Illegale Abholzungen durch Schweighofer Gruppe führen zu

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Stellungnahme
Illegale Abholzungen durch Schweighofer Gruppe führt zu Lebensraumverlust
der Braunbären in Rumänien
FSC prüft ab heute die mögliche Trennung von dem Unternehmen
Berlin, 7. Februar 2017 – Immer öfter streifen auf Nahrung suchende Braunbären durch
rumänische Ortschaften. Aufgrund der Gefahr für die Bevölkerung dürfen diese „Problembären“
geschossen werden. Mitverantwortlich ist der schwindende Waldbestand, der vor allem durch
illegale Rodungen vorangetrieben wird. Auch unter dem FSC-Label verkauftes Holz zählt dazu.
Heute beginnen die internen Beratungen des Forest Stewardship Council (FSC) International zum
Fall der Schweighofer Gruppe, denen illegale Holzhandelsaktivitäten in Rumänien nachgewiesen
wurden.
In der Vorstandssitzung des FSC International vom 7. bis zum 10. Februar 2017 wird über den
Ausschluss des rumänischen Holzmarktführers Schweighofer Gruppe beraten. Laut FSC liegen
„eindeutige und überzeugende Beweise“1 vor, dass das Holzindustrieunternehmen in illegale
Handelsaktivitäten in dem osteuropäischen Land involviert war. Dazu zählt auch die Holzentnahme
aus illegal erworbenen Waldgebieten. Laut dem Bericht der unabhängigen
Untersuchungskommission hat das Unternehmen damit jahrelang gegen die Richtlinien des FSCLabels verstoßen. Statt einer kompromisslosen Label-Aberkennung bekam die Schweighofer Gruppe
eine Bewährungszeit bis heute, um einen Korrekturmaßnahmenplan zu erarbeiten.
Für die größte Braunbärenpopulation Europas bedeuten die schrumpfenden Waldgebiete den
Verlust ihres Lebensraumes. Immer öfter kommt es infolgedessen zu Mensch-Tier-Konflikten in
Städten und Dörfern, die für die meisten Bären tödlich enden. Die Welttierschutzgesellschaft fordert
den Vorstand von FSC International daher auf, eine endgültige und transparente Entscheidung zu
treffen. Bereits im November 2015 wurde beim FSC Beschwerde gegen die Schweighofer Gruppe
wegen illegalem Holzhandel eingereicht, die bis heute ohne umfassende Konsequenzen für das
österreichische Unternehmen blieb.
Katharina Kohn, stellvertretende Geschäftsführerin der Welttierschutzgesellschaft: „Unter dem Dach
des FSC-Labels wurde in Rumänien jahrelang der Lebensraum der Braunbären zerstört und der
Mensch-Tier-Konflikt geschürt. Eine unnachgiebige Entscheidung des FSC International für die Tiere
kann das einzige Ergebnis der Vorstandssitzung sein.“
Gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Asociatia Milioane de Preteni (AMP) ermöglicht die
Welttierschutzgesellschaft Europas größtes Bärenschutzzentrum im rumänischen Zarnesti und macht
immer wieder auf die Folgen des Habitatverlusts der Tiere aufmerksam. Mittlerweile leben in dem 70
Hektar großen Zentrum mehr als 80 Bären, darunter auch „Problembären“, die durch Umsiedlung ins
Zentrum vor dem Abschuss bewahrt wurden. Seit den 1990er Jahren sind die imposanten Tiere durch
die Berner Konvention geschützt, nach denen die Bären weder gestört, gefangen, getötet noch
gehandelt werden dürfen.
1
Wortlaut des Berichts der Untersuchungskommission
Stellungnahme
Über Welttierschutzgesellschaft e. V.
Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Mit Projekten in
Entwicklungs- und Schwellenländern sowie durch politische Tierschutzkampagnen in Deutschland
schaffen wir die Voraussetzungen für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen von
Haus-, Nutz- und Wildtieren. Wir arbeiten mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen und
beziehen die lokale Bevölkerung in die Projektarbeit mit ein.
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