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Nr. 22/15 • 18. November 2015
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www.crm.de
Reisemedizin aktuell
Ägypten
Dengue: Erstmals Infektionen im Landesinneren
1
Deutschland
Brucellose: Erkrankungen bei syrischen Flüchtlingen
6
Indonesien
Zika-Virus: Bestätigter Fall auf der Insel Sulawesi
10
Laos
Polio: Dritte Infektion mit Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 1
16
Madagaskar
Pest: Bereits 20 Todesfälle in diesem Jahr
17
Norwegen
Tollwut: Erster Nachweis von europäischem Fledermaus-Lyssavirus
20
USA
Dengue: Zahl autochthoner Infektionen auf Big Island (Hawaii) steigt an
27
Reisemedizin SPEZIAL
Erste Impfung gegen Malaria steht kurz vor der Zulassung
28
Ein Fachinstitut der Thieme Verlagsgruppe
IMPRESSUM
CRM Infodienst
Reisemedizin aktuell
Erscheinungsweise:14-täglich
(in Ergänzung zum CRM Handbuch Reisemedizin)
Bezugspreis in der Abonnementgebühr enthalten.
Herausgeber:
CRM Centrum für Reisemedizin GmbH
Hansaallee 299, 40549 Düsseldorf
Redaktion:
Redaktionsassistenz:
Telefon: 0211/904 29-0
Telefax: 0211/904 29-99
Die Angaben sind nach bestem Wissen und
sorgfältigen Recherchen zusammengestellt.
Eine Gewähr oder Haftung wird vom CRM
nicht übernommen. Jeder Nachdruck,
die Wiedergabe, Vervielfältigung, Speicherung
in Datenverarbeitungsanlagen und Verbreitung
auch von Teilen des Werkes bedarf der
Genehmigung des Herausgebers.
ISSN 2192-5097
© CENTRUM FÜR REISEMEDIZIN
DÜSSELDORF 2015
Prof. Dr. med. Tomas Jelinek
Birgit Pfeiffer
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Afghanistan
Infektionen, diverse: Risiko für orale Infektionen, speziell Durchfallerkrankungen, andere Darminfektionen, Cholera, Hepatitis A
und Typhus landesweit. Tollwut durch streunende Hunde ist eine
permanente Gefahr, auch in Städten. Adäquate Schutzmaßnahmen
wie Hygiene und Impfschutz beachten.
Poliomyelitis: Afghanistan gehört zu den wenigen Ländern, in denen
Poliomyelitis weiterhin endemisch vorkommt. Seit März dieses Jahres
wurden 13 Erkrankungen gemeldet. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 28 Fälle registriert, 2013 waren es 14. Adäquate Schutzmaßnahmen, wie Hygiene und Impfschutz, beachten. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, hat die WHO Anfang Mai 2014 die
Regierung des Landes aufgefordert allen Reisenden (Einheimischen
und Touristen), die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten
haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu empfehlen.
Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise
erfolgen und in einem international gültigen Impfausweis dokumentiert sein. Diese Empfehlung wurde Anfang Mai 2015 von der WHO
wiederholt.
am Roten Meer verzeichnet, mindestens 2 Touristen waren betroffen. Mückenschutz beachten.
Malaria: Erstmals seit 1998 wurden im Sommer letzten Jahres
autoch­thone Malaria-Fälle registriert. 21 Menschen, überwiegend
Mitglieder einer Familie, aus 2 Dörfern nahe der Stadt Edfu im
Gouverne­ment Assuan (S) waren erkrankt. Als Erreger konnte P. vivax
nachgewiesen werden. Um ein erneutes Auftreten zu verhindern, führen die Gesundheitsbehörden in der Region routinemäßig Maßnahmen zur Bekämpfung der Vektoren durch. Meldungen über ein vermehrtes Auftreten von Anopheles-Mücken im Gouvernement Luxor
(S) wurden von den Behörden aber dementiert. Aktuell besteht für
Reisende kein relevantes Infektionsrisiko. Mückenschutz beachten.
Folgende Impfstoffe sind derzeit nicht oder nur eingeschränkt
verfügbar (Stand 17.11.2015):
Erdbeben: Ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 7,5 hat am
26. Oktober den Nordosten des Landes erschüttert. Nach offiziellen
Schätzungen wird mit mehr als 70 Toten und zahlreichen Verletzten gerechnet. Die Zahl der Obdachlosen ist noch nicht übersehbar,
abgelegene Dörfer sind noch nicht zugänglich. Die Rettungsarbeiten
werden durch zahlreiche Erdrutsche erschwert, außerdem werden
die betroffenen Regionen von den Taliban kontrolliert. Mit Versorgungsengpässen und einer erhöhten Seuchengefahr ist zu rechnen.
Für Hilfseinsätze adäquate Hygiene und Impfschutz empfohlen.
Hepatitis A: Havrix 1440
Influenza: Influsplit Tetra 2015/2016 (ausverkauft)
MMR: M-M-RVaxPRO (10er Packung), Priorix
Polio: IPV Mérieux
Tetanus + Diphtherie + Pertussis: Boostrix (10er Packung)
Tetanus + Diphtherie + Pertussis + Polio: Boostrix Polio,
Repevax
Tollwut: Tollwut-Impfstoff (HDC) inaktiviert (Einzeldosis)
Typhus: Typherix (Einzeldosis), Typhim Vi (Einzeldosis), Typhoral L
Typhus + Hepatits A: Viatim (Einzeldosis)
Sicherheitshinweis: Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend
gewarnt. Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch
terroris­
tisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein
(www.auswaertiges-amt.de).
Folgende Impfstoffe werden nicht mehr vertrieben:
Masern: Masern-Impfstoff HDC Mérieux
Röteln: Röteln-Impfstoff HDC Mérieux
Meningokokken: Mencevax, Meningokokken-Impfstoff A+C
Vogelgrippe: Aflunov
Ägypten
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen einschließlich
Shigellosen landesweit. Hepatitis A ist ebenfalls sehr verbreitet.
Hygiene und Impfschutz beachten.
Dengue: Im Oktober wurden in einem Dorf im Distrikt Dayrout
(Gouvernement­Asyut) in Mittelägypten 253 Verdachtsfälle gemeldet. 28 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt. Die Behörden
haben Maßnahmen zur Vektorbekämpfung und -überwachung eingeleitet. Seit 2010 wurden vereinzelte Infektionen in Küstengebieten
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Die Angaben wurden nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche
zusammen­gestellt. Eine Gewähr oder Haftung kann nicht übernommen
werden.
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Vogelgrippe: Ägypten steht seit Anfang des Jahres an erster Stelle
(vor Indonesien) der H5N1-Fälle weltweit. Seit November vergangenen Jahres sind die Infektionen stark gestiegen. In diesem Jahr
sind 147 Menschen erkrankt, es gab 41 Todesfälle. Zuletzt wurde
Ende Juni ein Todesfall im Gouvernement Assuan (S) registriert.
Es werden verschiedene Ursachen für den Anstieg diskutiert. Die
Zirku­lation der Infektion in den Geflügelbeständen könnte zugenommen haben, außerdem scheint die Achtsamkeit in der Bevölkerung
gesunken zu sein. Auch scheint die Zahl der kleineren, nicht staatlich
kontrollierten Betriebe zugenommen zu haben. Eine Mutation des
Virus wird inzwischen ausgeschlossen. Damit liegt die Anzahl der
menschlichen Erkrankungen in Ägypten bei insgesamt 347, darunter
sind 123 Todesfälle. Seit ihrem Erstauftritt im Februar 2006 sind der
hochpathogenen Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) in Ägypten
mehr als 34 Millionen Tiere zum Opfer gefallen. Ende April wurde
bei einem 7-jährigen Jungen eine Doppelinfektion mit Influenza
A(H9N2) und Influenza B festgestellt. Es ist der dritte Fall dieser Variante der Vogelgrippe in diesem Jahr. Die meisten Fälle bei Geflügel
wurden Anfang vergangenen Jahres in Kairo beobachtet. Kontakt
zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sowie Geflügelausscheidungen sollten vermieden werden.
Sicherheitshinweis: Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution
von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat. Es
besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und
die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen westliche Ziele und Staatsbürger richten. Im Norden der Sinai-Halbinsel
kam es wiederholt zu schweren Anschlägen. Für die ganz überwiegende Mehrheit der deutschen Reisenden verlaufen die Aufenthalte
im Land ohne Probleme. Reisenden wird empfohlen, Hinweise der
Hotels und Reiseveranstalter zu beachten und die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Algerien
Sicherheitshinweis: In den letzten Jahren kommt es in Algerien
immer wieder zu Terroranschlägen und Entführungen, insbesondere
in der algerischen Sahararegion, aber auch im Norden und Nord­
osten des Landes (v. a. Kabylei). Aufgrund der aktuell angespannten
Sicherheitslage in der gesamten Region und der Drohungen von
islamistischen Gruppen gegen ausländische Interessen und Einrichtungen in Algerien rät das Auswärtige Amt bei Reisen nach Algerien
zu erhöhter Vorsicht (www.auswaertiges-amt.de).
Angola
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Epidemische Ausbrüche von Cholera gab es seit 2006 in zahlreichen Provinzen einschließlich der hygienisch schlecht versorgten
Viertel der Hauptstadt Luanda mit einem Gipfel jeweils während der
Regenzeit. Polio trat zuletzt 2011 als Reimport auf. Hygiene und
Impfschutz (Polio) beachten.
Anguilla
Chikungunya: Zwischen Februar und Ende Dezember 2014 wurden 54 Erkrankungen bestätigt, 2 davon wurden importiert. Es gab
46 weitere Verdachtsfälle. In den ersten 3 Monaten dieses Jahres
wurden 25 Verdachtsfälle gemeldet, 3 autochthone Infektionen wurden bestätigt. Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Antigua & Barbuda
Chikungunya: Ende April 2014 wurde die erste Erkrankung auf
Antigua bestätigt, ob es sich um eine autochthone Infektion handelt wurde nicht bekannt. Bis Mitte August wurden 18 Infektionen
bestätigt. Mitte Juli 2014 wurde die erste Erkrankung von Barbuda
gemeldet. Landesweit sind 1.426 weitere Verdachtsfälle aufgetreten.
Bis Ende Februar dieses Jahres wurden 16 Verdachtsfälle beobachtet.
Mückenschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Äquatorialguinea
Poliomyelitis: Im vergangenen Jahr wurden 5 Erkrankungen aus
den Provinzen Centro Sur, Bioko Norte und Litoral gemeldet. Es
sind die ersten Polio-Fälle seit 1999. Sie hängen wahrscheinlich mit
den zeitgleichen Ausbrüchen im Nachbarland Kamerun zusammen.
Impfschutz beachten. Im Juni dieses Jahres hat die WHO Äquatorialguinea von der Liste der Länder gestrichen, von denen eine Gefahr
der Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und
Touristen, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben,
sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr.
Argentinien
Chikungunya: Mitte August 2014 wurde der erste importierte Fall
gemeldet. Bis Ende des Jahres ist die Zahl auf 41 gestiegen. In diesem Jahr wurden 40 Infektionen importiert. Die Touristen haben sich
beim Besuch der Dominikanischen Republik infiziert. Es gibt einen
autochthonen Verdachtsfall in der Provinz Jujuy (NW). Mückenschutz
beachten.
Dengue: In den ersten 41 Wochen dieses Jahres sind landesweit
3.180 Verdachtsfälle registriert worden. Ein Großteil der Infektionen
wurde aus der Provinz Córdoba gemeldet. Mückenschutz beachten.
Aserbaidschan
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen sowie andere
orale Infektionen landesweit, darunter sporadisch auch Botulismus
durch hauseingemachte Lebensmittel. Hygiene beachten.
Äthiopien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch für Cholera. Hygiene sowie ggf. Impfschutz gegen Cholera
beachten.
Einreiseimpfvorschrift: Entgegen den offiziellen Bestimmungen
wurde am Flughafen Addis Abeba in der letzten Zeit auch bei Einreise
aus Deutschland der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung
kontrolliert. In weiten Teilen des Landes besteht ein Infektionsrisiko.
Eine Impfung ist deshalb für alle Reisenden empfehlenswert.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von 4 Jahren ging das Polio-Virus
durch Reimport aus dem Sudan im Dezember 2004 wieder in Zirkulation. 2006 wurden noch 17 Fälle nachgewiesen, 2007 keine und
2008 zwei Fälle. 2013 sind 9 Kinder erkrankt, im Januar 2014 wurde
der bisher letzte Fall registriert. Im Mai dieses Jahres hat die WHO
Äthiopien von der Liste der Länder gestrichen, von denen eine Gefahr
der Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und
Touristen, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben,
sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr.
Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Australien
Dengue: In diesem Jahr wurden bisher landesweit 1.490 Infektionen
gemeldet. Mit 524 Infektionen ist der Bundesstaat Western Australia am stärksten betroffen. Im vergangenen Jahr wurden landesweit
1.504 Fälle registriert, 388 davon in Queensland. Mückenschutz
beachten.
Grippe: Landesweit wurden bis Mitte November 94.961 Erkrankungen registriert, über 36.000 davon alleine im Monat August.
Am stärksten betroffen sind die Bundesstaaten Queensland (27.575),
New South Wales (29.925) und South Australia (15.512). In den
Bundes­staaten South Australia und Queensland haben Infektionen
durch Influenza B stark zugenommen. Der Höhepunkt der Grippesaison ist überwunden. Risikoreisende sollten Impfschutz beachten.
Presseberichten zufolge plant das Gesundheitsministerium die Einführung des tetravalenten Impfstoffes für die Influenzasaison 2016.
Pertussis: In der Stadt Ballarat im Bundesstaat Victoria (SO) sind im
vergangenen Jahr 219 Menschen an Keuchhusten erkrankt. 2013
wurden nur 27 und 2012 38 Fälle registriert. Auch im neuen Jahr
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
setzt sich der Ausbruch fort, bisher wurden 101 Infektionen gemeldet. Innerhalb der letzten 6 Wochen wurden 9 neue Infektionen
verzeichnet. Im gesamten Bundesstaat wurden bis Mitte November
4.029 Erkrankungen verzeichnet. Im angrenzenden Bundesstaat New
South Wales (SO) sind im selben Zeitraum 9.085 Menschen erkrankt,
hier haben sich die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr (3.133) fast
verdreifacht. Besonders betroffen sind einige Gemeinden mit sehr
geringen Durchimpfungsraten. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 17.140 Keuchhustenfälle gemeldet. Impfschutz beachten.
Benin
Ross River-Krankheit: In diesem Jahr haben die Erkrankungen
stark zugenommen. Bis Mitte November wurden 9.032 Infektionen
gemeldet. Es sind die höchsten Fallzahlen seit 1997. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 5.342 Erkrankungen registriert. Starke
Regenfälle haben das Wachstum der Mückenpopulation begünstigt.
Ein Schwerpunkt der Übertragung ist der Bundesstaat Queensland,
hier wurden bis Anfang November 5.847 Erkrankungen gemeldet.
Wie erst im September bekannt wurde, haben sich bereits im April
und Mai 2 niederländische Touristen während der Reise infiziert. Das
Ross River-Virus wird durch Stechmücken übertragen und kommt
in Australien regelmäßig vor. Als Virusreservoir werden Kleinsäuger
vermutet. Klinisch zeigen sich nach einer Inkubationszeit von 3 bis
9 Tagen plötzlich einsetzende Gelenk- und Muskelschmerzen sowie
leichte Temperaturerhöhung, Abgeschlagenheit, Hautausschläge
und Kopfschmerzen. Die Erkrankung ist selbstlimitierend, Symptome
können jedoch auch Monate bis Jahre andauern. Expositionsprophylaxe gegen tagaktive Stechmücken durchführen.
Bermuda
Bahamas
Botswana
Sicherheitshinweis: Der tropische Hurrikan Joaquin hat am
03.10.2015 die südlichen Inseln San Salvador, Acklins und Long
Island zentral getroffen und schwere Verwüstungen angerichtet. Die
Wiederaufbauarbeiten dauern noch an (www.auswaertiges-amt.de).
Brasilien
Chikungunya: Ende Juni 2014 wurde der erste importierte Fall
regis­triert. Ein Tourist hatte sich beim Besuch der Dominikanischen
Republik­infiziert. Bis Ende letzten Jahres wurden 92 autochthone
und 5 importierte Fälle registriert. In diesem Jahr wurden bis Ende
April 10 Erkrankungen gemeldet, eine Infektion wurde importiert.
Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Bangladesh
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Der Erreger der Cholera ist in der Region endemisch. Polio wurde
seit 2006 nicht mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz beachten.
Dengue: In diesem Jahr sind die Dengue-Fallzahlen so hoch wie seit
9 Jahren nicht mehr. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Dhaka.
Bisher wurden landesweit 2.656 Fälle gemeldet, es gab 4 Todesfälle.
Seit Oktober geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. Im gesamten
vergangenen Jahr waren nur 375 Menschen erkrankt. Mückenschutz
beachten.
Barbados
Chikungunya: Anfang Juni 2014 wurden die ersten Erkrankungen
importiert, mindestens 2 von der Insel Dominica. Im vergangenen
Jahr wurden 122 Infektionen bestätigt, 114 davon gelten als autochthon. Es gab 1.665 weitere Verdachtsfälle. Seit Ende letzten Jahres
geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. In den ersten 19 Wochen
dieses Jahres wurden 290 Verdachtsfälle gemeldet, von denen bisher
15 bestätigt wurden. 2 Menschen sind verstorben. Mückenschutz
beachten.
Belize
Chikungunya: Anfang November 2014 wurden 3 autochthone
Infektionen gemeldet. Erstmals in diesem Jahr wurden Ende August
4 Infektionen in der Provinz Corozal District bestätigt, es gibt weitere
Verdachtsfälle. Mückenschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche kommen vereinzelt vor. Nach einer Pause von
vier Jahren kam es 2008 erstmals wieder zu 6 Fällen von importierter Polio. 2009 waren es 21 Erkrankungen. Danach sind keine weiteren Fälle aufgetreten. Im Juni dieses Jahres wurde das Land von
der WHO als poliofrei erklärt. Hygiene und Impfschutz für Polio und
ggf. Cholera beachten.
Chikungunya: Ende August 2014 wurde der erste importierte Verdachtsfall gemeldet. Bis Mitte April dieses Jahres ist die Zahl auf 11
gestiegen. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet.
Keine der Erkrankungen soll lokal erworben sein. Mückenschutz
beachten.
Bolivien
Chikungunya: Im Februar dieses Jahres wurden die ersten
13 autochthonen Infektionen registriert. Seitdem ist die Zahl offiziell auf 1.123 gestiegen, es gibt weitere Verdachtsfälle. Die meisten Infektionen stammen aus dem Departement Santa Cruz (O).
Hier wurden bis Anfang Juni etwa 4.000 Verdachtsfälle registriert,
1.160 Infektionen wurden bestätigt. Ein Mensch ist verstorben. Bereits
Mitte Juli 2014 wurden die ersten 3 importierten Fälle bestätigt, inzwischen ist die Zahl auf 15 gestiegen. Mückenschutz beachten.
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Milzbrand kommt landesweit sowohl in der intestinalen wie in
der kutanen Verlaufsform vor und ist bei Haus- und Wildtieren in
Botswana­endemisch; betroffen sind auch die Nationalparks. Vorsicht beim Umgang mit kranken oder verendeten Tieren. Hinweis auf
Übertragungswege und adäquate Hygiene.
Chikungunya: Die Gesundheitsbehörden haben Mitte vergangenen
Jahres die ersten Infektionen gemeldet. 2014 wurden 2.196 autochthone und 93 importierte Fälle gemeldet. Seit Anfang dieses Jahres
wurden 14.373 Verdachtsfälle gemeldet, 246 Infektionen wurden
bestätigt. 7 Erkrankungen wurden importiert. Die meisten lokal
erworbenen Infektionen stammen aus den Bundesstaaten Bahia (O)
und Amapa (N). Im Juli wurden die ersten 4 autochthonen Infektionen in Manaus (Bundesstaat Amazonas, N) gemeldet. Mückenschutz
beachten.
Dengue: Im gesamten Land besteht ein hohes Risiko für Dengue.
In diesem Jahr wurden bis Anfang Oktober 1.485.397 Erkrankungen
regis­triert, 761 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen
sind die Bundesstaaten Minas Gerais, Goias und Sao Paulo. Im Bundesstaat Rio de Janeiro (SO) sind die Fallzahlen im Vergleich zum
Vorjahr um 580 % gestiegen. Bis Ende August wurden mehr als
53.000 Verdachts- und 13 Todesfälle registriert. Im vergangenen
Jahr wurden landesweit 591.080 Verdachtsfälle gemeldet, 214.760
Infektionen wurden labortechnisch bestätigt, 410 Menschen sind
verstorben. 2013 sind landesweit 1,4 Millionen Menschen erkrankt,
573 Todesfälle wurden gemeldet. Schutz vor überwiegend tag­
aktiven Stechmücken beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Am 10. November wurde in der
Stadt Belo Horizonte (Bundesstaat Minas Gerais) ein Verdachtsfall
registriert. Der 46-jährige Brasilianer war 4 Tage zuvor von einer
Reise nach Guinea zurückgekehrt. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums konnte eine Infektion ausgeschlossen werden. Etwa
95 Kontaktpersonen konnten die Quarantäne verlassen.
Zika-Virus: Ende April wurden im Bundesstaat Bahia (O) erstmals
Infektionen mit dem Zika-Virus bestätigt, es sind gleichzeitig die
ersten auf dem südamerikanischen Festland. Seitdem wurde das
Virus in insgesamt 14 Bundesstaaten nachgewiesen: Alagoas (NO),
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Bahia (O), Ceará (NO), Maranhão (NO), Mato Grosso (W), Pará (N),
Paraíba (NO), Paraná (S), Pernambuco (NO), Piauí (NO), Rio de
Janeiro (SO), Rio Grande do Norte (NO), Roraima (N) und São Paulo
(SO). Nach einer mehrwöchigen Pause ohne Neuinfektionen wurden Ende August im Bundesstaat Paraná 2 und im Bundesstaat Alagoas (NO) 9 Infektionen bestätigt. Anfang Oktober wurden in Alagoas weitere 15 Erkrankungen gemeldet. Anfang September wurde
die erste Infektion im Bundesstaat Mato Grosso (W) registriert. Es
wird vermutet, dass der Erreger während der Fußballweltmeisterschaft 2014 importiert wurde. Die Gesundheitsbehörden in Bahia
haben Mitte Juli eine Zunahme von Fällen des Guillain-Barré Syndroms gemeldet. 76 Verdachtsfälle wurden registriert, 42 konnten
bestätigt werden. Eine Frau ist verstorben. Experten vermuten einen
Zusammenhang mit dem Zika-Ausbruch. Mückenschutz beachten.
Bulgarien
West Nile-Fieber: Im Juni wurde die erste Infektion in Europa für
diese Saison gemeldet. Anfang Oktober wurde die zweite Infektion
im Land registriert. Das Virus wird durch Stechmücken von einem
Wirt zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann
aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen.
Bei Menschen kommt es in 80 % der Fälle zu keinen Symptomen.
In den anderen Fällen treten grippeähnliche Symptome auf. Das
Virus kann die Blut-Hirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis,
Enzepha­litis und Lähmungen führen. Bei den neuroinvasiven Fällen
liegt die Sterblichkeit bei 10 %; es kommt häufig zu schweren bleibenden Behinderungen. Personen über 50 haben ein höheres Risiko,
diese schwere Form der Erkrankung zu entwickeln. Mückenschutz
beachten.
Burkina Faso
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
Cholera wurde in letzter Zeit nicht gemeldet. Polio trat seit 2012
nicht mehr auf. Im Juni dieses Jahres wurde das Land von der WHO
als poliofrei erklärt. Hygiene und Impfschutz (Polio) weiterhin
be­achten.
