Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie

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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Impressum:
Paukbuch 2.0 für angehende Heilpraktiker im Bereich der Psychotherapie:
Effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis [Spiralbindung]
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Verlag: Epubli GmbH: 2., überarbeitete Auflage

Berlin: 2015
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Sprache: Deutsch

© 2015 Sybille Disse
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies
gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Heilpraktiker Psychotherapie Express ®
Internetseite für mehr Informationen:
http://www.heilpraktiker-psychotherapie-express.de/
Bestellung:
http://www.buchhandlung-kuehn.de/Sybille-Disse-und-Tipps-von-Ihr/
Verantwortlich für den Inhalt: © Sybille Disse, Studienleitung
Coverbild Copyright:
© Fotolia.com
Illustration/Jacob-Zeichnungen: © Sven Hartmann Zürich - https://kater-jacob.de/
Verlag: Epubli GmbH, Oranienstrasse 183, 10999 Berlin - Servicenummer: 0180 5/ 88 11 20 - https://www.epubli.de/
Published in Germany
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet die Titel von Sybille Disse in der Deutschen Nationalbibliografie, detaillierte bibliografische Daten sind unter
http://dnb.d-nb.de abrufbar: ISBN 978-3-7375-5746-7
Benutzerhinweis:
Medizinische Erkenntnisse unterliegen einem steten Wandel. Herausgeber und Autorin dieses Werkes bemühen sich intensiv dem aktuellen Wissensstand
zu entsprechen. Dies entbindet den Benutzer nicht von seiner Sorgfaltspflicht.
Unsere ergänzende Empfehlung zum Paukbuch 2.0:
LEHRBUCH „ICD10 kompakt – Heilpraktiker für Psychotherapie“ von Sybille Disse
(erschienen im Elsevier-Verlag, August 2015)
Psychiatrische Störungsbilder kennen, behandeln, zuordnen
Das Wesentliche der psychiatrischen Störungsbilder nach ICD 10 – prägnant und leicht verdaulich auf die Bedürfnisse von angehenden
Heilpraktikern für Psychotherapie zugeschnitten. 120 psychische Störungsbilder - jedes Störungsbild ist nach einem einheitlichen Schema
beschrieben!
ISBN: 978-3-4375-7021-6
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
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 Synonyme/Definitionen, Epidemiologie/Ätiologie/Pathogenese, Leitsymptome/Begleiterkrankungen, Therapie/Prognose und Lernhinweise
- jeweils angereichert mit einer Überblicksgrafik und/oder Verständnisfrage
 200 Übungsfragen mit Fällen, Fragen aus dem Schriftlichen und Mündlichen + Lösung
 Zum Lernen und Wiederholen sind Originalprüfungsfragen den einzelnen Krankheitsbildern zugeordnet
 So können Sie sich strukturiert und systematisch auf die Prüfung vorbereiten.
Maße: 135 x 210 cm
Seiten: 384
ISBN:
978-3-4375-7021-6
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
INHALTSVERZEICHNIS
Kapitel 1)
Psychopathologie ....................................................................................................... 8
Kapitel 2)
Körperlich begründbare psychische Störungen .................................................... 27
Kapitel 3)
Abhängigkeit bzw. psychotrope Substanzen ......................................................... 34
Kapitel 4)
Schizophrenie ............................................................................................................ 43
Kapitel 5)
Affektive Störungen: manische und bipolare Störungen ..................................... 47
Kapitel 6)
Affektive Störungen: Depressionen ........................................................................ 50
Kapitel 7)
Neurotische, Belastungs- & somatoforme Störungen........................................... 53
Kapitel 8)
Verhaltensauffälligkeiten ......................................................................................... 62
Kapitel 9)
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen ............................................................ 67
Kapitel 10)
Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen ........................................... 73
Kapitel 11)
Psychiatrische Notfälle ............................................................................................. 79
Kapitel 12)
Suizidalität .................................................................................................................84
Kapitel 13)
Therapiemethoden ...................................................................................................88
Kapitel 14)
Berufs- und Gesetzeskunde ......................................................................................99
Kapitel 15)
Psychopharmaka ..................................................................................................... 106
Kapitel 16)
Lernübersicht .......................................................................................................... 109
Kapitel 17)
Quellenangaben bzw. Literaturverzeichnis ........................................................... 115
INDEX
Stichwortverzeichnis ............................................................................................... 117
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
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"Begeisterung flößt der Seele die Kraft ein,
ihre schönsten Anstrengungen zu machen."
(Samuel Smiles)
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Liebe/r Leser/in,
Sie haben sich entschieden, die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie zu absolvieren. Ihr Ziel ist
es wahrscheinlich, die amtsärztliche Überprüfung bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt zu meistern, um dann später z.B. mit eigener
Praxis für Psychotherapie (HeilprG) Patienten mit psychischen Störungen helfen zu können.
Begleitend zu unserem Arbeitsbuch 2.0, Audio- und Videokurs halten Sie nun das Paukbuch 2.0 in der Hand.
Hierbei haben wir uns an den Anforderungen der Gesundheitsämter, den amtsärztlichen Überprüfungen der letzten 20 Jahre, zahlreichen
mündlichen Prüfungsprotokollen der letzten 15 Jahre und der ICD 10 (internationaler Katalog der Erkrankungen) orientiert, damit wir Sie
optimal auf die Heilpraktikerüberprüfung vorbereiten! Dieses Paukbuch beinhaltet die prüfungsrelevanten Inhalte - kurz und knackig
