INSTITUT FÜR BIOTECHNOLOGIE IN DER PFLANZENPRODUKTION DER UNIVERSITÄT FÜR BODENKULTUR Vorstand: Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Hermann Bürstmayr Betreuer: Ao. Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Marc Lemmens MASTERARBEIT Kolbenfusariosebestimmungen bei Mais am Feld: Untersuchung verschiedener künstlicher Inokulationsmethoden Eingereicht von Peter Pokorny Wien, im März 2013 1 DANKSAGUNGEN An erster Stelle bedanke ich mich bei meinem Betreuer, Herrn Prof. Dr. Marc Lemmens, der mein Interesse der mein Interesse an der Erforschung der Resistenzmechanismen von Fusarium spp. geweckt hat und auch ermöglichte, dass ich mich mit einem so interessanten Thema auseinandersetzen konnte und auch stets eine Antwort auf meine Fragen parat hatte, mir bei den vielen Stunden am Feld zur Seite stand und auch nie den Überblick für das Wesentliche verloren hat. Weiters bedanke ich mich auch beim gesamten IFA Team der Biotechnologie in der Pflanzenproduktion für ihre Unterstützung. Des weiteren bedanke ich mich noch von ganzem Herzen bei meinen Eltern, die mir meine Ausbildung ermöglichten und mir den finanziellen und geistigen Rückhalt geboten haben, der für einen erfolgreichen Abschluss eines Studiums notwendig ist. Schließlich richtet sich mein Dank auch noch an meine Großeltern, die mich während meines gesamten Studiums freundlicherweise bei sich wohnen ließen, sodass ich mich nicht um eine Unterkunft zu sorgen hatte, und mir auch mit Rat und Tat während des gesamten Studiums beiseite standen. 2 Einleitung, Problemstellung, Ziele der Arbeit und experimentelle Vorgangsweise!..........................................................................................6 Einleitung und Problemstellung!.............................................................................6 Ziele der Arbeit!.........................................................................................................7 Experimentelle Vorgangsweise!..............................................................................7 Literatur!......................................................................................................7 Die Gattung Fusarium!.............................................................................................7 Krankheitsbild und Symptome!...............................................................................8 Negative Effekte durch Kolbenfusariose! ..............................................................9 Zyklus der Krankheit!.............................................................................................10 Umweltabhängigkeit der Krankheit!......................................................................11 Kontrolle von Kolbenfusariose!............................................................................12 Resistenzmechanismen der Maispflanze!............................................................12 Inokulationsmethoden und Resistenzkomponenten!.........................................13 Molekulare Genetik und QTL-Mapping!................................................................15 QTL-Mapping für Resistenz gegen Gibberellafäule!...........................................15 QTL-Mapping für Resistenz gegen Fusariumfäule!.............................................15 Zusammenhang zwischen QTL für Resistenz gegen Fusariumfäule, gegen andere Kolbenfäulen und ackerbaulichen Eigenschaften!.................................16 Molekulargenetik von Gibberella-Kolbenfäule und Mykotoxinanreicherung!..16 Molekulargenetik von Fusarium-Kolbenfäule und Mykotoxinanreicherung!....16 Verwendung der QTL-Kartierung in der praktischen Züchtung!........................17 Aspekte der Pflanzenzucht!...................................................................................17 Material und Methoden!...........................................................................19 Maishybriden!..........................................................................................................19 Versuchsaufbau für die Resistenzuntersuchung mit künstlicher Inokulation!19 Versuchsaufbau für die Untersuchung der natürlichen Infektion!.....................20 