Sicherheitshinweis: Von Reisen nach Burkina Faso wird derzeit
abgeraten. Reisenden im Land wird empfohlen, die Medienberichte
sowie diese Reise- und Sicherheitshinweise aufmerksam zu verfolgen. Ein Putschversuch von Teilen der Präsidentengarde wurde am
23. September offiziell beendet. Aktuell wird eine Ausgangssperre
von 23 Uhr bis 5 Uhr aufrechterhalten. Der Flughafen wurde bis auf
Weiteres erneut gesperrt. Im Stadtgebiet von Ouagadougou sollten
Reisende sich besonders vorsichtig und mit erhöhter Aufmerksamkeit bewegen (www.auswaertiges-amt.de).
Burundi
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit, regional ist auch mit Cholera zu rechnen. Nachdem das Land
10 Jahre frei von Polio war, sind 2009 wieder zwei Fälle aufgetreten.
Seitdem wurden keine weiteren Fälle gemeldet. Impfschutz und
Hygiene beachten.
Sicherheitshinweis: Die Lage in Bujumbura wie auch im ganzen
Land ist unübersichtlich und sehr angespannt. Es kommt fast täglich
zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Sicherheitskräfte untereinander, aber auch gegen die Zivilbevölkerung, bei denen Schusswaffen und Handgranaten eingesetzt werden. In den letzten Wochen
hat vor allem in Bujumbura, aber auch in anderen Landesteilen, die
Zahl gezielter Attentate auf Personen aller politischen Lager deutlich
zugenommen. Eine weitere Eskalation der Gewalt ist insbesondere
seit der Vereidigung des Präsidenten Nkurunziza zu seiner dritten
Amtsperiode am 20. August 2015 nicht auszuschließen. Bei Reiseabsichten wird dringend der vorherige Kontakt zur Deutschen Botschaft Bujumbura empfohlen (www.auswaertiges-amt.de).
© Centrum für Reisemedizin
Cayman Inseln
Chikungunya: Zwischen Mitte Juli und Ende Dezember 2014 haben
die Behörden 50 Erkrankungen bestätigt, 47 gelten als autochthon.
Es gab 162 weitere Verdachtsfälle. In diesem Jahr wurden bis Mitte
Mai 67 Verdachtsfälle registriert, eine autochthone Infektion wurde
bestätigt. Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Chile
Chikungunya: Zwischen Juni und Ende Dezember 2014 wurden
20 importierte Erkrankungen gemeldet. Ende November wurde eine
Infektion auf der Osterinsel bestätigt, der Patient hatte sich zuvor
auf Tahiti (Französisch Polynesien) aufgehalten. In diesem Jahr wurden 6 importierte Infektionen bestätigt. Mückenschutz beachten.
China
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera und Typhus kommen in China sporadisch vor. Betroffen
sind die Küstenregionen einschließlich der Großstädte wie Hongkong und Shanghai. Infektionsquelle sind gewöhnlich unzureichend
gegarte Meeresfrüchte. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. Impfung gegen Typhus.
Dengue: Anfang November wurden in Hongkong 2 autochthone
Infektionen bestätigt. In diesem Jahr wurden 96 importierte Fälle
registriert. Im vergangenen Jahr wurden 3 lokale Erkrankungen
verzeichnet, 2013 gab es ausschließlich importierte Erkrankungen.
Mückenschutz beachten.
Tollwut: China ist nach Indien das Land mit den zweithöchsten Inzidenzen. In den letzten Jahren kam es zu einem deutlichen Anstieg
der Fallzahlen. Am stärksten betroffen sind die südlichen Provinzen,
insbesondere Guangxi, Guandong, Guizhou, Hunan und Sichuan.
Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Das
Tollwut­risiko sollte immer Bestandteil reisemedizinischer Beratung
sein, auch im Hinblick auf den Mangel an geeigneten Impfstoffen
und Immunglobulin im Lande. Achtung: Im Land kommen Impfstofffälschungen vor. Eine prophylaktische Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten dringend zu empfehlen.
Vogelgrippe: Seit 2003 hat die hochpathogene Vogelgrippe durch
Influenza A(H5N1) in diversen Landesteilen immer wieder zu örtlichen oder regionalen Ausbrüchen bei Wildvögeln und Nutztieren
geführt. Bisher wurden in China in diesem Jahr bereits 20 menschliche Erkrankungen gemeldet, 2014 waren es insgesamt 18. Bei
der Mehrzahl der Patienten konnte Kontakt zu Geflügel nachgewiesen werden. Im März 2013 wurde erstmals ein Fall von Influenza A(H7N9) beim Menschen registriert. Seitdem kam es offiziell
zu 678 Erkrankungen mit insgesamt mindestens 271 Todesfällen.
Seit Anfang Oktober wurden 4 Infektionen registriert, es sind die
ersten Infektionen seit etwa 3 Monaten. Die Infektion tritt saisonal
in Wellen auf, die meisten Infektionen werden im Herbst und Winter
registriert. Ursprünglich waren ausschließlich der Osten und Südosten betroffen, auch die Infektionen in Hongkong und Taiwan wurden
in diesen Regionen erworben. Die meisten Fälle traten in den Provinzen Guangdong und Zhejiang auf. Inzwischen hat sich die Infektion
auch auf weitere Provinzen ausgeweitet. Betroffen sind Fujian im
Süden, Jiangsu, Jiangxi, Shandong im Osten und die Region Xinjiang
im Nordwesten des Landes. Dieser Subtyp wurde zuvor noch nicht
beim Menschen nachgewiesen, das Potenzial einer Übertragung von
Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Kenntnisstand höher als bei
anderen bekannten Vogelgrippeviren.
Sicherheitshinweis: Nach den Explosionen vom 12. August 2015
in einem Gefahrgutlager im Hafen von Tianjin wird in der näheren
Umgebung des Unglücksortes weiterhin zu erhöhter Aufmerksamkeit und zu allgemeiner Vorsicht geraten. Das starke Erdbeben im
Kathmandu-Tal vom 25. April 2015 hat auch im südlichen Tibet
erhebliche Zerstörungen verursacht. Die Aufräumarbeiten im süd­
lichen Tibet dauern an. Insbesondere in den Grenzgebieten zu Nepal
5
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(Nyalam und Gyirong) ist mit erheblichen Behinderungen zu rechnen
(www.auswaertiges-amt.de).
Cook-Inseln
Chikungunya: Seit November 2014 wurden 782 Infektionen bestätigt, 4 davon wurden importiert. Allein in der zweiten Juliwoche
wurden 11 Infektionen gemeldet. Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen stark gesunken. Die meisten Fälle wurden auf der Insel
Rarotonga beobachtet. Die Behörden haben Maßnahmen zur Aufklärung der Bevölkerung und zur Bekämpfung der Vektoren gestartet.
Mückenschutz beachten.
Costa Rica
Chikungunya: Im Juni 2014 wurde der erste autochthone Fall
bestätigt. Eine französische Touristin ist nach ihrer Rückkehr aus
Costa Rica in Frankreich erkrankt. Im vergangenen Jahr wurden 198
autoch­thone und 40 importierte Erkrankungen registriert. In diesem Jahr wurden bisher 142 autochthone Infektionen bestätigt. Alle
7≈Provinzen sind betroffen. Mückenschutz beachten.
Dengue: Das Gesundheitsministerium hat Ende April eine Aktion
zur Verringerung der Mückenpopulation durchgeführt. Zwei Tage
lang wurde Müll, besonders Altreifen, eingesammelt und einer professionellen Entsorgung zugeführt. In den ersten 38 Wochen des
Jahres wurden 10.182 Verdachtsfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr
wurden 10.460 Verdachtsfälle registriert. Am stärksten betroffen
sind die Küsten-Provinzen Guanacaste (NW), Limon (O) und Puntarenas (W). 2013 wurde mit ca. 49.900 Erkrankungen die schwerste
Dengue-Epidemie seit 10 Jahren registriert. 3 verschiedene Sero­
typen kursieren im Land, was die Zahl der Reinfektionen stark
erhöht. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Côte d’Ivoire
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
regional ist auch mit Cholera zu rechnen. Seit 2012 wurden keine
Polio-Fälle mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Vogelgrippe: Im Mai dieses Jahres wurde erstmals seit 2007 in
Bouake­im Zentrum des Landes bei 93 verendeten Tieren eine Infektion mit Influenza A(H5N1) bestätigt. Einen weiteren Ausbruch gab
es auf einem Geflügelmarkt in Abidjan. Insgesamt waren 880 Tiere
erkrankt, etwa 1.500 wurden gekeult. Beide Ereignisse wurden
für beendet erklärt. Mitte August wurde erneut ein Ausbruch in
der Nähe der Hauptstadt Abidjan gemeldet. Etwa 27.000 Hühner
sind betroffen. Erkrankungen beim Menschen wurden bisher nicht
ge­meldet.
Deutschland
Brucellose: In Berlin wurde bei einem syrischen Flüchtling, der
seit August in Deutschland lebt, eine Infektion mit Brucella melitensis nachgewiesen. Im Oktober wurde in Neumarkt (Oberpfalz)
bei einer 17-jährigen Syrerin ebenfalls eine Infektion bestätigt. Die
Ansteckung­erfolgte vermutlich noch im Heimatland. Die Erkrankung
ist weltweit verbreitet, tritt aber besonders häufig in den Mittelmeerländern, Lateinamerika, Asien und Afrika auf. Die Erreger werden
durch unpasteurisierte Milch oder durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren auf den Menschen übertragen.
Masern: Der Ausbruch in Berlin, der im Oktober letzten Jahres
begann, wurde offiziell für beendet erklärt. Insgesamt wurden
1.359 Erkrankungen registriert, 1.238 davon in diesem Jahr. Der
letzte Patient­wurde am 20. August gemeldet. Im Februar ist ein
18 Monate alter Junge verstorben. Unabhängig davon wurde in
KW 39 und KW 44 je ein weiterer Masernfall gemeldet. Im benachbarten Brandenburg gab es in diesem Jahr 102 Infektionen. Auch
in Bayern sind die Fallzahlen gestiegen, in den ersten 45 Wochen
wurden 167 Erkrankungen registriert. In Sachsen sind in diesem Jahr
bis zur 38. Meldewoche 271 Personen erkrankt, seitdem wurden
© Centrum für Reisemedizin
keine weiteren Infektionen gemeldet. In Baden-Württemberg sind
bis zur 44. KW 133 Menschen erkrankt, seitdem wurden keine weiteren Fälle registriert. Aus Thüringen wurden bis Anfang Oktober
169 Fälle gemeldet. In Hamburg wurden bis Anfang September
86 Erkrankungen gemeldet, im gesamten vergangenen Jahr waren
es nur 14. Der Senat hat eine Impfkampagne gestartet. In diesem
Jahr wurden dem RKI bis KW 43 bundesweit 2.456 Fälle gemeldet.
Im vergangenen Jahr sind landesweit 515 Erkrankungen registriert
worden, 2013 waren es 1.769. Der Impfstatus sollte bei Kindern,
Jugendlichen und Erwachsenen überprüft und ggf. ergänzt werden.
Die STIKO empfiehlt zwei Impfungen mit dem MMR-Impfstoff im
11.–14. Lebensmonat sowie vor Ende des 2. Lebensjahres. Für alle
nach 1970 geborenen Erwachsenen, die in der Kindheit nicht oder
nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, wird
eine einmalige MMR-Impfung empfohlen.
Dominica
Chikungunya: Ein Jahr nachdem die erste Infektion von der Insel
St. Martin importiert worden war, hat das Gesundheitsministerium
Ende Januar dieses Jahres die Insel für chikungunyafrei erklärt.
Innerhalb von 42 Tagen seien keine neuen Erkrankungen mehr aufgetreten. Im vergangenen Jahr wurden 3.590 Verdachtsfälle und
173 bestätigte autochthone Infektionen gemeldet. Auch zwei deutsche Touristen sind erkrankt. In diesem Jahr wurden bisher nur 8 Verdachtsfälle registriert. Mückenschutz weiterhin beachten.
Dominikanische Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Die Dominikanische Republik gehört zu den Urlaubsländern
mit den höchsten Inzidenzen für gastrointestinale Infektionen. Im
Zuge der aktuellen Cholera-Epidemie im Nachbarland Haiti hat sich
die Infektion auch in der Dominikanischen Republik ausgebreitet.
Kumulativ wurden von Beginn der Epidemie (Ende 2010) bis Anfang
September 33.180 Erkrankungen und mindestens 491 Todesfälle
registriert, davon 21.000 im Jahr 2011. Im vergangenen Jahr gab es
nur 597 Verdachtsfälle, 10 Menschen sind verstorben. Seit November wird ein Anstieg der Fallzahlen beobachtet. Dieses Jahr wurden
435 Verdachtsfälle gemeldet, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt. 13 Menschen sind
verstorben. Reisende sollten besonders sorgfältig auf Hygiene­
maßnahmen achten, evtl. Impfung erwägen.
Chikungunya: Im Februar 2014 wurden die ersten Fälle aus der Provinz San Cristobal (S) berichtet. Bis Ende des Jahres wurden landesweit offiziell 539.099 Verdachtsfälle gemeldet, 84 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt, 6 Menschen sind verstorben. Bis Ende
Juni 2014 war die Zahl der wöchentlichen Verdachtsfälle auf über
40.000 gestiegen, seitdem gehen die Fallzahlen deutlich zurück. Bis
Anfang Juli dieses Jahres wurden nur 67 Verdachtsfälle registriert. Die
Krankheit wurde bisher in 19 der 32 Provinzen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte Oktober wurden 8.438 Infektionen und 97 Todesfälle registriert. Damit ist die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum
Vorjahr um 78 % gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt
6.059 Verdachtsfälle gemeldet, 65 Menschen sind verstorben. Bei
96 Patienten verlief die Erkrankung schwer. Am stärksten betroffen
sind die Provinzen Santiago und Maria Trinidad Sanchez im Norden
des Landes. 2013 wurden landesweit 16.503 Verdachtsfälle und mindestens 111 Todesfälle registriert. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Dschibouti
Sicherheitshinweis: Bis auf Weiteres wird von nicht unbedingt
notwendigen Reisen in entlegene Gebiete Dschibutis eindringlich
abgeraten. Für Staatsangehörige westlicher Staaten besteht ein
erhöhtes Anschlags- und Entführungsrisiko. Vergnügungslokale
und Restaurants im Stadtzentrum sollten ebenso wie größere Menschenansammlungen vollständig gemieden werden. Es wird emp-
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
fohlen, die aktuellen Nachrichten zu verfolgen und den Anweisungen der dschibutischen Sicherheitskräfte unbedingt Folge zu leisten
(www.auswaertiges-amt.de).
Ecuador
Chikungunya: Die erste autochthone Infektion wurde Mitte Dezember 2014 aus der Stadt Montecristi (Provinz Manabi, W) bestätigt,
bis Ende Oktober dieses Jahres ist die Zahl landesweit auf ca. 33.400
gestiegen. 2 Menschen sind verstorben. Die meisten Fälle wurden in
den Provinzen Esmeraldas (N), Manabi (W) und Guayas (W) beobachtet. Seit Ende September 2014 wurden 102 importierte Erkrankungen registriert. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Anfang Oktober dieses Jahres wurden ca. 41.500 Verdachtsfälle registriert. 8 Menschen sind verstorben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren nur ca. 9.400 Menschen erkrankt.
Die meisten Fälle wurden in der Provinz Manabi (W) registriert. Im
vergangenen Jahr wurden landesweit 15.446 Infektionen gemeldet,
11 Menschen sind verstorben. Schutz vor den überwiegend tag­
aktiven Überträgermücken beachten!
El Salvador
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
vor allem Hepatitis A und Typhus. Auftreten von Cholera sporadisch.
Hygiene und Impfschutz beachten.
Chikungunya: Ende Mai des vergangenen Jahres wurden die ersten Erkrankungen gemeldet, bis Ende letzten Jahres ist die Zahl auf
135.226 gestiegen. 157 Infektionen konnten bestätigt werden. Bis
Ende August dieses Jahres wurden 39.704 Verdachtsfälle registriert.
Insgesamt sind 10 Menschen verstorben. Seit Mitte Oktober geht die
Zahl der Neuinfektionen langsam zurück. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte Oktober dieses Jahres wurden ca. 40.500 Verdachtsfälle gemeldet, 8.944 Infektionen wurden bestätigt. Mindestens 990 Erkrankungen verliefen schwer. 3 Menschen sind verstorben. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Zika-Virus: Anfang November wurden 9 Verdachtsfälle gemeldet.
Die Testergebnisse stehen noch aus. Mückenschutz beachten.
Fidschi
Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen und Typhus landesweit, vor allem durch kontaminiertes Trinkwasser. In diesem Jahr
wurden bisher 227 Infektionen registriert. Am stärksten betroffen
ist die Northern Division. Hepatitis A ist ebenfalls verbreitet. Es ist
Vorsicht bei touristischen Aufenthalten geboten: Hygiene beachten,
Impfungen gegen Typhus und Hepatitis A ggf. empfohlen.
Frankreich
West Nile-Fieber: Anfang Oktober ist im Département Gard (S) ein
Mensch erkrankt. Bereits im August sind im angrenzenden Département Bouches-du-Rhône (S) mindestens 2 Pferde an einer Infektion
mit dem WNV verendet. Es sind die ersten Fälle seit 2006 in Frankreich. Die letzten 7 Infektionen beim Menschen wurden 2003 im
Département Var registriert. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Am Freitag, dem 13. November 2015 wurden
in Paris mehrere schwere Terroranschläge verübt. Die französische
Regierung hat den Ausnahmezustand erklärt und in diesem Rahmen
Kontrollen an den Landesgrenzen auch zu Deutschland eingeführt.
Es kann daher im Reiseverkehr vorübergehend zu Einschränkungen
kommen. Reisende werden dringend gebeten, den Anweisungen
der französischen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten, sich in
Frankreich umsichtig zu bewegen, ein gültiges Ausweisdokument
(Personal­ausweis, Reisepass) mit sich zu führen und sich über Medien
und Reise- und Sicherheitshinweise zur Lageentwicklung informiert
zu halten (www.auswaertiges-amt.de).
© Centrum für Reisemedizin
Französisch Guayana
Chikungunya: Zwischen Februar und Ende Dezember 2014 wurden 5.020 autochthone Erkrankungen gemeldet, es gab ca. 9.000
weitere Verdachtsfälle. Im Februar dieses Jahres sind die Fallzahlen
stark gestiegen und die ersten 2 Todesfälle wurden registriert. In
diesem Jahr wurden bisher 1.756 Erkrankungen bestätigt, es gibt
6.930 Verdachtsfälle. Französisch Guayana war das erste Land auf
dem südamerikanischen Festland mit autochthonen Infektionen.
Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit Beginn des Jahres sind etwa 1.300 Verdachtsfälle
gemeldet worden. 322 Infektionen wurden bestätigt. Im vergangenen Jahr waren es über 1.200, etwa 781 wurden labortechnisch
bestätigt. Expositionsprophylaxe gegen die vorwiegend tagaktiven
Mücken beachten.
Französisch Polynesien
Chikungunya: Die Erkrankung wurde Anfang Oktober 2014 erstmals
bestätigt, danach waren die Fallzahlen rapide angestiegen. Inzwischen werden nur wenige Neuinfektionen registriert und die Behörden haben den Ausbruch offiziell für beendet erklärt. Landesweit
waren von der Erkrankung etwa zwei Drittel der knapp 27.000 Einwohner betroffen, 16 Menschen sind verstorben. 756 Erkrankungen
konnten labortechnisch bestätigt werden. Die meisten Infektionen
werden von der Insel Tahiti gemeldet. Mückenschutz beachten.
Ghana
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Typhus-Erkrankungen nehmen landesweit zu. Milzbrand, meist
durch Verzehr unzureichend gegarten Fleisches kranker Tiere, ist bei
Einheimischen nicht selten. Der Norden des Landes gehört weltweit
zu den Regionen mit den höchsten Prävalenzen bei Tieren. Polio
durch Wildviren wurde 2008 zum ersten Mal seit 2003 aus NordNigeria reimportiert und in 9 Fällen nachgewiesen. Seitdem wurden keine weiteren Fälle mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz
beachten.
Cholera: Der Ausbruch, der im Juli letzten Jahres begann und bei
dem bis Ende Dezember 28.975 Menschen erkrankt und 253 verstorben sind, hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt. Bis Mitte
Oktober wurden 687 Erkrankungen registriert, es gab 10 Todesfälle.
Anfang August wurden erstmals seit Ende Mai 3 Infektionen aus der
Region Brong Ahafo (Z) gemeldet. Bis Ende September ist die Zahl
der Infektionen hier auf 27 gestiegen. Es gab 2 Todesfälle. Besonders
betroffen war die Region Greater Accra inklusive der Hauptstadt.
Hier wurden seit mehr als 3 Monaten keine Neuinfektionen gemeldet. Es ist der größte Ausbruch in Ghana seit 1982. Hygiene beachten, für Risikoreisende ist die Impfung zu empfehlen.
Vogelgrippe: Erstmals seit 2007 wurde im Juni ein Ausbruch von
Influenza A(H5N1) registriert. Bis Ende August wurden 23 Ausbrüche registriert. Nach einer mehrwöchigen Pause wurden seit Anfang
Oktober erneut Infektionen auf mindestens 3 Farmen im Westen des
Landes gemeldet. Mindestens 400 Hähnchen und mehr als 4.700
Legehennen waren betroffen. Insgesamt sind mehrere Zehntausend
Hühner und Enten betroffen. Menschliche Infektionen wurden bisher
nicht gemeldet.
Grenada
Chikungunya: Auf der Insel Carriacou wurden im Juni letzten Jahres 5 autochthone Erkrankungen bestätigt. Von der Hauptinsel
Grenada wurden bis Mitte Oktober 12 Fälle bekannt. Landesweit
wurden bis Ende November 2014 26 Infektionen bestätigt, es gab
3.079 Verdachtsfälle. Seit Mitte September 2014 geht die Zahl der
Neu­infektionen zurück. In diesem Jahr wurden bisher keine Erkrankungen registriert. Mückenschutz beachten.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Großbritannien
Ebola hämorrhagisches Fieber: Eine Krankenschwester, die sich im
Januar während eine Aufenthaltes in Sierra Leone infiziert hatte und
als geheilt entlassen wurde, wurde seit Anfang Oktober erneut in
einer Londoner Klinik behandelt. Der Zustand der 36-Jährigen war
kritisch, hat sich aber inzwischen stabilisiert. Sie konnte die Isolierstation verlassen und wird in einer Glasgower Klinik weiterbehandelt.
Als ungewöhnlich späte Komplikation der Erkrankung hatte sie eine
schwere Meningitis entwickelt.
Meningokokken-Meningitis: Die Gesundheitsbehörden melden
eine deutliche Zunahme von Meningokokken W (um 88 %) in England und Wales gegenüber dem Vorjahr. Dieser Serotyp verursacht
nun 15 % der Fälle im Vereinigten Königreich, gegenüber 1–2 % bis
2009. Dementsprechend wurde die Impfstrategie angepasst und der
tetravalente Impfstoff für Schüler und Studenten eingeführt.
Guadeloupe
Chikungunya: Ende Dezember 2013 wurde erstmals ein autochthoner Fall auf der Insel bestätigt. Bis Ende Dezember 2014 stieg
die Zahl der Erkrankungen auf insgesamt 81.200, 430 Infektionen
konnten bestätigt werden. Mindestens 3 Fälle wurden aus St. Martin
importiert. 75 Menschen sind verstorben. Auch ein deutscher Tourist
ist erkrankt. Seit Mitte letzten Jahres geht die Zahl der Neuinfektionen kontinuierlich zurück. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres
wurden nur 150 Verdachtsfälle registriert. Die Behörden haben die
Epidemie Ende letzten Jahres für beendet erklärt. Eine Übertragung
ist dennoch weiterhin möglich. Expositionsprophylaxe gegen die vorwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Guatemala
Darminfektionen: Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr
für diverse Infektionskrankheiten durch verunreinigte Speisen oder
Getränke. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.
