen
Deutschland
4
15 +21% +20%
15
Deutschland
Thüringen
4
10
2
2
5
5
0
0
0
0
-2
-2
-4
-4
-6
-6
95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14
Prognose
-5
-5
-10
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
10
-21%
-15
-21%
Industrie
Handel,
Finanzierung,
Gastgewerbe, Versicherung Öffentliche
Verkehr,
Vermietung,
und
Information, Unternehmens- sonstige
Baugewerbe Kommunikation dienstleister Dienstleister
-10
-15
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Allerdings erholte sich die Weltwirtschaft im Jahresverlauf 2013. Etliche Euro-Länder mit Verschuldungsproblemen durchschritten den Tiefpunkt, so dass der Nachfrageausfall nach Produkten aus
Deutschland geringer wurde. Dies wirkte sich positiv auf die deutsche Wirtschaft aus und führte
2013 insgesamt zu einem geringen Wachstum von 0,4 %; Thüringen erreichte mit 0,5 % in etwa
den gleichen Wert. Die zunehmende Investitionsdynamik und die insgesamt höhere Binnennachfrage erzeugen einen konjunkturellen Aufwind, der 2014 ein BIP-Wachstum von 2 % in Deutschland ermöglichen sollte, das in Thüringen ähnlich hoch ausfallen dürfte.
BIP-Prognose 2014
Deutschland/Thüringen:
2%
Thüringen:
Industrie wieder auf Wachstumskurs
Industrie mit Powerstart
Veränderung gegenüber Vorjahresquartal in %
Verarbeitendes Gewerbe, Auftragseingang, Quartalsdurchschnitt, Index 2010 = 100
Inlandsumsatz
Auslandsumsatz
30
120
20
20
115
10
10
0
0
30
-10
-10
-20
-20
-30
-30
-40
-40
07
08
09
10
11
12
13
14 07
08
09
10
11
12
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
13
14
120
Thüringen
110
115
110
Deutschland
105
105
100
100
95
95
90
90
2010
2011
2012
2013
2014
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
In den einzelnen Wirtschaftssektoren trifft die Werbebranche auf unterschiedliche Entwicklungen:
Die Thüringer Industrie vollzog die Trendwende schon im vergangenen Jahr, die positiven Impulse
setzen sich fort. So stieg im ersten Quartal 2014 der Umsatz im In- und Ausland um 3,7 % bzw.
7,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Auftragseingänge nahmen mit einem Plus von 10 % in Thüringen sogar noch kräftiger als im Bundesdurchschnitt (5 %) zu. Für das Gesamtjahr ist mit einer
leicht überdurchschnittlichen Entwicklung in Thüringen zu rechnen.
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Die Wirtschaftsstruktur der Thüringer Industrie ist diversifizierter als in manch anderem Bundesland. So stellen vier Branchen – Ernährungsgewerbe, Metallbranche, Elektrotechnik/Optik und
Kraftwagen/Kfz-Teile – nahezu gleichgewichtig 57 % des Thüringer Industrieumsatzes dar.
Diversifizierte Industriestruktur
Fast alle Industriebranchen im Plus
Thüringen: Anteil am Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe in %
Thüringen: Verarbeitendes Gewerbe, Umsatz: Veränderung gg. Vorjahr in %
Maschinenbau
9%
Holz/Papier
6%
Glas, Keramik,
Verarb. v. Steinen/Erden
4%
Chemie/Pharma
4%
Gummi-,
Kunststoffwaren
9%
Kraftwagen,
Kfz-Teile
15%
Metallerzeugnisse
Metallerzeugung
2013
2014: Januar-März
6%
-8%
10%
-4%
Elektrotechnik, Optik
4%
Kraftwagen, Kfz-Teile
-1%
7%
1%
Glas, Keramik, Steine/Erden
12%
-6%
-5%
Chemie/Pharma
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
12%
3%
Holz-, Papiergewerbe
branche
15%
11%
-5%
Maschinenbau
Ernährungsgewerbe
13%
8%
2%
Gummi-, Kunststoffwaren
Sonstige
10%
Elektrotechnik,
Optik
14%
Metall-
-3%
-4%
-2%
Ernährungsgewerbe
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Von den vier großen Branchen verzeichneten im ersten Quartal 2014 bis auf das Ernährungsgewerbe alle einen deutlichen Zuwachs. Die mittelgroßen Industriezweige Gummi-/Kunststoffwaren,
Holz-/Papiergewerbe und Glas, Keramik, Steine/Erden erreichten sogar Umsatzzunahmen zwischen 8 % und 12 %. Maschinenbau und Chemie/Pharma waren dagegen im Minus, allerdings mit
abnehmenden Raten.