zusammengefasst. Gehen Sie diese der Reihe nach durch (oder auch „querbeet“), lernen Sie in kleinen, leicht verdaulichen Häppchen (so, wie
es Ihre Zeit zulässt!) und schließen Sie ganz entspannt eventuelle Wissenslücken. Der Lernstoff für den Heilpraktiker im Bereich der
Psychotherapie ist zwar sehr umfangreich (und der Begriff „kleiner HP“ auf keinen Fall gerechtfertigt!), dennoch ist es sehr gut möglich,
erfolgreich und motiviert die Prüfung zu absolvieren, wenn der Inhalt (insbesondere die Krankheitsbilder) entsprechend strukturiert ist.
Wir gehen davon aus, dass Sie die gängigen psychopathologischen Symptome im Laufe der Ausbildung bereits kennengelernt haben. Falls
Ihnen aber doch einmal auf die Schnelle ein Fachbegriff nicht einfällt oder Sie sich nicht mehr genau an die Bedeutung erinnern, haben wir die
wichtigen Fremdwörter unten auf der Seite als „Worterklärung“ erläutert. Denn in der Prüfungsvorbereitung sollten Sie sich auf das Lernen
konzentrieren dürfen und die wertvolle „Paukzeit“ nicht mit Nachschlagen verbringen müssen.
Damit auch der Humor beim Lernen nicht zu kurz kommt, haben wir uns (wenn möglich) kurze Merkwörter bzw. Merksätze ausgedacht. Diese
sind zu dem Zwecke konzipiert, damit Sie bei der Menge an Stoff auch einmal kurz verschnaufen und im besten Fall die Merkausdrücke als
kleine Gedächtnisstützen nutzen können (Wussten Sie, dass Humor Energien freisetzt, für Aufmerksamkeit sorgt und neugierig macht?). Wir
haben bei der Erstellung dieses Buches manches Mal überlegt, ob wir bestimmte Merkwörter bzw. Merksprüche (gerade bei diesem ernsten
Thema der psychischen Erkrankungen) so schreiben können, oder ob sich das vielleicht „nicht schickt“. Schlussendlich sehen wir im
„humorigen Lernen“ viele Vorteile: der Leser wird dadurch wachgerüttelt, es kann ein Perspektivwechsel stattfinden, aus dem Sie die Störung
oder bestimmte Symptome evtl. erst begreifen oder sich einfach besser einprägen können, Erkenntnisse können sich entwickeln, AhaErlebnisse stattfinden und Lernprozesse beschleunigt werden… Humor schafft einfach die besten Voraussetzungen für einen Lernerfolg!
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Bitte denken Sie immer daran: Es gibt zwar verschiedene Lerntypen, aber allen gemeinsam ist, dass man für die Vorbereitung auf die HPPPrüfung eines tun muss: Anfangen zu lernen!  Daher empfehlen wir Ihnen wärmstens unsere „kleine Checkliste für die Paukzeit“:1
Lernplatz optimieren: umgehend einen festen Paukplatz mit einer guten Lichtquelle und wenig Ablenkung organisieren
absolute Ruhe: entsprechende Störquellen entfernen (z.B. Handy lautlos schalten, Fenster schließen)
entspannt lernen: den Mitmenschen vorher Bescheid geben, „dass jetzt Paukzeit ist!“ und Sie für einen bestimmten Zeitraum nicht
ansprechbar sind (ggf. ein Schild aufhängen)
gerne lernen: dem Lernen zuträgliche Voraussetzungen schaffen (z.B. eine Thermoskanne Kaffee und Kekse bereitstellen)
effektiv lernen: lieber öfter als lange lernen (Unser Tipp: nicht mehr als 2 Tage mit dem Lernen pausieren, dafür lieber nach dem
Motto „in der Kürze liegt die Würze“ das Paukbuch mitnehmen und z.B. bei Wartezeiten einen „Lernquickie“ einlegen  )
Anreize schaffen: eine Belohnung überlegen, wenn ein Ziel erreicht wurde (z.B. Wochenziel erreicht -> Belohnung xy …)
Sie haben sich für ein faszinierendes, aber auch sehr anspruchsvolles Gebiet entschieden, auf dem Sie tätig werden möchten. Auf diesem Weg
möchten wir Ihnen eine professionelle Hilfe an die Hand geben, Sie begleiten, tatkräftig unterstützen und motivieren. Es ist zu schaffen!!!
Auf Ihr Feedback freuen wir uns sehr in unserem Gästebuch: http://www.heilpraktiker-psychotherapie-express.de/Gaestebuch
Und nun wünschen wir Ihnen viel Vergnügen mit diesem Büchlein, ganz viele Aha-Erlebnisse beim Lernen und dass Sie die „Hürde“ der
Überprüfung zum/zur Heilpraktiker/in
(beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) nach dem Durcharbeiten
und souverän bestehen!
des Paukbuches mit Leichtigkeit nehmen
Ihre Sybille Disse und Team
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Dies sind lediglich Anregungen - falls Sie mit anderen Lernstrategien gute Erfahrungen gemacht haben behalten Sie diese bitte auf jeden Fall bei!
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Kapitel 1) Psychopathologie2
Es geht los! Ist Ihr Lernplatz installiert? Prima! Falls nicht, wäre jetzt noch die Gelegenheit…(die Mühe lohnt sich!).
Im ersten Kapitel wird die Psychopathologie zusammengefasst. Kurz und knapp folgen nun die prüfungsrelevanten Inhalte:
8
(1.1) Psychiatrische Untersuchung und Befunderhebung
Psychiatrische Untersuchung und Befunderhebung: besteht aus Anamnese3 und psychopathologischem (psychischem) Befund
 Ziel: Herstellen einer vertrauensvollen Beziehung und das Krankheitskonzept des Patienten verstehen!
(1.2) Anamnese (Krankheitsvorgeschichte/Längsschnittuntersuchung)
1.
Eigenanamnese: Erfragung der aktuellen (psychischen) Beschwerden und Vorgeschichte sowie der früheren psychischen und
körperlichen Erkrankungen mit Beginn, Behandlung und Verlauf
2.
Medikamenten- und Abhängigkeitsanamnese („Nehmen Sie Medikamente ein? Welche? Seit wann? Wie oft? Wirkungen? NW4?...“)
3.
a) Biographie: „äußere Lebensgeschichte“ (Lebenslauf), „innere Lebensgeschichte“ (Entwicklung in Kindheit, Partnerschaft, Familie)
b) Familienanamnese: psychische und körperliche Erkrankungen in der Familie, Charaktereigenschaften, Suizidalität5
4.
a) Sozialanamnese: Sozialstatus, schulischer Werdegang, Berufsausbildung, derzeitige berufliche Stellung, soziale und kulturelle
Interessen, Freizeitgestaltung, Lebensgewohnheiten
b) Sexualanamnese: Sexualität, Partnerschaft, Ehe, sexuelle Entwicklung, Erfahrungen
5.
Fremdanamnese: Befragung von Personen aus dem Umfeld des Patienten
2
Wissenschaft und Lehre von den krankhaften Veränderungen des Seelenlebens, besonders von Psychosen und Psychopathien
Vorgeschichte einer Krankheit (griechisch anámnēsis = Erinnerung)
4
Nebenwirkung - zusätzliche Wirkung, die etwas [unerwarteter- oder unerwünschtermaßen] hat
5
Neigung zum Suizid (Selbstmord bzw. Selbsttötung (Amtssprache), verhüllend: Freitod)
3
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(1.3) Psychopathologischer Befund (Zusammenfassung der systematischen psychischen Untersuchung, Querschnittuntersuchung)