Herstellung und Eigenschaften der Isolate!.........................................................20 3 Inokulationsmethoden!..........................................................................................21 Bonituren der Krankheit!........................................................................................21 Statistische Datenverarbeitung!............................................................................23 Ergebnisse!...............................................................................................23 Injektion in den Seidenkanal!................................................................................24 Zahnstochermethode!............................................................................................27 Natürliche Infektion!...............................................................................................30 Korrelationsanalysen!..............................................................................32 Vergleichbarkeit der Wirkung der Resistenzmechanismen gegen verschiedene Fusariumarten!................................................................................32 Korrelation des Gesamtbefalls nach Injektion von F. graminearum und F. verticillioides!..........................................................................................................32 Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung von F. culmorum und F. verticillioides!............................................................................33 Vergleichbarkeit verschiedener Inokulationstechniken!.....................................33 Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung und nach Injektion in den Seidenkanal!................................................................................33 Korrelation der Befallshäufigkeit nach Injektion in den Seidenkanal mit jener nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstocher!.........................................34 Vergleich der Resistenzmechanismen nach künstlicher Inokulation mit jenen der Feldresistenz nach natürlichen Infektionsbedingungen!.............................35 Korrelation des Gesamtbefalls aller Kolben nach natürlicher Infektion und nach Injektion in den Seidenkanal als auch nach mechanischer Verletzung!..35 Korrelation der Befallshäufigkeit nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstocher mit jener nach natürlicher Infektion!..............................................35 Diskussion!...............................................................................................36 Genotypen!..............................................................................................................36 Umwelt!....................................................................................................................37 Vergleich der Inokulationsmethoden!...................................................................37 Auswertung der Gesamtresistenz!.......................................................................38 Resistenzrangreihung nach Injektion in den Seidenkanal!................................38 4 Resistenzrangreihung nach mechanischer Verletzung!.....................................39 Vergleich der Resistenzrangreihungen!...............................................................40 Wirksamkeit der Resistenzen gegenüber verschiedenen Fusariumarten!........42 Wirksamkeit der Resistenzen bei natürlicher und künstlicher Infektion!.........42 Zusammenfassung!..................................................................................43 Literaturverzeichnis!................................................................................44 Anhang!.....................................................................................................51 Tabellenverzeichnis!...............................................................................................51 Abbildungsverzeichnis!.........................................................................................51 5 1. Einleitung, Problemstellung, Ziele der Arbeit und experimentelle Vorgangsweise 1.1. Einleitung und Problemstellung Mais, inklusive CCM (Corn Cob