Chikungunya: Mitte September 2014 wurden die ersten Infektionen
gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden 198 Fälle bestätigt, es gab
27.343 Verdachtsfälle. 4 Menschen sind verstorben. In diesem Jahr
wurden bis Anfang November ca. 26.000 Verdachtsfälle registriert.
Ein Mensch ist verstorben. Am stärksten betroffen ist das Departement Santa Rosa im Südosten. Guatemala ist nach El Salvador das
zweite zentralamerikanische Land, in dem die Erkrankung seit ihrem
Übergreifen auf die westliche Hemisphäre im Dezember 2013 nachgewiesen wurde. Mückenschutz beachten.
Dengue: In diesem Jahr wurden bis Anfang November etwa 14.000
Erkrankungen registriert. Mindestens 18 Erkrankungen verliefen
schwer, 9 Menschen sind verstorben. Mückenschutz auch tagsüber
beachten.
Guinea
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Ausbrüche von Cholera kommen vor, zuletzt im August letzten Jahres. Hygiene beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Seit Februar 2014 gibt es ausgehend von den Waldgebieten im Südosten des Landes (Wald­guinea)
einen Ebola-Ausbruch. Die ersten Erkrankungen sind bereits im
Dezember 2013 aufgetreten. Bis zum 14. November wurden
3.805 Erkrankungsfälle (3.351 davon bestätigt) und 2.536 (2.083)
Todesfälle gemeldet. Nach einer Pause von mehr als 2 Wochen
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ohne Neuinfektion wurden seit Mitte Oktober erneut 6 Erkrankungen registriert. Etwa 150 Personen stehen noch unter Beobachtung.
Betroffen sind noch die Hauptstadt Conakry und die nahe gelegene
Präfektur Coyah. Eine Infektion erfolgt entweder über Fledermäuse
(z. B. Besuch von Höhlen), Kontakt mit Infizierten oder erkrankten
Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise beim Jagen oder
Verzehren von ungenügend durchgebratenem Fleisch). Das größte
Risiko stellt der Kontakt zu Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Stuhl)
bei der Pflege von Patienten dar. Das Infektionsrisiko für (touristisch) Reisende ist gering. Das Auswärtige Amt rät wegen der – trotz
hoffnungsvoller Anzeichen – nach wie vor nicht gebannten EbolaEpidemie­weiterhin von Reisen nach Guinea ab. Ausgenommen
davon ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie.
Polio: Die letzten Fälle durch Poliowildviren (WPV) wurden 2011
gemeldet. Ende Juli dieses Jahres ist ein Kleinkind aus Guinea im
Nachbarland Mali erkrankt. Anfang September hat die WHO bestätigt, dass es sich um eine Infektion mit Vakzine-abgeleitetem
Polio­virus Typ 2 (cVDPV2) handelt. Um eine weitere Verbreitung
zu verhindern, hat die WHO die Regierung des Landes aufgefordert
allen Reisenden (Einheimischen und Touristen), die sich länger als
4 Wochen im Land aufgehalten haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu empfehlen. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen
und einem Jahr vor der Abreise erfolgen und in einem international
gültigen Impfausweis dokumentiert sein.
Guinea-Bissau
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera tritt sporadisch auf, größere Ausbrüche werden derzeit
nicht gemeldet. Hygiene beachten.
Guyana
Chikungunya: Nachdem zuvor nur importierte Fälle registriert wurden (3 aus Martinique und einer aus St. Martin), sind Ende Mai 2014
die beiden ersten autochthonen Erkrankungen bestätigt worden. Im
vergangenen Jahr wurden 76 Infektionen bestätigt. Bis Mitte Januar
dieses Jahres wurden 5.310 Verdachtsfälle gemeldet, 29 Erkrankungen konnten bestätigt werden. Seitdem wurden keine weiteren
Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Haiti
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Die Insel Hispaniola mit Haiti und der Dominikanischen Republik
gehört zu den Reiseländern mit den höchsten Inzidenzen für gastrointestinale Infektionen. Seit Oktober 2010 gibt es einen das gesamte
Land betreffenden Cholera-Ausbruch. Insgesamt sind in dieser Zeit
bis Mitte September dieses Jahres etwa 747.170 Personen erkrankt,
8.992 Menschen sind an der Infektion gestorben. Von Jahresbeginn
bis Mitte September wurden ca. 22.510 Infektionen und 185 Todesfälle registriert, das sind mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Alle 10 Départements des Landes sind betroffen, auch die
Hauptstadt Port-au-Prince gehört dazu. Nach z. T. starken Regenfällen mit Überschwemmungen im Oktober wird eine Zunahme der
Infektionen befürchtet. Die Ursachen für die Epidemie liegen vor
allem in den sanitären Verhältnissen der nach dem schweren Erdbeben errichteten Flüchtlingslager. Es besteht nur begrenzt Zugang zu
sauberem Trinkwasser und kein funktionierendes Abwassersystem.
Außerdem gibt es in der Bevölkerung keine Immunität gegen das
Bakterium. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene beachten. Ggf. Impfung erwägen.
Chikungunya: Anfang Mai 2014 hat das Gesundheitsministerium
die ersten 14 Erkrankungen bestätigt. Die Zahl der Verdachtsfälle ist
bis Mitte August letzten Jahres auf 68.111 gestiegen, 6.312 Erkrankungen wurden bestätigt, die meisten wurden im Departement
Quest registriert. Im März 2014 waren bereits die ersten Fälle in
der benachbarten Dominikanischen Republik aufgetreten. Mückenschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Sicherheitshinweis: Aufgrund des derzeitigen Wahlkampfes kommt
es landesweit fast täglich zu angemeldeten aber auch zu spontanen
Demonstrationen, die teilweise gewalttätig verlaufen. Bis zum Ende
der Wahlen und der Bildung einer neuen Regierung, voraussichtlich im Frühjahr 2016, wird Reisenden dringend empfohlen, sich von
Demons­trationen und Menschenansammlungen fernzuhalten. An
den Wahlterminen 25. Oktober 2015 und 27. Dezember 2015 wird
zu besonderer Vorsicht geraten (www.auswaertiges-amt.de).
Honduras
Chikungunya: Ende Oktober 2014 wurden die ersten Infektionen
bestätigt. Bis Ende letzten Jahres ist die Zahl der Erkrankungen auf
5.338 gestiegen, 5 Fälle wurden importiert. In diesem Jahr wurden
etwa 77.860 Infektionen registriert. 2 Menschen sind verstorben,
darunter ein Neugeborenes, das sich bei der Mutter angesteckt hat.
15 der 18 Departements sind betroffen, die meisten Erkrankungen
werden aus Cortés (N), Choluteca (S) und Valle (S) gemeldet. In
den letzten 3 Monaten ist die Zahl der Neuinfektionen rückläufig.
Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte November dieses Jahres wurden mehr als 40.000
Verdachtsfälle registriert. 3 Menschen sind verstorben. Am stärksten
betroffen sind die Departements Francisco Morazan und Olancho.
Im vergangenen Jahr wurden 43.456 Fälle gemeldet, 5 Menschen
sind verstorben. Besonders betroffen ist der Süden des Landes. 2013
wurden landesweit mehr als 39.090 Erkrankungen registriert, davon
über 4.400 Fälle mit schwerem Verlauf und mindestens 29 Todesfälle. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten.
Leishmaniase: Anfang Oktober haben die Behörden mehr als
200 Infektionen aus 7 Gemeinden gemeldet. Besonders betroffen ist
das Departamento Cortes (NW). Bereits im Frühjahr waren mehrere
Teilnehmer einer Expedition in den Regenwald an der Karibikküste
(La Mosquitia) erkrankt. 5 Menschen wurden später stationär in den
USA behandelt. Neben der kutanen Form kommen in Honduras auch
mukokutane und viszerale Verlaufsformen vor. Schutz vor den nachtaktiven Überträgermücken (Phlebotomen) beachten.
Indien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Mit Cholera ist regional zu rechnen. Anfang Oktober wurde bekannt,
dass eine belgische Touristin nach einem 1-wöchigen Aufenthalt
erkrankt war. Die oral übertragenen Formen der Hepatitis sind in
ganz Indien endemisch. Auch Typhus und Paratyphus kommen im
ganzen Land vor. Etwa 70 Typhus-Fälle wurden Anfang August im
Distrikt Krishna (Bundesstaat Andhra Pradesh, O) registriert. Milzbrand tritt sowohl in der cutanen wie in der intestinalen Form immer
wieder bei Einheimischen auf. Hygiene und Impfschutz beachten.
Chikungunya: In diesem Jahr wurden bis Ende September landesweit 20.057 Infektionen registriert. Mit 16.235 Fällen ist der Bundesstaat Karnataka am stärksten betroffen. 2009 wurden ca. 73.300
Erkrankungen gemeldet, seitdem gingen die jährlichen Fallzahlen
kontinuierlich zurück. Im vergangenen Jahr wurden landesweit
15.898 Fälle gemeldet. In diesem Jahr sind die Fallzahlen bis September bereits auf das Niveau von 2011 gestiegen. Schutz vor tagaktiven
Überträgermücken (Aedes-Arten) beachten.
Dengue: Landesweit wurden in diesem Jahr bis Ende Oktober
64.058 Fälle gemeldet und 135 Todesfälle registriert. Am stärksten
betroffen ist Delhi inkl. der Hauptstadt Neu Delhi mit 14.246 Infektionen und 41 Todesfällen bis Ende Oktober. Es sind die höchsten
Fallzahlen in den letzten 20 Jahren. Die Gesundheitsbehörden der
Region haben den OTC-Verkauf von nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) ohne Rezept für die Zeit der DengueSaison verboten. Wirkstoffe dieser Gruppe können die Gefahr eines
hämorrhagischen Verlaufs bei Dengue-Patienten erhöhen. Auch
die Bundesstaaten Kerala (3.365 Infektionen, 22 Todesfälle) und
Karnataka (4.158; 9) im Süden des Landes melden hohe Fallzahlen.
Im Bundesstaat Punjab (N) wurden 8.342 Erkrankungen gemeldet,
10 Menschen sind verstorben. Mitte Oktober sind in Kliniken der
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Stadt Ahmedabad (Bundesstaat Gujarat, NW) innerhalb von 48 Stunden 80 Patienten eingeliefert worden. Seit Januar gab es 1.150 Fälle,
mindestens 5 Menschen sind verstorben. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 40.197 Erkrankungen gemeldet, die meisten Fälle
stammen aus Maharashtra, Orissa, West Bengal und Karnataka.
126 Menschen sind verstorben. Schutz vor tagaktiven Überträgermücken (Aedes-Arten) beachten.
Enzephalitis: Nach offiziellen Angaben sind in diesem Jahr bis Ende
Oktober 1.386 Menschen in 21 Bundesstaaten an Japanischer
Enzephalitis (JE) erkrankt. Die meisten Infektionen wurden aus
Assam (NO,) West Bengal (NO) und Uttar Pradesh (N) gemeldet. Es
gab 247 Todesfälle. Im letzten Jahr wurden landesweit 1.621 Infektionen und 290 Todesfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden
vom indischen Gesundheitsministerium landesweit 9.996 Fälle des
Akuten Enzephalitis Syndroms (AES) registriert, 1.518 Menschen
sind verstorben. Am stärksten betroffen waren die Bundesstaaten
Assam (NO), Uttar Pradesh (N) und West Bengal (NO). Bis Ende Oktober dieses Jahres wurden landesweit 7.201 Erkrankungen gemeldet.
In Uttar Pradesh gab es bereits 2.404 Fälle, 356 Menschen sind
verstorben. In West Bengal sind 1.728 Menschen erkrankt und 356
verstorben, in Assam wurden 1.274 Infektionen registriert, es gab
260 Todesfälle. Expositionsprophylaxe und evtl. Impfung durch­
führen!
Influenza: Die Influenzaaktivität ist für diese Jahreszeit noch relativ hoch. Die meisten Infektionen werden von Influenza A(H1N1),
der sog. Schweinegrippe, verursacht. Verschiedene Bundesstaaten
sind betroffen. In Madhya Pradesh (Z) sind seit Juli 134 Menschen
erkrankt, 34 von ihnen sind verstorben. Im angrenzenden Bundesstaat Maharashtra (W) sind im Oktober 28 Personen verstorben.
Seit Januar wurden 758 Infektionen mit 163 Todesfällen registriert.
Im Bundesstaat Haryana (N) wurde Ende Oktober der erste Todesfall verzeichnet. Im Bundesstaat Chhattisgarh wurden in diesem
Jahr 232 Erkrankungen mit 50 Todesfällen verzeichnet. Impfschutz
beachten.
Leptospirose: Mitte November sind im Distrikt Uttara Kannada
(Bundes­
staat Karnataka, S) 18 Menschen erkrankt. Leptospiren
gelangen über den Urin infizierter Säugetiere (Ratten, Hunde) in
die Umwelt. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den
direkten oder indirekten Kontakt mit dem Urin über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute. In einem feuchten Milieu (Wasser,
Schlamm) können die Leptospiren lange in der Umwelt überleben.
Eine Aufklärung des Reisenden über den percutanen Infektionsweg
ist sinnvoll. Entsprechende Kontakte sind zu meiden.
Malaria: Im in diesem Jahr sind bis Ende August landesweit 637.303
Menschen erkrankt, 190 Menschen sind verstorben. Wie auch in
den vergangenen beiden Jahren werden die höchsten Fallzahlen im
Bundesstaat Orissa registriert. Für diese im Nordosten des Landes
gelegenen Bundesstaaten sollte für Reisende je nach Risikoprofil
ggf. eine Chemoprophylaxe erwogen werden. In Indien ist auch in
Städten­eine gute Expositionsprophylaxe besonders wichtig, da sich
die Überträgermücke an die städtischen Brutbedingungen in weniger sauberem Wasser angepasst hat. Für Reisende ist Indien – nach
den Hochrisikoregionen in Afrika – das Land mit dem höchsten Infek­
tions­risiko, besonders in der Monsunzeit. Sehr guter Mückenschutz
ist daher immer zu beachten, die Mitnahme einer Notfallmedikation
(standby-Therapie) in der Regel sinnvoll und je nach Ausbruchslage
auch eine Chemoprophylaxe zu diskutieren.
Polio-Impfvorschrift: Um das Risiko eines Reimportes der Polio zu
verringern hat die Regierung Indiens eine Impfvorschrift erlassen.
Seit dem 1. März 2014 müssen alle Reisenden bei Einreise aus Endemiegebieten (Afghanistan, Nigeria und Pakistan), sowie aus Ländern,
in denen das Virus nach Import wieder zirkuliert (Äthiopien, Kenia,
Somalia und Syrien), eine orale Polio-Impfung (OPV) nachweisen.
Indische Staatsbürger, die in ein Land mit Infektionsrisiko reisen,
benötigen ebenfalls eine gültige Impfung. Die Impfung muss spätestens 4 Wochen vor Einreise erfolgen und ist für ein Jahr gültig. Die
Regelung gilt nicht für Ausländer aus Regionen ohne Poliorisiko, die
© Centrum für Reisemedizin
in den o.g. Ländern leben und von dort nach Indien reisen. Transit­
reisende sind ebenfalls von der Regelung ausgenommen.
Tollwut: Mitte November sind in der Stadt Guntakal (Bundesstaat
Andhra Pradesh) mehr als 30 Menschen von einem streunenden
tollwütigen Hund gebissen worden. Alle Betroffen wurden post­
expositionell behandelt. Indien gehört weltweit zu den Ländern mit
den höchsten Fallzahlen bei Tieren und Menschen. Hauptüberträger
ist der (streunende) Hund. Betroffen sind auch die Großstädte. Die
Vakzinierung der Hundepopulation stößt in Indien auf logistische
Probleme. Impfstoffe mit geringerer Wirkdauer, das Fehlen ununterbrochener Kühlketten (vor allem auf dem Land) und nicht zuletzt
die ablehnende Haltung vieler Bevölkerungsgruppen gegenüber
der Impfung (65 % der Hunde sind Haustiere) seien erwähnt. Das
Tollwutrisiko sollte immer Bestandteil reisemedizinischer Beratung
sein, auch im Hinblick auf den Mangel an geeigneten Impfstoffen
und Immunglobulin. Entsprechend weit ist die Indikation für eine
prophylaktische Impfung zu stellen.
Indonesien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche werden sporadisch aus West-Papua gemeldet,
mit Typhus ist zu rechnen. Polio durch Wildvirus Typ 1 ging im
März 2005 nach 10jähriger Pause durch Reimport mit 303 Erkrankungen erneut in Zirkulation. Nach mehreren Impfkampagnen wurden für 2006 nur noch 2 Erkrankungen durch Wildviren registriert,
seit 2007 bisher keine. Hygiene und Impfschutz gegen Polio und
Typhus weiterhin beachten.
Tollwut: Seit Auftreten der ersten Fälle im November 2008 sind
auf der Insel Bali schätzungsweise 170 Menschen an der Infektion
gestorben. In diesem Jahr gab es bereits 15 Todesfälle auf der Insel.
Mittlerweile tritt die Tollwut in 24 der 33 Provinzen auf. Auch Touristengebiete, wie z. B. die Städte Ubud und Kuta und die Regionen
Gianyar und Badung, sind betroffen. Im Oktober wurde eine Touristin aus Taiwan bei der Tempelanlage Pura Tanah Lot von einem infizierten Hund gebissen. Die postexpositionelle Behandlung wurde auf
Bali begonnen und in Taiwan fortgesetzt. Das Ziel einer vollständigen
Eradikation der Tollwut kann nach neuen Expertenschätzungen frühestens 2016 erreicht werden. Die Behörden planen in einer groß
angelegten Impfkampagne etwa 300.000 Hunde zu impfen. Der
Mangel an Immunglobulinen und modernen Zellkulturimpfstoffen
besteht weiterhin. Auch aus anderen Regionen Indonesiens werden
Fälle berichtet. Aufgrund der aktuellen Situation sollte die Indikation
für eine präexpositionelle Impfung großzügiger gestellt werden.
Vogelgrippe: Ende März sind in der Provinz Banten im Westen der
Insel Java ein Vater und sein Sohn verstorben, es sind die ersten
Erkrankungen seit Oktober vergangenen Jahres. Laut WHO wurden
2014 insgesamt 2 und 2013 3 Erkrankungen registriert, alle Patienten sind verstorben. Seit ihrem Erstauftritt im November 2003 hat
sich die hochpathogene Vogelgrippe durch Influenza A(H5N1) landesweit ausgebreitet und ist aufgrund der Infrastruktur des Inselstaates schwer zu kontrollieren. Mehr als 10 Millionen Geflügeltiere sind
ihr zum Opfer gefallen. Seit 2003 sind 199 menschliche VogelgrippeErkrankungen aufgetreten, 167 Personen sind daran verstorben. Seit
Anfang des Jahres steht Indonesien an zweiter Stelle der weltweiten
H5N1-Fälle hinter Ägypten. Mit einer Letalität von über 80 % führt
das Land aber weiterhin die Liste der betroffenen Gebiete an. Die
meisten Fälle stammen aus Java, einige aus Sumatra, einzelne aus
Süd-Sulawesi und Bali. Fast alle Betroffenen hatten unmittelbare
Kontakte zu kranken oder verendeten Tieren. Kontakte mit lebendem Geflügel oder kranken Menschen sollten von Reisenden weiterhin gemieden, Hygiene beachtet werden.
Zika-Virus: Mitte November haben die Gesundheitsbehörden eine
Infektion auf der Insel Sulawesi bestätigt. Es ist der erste Nachweis
des Zika-Virus in Indonesien. Mückenschutz beachten.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Irak
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
örtlich erhöht durch kriegsbedingte Versorgungsprobleme. Cholera
tritt sporadisch auf. Aktuell gibt es einen Ausbruch, der die Provinzen Bagdad (Z), an-Nadschaf (SW), Babil (Z) sowie al-Qadisiyya (Z)
betrifft. Bis Anfang November wurden ca. 2.500 Erkrankungs- und
mindestens 6 Todesfälle gemeldet. In den Gouvernements Erbil und
Dahuk in der autonomen Region Kurdistan im Norden des Landes
wurden ebenfalls 4 Infektionen registriert. Umfangreiche Impfkampagnen u. a. in mehreren Flüchtlingscamps wurden gestartet.
Hygiene beachten.
Poliomyelitis: Mitte März 2014 wurde in Bagdad die erste PolioErkrankung seit 14 Jahren gemeldet. Ende Mai wurde eine zweite
Erkrankung registriert. Ein Zusammenhang mit dem Ausbruch in
Syrien wurde vermutet. Impfkampagnen wurden durchgeführt. Im
Mai dieses Jahres hat die WHO den Irak von der Liste der Länder
gestrichen, von denen eine Gefahr der Ausbreitung ausgeht. Die
Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die sich länger als
4 Wochen im Land aufgehalten haben, sich vor ihrer Ausreise gegen
Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr. Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen in den Irak wird gewarnt. Dies gilt
mit Einschränkungen auch für die Region Kurdistan-Irak (insbesondere für die Provinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniyah). Besonders
gefährlich sind Reisen in die Provinzen Ninewa (Grenze zu Syrien),
Anbar, Salah Al-Din, Diyala und Ta’mim, in den Großraum Bagdad
sowie in den Norden der Provinz Babel. Die Medienberichterstattung
und die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes sollten aufmerksam
verfolgt werden (www.auswaertiges-amt.de).
Irland
Mumps: Seit Juli vergangenen Jahres gibt es einen landesweiten Ausbruch, bisher sind ca. 2.580 Menschen erkrankt. Besonders betroffen
sind der Süden des Landes mit den Grafschaften Cork, Kerry, Waterford, Tipperary und der Nordwesten, wo die höchsten Inzidenzen
registriert wurden. Bis zum 7. November wurden 1.821 Infektionen
gemeldet. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 762 Erkrankungen registriert. Ein Großteil der Patienten ist zwischen 10 und
34 Jahre alt. Impfschutz beachten.
Israel
West Nile-Fieber: Im Juli wurden die ersten 2 Erkrankungen für
diese Saison gemeldet. Bis Mitte November wurden 123 weitere
Fälle regis­triert. Außerdem ist ein Mensch in den Palästinensischen
Gebieten erkrankt. Die Infektion kommt in Israel sporadisch vor. Im
vergangenen Jahr gab es landesweit 17 Fälle. 2013 waren 71 Menschen erkrankt, es gab 4 Todesfälle. Den größten Ausbruch gab es
bisher im Jahr 2000, 439 Infektionen konnten labortechnisch bestätigt werden, 29 Menschen sind verstorben. Das Virus wird durch
Stechmücken von einem Wirt zum nächsten übertragen. Es infiziert
hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf Menschen, Pferde und
andere Säugetiere übergreifen. Bei Menschen kommt es in 80 % der
Fälle zu keinen Symptomen. In den anderen Fällen treten grippe­
ähnliche Symptome auf. Das Virus kann die Blut-Hirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis, Enzephalitis und Lähmungen führen.
Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Die Sicherheitslage in Jerusalem und im
Westjordanland hat sich seit Mitte September verschärft. Anfang
Oktober kam es zu teils tödlichen Angriffen auf Israelis. Mehrere
Palästinenser wurden von israelischen Sicherheitskräften erschossen, zahlreiche verletzt. Trotz der 2014 nach der Militäroperation
„Protective Edge“ vereinbarten Waffenruhe, kam es in den letzten
Wochen vereinzelt zu Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Bei
Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen wird
daher zu erhöhter Vorsicht geraten. Vor und während der Reise
nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird geraten, sich
über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Internet­seiten
© Centrum für Reisemedizin
der Botschaft in Tel Aviv (www.tel-aviv.diplo.de) und des Vertretungsbüros Ramallah (www.ramallah.diplo.de) zu konsultieren
(www.auswaertiges-amt.de).
