Tropenmedizin Update 2015/2016

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Tropenmedizin update
Prof. Dr. Uwe Groß
Göttingen International Health Network
Universitätsmedizin Göttingen
Institut für Medizinische Mikrobiologie
[email protected]
Source: bbc.com
ÄKN, Gesprächsrunde Humanitäre Hilfe, 20.4.2016
Tropenmedizin Update 2015/2016
Masern
West-Nil-Fieber
Polio
Mumps
Diphtherie Meningitis
Polio
Tollwut
Ebola Polio
Cholera
Dengue
Masern
Pest
Chikungunya
Zika
Ebola-Epidemie noch nicht vorbei…….
Liberia
Ebola hämorrhagisches Fieber: Am 30. März ist erneut eine 30-jährige Frau aus
Monrovia verstorben. Sie war zuvor mit ihren 3 Kindern nach Guinea gereist. Zwei
der Kinder sind ebenfalls erkrankt. Es ist bereits das dritte Mal, dass die
Epidemie wieder aufflammt, nachdem das Land bereits für ebolafrei erklärt
worden war. Zuletzt hatte die WHO Mitte Januar den Ausbruch für beendet erklärt.
Im März 2014 wurden die ersten Infektionen aus dem Nachbarland Guinea
importiert, danach hat sich die Erkrankung landesweit ausgebreitet. Insgesamt sind
in Liberia während des Ausbruchs 10.675 Menschen erkrankt und 4.809 von ihnen
verstorben. Eine Infektion erfolgt entweder über Fledermäuse (z.B. Besuch von
Höhlen), Kontakt mit infizierten und erkrankten Wildtieren (Affen und Antilopen,
typischerweise beim Jagen oder Verzehren von ungenügend durchgebratenem
Fleisch) oder über Körperflüssigkeiten von Patienten (Blut, Urin, Stuhl). Da weitere
Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden können, rät das Auswärtige Amt
dringend die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken
fernzuhalten und bei Reisen ins Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen.
CRM 08.04.2016
Guinea
Ebola hämorrhagisches Fieber: Am 29. Dezember 2015 hat die WHO den
Ausbruch nach fast 2 Jahren für beendet erklärt. Am 17. März 2016 ist die
Erkrankung in der Präfektur Nzérékouré (Waldguinea) wieder aufgeflammt.
Seitdem wurden 9 bestätigte Fälle gemeldet. Bis auf einen sind alle Erkrankten
verstorben. Die ersten Erkrankungen wurden im Dezember 2013 gemeldet.
Insgesamt sind in Guinea bisher 3.804 Menschen erkrankt, 2.536 davon sind an
den Symptomen des hämorrhagischen Fiebers verstorben. Eine Infektion erfolgt
entweder über Fledermäuse (z.B. Besuch von Höhlen), Kontakt mit Infizierten oder
erkrankten Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise beim Jagen oder
Verzehren von ungenügend durchgebratenem Fleisch) oder über
Körperflüssigkeiten von Patienten (Blut, Urin, Stuhl). Daher ist das Infektionsrisiko
für (touristisch) Reisende gering. Da Neuerkrankungen nicht ausgeschlossen
werden können, wird Reisenden geraten die Nachrichtenlage aufmerksam zu
verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und bei Reisen besondere
Vorsicht walten zu lassen.
CRM, 08.04.2016
Ebola in Westafrika
(Stand: 27.3.2016)
Guinea
3.373
2.957
2.216
Liberia
9.482
3.150
4.241
Sierra Leone
11.742
8.484
3.687
Total
24.597
14.591
10.144
Guinea’s prefectures of
Nzérékoré and Macenta:
9 Ebola cases since
late February. 8 people have
died and one child remains
in treatment.
CDC, WHO, 27.3.2016
Ebola-Impfung ist sicher und effektiv
WHO/S. Hawkey
Guinea Phase III efficacy vaccine trial show that VSV-EBOV
(Merck, Sharp & Dohme) is highly effective against Ebola
While the vaccine up to now shows 100% efficacy in individuals, more
conclusive evidence is needed on its capacity to protect populations through
what is called “herd immunity”. To that end, the Guinean national regulatory
authority and ethics review committee have approved continuation of the trial.
The technique being used in vaccine trial is called "ring vaccination" which was
used in the 1970s to eradicate smallpox. Ring vaccination controls an outbreak
by vaccinating all suspected individuals in an area around the outbreak.
Mali
Meningitis: Während der Trockenzeit (Dezember-April) kommt es in den Ländern
des "Afrikanischen Meningitisgürtels" regelmäßig zu Meningitis-Epidemien. Seit
Anfang des Jahres wurden bereits 234 Verdachtsfälle gemeldet, 13 Menschen
sind verstorben. Neben Meningokokken wurden auch vermehrt
Pneumokokken als Ursache identifiziert. Für Risikoreisende ist eine Impfung zu
empfehlen.