Die Dienstleistungsbereiche lieferten in Thüringen 2013 ein Plus bei der Bruttowertschöpfung von
1,0 %. Da in Thüringen in der Vergangenheit auf ein „starkes Dienstleistungsjahr“ häufig ein
schwächeres folgte, ist in diesem Jahr eher mit einem unterdurchschnittlichen Wachstum zu rechnen. Innerhalb des Sektors war es besonders die Gruppe „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information/Kommunikation“, die mit einem Zuwachs von 3,4 % die höchste Steigerungsrate bundesweit (1,0 %) erreichte. Überdurchschnittliches kam auch aus dem Wirtschaftsbereich „Finanz-,
Versicherungs-, Unternehmensdienstleister, Vermietung“ (1,6 %). Die staatlich dominierten „öffentlichen und sonstigen Dienstleister“ waren dagegen in Thüringen im dritten Jahr rückläufig, was
angesichts der Konsolidierungsbemühungen des Freistaats nicht verwundert und sich mittelfristig
nicht grundlegend ändern wird.
Private Dienstleister etwas
schwächer als im Vorjahr
Arbeitslosigkeit sinkt weiter
Beschäftigungsabschwächung überwunden
Arbeitslosenquote in % aller zivilen Erwerbspersonen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, % gg. Vj.
16
16
4
4
3
14
14
12
Ostdeutschland
10
12
10
Thüringen
8
6
2008
8
2010
2011
1
6
2012
2013
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research
2014
3
2
1
0
Thüringen
-1
0
-1
-2
-2
-3
-3
-4
Deutschland
2009
Deutschland
2
-4
01 02 03 04 05 06 07 08 09
Quartalswerte
10
11
12
13
14
Monatswerte
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research
Auf dem Thüringer Arbeitsmarkt ist mit weiteren Verbesserungen zu rechnen. So betrug im Jahresdurchschnitt 2013 die Arbeitslosenquote 8,2 % und war damit niedriger als im Vorjahr (8,5 %).
Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr fort: Die Arbeitslosenquote sank im Mai auf 7,8 % und
war um einen halben Prozentpunkt niedriger als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitslosen hat dabei in
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Thüringen mit 6,1 % überdurchschnittlich gegenüber dem Vorjahr abgenommen (Ostdeutschland:
-5,5 %; Westdeutschland: -0,3 %). Zum Teil ist dies in Thüringen auf eine Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zurückzuführen (März 2014: +1,1 %). Ein weiterer Aspekt ist die
Altersstruktur. So sind hier inzwischen 20 % der Arbeitnehmer und 27 % der Arbeitslosen 55 Jahre
und älter, während es in den alten Bundesländern nur 16 % bzw. 19 % sind. Entsprechend mehr
Personen werden in den kommenden Jahren aus dem Erwerbsleben bzw. vom Arbeitsmarkt ausscheiden. Die Thüringer Unternehmen sind in diesem Umfeld zunehmend gefordert, mit attraktiven
Arbeitsplätzen Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen. Die Beschäftigungsschwelle dürfte
zudem dank des kräftigeren Wirtschaftswachstums im laufenden Jahr überschritten werden, so
dass der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften zunimmt. Eine zielgerichtete Unternehmenskommunikation ist im Prozess der Akquirierung von Mitarbeitern besonders gefragt.
2.2 Deutsche Werbewirtschaft 2014 positiv gestimmt
Die Thüringer Werbetreibenden agieren im Gesamtumfeld der deutschen Werbebranche, die hierzulande im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) organisiert ist. Er vertritt die
Interessen von 41 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen werbende Unternehmen, Werbeagenturen, Werbung Durchführende und Werbemittelhersteller, Werbeberufe sowie Marktforschung. Im Frühjahr und Herbst befragt der ZAW seine Mitglieder nach der allgemeinen Stimmung
in der Werbebranche. Das Ergebnis für April 2014 ist insgesamt positiv. Zwar sank die Einschätzung gegenüber Herbst 2013 leicht, doch wird dies nicht überbewertet, da das Niveau von 5,2
Punkten spürbar über dem Frühjahrswert 2013 (4,7) liegt.
Stimmungsindex
signalisiert Besserung
Stimmung in der Werbebranche: insgesamt positiv
Steigende Werbeinvestitionen 2014
Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage der Werbewirtschaft - wirtschaftlich, politisch,
gesellschaftlich?
Nominale Veränderung gegenüber Vorjahr in %
ausgezeichnet 8
8
4
sehr gut 7
7
2
gut 6
6
0
0
befriedigend 5
5
-2
-2
weniger gut 4
4
Quellen: ZAW, Helaba Volkswirtschaft/Research
Apr 14
Okt 13
Apr 13
Okt 12
Apr 12
Okt 11
Apr 11
Okt 10
Apr 10
Okt 09
Apr 09
Okt 08
1
Apr 08
bedrohlich 1
Okt 07
2
Apr 07
sehr schlecht 2
Okt 06
3
Apr 06
schlecht 3
Werbeinvestitionen
-4
4
2
-4
Nettowerbeeinnahmen
-6
-6
-8
-8
-10
-10
-12
-12
2009
2010
2011
2012
2013
2014
Prognose
Quellen: ZAW, Helaba Volkswirtschaft/Research
Mit der befriedigenden Beurteilung der Stimmung sollte 2014 auch wieder eine Zunahme der Werbeinvestitionen in Deutschland verbunden sein, der ZAW geht von rund 2 % auf ca. 25,5 Mrd. €
aus. Zu den Werbeinvestitionen gehören Honorare, Werbemittelproduktions- und Medienkosten für
Werbung in Printmedien, TV/Kino/Hörfunk, Außenwerbung und Online-Angebote. Darin nicht enthalten sind Ausgaben für Sponsoring, Werbeartikel, Werbung per Post und Suchwortvermarktung,
die vom ZAW 2013 erstmalig ermittelt wurden und sich auf insgesamt 13,6 Mrd. € beliefen.