Jetzt-Zustand des „Organs Seele“

Psychopathologie = erkennen, beschreiben und dokumentieren von abnormen (abweichenden) Erlebens- und Verhaltensweisen in ihren
seelischen, sozialen und biologischen Bezügen
!
9
Wichtig: Patient auf Schweigepflicht6 hinweisen!
(1.4) Ideale therapeutische Grundhaltung (nach Scharfetter7)

„gefühlshaft-empathisches Mitschwingen“

„affektive Betroffenheit/Erschütterung zulassen“

„gleichzeitig intellektuell-rational zur Kenntnis nehmen und verarbeiten lernen“
 Ziel: die psychische Störung erschließen
(1.5) Testpsychologische Untersuchungen8

Leistungs-/Intelligenztests (Bsp.: Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Erwachsene, früher: HAWIE, seit 2013 nur WAIS-IV: Wechsler Adult
Intelligence Scale)

Persönlichkeitstests (zur Erkennung von Persönlichkeitseigenschaften) und projektive Tests („Deutungstests“, z.B.: Rorschach-Test9)

Entwicklungstests sowie spezielle psychologische Testverfahren (z.B. zur Beurteilung einer Depression)

Merke: Psychologische Tests sind oftmals eine gute Ergänzung zum untersuchenden Gespräch!
6
Vgl. BOH (Berufsordnung für Heilpraktiker) - Artikel 3 – Schweigepflicht (zu finden z.B. unter https://www.bdh-online.de/ )
Scharfetter, Christian Prof. Dr. med. (1936 – 2012), bekanntestes Werk: „Allgemeine Psychopathologie“
8
Eine Übersicht der psychologischen Tests finden Sie z.B. beim ZPID (Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation) http://www.zpid.de/psychologie/psychologietests.php
9
psychologischer Test, bei dem von dem Probanden Klecksbilder gedeutet werden müssen
7
9
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(1.6) Apparative Diagnostik

Verweis an den Arzt bzw. Facharzt!

z.B. Labor, EEG (Elektroenzephalographie), cCT (Computertomographie des Schädels), cMRT (Magnetresonanztomographie des Schädels)
10
(1.7) AMDP-System

Internationales System zur standardisierten Erfassung und Dokumentation eines psychopathologischen Befundes (wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP) erarbeitet) -> www.amdp.de
…………………………………………………………………………………………………………………………………………......
(1.8) BEGINN: Psychopathologischer (psychischer) Befund (angelehnt an das AMDP-System)
0. Äußere Erscheinung

Wir beobachten am Patienten: die Bekleidung, die Haar- und Körperpflege (gepflegt? verwahrlost? ...), die körperliche
Statur, den Konstitutionstyp und die Körperhaltung, das Verhalten, die Physiognomie (die „Lehre aus dem Gesicht“), …

Merke: Wichtig ist oft der erste Eindruck (italienisch: „prima vista“), den wir vom Patienten erhalten (z.B. sein Behandlungswunsch, die
Gründe für seinen Besuch, die Dringlichkeit, Emotionen, …). Der erste Eindruck (sowohl bei der Terminvereinbarung als auch beim
Erstkontakt) sollte also unbedingt festgehalten werden! Mitunter sagen die Patienten in den ersten Momenten sogar sehr bedeutungsvolle
Dinge, die bei der Findung der Diagnose mit richtungsweisend sind!
(1.9) Psychopathologischer (psychischer) Befund
a)
1. Bewusstseinsstörungen (quantitativ/qualitativ)
quantitative („intensitative“) Bewusstseinsstörung/Bewusstseinsminderung (i.d.R. organische Ursache!):
Wachheit:
„geistige Regsamkeit“
ungestörtes quantitatives Bewusstsein (Vigilanz = Grad der Wachheit)
Benommenheit:
„Dusel bzw. Taumel“
leichte Beeinträchtigung der Vigilanz bei Bewusstseinsklarheit
Somnolenz:
„krankhafte Schläfrigkeit“
durch Ansprache erweckbar, Reaktion auf (Schmerz-) Reize
Sopor:
„Besinnungslosigkeit“
nur durch stärkste (Schmerz-) Reize erweckbar, Vorstufe zum Koma!
Koma:
„ganz tiefer Schlaf“
tiefe Bewusstlosigkeit - nicht mehr erweckbar, meist lebensbedrohlich!
Merkspruch: Was Bettina sonntags so kocht… 
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
b)
qualitative Bewusstseinsstörung10 (veränderte bzw. eingeschränkte Klarheit des Bewusstseins11 – z.B. beim Delir, Intoxikationen, durch
Drogenkonsum [vor allem Alkohol, Halluzinogene], bei Dämmerzuständen12 [z.B. postiktal nach epileptischem Grand-Mal-Anfall], bei
Verwirrtheitszuständen, bei psychotischen Störungen [z.B. Manie, Schizophrenie]).
Die qualitativen Bewusstseinsstörungen werden folgendermaßen unterteilt:

Bewusstseinseinengung:
(„krankhafte Fokussierung“)
o selektives Bewusstsein, nur bestimmte Aspekte gelangen ins Bewusstsein (Assoziation: „wie mit Scheuklappen“)
o verminderte Ansprechbarkeit auf Außenreize („Lichtkegel des Bewusstseins“)
o z.B. durch Vergiftungen, Drogen, Hirnverletzungen, nach einem epileptischen Anfall (aber auch durch Meditation,
Hypnose, starke Konzentration möglich!)

Bewusstseinsverschiebung (bzw. –erweiterung):
(„alles ist intensiver…“)
o erweitertes, intensiviertes Erleben von Raum, Zeit und Sinnesempfindungen
o gesteigerte Wachheit (die Patienten fühlen sich extrem wach, evtl. unruhig)
o Helligkeitsstörungen (alles scheint extrem hell oder es kann auch eine Einschränkung der Helligkeit vorliegen)
o z.B. durch Vergiftungen, Drogen, beginnende Manie/ Schizophrenie (aber auch durch Meditation, Hypnose möglich!)
o Merke: Dieser Zustand kann vom Patienten als äußerst angenehm oder auch als sehr einschränkend empfunden werden!

Bewusstseinstrübung:
(„verwirrt und verlangsamt“)
o mangelnde Klarheit des Erlebens und Verstehens, die eigene Person oder Umwelt betreffend
o die Patienten haben Schwierigkeiten, Dinge zu verstehen oder sinnvoll miteinander zu verbinden
o z.B. beim Delir, paranoid-halluzinatorischen Störungen bzw. psychotischem Erleben, Durchblutungsstörungen des
Gehirns
10
Bewusstseinsveränderungen, bei der die normalen psychischen Abläufe gestört sind
Gesamtheit aller jener psychischen Vorgänge, durch die sich der Mensch der Außenwelt und seiner selbst bewusst wird
12
Zustand zwischen Wachen und Schlafen; Halbschlaf; zeitlich begrenzte Bewusstseinsstörung, -trübung („Schlummer“ bzw. „Trance“)
11
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
(1.10) Psychopathologischer (psychischer) Befund
zeitlich
(Tag, Monat, Jahr, Wochentag, Jahreszeit)
örtlich
(Wo befinden Sie sich jetzt?)
situativ
(Was passiert hier gerade?)
2. Orientierungsstörungen
personell (Name, Beruf, Geburtsdatum → Die Orientierung zur Person bleibt am längsten erhalten!!!)  Merke: „ZÖSP!“
(1.11) Psychopathologischer (psychischer) Befund
3. Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
1. Aufmerksamkeitsstörungen:
Unfähigkeit, sich einem vorgegebenen Ziel zu widmen
2. Auffassungsstörungen:
Probleme, die Wahrnehmung in Bedeutung zu begreifen und sinnvoll zu verbinden
3. Konzentrationsstörungen:
verringerte Fähigkeit, sich ausdauernd einer bestimmten Sache/Tätigkeit zu widmen
4. Merkfähigkeitsstörungen:
Herabsetzung der Fähigkeit, sich frische Eindrücke über eine Zeit von 10 Min. zu merken
5. Gedächtnisstörungen:
Herabsetzung bis Aufhebung der Fähigkeit, Inhalte längerfristig zu speichern oder abzurufen
6. Konfabulationen:
Ausfüllen von Erinnerungslücken mit falschen/erfundenen Inhalten
7. Paramnesien13:
Trugerinnerungen bzw. Erinnerungsverfälschungen

Déjà-vu14 (frz. „schon gesehen“), Déjà-vecu15 (frz. „schon erlebt“), Jamais-vu16 (frz. „noch nie gesehen“), …

Hypermnesie17: verstärkte, überdeutliche Erinnerung („Übererinnerung“)  Gegenteil: Hypomnesie: mangelhaftes
Erinnerungsvermögen („Untererinnerung“)