CRM 08.04.2016
Benin
Meningitis: Bis einschließlich der 12. KW wurden bereits 307 Infektionen und 33
Todesfälle gemeldet. Als Erreger wurden überwiegend Pneumokokken
identifiziert. Während der Trockenzeit (Dezember-April) kommt es in den Ländern
des "Afrikanischen Meningitisgürtels" regelmäßig zu Meningitis-Epidemien. Für
Risikoreisende ist eine Impfung zu empfehlen.
CRM 08.04.2016
Burkina Faso
Meningitis: Seit Anfang des Jahres wurden bereits 1.414 Infektionen und 157
Todesfälle gemeldet. Neben Meningokokken wurden auch Pneumokokken als
Erreger identifiziert. Während der Trockenzeit (Dezember-April) kommt es in den
Ländern des "Afrikanischen Meningitisgürtels" regelmäßig zu MeningitisEpidemien. Reisende sollten Impfschutz beachten.
CRM 08.04.2016
Sambia
Cholera: Seit Anfang Februar wurden aus 5 Distrikten mehrere Hundert
Erkrankungen gemeldet, zahlreiche Menschen sind verstorben. Die meisten
Infektionen wurden aus der Hauptstadt Lusaka gemeldet, hier wurden mehr als
600 Fälle und 12 Todesfälle verzeichnet. Die Behörden planen in Zusammenarbeit
mit der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" und der WHO die bisher größte
Impfkampagne gegen Cholera. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.
CRM 12.04.2016
Tansania
Cholera: Seit Februar letzten Jahres gibt es in verschiedenen Regionen meist
kleinere Ausbrüche. Ausgehend von Dar es Salaam sind seit Mitte August in 23
Regionen mindestens 300 Menschen verstorben, es gibt etwa 20.000
Erkrankte. Auch auf Sansibar wurden mehr als 1.200 Infektionen und
mindestens 7 Todesfälle verzeichnet. Im März wurden innerhalb von 2 Wochen 50
Neuinfektionen registriert. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende
erwägen.
CRM 08.04.2016
Haiti: Diphtherie in Port-au-Prince
In den vergangenen Wochen und Monaten
wurden aus Haiti vereinzelte Todesfälle infolge
einer Diphtherie berichtet. Erst im März starb
ein Kind an Diphtherie in Port-au-Prince.
Breitflächige Impfkampagnen werden landesweit durchgeführt.
Auch in Deutschland werden alljährlich
Diphtherie-Fälle registriert.
2000 bis 2009: 7 von 9 Diphtherie-Erkrankungen hatten einen
reisemedizinischen Hintergrund.
Diphtherie in Russland
fit-for-travel, 10.4.2016
Diphtherie-Impfempfehlung (STIKO/WHO)
Grundimmunisierung:
ab 3. Monat:
DPT (3x alle 4 Wochen)
ab 2. Jahr:
DPT (1x)
6. Jahr: Td (50 IE Te-Toxoid, 5 IU Di-Toxoid)
12. Jahr: Td
18. Jahr: Td
alle 10 Jahre Td
Reiseprophylaxe:
vor Reiseantritt:
2 Impfungen (Abstand 4-6 Wochen)
6-12 Monate danach:
3. Impfung
alle 10 Jahre Td-Auffrischung!!!
Diphtherie
Erreger:
Corynebacterium diphtheriae
(Mensch ist einziger Wirt)
Inkubationszeit:
2-6 (oder mehr) Tage
Pathogenese:
Lokale Infektion mit
generalisierter Intoxikation
Diphtherie
Erreger:
Inkubationszeit:
Pathogenese:
Klinik:
Corynebacterium diphtheriae
2-6 (oder mehr) Tage
Lokale Infektion mit
generalisierter Intoxikation
Nasen-, Rachen-, Kehlkopf-,
Wunddiphtherie
-> feste Membranen,
Gaumensegelparese,
Fieber, LK-Schwellung
-> schweres Krankheitsgefühl
Komplikation:
Myokarditis
Diagnostik der Diphtherie
Kultur
Neisserfärbung (auch vom Originalmaterial)
Toxinnachweis (ELEK-Test, PCR)
Serologie zum Immunitätsnachweis
Neisser-Färbung
Corynebacterium diphtheriae
Polkörperchen: metachromatische Granula
Voluntinkörnchen (Calzium und Phospha
->
2 min Eisessig-Methylenblau/Kristallviolett
1 min Chrysoidin
Äquilibrium zwischen
Antitoxin- und Toxinkonzentration
A n t i t o x i n
ELEK-Test
Therapie der Diphtherie
Von Behring und (Pferdeserum
Kitasato, 1890:
Di-Immunglobulin
-> Allergie?)
plus
Penicillinneutralisieren
oder Erythromycin
„Antikörper
die Wirkung
des Diphtherietoxins“
ggf.
Tracheotomie
= Beginn
der Immunitätslehre
Diphtherie läßt sich verhindern!!!