Werbeinvestitionen und
Nettowerbeeinnahmen
steigen
Aus den Werbeinvestitionen werden durch Abzug von Rabatten, Mittlerprovisionen und Produktionskosten die Nettowerbeeinnahmen der einzelnen Werbeträger ermittelt. Hier war der Rückgang
2012 stärker als bei den Werbeinvestitionen und die beginnende Verbesserung im letzten Jahr
schwächer. Der ZAW prognostiziert für 2014 wieder eine Zunahme der Nettowerbeeinnahmen,
nennt aber keinen genauen Wert. Was bedeutet das für die Werbewirtschaft als Ganzes? Mit den
Zuwächsen der Werbeinvestitionen bzw. Nettowerbeeinnahmen dürften wieder vermehrt Aufträge
an Werbeagenturen und Marktforschungsinstitute vergeben werden, was auch für Thüringer Werbeunternehmen ein gutes Signal ist.
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Werbeeinnahmen noch
unter Niveau von 2008
Allerdings kann der erwartete Anstieg nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Nettowerbeeinnahmen insgesamt noch um rund 10 % unter dem Vorkrisenniveau von 2008 liegen, so dass die Werbetreibenden nicht zum „business as usal“ übergehen können. Die konjunkturelle Erholung wird in
der Werbebranche nämlich durch strukturelle Veränderungen gebremst, die schon vor 2008 begonnen haben. So hat das Internet das Mediennutzungsverhalten der Konsumenten stark verändert. Diese zusätzliche Werbeplattform steht inzwischen in Konkurrenz zu den traditionellen Werbemedien. Die Aufteilung der Werbebudgets wird neu adjustiert, wobei allerdings viele Unternehmen noch abwarten und zurückhaltend sind, wie sie die Bedeutung der Werbeträger einschätzen
sollen. Als im Rahmen der Wirtschaftskrise 2009 die Werbeetats überdacht werden mussten, wurde nach der Vollbremsung nicht wieder auf das vorherige „Ausgabentempo“ beschleunigt.
TV und Zeitungen als größte Werbeträger
Hauptwerbeträger deutlich unter Vorkrisenniveau
Anteil der Werbeträger an Gesamtnettowerbeeinnahmen in %, 2013
Nettowerbeeinnahmen 2013: Nominale Veränderung gegenüber 2008 in %
Zeitungssupplements 0,5%
Fernsehen
27,0%
Filmtheater 0,5%
Wochen-/Sonntagszeit. 1,2%
Hörfunk 4,9%
Fachzeitschriften
5,8%
Tageszeitungen
19,2%
Außenwerbung
5,8%
Verzeichnis-Medien
6,7%
Anzeigenblätter
Online-Angebote
12,7%
7,6%
Publikumszeitschriften
8,1%
Quellen: ZAW, Helaba Volkswirtschaft/Research
Wochen-/Sonntagszeitungen
Tageszeitungen
Publikumszeitschriften
Verzeichnis-Medien
Fachzeitschriften
Insgesamt
Zeitungssupplements
Anzeigenblätter
Fernsehen
Hörfunk
Filmtheater
Außenwerbung
Online-Angebote
-34
-33
-27
-17
-14
-11
-9
-4
2
4
4
11
53
Quellen: ZAW, Helaba Volkswirtschaft/Research
Die einzelnen Werbeträger sind von der Anpassung unterschiedlich betroffen. Die sieben Printmedien, auf die in der Summe über 50 % der Nettowerbeeinnahmen der zwölf vom ZAW erfassten
Werbeträger entfallen, erreichten 2013 noch nicht wieder das Niveau von 2008. Besonders hart ist
der Rückgang der Werbeeinnahmen bei Zeitungen und Publikumszeitschriften, deren Minusraten
gegenüber 2008 zwischen 27 % und 34 % liegen. Werbeunternehmen mit dem entsprechenden
Schwerpunkt dürften dies gespürt haben.
Das Fernsehen, das allein 27 % der Werbeeinnahmen auf sich vereinigt, ist besser aus der Krise
gekommen und übertrifft das Niveau von 2008 um 2 %. Auch die kleineren Werbeträger Hörfunk,
Filmtheater und Außenwerbung sind wieder im Plus.