Italien
West Nile-Fieber: Ende Juli wurde die erste Infektion für diese
Saison gemeldet. Ein Blutspender aus der Provinz Cremona in der
Lombardei (N) wurde positiv getestet. Im September letzten Jahres
gab es in der betroffenen Region 3 Erkrankungen. Inzwischen ist
die Gesamtzahl auf 59 gestiegen, es sind ausschließlich Regionen
im Norden des Landes betroffen. Mitte September wurde die erste
Erkrankung aus der Region um Mailand gemeldet. Ein Patient aus
der Region Emilia Romagna (Provinz Parma) hat neuroinvasive Symptome entwickelt. Die Infektion kommt in Italien sporadisch vor. Im
vergangenen Jahr gab es landesweit 24 Fälle. 2013 waren 69 Menschen erkrankt. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt
zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber
auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Bei
Menschen kommt es in 80 % der Fälle zu keinen Symptomen. In den
anderen Fällen treten grippeähnliche Symptome auf. Das Virus kann
die Blut-Hirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis, Enzephalitis
und Lähmungen führen. Mückenschutz beachten.
Jamaika
Chikungunya: Im Juli 2014 wurden die ersten beiden importierten
Fälle auf der Karibikinsel registriert. Bis Ende des vergangenen Jahres wurden 89 bestätigte autochthone und ca. 1.400 Verdachtsfälle
gemeldet. 2 Menschen sind verstorben. In diesem Jahr wurden bis
Mitte Mai 299 Verdachtsfälle registriert. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Japan
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Bis Ende Oktober dieses
Jahres sind landesweit 372.561 Kinder erkrankt. Am stärksten betroffen sind die Regionen Kanto, Hokuriku und Tohoku auf der Insel
Honshu. Es sind die höchsten Fallzahlen in den letzten Jahren. Allein
in der letzten Juliwoche wurden ca. 32.300 Fälle gemeldet, seitdem
geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. An der Infektion erkranken in der Regel junge Kinder. Die Übertragung erfolgt von Mensch
zu Mensch, Symptome sind hohes Fieber und Bläschenbildung an
den Händen, Füßen und der Mundschleimhaut. In SO-Asien kommt
es regelmäßig zu Epidemien. Eine spezifische Behandlung existiert
nicht. Reisende sollten auf besonders gute persönliche Hygiene­
maßnahmen achten.
Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt warnt weiterhin ausdrücklich vor Aufenthalten in der Region um das Kernkraftwerk
Fukushima I im Nordosten der Insel Honshu (Teilreisewarnung)
(www.auswaertiges-amt.de).
Jemen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera tritt sporadisch auf, Ausbrüche werden aktuell nicht gemeldet. Polio wurde seit 2006 nicht mehr gemeldet. Hygiene und Impfschutz weiterhin beachten.
Dengue: Anfang November wurde das Land innerhalb weniger Tage
von 2 Tropenstürmen getroffen. Die großen Regenmengen haben
zu einer Zunahme der Vektoren und der Neuinfektionen geführt.
Im Gouvernement Hadramaut sind 60 Menschen erkrankt, es gab
einen Todesfall. Im Gouvernement Abyan wurden 172 Fälle registriert, in Shabwah waren es 59 und im Gouvernement A-Mahra 50.
In 9 weiteren Gouvernements wurden zusammen 336 Erkrankungen
verzeichnet. Presseberichten zufolge sind in den letzten Monaten
mindestens 20.000 Menschen erkrankt, mindestens 25 sind verstorben. Laut eines WHO-Berichtes vom Juni wurden seit März dieses
Jahres 3.026 Verdachts- und 3 Todesfälle registriert. Infolge des
bewaffneten Konflikts steigt das Risiko arthropodenübertragener
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Infektionen, da Programme zur Vektorbekämpfung unterbrochen
wurden. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen
nach Jemen. Deutsche, die sich gegebenenfalls dort noch aufhalten, wurden aufgefordert, aus dem Jemen auszureisen. Die deutsche Botschaft in Sanaa ist vorübergehend geschlossen und kann im
Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten. Die nächst­gelegene
deutsche Auslandsvertretung ist die Botschaft in Riad (Saudi-Arabien). Seit dem 26. März 2015 führt eine Allianz von Staaten der
Region unter der Führung von Saudi-Arabien in Jemen Luftschläge
gegen staatliche (insbesondere militärische) Infrastruktur durch.
Die militärischen Einsätze finden vor allem in größeren Städten
des Landes statt, insbesondere in der Hauptstadt Sanaa, und stellen auch für die Zivilbevölkerung eine erhebliche Gefährdung dar.
Ein Ende der Militäroperationen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt
nicht absehbar. Sowohl die politische als auch die Sicherheitslage
ist im ganzen Land ausgesprochen volatil. Die Gewährleistung
der Sicherheit durch staatliche Behörden ist nicht sichergestellt
(www.auswaertiges-amt.de).
Jordanien
Coronavirus: Seit Ende August gibt es, ausgehend von einer Klinik in Amman, einen Cluster mit mehreren Erkrankten. Ein älterer
Mann aus Jeddah in Saudi-Arabien ist während einer Reise in Amman
erkrankt und wurde dort in einer Klinik behandelt. Er ist inzwischen
verstorben. Insgesamt wurden in diesem Jahr 16 Fälle registriert,
7 Menschen sind verstorben. Seit 2012 wurden 28 Erkrankungen durch MERS-CoV gemeldet, darunter sind auch mindestens
11 Todesfälle.
Sicherheitshinweis: Aufgrund wiederholter Grenzzwischenfälle an
der syrisch-jordanischen Grenze wird von einer Reise in das syrischjordanische Grenzgebiet dringend abgeraten. Es wird ergänzend
darauf hingewiesen, dass die syrisch-jordanische Grenze militärisches Sperrgebiet ist, in dem besondere Bestimmungen gelten. In
Jordanien kommt es immer wieder in verschiedenen Orten zu Kundgebungen. Reisenden wird daher empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden, diese nicht zu fotografieren
sowie besondere Vorsicht walten zu lassen. Darüber hinaus wird
geraten, die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen
(www.auswaertiges-amt.de).
Jungferninseln (brit. & USA)
Chikungunya: Das Gesundheitsministerium der Britischen Jungferninseln hat seit Anfang Februar 2014 47 autochthone Erkrankungen bestätigt, ca. 350 Verdachtsfälle wurden gemeldet. Zwischen
Juni und Ende Dezember letzten Jahres wurden 276 autochthone
Erkrankungen von den Amerikanischen Jungferninseln berichtet, es
gab 1.321 Verdachtsfälle und 8 importierte Infektionen. 2 Menschen
sind verstorben. In diesem Jahr wurden bis Mitte Mai 102 Erkrankungen bestätigt, es gibt 225 weitere Verdachtsfälle. Seitdem wurden
keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Kambodscha
Darminfektionen: Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für Durchfallerkrankungen durch verunreinigte Speisen und
Getränke. Hygienemaßnahmen beachten, ggf. Impfung gegen
Cholera.
Dengue: Bis Mitte Oktober wurden ca. 12.200 Infektionen gemeldet.
34 Menschen sind verstorben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
haben sich die Fallzahlen mehr als verdreifacht. Seit Anfang September ist die Zahl der Neuinfektionen rückläufig. Mückenschutz
beachten.
Masern: Anfang Oktober wurde in der Provinz Kratie durch Routineuntersuchungen eine Maserninfektion bestätigt. Die Gesundheitsbehörden habe eine Impfkampagne gestartet. Es ist der erste Fall seit
das Land im Mai dieses Jahres von der WHO als masernfrei deklariert
wurde. Impfschutz weiterhin beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Vogelgrippe: Mitte November wurde in den benachbarten Provinzen Battambang (W) und Siem Reap (NW) je ein Ausbruch von
Influenza A(H5N1) mit insgesamt etwa 2.500 betroffenen Tieren
gemeldet. Die letzten Ausbrüche wurden im Februar 2014 auf Farmen im Süden des Landes beobachtet. Im vergangenen Jahr sind
9 Menschen erkrankt, drei Kinder sind verstorben. Seit 2003 gab es
in Kambodscha­56 menschliche Erkrankungen, darunter 38 Todesfälle. Alle betroffenen Menschen hatten direkten Kontakt zu erkrankten oder toten Tieren (Geflügel). Eine Mensch-zu-Mensch-Infektion
wurde nicht registriert. Kontakt zu lebendem oder frisch geschlachtetem Geflügel sollte vermieden werden.
Kamerun
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Auch Cholera-Ausbrüche kommen ganzjährig vor, insbesondere im
Norden des Landes (Grenzgebiet zum Tschad). Auch aus Douala, der
größten Stadt und Wirtschaftsmetropole des Landes, werden immer
wieder Erkrankungen gemeldet. Hygiene beachten, bei Reisen in
besonders gefährdete Regionen ist eine Impfung zu empfehlen.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von mehr als einem Jahr sind im
Oktober 2013 4 Menschen erkrankt. In den Monaten Januar und
März 2014 wurden 5 Fälle registriert, Anfang September 2 weitere.
Impfkampagnen wurden eingeleitet. Hygiene und Impfschutz beachten. Im August dieses Jahres hat die WHO Kamerun von der Liste der
Länder gestrichen, von denen eine Gefahr der Ausbreitung ausgeht.
Die Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die sich länger
als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, sich vor ihrer Ausreise
gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr.
Sicherheitshinweis: Aufgrund eines erhöhten Anschlags- und Entführungsrisikos für Staatsangehörige westlicher Staaten wird bis auf
weiteres von Reisen in entlegene Gebiete Kameruns eindringlich
abgeraten. Darüber hinaus wird zu erhöhter Aufmerksamkeit vor
allem auf öffentlichen Plätzen, beim Besuch internationaler Einrichtungen sowie an exponierten touristischen Sehenswürdigkeiten
geraten (www.auswaertiges-amt.de).
Kap Verde
Zika-Virus: Anfang November hat das Gesundheitsministerium
einen Ausbruch bestätigt. Die ersten Infektionen wurden im September registriert, seitdem wurden mehr als 1.000 Verdachtsfälle
gemeldet. 17 Infektionen konnten labortechnisch bestätigt werden.
Bisher ist nur die Insel Santiago betroffen. Die meisten Erkrankungen
wurden in der Stadt Praia beobachtet. Mückenschutz beachten.
Kasachstan
Orale Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Hohe Prävalenzen für Hepatitis A und für Echinokokkus granulosus
(Hundebandwurm) vor allem in den südlichen Landesteilen mit der
ehemaligen Hauptstadt Almaty. Hygiene und Impfschutz (Hepatitis A) beachten.
Tollwut: In der Region Osh im Süden des Landes sind 4 Menschen
von einem erkrankten Hund gebissen worden. Sie sollen geimpft
und stationär behandelt worden sein. Das Tollwutrisiko sollte immer
Bestandteil reisemedizinischer Beratung sein, auch im Hinblick auf
den Mangel an geeigneten Impfstoffen und Immunglobulin in weiten Teilen des Landes.
Kenia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Polio wurde zuletzt 2013 gemeldet, 14 Menschen im Flüchtlingslager – Dadaab Complex, im Nordosten Kenias – waren erkrankt.
Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende.
Cholera: Seit Ende Dezember 2014 wurden aus 21 der 47 Countys
insgesamt 6.529 Infektionen mit 131 Todesfällen gemeldet. Anfang
September wurden noch in 6 Countys Erkrankungen registriert.
Auch in der Hauptstadt wurden mindestens 1.129 Infektionen und
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
24 Todesfälle verzeichnet. An der Grenze zwischen den Countys
Nakuru und Baringo wurde Mitte Oktober einer neuer Ausbruch
gemeldet, 20 Menschen sind erkrankt. Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende erwägen.
Impfvorschrift: Nach Angaben der kenianischen Botschaft kann bei
Ankunft aus einem Land mit aktuellen Cholera-Ausbrüchen – abweichend von den offiziellen Bestimmungen – ein gültiger Impfnachweis verlangt werden.
Sicherheitshinweis: Aufgrund der verschiedenen Anschläge in der
jüngeren Vergangenheit wird auch von Aufenthalten und Besuchen in der Altstadt von Mombasa sowie in bestimmten Stadtteilen Nairobis (Eastleigh, Pangani und Slum-Gebiete) nachdrücklich
abgeraten. Dies gilt auch für Aufenthalte in der Provinz Lamu
einschließlich des Lamu-Archipels. Auch in den Touristengebieten Kilifi und Malindi besteht eine erhöhte Gefahr von Anschlägen
(www.auswaertiges-amt.de).
Kirgisistan
Darminfektionen: Risiko landesweit für Durchfallerkrankungen
sowie andere orale Infektionen wie Typhus, meist durch kontaminiertes Trinkwasser, sporadisch auch für Botulismus durch
hauseingemachte Lebensmittel. Hinweis auf Übertragungswege,
adäquate Hygiene, ggf. Impfschutz (Typhus).
Kiribati
Chikungunya: Das Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass
auf 13 Inseln die Erkrankung nachgewiesen wurde. Mindestens
400 Infektionen wurden bis Ende April dieses Jahres bestätigt. Seitdem wurden keine weiteren Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Kolumbien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Hygiene beachten.
Chikungunya: Anfang September 2014 wurden die ersten
autochthonen Fälle bestätigt. Bis Ende des Jahres stieg die Zahl
der Verdachtsfälle auf ca. 106.600 an, 1.410 Infektionen wurden
bestätigt, 3 Menschen sind verstorben. 26 Erkrankungen wurden
importiert. Seit Anfang dieses Jahres wurden 346.717 Fälle gemeldet, 1.989 Infektionen konnten bestätigt werden. 69 Menschen sind
verstorben. Am stärksten betroffen sind die Departements Bolivar,
Sucre und Norte de Santander im Norden des Landes. Mückenschutz
beachten.
Dengue: Bis Anfang Oktober wurden ca. 67.460 Verdachtsfälle registriert. 50 Menschen sind verstorben. 1.006 Erkrankungen verliefen
schwer. Am stärksten betroffen sind der Westen und das Zentrum
des Landes. Im vergangenen Jahr gab es 110.473 Verdachtsfälle,
46.842 konnten labortechnisch bestätigt werden. Es kam zu
88 Todesfällen. Landesweit wurden 2013 119.856 Fälle gemeldet.
Ca. 3.000 verliefen schwer, 140 Personen sind verstorben. Schutz vor
den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Zika-Virus: Mitte Oktober hat das Gesundheitsministerium die
ersten 9 Infektionen bestätigt. Insgesamt waren 98 Verdachtsfälle
im Departement Bolivar (N) registriert worden, 13 aus der Hafenstadt Cartagena und 85 aus der Nachbarstadt Turbaco. Bis Mitte
November ist die Zahl der bestätigten Infektionen landesweit auf
341 gestiegen. Betroffen sind die Departements Bolivar, Cordoba,
Norte de Santander und Sucre im Norden des Landes. Auch von den
Inseln des Departements San Andres wurden Fälle gemeldet. Anfang
November wurden 10 Verdachtsfälle in Barranquilla (Departe­ment
Atlantica, N) verzeichnet. Der zu den Flavi-Viren gehörende Erreger
wurde 1947 erstmals in Uganda beschrieben, später auch in einer
Reihe anderer afrikanischer und südostasiatischer Länder. In diesem
Jahr wurden erstmals Infektionen auf dem südamerikanischen Festland bestätigt. Es wird vermutet, dass das Virus während der FußballWM 2014 nach Brasilien eingeschleppt wurde. Das Krankheitsbild
© Centrum für Reisemedizin
dauert 4-7 Tage und geht mit Fieber, Konjunktivitis, Arthralgien
vor allem in den Finger- und Fußgelenken sowie einem makulopapulösen Exanthem einher. In der Regel verläuft das Zika-Fieber
leichter als das dort endemische Dengue-Fieber und macht nach bisherigen Erfahrungen keine Komplikationen. Die Übertragung erfolgt
durch tagaktive Mücken, vorwiegend Aedes-Arten. Mückenschutz
be­achten.
Kongo, Demokratische Republik
Infektionskrankheiten: Hohes Risiko für Darminfektionen, speziell Durchfallerkrankungen einschließlich Ruhr und Cholera. In
diesem Jahr wurden zwischen Mitte September und Mitte Oktober
ca. 4.000 Infektionen und 95 Todesfälle registriert. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn ca. 14.000 Fälle gemeldet, 219 Menschen sind
verstorben. Landesweit wurden im vergangenen Jahr ca. 19.300 Fälle
gemeldet, 265 Menschen sind verstorben. Typhus-Erkrankungen
werden immer wieder gemeldet. Alle Formen der Virushepatitis
sind im Land hochprävalent. Seit 2011 wurden keine Polio-Erkrankungen mehr gemeldet. Hygienemaßnahmen und Impfung beachten. Schlafkrankheit und Tollwut sind weit verbreitet. Die Behörden
in der Provinz Ituri (NO) warnen Anfang August vor einer weiteren
Zunahme von Todesfällen. In diesem Jahr sind bereits mehr als
10 Menschen, darunter mehrere Kinder, nach Hundebissen an Tollwut verstorben. Aus der Stadt Bunia (Provinz Orientale, O) wurden
im Oktober 7 Todesfälle gemeldet. Impfstoffe und Immunglobuline
sind nicht verfügbar. Risiko auch für örtliche Auftritte von viralen
hämorrhagischen Fiebern durch Ebola- oder Marburgviren, die
in einzelnen Landesteilen bei Flughunden, dem tierischen Reservoir,
endemisch sind. Im Sommer 2012 wurde ein neues Rhabdovirus
identifiziert, das hämorrhagische Fieber (Bas-Congo) beim Menschen
hervorrufen kann. Pest kommt vor allem im Nordosten des Landes
vor; das abgelegene Infektionsgebiet im NO gehört zu den aktivsten
Naturpestherden der Welt. Hier gab es während der letzten Jahre
immer wieder größere Ausbrüche.
Masern: In diesem Jahr sind mehr als 36.110 Menschen an Masern
erkrankt, es kam zu 474 Todesfällen. Am stärksten betroffen ist die
Provinz Katanga (S), seit August sind die Fallzahlen stark gestiegen.
Auch aus der im Nordosten angrenzenden Provinz Maniema wird
eine Zunahme der Erkrankungen beobachtet. Der letzte große Ausbruch mit 77.000 Erkrankten und 1.100 Todesfällen wurde 2011
beobachtet. Impfschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen in die östlichen und nordöstlichen
Landesteile der Demokratischen Republik Kongo wird gewarnt.
Dies gilt in besonderem Maße für die ehemalige Provinz Orientale,
die Provinzen Nord- und Süd-Kivu, Maniema, Tanganyika, HautLomani, nördliches Haut-Katanga (Norden der ehemaligen Provinz
Katanga), wo immer wieder Kämpfe zwischen den kongolesischen
Streitkräften und bewaffneten Gruppen stattfinden. Der dienstliche
oder geschäftliche Aufenthalt in diesen Gebieten muss durch ein
tragfähiges Sicherheitskonzept abgesichert sein. Es wird empfohlen,
große Menschenansammlungen zu meiden und die aktuelle Medienberichterstattung zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Kongo, Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit;
mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist landesweit zu rechnen. Hygiene
beachten.
Infektionen, sonstige: Hepatitis A und B sowie Typhus sind im
Land endemisch. Schlafkrankheit gibt es vor allem in der zentral gelegenen Plateaux-Provinz entlang des Kongo, Monkey Pox
(Affenpocken) gelegentlich im Grenzgebiet zur DRC. Mit diversen
Viruskrankheiten einschließlich hämorrhagischer Fieber ist landesweit zu rechnen. Mehrere Ausbrüche von Ebola hämorrhagischem
Fieber­ (EHF) gab es seit 2001 (zuletzt 2005) im NW, wo der Erreger
offenbar endemisch ist. Sorgfältige Hygiene, Impfschutz, Versicherung mit Rückflugmöglichkeit beachten.
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Reise- und Tropenmedizin 2016
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27.02.2016
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Reisemedizinische Assistance
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16./17.04.2016
28./29.05.2016
12./13.11.2016
03./04.12.2016
Düsseldorf
Berlin
München
Mannheim
CRM Workshop
Reisemedizin in der Praxis
11.12.2016
Düsseldorf
CRM Impfseminar
10.12.2016
Düsseldorf
Weitere Informationen, Preise und Anmeldung unter www.crm.de/fortbildung
Medizinisches Assistenzpersonal
CRM Basisseminar
CRM Intensivseminar
CRM Refresherseminar
2-tägig
• für Absolventen des CRM Basisseminars bzw. Interessenten mit
vergleichbaren reise- und tropenmedizinischen Kenntnissen
1-tägig
• für Teilnehmer/innen ohne oder
mit geringen Vorkenntnissen
23./24.04.2016
11./12.06.2016
03./04.09.2016
Mannheim
Düsseldorf
Hamburg
• CRM Zertifikat „Reisemedizinische/r
Assistentin/Assistent“
07. – 11.11.2016
• für Absolventen des CRM Basisseminars und CRM Intensivseminars
26.11.2016
03.12.2016
Mannheim
Düsseldorf
Düsseldorf
Apothekenfachpersonal
CRM Basisseminar
CRM Refresherseminar
2-tägig
1-tägig
• CRM Zertifikat „Reise-GesundheitsBeratung in der Apotheke“
• für Absolventen des
CRM Basisseminars
20./21.05.2016
10./11.06.2016
17./18.06.2016
14./15.10.2016
Berlin
Düsseldorf
Mannheim
München
8 Module à 60 Minuten
• Aktualisierung des bereits
erworbenen Wissens
08.04.2016
21.04.2016
19.05.2016
10.06.2016
17.06.2016
26.08.2016
14.10.2016
28.10.2016
18.11.2016
Hamburg
München
Berlin
Düsseldorf
Mannheim
Dresden
München
Düsseldorf
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Allgemeine Geschäftsbedingungen
Die Fortbildungen werden auf Basis unserer Allgemeinen Geschäftsbedingungen durchgeführt.
Diese können Sie im Internet unter www.crm.de in der Rubrik Fortbildungsangebote einsehen.
Bei Bedarf senden wir Ihnen die AGBs auch gerne per Fax zu.
Fortbildungsmanagement
Tel.: 0211 / 904 29-45
Fax: 0211 / 904 29-98
E-Mail: [email protected]
CRM Refresherseminar Online
Wann immer Sie möchten –
wo immer Sie möchten!
CRM Workshop
Reisemedizin in der Praxis
11.12.2016
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10.12.2016
Düsseldorf
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Sicherheitshinweis: Im Vorfeld des Verfassungsreferendums am
25. Oktober 2015 kam es in Brazzaville, Pointe Noire und anderen
Städten zu öffentlichen Protesten, die in den letzten Tagen zu Verletzten und Toten geführt haben. Die Präsenz der Sicherheitskräfte
wurde deutlich erhöht. Internet und Mobiltelefonnetz sind weiterhin
größtenteils unterbrochen. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition ist auch künftig mit gewaltsamen
Konfrontationen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zu
rechnen. Bei nicht aufschiebbaren Reisen in die Republik Kongo ist
daher eine erhöhte Wachsamkeit und Umsicht geboten, größere
Menschenansammlungen und die Nähe zu Militär- und Polizeiposten
sollten gemieden werden (www.auswaertiges-amt.de).
Korea, Nord-
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
mit Typhus und Paratyphus ist ebenfalls zu rechnen. Hygiene
beachten, ggf. Typhus-Impfung.
Sicherheitshinweis: Die bislang generelle 21-tägige Quarantäne
für alle Einreisenden wird nach Auskunft des nordkoreanischen
„Komitees­für Seuchenkontrolle“ künftig nur noch auf Personen
angewandt, die aus Guinea, Liberia, Sierra Leone, Guinea-Bissau,
Senegal, Mali und Elfenbeinküste kommend in die Demokratische
Volksrepublik Korea einreisen. Dem Komitee zufolge werden Einreisende aus anderen Ländern 21 Tage ab Einreise bei regelmäßigem
Kontakt zum Freundschaftskrankenhaus Pjöngjang unter medizinische Beobachtung gestellt, könnten aber ihren Geschäften nachgehen. Bislang fehlen Erfahrungswerte, wie diese regelmäßige medizinische Beobachtung ausgestaltet wird (www.auswaertiges-amt.de).