- > Aktive Impfung mit Diphtherietoxoid
Madagaskar: Saisonal erhöhtes Pest-Übertragungsrisiko
Aus der Hauptstadt Antananarivo wurden mehrere Pest -Verdachtsfälle gemeldet.
Pest-Fälle auch aus dem nahe gelegenen Umfeld wie Anosibe, Anosimahavelona,
Anosizato, Manjakaray, Antanimora und Ankasina.
Madagaskar verzeichnet jährlich rund 200 Pestfälle
Madagaskar hat mit die den meisten Pest-Fälle.
In 2014 224 Erkrankungen mit 58 Toten. Seit 1990
jährlich ca. 200 Beulenpest-Fälle, insbesondere
Mahajanga & Bombetoka. Pest-Bakterien werden
durch Flöhe von Ratten auf den Menschen übertragen.
Zu Beginn der Regenzeit suchen die Ratten in den
© iStock/MikeLane45
Hütten der Menschen Zuflucht, vor allem zwischen
November und April. Im Falle der Lungenpest werden die Erreger mittels
Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch direkt übertragen.
Infektionsrisiko bei Trekkingreisen erhöht
Die meisten Pest-Fälle weltweit werden aus Madagaskar, der Demokratischen
Republik Kongo und Peru berichtet. Die WHO zählte 2013 weltweit insgesamt 783
Pest-Fälle – 126 Patienten verstarben. Vor allem in Slums und Armenvierteln. Für
Reisende nur in Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht
erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern)
ein Risiko.
Fit-for-travel,, 13.1.2015
Madagaskar:
Pestausbruch mit 63 Todesfällen
Der letzte größere Ausbruch der Beulenpest in Madagaskar begann bereits vor
fünf Monaten im August 2015 und führte bislang zu 63 Todesfällen. Mindestens
174 Menschen erkrankten. Viele Fälle wurden aus dem Distrikt Miarinarivo
gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte bereits im September
letzten Jahres vor der deutlichen Zunahme von Pesterkrankungen. Bereits zuvor im
Jahr 2014 kam es zu einem Pestausbruch bei dem mindestens 335
Erkrankungsfälle gezählt wurden und 79 Personen starben.
Zunahme der Erkrankungsfälle in der Regenzeit November bis April
In Madagaskar treten ganzjährig Pesterkrankungen auf. Vor allem während der
Regenzeit November bis April steigt die Zahl der Pesterkrankungen in Madagaskar
häufig an. Die Infektionskrankheit wird u.a. von Rattenflöhen auf den Menschen
übertragen. In der Regenzeit suchen Nagetiere, die durch den Pestfloh
befallen sind, in den Häusern der Dörfer und Städte Zuflucht. Durch die Nähe
zum Menschen kommt es daher häufiger zu Infektionen.
Fit-for-travel, 10.01.2016
Epidemiologie
der Pest
Quelle:
Groß, Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie
und Infektiologie, Thieme, 3 Auflage 2013
Pest
Erreger:
Yersinia pestis
Inkubation:
Lungenpest 1-2 Tage; Beulenpest 2-6 Tage
Klinik:
Beulenpest (häufigste Form):
akut Fieber und Schüttelfrost
schmerzhafte Leisten-LK -> hämorrhag Septikämie
-> unbehandelt liegt die Letalität bei 50-60%
Lungenpest (primär oder sekundär):
Bronchopneumonie, blutiges Sputum, Dyspnoe
Herzinsuffizienz, Kreislaufversagen
-> unbehandelt liegt die Letalität bei 100%!
Hautpest (selten)
Pest
Erreger:
Yersinia pestis
Inkubation:
Lungenpest 1-2 Tage; Beulenpest 2-6 Tage
Klinik:
Beulenpest (häufigste Form):
akut Fieber und Schüttelfrost
schmerzhafte Leisten-LK -> hämorrhag Septikämie
-> unbehandelt liegt die Letalität bei 50-60%
Lungenpest (primär oder sekundär):
Bronchopneumonie, blutiges Sputum, Dyspnoe
Herzinsuffizienz, Kreislaufversagen
-> unbehandelt liegt die Letalität bei 100%!
Hautpest (selten)
Diagnostik:
S3-Labor!
Kultur, PCR, IFT-Direktnachweis
Yersinia
pestis
Therapie / Prophylaxe der Pest
Streptomycin, Gentamicin
Doxycyclin, Fluorchinolone,
Sulfonamide
aktive Impfung
Pest-Prävention
- Erziehung und Aufklärung
- Rattenkontrolle
- Flohkontrolle
- Vakzinierung
- Antibiotika-Prophylaxe
- Internationale Quarantänepflicht
- Deutschland:
bereits Verdacht
ist meldepflichtig
USA
Mumps: In den ersten 3 Monaten dieses Jahres wurden landesweit bereits
467 Erkrankungen gemeldet. Darunter waren auch zahlreiche Cluster an
Universitäten. Solche lokalen Ausbrüche kommen immer wieder vor,
Austauschschüler und Studenten sollten ihren Impfschutz vor der
Abreise überprüfen.