Online-Werbung mit
größtem Zuwachs
Den kräftigsten Anstieg mit 53 % erzielten Online-Angebote. Werbeagenturen, die Expertise im
Entwerfen von Werbestrategien für das Internet besitzen, sind damit klar im Vorteil. Wer das
Know-how nicht im eigenen Haus aufbauen möchte, sollte mit entsprechenden Fachleuten oder
spezialisierten Unternehmen kooperieren. Dies ist gerade für die mittelständische Thüringer Werbewirtschaft ein sinnvoller Ansatz, um an dem wieder steigenden Auftragsvolumen partizipieren zu
können.
2.3 Unternehmensgründungen lassen nach
Werden Unternehmen gegründet, dann ist für Werbeagenturen viel zu tun: Marktforschung, Gestaltung von Logos, Anzeigen und Werbemitteln, Unterstützung bei der Produktpräsentation, Vermittlung von Kontakten zu Medien und anderen Multiplikatoren. Insofern bedeuten zahlreiche Unternehmensgründungen viele potenzielle Kunden für die Werbewirtschaft.
Die Zahl der Gründungen in Thüringen – hier gemessen an den Gewerbeanzeigen – war in den
Jahren 1990 und 1991 situationsbedingt mit über 50.000 Anmeldungen sehr hoch. Von 1992 bis
2000 schwächte sich die Gründungsdynamik auf knapp 20.000 Unternehmen ab.
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Aufgrund der Arbeitsmarktreformen und dabei speziell der finanziellen Förderung der ich-AGs gab
es anschließend ein paar Ausnahmejahre mit einem steilen Anstieg der Gewerbeanmeldungen, bis
die Zuwendungen 2005 reduziert wurden. Nach der Seitwärtsbewegung mit rund 18.000 Gewerbeanmeldungen in den Jahren 2007 bis 2009 setzte sich bis 2012 der Abwärtstrend fort. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Gründungen nicht weiter, sondern verblieb auf dem relativ niedrigen Niveau von 14.000 Gewerbeanmeldungen.
Insolvenzen auf niedrigem Niveau
Sinkender Trend bei Gewerbeanmeldungen
Thüringen: Zahl der Unternehmensinsolvenzen
Thüringen: Zahl der Gewerbeanzeigen
1.500
1.500
1.000
1.000
26.000
26.000
24.000
24.000
22.000
22.000
20.000
Anmeldungen
18.000
500
500
0
16.000
20.000
18.000
16.000
Abmeldungen
14.000
14.000
12.000
12.000
0
91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Der Gründungsmonitor der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis für Thüringen. Durch die Befragung sind die Informationen allerdings noch detaillierter: So
ist insbesondere die Zahl der Gründer, die Vollzeit in ihrem neuen Unternehmen arbeiten wollen
zurückgegangen, während die Zahl der Nebenerwerbsgründer nicht ganz so stark sank. Für die
Werbebranche ist dieser Trend nicht förderlich. Zwar gibt es weiterhin „Firmen-Neuzugänge“, doch
deutlich weniger als in der Vergangenheit. In Sachsen und Sachsen-Anhalt nehmen die Gründungsaktivitäten ebenfalls ab, während sie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg etwas
gestiegen sind. Tourismus und Hauptstadtnähe dürften die treibenden Kräfte für die beiden nördlicheren Bundesländer sein.
Gründungsaktivitäten
lassen in Thüringen nach
Gründungsaktivitäten nehmen in Thüringen ab …
… auch eine Folge der demografischen Entwicklung
Anteile von Gründer an der Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren in %
Thüringen: Einwohner
08-10 11-13
08-10 11-13
Mecklenb.-Vorp. Brandenburg
0,58
Quellen: KfW-Gründungsmonitor, Helaba Volkswirtschaft/Research
unter 25 Jahre
800.000
0,56
08-10 11-13
Thüringen
900.000
800.000
700.000
0,50
08-10 11-13
Sachsen-Anhalt
700.000
600.000
500.000
0,41
0,75
0,47
0,99
0,64
Vollerwerb
0,79
08-10 11-13
Sachsen
1.000.000
25 bis unter 50 Jahre
900.000
0,51
0,37
0,50
0,59
0,34
0,55
0,56
0,56
0,54
0,43
0,67
1.000.000
Nebene
rwerb
600.000
50 bis unter 65 Jahre
500.000
400.000
400.000
über 65 Jahre
300.000
1988
1991
1995
2000
300.000
2005
2012
Zensus
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Grundsätzlich dürfte die nachlassende Gründungsdynamik auch mit der demografischen Entwicklung zusammenhängen. So ist in Thüringen die Zahl der 25- bis 50-Jährigen seit 1988 um 270.000
Personen gesunken. Auch in der jüngsten Altersklasse der unter 25-Jährigen stehen deutlich weniger Unternehmernachwuchskräfte zur Verfügung. Hier betrug der Rückgang sogar 480.000 Personen. Damit hat sich der Kreis der potenziellen Gründer drastisch verringert.
Insolvenzen gesunken
Was die Aussichten für die Werbewirtschaft wieder etwas aufhellt, ist, dass die Zahl der Insolvenzen und der Gewerbeabmeldungen seit langem fällt, so dass der Unternehmensbestand insgesamt nur in abgeschwächter Form abnimmt.