Ekmnesie: Störung des Zeiterlebens, wobei die Vergangenheit als Gegenwart erlebt wird („Zeitgitterstörung“)

Intrusion: Wiedererinnern und Wiedererleben von traumatischen Ereignissen (s. PTBS - Posttraumatische Belastungsstörung)
13
Gedächtnisstörungen, bei denen der Patient glaubt, sich an Ereignisse zu erinnern, die gar nicht stattgefunden haben
Erinnerungstäuschung, bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in gleicher Weise schon einmal gesehen zu haben [deʒaˈvyː]
15
Erinnerungstäuschung, bei der der Eindruck entsteht, gegenwärtig Erlebtes in gleicher Weise schon einmal erlebt zu haben
16
Nichterkennen der vertrauten Umgebung, d.h. bekannte Orte und Personen werden als fremd empfunden [ˈʒɑːmeɪ ˈ vyː]
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abnorm gesteigerte Gedächtnisleistung (z.B. durch Drogen oder in Hypnose)
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
8. Amnesien18 („Erinnerungslücken“):
retrograde Amnesie
(RA, Erinnerung vor dem Ereignis fehlt, „rückwirkende Amnesie“; lat.: retro = rückwärts)
kongrade Amnesie
(KA, Erinnerung während Ereignis fehlt)
anterograde Amnesie
(AA, Erinnerung nach dem Ereignis fehlt, „vorwärts gerichtete Amnesie“)
totale Amnesie
(TA, Erinnerung vor, während und nach dem Ereignis fehlt)
transiente19 globale Amnesie20
(TGA, Erinnerung fehlt bis zu 24 Stunden, i.d.R. 3 bis 12 Stunden; „amnestische Episode“)
permanente (stabile) Amnesie
(PA, permanente Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens)
dissoziative Amnesie
(DA, psychisch bedingter Gedächtnisverlust, früher: „psychogene Amnesie“)
(1.12) Psychopathologischer (psychischer) Befund

4. Störungen des Sprechens und der Sprache
Grundsätzliches: Es wird unterschieden zwischen:
o Sprechstörungen (Störung beim Vorgang des Sprechens, Unfähigkeit, Sprachlaute korrekt und flüssig zu artikulieren)
o Sprachstörungen (physisch oder psychisch bedingte Störung der gedanklichen Erzeugung von Sprache)
o Beide können auch gemeinsam auftreten!
 Merke: Bei diesen Störungen ist die Verweisung an einen Logopäde oder Kinder- und Jugendpsychiater bzw. Kinderarzt zu empfehlen!
Es folgen wichtige Störungen des Sprechens und der Sprache:

Sprachentwicklungsstörungen (z.B. im Alter von 2,5 - 3 Jahren nur 3 - 4 Wörter sprechen)

Rhinolalie (Näseln)

Aphasie („Sprachlosigkeit“, teilweiser oder völliger Verlust der bereits erlernten Sprache; Wortfindungsstörungen/Wortabrufstörungen)
18
Ausfall des Erinnerungsvermögens bezüglich eines bestimmten Zeitraums
vorübergehend, nicht dauerhaft
20
akut einsetzende Störung aller Gedächtnisinhalte (visuell, taktil, verbal) mit Orientierungsstörungen; Patienten erscheinen ratlos und beunruhigt
19
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis

Störungen des Redeflusses

Mutismus21
 Audimutitas
(„Hörstummheit“, der Patient kann hören, aber nicht sprechen)
 Surdomutitas („Taubstummheit“, der Patient kann weder hören noch sprechen)

14

Poltern

Stottern
(stockend und unter häufiger, krampfartiger Wiederholung einzelner Laute und Silben sprechen) und Pseudostottern
(hysterisches Stottern)
(überstürzter Redefluss, der Vorgang des Sprechdenkens ist gestört)
Artikulationsstörungen22 bzw. Störungen der Sprechmotorik (Merke: Mit ungefähr 5 - 6 Jahren sollte ein Kind sämtliche Laute und deren
Verbindungen richtig aussprechen können. Wenn es im Alter von 4 - 5 Jahren noch deutliche Ausspracheschwierigkeiten gibt, ist eine
logopädische Beratung sinnvoll.)
o Dyslalie
(Stammeln)
o Sigmatismus
(Lispeln)
o Dysarthrie
(Beeinträchtigung des Sprechens → z.B. Bulbärsprache (nasal, undeutlich, verwaschen, „kloßig"))
 Merke: Bei diesen Störungen ist die Verweisung an einen Logopäde oder Kinder- und Jugendpsychiater bzw. Kinderarzt zu empfehlen!
5. Intelligenz23störungen
(1.13) Psychopathologischer (psychischer) Befund
leichte Intelligenzminderung24:
IQ 50 – 69
mentales Alter: 9 bis unter 12 Jahre
früher: „Debilität“
mittelgradige Intelligenzminderung: IQ 35 – 49
mentales Alter: 6 bis unter 9 Jahre
früher: „Imbezillität“
schwere Intelligenzminderung:
IQ 20 – 34
mentales Alter: 3 bis unter 6 Jahre
früher: „schwere Oligophrenie“
schwerste Intelligenzminderung:
IQ < 20
mentales Alter: unter 3 Jahre (!)
früher: „Idiotie“
21
absichtliche (Sprachverweigerung ) oder psychisch bedingte Stummheit; Stummheit ohne organischen Defekt
Hierbei werden die Laute fehlgebildet( z.B. beim Lispeln), ausgelassen oder durch einen anderen Laut ersetzt (die am häufigsten betroffenen Laute sind s, sch, r, k, t, d, g)
23
Intelligenz = kognitive Leistungsfähigkeit des Menschen
24
Oligophrenien, verzögerte oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten
22
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
6. Formale Denkstörungen25
(1.14) Psychopathologischer (psychischer) Befund
1. Denkhemmung26: der Patient empfindet Denken als gebremst/blockiert („wie mit angezogener Handbremse“, vor allem bei Depression).
2. Denkverlangsamung27: schleppendes, sehr langsames Denken („zähflüssig, haftend, stumpf“, z.B. durch Alkohol, bei Depression).
3. umständliches/weitschweifiges Denken: trennt Nebensächliches nicht vom Wesentlichen, aber nachvollziehbar („über viele Umwege
ans Ziel“, z.B. bei Demenz, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen).
4. Gedankenarmut/ -leere bzw. eingeengtes Denken28: das Denken ist eingeschränkt und einfallslos („Mangel an eigenen Gedanken“, z.B.
bei Depression, Demenz).