CRM 12.04.2016
Foto:U.Groß
Kambodscha:
850 Tollwut-Todesfälle
Kambodscha gehört zu den Ländern mit den meisten Tollwut-Todesfällen.
Schätzungsweise 850 Todesfälle treten alljährlich landesweit auf. Häufig
kommt es zu Infektionen durch tollwütige Hunde, da die meisten der rund 4
Millionen Hunde im Land nicht gegen Tollwut geimpft sind. Rund 98% der
Einwohner die wegen Hundebissen die Klinik aufsuchen berichten, dass sie
nicht von einem streunenden Hund, sondern von ihrem eigenen oder dem
Nachbarhund gebissen wurden. Medikamente oder Impfungen die
unmittelbar nach Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier verabreicht
werden können, sind nicht überall und sofort erhältlich und entscheiden
daher häufig zwischen Leben und Tod. Die Gesundheitsbehörden planen
daher durch Tollwut-Impfkampagnen von Hunden, einen Schutz der
Bevölkerung zu erzielen und die Tollwut bis zum Jahr 2030 auszurotten.
Fit-for-travel, 20.12.2015
Rhabdoviridae
Tollwutvirus
(Rabies- oder Lyssavirus)
Behülltes RNA-Virus
Tollwutvirus
7 Genotypen:
Genotyp 1: Rabiesvirus (RABV) = klassisches Tollwutvirus
(Genotyp 2: Lagos-Fledermausvirus = Lagos bat virus, LBV)
Genotyp 3: Mokola-Virus (MOKV)
Genotyp 4: Duvenhage-Virus (DUVV)
Genotypen 5 und 6: Europäisches Fledermaus-Lyssavirus
= European bat lyssavirus (EBLV 1, 2)
Genotyp 7: Australisches Fledermaus-Lyssavirus
= Australian bat lyssavirus (ABLV)
Tollwutfälle beim Menschen kommen vor.
Globale Verbreitung der Tollwut
Tollwut
• Übertragung:
Speichel infizierter Tiere, Biss
• Inkubationszeit:
3-8 (52) Wochen
• Reservoir:
Wildtiere (sylvatischer Zyklus)
Füchse, Dachse, Marder,Waschbären, Rinder,
Rehe, Hirsche, Wildschweine, Fledermäuse
Haustiere (urbaner Zyklus)
Hunde, Katzen, Rinder, kleine Wiederkäuer,
Pferde
-> 60.000 Erkrankungen/ Jahr (Südostasien, Indien)
Quelle: F. Hufert
Tollwut
Klinik
Stadium
Dauer
Klinik
Inkubationszeit
< 30 Tage (25%) Keine
30-90 Tage (50%)
90-365 Tage (20%)
> 365 Tage
Prodromalstadium
2-10 Tage
Akutsymptomatik
Wutstadium (80%)
2-7 Tage
Halluzinationen, Angst, Agitation,
Beißen, Hydrophobie, Autonome
Dysfunktionen
Paralyse-Stadium
(20%)
2-7 Tage
Aufsteigende Lähmungen
Koma
0-14 Tage
Parästhesien, Wundschmerz,
Fieber, Übelkeit, Erbrechen
Tod
Quelle: F. Hufert
Wildtollwut in Deutschland
West-Nil-Virus
Reservoir:
Vögel (317 Arten, inkl. Zugvögel, Sperlinge)
Vektor:
Culex spp. und Aedes albopictus
Inkubationszeit: 3-14 Tage
Klinik:
Grippe-ähnlich
Meningitis/Meningoencephalitis bei 0.7%
Infizierte
Zugvögel
Einschleppung durch
Mücke
per Personenflugverkehr
Tel Aviv –New York
USA:
1999-2001: 149 Fälle (18 Todesfälle)
2003: 9.862 Fälle (264 Todesfälle)
2008: 1.370 Fälle (37 Todesfälle)
2012: 5.674 Fälle (286 Todesfälle)
Menschliche Fälle in Europa:
vor allem SO-Europa
Österreich (seropositiv)
-> Keine Impfung, keine Therapie
Fraction of mosquitos
infected
WN02 is more efficient than
NY99 at disseminating and
being transmitted by Culex
pipiens
Fraction of mosquitos with
viral replication
Fraction of mosquitos
transmitting the virus
(Relationship between genotype (NY99 and WN02),
temperature, and days since feeding (0.5 - 40 d) as
the proportion of mosquitos tested)
EU und Nachbarländer: Mehr als 200 West Nil-Fieber-Fälle
Das West Nil-Fieber breitet sich in Europa immer mehr aus. Nach Aussage der
Gesundheitsexperten der „European Centre for Disease Prevention and Control” hat
sich die Viruserkrankung auf neue Regionen ausgedehnt. Bis 20. November 2014
wurden in der Europäischen Union 74 und in den Nachbarländern 136
Erkrankungsfälle registriert. Noch im Oktober wurden Erkrankungsfälle in Italien,
v.a. in den Regionen Brescia und Piacenza bekannt. Die meisten Erkrankungen in
Italien wurden in den Provinzen Bologna und Cremona berichtet. Weitere
vereinzelte Fälle in Lodi, Mantova, Modena, Parma, Pavia, Verona und Emilia
Romagna.
