Glögglifrösche rüsten zur Hochzeitsnacht

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Glögglifrösche rüsten zur Hochzeitsnacht
19.05.14 15:58
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Fischingen: 15.05.2014
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Die Geburtshelferkröte wird nur ungefähr 3,5
Zentimeter gross.
Die Kaulquappe hingegen misst bis zu 9 Zentimeter.
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Das Männchen wickelt sich die Eischnur um die Hinterbeine.
Glögglifrösche rüsten zur Hochzeitsnacht
Geburtshelferkröten hört man nur noch äusserst selten.
Ruth Bossert
Die Männchen der Geburtshelferkröten haben zurzeit nur eines im Kopf: Die Weibchen mit ihrem einzigartigen
Ruf in ihre Nähe locken. Elf Kinder und neun Erwachsene nahmen ein paar Stunden Kälte in Kauf und liessen
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Glögglifrösche rüsten zur Hochzeitsnacht
19.05.14 15:58
Ruf in ihre Nähe locken. Elf Kinder und neun Erwachsene nahmen ein paar Stunden Kälte in Kauf und liessen
sich vom Hochzeitsruf dieser Amphibien bezirzen.
Der Abend schien ideal: Regenschauer und Sonnenschein haben sich den ganzen Tag über abgewechselt, nun hellt
es auf, die Temperaturen nehmen ab, es wird kühler. Niklaus Schnell, Präsident von NaturPlus Fischingen versprüht
mit seinem Referat im Schulhaus Oberwangen Vorfreude. «Wir werden heute Abend sicher den Ruf der
Geburtshelferkröten hören», prophezeit er den Kindern und den Erwachsenen enthusiastisch. Bis vor einem Jahrzehnt
habe man die Geburtshelferkröten noch an verschiedenen Standorten im Hinterthurgau hören können, heute grenze
es fast an ein Wunder, wenn man die feinen Glockenklänge noch zu Ohren bekommt, erzählt Schnell. Pro Natura und
andere Naturschutzorganisationen vermuten, dass sich die Population der Geburtshelferkröten in den vergangenen 20
Jahren um die Hälfte reduziert habe. Umso wichtiger sei es, den Kindern diese immer seltener werdende Amphibie
näher zu bringen, ist der Primarlehrer überzeugt.
Eischnüre um die Füsse gewickelt
Dass man die Geburtshelferkröte überhaupt sieht, sei extrem selten. Denn die Kröte mit der warzigen Haut sei nur
ungefähr 3,5 bis 5 Zentimeter gross, braun und komme vor allem im hügeligen Mittelland, im Jura und in den Voralpen
vor. Ihr Lebensraum seien gut besonnte Böschungen mit lockerem Boden, wo sich die nachtaktiven Tiere tagsüber in
selbst gegrabenen Höhlen, unter Steinen oder in Mauslöchern verbergen, weiss Schnell. Die Geburtshelferkröte
verdanke ihren Hebammentitel seiner ungewöhnlichen Fortpflanzungsweise. Als einzige einheimische Froschlurche
paare sie sich an Land und legen die Eier nicht im Wasser ab.
Stattdessen wickle das Männchen die besamten Eischnüre um seine Fersengelenke und trage sie 20 bis 50 Tage mit
sich herum. Fasziniert hören sich die Kinder und Erwachsenen die Ausführungen Schnells an und staunen, dass der
Krötenvater die Brutpflege betreibe und die Eier erst wieder ins Wasser bringt, wo innert weniger Minuten die
Kaulquappen schlüpfen. Diese Kaulquappen verwandeln sich in landlebende Tiere und erreichen dann eine stattliche
Länge von 9 cm.
Glasklare Liebesrufe zur Hochzeitsnacht
Nun aber wird es ernst. Kinder und Erwachsene verteilen sich auf ein paar wenige Autos. Innert wenigen Minuten
verwandelt sich im hügeligen Hörnligebiet die Dämmerung zur Nacht. Die Kinder nehmen ihre mitgebrachten
Taschenlampen hervor und spitzen die Ohren. «Von da drüben, der Nagelfluh mit dem losen Geröll und Sand sollten
die Rufe kommen», flüstert Schnell. Es ist still, kein glockenreiner Ruf vom Glögglifrosch, weit und breit. Das nahe
Gewässer wird mit den mitgebrachten Lampen abgesucht, keine einzige Kaulquappe lässt sich sehen. Während die
einen noch mit gespitzten Ohren in die nächtliche Stille lauschen, beginnen sich andere zu langweilen. «Wir gehen
weiter», sagt Schnell und die Autos verschieben sich um zwei, drei Kilometer, über die Kantonsgrenze Richtung
Tössthal.
Im Feuerwehrweiher eines Weilers sichten die Kinder sehr viele Bergmolche. Rund 100 Meter vom Weiher entfernt
schleicht sich die Gruppe an die kleine Felswand und lauscht. Dann ertönt er, der glasklare Liebesruf des Männchens.
Nach vier Sekunden der zweite Ruf, nach sieben Sekunden der dritte, die Kinder tuscheln, die Erwachsenen hören
gespannt. Schnell schildert, dass auch die Weibchen Paarungsrufe ausstossen, welche von Menschen aber kaum
gehört werden können. Das Paar rufe dann abwechselnd, bis es sich schliesslich finde und zum Paaren bereit sei. Auf
dem Rückweg wird beim ersten Standort nochmals kurz angehalten. Und was hört die Gruppe? Insgesamt drei
Männchen verkünden ihren Lockruf in die stille, dunkle Nacht.
Die Nacht der Frösche
Die «Nacht der Frösche» von Pro Natura will den Teilnehmern ausgewählte Amphibienstandorte näher bringen.
Kinder und Erwachsene sollen Gelegenheit erhalten, unter fachkundiger Leitung lebende Frösche und Kröten in
ihrem Lebensraum zu entdecken. Am 23. Mai findet unter der Leitung von Karl Fässler eine weitere Exkursion in der
Kiesgrube Wisgraben zwischen Dietschwil und Kirchberg statt. Anmeldungen nimmt entgegen: Telefon: 071 977 10
39 oder [email protected]
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Niklaus Schnell erzählt begeistert.
Mit den Taschenlampen wird der
Teich nach Kaulquappen
abgesucht.
Leider blieb die Suche erfolglos.
Jerissa auf der Lauer.
Die Lampe in der Hand und die
Ohren gespitzt.
Faszination ist spürbar.
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