Korea, Süd-
Coronavirus: Mitte Oktober ist ein 35-Jähriger erneut positiv auf
MERS-CoV getestet worden. Er hatte Anfang Oktober die Klinik
geheilt verlassen und nun Mitte Oktober einen Rückfall erlitten. Am
25. Oktober ist der Patient verstorben. Ca. 130 Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne. Ausgelöst durch einen erkrankten Geschäftsmann hat es Anfang des Jahres in Süd-Korea den bisher größten Ausbruch außerhalb der Arabischen Halbinsel gegeben. 186 Menschen
waren erkrankt, die Zahl der Todesfälle ist auf 37 gestiegen.
Kuba
Chikungunya: Im Juni vergangenen Jahres hat das Gesundheits­
ministerium die ersten 6 importierten Fälle aus der Dominikanischen
Republik bestätigt, bis Anfang Oktober stieg die Zahl auf 20 an.
Offiziell wurden bisher keine autochthonen Infektionen gemeldet.
Presseberichten zufolge gibt es im August dieses Jahres einen Ausbruch in der Provinz Holguin (O), genauere Angaben liegen nicht vor.
Mückenschutz beachten.
Cholera: Im Juni ist bei einem britischen Touristen nach der Rückkehr eine Cholera-Infektion bestätigt worden. Bereits im Januar dieses Jahres ist ein kanadischer Tourist nach seiner Heimreise erkrankt.
Seit den ersten Meldungen im Sommer 2012 werden immer wieder kleinere Cholera-Ausbrüche verzeichnet, zuletzt im Oktober
dieses Jahres. Einem unbestätigten Bericht zufolge wurden in der
Stadt Las Tunas in der gleichnamigen Provinz (O) 8 Kinder in einem
Krankenhaus behandelt. Im September sind in Niquero in der Provinz Granma (SO) 11 Menschen erkrankt. In der Provinz Holguin (O)
wurden in den letzten Monaten etwa 300 Infektionen registriert.
Die meisten davon wurden im August in der gleichnamigen Stadt
gemeldet. Ursache waren verunreinigte Softdrinks. Das Risiko für
Reisende ist gering, auf gewissenhafte Hygiene und Verwendung
von sicherem Wasser zum Trinken und Zähneputzen sollte geachtet
werden. Für Reisende mit engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung (Besuch von Freunden und Verwandten) sollte eine Impfung
erwogen werden.
© Centrum für Reisemedizin
Kuwait
Coronavirus: Mitte September ist ein 78-jähriger Kamelbesitzer an
einer Infektion mit dem MERS-Coronavirus verstorben. Kontaktpersonen stehen unter Beobachtung. Es ist insgesamt die vierte
MERS‑Infektion in Kuwait und die erste seit März 2014.
Laos
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera wurde seit Anfang 2008 nicht mehr gemeldet. Nahrungsund Trinkwasserhygiene beachten.
Polio: Bereits Anfang September ist ein 8-Jähriger an akuten schlaffen Lähmungen (AFP) erkrankt und einige Tage später verstorben.
Mitte Oktober hat die WHO bestätigt, dass es sich um eine Infektion
mit Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 1 (cVDPV1) handelt. Bis
Mitte November ist die Zahl der Erkrankten auf 3 gestiegen. Impfschutz beachten. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, hat
die WHO die Regierung des Landes aufgefordert allen Reisenden
(Einheimischen und Touristen), die sich länger als 4 Wochen im Land
aufgehalten haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu
empfehlen. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr
vor der Abreise erfolgen und in einem international gültigen Impf­
ausweis dokumentiert sein.
Libanon
Darminfektionen: Mit einem erhöhten Risiko für oral übertragene
Erkrankungen wie Durchfall, Hepatitis A und Typhus ist landesweit
zu rechnen. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene sowie adäquaten
Impfschutz beachten.
Einreiseimpfvorschrift: Der Libanon ist seit 1994 poliofrei. Um eine
Wiedereinschleppung der Polio zu verhindern, wird von Personen,
die aus folgenden Ländern stammen, und Reisenden, die aus diesen
Ländern einreisen, eine Impfung gegen Polio verlangt: Syrien, Irak,
Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea, Äthiopien und Somalia. Die Impfung darf nicht länger als 1 Jahr her sein.
Entgegen den offiziellen Bestimmungen kann die Einreise trotz gültigem Impfnachweis auch bei der Einreise aus Deutschland verweigert
und eine Impfung mit einem oralen Impfstoff am Flughafen verlangt
werden.
Sicherheitshinweis: Reisenden im Libanon wird zu besonderer Vorsicht und erhöhter Aufmerksamkeit geraten. Die Medienberichterstattung sowie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes
sollten aufmerksam verfolgt werden (www.auswaertiges-amt.de).
Liberia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera wurde in den letzten Jahren nicht gemeldet. 2009 wurden
erstmals wieder 11 Polio-Fälle berichtet. 2010 wurde eine PolioErkrankung registriert. Seitdem wurden keine weiteren Fälle mehr
gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Anfang Mai hatte die WHO den
Ausbruch erstmals für beendet erklärt. Ende Juni wurde erneut
ein Cluster mit 6 Fällen gemeldet, 2 der Patienten sind verstorben. Nach 6 Wochen ohne Neuinfektionen hat die WHO das Land
Anfang September erneut für ebolafrei erklärt. Bis 9. Mai kam es
zu 10.666 Verdachtsfällen, von denen 3.151 labortechnisch bestätigt wurden, 4.806 Menschen sind verstorben. Eine Infektion erfolgt
entweder über Fledermäuse (z. B. Besuch von Höhlen) oder Kontakt mit infizierten und erkrankten Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise beim Jagen oder Verzehren von ungenügend
durchgebratenem Fleisch). Das größte Risiko stellt der Kontakt zu
Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Stuhl) bei der Pflege von Patienten
dar. Da Neuerkrankungen nicht ausgeschlossen werden können, rät
das Auswärtige Amt dringend die Nachrichtenlage aufmerksam zu
verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und bei Reisen ins
Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Libyen
Sicherheitshinweis: Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen
nach Libyen und ruft zur sofortigen Ausreise aus Libyen auf
(www.auswaertiges-amt.de).
Madagaskar
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera wurde in letzter Zeit nicht gemeldet, größere Ausbrüche
wurden nicht bekannt. Hygiene weiterhin beachten.
Pest: Ende Oktober sind im Distrikt Miarinarivo (Provinz Antananarivo) 2 Menschen an Beulenpest verstorben. Seit August steigen
die Fallzahlen landesweit an. 20 Todesfälle wurden registriert. Auf
Madagaskar ist die Krankheit endemisch und tritt vermehrt in der
Regenzeit auf. In den letzten 3 Jahren sind die Fallzahlen gestiegen.
2013 wurden 86 Erkrankte inklusive 39 Todesfälle registriert. Allein
zwischen September 2014 und Februar 2015 gab es 263 Infektionen,
71 Menschen sind verstorben. Laut WHO ist Madagaskar somit das
Land mit den meisten Fällen weltweit. Schutz vor Flöhen beachten
und Kontakt mit infizierten Menschen meiden.
Polio: Zwischen April und August dieses Jahres sind 10 Fälle von Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 1 (cVDPV1) registriert worden. Alle
stehen im Zusammenhang mit einer Infektion im September 2014.
Seit 1997 wurden keine Erkrankungen durch Wildviren beobachtet.
Impfschutz beachten. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern,
hat die WHO die Regierung des Landes aufgefordert allen Reisenden
(Einheimischen und Touristen), die sich länger als 4 Wochen im Land
aufgehalten haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu
empfehlen. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr
vor der Abreise erfolgen und in einem international gültigen Impf­
ausweis dokumentiert sein.
Malawi
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
insbesondere während der Sommerregenzeit (Oktober–März) ist
mit lokalen Cholera-Ausbrüchen zu rechnen. Typhus wurde zuletzt
Anfang 2013 im Süden des Landes gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Cholera und Typhus) beachten.
Malaysia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen, auch Cholera,
landesweit. Hygiene beachten; ggf. Impfung.
Dengue: Seit Anfang Januar wurden landesweit ca. 102.220 Erkrankungen gemeldet, 284 Menschen sind verstorben. Am stärksten
betroffen sind die Bundesstaaten Selangor, Perak, Johor auf der
malaysischen Halbinsel. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich
die Zahlen im Vergleich zu 2013 mehr als verdoppelt. Es wurden
108.698 Fälle gemeldet, 215 Menschen sind verstorben. Die Arbo­
virose ist wie in ganz SO-Asien auch in Malaysia endemisch, vor allem
auf der Halbinsel. Da es hier keine terminierten Regenzeiten gibt, ist
ständig mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen, das nach stärkeren Regenperioden regional ansteigt. Schutz vor den vorwiegend
tagaktiven Überträgermücken beachten.
Tollwut: Im August und September wurden in den nördlichen Bundesstaaten Penang, Kedah und Perlis auf der malaiischen Halbinsel
Tollwutfälle bei zahlreichen streunenden Hunden nachgewiesen.
Es sind die ersten Infektionen, seitdem das Land vor 3 Jahren als
Tollwut-frei erklärt wurde. Mehrere Menschen mussten nach Hunde­
bissen ärztlich versorgt werden. Die Behörden haben Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet, streunende Hunde wurden getötet und
Hundebesitzer mussten ihre Tiere impfen lassen. Laut einer Presse­
meldung von Anfang November haben die Maßnahmen geholfen.
Seit dem 21. September wurde keine neue Infektion mehr registriert.
Bei Reisen in die betroffenen Regionen sollte die Indikation für eine
präexpositionelle Impfung großzügiger gestellt werden.
Typhus: Seit August gibt es einen Ausbruch mit mehr als 55 Erkrankten, 37 davon in Kuala Lumpur. Die Infektionsquelle konnte noch
© Centrum für Reisemedizin
nicht gefunden werden. Die ersten Infektionen wurden bei Bau­
arbeitern im Stadtteil Cheras registriert, inzwischen sind auch weitere Stadtteile betroffen. Im Bundesstaat Kelantan im Nordosten der
Halbinsel wurden in diesem Jahr 151 Infektionen verzeichnet, im
Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 35. Reisende sollten Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten, ggf. ist eine
Impfung zu erwägen.
Sicherheitshinweis: In Malaysia besteht weiterhin die Gefahr
terroris­tischer Anschläge. Wegen der Verhaftungen von zahlreichen
Terrorverdächtigen in den letzten Monaten gibt es gegenwärtig
verstärkt Hinweise auf mögliche Anschläge auf Vergnügungsstätten
in Kuala Lumpur. In Teilen Malaysias ist wegen Trockenheit, Waldbränden und Brandrodungen mit erhöhter Luftverschmutzung zu
rechnen. Dabei werden gegenwärtig häufig Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen überschritten und
es kommt vereinzelt zu Beeinträchtigungen des Luftverkehrs. Ein
Erdbeben der Stärke 6,0 hat am 5. Juni 2015 den ost-malaysischen
Bundesstaat Sabah erschüttert. Aus Sicherheitsgründen ist der
Aufstieg auf den Mount Kinabalu seitdem gesperrt. Eine teilweise
Öffnung, bis zum letzten Halt vor dem Gipfel „Laban Rata“, ist angekündigt, aber noch nicht bestätigt. Eine neue Route für die Gipfel­
ersteigung soll voraussichtlich im Dezember 2015 eröffnet werden
(www.auswaertiges-amt.de).
Malediven
Dengue: Mitte Oktober ist ein 5-jähriger Junge an den Folgen einer
Dengue-Infektion verstorben. Begünstigt von für diese Jahreszeit
ungewöhnlichen Regenfällen steigen die Fallzahlen an. Bereits im
Juni waren ein Mann, eine schwangere Frau und ein 7 Monate altes
Kleinkind verstorben. In diesem Jahr wurden 1.364 Fälle gemeldet,
etwa ein Drittel davon zwischen August und Mitte Oktober. Die
Erkrankung ist auf der Inselgruppe endemisch. Der letzte größere
Ausbruch mit 2.909 Erkrankungen und 12 Todesfällen wurde 2011
registriert. Mückenschutz beachten.
Mali
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen, einschließlich
Cholera, landesweit. Sowohl 2009 als auch 2010 wurden je 3 PolioFälle gemeldet. 2011 gab es 7 Erkrankungen. Seitdem wurden keine
weiteren Fälle durch Wild-Polioviren mehr gemeldet. Ende Juli ist ein
Kleinkind aus dem Nachbarland Guinea in Bamako erkrankt. Anfang
September hat die WHO bestätigt, dass es sich um eine Infektion mit
Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) handelt. Hygiene
und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Gelbfieber: Insgesamt gab es in diesem Jahr 95 Verdachtsfälle, von
denen 13 bestätigt wurden. 13 Menschen sind verstorben. Die süd­
lichen Landesteile gehören zu den endemischen Gelbfiebergebieten,
in denen mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen ist. Impfschutz
beachten. Dieser ist bei Einreise ohnedies vorgeschrieben.
Malaria: In den letzten Wochen haben die Malariafälle stark zugenommen. Betroffen ist auch der relativ trockene Norden des Landes.
In den nördlichen Regionen Timbuktu, Gao und Kidal wurden seit
Ende September mehr als 28.000 Erkrankungen bestätigt, mindestens 26 Menschen sind verstorben. Ca. 20 % der Erkrankten waren
Kinder unter 5 Jahren. Landesweit wurden im selben Zeitraum
ca. 125.300 Infektionen registriert. Es gab mindestens 90 Todesfälle. Für die Regenzeit ungewöhnlich starke Regenfälle haben das
Wachstum der Mückenpopulation begünstigt. Mückenschutz und
Chemoprophylaxe beachten.
Sicherheitshinweis: Am 7. August 2015 ereignete sich ein Terroranschlag auf ein von Ausländern häufig genutztes Hotel in der Stadt
Sevaré. Im Stadtgebiet und in der Umgebung von Bamako kam es
zu vereinzelten Anschlägen, bei denen Ausländer betroffen waren.
Es ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Anschlägen kommen kann. Es wird daher empfohlen, sich von Menschenansammlungen fernzuhalten und sich besonders umsichtig zu verhalten.
Das Auswärtige Amt rät, die Reise- und Sicherheitshinweise sowie
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen und
Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte unbedingt zu befolgen
(www.auswaertiges-amt.de).
Marshallinseln
Chikungunya: Die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Im September sind 3 Menschen erkrankt. Seit Februar dieses Jahres wurden 1.345 Verdachtsfälle gemeldet, 38 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt. 600 Erkrankungen wurden in der Hauptstadt
Majuro registriert. Die anderen Infektionen stammen von den Inseln
Ebeye, Aur und Maloelap. Es ist der erste Ausbruch in dem Inselstaat.
Mückenschutz beachten.
Martinique
Chikungunya: Ende Dezember 2013 wurden 3 autochthone Fälle
bestätigt, bis Ende Dezember 2014 ist ihre Zahl auf 1.515 gestiegen,
weitere 72.200 Verdachtsfälle wurden gemeldet. 83 Menschen sind
verstorben. Auch 4 deutsche Touristen sind erkrankt. Seit Mitte letzten Jahres geht die Zahl der Neuinfektionen kontinuierlich zurück.
Bis Ende Februar dieses Jahres wurden 320 Verdachtsfälle gemeldet.
Die Behörden haben die Epidemie Anfang Januar für beendet erklärt.
Eine Übertragung ist dennoch weiterhin möglich. Schutz vor überwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Mauretanien
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche wurden in letzter Zeit nicht bekannt. Polio
wurde zuletzt Ende April 2010 gemeldet. Hygiene und Impfschutz
(Polio) weiterhin beachten.
Rift Valley-Fieber: Nach einer Pause von 2 Jahren ohne gemeldete
Infektionen sind seit September 8 Menschen verstorben, insgesamt
wurden mindestens 25 Erkrankungen aus 12 Provinzen gemeldet.
Das zu den Bunyaviridae gehörende Phlebovirus ist in Mauretanien
endemisch. Die hochfieberhafte Erkrankung wird überwiegend von
Mücken der Gattung Aedes übertragen. Meist sind Tiere (Rinder­,
Schafe, Ziegen, Kamele) betroffen, die Krankheit kann jedoch auch
auf Menschen übertragen werden. Dies kann unabhängig von
Mückenstichen auch durch Milch und Fleisch infizierter Tiere geschehen. Die Erreger können durch Erhitzen bzw. Braten abgetötet werden. Nahrungsmittelhygiene und Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Mauretanien wird abgeraten. Vor Reisen in das Grenz­
gebiet zu Algerien und Mali wird ausdrücklich gewarnt. Mit weiteren terroristischen Anschlägen – auch gegen Ausländer – muss
in Nouak­chott und im ganzen Land gerechnet werden. Es besteht
ein hohes Entführungsrisiko, insbesondere bei Reisen in der Nacht
(www.auswaertiges-amt.de).
Mexiko
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Aufgrund von Mängeln im Abwassersystem sowie bei der Trink­
wasserversorgung kommt es regelmäßig zu Hepatitis A-Ausbrüchen, betroffen sind vor allem Kinder. Seit 2013 kam es vereinzelt
auch zu Cholera-Ausbrüchen. Hygiene und Impfschutz beachten.
Chikungunya: Im Juni 2014 wurde der erste importierte Fall bestätigt. Ein Mann ist nach seiner Rückkehr aus Antigua und Barbuda
erkrankt. Bis Ende April wurden insgesamt 24 importierte Fälle registriert, seitdem wurden keine weiteren Fälle gemeldet. Mitte November 2014 wurde die erste autochthone Infektion im Bundesstaat
Chiapas (SO) gemeldet. Offiziell wurden in diesem Jahr bis KW 41
landesweit 8.303 Fälle verzeichnet. Am stärksten betroffen sind
die Bundesstaaten Guerrero, Michoacan und Oaxaca an der Pazifikküste. Insgesamt wurden 20 Infektionen importiert. Mückenschutz
be­achten.
Dengue: In den ersten 41 Wochen dieses Jahres wurden 166.255
Verdachtsfälle registriert, 17.724 konnten labortechnisch bestätigt
© Centrum für Reisemedizin
werden. 3.493 Erkrankungen verliefen schwer. 22 Menschen sind
verstorben. Im vergangenen Jahr wurden landesweit 124.943 Verdachtsfälle gemeldet, 32.100 konnten labortechnisch bestätigt werden. Es kam zu 39 Todesfällen. Schutz vor überwiegend tagaktiven
Stechmücken beachten.
Montserrat
Chikungunya: Im Oktober 2014 wurden die ersten autochthonen
Infektionen registriert. 14 Erkrankungen wurden bestätigt. Bis
Mitte März ist die Zahl der Verdachtsfälle auf 118 gestiegen. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz
be­achten.
Mosambik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Während der Regenzeit kommt es immer wieder zu lokal begrenzten
Cholera-Ausbrüchen. Mitte Oktober wurden aus der Stadt Nampula
in der gleichnamigen Provinz 243 Verdachtsfälle gemeldet. Inzwischen wurden 167 Infektionen und 3 Todesfälle bestätigt. Anfang
November wurden in der Stadt Mocuba (Provinz Zambezia, NO)
137 Verdachtsfälle registriert. Landesweit wurden seit September
offiziell mehr als 479 Erkrankungen verzeichnet. Bereits Anfang des
Jahres war es infolge starker Unwetter mit Überschwemmungen im
Norden des Landes zu mehreren Ausbrüchen gekommen. Hygiene
beachten, Risikoreisende sollten geimpft werden.
Gelbfieber-Impfung: Eine Impfung ist für alle Reisenden aus Infek­
tionsgebieten ab dem 1. Lebensjahr vorgeschrieben. Auch bei der
Einreise aus gelbfieberfreien Ländern kann es in Einzelfällen entgegen der landeseigenen Bestimmungen zu Kontrollen kommen.
Verfügt der Reisende nicht über den Impfschutz, wird eine kostenpflichtige Zwangsimpfung vor Ort durchgeführt.
Myanmar
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist zu rechnen. Seit Mai dieses
Jahres gibt es einen Ausbruch im Kayin-Staat (Auch Karen-Staat) an
der Grenze zur thailändischen Provinz Tak. Mindestens 217 Menschen sind erkrankt, es gab 12 Todesfälle. Autochthone Fälle von
Polio durch Wildvirus Typ 1 wurden 2007 gemeldet, die meisten aus
der Rakhine-Provinz im westlichen Grenzgebiet zu Bangladesh. Es
handelte sich um den ersten Wiederauftritt der Polio in Myanmar seit
2000. Hygiene und Impfschutz (Polio) beachten.
Dengue: In der Stadt Monywa (Sagaing Division) sind in diesem Jahr
mindestens 150 Kinder verstorben. Insgesamt sind in der Region
5.974 Menschen erkrankt. Zahlreiche Infektionen verliefen als
Dengue hämorrhagisches Fieber. In der Irawadi-Division wurden in
diesem Jahr 3.397 Erkrankungen inkl. 11 Todesfällen registriert. Im
Mon-Staat im Süden des Landes sind seit Januar 5.022 Menschen
erkrankt, mindestens 3 Menschen sind verstorben. In Yangon sind
bis Anfang Juli 1.935 Fälle aufgetreten, 13 Menschen sind verstorben. Landesweit wurden in diesem Jahr mehr als 36.000 Infektionen
gemeldet, 120 Menschen sind verstorben. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Fallzahlen verdreifacht. Infolge von
Unwettern mit Überschwemmungen seit Anfang Juli wird besonders
im Rakhaing-Staat (W) und auch in den Regionen am Golf von Bengalen eine weitere Zunahme der Erkrankungen befürchtet. Aufgrund
von Klimaveränderungen und der stetigen Zunahme der Bevölkerung in den Städten wird die Infektion inzwischen ganzjährig beobachtet. Schwerpunkt der Übertragung ist weiterhin die Regenzeit
von Juni bis September. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Am 8. November 2015 fanden in Myanmar allgemeine Parlamentswahlen statt. Es wird angeraten, sich von größeren Menschenansammlungen und Demonstrationen fern zu halten.
Da Myanmar in den letzten Monaten unter erheblichem Starkniederschlag und Hochwasser gelitten hat, muss in manchen Regionen
mit unvorhersehbaren Behinderungen gerechnet werden. Die Überschwemmungen im Westen Myanmars betreffen hauptsächlich weit
18
CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
entfernt gelegene und schwer zugängliche Gebiete. Derzeit ist das
Hochwasser in den westlichen Unionstaaten (Rakhine, Chin, Sagaing,
Magway) noch nicht ganz abgeflossen oder hat große Mengen an
Matsch hinterlassen. Hier muss mit Einschränkungen der Reisemöglichkeiten gerechnet werden. Touristengebiete (Ngapali, Mandalay,
Inle-See, Bagan, Bago, Ngwe Saung) sind nicht betroffen. Die dorthin
führenden Straßen und die Zielflughäfen sind frei. Reisenden wird
geraten, die Überschwemmungsgebiete zu meiden und die lokale
Berichterstattung zu verfolgen (www.auswaertiges-amt.de).
Namibia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Insbesondere im Norden kann es während und nach der Regenzeit
(Oktober–März) zu lokalen Cholera-Ausbrüchen kommen. Namibia
war 1990 eines der ersten afrikanischen Länder, das frei von Poliomyelitis war. Durch Wiedereinschleppungen von Wildvirus Typ 1
aus dem benachbarten Angola kam es 1993 und 2006 zu regionalen Ausbrüchen, die nach flächendeckenden Impfkampagnen rasch
unter Kontrolle waren. Seit 2007 wurden keine weiteren Erkrankungsfälle gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio, evtl. Cholera)
bei Reisen beachten.