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2.4 Unternehmensbestand: Weniger ist mehr
Wichtig für die mittelständische Thüringer Werbewirtschaft sind neben den Gründungsaktivitäten
auch die bestehenden Unternehmen vor Ort, da sie ebenfalls potenzielle Nachfrager darstellen.
Die Zahl der Unternehmen erreichte 2008 mit rund 90.650 den Höhepunkt. Inzwischen weist das
Unternehmensregister mit 89.800 etwa 800 Firmen weniger aus. Dieser Rückgang ist vor allem auf
eine Abnahme der sehr kleinen Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten zurückzuführen. In
den anderen Größenklassen ist die Unternehmenszahl gestiegen.
Zahl der größeren
Unternehmen steigt
Unternehmenszahl noch nicht auf Vorkrisenniveau
Output der Thüringer Wirtschaft steigt
Zahl der Unternehmen
Index 2006 = 100
6.906
80.000
220
1.573
6.647
100.000
256
1.611 Unternehmen
mit ...
Beschäftigten
120
115
Thüringen:
nominales BIP
250 und mehr
60.000
110
Deutschland: reales BIP
50 – 249
81.041
81.319
40.000
120
Deutschland: nominales BIP
105
Thüringen: reales BIP
100
0–9
0
100
95
2006
2007
2008
2009
2010
2011
110
105
10 – 49
20.000
115
95
2006
2012
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Daraus lässt sich auch ableiten, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Geschäftstätigkeit ausbauten und die Möglichkeiten der Sozialen Marktwirtschaft erfolgreich nutzten:
Sie expandieren, was sich auch im Bruttoinlandsprodukt widerspiegelt. Der wirtschaftliche Output
ist in Thüringen seit 2006 nominal um 17 % und real um gut 5 % gestiegen – ein Ergebnis, das
kaum hinter dem gesamtdeutschen zurückbleibt und zu einem Niveau geführt hat, das sogar über
den Vorkrisenwerten liegt. Dies spricht für ein insgesamt positives Umfeld für die Werbebranche in
Thüringen.
Verteilung der Unternehmen in Thüringen nicht stark konzentriert
Zahl der Unternehmen
204
55
39
43
1.682
52
2.485
46
2.578
43
2.625
53
2.661
63
2.982
80
2.919
52
3.434
71
3.483
93
3.508
130
3.670
77
3.717
89
3.889
97
4.072
100
4.283
89
4.519
4.634
102
4.561
68
4.680
102
1.760
Unternehmen mit ... Beschäftigten
50 und mehr
0 – 49
5.287
5.814
119
8.704
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Erfurt Sitz
vieler Unternehmen
Innerhalb Thüringens sind die meisten Firmensitze in Erfurt beheimatet; die anderen kreisfreien
Städte und Landkreise folgen mit deutlichem Abstand. Dies korrespondiert mit dem Ansiedlungsschwerpunkt der Werbewirtschaft in der Landeshauptstadt. Die tatsächliche wirtschaftliche Konzentration ist allerdings weniger stark, da viele Erfurter Unternehmen auch Betriebsstätten in anderen Thüringer Regionen besitzen. Mit dieser breiten Verteilung der Unternehmen in Thüringen
können Werbetreibende auch abseits der Zentren Kunden gewinnen.
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3
Megatrends erfordern differenzierte
Unternehmenskommunikation
3.1 Ältere und internationalere Gesellschaft im Kommen
Welche Megatrends werden die Thüringer Unternehmenskommunikation in den nächsten Jahren
beeinflussen? Als erstes ist die demografische Entwicklung zu nennen. Die Bevölkerungsprognose
geht für Thüringen von einer stark sinkenden Einwohnerzahl aus, was besonders die Altersgruppen bis 65 Jahre betrifft. Ursache für die abnehmende Einwohnerzahl ist inzwischen ausschließlich
das Geburtendefizit. Die Bevölkerung wird also künftig im Durchschnitt älter sein. Die Effekte für
die Unternehmen haben wir ausführlich in der Studie „Thüringen: Gesundheit auch ökonomisch
wertvoll“ (2013) dargestellt. Dabei ist es wichtig, dass die Thüringer Unternehmen frühzeitig Konzepte für Mitarbeiter, Produkte, Kunden und nicht zuletzt die Unternehmenskommunikation entwerfen, die die „aging society“ einbeziehen, zumal dies ein Trend ist, der mehr oder minder schnell in
fast allen westlichen und östlichen Ländern Europas auftreten wird.
Vielfältige Effekte der
Aging Society
Bevölkerungsprognose: Sinkende Einwohnerzahl
2013: Kleines Wanderungsplus in Thüringen
Einwohner nach Altersgruppen in Tsd.
Einwohner
800
Einwohner in Tsd.
