Geotop 2005 - Geo-Naturpark Bergstraße

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Zwischen Granit und Sandstein Landschaft erleben
Der Tag des Geotops im Geo-Naturpark:
Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
An diesem Tag präsentieren wir Ihnen ein besonderes Geotop, das den Zusammenhang zwischen
der Geschichte unserer Erde und dem Wirken des
Menschen anschaulich zeigt.
Geotope, wie etwa Natursteinklippen, Stein-
Die vielfältige Geo-Naturpark Landschaft ist ein Abbild
des geologischen Untergrundes. Auf die weite, flachräumige Oberrheinebene folgen die sanften Kuppen
des Kristallinen Odenwaldes. Im BuntsandsteinOdenwald hingegen dominieren ausgedehnte Hochflächen, die von tiefen Tälern durchzogen sind. Die
östlich anschließende Muschelkalk-Landschaft zeichnet sich durch typische Karsterscheinungen (Höhlen
und Dolinen) aus. Diese Landschaft wurde im Verlauf
der Erdgeschichte mehrfach umgestaltet.
So entstand der Kristalline Odenwald, der aus Tiefengesteinen (z.B. Granit, Gabbro) und Schiefern aufgebaut
ist, im Erdaltertum bei der Kollision zweier Urkontinente. Die Sand- und Tonsteine des BuntsandsteinOdenwaldes wurden im Erdmittelalter in Flüssen und
Seen abgelagert, während die Muschelkalk-Ablagerungen des Baulandes Zeugen eines Meereseinbruchs sind.
Die Absenkung des Oberrheingrabens, der mit Kiesen,
Sanden und Tonen gefüllt ist, begann vor etwa 50
Millionen Jahren. Folge dieser Bewegungen war die
Wiederbelebung tiefgreifender Bruchsysteme wie der
Otzberg-Störung sowie der Aufstieg von Gesteinsschmelzen aus dem Erdmantel.
Die Ausformung der Mittelgebirgslandschaft erfolgte
schließlich während der Eiszeiten.
Diese dynamische Entwicklung ist im Motto des GeoNaturparks zusammengefasst: „Zwischen Granit und
Sandstein Kontinente in Bewegung“.
brüche oder besondere Landschaftsausschnitte,
sind unser Schlüssel zur Vergangenheit. Als
Fenster in die Erdgeschichte zeigen sie uns Spuren
vom Werden und Vergehen der Kontinente,
globalen Klimawechseln oder auch vom Aussterben ganzer Tiergruppen. Die Vergangenheit
verstehen - das ist wiederum ein Schlüssel für die
Zukunft.
Der Otzberg als Botschafter aus der Zeit des
Tertiärs vor etwa 22 Millionen Jahren gibt uns
einen faszinierenden Einblick in weltbewegende
Zusammenhänge: wandernde Kontinente, Risse in
der Erdkruste und glutflüssiges Gestein, das zu
Säulen erstarrt.
Basaltsäulen
Geotop 2005
Wanderkarte Nr. 3 (1:20.000), roter
Kreis: Basaltsäulen
Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
Geotop 2005
Der Otzberg
Botschafter aus dem Erdmantel
Kontinente in Bewegung
Deckgebirge (Perm, Buntsandstein)
Galgenberg,
44 Ma
Grundgebirge (Granit, Gneis)
Lengfeld
Störungen
Zipfen
Reinheim
Heydenmühle
Überau
NiederKlingen
Forstberg,
44 Ma
Otzberg,
22 Ma
Hering
OberKlingen
Kuhtränke
Breitenstein, 31 Ma
Hippelsbach
N
1 km
Hassenroth
Babist 2005
Der Otzberg-Vulkan
Vor etwa 22 Millionen Jahren bahnte sich eine
über 1100°C heiße Basalt-Schmelze ihren Weg bis
an die Erdoberfläche - der Otzberg-Vulkan brach
aus. Nach dem Abklingen der vulkanischen
Aktivitäten erstarrte die im Vulkanschlot
abgetragene
Basaltlava
usbruch
i Vulkana
fläche be
heutige Landoberfläche
Lagergang (Sill)
Grundgebirge
Vulkanschlot
Deckgebirge
Babist 2005
(Zufuhrkanal) verbliebene Schmelze. In heutiger
Zeit sind der Vulkankrater und die ausgeflossenen
Lavaströme längst abgetragen. Der im Schlot
verbliebene feinkörnige Nephelinbasalt hingegen
ist härter als das Umgebungsgestein und daher als
Härtling erhalten geblieben. Dieser bildet die
Erhebung des Otzberges wie wir ihn heute als
landschaftsdominierendes Element der Reinheimer Bucht kennen.