West Nil Fieber-Fall in Wien
Aus Österreich wurde im August sogar ein einzelner Erkrankungsfall aus der Stadt
Wien berichtet. In Griechenland sind die Regionen Attiki, Ileia, Rodopi und Xanthi
betroffen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 15 Erkrankungsfälle überwiegend im
Monat August aus Griechenland gemeldet. In Ungarn waren es 11 West Nil FieberFälle in den Gemeinden Bacs-Kiskun, Bekes, Budapest, Csongrad, Hajdu-Bihar,
Pest und Jasz-Nagykun-Szolnok. Auch in Rumänien, Bosnien-Herzegowina,
Israel, Palästina, Russland und Serbien wurden mehrere Erkrankungsfälle
beobachtet.
Fit-for-travel,, 22.11.2015
Mexiko
Dengue: In 2016 wurden bisher ca. 18.500 Verdachtsfälle verzeichnet, 701
Erkrankungen verliefen schwer. Ein Mensch ist verstorben. Am stärksten
betroffen sind die Bundesstaaten Chiapas, Guerrero, Tabasco und Veracruz.
In 2015 wurden ca. 218.660 Verdachtsfälle registriert. 39 Menschen sind
verstorben. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
CRM 05.04.2016
Uruguay
Dengue: In 2016 bisher mehr als 580 Fälle. Die Erkrankungen sind im
Departamento Montevideo (S) , dem angrenzenden Departamento Canelones und
dem Departamento Salto (N) aufgetreten. Es gibt etwa 1.300 weitere Verdachtsfälle.
Mückenschutz beachten.
CRM 05.04.2016
Dengue in Brasilien
Klinik des Dengue-Fiebers
- meistens asymptomatisch
- Inkubationszeit 3-14 Tage
- Biphasische Krankheit
1.
Quelle: A. Stich
- hohes Fieber
- massive Knochen- und Muskelschmerzen (Knochenbruchfieber!)
- makulopapulöses Exanthem
- Leuko- und Thrombozytopenie
-> Nach ca. 7 Tagen selbstlimitierend
2.
- hämorrhagische Dengue-Fieber (0.2%) -> Kinder (Indonesien)
hohes Fieber, Hämorrhagien: Petechien, Nasenbluten,
innere Organe mit Leberbeteiligung
- Neutropenie, Thrombozytopenie, Proteinurie, Anstieg von Kreatinin
und Leberenzymen, Gerinnungsstörungen
-> Dengue-Schocksyndrom (DSS) mit hoher Letalität
-> Keine Impfung, keine Therapie
Chikungunya-Fieber
Sommer 2007:
Ravenna, Norditalien -> starke Mückenplage (heißer, feuchter Sommer):
- 197 Menschen mit Chikungunya-Fieber
- Quelle: 1 Reiserückkehrer aus Indien
Anpassung des Virus‘ an neue, kälteresistentere Überträgermücke:
Aedes aegyptus (Afrika) -> Aedes albopictus (Asien -> Europa)
-> seit 1990 in Italien
Chikungunya-Fieber:
über mehrere Wochen:
- Fieber, Gelenk- und Kopfschmerzen
- evtl. Exanthem in der 1. Woche
Foto: Hochedez et al., EID 2006
Argentinien
Chikungunya: Mitte August 2014 wurde der erste importierte Fall gemeldet.
Bis Ende des Jahres ist die Zahl auf 42 gestiegen.
In 2015 … wurden 40 Infektionen importiert. Seit Anfang dieses Jahres wurden
82 lokal erworbene Erkrankungen bestätigt und 58 Infektionen importiert.
Mückenschutz beachten.
CRM 12.04.2016
Chikungunya in Brasilien
Erdbeben in der Nähe von Muisne, Ecuador am 16.4.2016
Quelle: WFAA und d-maps.com
Lateinamerika: Kampf gegen Chikungunya-Fieber
Mindestens 600.000 Chikungunya-Erkrankungen
wurden im vergangenen Jahr aus Mittel- und
Südamerika gemeldet.
In Mexiko … 11.394 Fälle.
Kolumbien zählte in 2015 mehr als 350.000 Fälle und
Ecuador bis Ende November mehr als 29.000 Fälle.
In Bolivien … nahezu 10.000 Fälle. In … Venezuela wurden mehr als 15.000
Fälle. Seit Beginn des Ausbruchs im Jahr 2013 … über 1,6 Millionen in der
Region.