Nepal
Darminfektionen: Infolge des Erdbebens Ende April dieses Jahres
steigt das Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit stark an,
auch mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist zu rechnen. Typhus gilt
im Land als endemisch. Etwa 1 Woche nach der Katastrophe wurde
die erste Hepatitis-Infektion registriert. Seit 2010 sind keine PolioErkrankungen gemeldet worden. Seit dem 18. September 2014 wird
in Nepal zusätzlich zu der bereits verwendeten OPV-Vakzine der
IPV-Impfstoff eingesetzt, um das Land dauerhaft poliofrei zu halten.
Hygiene beachten, Polio-, evtl. Typhus- und Cholera-Impfung.
Sicherheitshinweis: Nepal ist seit dem Erdbeben der Stärke 7,8 vom
25. April 2015 wiederholt von zum Teil heftigen Nachbeben erschüttert worden. Am 12. Mai ereignete sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 7,4. Von nicht notwendigen Reisen in die von den
Erdbeben am schwersten betroffenen Distrikte wird weiterhin abgeraten: Humla, Mugu, Dolpa, Mustang, Manang, Lamjung Gorkha
(inkl. Manaslu-Trekkingregion), Dhading, Rasuwa (inkl. Langtang),
Nuwakot, Sindhupalchok, Kavrepalanchok, Dolakha, Ramechhap,
Okhaldhunga, Solukhumbu (inkl. Everst Base Camp und Trekking­
routen in der Everest-Region) sowie Sankhuwasabha and Taplejung. Der Zugang zu den unmittelbar von den Beben betroffenen
Gebieten Langtang, Manaslu und der Everest-Region ist gar nicht
oder nur unter erheblichen Schwierigkeiten möglich. Auch in nicht
direkt von den Erdstößen betroffenen Gebieten, wie unter anderem
der Annapurna-Region, ist weiterhin mit Landrutschen zu rechnen
(www.auswaertiges-amt.de).
Nicaragua
Chikungunya: Seit Januar dieses Jahres wurden 4.545 Infektionen
bestätigt. Im August wurde der erste Todesfall gemeldet, ein Kleinkind ist verstorben. Seit dem ersten Auftreten Anfang Juli 2014 wurden bis Ende vergangenen Jahres ca. 3.500 Fälle registriert, mindestens 40 wurden importiert. Ende September 2014 wurde die erste
autochthone Infektion bestätigt. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Ende September wurden 1.663 Infektionen labortechnisch bestätigt, es gab 30.451 Verdachtsfälle. 7 Menschen sind
verstorben. Am stärksten betroffen sind die Departamentos Managua (W), Nueva Segovia (N), Matagalpa (Z), Chinandega (NW),
Esteli (NW) und das autonome Gebiet Caribe Sur (SO). Im vergangenen Jahr wurden 35.425 Verdachtsfälle registriert, 1.930 Erkrankungen wurden bestätigt. Schutz vor den überwiegend tagaktiven
Mücken beachten.
© Centrum für Reisemedizin
Niederländische Antillen
Chikungunya: Anfang Dezember 2013 hat die WHO erstmals
2 autoch­thone Fälle in der Karibik bestätigt. Die beiden Infektionen
stammten aus dem französischen Teil der Insel St. Martin. Bis Ende
letzten Jahres ist die Zahl auf 793 Erkrankungen angestiegen, es
gibt 4.830 Verdachtsfälle. 3 Menschen sind verstorben. Die Zahl
der Neuinfektionen sinkt. Bis Ende April dieses Jahres wurden
600 Verdachtsfälle gemeldet, seitdem wurden nur noch Einzelfälle
und seit Mitte August gar keine Neuinfektionen mehr registriert.
Auch im niederländischen Teil der Insel sind letztes Jahr 470 Menschen erkrankt. Auf der zu Frankreich gehörenden Nachbarinsel
Saint-Barthélemy wurden bis Ende 2014 142 Erkrankungen und
weitere 1.393 Verdachtsfälle gemeldet. In diesem Jahr waren es nur
317 Verdachtsfälle. Seit Ende Mai wurden keine Infektionen mehr
bestätigt. Zwischen Anfang Februar und Ende Dezember 2014 wurden 66 autoch­thone Fälle aus Aruba gemeldet, es gab 417 Verdachtsfälle, 12 Infektionen wurden importiert. Bis Mitte Juli dieses
Jahres wurden 967 autochthone Infektionen beobachtet. Im Juni
2014 wurde eine Erkrankung auf die Insel Bonaire importiert. Seitdem wurden ca. 100 weitere Infektionen bestätigt. Seit Ende August
letzten Jahres wurden 835 autochthone Erkrankungen und mehr als
20.000 Verdachtsfälle auf Curacao registriert, 7 Infektionen wurden
importiert. Expositionsprophylaxe gegen die vorwiegend tagaktiven
Mücken beachten.
Niger
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Auch Cholera-Erkrankungen kommen landesweit vor. Polio, auf
gleichem Wege übertragen, wurde zuletzt 2012 gemeldet. Hygiene
und Impfschutz (Polio) beachten.
Sicherheitshinweis: Seit Anfang Februar greift die islamistische
Terrororganisation Boko Haram auch Ziele im Südosten Nigers
(Region Diffa) an. Es ist zudem nicht auszuschließen, dass die Gruppe
auch in anderen Städten des Landes terroristische Attentate plant.
Es wird daher auch in Niamey zu besonderer Vorsicht aufgerufen
(www.auswaertiges-amt.de).
Nigeria
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera-Ausbrüche kommen landesweit vor, besonders während der
Regenzeit von April bis Oktober. Ende Oktober wurden 300 Schülerinnen einer Mädchenschule in Efon Alaaye (Bundesstaat Ekiti)
mit Verdacht auf eine Cholerainfektion im Krankenhaus behandelt.
Seit Anfang des Jahres wurden aus verschiedenen Bundesstaaten
5.056 Infektionen mit 184 Todesfällen gemeldet. Das Gesundheitsministerium verzeichnete in 2014 35.996 Erkrankungen, 755 Menschen sind verstorben. Hygiene beachten, Impfung ist zu empfehlen.
Poliomyelitis: Mittels intensiver Impfkampagnen konnte die Zahl
der Neuinfektionen gesenkt werden, die letzte Erkrankung wurde im
Juli 2014 registriert. Im ersten Halbjahr 2014 wurden 6 Fälle gemeldet. 2013 sind 53 Menschen erkrankt, davon stammen allein 10 aus
dem Bundesstaat Borno (NO). 2012 wurden 122 Fälle registriert.
Fälle von Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 2 (cVDPV2) kommen
immer wieder vor. In diesem Jahr wurde nur ein Fall beobachtet,
2014 waren es 17. Ende September dieses Jahres hat die WHO Nigeria von der Liste der Länder gestrichen, von denen eine Gefahr der
Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und
Touristen, die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben,
sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen zu lassen, gilt weiterhin.
Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Vogelgrippe: Erstmals seit 2008 wurde Anfang Januar auf 2 Geflügelfarmen und Geflügelmärkten in den Bundesstaaten Kano und
Lagos Influenza A(H5N1) registriert. Inzwischen hat sich die Erkrankung auf mindestens 18 Bundesstaaten ausgedehnt, am stärksten
betroffen ist der Bundesstaat Plateau. Zuletzt wurden Ausbrüche
im September und Oktober in den Bundesstaaten Rivers und Abia
im Süden des Landes beobachtet. Insgesamt wurden mindestens
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
500 Ausbrüche gezählt. Mehr als 1,4 Millionen Tiere wurden vorsorglich getötet. Menschen sind bisher nicht erkrankt. Im Januar 2006
wurde die Infektion erstmals in Nigeria nachgewiesen, danach kam
es zu mehreren Ausbrüchen in verschiedenen Bundesstaaten. Im
Januar 2007 verstarb eine junge Frau aus Lagos an der Tierseuche.
Norwegen
Mumps: Seit Anfang November wurden landesweit etwa 80 Erkrankungen registriert. Die meisten Infektionen wurden bei Studenten
in Trondheim beobachtet, aber auch aus Bergen, Oslo und anderen
Gemeinden an der Westküste wurden Fälle gemeldet. Impfschutz
beachten.
Tollwut: Im Oktober wurde bei einer erkrankten Fledermaus erstmals eine Infektion mit dem europäischen Fledermaus-Lyssavirus
(EBLV-2) nachgewiesen. Das Tier wurde in der Provinz Oppland (S)
gefunden. Terrestrische Tollwut kommt in Norwegen nur auf den
arktischen Inseln Svalbards vor.
Österreich
West Nile-Fieber: Anfang August wurde bei der Routineunter­
suchung im Rahmen einer Blutspende eine Infektion in Wien nachgewiesen. Im vergangenen Jahr gab es einen vergleichbaren Fall,
ebenfalls in Wien. Bis Mitte Oktober wurden 6 weitere Erkrankungen
registriert. Eine Infektion wurde in Wien erworben, bei den anderen
Fällen ist der Infektionsort noch unbekannt. Durch eine retrospektive Untersuchung im Jahr 2012 wurden die ersten 2 autochthonen
Erkrankungen für 2009 nachgewiesen. In 2010 wurde ebenfalls ein
Fall registriert. Mückenschutz beachten.
Pakistan
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Mit örtlichen Cholera-Ausbrüchen muss im ganzen Land gerechnet
werden. Hepatitis A und Typhus kommen vor. Hygiene und Impfschutz beachten.
Dengue: Landesweit haben die Erkrankungen in diesem Jahr zugenommen. Im Bundesstaat Punjab (N) sind die Fallzahlen infolge
von Überschwemmungen seit Ende August stark gestiegen. In der
Stadt Rawalpindi wurden zwischen August und Mitte November
etwa 4.500 Infektionen registriert, 10 Menschen sind verstorben.
In der Stadt Multan wurden in diesem Jahr ca. 400 Erkrankungen
und 2 Todesfälle verzeichnet. Im Bundesstaat Sindh (S) wurden in
diesem Jahr ca. 3.200 Fälle gemeldet, es gab 8 Todesfälle. Besonders betroffen ist die Stadt Karachi. Weitere Infektionen gab es
in diesem Jahr im Bundesstaat Belutschistan (O). Mückenschutz
beachten.
Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber (CCHF): Mitte Oktober wurden 2 Todesfälle in Karachi (Provinz Sindh, S) bestätigt, es gibt einen
weiteren Verdachtsfall. Damit ist die Zahl der bestätigten Infektionen
in der Stadt in diesem Jahr auf 6 gestiegen, die ersten 4 Patienten
wurden erfolgreich behandelt. Bis Anfang November wurden aus
der Provinz Khyber Pakhtunkhwa (NW) 32 Infektionen gemeldet,
12 der Erkrankten sind verstorben. Die meisten Betroffenen kamen
aus dem benachbarten Afghanistan. Anfang Oktober sind 11 Menschen in einer Klinik in der Stadt Quetta (Belutschistan) erkrankt,
4 von ihnen sind verstorben. Alle hatten im Rahmen des islamischen
Opferfestes Kontakt zu Tieren. Bereits im September sind ein Mann
und ein 7-jähriger Junge aus Belutschistan verstorben. Wenige
Tage zuvor wurde die Erkrankung auch bei 2 Personen in Peshawar
diagnos­tiziert. Seit Anfang des Jahres wurden landesweit 17 Todesfälle registriert. CCHF ist vor allem im N und W des Landes sowie im
benachbarten Afghanistan endemisch. Die Übertragung des zu den
Bunyaviridae gehörenden Erregers erfolgt gewöhnlich durch Zecken,
gelegentlich aber auch von Mensch zu Mensch, z. B. nosokomial oder
interfamiliär. Expositionsprophylaxe (z. B. Repellentien, bedeckende
Kleidung) und frühzeitige Zeckenentfernung sind empfehlenswert.
Kontakt mit Kranken meiden.
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Poliomyelitis: Seit Januar wurden landesweit 40 Infektionen gemeldet. Anfang Oktober wurde der jeweils erste Fall für dieses Jahr in
der Provinz Punjab (O) und in der Stadt Karachi (Provinz Sindh, S)
gemeldet. Die meisten Infektionen stammen aus dem Norden des
Landes. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind im vergangenen Jahr landesweit 306 Personen an Polio erkrankt. Dies sind die
höchsten Fallzahlen seit 14 Jahren, im Jahr 2000 wurden 199 Infektionen registriert. Seit Ende Dezember 2012 werden immer wieder
Angriffe auf die Impfteams gemeldet, mehr als 60 Helfer und Polizisten aus dem Begleitschutz starben allein in 2014. Auch in diesem
Jahr wurden bereits mehrere Anschläge registriert. Pakistan­ist eines
der wenigen Länder, in dem Poliomyelitis weiterhin endemisch ist.
Hygiene und Impfschutz beachten. Entgegen den offiziellen Bestimmungen wird bei der Einreise beruflich Reisender der Nachweis eines
Arztes über einen bestehenden Polioschutz verlangt. Entsprechend
einer Aufforderung der WHO vom Mai 2014 soll die Regierung
sicherstellen, dass alle Reisenden (Einheimische und Touris­
ten),
die sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, bei ihrer
Ausreise eine gültige Impfung gegen Polio nachweisen können. Die
Impfung soll zwischen 4 Wochen und einem Jahr vor der Abreise
erfolgen und in einem international gültigen Impfausweis dokumentiert sein. Diese Empfehlung wurde Anfang Mai 2015 von der WHO
wiederholt. Diese Maßnahme soll helfen eine weitere Verbreitung
der Erkrankung zu verhindern.
Erdbeben: Ein schweres Erdbeben mit einer Stärke von 7,5 hat
am 26. Oktober den Nordwesten des Landes erschüttert. Das Epi­
zentrum lag im benachbarten Afghanistan. Nach offiziellen Schätzungen wird mit mehr als 200 Toten und mehr als 1.200 Verletzten
gerechnet. Mit Versorgungsengpässen und einer erhöhten Seuchengefahr ist zu rechnen. Für Hilfseinsätze adäquate Hygiene und Impfschutz empfohlen.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen nach Khyber-Pakhtunkhwa (ehemals Nordwestgrenzprovinz, NWFP), in die Stammesgebiete an der
Grenze zu Afghanistan (die sog. Federally Administered Tribal Areas,
FATA) und nach Belutschistan wird gewarnt. Landesweit besteht
eine Gefährdung durch politisch-religiös motivierte Gewalttaten
(www.auswaertiges-amt.de).
Palästinensische Gebiete
West Nile-Fieber: Ende August wurde die erste Erkrankung für diese
Saison gemeldet. Die Infektion kommt in der Region sporadisch vor.
Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt zum nächsten
übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann aber auch auf
Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen. Bei Menschen
kommt es in 80 % der Fälle zu keinen Symptomen. In den anderen
Fällen treten grippeähnliche Symptome auf. Das Virus kann die BlutHirn-Schranke überschreiten und zu Meningitis, Enzephalitis und
Lähmungen führen. Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Die Sicherheitslage in Jerusalem und im
Westjordanland hat sich seit Mitte September verschärft. Anfang
Oktober kam es zu teils tödlichen Angriffen auf Israelis. Mehrere
Palästinenser wurden von israelischen Sicherheitskräften erschossen, zahlreiche verletzt. Trotz der 2014 nach der Militäroperation
„Protective Edge“ vereinbarten Waffenruhe, kam es in den letzten
Wochen vereinzelt zu Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Bei
Aufenthalten im unmittelbaren Grenzgebiet zum Gaza-Streifen wird
daher zu erhöhter Vorsicht geraten. Vor und während der Reise
nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird geraten, sich
über aktuelle Entwicklungen zu informieren sowie die Internetseiten der Botschaft in Tel Aviv (www.tel-aviv.diplo.de) und des Vertretungsbüros Ramallah (www.ramallah.diplo.de) zu konsultieren
(www.auswaertiges-amt.de).
Panama
Chikungunya: Im Juni 2014 wurden die ersten 2 importierten Fälle
bestätigt, bis Ende letzten Jahres hat sich die Zahl auf 43 erhöht,
es gab 25 autochthone Infektionen. Seit Anfang 2015 wurden
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
171 Erkrankungen registriert, 148 gelten als autochthon. Mückenschutz beachten.
Dengue: In den ersten 41 Wochen in diesem Jahr sind 1.933 Verdachtsfälle registriert worden. 1.633 Infektionen wurden labortechnisch bestätigt. Ein Mensch ist verstorben. Im vergangenen Jahr wurden 5.276 Verdachtsfälle gemeldet, 9 Menschen sind verstorben.
2013 sind 3.067 Erkrankungen und 14 Todesfälle registriert worden.
Schutz vor den überwiegend tagaktiven Mücken beachten.
Papua-Neuguinea
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
für Typhus vor allem im Hochland, wo der Erreger hochgradig endemisch ist. Seit 2009 treten landesweit Cholera-Fälle auf. Hygiene
beachten, Risikoreisende sollten geimpft (Typhus, Cholera) werden.
Paraguay
Chikungunya: Im Oktober 2014 wurde die erste autochthone
Erkrankung bestätigt. 7 Fälle wurden importiert. Der Erste stammt
aus der Dominikanischen Republik und wurde bereits Anfang
Juli 2014 gemeldet. Seit Anfang dieses Jahres wurden 3.912 bestätigte Infektionen registriert. Die meisten Infektionen stammen
aus der Hauptstadt und ihrer Umgebung. Unzureichende Müll­
entsorgung begünstigt die Zunahme der Zahl an Überträgermücken.
Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Mitte September wurden mehr als 46.000 Verdachtsfälle registriert, das sind bereits mehr als im gesamten Vorjahr.
12.325 Infektionen konnten bestätigt werden. 2014 sind 16.917 Verdachtsfälle gemeldet worden, 2.601 Infektionen konnten labortechnisch bestätigt werden, es gab 5 Todesfälle. Mit 144.500 Erkrankungen und 251 Todesfällen erlebte das Land 2013 den schwersten
Ausbruch seiner Geschichte. Schutz vor den überwiegend tagaktiven
Mücken beachten.
Sicherheitshinweis: Die Provinzen San Pedro und Concepción
gelten weiterhin als Operationsgebiet der paraguayischen GuerillaOrganisation EPP (Ejercito Popular Paraguayo), die in letzter Zeit
erneut mit Erpressungen und Anschlägen in Erscheinung getreten
ist. Nicht unbedingt notwendige Reisen in diese Gebiete sollten deshalb unterbleiben (www.auswaertiges-amt.de).
Peru
Chikungunya: Seit Ende Juni 2014 hat das Gesundheitsministerium
82 importierte Erkrankungen bestätigt, 71 davon in diesem Jahr.
Anfang Juni dieses Jahres wurde die erste autochthone Infektion
gemeldet. Ein 12-jähriges Kind ist in Zarumilla (Region Tumbes, N)
erkrankt. Inzwischen ist die Zahl auf 84 gestiegen, es gibt weitere
Verdachtsfälle. Mückenschutz beachten.
Dengue: Bis Anfang Oktober dieses Jahres sind 37.319 Infektionen
und 51 Todesfälle registriert worden. Die Gesamtzahl des Vorjahres
(ca. 19.000) wurde damit bereits übertroffen. 16 der 25 Regionen
sind betroffen. Die Mehrzahl der Fälle stammt aus den Regionen
Tumbes (N) und Piura (N). Vorangegangene Regenfälle haben den
Anstieg der Infektionen in dem Gebiet Piura begünstigt. Schutz vor
tagaktiven Überträgermücken beachten.
Philippinen
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Ausbrüche von Cholera kommen sporadisch vor. Typhus ist auf
den Philippinen endemisch und führt immer wieder zu sporadischen Erkrankungen oder örtlichen Ausbrüchen. Hygiene beachten,
ggf. Typhus- und Cholera-Impfung erwägen.
Chikungunya: In der Provinz South Cotabato (Insel Mindanao) wurden 2 Infektionen bestätigt. Um einen größeren Ausbruch zu verhindern, haben die Behörden die Überwachungsmaßnahmen verstärkt.
Chikungunya tritt seit Beginn der 1990er Jahre auf den Philippinen
auf. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Mücken beachten.
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Dengue: Bis Anfang Oktober wurden landesweit 108.263 Infektionen registriert, 317 Menschen sind verstorben. Am stärksten betroffen sind die Regionen Calabarzon, Central Luzon, Metro Manila und
Northern Mindanao. Landesweit haben die Fallzahlen im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um ca. 32 % zugenommen. Der Höhepunkt
des Ausbruchs scheint überwunden zu sein. Im August und September haben insgesamt 9 Städte in der Region Cordillera Dengue-Ausbrüche gemeldet. In dieser Region hat sich die Fallzahl im Vergleich
zum Vorjahr um 180 % erhöht. In der Provinz Antique im Westen der
Insel Panay haben sich die Fallzahlen von Januar bis Oktober dieses
Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Schutz
vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Anfang Oktober dieses
Jahres sind landesweit 1.867 Kinder erkrankt. Damit haben sich
die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Am stärksten
betroffen sind zwei Regionen auf der Insel Luzon, Cagayan Valley im
Norden und Calabarzon im Süden. An der Infektion erkranken in der
Regel junge Kinder. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch,
Symptome sind hohes Fieber und Bläschenbildung an den Händen,
Füßen und der Mundschleimhaut. In SO-Asien kommt es regelmäßig
zu Epidemien. Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Reisende
sollten auf besonders gute persönliche Hygienemaßnahmen achten.
Portugal
West Nile-Fieber: Ende August wurde in der Region Algarve im
Süden des Landes erstmals seit 2004 eine Infektion beim Menschen
bestätigt. Damals waren 2 irische Touristen erkrankt. Im Jahr 2010
gab es einen unbestätigten Verdachtsfall, außerdem wurde die erste
Infektion bei einem Pferd nachgewiesen. Das Tier war IgG und IgM
positiv und wurde daraufhin getötet. Das Virus verursacht eine Enzephalitis bei Pferden und Menschen. Mückenschutz beachten.
Puerto Rico
Chikungunya: Aus der Hauptstadt San Juan wurde Ende Mai 2014
der erste Fall gemeldet. Bis Ende letzten Jahres wurden landesweit
4.478 Erkrankungen bestätigt, 24 Menschen sind verstorben. Es gab
34.724 Verdachtsfälle. Bis Anfang November dieses Jahres wurden
189 autochthone Erkrankungen registriert, es gab weitere 876 Verdachtsfälle. Ein Mensch ist verstorben. Besonders die Ostküste ist
betroffen. Insgesamt wurden 31 Infektionen importiert. Mückenschutz beachten.
Rumänien
West Nile-Fieber: Aus dem Kreis Dolj in der Region Walachei (S)
wurde im August die erste neuroinvasive Erkrankung in diesem Jahr
in Europa gemeldet. Insgesamt sind bis Ende Oktober 18 Infektionen
aufgetreten. Mückenschutz beachten.
Russland
Orale Infektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit;
weiterhin Risiko für Hepatitis A (meist über kontaminiertes Trinkwasser), Trichinellose (meist über unzureichend gegartes Wildschwein- und Bärenfleisch) sowie Botulismus (meist über hauseingemachte Lebensmittel, speziell Fischkonserven). Milzbrand kommt
sporadisch oder als Cluster sowohl in der intestinalen wie in der
kutanen Form vor. Hygiene beachten, Impfschutz gegen Hepatitis A
empfohlen.
Tollwut: Wildtiertollwut (v. a. bei Marderhunden und Füchsen)
kommt in ganz Russland vor und gefährdet über Haustiere und
streunende Hunde den Menschen. Nach verdächtigen Tierkontakten
ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Da eine adäquate postexpositionelle
Versorgung in ländlichen Gebieten nicht immer gewährleistet ist,
sollten Risikoreisende vorbeugend geimpft sein.
West Nile-Fieber: Seit Ende August dieses Jahres wurden 20 Fälle
aus 3 Oblasten registriert. Am stärksten betroffen ist Astrachan (S)
mit 6 Fällen. Das Virus wird durch Stechmücken von einem Wirt
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zum nächsten übertragen. Es infiziert hauptsächlich Vögel, kann
aber auch auf Menschen, Pferde und andere Säugetiere übergreifen.