Mix), ist mit einer Fläche von 217.137 ha (2011) 15,63 % der Ackerflächen Österreichs die zweitwichtigste Ackerfrucht der heimischen Landwirtschaft. Innerhalb der EU-27 wird Mais mit einer Fläche von 18 Mio. ha auf 17,3% der Ackerflächen angebaut. Weltweit wird mit 150 Mio. ha Mais auf fast einem drittel aller Getreideanbauflächen angebaut. Mit der Ausbreitung und Intensivierung des Maisanbaus hat jedoch auch das Auftreten der Kolbenfusariose durch Fusarium spp. bei ungünstigen Umweltbedingungen zu massiven Problemen geführt (Lew, 1993). Die Bedeutung der Kolbenfäulen ist weniger in den kaum in Zahlen zu fassenden Massenverlusten zu sehen, sondern in den bisweilen ganz erheblichen Qualitätsverlusten des Erntegutes. Da mehrere Fusariumarten Mykotoxinbildner sind, kann ein höherer Anteil befallenen Erntegutes zu Gesundheitsproblemen bei Mensch und Tier führen wenn befallenes Gut als Nahrungsoder Futtermittel verwendet wird (Hurle et al., 1996). Da eine direkte Bekämpfung der Krankheit mit chemischen Mitteln nicht möglich ist, und auch sonstige pflanzenbauliche Maßnahmen nur zum Teil greifen, steht der Anbau resistenter Sorten zur Ertragssicherung und vor allem Qualitätssteigerung beim Maisanbau im Vordergrund. Das Vorkommen der Kolbenfusariosen ist jedoch unter natürlichen Bedingungen sehr stark von den vorherrschenden Klimaverhältnissen abhängig, die zu jährlichen Schwankungen im Fusariumbefall führen. Eine genaue Überprüfung der Kolbenfusarioseresistenzen diverser Genotypen ist auf Grund des unregelmäßigen Auftretens der Krankheit extrem schwierig. Eine mögliche Lösung bietet der Einsatz künstlicher Inokulationsmethoden, die den Umwelteinfluss einschränken und trotzdem praxisrelevante Daten zur Prüfung der Fusariumresistenzen erlauben. Diese Inokulationsmethoden beruhen auf den beiden natürlichen Infektionswegen des Krankheitserregers, über die Seiden oder nach Verletzung des Kolbens und der Körner. Gegenüber diesem Infektionsverlauf sind die auftretenden Resistenzmechanismen der Maispflanze in bereits vorhandener Literatur beschrieben (Reid und Hamilton, 1996). Die durch künstliche Inokulationsmethoden erhaltenen Informationen, sollten jedoch auch das genetische Resistenzniveau der geprüften Hybride unter natürlichen Umweltbedingungen wieder spiegeln. 6 1.2. Ziele der Arbeit Die Ziele der Arbeit können wie folgt zusammengefasst werden: ★ Die Untersuchung der verschiedenen Resistenzmechanismen gegenüber Kolbenfusariose bei Mais ★ Ein Vergleich dieser Resistenzmechanismen an einem Maissortiment bestehend aus 18 Genotypen ungarischer Herkunft und 19 Genotypen österreichischer Herkunft ★ Der Vergleich der Resistenzdaten, erhoben nach künstlichen Inokulationen mit Resistenzdaten, erhoben nach natürlicher Infektion ★ Herausarbeitung der Kombinationseignung dieser Genotypen hinsichtlich der Möglichkeit der Züchtung neuer Sorten um die Resistenzeigenschaften zu verbessern. 1.3. Experimentelle Vorgangsweise Um ein möglichst breites Spektrum an Sorten zu prüfen, wurden insgesamt 37 verschiedene Genotypen ausgewählt. Diese Hybride wurden sowohl unter natürlichen Umwelt- und Infektionsbedingungen als auch unter kontrollierten Bedingungen angebaut, künstlich inokuliert und bonitiert. Die Inokulationen wurden mit zwei verschiedenen Methoden durchgeführt (Reid und Hamilton, 1996), um natürliche Infektionswege optimal nachzuahmen, und die daraus resultierenden unterschiedlichen Resistenzverhalten der Sorten zu ermitteln. Dabei wurden sämtliche Genotypen bonitiert und selbst ermittelt. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Diplomarbeit ungefähr 7210 Kolben künstlich inokuliert und 10413 Einzelpflanzen bonitiert. Um einen Vergleich der Resistenzdaten zu erhalten, wurden anschließend die gesammelten Daten mit Hilfe statistischer Programme ausgewertet, analysiert und interpretiert. 2. 