Beim Aufstieg der Gesteinsschmelze wurden
immer wieder Bruchstücke von Nebengestein
(Granitgneis, Buntsandstein) mitgerissen. Sie
blieben mit dem erkaltenden Basalt im Vulkanschlot stecken und zeugen noch heute von
dem Weg, den die Lava durch die Gesteinsschichten der ErdOberfläche
kruste genommen hat und von
der ehemaligen
BuntsandsteinBedeckung der
Reinheimer Bucht
in der Tertiär-Zeit,
die heute längst
nd
abgetragen worVo l u
menschwu
den ist.
Babist 2005
Rissausbreitung nach unten
Basaltschlote (Alkali-Olivinbasalt, Nephelinit)
Landober
fortschreitende Abkühlung
Vor etwa 50 Millionen Jahren begann sich die
Erdkruste nördlich der Alpen als Folge der AlpenGebirgsbildung in Ost-West-Richtung zu dehnen.
Mit dem dabei einbrechenden Oberrheingraben
entstand eine Vielzahl von tief reichenden
Verwerfungssystemen, die als Aufstiegsbahnen
für Gesteinsschmelzen aus dem Erdmantel (über
50 km Tiefe) dienten. Diese stiegen bis an die
Erdoberfläche und bildeten in der Reinheimer
Bucht, bei Rossdorf und Messel in der Zeit vor
etwa 48 Millionen Jahren aktive Vulkane. Nach
einer Ruhephase wurden diese Störungen vor
etwa 22 Millionen Jahren nochmals reaktiviert
und waren Aufstiegsbahnen für die Laven des
Otzberges und des Breitensteins.
Symmetrie der Natur
abgetragener
Vulkankrater
Die scheinbar von Menschen gemachten, sechseckigen Basaltsäulen sind ein Werk der Natur. Beim
Auskristallisieren der Basaltschmelze kühlte das
Gestein von der Oberfläche her immer weiter ab.
Durch den gleich starken Volumenverlust bildeten
sich Schrumpfrisse, die sich idealerweise sechseckig vernetzten. Mit dem Wandern der Abkühlungsfront in das Schlotinnere verlängerten sich die
Schrumpfrisse in die Tiefe. So entstand die typische
Säulen-Struktur, wobei die Bruchflächen jeweils
rechtwinklig zur Abkühlungsfront stehen.
Literatur, Karten
(Auswahl)
Foto: D. Mertmann
Henningsen, D. & Katzung G. (2007): Einführung in die Geologie Deutschlands- 214
S. Spektrum.
Babist, J. (2005): Der Otzberg-Vulkan - Botschafter aus
dem Erdmantel (unveröff., Archiv Geo-Naturpark).
Der Geo-Naturpark (UNESCO Global Geopark)
umfasst eine Fläche von über 3500 Quadratkilometern zwischen Rhein, Bergstraße, Odenwald,
Main und Neckar. Hier finden lebendige Begegnungen mit Erdgeschichte, Natur, Mensch und
Kultur statt. Dabei sind Geotope als Fenster in
unsere ferne Vergangenheit von besonderer Bedeutung.
Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
Nibelungenstr. 41, 64653 Lorsch
Dipl.-Geol Dr. Jutta Weber/2016
Tel.: 06251-7079923
j.weber@geo-naturpark.de
www.geo-naturpark.de
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