Auch Touristen erkrankten an Chikungunya Fieber
Durch die starke Ausbreitung … in der Karibik, Mittel- und Südamerika wurden
viele … Reisende … infiziert. Mehr als 650 amerikanische Touristen
infizierten sich mit Chikungunya-Viren im vergangenen Jahr. … . Auch in
Deutschland wurden im Vorjahr sehr viele Chikungunya-Infektionen bei Reisen
in diese Regionen beobachtet. … mehr als 100 Chikungunya Fieber-Fälle bei
deutschen Touristen...
Guter Mückenschutz ist wichtig
… keine Schutzimpfung.
Fit-for-travel 03.01.2016
Ecuador (fit-for-travel)
Malariahinweise
Risikogebiete: Risiko im ganzen Land
unterhalb 1.500 m Höhe auch an den
Küsten v.a. in der Provinz Esmeraldas
Kein Malariarisiko: im Hochland, Quito,
Guayaquil und Galapagos
Übertragungsmonate: ganzjährige
Gefährdung
Malariaart: 43 % Malaria tropica (P.
falciparum), ansonsten Malaria tertiana (P.
vivax)
Nur Notfallmedikation empfohlen
(Standby): ganzjährig landesweit
unterhalb 1.500 m Höhe, auch an den
Küsten (v.a. Esmeraldas)
Ähnliche geographische Verbreitung, ähnliche Klinik
2009 erstmals außerhalb von
Afrika und Asien -> Mikronesien
Zikavirus
Familie:
Flaviviridae (Gelbfieber, Dengue, WNV, Japan Encephalitis)
behüllt, (+)ssRNA
Erstisolierung: 1947 Rhesusaffe im Zika-Forest, Entebbe, Uganda
Vorkommen:
Afrika -> Asien -> Americas
Übertragung:
Aedes (Stegomyia) aegypti, Aedes albopictus
Symptomatik:
Fieber, Arthralgien, Exanthem (7 Tage), Konjunktivitis
bisher kaum tödlichen Verläufe bekannt
Neu: Microcephalus, GBS(?)
Diagnostik:
PCR
(Serologie -> Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren)
Fotos: CMR 2016
Quelle: ftr 2014; 21
25.02.2014 (fit-for-travel.de)
Französisch Polynesien: Zika Fieber breitet sich auf Inseln aus
Das Zika-Virus hat bereits zu über 30.000 Erkrankungen geführt. Auch
vereinzelte Erkrankungen unter Urlaubern wurden nach Aufenthalt in
Thailand oder auf den Inseln Tahiti und Bora Bora bekannt
Zika
As of 15 April 2016,
autochthonous cases
of Zika virus infection
have been reported
from 45 countries and
territories worldwide
in the past two months.
49 countries/territories
have reported autochthonous cases of Zika
virus infection in the
past nine months.
16 countries
85 countries
are affected
by the Zika virus
34 countries
35 countries
Wikipedia 160416
160212
Dynamik der
Ausbreitung
von Zika in
Americas
Zika – data from Brazil
Kolumbien
Zika-Virus: Mitte Oktober 2015 … die ersten 9 Infektionen bestätigt. … Bis Anfang
April 2016 ist die Zahl der laborbestätigten Infektionen landesweit auf 2.606
gestiegen. 3 Menschen sind verstorben. Es gibt ca. 61.400 Verdachtsfälle. Der
Erreger wurde 1947 erstmals in Uganda beschrieben, später auch in einer Reihe
anderer afrikanischer und südostasiatischer Länder. In diesem Jahr wurden erstmals
Infektionen auf dem südamerikanischen Festland bestätigt. Untersuchungen haben
inzwischen gezeigt, dass das Virus bereits zwischen Mai und Ende Dezember 2013
nach Südamerika eingeschleppt wurde. Reisende sollten auf sorgfältigen
Mückenschutz achten. Schwangere sollten derzeit von nicht notwendigen
Reisen
in
Fit-for-travel,,
07.12.2015
die betroffenen Gebiete absehen, da bei einer Infektion mögliche Fehlbildungen beim
ungeborenen Kind nicht ausgeschlossen werden können.
CRM 12.04.2016
St. Lucia
Zika-Virus: Anfang April wurden die ersten 2 autochthonen Infektionen
gemeldet. Eine 28-jährige Frau und ein 25-jähriger Mann sind erkrankt. Der
Erreger wurde 1947 erstmals in Uganda beschrieben, später auch in einer Reihe
anderer afrikanischer und südostasiatischer Länder. Im vergangenen Jahr wurden
die ersten Infektionen in Süd- und Mittelamerika nachgewiesen. Reisende,
insbesondere Schwangere, sollten auf sorgfältigen Mückenschutz achten.
CRM 08.04.2016
Fidschi
Zika-Virus: Anfang April wurde in der Western Division der erste autochthone
Fall registriert. Die Übertragung erfolgt durch tagaktive Mücken. Mit Beginn der
Regenzeit und infolge des Zyklons "Winston" steigt das Risiko einer Infektion. In
der Regel verläuft das Zika-Fieber leichter als das dort vorkommende DengueFieber. Reisende, insbesondere Schwangere, sollten auf sorgfältigen
Mückenschutz achten.