2.1. Literatur Die Gattung Fusarium Für den weitaus größten Anteil der Erkrankungen an unseren Kulturarten sind die phytopathogenen Pilze verantwortlich. Die von den Pilzen hervorgerufenen Ertragsausfälle und Qualitätseinbußen sind von Kultur zu Kultur unterschiedlich und werden außerdem maßgeblich durch den Witterungsablauf bestimmt (Börner, 1997). Auch viele Fusarienarten werden zu den pflanzenpathogenen Pilzen gezählt. In der künstlichen Gruppe der Deuteromycotina, auch als Fungi imperfecti bezeichnet, sind alle jene Pilze zusammengefasst, deren sexuelle Fruchtform noch nicht gefunden ist, oder nicht vorhanden ist. Es werden daher nur asexuelle Konidien gebildet. Die Deuteromycotina machen etwa 30% aller Pilze aus, und zu ihnen gehören phytopathogene Pilze von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Auch die Gattung Fusarium zählt man zur Gruppe der Deuteromycotina. Die Konidien entstehen in den Sporodochien und sind hyalin, mehrzellig und meist typisch sichelförmig. Außer diesen sichelförmigen Makrokonidien, werden auch hyaline Mikrokonidien und unter bestimmten Bedingungen Dauerhyphen oder Chlamydosporen gebildet (Bedlan, 1988). 7 Nach der Taxonomie von Nirenberg (1989) können laut Untersuchungen von Adler (1993), in Österreich mittlerweile zwölf verschiedene Fusariumarten bei Getreide und Mais isoliert werden. Diese sind: F. avenaceum, F. cerealis, F. culmorum, F. equiseti, F. graminearum, F. oxysporum, F. poae, F. proliferatum, F. subglutinans, F. sporotrichioides, F. tricinctum und F. verticillioides (F. moniliforme), wobei je nach Umweltbedingungen F. avenaceum, F. culmorum, F. graminearum, F. poae und F. subglutinans am häufigsten vorkommen (Lew, 1993). Von einigen Arten sind auch sexuelle Formen bekannt. So gilt z.B. die Art Gibberella zeae, vor allem verantwortlich für Kolbenfäule am Mais in Österreich, als die sexuelle Form von F. graminearum Schwabe (Nelson et. al., 1983). 2.2. Krankheitsbild und Symptome Fusarium-Pilze können Schäden an allen Pflanzenorganen (Blatt, Stengel, Kolben) hervorrufen, aber vor allem der Befall der Kolben wird als gravierend betrachtet. Kolbenfäulen sind häufig bereits äußerlich an den Lieschen durch weißliche, lachsfarbene bis zimtfarbene Beläge zu erkennen. Unter den oftmals verklebten Lieschen sind die Kolben von einem dichten Pilzgeflecht partiell oder ganzflächig überzogen, das bei Vorherrschen von F. poae rein weiß bei F. subglutinans weiß bis hellrosa und bei F. culmorum oder F. graminearum mehr rosapurpur bis rot gefärbt ist. Unter dem Pilzgeflecht befinden sich rot bis braun verfärbte Körner, die zum Teil aufgeplatzt sind. Bei fortgeschrittener Infektion ist auch die Spindel bräunlichrot verfärbt und verrottet (Hurle et al., 1996). Hauptverantwortlich für Kolbenfusariosen bei Mais in Österreich sind F. graminearum und F. subglutinans, die meist auf Pflanzenrückständen der Wirtspflanze wie Maisstengel, Kolben oder sonstigen Erntebruchstücken an der Bodenoberfläche zu finden sind. Von hier aus kann entweder direkt ein infektiöses Myzel wachsen oder es werden Sporen gebildet, die vom Wind oder über andere Vektoren, wie z.B. Insekten verteilt und somit auf neue Wirtspflanzen gelangen. In Maisbeständen wächst F. graminearum ursprünglich auf den Seidenfäden, erst später folgt auch eine Infektion der Körner und des Kolben. In den meisten Fällen bildet sich hierbei ein weißlicher bis roter Schimmelpilzbelag auf den Körnern (Lemmens und Krska, 1996). Bei sehr stark befallenen Kolben treten oft Verklebungen der Seiden und der Lieschen mit den Körnern auf, und eine Erkrankung ist bereits an den verfärbten Lieschen und an der Kolbenspitze zu erkennen. Bei verzögerter Abreife und feuchtnassen Umweltbedingungen, bilden sich oft auch kleine, schwarze, runde Peritezien (entsprechen den Produktionsstätten der Ascosporen) von Gibberella zeae an der Oberfläche der infizierten Lieschen (Ried und Hamilton, 1996). Infektionen mit F. subglutinans, die zu einer Erkrankung des Kolbens führen, werden normalerweise durch natürlich auftretende Wunden direkt am Kolben (z.B. durch Insektenfraß (z.B. Maiszünsler ,Ostrinia nubilalis‘, Hagel oder Vogelschäden) gefördert. Auch hier ist eine Ausbreitung des Myzels am gesamten Kolben möglich, meist werden jedoch nur einzelne Körner oder abgegrenzte Regionen befallen. Charakteristisch für diese Fusariumart ist ein weißes bis hellrosanes Myzel zwischen den Körnern und unter den Lieschen. In den meisten Fällen erfolgt eine Infektion im Korn am Embryo, so dass oft Anfangs keine äußerlichen Symptome sichtbar sind (Snijders, 1994). Eine Infektion von Mais, als auch von Weizen wird durch wärmere Temperaturen und anhaltender Feuchtigkeit vor allem zur Zeit der Blüte und der Milchreife begünstigt. Wurde eine Pflanze erfolgreich infiziert, folgt ein rasches Wachsen des Schimmelpilzes bei steigender Pilzgiftproduktion. 