Einwohner
700
50.000
2.000
45.000
1.750
über 65 Jahre
600
2.250
1.500
1.250
500
25 bis unter 50 Jahre
400
300
1.000
20.000
250
15.000
2011
Zensus
2020
2030
2040
2050
2060
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Internationalisierung der
Thüringer Konsumenten
und Arbeitnehmer
35.000
Gestorbene
30.000
25.000
0
40.000
Zuzüge
35.000
750
200
45.000
40.000
50 bis unter 65 Jahre 500
unter 25 Jahre
50.000
Fortzüge
30.000
25.000
Lebendgeborene
20.000
15.000
10.000
10.000
2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Der Wanderungssaldo nach Thüringen, der über lange Jahre hinweg negativ war, hat sich 2013 in
einen Überschuss gewandelt, der mit einem Plus von 152 Personen noch sehr gering war. Mit
einer Fortsetzung ist aber zu rechnen, da die Zuzüge seit 2007 einem Aufwärtstrend folgen. Dabei
ist nicht die Binnenwanderung innerhalb Deutschlands ausschlaggebend, sondern die Wanderungsbewegung mit dem Ausland. Daraus ergab sich im vergangenen Jahr ein Überschuss von
gut 6.000 Personen. Thüringen wird also internationaler, was die Konsumenten und Arbeitnehmer
angeht. Dies ist wiederum ein neuer Aspekt für die Unternehmenskommunikation, die sich zwar
mit der steigenden Exporttätigkeit an den globalen Märkten ausgerichtet hat, aber hinsichtlich
Käufer und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund noch ausbaufähig ist.
3.2 Optimierung durch neue Medien
Thüringer Unternehmen
und Privathaushalte im
Internet aktiv
Die Telekommunikation kombiniert mit der Digitalisierung von Informationen ist ein Megatrend,
dessen Laufzeit noch nicht vorbei ist und bei Unternehmen weitere Produkt- und Prozessinnovationen hervorbringen wird. Die „Industrie 4.0“ wird sich daraus ebenso entwickeln wie neue Verwaltungsabläufe, flexible Arbeitsformen und bessere Datensicherung. Schon jetzt haben fast 90 % der
Thüringer Unternehmen einen Internetzugang und davon sogar 60 % eine mobile Verbindung.
Fast jedes dritte Thüringer Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten verwendet eine Enterprise Resource Planning-Software (ERP). Mehr als die Hälfte der Firmen in Thüringen ist in Social
Media aktiv. Mit diesem Nutzungsverhalten entsprechen oder übertreffen die Betriebe in Thüringen
den bundesweiten Durchschnitt und liegen meist vor den anderen neuen Bundesländern. Die Zuwachsraten pro Jahr bewegen sich zum Teil im zweistelligen Bereich und belegen die Dynamik der
Veränderung. Im Rahmen der Unternehmenskommunikation müssen nun Mitarbeiter und Kunden
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über die Neuerungen informiert, aber auch „mitgenommen“ werden. Nur eine breite Akzeptanz
kann diese Systeme zum Erfolg führen.
Internet-affine Thüringer Unternehmen
Aktive Nutzung von Social Media in Thüringen
Anteil an allen Unternehmen bzw. an Unternehmen mit Internetzugang, in %, 2013
Anteil an den Unternehmen mit Internetzugang, in %, 2013
Internetzugang
92
91
57
90
63
89
64
88
61
88
60
mobiler Internetzugang
88
56
87
64
87
63
64
87
87
66
60
86
54
85
85
59
ERP-Software*
80
83
74
71 70
65
Social Media
Homepage
70
60
65
50
48
40
30
20
10
0
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
* Anteil der Unternehmen mit ERP-Software an Unternehmen mit Computernutzung bei
Unternehmen mit 10 und mehr Beschäftigten
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Die Thüringer Unternehmensstruktur ist zu 90 % von sehr kleinen Firmen mit bis zu 9 Beschäftigten geprägt. Knapp 8 % beschäftigen zwischen 10 und 49 Arbeitnehmer. Nur rund 2 % der Thüringer Firmen haben 50 und mehr Angestellte. Die Unternehmenskommunikation kleinerer Firmen
kann sich häufig keine offensive Werbung in den Printmedien oder mit Werbeartikeln leisten. Jedoch bietet das Internet eine gute Alternative: So ist ein attraktiver, informativer und gepflegter
Internetauftritt fast schon ein „Muss“, um mit Kunden zu kommunizieren. Je nach Produkt oder
Dienstleistung kann die Unternehmenskommunikation mit einer ansprechenden Homepage auch
überregional Käuferschichten erschließen. Hier hat Thüringen noch Nachholbedarf. Über eine
eigene Homepage verfügen nur knapp 40 % der Unternehmen mit Internetzugang, während der
Bundesdurchschnitt 66 % beträgt.
Chancen für
Kleinunternehmen durch
Internetmarketing
Im privaten Bereich verändern sich die Kommunikationswege innerhalb weniger Jahre: Vom Fax
zur E-Mail, über Chatrooms und facebook zu skype, whatsapp, facetime und snapchat, um nur
einige neue Medien zu nennen. So besitzen 80 % der Thüringer Haushalte einen PC, 74 % haben
Zugang zum Internet und 90 % telefonieren mit einem Mobiltelefon. In den Schulen und Universitäten kommen white boards, also elektronische Tafeln, zum Einsatz, die eine Speicherung und Übertragung des Unterrichtmaterials ermöglichen. Die schnelle Verfügbarkeit von Informationen erfordert eine Neuausrichtung der Bildungsinhalte. Die virtuellen Möglichkeiten erzeugen insgesamt
einen Druck auf alle gesellschaftlichen Gruppen, die Rahmenbedingungen anzupassen.