CRM 05.04.2016
1953: 1st three human cases in Nigeria
…
until 2007: only 13 human cases worldwide
2007:
Outbreak in Micronesia (5.000 cases)
2013/14: Outbreak in French Polynesia
with 32.000 cases
Meanwhile sporadic cases in SE Asia
2015:
Outbreak in Brazil
-> ca. 1.3 Mio cases and
4.300 cases of microcephaly
2015:
Outbreak in Columbia
-> ca. 52.000 cases
Source: insidecostarica.com
Countries and territories in the Americas
with reported congenital syndrome associated
with Zika virus (as of 14 April 2016)
29% of women with primary Zikavirus infection
during pregnancy deliver affected babies
Zika situation report (WHO)
14 April 2016
• From 1 January 2007 to 13 April 2016, Zika virus transmission was documented in
a total of 64 countries and territories.
• Mosquito-borne transmission:
• 44 countries are experiencing a first outbreak of Zika virus since 2015, with
no previous evidence of circulation, and with ongoing transmission by
mosquitoes.
• 17 countries have reported evidence of Zika virus transmission prior to 2015.
• Person-to-person transmission:
• Six countries have now reported evidence of person-to-person transmission
(Argentina, Chile, France, Italy, New Zealand and the US).
• Microcephaly and other fetal malformations potentially associated with Zika virus
infection or suggestive of congenital infection have been reported in six countries
(Brazil, Cabo Verde, Colombia, French Polynesia, Martinique and Panama). Two
additional cases, (linked to a stay in Brazil), in Slovenia and the US.
• In the context of Zika virus circulation, 13 countries and territories worldwide have
reported an increased incidence of Guillain-Barré syndrome (GBS) and/or
laboratory confirmation of a Zika virus infection among GBS cases.
• Based on a growing body of research, there is scientific consensus that Zika
virus is a cause of microcephaly and GBS.
http://www.who.int/en/
Weiterhin Polio-Impfempfehlung für Pakistan und Afghanistan
… weiterhin Fälle der Kinderlähmung durch Wildvirus gemeldet: 74 Fälle …–
Afghanistan (20), Pakistan (54). Auch in diesem Jahr wurden die ersten beiden
Fälle Ende Januar in Pakistan registriert. … durch Unruhen und Krieg
Unterbrechungen von Impfkampagnen, so dass die Durchimpfungsrate in der
Bevölkerung die zur Ausrottung der Erkrankung erforderlich ist nicht erreicht werden
kann. …Polio-Impfschutz für Reisende nach Afghanistan und Pakistan v.a. bei
Hilfseinsätzen weiterhin unentbehrlich
Temporäre Polio-Impfempfehlung für Länder mit Impfstoff-abgeleitete
Polioviren
In Madagaskar, Nigeria, Laos, Guinea, Myanmar und der Ukraine … Einzelfälle,
die durch Polioviren verursacht wurden die sich von der Lebendvakzine ableiten.
Weltgesundheitsorganisation … empfiehlt Reisenden die sich länger als vier
Wochen im Land aufhalten, eine Impfung gegen Kinderlähmung.
Folgende Länder gelten weiterhin als vulnerabel für Polioviren:
Kamerun, Äquatorialguinea, Äthiopien, Irak, Israel, Somalia, Südsudan, Syrien
Bis 2018 erstrebt die WHO weltweit die Ausrottung der Kinderlähmung.
Fit-for-travel, 02.03.2016
Laos:
Kinderlähmung durch abgeleitete Polioviren
Seit Oktober 2015 werden aus Laos vereinzelnde Polio-Infektionen registriert, die
durch Impfstoff-abgeleitete Polioviren Typ 1 (cVDPV1) hervorgerufen wurden.
Ein 8-jähriger Junge starb an den Folgen der Krankheit.
Die Weltgesundheitsorganisation legte der Regierung des Landes daher nahe,
allen Personen die sich länger als vier Wochen im Land aufhalten, vor der
Ausreise eine Impfung gegen Kinderlähmung zu empfehlen. Die Impfung soll
zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise verabreicht werden. Diese
Maßnahme soll, laut WHO, der Vorbeugung dienen, dass sich die Erkrankung
nicht weiter ausbreitet. Die Impfung soll zudem in einen international gültigen
Impfausweis dokumentiert werden.
Fit-for-travel, 02.03.2016
Afrikanische Länder melden aktuelle Masernausbrüche
Die Gesundheitsbehörden von Liberia melden, dass in derzeit 10 von 15
Regionen des Landes Masernausbrüche anhalten, die bereits landesweit zu
mehr als 1.300 Erkrankungsfällen und mehreren Todesfällen geführt haben.