Grübeln: unablässiges Beschäftigt sein mit meist unangenehmen Themen („Zwangskreisen“, z.B. bei Depression).
5. Perseverationen29: pathologisches Haften an Worten oder Angaben („krankhafte Beharrlichkeit“, z.B. bei großem Kummer).
6. Gedankendrängen: viele verschiedene Einfälle oder Gedanken drängen sich auf („Gedankenjagen“, z.B. bei Manie, Schizophrenie).
7. Ideenflucht: das Denken ist assoziativ gelockert, stark beschleunigt, ohne erkennbares Ziel („vom Hölzchen aufs Stöckchen“, z.B. bei
Manie, bei ängstlich-gehetzten Menschen).
8. Vorbeireden: Pat. geht nicht auf Frage ein oder bringt ein anderes Thema, obwohl er die Frage verstanden hat (z.B. bei Schizophrenie).
9. Gedankenabreißen/gesperrtes Denken: plötzlicher Abbruch eines flüssigen Gedankenganges („plötzliches Stocken im Sprechen“, z.B.
bei Schizophrenie, bei Konzentrationsstörungen, völliger Ratlosigkeit, Schreck, innerer Leere).
10. inkohärentes/zerfahrenes Denken30: hin und her springen, aber nicht mehr nachvollziehbar („Wortsalat“, z.B. bei Schizophrenie).
11. Neologismen: Wortneuschöpfungen, die der gängigen sprachlichen Konvention nicht entsprechen und oft nicht direkt verständlich sind
12. Verbigeration: ständiges Wiederholen gleicher, meist unsinniger Wörter oder Sätze (z.B. bei Schizophrenie, fortgeschrittener Demenz).
13. Kontamination: Verschmelzung mehrerer Wörter zu einem neuen („Zusammenziehen von mehreren Gedanken/Ideen“).
25
Störungen im Denkablauf („Wie denkt der Patient (krankhaft)?“)
Einschränkung des gesamten Denkablaufs (auch als Folge allgemeiner Antriebsarmut, aus Angst und Schuld sowie durch Schizophrenie möglich)
27
Herabgesetzte Geschwindigkeit des Denkablaufs (auch im hohen Lebensalter, bei Bewusstseinstrübung, Somnolenz und Schizophrenie möglich)
28
Begrenzung des inhaltlichen Denkumfangs, Fixierung auf wenige Zielvorstellungen und Verminderung der „geistigen Beweglichkeit“
29
Wiederholungen, die nicht mehr sinnvoll sind; krankhaftes Verweilen bei ein und demselben Denkinhalt (auch beim Einschlafen und bei Depressionen möglich)
30
Der Patient ist unfähig, seine Gedanken zu ordnen.
26
15
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Raum für eigene Notizen
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7. Inhaltliche Denkstörungen31
(1.15) Psychopathologischer (psychischer) Befund
Zu den inhaltlichen Denkstörungen zählen der Wahn, der Zwang und die überwertigen Ideen.
Anmerkung: Die Unterteilung in formal und inhaltlich, sowie Wahn und Zwang als inhaltliche Denkstörungen einzuordnen ist im Grunde
veraltet, wird aber in den HPP-Überprüfungen noch so abgefragt, auch in den meisten Lehrbüchern so dargestellt und ist lt. Walter Fröscher
„aus praktischen Erwägungen heraus auch weiterhin zu empfehlen“. Scharfetter unterteilt dagegen in seinen Publikationen (z.B. „Allgemeine
Psychopathologie – Eine Einführung“) in:
1. Störungen, die das Tempo und die Linienführung betreffen
2. Störungen, die den Denkfluss und seinen unterbrochenen, aufgehobenen, zersplitterten Zusammenhang betreffen
3. Störungen, die Klarheit, Straffheit und logischen Zusammenhang betreffen
Definition Wahn
(nach Jaspers32): „Wahn ist die subjektive Gewissheit und unkorrigierbare Überzeugung des Patienten trotz Unmöglichkeit des Inhalts.“
(Duden):
31
32
„krankhafte, in der realen Umwelt nicht zu begründende zwanghafte Einbildung“
Pathologisches Abweichen des Denkinhaltes („Was denkt der Patient [krankhaft]?“)
Karl Theodor Jaspers (1883 – 1969), deutscher Psychiater und Philosoph (bekanntes Werk: „Jaspers’ Lehrbuch der Allgemeinen Psychopathologie - 1913“)
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Es folgen prüfungsrelevante Begriffe „rund um den Wahn“ – I. Formen des Wahns:
1. Wahnstimmung: plötzlich einsetzende, alarmierende Stimmung des Unheimlichen, die von Gesunden nicht nachvollzogen werden kann
(Bsp.: „Es liegt etwas Unheilvolles in der Luft. Alles ist anders, unheimlich, komisch und sonderbar, bedrohlich,…“).
2. Wahnwahrnehmung: einer realen Wahrnehmung wird eine wahnhafte Bedeutung (meist mit Eigenbezug) beigemessen → wahnhafte
Fehlinterpretation (Bsp.: „Der Anblick der Rosen in meinem Garten zeigte mir, dass etwas Schlimmes passieren würde.“).
3. Wahn-Einfall: plötzliches und unvermitteltes gedankliches Auftreten von wahnhaften Vorstellungen und Überzeugungen (Bsp.: „Auf
einmal wurde mir klar, dass ich die Kinder und meinen Mann im Keller einsperren muss.“).
4. Wahn-Gedanken: wahnhaftes Denken bzw. gedankliche Beschäftigung mit dem Wahn („Wahngrübeln“).
5. systematisierter Wahn: beschreibt den Grad der Verknüpfung einzelner Wahnsymptome mit anderen Wahnphänomenen,
Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, usw. → ein Wahnsystem, von dem der Patient überzeugt ist („Wahngebäude“).
6. Wahn-Dynamik: die emotionale Beteiligung des Patienten an seinem Wahnerleben (eine hohe Wahndynamik ist prognostisch günstig!)
7. Wahnarbeit: der Wahn wird durch weitere Symptome bewiesen, begründet, abgeleitet, ausgestaltet (Wahn wird vom Patienten quasi
„bearbeitet“).
8. Wahnerinnerungen: Erlebnisse aus der Vergangenheit werden rückwirkend wahnhaft umgedeutet bzw. verfälscht.
II. Wahninhalte (Anmerkung: es gibt sehr viele weitere Wahnthemen, dies würde nur etwas den Rahmen sprengen…!):
1. Beziehungswahn: die wahnhafte Eigenbeziehung; der Patient bezieht alles (auch Belangloses!) auf sich.
2. Beeinträchtigungs-/Verfolgungswahn: der Patient sieht sich als Ziel von Feindseligkeiten, fühlt sich bedroht, gekränkt, beleidigt,
verspottet, verhöhnt (jemand will sein Geld, seine Gesundheit oder sogar sein Leben!).
3. Eifersuchtswahn: die wahnhafte Überzeugung, vom Lebenspartner betrogen und hintergangen zu werden.
4. Schuldwahn: die wahnhafte Überzeugung, Schuld auf sich geladen zu haben.
5. Verarmungswahn: die wahnhafte Überzeugung, nicht genug Mittel zum Lebensunterhalt zu haben.
6. hypochondrischer Wahn: die wahnhafte Überzeugung, krank zu sein.
7. Größenwahn: die wahnhafte Selbstüberschätzung.
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8. Wahrnehmungsstörungen33/Sinnestäuschungen
(1.16) Psychopathologischer (psychischer) Befund
1. Illusionen (Fehlinterpretationen): verfälschte wirkliche Wahrnehmungen → etwas wird verkannt („illusionäre Verkennung“).
2. Halluzinationen34 (Trugwahrnehmungen, die der Patient aber für real hält):