Mückenschutz beachten.
Sicherheitshinweis: Reisen in den Nordkaukasus: Von Reisen nach
Inguschetien, Tschetschenien, Dagestan, Nordossetien und Kabardino-Balkarien wird dringend abgeraten (www.auswaertiges-amt.de).
Sambia
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit;
Cholera ist endemisch während der Regenzeit (Oktober–März). In
mehreren Regionen des Landes werden immer wieder Typhus-Ausbrüche registriert. Hygiene und ggf. Impfschutz beachten.
Samoa, Amerikanisch-
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Typhus ist wie auf anderen Inseln des südlichen Pazifiks auch auf
Samoa endemisch und führt immer wieder zu Einzel- und Gruppen­
erkrankungen bei der dortigen Bevölkerung. Hygiene beachten,
ggf. Typhus-Impfung empfohlen.
Chikungunya: Seit Anfang Juli 2014 wurden 2.556 Infektionen
gemeldet. 15 Menschen mussten stationär behandelt werden. Es
ist der erste Ausbruch auf der Insel. Die Zahl der Neuinfektionen
geht zurück. Nähere Informationen über den Ursprung der Infektion
liegen bisher nicht vor. Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit September geht die Zahl der Neuinfektionen zurück.
Seit Mai wurden 450 Fälle bestätigt, mindestens 143 Menschen
mussten in einer Klinik behandelt werden. Es gab 4 Todesfälle.
Schutz vor tagaktiven Überträgermücken beachten.
Samoa, West
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Typhus ist wie auf anderen Inseln des südlichen Pazifiks auch auf
Samoa endemisch und führt immer wieder zu Einzel- und Gruppenerkrankungen bei der dortigen Bevölkerung. Hygiene beachten,
ggf. Typhus-Impfung empfohlen.
Chikungunya: Anfang August 2014 wurden die ersten Verdachtsfälle gemeldet. Seitdem sind 4.524 Erkrankungen registriert worden.
Die Behörden haben Kampagnen gestartet um Mückenbrutplätze zu
beseitigen. Seit Mitte Dezember 2014 geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. Mückenschutz beachten.
Dengue: Seit Mitte Juni wurden 773 Infektionen registriert. Schutz
vor tagaktiven Überträgermücken beachten.
Saudi-Arabien
Coronavirus: 2012 ist ein neuartiges Coronavirus (MERS-CoV, vormals hCoV-EMC) aufgetreten. Als Tierreservoir werden Dromedare
vermutet. Landesweit kam es bis zum 16. November zu 1.277 laborbestätigten Infektionen mit 547 Todesfällen. Zwischen Mitte Mai
und Ende Juni wurden vermehrt Erkrankungen in der Stadt Hufoof
(O) registriert. Seit Mitte Oktober nehmen die Fallzahlen dort erneut
zu. Mindestens 7 Erkrankungen gehen auf Infektionen in einer Klinik
zurück. Seit Anfang August wird ein Cluster mit 185 Erkrankungen
in der Hauptstadt Riad beobachtet. 54 Menschen sind verstorben.
Unter den Betroffenen sind auch immer wieder Klinikmitarbeiter und Pflegekräfte. Das European Centre for Disease Prevention
and Control (ECDC) meldet weltweit 1.637 laborbestätigte Fälle,
633 Menschen sind verstorben. Die meisten Infektionen stammen
aus 6 Ländern auf oder in der Nähe der Arabischen Halbinsel; betroffen sind die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Katar,
Oman, Kuwait, Jemen und Jordanien. Es gab weitere Importe nach
Algerien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien,
Italien, Iran, Libanon, Malaysia, Marokko, Niederlande, Österreich,
Philippinen, Süd-Korea, Thailand, Tunesien, Türkei und USA. Eine
MERS-CoV-Infektion zeigt sich meist in Form einer Pneumonie. Als
häufigste Symptome wurden Fieber, Husten, Respirationsprobleme
beobachtet. Laut einer internationalen Studie ist das Virus weiter
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verbreitet als bisher angenommen. Ein großer Teil der Infektionen
scheint symptomlos zu verlaufen, mehr als 40.000 Menschen sollen
sich innerhalb der letzten 10 Jahre unbemerkt angesteckt haben.
WHO-Experten sehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Grund,
von Reisen in die betroffenen Gebiete abzuraten.
Einreisebestimmungen, Impfpflicht: Pilger benötigen auch außerhalb der Pilgerzeit (Hajj) für ein Umrah-Visum eine Impfung mit
einem tetravalenten Meningokokken-Impfstoff, die vom 10. Tag
nach der Applikation an für 3 Jahre gültig (und wirksam) ist. Eine
Impfung gegen saisonale Influenza kann gelegentlich (entgegen
der offiziellen Bestimmungen www.hajinformation.com) bei VisumAntrag verlangt werden, ebenso wie eine ärztliche Bescheinigung,
dass der Reisende gesund und frei von ansteckenden Krankheiten
ist. Aufgrund des Infektionsrisikos mit MERS-CoV wird allen Pilgern
zu sorgfältiger Hygiene geraten. Verboten ist weiterhin die private
Einfuhr von Nahrungsmitteln jeglicher Art. Unabhängig vom Hajj
müssen weiterhin alle Personen unter 15 Jahren, die aus Ländern
mit Polio-Vorkommen nach Saudi-Arabien einreisen, gegen Polio
geimpft sein. Ein entsprechender Impfnachweis wird in der Regel
bereits beim Visumantrag verlangt. Die Bestimmung gilt auch für die
Wiedereinreise von Personen, die aus den o.g. Ländern nach SaudiArabien zurückkehren. Desgleichen ist der Nachweis einer Gelb­
fieberimpfung nach den internationalen Gesundheitsbestimmungen
für Einreisen aus endemischen Gebieten erforderlich.
Senegal
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Während es in den vorangegangenen Jahren jeweils größere Probleme mit Cholera gab, wurden seit 2008 keine Ausbrüche bekannt.
Die letzten 18 Polio-Fälle traten 2010 nach einer 10-jährigen Pause
auf. Hygiene und Impfstatus beachten.
Chikungunya: Das erste Mal seit 2010 sind in der Region Kédougou
Fälle von Chikungunya-Fieber aufgetreten. Von Ende August bis
Mitte Oktober wurden 40 Infektionen bestätigt. Betroffen sind überwiegend Minenarbeiter. Mückenschutz beachten.
Serbien
West Nile-Fieber: Im August wurde im Distrikt Okrug Juzni
Banat (NO) der erste Fall für diese Saison registriert. Bis Anfang
November ist die Fallzahl landesweit auf 28 gestiegen. Die Infektion kommt in Serbien sporadisch vor. Im vergangenen Jahr wurden
76 Erkrankungen registriert. Mückenschutz beachten.
Sierra Leone
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera ist im Land endemisch, Ausbrüche kommen immer wieder vor. Seit 2010 wurden keine Polio-Fälle gemeldet. Hygiene und
Impfschutz weiterhin beachten.
Ebola hämorrhagisches Fieber: Bis zum 31. Oktober wurden insgesamt 14.078 Erkrankungen (8.704 davon bestätigt) sowie 3.589
bestätigte Todesfälle gemeldet. Ende September wurden die letzten
beiden Patienten geheilt aus der Klinik entlassen. Nach 42 Tagen
ohne Neuinfektion hat die WHO das Land am 7. November für
Ebola-frei erklärt. Eine Infektion erfolgt entweder über Fledermäuse
(z. B. Besuch von Höhlen) oder Kontakt mit infizierten und erkrankten Wildtieren (Affen und Antilopen, typischerweise beim Jagen oder
Verzehren von ungenügend durchgebratenem Fleisch). Das größte
Risiko stellt der Kontakt zu Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Stuhl) bei
der Pflege von Patienten dar. Das Infektionsrisiko für (touristisch)
Reisende ist gering. Da Neuerkrankungen nicht ausgeschlossen werden können, rät das Auswärtige Amt dringend die Nachrichtenlage
aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten
und bei Reisen ins Landesinnere besondere Vorsicht walten zu lassen­.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Simbabwe
letzten Jahres waren vermehrt Typhus-Fälle in der Hauptstadt
Colombo aufgetreten. Hygiene beachten.
Typhus: Typhus ist im Land endemisch. Seit Oktober 2011 kommt
es immer wieder zu Ausbrüchen, mehrere Tausend Menschen sind
erkrankt. Seit Anfang des Jahres wurden mehr als 300 Infektionen
bestätigt. Besonders betroffen ist weiterhin die Hauptstadt Harare
(N). Schätzungsweise die Hälfte der 12 Millionen Einwohner hat keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.
Hygiene sorgfältig beachten. Risikoreisende sollten geimpft werden.
Dengue: Die Arbovirose ist in Sri Lanka endemisch. Mit einem Übertragungsrisiko ist landesweit zu rechnen, insbesondere während und
nach der Regenzeit. Seit Oktober steigt die Zahl der Neuinfektionen
an. Bis Mitte November sind 23.630 Menschen erkrankt, mindestens
50 Menschen sind verstorben. Mit mehr als der Hälfte gemeldeten
Fälle ist die Westprovinz mit der Hauptstadt Colombo weiterhin am
stärksten betroffen. Seit April wurden weniger Infektionen registriert
als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im vergangenen Jahr wurden 47.502 Erkrankungen und mindestens 95 Todesfälle gemeldet.
Am stärksten betroffen waren die Distrikte Colombo, Gampaha und
Ratnapura in der Westprovinz. Das Gesundheitsministerium fordert
die Bevölkerung zu verstärkten Maßnahmen zur Eliminierung von
Mückenbrutplätzen auf. Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Aufgrund mangelhaft funktionierender Abwassersysteme kommt
es landesweit weiterhin zu Cholera-Ausbrüchen. Hygiene und ggf.
Impfschutz beachten.
Singapur
Dengue: Das Virus ist im Stadtstaat endemisch. Da es dort keine
terminierten Regenzeiten gibt, ist ganzjährig mit einem Übertragungsrisiko zu rechnen, das nach stärkeren Regenperioden ansteigt.
Seit Anfang des Jahres wurden 9.030 Infektionen registriert, 2 Frauen
sind verstorben. Beim zweiten Todesfall handelt es sich um eine indische Touristin. Ob die Infektion in Singapur oder bereits in ihrem
Heimatland erworben wurde, ist nicht geklärt. Insgesamt haben sich
die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum etwa halbiert.
2014 sind 18.338 Menschen erkrankt, 5 Menschen sind verstorben.
Schutz vor den vorwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten.
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Bis zur KW 44 wurden
24.025 Infektionen registriert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres
wurden 18.819 Erkrankungen gemeldet. Seit Mitte Mai geht die Zahl
der Neuinfektionen zurück und liegt seitdem etwa auf dem Niveau
des Vorjahres. Die in der Regel milde verlaufende Kinderkrankheit
ist im Stadtstaat endemisch, seit 1970 werden immer wieder Ausbrüche registriert. Die verursachenden Viren sind Enterovirus 71 und
Coxsackievirus A16. Die Übertragung erfolgt sowohl über Speichel,
Tröpfchen, Sekret aus Bläschen als auch fäkal-oral (auch indirekt
über Gegenstände). Reisende sollten besonders auf gute Hygiene
achten.
Somalia
Infektionskrankheiten: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Im gesamten Land gibt es immer wieder Ausbrüche von
Cholera. Besonders Kinder in Flüchtlingslagern sind gefährdet. Aufgrund schwerer Dürre und Krieg leben etwa ein Viertel aller Somalier
in provisorischen Unterkünften innerhalb oder Flüchtlingscamps
außerhalb des Landes unter sehr schlechten Bedingungen und
ohne Zugang zu sauberem Wasser. Hygiene und ggf. Impfschutz
be­achten.
Poliomyelitis: Nachdem seit mehr als einem Jahr keine neuen Infektionen gemeldet wurden, hat die WHO den aktuellen Ausbruch Ende
Oktober für beendet erklärt. Somalia galt bereits von April 2008 bis
April 2013 als poliofrei. Dann war die Infektion erneut bei einem
Mädchen in Mogadischu aufgetreten, 163 weitere Fälle folgten
im selben Jahr. 2014 gab es weitere 5 Erkrankungen, die letzte im
August. Ende Oktober dieses Jahres hat die WHO Somalia von der
Liste der Länder gestrichen, von denen eine Gefahr der Ausbreitung
ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die
sich länger als 4 Wochen im Land aufgehalten haben, sich vor ihrer
Ausreise gegen Polio impfen zu lassen, gilt nicht mehr. Impfschutz
trotzdem weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Vor touristischen Reisen nach Somalia sowie
vor Reisen in die Gewässer vor Somalia wird dringend gewarnt. Auf
die aktuellen Reisewarnungen und Hinweise des Auswärtigen Amtes
wird verwiesen (www.auswaertiges-amt.de).
Sri Lanka
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
Cholera wurde seit längerer Zeit nicht mehr gemeldet. Im August
© Centrum für Reisemedizin
Leptospirose: Nach starken Regenfällen mit Überschwemmungen
im Dezember letzten Jahres haben die Infektionen stark zugenommen. In diesem Jahr sind landesweit 3.247 Menschen erkrankt. Im
Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es ca. 2.300. Die Mehrzahl
der Fälle stammt aus Reisanbaugebieten. Leptospiren gelangen über
den Urin infizierter Säugetiere (Ratten, Hunde) in die Umwelt. Die
Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den direkten oder
indirekten Kontakt mit dem Urin über kleine Hautverletzungen oder
Schleimhäute. In einem feuchten Milieu (Wasser, Schlamm) können
die Leptospiren lange in der Umwelt überleben. Eine Aufklärung des
Reisenden über den percutanen Infektionsweg ist sinnvoll. Entsprechende Kontakte sind zu meiden.
St. Kitts & Nevis
Chikungunya: Auf der Insel St. Kitts ist im Februar 2014 ein Mann
an der mückenübertragenen Infektion erkrankt. Ob die Infektion
lokal oder während einer Reise erworben wurde, ist nicht bekannt.
Bis Ende letzten Jahres wurden 28 autochthone Fälle bestätigt, es
gibt 627 Verdachtsfälle. Seitdem wurden keine neuen Infektionen
bekannt. Anfang Juli vergangenen Jahres wurden 2 Erkrankungen auf
der Insel Nevis bestätigt. Auch hier gibt es keine Informationen zum
Infektionsort. Mückenschutz beachten.
St. Lucia
Chikungunya: Anfang April 2014 wurde die erste Erkrankung
bestätigt. Ob die Infektion lokal oder während einer Reise erworben
wurde, ist nicht bekannt. Inzwischen wurden 238 autochthone Infektionen bestätigt, weitere 645 Verdachtsfälle wurden registriert. In
diesem Jahr wurden noch keine Erkrankungen beobachtet. Mückenschutz beachten.
St. Vincent & Grenadinen
Chikungunya: Im April 2014 wurden die ersten 3 Erkrankungen
auf der nördlichen Grenadinen-Insel Bequia bestätigt. Landesweit
wurden im vergangenen Jahr 173 Infektionen registriert, es gab
1.220 Verdachtsfälle. Auch ein deutscher Tourist ist betroffen. In
diesem Jahr wurden bis Mitte Mai nur 5 Verdachtsfälle gemeldet, von
denen 2 bestätigt wurden. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen beobachtet. Mückenschutz beachten.
Südafrika
Einreisebestimmungen: Im Juni dieses Jahres wurden die Einreisebestimmungen für Minderjährige erneut verschärft. Personen unter
18 Jahren müssen bei Ein- und Ausreise eine vollständige (englischsprachige) Geburtsurkunde vorweisen. Diese Regelung gilt auch für
Transitreisende, die den Transitbereich des Flughafens verlassen und
zur Weiterreise erneut einchecken müssen. Bei allein reisenden Kindern und Jugendlichen oder, wenn nur ein Elternteil mitreist, gelten
weitere Vorschriften. Eltern sollten sich vor der Reise bei der Botschaft (www.suedafrika.org) oder dem Department of Home Affairs
(www.dha.gov.za) erkundigen.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Sudan
Infektionen allgemein: Darminfektionen, vor allem Durchfallerkrankungen, sind weit verbreitet, auch mit Ruhr und Cholera
ist landesweit zu rechnen. Hohes Risiko für fast alle Formen der
Hepatitis (A, E und B). Tollwut ist weit verbreitet, Übertragung
vorwiegend durch Hunde. Meningokokken-Erkrankungen treten
saisonal in der Trockenzeit auf. Malaria nimmt nach Süden hin zu.
Kala-Azar (viszerale Leishmaniose) hat im Süd-Sudan weltweit die
höchsten Inzidenzen. Im Süden gibt es zudem Schlafkrankheit,
Rückfallfieber, Affenpocken sowie virale hämorrhagische Fieber:
Größere Ausbrüche von Gelbfieber wurden 2003, 2005 und 2012
verzeichnet. Das Gesundheitsministerium plant eine groß angelegte
Impfkampagne. Ausbrüche von Ebola-Fieber wurden 1976 und
2004 sowie Rift Valley-Fieber zum Jahreswechsel 2007/8 beobachtet. Hygiene und adäquaten Impfschutz beachten.
Virales hämorrhagisches Fieber: Zwischen August und Anfang
November sind in der Region Dafur mehr als 500 Menschen an den
Symptomen eines viralen hämorrhagischen Fiebers erkrankt. Es
gab 110 Todesfälle. Das Gesundheitsministerium hat inzwischen
bestätigt, dass es sich um Dengue hämorrhagisches Fieber handelt. Gelbfieber, Rift Valley Fieber und Krim-Kongo hämorrhagisches
Fieber waren zuvor ausgeschlossen worden. In 8 von insgesamt
36 Proben wurde eine Infektion mit dem West Nile Virus nachgewiesen. Außerdem wurden 4 Chikungunya-Fälle bestätigt. Beide
Infektionen zeigen sehr selten hämorrhagische Verläufe. Mückenschutz be­achten.
Sicherheitshinweis: In Sudan kann es wegen der aktuellen politischen Lage auch weiterhin zu Spannungen und ggf. Störungen der
öffentlichen Ordnung kommen. Vor diesem Hintergrund rät das
Auswärtige Amt, die politischen und sicherheitsrelevanten Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Es wird empfohlen, die Reiseplanung eng mit den deutschen oder sudanesischen Reiseveranstaltern
und Geschäftspartnern abzustimmen und die Deutsche Botschaft zu
informieren (www.auswaertiges-amt.de).
Südsudan, Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch Cholera kommt vor. Seit Anfang Juni wurden in Juba County
(Bundesstaat Central Equatoria, S) 1.619 bestätigte Infektionen
gemeldet. 45 Menschen sind verstorben. Im Kajo Keji County im
selben Bundesstaat wurden seit Ende September 57 Erkrankungen
und ein Todesfall registriert. Aus der Stadt Bor (Bundesstaat Jonglei,
W) und ihrer Umgebung wurden seit Anfang Juli 139 Erkrankungen
und ein Todesfall gemeldet. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, sind Impfkampagnen auch im angrenzenden Flüchtlingslager
geplant. Hygiene und Impfschutz beachten.
Leishmaniose, viszerale: Die Vereinten Nationen (UN) melden eine
starke Zunahme der Erkrankungen landesweit, besonders betroffen
sind die Regionen im Norden und Osten des Landes. In diesem Jahr
sind 4.939 Infektionen und 152 Todesfälle gemeldet worden. Allein
innerhalb einer Oktoberwoche sind 315 Menschen erkrankt und
10 verstorben. Im vergangenen Jahr wurden 7.204 Fälle verzeichnet, 199 Menschen sind verstorben. Die Hauptübertragungszeit ist
zwischen September und November. Schutz vor den nachtaktiven
Sandmücken (v. a. engmaschige Moskitonetze) beachten.
Sicherheitshinweis: Im gesamten Land kommt es weiterhin zu
bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen
Truppen­teilen der südsudanesischen Armee und zwischen bewaffneten Kämpfern unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Auch die
Hauptstadt Dschuba ist betroffen. Vor Reisen nach Südsudan wird
dringend gewarnt. Deutschen Staatsangehörigen vor Ort wird geraten, das Land zu verlassen. Die Deutsche Botschaft Dschuba ist bis
auf weiteres für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen. In
Notfällen wird gebeten, sich an das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes zu wenden (www.auswaertiges-amt.de).
© Centrum für Reisemedizin
Suriname
Chikungunya: Im Juni 2014 wurde der erste importierte Fall bestätigt. Ein 45-jähriger Mann ist nach seiner Rückkehr von der Insel
St. Maarten erkrankt. Bis Ende Oktober wurden 1.210 autochthone
Erkrankungen gemeldet, insgesamt 14 wurden importiert. Ein
Mensch ist verstorben. In diesem Jahr wurden noch keine Infektionen
gemeldet. Mückenschutz beachten.
Zika-Virus: Anfang November wurden die ersten 2 Verdachtsfälle
regis­triert. Die WHO hat die Erkrankungen als autochthone Infektionen bestätigt. Mückenschutz beachten.
Syrien
Orale Infektionen: Im Februar dieses Jahres hat die WHO erneut
vor einem hohen Risiko für Krankheitsepidemien in Syrien und den
benachbarten Ländern (Jordanien, Libanon, Irak, Israel und Türkei)
gewarnt. Die Kombination aus hohen Temperaturen und schlechten
bzw. nicht existierenden Sanitäranlagen birgt eine große Gefahr für
eine exponentielle Zunahme von Infektionskrankheiten. Vor allem
Krankheiten ausgelöst durch kontaminiertes Trinkwasser, wie Hepatitis A, Typhus, Cholera und bakterielle Darminfektionen, seien
quasi unausweichlich. Die starke Zerstörung des syrischen Gesundheitssystems kommt erschwerend hinzu. Mitte Oktober ist ein 5-jähriger Junge in der Provinz Aleppo mit großer Wahrscheinlichkeit an
Cholera verstorben. Hygiene und Impfschutz beachten.
Poliomyelitis: Nach einer Pause von 14 Jahren sind zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 39 Kinder an Polio erkrankt. Mittels ausgedehnter Impfkampagnen konnte der Ausbruch gestoppt werden.
Seit einem Jahr wurden keine neuen Infektionen gemeldet. Im Mai
dieses Jahres hat die WHO Syrien von der Liste der Länder gestrichen,
von denen eine Gefahr der Ausbreitung ausgeht. Die Impfempfehlung für Einheimische und Touristen, die sich länger als 4 Wochen im
Land aufgehalten haben, sich vor ihrer Ausreise gegen Polio impfen
zu lassen, gilt nicht mehr. Impfschutz trotzdem weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen nach Syrien wird weiterhin deutlich
gewarnt. Das Auswärtige Amt fordert nochmals mit Nachdruck alle
Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, zur Ausreise
aus Syrien auf. Es weist ausdrücklich darauf hin, dass die Deutsche
Botschaft in Damaskus geschlossen ist und im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten kann (www.auswaertiges-amt.de).
Tadschikistan
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
verbreitet auch für Hepatitis A und Typhus durch kontaminiertes
Trinkwasser aus unsicheren Versorgungssystemen. Betroffen sind
auch die Städte. Hygiene beachten, Impfschutz empfohlen.
Taiwan
Dengue: Bis Mitte November wurden landesweit 34.505 autochthone Infektionen registriert. 152 Menschen sind verstorben, so viele
wie nie zuvor. 294 Fälle wurden importiert. Nach einem Rückgang
der wöchentlichen Neuinfektionen im September sind die Zahlen
seit Anfang Oktober gleichbleibend hoch bei etwa 2.000 Erkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt wieder im Süden des Landes, besonders
betroffen sind die benachbarten Städte Tainan und Kaohsiung. Die
Hauptübertragungszeit auf der Insel sind in der Regel die Monate
Juli und August. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträger­
mücken beachten.