Auch andere afrikanische Länder sind aktuell von Masern betroffen. So wurden
bis Ende März 2016 aus dem Tschad 5.832 Erkrankungs- und 79 Todesfälle
berichtet. In Nigeria waren es 3.804 Erkrankungs- und 26 Todesfälle, in
Burkina Faso 1.258 Erkrankungs- und 10 Todesfälle und Kamerun 1.338
Erkrankungs- und sechs Todesfälle. Weitere Erkrankungsfälle mit vereinzelten
Todesfolgen wurden in Benin (85 Fälle), Zentralafrikanische Republik (31
Fälle) Elfenbeinküste (491 Fälle), Guinea (1.013 Fälle), Mauretanien (863
Fälle), Mali (774 Fälle), Niger (352 Fälle), Senegal (560 Fälle) Sierra Leone
(351 Fälle), Togo (295 Fälle) und Demokratische Republik Kongo (3.976
Fälle) registriert. Aufgrund der in vielen Regionen mangelhaft ausgebildeten
Melde- bzw. Erfassungssysteme, kann in den Ländern eine Unterfassung der
Erkrankungs- und Todesfälle angenommen werden.
Fit-for-travel, 02.04.2016
Masern 2015 in Deutschland
2.465 Masernfälle, davon 1.243 Fälle in Berlin
aufgrund eines ausgedehnten Ausbruchs von
Oktober 2014 bis August 2015
(Gesamtanzahl 2014: 442).
Fallzahl und Inzidenzen pro 1 Mio Einwohner
pro Jahr seit 2001 bis 2015 in Deutschland
Dem RKI übermittelte Masernfälle pro Monat
und Jahr seit 2003 bis 2015 in Deutschland
Masernvirus
Übertragung:
Tröpcheninfektion, Mensch als einziger Wirt,
extrem kontagiös (Kontagionsindex 95%)
Inkubationszeit: 8-12 Tage
Erkrankung:
Masern (= 1. Krankheit)
Enanthem mit Koplik Flecken, Exanthem,
Komplikation:
Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSP)
Quelle: CDC (links) und Groß, Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie,Thieme-Verlag, 3. Auflage 2013 (rechts)
Masern - Komplikationen
-> Otitis media
-> Pneumonie
1 – 3 Jahre
Bei 1 / 3.300 Kindern < 5 Jahre
Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE)
-> Demyelinisierung des gesamten Gehirns
-> Spätfolge nach 4-10 Jahren, stets tödlich
= slow-virus-Infektion (Masernvirus mit defektem M-Protein)
Stadium 1: Veränderungen der Persönlichkeit,
Schulversagen
Stadium 2: Massive, repetitive Myoklonien,
Krampfanfälle, Demenz
Stadium 3: Rigidität, extrapyramidale Symptome,
zunehmende Teilnahmslosigkeit
Stadium 4: Koma, apallisches Syndrom oder
Akinesien -> Tod!
Masern
Diagnostik:
Serologie (IgM-Antikörper)
SSPE -> intrathekale Antikörperproduktion
Keine Kausaltherapie !
Prävention:
Attenuierter Lebendimpfstoff (MMR)
1. Impfung im 11.-14. Monat, 2. Impfung bis 24. Monat
IfSG:
Verdacht, Erkrankung und Tod
Uganda
Gelbfieber: Mitte April wurden 6 Infektionen aus dem Distrikt Masaka gemeldet,
3 Menschen sind verstorben. Die Stadt Masaka soll nicht betroffen sein. Das
Gesundheitsministerium hat am 10. April 5 Fälle bestätigt. Es gibt weitere
Verdachtsfälle. Impfschutz unbedingt beachten. Eine Verschärfung der
Einreisevorschriften ist nicht auszuschließen.
CRM 2.04.2016
Angola
Gelbfieber: Seit Ende des letzten Jahres wurden landesweit mehr als 1.600
Verdachtsfälle registriert, 230 Menschen sind verstorben. Seit Ende Februar
geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. Am stärksten betroffen ist Viana, eine
Stadt in der Metropolregion der Hauptstadt Luanda. Impfschutz beachten. Bei der
Einreise ist eine (einmalige) Impfung gegen Gelbfieber vorgeschrieben.
CRM 12.04.2016
Thailand: Fleckfieber in Wäldern
Rund 8.000 Fleckfieber-Fälle wurden durch das thailändische Gesundheitsamt
bereits gemeldet – darunter fünf Todesfälle. Die Behörden warnen vor allem, dass
in den Wintermonaten Reisende gerne in die Wälder gehen und dort einem
erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Das Fleckfieber wird durch Bakterien
(sog. Rickettsia prowazekii) verursacht und durch Läuse übertragen. Eine direkte
Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es nicht. Die typischen Beschwerden
sind vor allem Fieber mit Kopf-, Glieder-, Muskelschmerzen und charakteristische
Hautveränderungen, die den Namen des "Fleckfiebers" geprägt haben. Im
weiteren Krankheitsverlauf kann es bei unterschiedlichen Körperorganen zu
verschiedenen Funktionsstörungen kommen. Auch Reisende können an
Fleckfieber erkranken – jedoch sehr selten.
Fit-for-travel,, 30.11.2015
Abb.: M. Löbermann, Rostock
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