Großer Einfluss auf private
Kommunikation
Thüringer Privathaushalte bestens ausgestattet
Auch ältere Generation häufig im Internet unterwergs
Thüringen: Ausstattungsgrad pro 100 Haushalte in %
.
85
80
74
72
60
90
Deutschland: Durchschnittliche Nutzung des Internets durch Personen, in %, 2013
jeden Tag oder fast jeden Tag
5
15
68
57
mindestens einmal in der Woche
weniger als einmal die Woche
9
6
10
8
13
18
25
26
43
80
2003
2008
PC
2013
2003
2008 2013
Internet
2003
2008 2013
Handy
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
Insgesamt
93
88
66
10 bis 15
Jahre
16 bis 24
Jahre
25 bis 44
Jahre
75
62
45 bis 64 65 Jahre und
Jahre
älter
Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Volkswirtschaft/Research
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Dabei ist das Internet nicht nur ein Medium, das die Jungen erreicht, sondern schon längst in der
älteren Generation angekommen: Personen, die 65 Jahre oder älter sind, nutzen zu 62 % das
Internet täglich oder fast täglich. Als Aktivität ist das Informieren über Waren und Dienstleistungen
für alle Nutzer genauso wichtig wie das Senden und Empfangen von E-Mails. Dies sollte ein weiterer Anreiz für Unternehmen sein, zumindest eine eigene Homepage zu entwickeln.
3.3 Clusterbildung aktiv betreiben und kommunizieren
Thüringen baut auf
industrieller Tradition und
natürlichen Vorteilen
Cluster sind Unternehmen einer oder mehrerer Branchen, die u.a. eng mit Zulieferern, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie öffentlichen Institutionen in der Region zusammenarbeiten.
Meist besitzen sie gewisse überregionale Bedeutung. In Thüringen sind inzwischen etliche Cluster
auch mit entsprechenden Strukturen der Zusammenarbeit entstanden. Dabei ist auffällig, dass
Branchen wie Landwirtschaft und Ernährungsgewerbe sowie Forstwirtschaft und Holz-/Papiergewerbe aufgrund der natürlichen Gegebenheiten in Thüringen vermehrt angesiedelt sind. Auch
die Freizeitwirtschaft nutzt die natürlichen Voraussetzungen des Landes, bereichert um das örtliche Kulturangebot. Die geografische Lage Thüringens – auch ein natürlicher Standortfaktor – und
die gute Verkehrsanbindung bieten ideale Voraussetzungen für Logistikunternehmen.
Die industrielle Tradition Thüringens stellt einen Kristallisationspunkt für weitere Unternehmen dar.
Entsprechend sind industrielle Cluster in Thüringen entstanden, die über die Region hinaus strahlen: Elektrotechnik/Optik/Glasgewerbe, Metallerzeugnisse, Maschinenbau, Fahrzeugbau sowie
Kunststoff- und Gummiwaren.
Interaktion zwischen Megatrends und Clustern
Übersicht
Gastgewerbe, Sport,
Unterhaltung, Kultur
Freizeit
soziale Gerechtigkeit,
Chancengleichheit
Parallelgesellschaften,
Individualismus
Demografie
Sport, Wellness,
Gesundheit
Sicherheit
Bildung, Forschung
Telekommunikation
Industriebranchen
Megatrends
Virtuelle
(soziale)
Netzwerke
Logistik
Klima-/Umweltschutz
Cluster
Globalisierung
Wachstumspole
in Eurasien
Staatsverschuldung
Ressourcenknappheit
every business is local
Nachhaltigkeit
Landwirtschaft,
Ernährungsgewerbe
Forstwirtschaft,
Holzgewerbe,
Papiergewerbe
nachwachsende
Rohstoffe
Quelle: Helaba Volkswirtschaft/Research
Wichtig ist, dass die Thüringer Cluster mit den Megatrends interagieren. So sind Wellness/Sport
und Freizeit zentrale Themen, die für Jung und Alt an Bedeutung zunehmen werden. Sportliche
Aktivität wird wichtiger, da soziale Kontakte vermehrt vom PC oder Smartphone aus gepflegt werden. Das Cluster Freizeitwirtschaft profitiert in Thüringen unmittelbar davon.
Bildung sorgt für
Aufstiegschancen
Bildung und Forschung müssen Antworten auf die sinkenden Bevölkerungszahlen bereithalten.
Dies gewinnt an Brisanz, da der Wissensbereich für die Durchlässigkeit in einer Gesellschaft sorgen soll, in dem er Aufstiegschancen ermöglicht, was mit Blick auf die soziale Gerechtigkeit nicht
unerheblich ist.