Tollwut: Ende Oktober wurde eine 79-jährige Frau postexpositionell behandelt, nachdem sie von einem tollwütigen Sonnendachs
gebissen worden war. Es ist der erste Fall im Landkreis Chiayi im
Bergland im Westen des Landes seit dem Wiederauftreten der
Infektion. Im Frühsommer 2012 wurden erstmals seit 1959 wieder
Tollwut-Infektio­nen in Taiwan nachgewiesen. Seither wurden regelmäßig infizierte Sonnendachse (Melogale moschata) aus den Bergregionen verschiedener Landkreise gemeldet. Die Behörden haben
die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten aufgerufen, die Haus-
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
tiere impfen zu lassen. Zusätzlich wurden die Vorräte an humanem
Tollwutimpfstoff aufgestockt. Im September 2013 wurde Taiwan
offiziell von der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) in Paris als
tollwutgefährdetes Land gelistet. Das Risiko für Reisende ist gering.
Nach verdächtigen Tierkontakten sollte umgehend eine postexpositionelle Versorgung eingeleitet werden.
Vogelgrippe: Anfang Oktober ist eine 62-jährige Frau nach ihrer
Rückkehr aus der Provinz Zhejiang (Festland) an Influenza A(H7N9)
erkrankt. Im März 2013 wurde in China erstmals ein Fall beim Menschen registriert. Ursprünglich waren ausschließlich der Osten und
Südosten des chinesischen Festlandes betroffen. Die meisten Fälle
traten in den Provinzen Guangdong und Zhejiang auf. Von dort
wurden bisher 4 Fälle nach Taiwan importiert. Inzwischen hat sich
die Infektion auch auf weitere chinesische Provinzen ausgeweitet.
Betroffen sind Fujian im Süden, Jiangsu, Jiangxi, Shandong im Osten
und die Region Xinjiang im Nordwesten Chinas.
Tansania
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Es
kommt regelmäßig zu örtlich begrenzten Cholera-Ausbrüchen, am
häufigsten während der Regenzeit zwischen Dezember und März.
Hygiene beachten, Impfschutz für Risikoreisende.
Cholera: Ausgehend von der Hauptstadt Dar es Salaam sind seit
Mitte August in 14 Regionen 96 Menschen verstorben, es gibt mehr
als 7.150 Erkrankte. Anfang November sind die Fallzahlen rapide
gestiegen, innerhalb von nur 4 Tagen wurden 20 % der gesamten
Infektionen registriert. Anfang November wurden in der Region
Mwanza am Südufer des Viktoriasees 18 Todesfälle und 317 Erkrankungen gemeldet. Der Ausbruch hat bereits im September begonnen. Erstmals seit 5 Jahren wurden Anfang November in Arusha
ca. 30 Infektionen und ein Todesfall verzeichnet. Der Erreger wurde
vermutlich aus der Region Singida eingeschleppt. Aus der Region
Tanga (W) wurden Anfang November 6 Todesfälle gemeldet. Zur
gleichen Zeit wurden 7 Erkrankungen in der Region Kigoma am
Tanga­njika­see registriert. In einigen Gebieten im Norden und Nordwesten wird die Ausbreitung der Erkrankung durch für diese Jahreszeit ungewöhnlich heftige Niederschläge begünstigt. Auch auf Sansibar wurden 140 Infektionen verzeichnet. Bereits im Januar, Februar
und April wurden lokale Ausbrüche registriert. Hygiene beachten,
Impfschutz für Risikoreisende erwägen.
Thailand
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
örtlich ist auch mit kleineren Cholera-Ausbrüchen zu rechnen.
Hygiene beachten.
Dengue: Bis Anfang November sind landesweit ca. 102.760 Menschen erkrankt, es gab 102 Todesfälle. Die Hauptübertragungszeit
sind die Monate Juli und August. Die meisten Fälle wurden aus den
Provinzen Rayong (W), Petchburi (Z), Rachaburi (Z), Uthaithani (W)
und Prachinburi (Z) gemeldet. 2013 wurden die höchsten Fallzahlen
innerhalb von 20 Jahren registriert. Landesweit wurden ca. 153.000
Fälle verzeichnet, davon mindestens 132 Todesfälle. Schutz vor den
überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten!
© iStockphoto.com/hadynyah
Quallen: Anfang Oktober ist eine junge, deutsche Touristin durch
den Kontakt zu einer Würfelqualle verstorben, eine weitere Frau
wurde leicht verletzt. Es ist der zweite Todesfall in diesem Jahr.
©
Im vergangenen Jahr ist ein 5-jähriger Franzose an den Folgen des
Nessel­giftes verstorben. Neben ausgeprägten Schmerzen kann es zu
kardiopulmonalen Versagen kommen. Nach Kontakt Tentakeln mit
Essig oder Salzwasser abspülen (kein Süßwasser). Bei großflächigen
Verletzungen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die hochgiftigen
Tiere kommen im indopazifischen Raum vor. Örtliche Warnhinweise
beachten.
Togo
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Im
gesamten Land gibt es immer wieder Ausbrüche von Cholera, auch
in der Hauptstadt Lomé. Milzbrand, auch in der kutanen Form, gibt
es sporadisch oder als Cluster immer wieder bei Einheimischen mit
entsprechenden Tierkontakten. Der Norden Togos und das benachbarte Ghana gehören weltweit zu den Regionen mit den höchsten
Prävalenzen dieser Zoonose bei Paarhufern. 2008 wurden zum ersten Mal seit 2003 wieder 3 Polio-Fälle registriert, 2009 waren es 6.
Seither gab es keine Meldung. Hygiene, Kenntnis der Übertragungswege und Impfschutz (Polio) bei Reisen beachten.
Trinidad & Tobago
Chikungunya: Zwischen Juli und Dezember 2014 wurden 291 autochthone Erkrankungen bestätigt, 3 Infektionen wurden importiert.
In diesem Jahr wurden bis KW 20 83 autochthone Infektionen gemeldet. Landesweit wurden 3.300 Verdachtsfälle gemeldet. Mückenschutz beachten.
Tschad
Infektionskrankheiten: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit. Im gesamten Land gibt es immer wieder Ausbrüche von
Cholera. Die meisten Menschen leben unter extrem schlechten sanitären Bedingungen, so dass Trinkwasser mit Fäkalien verun­reinigt
wird. Polio, zuvor bereits ausgerottet, wurde seit 2003 aus dem
benachbarten Nigeria mehrfach importiert. Zuletzt wurden 2012
5 Fälle gemeldet. Hygiene und Impfschutz (Polio, Masern) beachten.
Sicherheitshinweis: Vor Reisen in die Region des Tschadsees und
das Grenzgebiet zwischen Tschad und Kamerun wird gewarnt.
Es wird empfohlen, die Reise- und Sicherheitshinweise sowie
die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen
(www.auswaertiges-amt.de).
Tunesien
Tollwut: Ende Oktober wurden im Gouvernement Monastir im
Nordosten 12 Menschen von einem tollwütigen Straßenhund gebissen. Das Tier wurde getötet. In Tunesien sterben durchschnittlich
1–2 Menschen im Jahr an der Infektion, meistens durch unbehandelte Hundebisse verursacht. In diesem Jahr wurden bereits 5 Todesfälle registriert, im vergangenen Jahr waren es 3. Nach Bissverletzungen oder verdächtigen Tierkontakten sofort einen Arzt aufsuchen,
bei vorhersehbarem Risiko vorbeugend impfen.
Türkei
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
gelegentlich lokal auch für Typhus und Paratyphus. Hygiene beachten, ggf. Typhus-Impfung empfohlen.
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11. & 12. März 2016
Centrum für Reisemedizin
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Turks & Caicos Inseln
Chikungunya: Anfang Juni 2014 wurden 2 Erkrankungen bestätigt.
Bis Anfang Dezember hat sich die Zahl auf 26 erhöht, 7 davon wurden importiert. Es wurden 197 Verdachtsfälle gemeldet. In diesem
Jahr wurden bisher keine Infektionen registriert. Mückenschutz
beachten.
Tuvalu
Chikungunya: Im Oktober wurde bei 9 von insgesamt 37 Verdachtsfällen eine Infektion mit dem Chikungunya-Virus bestätigt. Mückenschutz beachten.
Uganda
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen inkl. Cholera
landesweit. Im Distrikt Hoima (W) sind seit Ende Oktober 180 Menschen aufgrund einer Cholera-Infektion behandelt worden, es gab
6 Todesfälle. Im Distrikt Busia (SO) wurden Ende Oktober 22 Erkrankungen mit 2 Todesfällen gemeldet. Im Februar 2009 wurde zum
ersten Mal seit 1996 wieder ein Fall von Poliomyelitis in Uganda
nachgewiesen. Hygiene und Impfschutz (Polio, ggf. Cholera)
be­achten.
Malaria: In 10 Distrikten im Norden des Landes haben die Fallzahlen
in diesem Jahr zugenommen. Inzwischen sind sie auf ein normales
Niveau gesunken. Betroffen sind die Distrikte Lamwo, Gulu, Kitgum,
Oyam, Agago, Apac, Amuru, Kole, Nwoya und Pader. Mindestens
200 Menschen sind verstorben. Am häufigsten sind Kinder und
Schwangere betroffen. Als Ursache wird ein Rückgang der öffentlichen Bekämpfungsmaßnahmen (Indoor Residue Spraying) vermutet.
In Uganda besteht auch für Reisende ganzjährig ein hohes Infektionsrisiko. Expositions- und Chemoprophylaxe beachten.
Ukraine
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
verbreitet auch für Hepatitis A und Typhus, vorwiegend durch kontaminiertes Trinkwasser aus unsicheren Leitungssystemen. Betroffen
sind auch die Städte. Auch Cholera-Fälle kommen sporadisch vor.
Hygiene beachten, Impfschutz empfohlen.
Polio: Im Oblast Transkarpatien (SW) sind Ende Juni 2 Kinder im
Alter von 4 und 10 Monaten an akuten schlaffen Lähmungen (AFP)
erkrankt. Anfang September hat die WHO bestätigt, dass es sich
um Infektionen mit Vakzine-abgeleitetem Poliovirus Typ 1 (cVDPV1)
handelt. Impfschutz beachten. Um eine weitere Verbreitung zu
verhindern, hat die WHO die Regierung des Landes aufgefordert
allen Reisenden (Einheimischen und Touristen), die sich länger als
4 Wochen im Land aufgehalten haben, vor ihrer Ausreise eine Impfung gegen Polio zu empfehlen. Die Impfung soll zwischen 4 Wochen
und einem Jahr vor der Abreise erfolgen und in einem international
gültigen Impfausweis dokumentiert sein.
Sicherheitshinweis: Im Osten der Ukraine (Oblaste Donezk und
Luhansk) finden seit dem Frühjahr 2014 bewaffnete Auseinander­
setzungen statt. In der Folge eines in Minsk vereinbarten Friedensplans haben sich die Kämpfe aktuell zwar abgeschwächt, flammen an
einigen neuralgischen Punkten jedoch immer wieder auf und könnten erneut auch eskalieren. Vor Reisen in die genannten Konfliktgebiete wird daher dringend gewarnt (www.auswaertiges-amt.de).
Ungarn
West Nile-Fieber: Seit Mitte August wurden 18 Infektionen gemeldet. Die Erkrankung kommt sporadisch im Land vor. Mückenschutz
beachten.
Uruguay
Chikungunya: Mitte August 2014 wurden 4 Verdachtsfälle aus der
Dominikanischen Republik importiert. Seitdem wurden keine weiteren Infektionen gemeldet. Mückenschutz beachten.
© Centrum für Reisemedizin
USA
Chikungunya: Zwischen Juli und Ende September 2014 haben die
Gesundheitsbehörden in Florida 11 autochthone Fälle registriert.
Landesweit wurden im vergangenen Jahr 2.333 durch Reisen importierte Erkrankungen gemeldet, in diesem Jahr sind es bisher 567.
In den Jahren 2006 bis 2013 waren es jährlich etwa 28 Infektionen.
Die meisten Infektionen stammen aus der Karibik. Mückenschutz
beachten.
Dengue: Seit Ende Oktober wurden auf der Insel Hawaii (Big Island,
Bundesstaat Hawaii) 56 autochthone Infektionen bestätigt. Darunter
sind auch 15 Kinder. Die Erkrankung ist auf der Inselgruppe nicht
endemisch, wird aber immer wieder importiert. Der letzte Cluster autochthoner Fälle wurde 2011 auf der Insel Oahu registriert.
Mückenschutz beachten.
Ostamerikanische Pferde-Enzephalitis (EEE): Aus dem Bundesstaat
New York (NO) wurden in diesem Jahr 2 Todesfälle gemeldet, je einer
aus den Countys Oswego und Onondaga. Ende Oktober wurde eine
zweite Infektion im Onondaga County verzeichnet, der Patient ist auf
dem Weg der Besserung. Im Bundesstaat Louisiana (S) wurde in diesem Jahr eine Infektion gemeldet. Landesweit treten pro Jahr durchschnittlich 8 Erkrankungen auf. Die meisten in den Bundesstaaten
Florida, Georgia, Massachusetts und New Jersey. Diese von tag- und
nachtaktiven Stechmücken übertragene Virusinfektion kann zu einer
schweren Hirnentzündung führen. Mückenschutz beachten.
Pest: Ende Oktober ist im Crook County im Zentrum des Bundesstaates Oregon (W) eine 16-Jährige nach einem Jagdausflug an Beulenpest erkrankt. Landesweit wurden in diesem Jahr 16 Fälle gemeldet, 4 Menschen sind verstorben. Im Mittleren Westen der USA gibt
es ausgedehnte Naturpestherde, wo der Erreger sein Reservoir in
zahlreichen wildlebenden Kleinsäugern, vorwiegend Hörnchen, aber
auch in Katzen hat. Kontakt mit derartigen Tieren sollte gemieden
werden. Übliche Repellents schützen auch vor Flohbissen.
Tollwut: Anfang Oktober wurde der erste menschliche Tollwutfall
im Bundesstaat Wyoming gemeldet. Eine Frau aus Fremont County
ist vermutlich nach dem Kontakt zu einer infizierten Fledermaus
erkrankt. Nähere Informationen liegen noch nicht vor. In Stephens
County (Bundesstaat Georgia) ist Mitte Oktober ein 2-jähriger Junge
von einer tollwütigen Fledermaus gebissen worden. Es ist das erste
Mal seit etwa 20 Jahren, dass in der Region terrestrische Tollwut
auftaucht. Menschliche Tollwutfälle sind in den USA selten. Jährlich
werden etwa 35.000 Menschen aufgrund von verdächtigen Tierkontakten (überwiegend Kontakt zu Fledermäusen) postexpositionell
behandelt und 7.000-10.000 Fälle von Tollwut bei Tieren (Waschbären, Stinktieren, Fledermäusen, Füchsen) registriert. Nach verdächtigen Tierkontakten sollte umgehend eine postexpositionelle
Versorgung eingeleitet werden.
Typhus: Im August haben sich 3 Menschen bei einem Besuch in
einem mexikanischen Restaurant in Firestone (Bundesstaat Colorado) infiziert. Aufgrund der Inkubationszeit und der Diagnostik wurden die Infektionen erst jetzt bekannt. Überträger war ein infizierter
Lebensmittelhändler. Typhus kommt in den USA relativ selten vor.
Durchschnittlich werden im Jahr 5.700 Infektionen verzeichnet, die
Mehrzahl bei Reiserückkehrern.
West Nile-Fieber: Im Juli wurde aus Nevada County der erste Todesfall in Kalifornien in diesem Jahr gemeldet. Mitte August wurde die
erste Infektion für dieses Jahr in New York City registriert. Landesweit
wurden in diesem Jahr bis Mitte November 1.732 Erkrankungen und
94 Todesfälle gemeldet. Im vergangenen Jahr sind landesweit 2.205
Menschen erkrankt, es gab 97 Todesfälle. Mückenschutz beachten.
Venezuela
Chikungunya: Im Juni vergangenen Jahres wurden die ersten importierten Fälle gemeldet, ihre Zahl ist bis Jahresende auf 50 gestiegen.
Im Juli 2014 wurden die ersten autochthonen Erkrankungen bestätigt. Bis Ende Dezember wurden ca. 37.280 Verdachtsfälle gemeldet,
2.486 Infektionen wurden bestätigt, 3 Menschen sind verstorben.
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CRM Infodienst Reise­­medizin aktuell Nr. 22/15 • 18. November 2015
Offiziell wurden in diesem Jahr bis Mitte Oktober 14.973 Verdachtsfälle registriert, 337 Infektionen wurden bestätigt. Presseberichten
zufolge sollen die Fallzahlen deutlich höher liegen. Allein im Bundesstaat Zulia (NW) wurden bis Ende 2014 ca. 500.000 Infektionen
registriert. Mückenschutz beachten.
Kinder. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, Symptome
sind hohes Fieber und Bläschenbildung an den Händen, Füßen und
der Mundschleimhaut. In SO-Asien kommt es regelmäßig zu Epidemien. Eine spezifische Behandlung existiert nicht. Reisende sollten
auf besonders gute persönliche Hygienemaßnahmen achten.
Malaria: Bis Mitte Oktober wurden landesweit 105.757 Infektionen
gemeldet. Im Vergleich zu dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre sind
die Fallzahlen um ca. 110 % gestiegen. Die meisten Erkrankungen
wurden in den Endemiegebieten der Bundesstaaten Bolivar und
Amazonas registriert. Mückenschutz sorgfältig beachten. Bei Reisen
in die entsprechenden Gebiete sollte außerdem eine entsprechende
Prophylaxe erwogen werden.
Vogelgrippe: Seit 2003 sind landesweit insgesamt 127 Menschen an
Influenza A(H5N1) erkrankt, es gab 64 Todesfälle. Bei allen Betroffenen ließen sich entsprechende Tierkontakte nachweisen. Im vergangenen Jahr wurden landesweit mindestens 40 Ausbrüche bei Hausgeflügel registriert, mehr als 90.000 Tiere wurden getötet. Zuletzt
wurden Mitte April, im Mai, Anfang August, Anfang September und
Anfang Oktober Ausbrüche gemeldet, mehr als 15.000 Tiere sind
verendet oder wurden getötet. Seit Dezember 2014 wurden mindestens 10 Vorfälle dieser Art registriert. Die Impfung von Ge­flügel
ist im Land weit verbreitet. Medienberichten zufolge verliert der am
häufigsten verwendete Impfstoff durch eine Mutation des Virus jetzt
an Wirksamkeit. Zwischen April und Oktober 2014 wurden 7 Ausbrüche von Influenza A(H5N6) in Geflügelbetrieben gemeldet. In
diesem Jahr wurden ebenfalls mehrere Ausbrüche in verschiedenen Regionen gemeldet, zuletzt Ende September in der Provinz Lai
Chau und Anfang Oktober in den Provinzen Lao Cai und Thai Binh in
Norden­des Landes. Menschliche Erkrankungen gab es bisher nicht.
Vietnam
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit,
auch Cholera ist endemisch. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene
beachten.
Dengue: Seit Anfang des Jahres sind landesweit mehr als 53.000 Menschen erkrankt, es gab 34 Todesfälle. Besonders betroffen ist Ho Chi
Minh Stadt im Süden des Landes. Regenfälle haben hier die Zunahme
der Infektionen begünstigt. Bis Anfang November sind ca. 13.750 Menschen erkrankt, es gab mindestens 5 Todesfälle. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Zahlen verdoppelt. In den angrenzenden Provinzen Binh Duong und Dong Nai wurden ebenfalls vermehrt
Erkrankungen gemeldet. In Binh Duong sind mehr als 2.800 Menschen erkrankt, es gab mindestens 2 Todesfälle. In Dong Nai wurden
bis Ende Oktober 6.400 Fälle registriert, 6 Menschen sind verstorben.
In Hanoi (N) nehmen die Fallzahlen seit Juli ebenfalls zu. Schutz vor
den überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten!
Hand-Fuß- und Mundkrankheit (HFMD): Seit Anfang des Jahres
sind landesweit 44.000 Kinder erkrankt, es gab 5 Todesfälle. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtzahl um ca. 30 % gesunken. Seit
September steigt die Zahl der Neuinfektionen an und hat inzwischen
fast das Niveau des Vorjahres erreicht. Besonders betroffen ist der
Süden des Landes. An der Infektion erkranken in der Regel junge
Zentralafrikanische Republik
Darminfektionen: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit.
Cholera ist im Land endemisch und Ausbrüche kommen immer wieder vor. Bei den oral übertragenen Formen der Hepatitis ist neben A
auch vermehrt mit E zu rechnen, vor allem in Bangui und Umgebung.
Polio, 2000 schon einmal ausgerottet, wurde 2003 aus Nigeria­reimportiert die letzten 4 Erkrankungen wurden 2011 gemeldet. Hygiene
und Impfschutz (Polio) weiterhin beachten.
Sicherheitshinweis: Angesichts fortdauernder sehr hoher Sicherheitsrisiken und wieder aufflammender Kampfhandlungen warnt
das Auswärtige Amt vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik
(www.auswaertiges-amt.de).
Reisemedizin SPEZIAL
Erste Impfung gegen Malaria steht kurz vor der Zulassung
Die European Medicines Agency (EMA) hat im Juli 2015 ein
positives wissenschaftliches Votum zugunsten von Mosquirix®
veröffentlicht, dem ersten zur Zulassung eingereichten MalariaImpfstoff. Die Zulassung wurde nicht für den Einsatz in Europa
beantragt, sondern in Endemiegebieten. Dies ist nach Artikel 58
der EMA‑Regularien möglich und ermöglicht eine kritische
wissenschaft­liche Prüfung vor dem Einsatz und insbesondere vor
der Förderung durch die WHO und andere internationale Organisationen. Es ist damit zu rechnen, dass die endgültige Zulassung
noch im Jahr 2015 erfolgen wird.
Mosquirix®, auch als RTS,S/AS01 bezeichnet, besteht aus einem
Plasmodium falciparum Circumsporozoiten-Protein, das mit Hepatitis B surface antigen (rts,s) fusioniert und kombiniert wurde.
Daher ergibt sich bei der Impfung auch eine Protektion gegen
Hepatitis B. Die mit Squalen (AS01) adjuvantierte Vakzine wird
bei Kindern zwischen 6 Wochen und 17 Monaten eingesetzt. Die
entstehende Immunität richtet sich gegen das früheste Stadium
von P. falciparum im Menschen: Sporozoiten des Parasiten werden
beim infektiösen Stich der Mücke übertragen und entwickeln sich
nach Erreichen des Hepatozyten weiter.
Multizentrische Studien in sieben afrikanischen Ländern zeigen
eine Schutzrate gegen Malaria von 56 % bei Kindern im Alter von
© Centrum für Reisemedizin
5–17 Monaten und von 31 % bei jüngeren Kindern (6–12 Wochen
alt). Nach 12 Monaten lässt der Schutz messbar nach. Die Verträglichkeit wurde seitens der EMA als akzeptabel eingestuft.
Nach Abwägen der – sicherlich nicht überragenden – Schutzrate
der Impfung, der relativ geringen Nebenwirkungen und der erheblichen Folgen der Malaria für Kinder in Endemiegebieten kam die
EMA zu ihrem positiven Votum. Hervorgehoben wurde, dass andere
Malaria-Kontrollproramme durch die Einführung der Vakzine­nicht
vernachlässigt werden dürfen. Dies hätte sonst insgesamt nachteilige Effekte für die Bevölkerung zur Folge. Als zusätzlicher Faktor
hat die Impfung jedoch das Potential, Morbidität und Mortalität in
Endemiegebieten zu reduzieren. Für den Einsatz bei Reisenden in
Malariagebiete ist sie jedoch gänzlich ungeeignet.
Quelle:
RTS,S Clinical Trials Partnership. Efficacy and safety of RTS,S/AS01 malaria
vaccine with or without a booster dose in infants and children in Africa:
final results of a phase 3, individually randomised, controlled trial.
Lancet. 2015 Jul 4;386(9988):31–45. doi: 10.1016/S0140-6736(15)60721-8.
Epub 2015 Apr 23.
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(15)60721-8/
abstract
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