akustische bzw. auditive Halluzinationen (den Hörsinn betreffend):
o Stimmenhören
(Phoneme):
Wahrnehmung menschlicher Stimmen (ohne dass tatsächlich jemand spricht!)
o Lauthalluzinationen
brodeln, donnern u.a.)
(Akoasmen):
Wahrnehmung akustischer Halluzinationen exklusive Stimmenhören (→ pfeifen, zischen,

optische Halluzinationen (den Sehsinn betreffend): Wahrnehmen von Lichtblitzen, Photismen35, Mustern, Visionen, Gegenständen,
Personen oder ganzen Szenen ohne Reizquelle

olfaktorische Halluzinationen (den Geruchssinn betreffend): Wahrnehmen von meist unangenehmen Gerüchen (z.B. ekligem Gestank, Gas/Benzingeruch oder modrigem Fäulnis- bzw. Verwesungsgeruch…)

gustatorische Halluzinationen (den Geschmackssinn betreffend): Wahrnehmen von einem meist unangenehmen Geschmack (z.B. bitter,
salzig, seifenartig, schwefelig, nach Fäkalien,…)

taktile bzw. haptische Halluzinationen (Tast-, Berührungs- und Körperhalluzinationen36): Wahrnehmen von nicht vorhandenen Objekten
und Störungen des Leibempfindens → Zoenästhesien37 sowie Dermatozoenwahn38 und Enterozoenwahn39

kinästhetische Halluzinationen (Bewegungshalluzinationen): die Patienten haben das Gefühl, bewegt zu werden

vestibuläre Halluzinationen (den Gleichgewichtssinn betreffend): die Patienten haben das Gefühl, zu schweben, fliegen, fallen

thermische Halluzinationen (das Temperaturempfinden betreffend): Täuschung bei der Temperaturwahrnehmung
3. Pseudohalluzinationen (Trugwahrnehmungen, bei denen der Patient jedoch den Trugcharakter erkennt).
33
krankhafte Störung der Sinneswahrnehmung
vermeintliche, eingebildete, durch Sinnestäuschung hervorgerufene Wahrnehmungen (ohne Außenreize, „wirklichkeitsfremde Überzeugungen“)
35
subjektive visuelle Empfindungen (Farb- oder Lichtwahrnehmung), die bei starken nicht-optischen Reizen des Auges, z.B. Druck, oder bei affektiven Belastungen (z.B. durch
Erschrecken) ausgelöst werden
36
Anmerkung. Diese Störungen wurden von uns zusammengefasst, da der Übergang meist fließend ist.
37
Nach Huber handelt es sich um abnorme, den eigenen Körper betreffende Wahrnehmungen und Empfindungen.
38
auf bzw. unter der Haut krabbelnde Tierchen
39
Ungeziefer im Körperinneren
34
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9. Ich-Störungen40
(1.17) Psychopathologischer (psychischer) Befund
1.
Derealisation41
(Entfremdung zur Umwelt):
die Umwelt erscheint unvertraut, sonderbar, gespenstisch → Personen,
Gegenstände und Umgebung scheinen unwirklich, fremdartig oder auch räumlich verändert.
2.
Depersonalisation42 (Entfremdung zur Person):
der Patient kommt sich selbst fremd, unwirklich, unmittelbar verändert oder
wie ein anderer vor, Störung des Einheitserlebens oder der Identität.
3.
„G-Symptome“:
Gedankenausbreitung: andere Menschen wissen, was der Patient denkt (die Gedanken gehören nicht mehr ihm alleine bzw. sind
quasi „wie bei Facebook veröffentlicht und jeder weiß Bescheid“, natürlich ohne dass der Patient dies möchte!)
Gedankenentzug: dem Patienten werden die Gedanken weggenommen (quasi „abgezogen“, z.B. „wie von einem XXL-TurboStaubsauger“)
Gedankeneingebung: der Patient empfindet Gedanken und Vorstellungen als „von außen her beeinflusst, gemacht, gelenkt,
eingegeben, aufgedrängt, hypnotisiert,…“ (sie werden z.B. durch Außerirdische an das Gehirn übertragen oder durch Fernsehen,
Radio, Smartphone, o.ä. böswillig beeinflusst)
Gedankenlautwerden43: der Patient hört seine Gedanken so laut, als ob eine andere Person sprechen würde („echoartiges Hören
der eigenen Gedanken“)
4.
andere Fremdbeeinflussungserlebnisse: fühlen, Streben, Wollen oder Handeln werden als „von außen gemacht“ erlebt („andere
steuern mich...").
Merkspruch44: Doppel D (Derealisation und Depersonalisation) sorgt seit vier Generationen (Gedankenausbreitung, Gedankenentzug,
Gedankeneingebung, Gedankenlautwerden) für viel Freude (Fremdbeeinflussungserlebnisse) bei den Herren… 
40
Nach Jaspers handelt es sich um Störungen des Einheits-Erlebens im Augenblick, der Identität im Zeitverlauf und der Ich-Umwelt-Grenze. Es kommt zu einer „Entpersönlichung“,
die Wirklichkeit erscheint den Patienten fremd.
41
Wahrnehmung der Umwelt, die verfremdet oder abnorm ist, durch die vieles als unwirklich empfunden wird
42
Verlust des Persönlichkeitsgefühls bei geistig-psychischen Störungen; Entpersönlichung
43
Anmerkung: dieses Symptom wird teilweise auch zu den akustischen Halluzinationen gezählt.
44
Anmerkung: Bitte beachten Sie, dass unsere Merksprüche keinen Sinn ergeben sollen, sondern einfach nur zum „Merken mit Humor“ gedacht sind! 
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10. Störungen der Affektivität45
(1.18) Psychopathologischer (psychischer) Befund
1. Ratlosigkeit: der Patient wirkt, als ob er sich nicht mehr zurechtfindet, seine Situation, Umwelt, Zukunft nicht begreift, nicht
mehr versteht, was mit ihm geschieht (→ „staunig“, verwundert, hilflos, verwirrt, verzweifelt).
2. Gefühl der Gefühllosigkeit: die Reduktion bzw. der Verlust des affektiven Erlebens (Freude und Trauer!), der Patient fühlt sich
gefühlsverarmt, -leer, -verödet („die Lust zu gar nichts“).
3.
Affektarmut46
(bzw. Affektverflachung): die Anzahl gezeigter Gefühle ist vermindert; es sind nur wenige Affekte beobachtbar;
die Patienten sind meist gleichgültig, unbeteiligt, teilnahmslos („Affektlahmheit“).
4. Störung der Vitalgefühle: die Patienten erleben ein Herabsetzen des Gefühls von Kraft und Lebendigkeit, der körperlichen und
seelischen Frische und Ungestörtheit, fühlen sich kraftlos und matt („alles ist anstrengend …“).
5. Deprimiertheit: negativ getönte Befindlichkeit, Niedergeschlagenheit („alles ist mies …“).
6. Hoffnungslosigkeit: pessimistische Grundstimmung, fehlende Zukunftsorientierung bis hin zur Resignation („schwarzsehen“).
7. Ängstlichkeit: der Patient hat Angst, manchmal ohne angeben zu können, wovor („Angst hat viele Gesichter“).
8. Euphorie: Zustand des übersteigerten Wohlbefindens, übertriebener Heiterkeit, gesteigerter Vitalgefühle („Überschwang“).
9. Dysphorie: missmutige Verstimmtheit (griechisch: „ich befinde mich übel…“).
10. Gereiztheit: die Patienten befinden sich in einem Zustand erhöhter Reizbarkeit bis Gespanntheit („Nerven gespannt wie
Drahtseile“).
11. innere Unruhe: der Patient spürt eine innere Aufregung, Spannung, Nervosität (oft begleitet von weiteren Symptomen, wie z.B.
Zittern der Hände, Herzrasen, Schweißausbrüche, Konzentrationsstörungen, Unsicherheit).
12. Klagsamkeit/Jammerigkeit: die Neigung des Patienten, über seine Leiden zu klagen; Schmerz, Kummer, Ängstlichkeit werden
ausdrucksstark in Worten, Mimik, Gestik vorgetragen („Wehklagen“).
13. Insuffizienzgefühle: das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit/den Selbstwert ist vermindert oder verloren gegangen („ich
bin nichts wert …“).
45
46
Die Neigung, emotional bis affektiv (gefühlsbetont) auf Umweltreize zu reagieren; Grundstimmung
Differenzierung: Das Gefühl der Gefühllosigkeit wird vom Patienten erlebt, während die Affektarmut vom Therapeut beobachtet wird!
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14. gesteigerte Selbstwertgefühle: ein positiv erlebtes Gefühl, Steigerung des Selbstwerts, Kraft, Leistung („ICH kann´s einfach!“).
15. Schuldgefühle: der Patient fühlt sich für eine Tat, Gedanken oder Wünsche verantwortlich („nur wegen mir …“).
16. Verarmungsgefühle: der Patient fürchtet, ihm fehlen die Mittel, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, er sei verarmt.
17. Ambivalenz: Vorhandensein widersprüchlicher Gefühle, Vorstellungen, Wünsche, diese werden auch als quälend erlebt
(„Entscheidungsunfähigkeit“).
18. Parathymie: ein inadäquater/paradoxer Affekt („auf einer Beerdigung lachen“).
19. Affektlabilität: ein schneller Stimmungswechsel („Gefühlsschwankungen“).
20. Affektinkontinenz: die Affekte sind bei geringem Anlass überschießend, vom Patienten nicht beherrschbar und evtl. übermäßig
stark („ungezügelte Gefühlsdurchbrüche“).
21. Affektstarre: der Patient verbleibt im momentanen Affekt, ohne sich beeinflussen zu lassen („Affektsteife“).
22. Alexithymie: die mangelnde Fähigkeit eigene (und fremde) Gefühle wahrzunehmen („Gefühlsblindheit“).
23. läppischer Affekt: alberne, leere Heiterkeit („einfältig, töricht, unreif“).
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11. Antriebs- und psychomotorische47 Störungen
(1.19) Psychopathologischer (psychischer) Befund
1. Abulie: krankhafte Willenlosigkeit; Willensschwächung, Willenslähmung, Unentschlossenheit („vollkommene Initiativlosigkeit“).
2. Antriebsarmut: Mangel an Energie, Initiative, Anteilnahme („die Luft ist raus …“).
3. Antriebshemmung: Energie, Initiative, Anteilnahme werden als gebremst/blockiert erlebt.
4. Antriebssteigerung: Zunahme an Energie, Initiative, Teilnahme.
5. Agitation: starke innere Unruhe mit Bewegungsdrang („Rastlosigkeit“).
6. motorische Unruhe: gesteigerte und nicht zielgerichtete motorische Aktivität (kann nicht auf dem Stuhl sitzen bleiben, muss aufstehen
und auf-/ablaufen) bis hin zur Tobsucht! Auch ein Raptus: plötzlicher Erregungssturm („Kurzschluss“) ist möglich.
7. Stupor: motorische Bewegungslosigkeit (äußerlich bewegungslos, innen stark angespannt!)
8. Parakinesen:48 qualitativ abnorme, meist komplexe Bewegungen:

Stereotypien (Wortstereotypien/Verbigerationen, Haltungsstereotypien/Katalepsie49, Flexibilitas cerea/wächserne Biegsamkeit)

Befehlsautomatismen (der Patient führt automatisch Handlungen aus)
o Echolalie/Echopraxie (alles Gehörte oder Gesehene wird nachgesprochen bzw. nachgemacht)

Negativismus
o „passiver Negativismus“ -> der Patient tut nicht das, was man von ihm verlangt bzw. nichts („sich sperren“)
o „aktiver Negativismus“ -> der Patient macht genau das Gegenteil
9. Manieriertheit/Manierismen: alltägliche Bewegungen und Handlungen des Pat. erscheinen bizarr und verschnörkelt („gekünstelt“).
10. Theatralismus: der Patient erweckt den Eindruck, als würde er sich selber darstellen/schauspielern bzw. die Situation dramatisieren.
11. Mutismus: Wortkargheit bis hin zum Nichtsprechen bei intakten Sprechorganen und Sprachfähigkeit („psychogenes Schweigen“).
12. Logorrhoe: gesteigerter Rededrang („Rede-Durchfall“).
47
Psychomotorik = die Gesamtheit aller willkürlich gesteuerten, bewusst erlebten und von psychischen Momenten geprägten Bewegungsabläufe (z.B. Gehen, Sprechen, Mimik)
Parakinese = Störung in der Muskelkoordination, die zu irregulären Bewegungsabläufen führt
49
Haltungsverharren in passiver Körperhaltung
48
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
(1.20) Psychopathologischer (psychischer) Befund
12. Ängste (Befürchtungen) und Zwänge
1. Hypochondrie:
ängstlich getönte Beziehung zum eigenen Körper, Missempfindungen wahrnehmen mit der Befürchtung,
körperlich krank zu sein („der eingebildete Kranke“)
2. Phobien:
Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten (meist mit Vermeidungsreaktion)
3. Panikstörung:
plötzliche, anlasslose, heftigste Angst für bis zu ca. 30 Min.
4. Generalisierte Angststörung:
unbegründete, diffuse Angst, „frei flottierend“, ohne dass der Patient sagen kann, wovor er Angst hat
5. Zwangsgedanken:
immer wieder sich gegen inneren Widerstand aufdrängende Gedanken oder Vorstellungen, die als unsinnig
erlebt werden, sich aber schwer unterbinden lassen (häufig obszön/sexuell, aggressiv oder blasphemisch50)
6. Zwangshandlungen:
müssen immer wieder gegen den inneren Widerstand ausgeführt werden, lassen sich nur schwer
unterbinden, obwohl sie als unsinnig erlebt werden (z.B. Waschzwang, Kontrollzwang, Zählzwang)
23
13. Mangel an Krankheitseinsicht, Compliance51 bzw. Krankheitsgefühl
(1.21) Psychopathologischer (psychischer) Befund

evtl. sogar Ablehnung der Behandlung…

Der Patient fühlt sich nicht krank, obwohl er krank ist!

Merke: Er erkennt seine krankhaften Erlebens- und Verhaltensweisen nicht als krankheitsbedingt an!
14. Suizidalität52
(1.22) Psychopathologischer (psychischer) Befund

Suizidgedanken („Hilferufe der Seele“)  Merke: Ankündigungen in ca. 80 % der Fälle!

Suizidhandlungen (die Patienten sehen keinerlei Weg, ihre Probleme zu lösen bzw. ihre Verzweiflung zu überwinden, „Ausweglosigkeit“).