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Lohngefüge wichtig für
Berufswahl
Das Lohngefüge – auch wichtig für die soziale Gerechtigkeit – dürfte in Zukunft vermehrt thematisiert werden. Denn allein persönliche Erfüllung wird nicht genug Motivation für Nachwuchskräfte
sein, sich beispielsweise den sozialen Berufen zuzuwenden. Dies ist aber angesichts der absehbaren demografischen Entwicklung notwendig, weil der Betreuungsbedarf sowohl der Youngsters als
auch der Oldies steigt. Zum einen muss nämlich dafür gesorgt werden, dass ein höherer Prozentsatz der jungen Menschen als heute in den Arbeitsmarkt integriert werden kann, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Auch ist eine Erhöhung der Frauenerwerbsbeteiligung nur zu erreichen,
wenn qualifizierte Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder zur Verfügung stehen. Zum anderen wird mit dem Anstieg des Durchschnittsalters die Pflege der Angehörigen eine wichtige Aufgabe, die von professionellen Kräften zumindest unterstützt werden sollte.
Die Globalisierung bleibt in den kommenden Jahren als Trend erhalten. Dies stimuliert zunächst
die Logistik, ist aber auch für die deutsche Investitionsgüterindustrie sehr wichtig. In diesem Zusammenhang stehen Bildung und Forschung wieder im Fokus, um zum einen die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft zu stärken. Zum anderen werden die Folgen für Klima und Umwelt,
die das höhere Wachstum in den Schwellenländern langfristig mit sich bringen wird, die Forschung
herausfordern. Hier müssen nachhaltige Konzepte zur Minimierung externer Kosten gefunden
werden.
Thüringens Cluster mit
Metatrends eng
verbunden
Es gibt zur Globalisierung inzwischen eine Gegenbewegung, die mit „every business is local“ auf
die regionale Verbundenheit von Wirtschaften hinweist. Hier kann Thüringen punkten. So ist das
Land im Spektrum der Megatrends solide aufgestellt. Es weist in allen tangierten Branchen Cluster
auf, die zumindest von regionaler Bedeutung sind. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die
Hochschulen. Sie haben in vielen Bereichen mit Forschungsvorhaben begonnen, die sich mit den
Megatrends beschäftigten. So werden neben den vielfältigen technischen auch die gesellschaftspolitischen Aspekte berücksichtigt, z.B. im Max-Planck-Institut zur Erforschung von Wirtschaftssystemen und im Leibniz-Institut für Altersforschung. Diese mehrdimensionale Betrachtungsweise gilt
es weiter zu verfolgen. Denn nur so kann Marketing für Thüringen und seine Unternehmen getreu
Luthers Ausspruch erfolgreich sein: „Wer etwas haben will, muss auch etwas geben.“
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Adressen der Landesbank Hessen-Thüringen
Hauptsitze
Niederlassungen
Repräsentanzen
Frankfurt am Main
MAIN TOWER
Neue Mainzer Straße 52–58
60311 Frankfurt am Main
Telefon 0 69/91 32-01
Telefax 0 69/29 15 17
Düsseldorf
Uerdinger Straße 88
40474 Düsseldorf
Telefon 02 11/3 01 74-0
Telefax 02 11/3 01 74-92 99
Madrid
(für Spanien und Portugal)
General Castaños, 4
Bajo Dcha.
28004 Madrid
Spanien
Telefon +34 91/39 11-0 04
Telefax +34 91/39 11-1 32
Erfurt
Bonifaciusstraße 16
99084 Erfurt
Telefon 03 61/2 17-71 00
Telefax 03 61/2 17-71 01
Bausparkasse
Landesbausparkasse
Hessen-Thüringen
Offenbach am Main
Strahlenbergerstraße 15
63067 Offenbach am Main
Telefon 0 69/91 32-02
Telefax 0 69/91 32-29 90
Erfurt
Bonifaciusstraße 19
99084 Erfurt
Telefon 03 61/2 17-60 2
Telefax 03 61/2 17-70 70
Förderbank
Kassel
Ständeplatz 17
34117 Kassel
Telefon 05 61/7 06-60
Telefax 05 61/7 06-8 65 72
London
3rd Floor
95 Queen Victoria Street
London EC4V 4HN
Großbritannien
Telefon +44 20/73 34-45 00
Telefax +44 20/74 89-03 76
New York
420, Fifth Avenue
New York, N.Y. 10018
USA
Telefon +1 212/7 03-52 00
Telefax +1 212/7 03-52 56
Paris
118, avenue des Champs
Elysées
75008 Paris
Frankreich
Telefon +33 1/40 67-77 22
Telefax +33 1/40 67-91 53
Wirtschafts- und
Infrastrukturbank Hessen
Strahlenbergerstraße 11
63067 Offenbach am Main
Telefon 0 69/91 32-01
Telefax 0 69/91 32-24 83
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Moskau
Novinsky Boulevard 8
Business Centre Lotte,
20th Floor
121099 Moskau
Russland
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Auswahl der
Tochtergesellschaften
Auswahl der
Tochtergesellschaften
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40474 Düsseldorf
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GWH
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