Merke: Eigen- und Fremdgefährdung!
50
gotteslästerlich
Die Bereitschaft eines Patienten zur aktiven Mitwirkung an therapeutischen Maßnahmen
52
Neigung zum Suizid (Selbstmord)
51
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
(1.23) Psychopathologischer (psychischer) Befund
Was Sie sonst noch wissen sollten!

zirkadiane53 Besonderheiten (z.B. morgens schlechter, abends schlechter, abends besser, Wendestunden54: 15.00 Uhr und 3.00 Uhr)

somatischer55 Befund:
1. Schlaf- und Vigilanzstörungen: Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, Verkürzung der Schlafdauer, Früherwachen, Müdigkeit
2. Appetenz56störungen: Appetit vermindert bzw. vermehrt, Durst vermindert bzw. vermehrt, Sexualität vermindert bzw. vermehrt
3. gastrointestinale57 Störungen:

Hypersalivation (vermehrter Speichelfluss)

Hyposalivation (Mundtrockenheit)

ÜE (Übelkeit, Erbrechen)

Magenbeschwerden

Obstipation (Verstopfung)

Diarrhoe (Durchfall)
4. kardio-respiratorische58 Störungen: z.B. Atembeschwerden, Schwindel, Herzklopfen, Herzdruck
5. andere vegetative59 Beschwerden:

Akkomodationsstörungen (Beeinträchtigung der Scharfeinstellung des Auges, „Verschwommensehen“), Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen) und Seborrhoe (Überproduktion von Hautfetten), Miktionsstörungen (Beschwerden bei der Blasenentleerung) und Menstruationsstörungen
53
den Tagesablauf betreffend (lateinisch: „rings um den Tag“)
siehe biologische Uhr (Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft, den Stoffwechsel, Muskeltonus, die Nierenfunktion, Konzentrationsfähigkeit und andere Leistungen des
Nervensystems)
55
den Körper betreffend
56
Bedürfnis, Trieb, triebbedingtes Verhalten (lateinisch appetentia = das Begehren)
57
den Magen-Darm-Trakt betreffend
58
Herz und Atmung betreffend
59
vegetatives Nervensystem (dem Einfluss des Bewusstseins entzogenes Nervensystem)
54
24
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Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
6. weitere Störungen: z.B. Kopfdruck, Rückenbeschwerden, Schweregefühl in den Beinen, Hitzegefühl, Frösteln,
Konversionssymptome (das sind körperliche Symptome durch innerpsychischen Konflikt mit symbolischem Ausdruckscharakter).
7. neurologische Störungen:
 Rigor
(Starre, Muskeltonus erniedrigt)
 Tremor
(Zittern)
 Dyskinesien
(motorische Fehlfunktionen)
 Hypokinesien
(verarmte und verlangsamte physiologische Mitbewegungen, Willkür- und Reaktivbewegungen)
 Nystagmus
(unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen)
 Parästhesien
(sensible Reizerscheinungen, Missempfindungen der Nerven)
25
 Die „A-Symptome“ (A = Unfähigkeit zu …)
60
o Ataxie
(Unfähigkeit der Bewegungskoordination, vor allem zunehmende Gang- und Standunsicherheit)
o Akathisie
(Unfähigkeit, ruhig sitzen zu bleiben oder zu stehen)
o Agnosie
(Unfähigkeit zu erkennen)
o Agrafie
(Unfähigkeit zu schreiben)
o Alexie
(Unfähigkeit zu lesen)
o Akalkulie
(Unfähigkeit zu rechnen)
o Aphasie
(Unfähigkeit zu sprechen)
o Apraxie60
(Unfähigkeit zu handeln)

weitere Störungen:

sozialer Rückzug, soziale Umtriebigkeit, Aggressivität, Selbstbeschädigung/selbstverletzendes Verhalten, zerebrale Krampfanfälle

Pflegebedürftigkeit (der Patient ist bei Aktivitäten des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen)
der Patient ist unfähig, zielgerichtete bzw. zweckmäßige Bewegungen, z.B. das Zähne putzen oder die Haare zu bürsten, durchzuführen
25
Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie (HPP) – effektive Vorbereitung für Prüfung & Praxis
Differenzialdiagnostik61
(1.24) Psychopathologischer (psychischer) Befund
Der Weg zur Diagnose62 („Krankheitserkennung“):

Der Patient kommt zu uns in die Praxis mit Beschwerden (subjektiv erlebte Leiden, die auf eine Erkrankung hinweisen können).

Die Krankheitszeichen (Symptome) werden zusammengefasst zu charakteristischen Syndromen (Symptomkomplexe).

Sehr hilfreich und oftmals wegweisend sind hierbei auch die Leitsymptome (die bedeutsamsten Krankheitszeichen).

In der gemeinsamen Betrachtung mit der Anamnese (Krankheitsvorgeschichte) lässt sich daraus unter Einbeziehung z.B. der
individuellen Risikofaktoren des Patienten, Auslösern, Entstehungsmechanismen der Erkrankung, usw. der Verdacht auf eine
bestimmte Erkrankung (Verdachtsdiagnose, V.a.) schlussfolgern.

Diese Verdachtsdiagnose muss dann differentialdiagnostisch (Differentialdiagnose, DD) betrachtet werden („Welche anderen
Erkrankungen müssen ebenfalls in Betracht genommen werden?“), körperliche Ursachen sollten vorher ausgeschlossen
(Ausschlussdiagnose, A) werden (z.B. durch einen Arzt). Ggf. müssen apparative Untersuchungen (z.B. in einer Klinik)
durchgeführt werden.

Falls ein (psychiatrischer und/oder körperlicher) Notfall vorliegt, müssen selbstverständlich entsprechende Erste-HilfeMaßnahmen, Notruf, Herz-Lungen-Wiederbelebung, etc. eingeleitet und/oder durchgeführt werden.

Wichtig ist es auch, den Patienten hinreichend über seine Erkrankung aufzuklären und zu beraten sowie über sinnvolle
Therapiestrategien bzw. realistische Prognosen zu informieren. Ggf. muss der Patient an den Arzt verwiesen werden.
Merke: Es kann sein, dass bestimmte Leitsymptome den Verdacht sehr schnell auf eine bestimmte psychiatrische Erkrankung lenken.
Die gesicherte Diagnose (G) einer primär psychischen Erkrankung darf aber erst dann gestellt werden, wenn alle Symptome und
Befunde „zueinander passen“ (eine korrekte Diagnosestellung nach ICD-10 erfolgt ist), körperliche Ursachen sowie natürlich der
Konsum von Alkohol, Drogen und die Wirkung von Medikamenten (auch Nebenwirkungen!) ausgeschlossen wurden.
Sie sehen, dass Sie sich für eine umfangreiche, aber auch spannende Tätigkeit entschieden haben.
Nur Mut, gemeinsam schaffen wir das schon! 
61
62
Differenzialdiagnose = Krankheitsbestimmung durch unterscheidende, abgrenzende Gegenüberstellung mehrerer Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Feststellung, Bestimmung einer körperlichen oder psychischen Krankheit
26
26
Ende der Leseprobe von:
Paukbuch 2.0 Heilpraktiker Psychotherapie
- Prüfungsvorbereitung nach ICD-10
Sybille Disse
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