8 Nach der Ernte kann sowohl ein Weiterwachse des Pilzes, als auch eine fortlaufende Mykotoxinproduktion stattfinden, wenn nicht rasch sachgemäß getrocknet oder eingelagert wird. 2.3. Negative Effekte durch Kolbenfusariose Obwohl Auftreten und Stärke der Kolbenfäule von Jahr zu Jahr schwankt, ist dennoch mit einer Reduktion des Erntepotentials der Hybride durch mangelnde Kornausbildung und eine Minderung der Erntequalität durch die Mykotoxinbildung dieses Pathogens zu rechnen. Dies ist vor allem für Tierproduzenten von Bedeutung, ins Besondere für die Schweinezucht, da diese Tiere am stärksten auf die gebildeten Mykotoxine reagieren. Die zwei wichtigsten von F. graminearum produzierten Mykotoxine sind das Zearalenon (ZON) und das Desoxynivalenol (DON, Vomitoxin). Zearalenon ist ein Östrogen wirksames Fusarientoxin, das nach kanadischen Untersuchungen leicht kanzerogen ist (Kuiper-Goodman, 1989). Zearalenonvergiftungssymptome sind Schwellungen und Entzündungen der Vulva, Vergrößerung des Uterus und Fruchtbarkeitsstörungen. Weiters ist mit einer verminderten Wurfgröße und Futterverweigerungen zu rechnen. Das bei Mais in den höchsten Konzentrationen auftretende Fusarientoxin ist das trichothecene Gift Vomitoxin. Es besitzt zwar nur eine geringe akute Toxizität, ist aber deshalb für die Landwirtschaft bedeutsam, weil es Freßunlust bzw. Futterverweigerung bei Haustieren, insbesondere bei Schweinen, hervorruft. Zusätze von 1mg Vomitoxin/kg Futter führen bei Schweinen bereits zu einer Verringerung der Futteraufnahme, ab 5 mg/kg Futter zu Erbrechen oder Futterverweigerung (Schuh, 1982). Zusätzlich ist Vomitoxin immunsuppressiv (Tryphonas et al., 1983; Pestka et al., 1987) und es hemmt die Protein-, DNS- und RNS-Synthese (Adler, 1987). Eine weitere wichtige Fusariumart in Österreich ist F. subglutinans, dessen Auftreten häufig mit dem des Maiszünslers beobachtet wurde (Lew et al.,1991). Diese Fusariumart bildet das Toxin Moniliformin (MON), welches als äußerst giftig und herzschädigend einzustufen ist, (Chelkowski et al., 1995) und das Zellgift Beauvericin (BEA) (Logrieco et al., 1993; Krska et al., 1996). Stärker toxische Fusarienmetaboliten wie T-2 Toxin oder HT-2 Toxin, sowie die krebsfördernden Fumonisine werden von Fusarienarten gebildet, die in Österreich eine geringere Rolle spielen (Lew, 1993). Folgende Tabelle 2.1. stellt eine Übersicht der in Österreich vorkommenden Fusarienarten dar und zeigt zusätzlich die gebildeten Mykotoxine und deren Wirkungen: 9 Tab.2.1.: Fusarien und Fusarientoxine bei Mais in Österreich. (nach Lew, 1993) DOMINIERENDE FUSARIENARTEN BEI MAIS GEBILDETE TOXINE WIRKUNG Moniliformin Beauvericin myokardschädigend zytotoxisch Zearalenon östrogenaktiv,carcinogen F. graminearum Desoxynivalenol (Vomitoxin) Acetyldesoxynivalenol* immunsuppressiv,emetisch F. verticillioides Fumonisine carcinogen F. avenaceum Moniliformin myokardschädigend F. poae Nivalenol* emetisch,hämorrhagisch F. tricinctum Moniliformin myokardschädigend Zearalenon östrogenaktiv, carcinogen immunsuppressiv,zytotoxisch hämorrhagisch östrogenaktiv, carcinogen immunsuppressiv,emetisch F. subglutinans Zusätzlich auftretende Fusarienarten F. equiseti F. culmorum T-2 Toxin* HT-2 Toxin* Zearalenon Desoxynivalenol F. croockwellense (F. cerealis) Zearalenon, Nivalenol östrogenaktiv, carcinogen emetisch, hämorrhagisch F. oxysporum Moniliformin* myokardschädigend F. sporotrichioides T-2 Toxin HT-2 Toxin immunsuppressiv,zytotoxisch hämorrhagisch *wird nur von einer Minderheit der Isolate gebildet 2.4. Zyklus der Krankheit Da Fusariumarten nicht nur parasitisch, sondern auch saprophytisch zu leben vermögen, ist mit allgegenwärtigem Auftreten zu rechnen. Die Überwinterung erfolgt am Saatgut und saprophytisch an befallenen Pflanzenresten im und auf dem Boden. Im Sommer werden von freiliegenden Myzelpolster durch den Wind Sporen abgeweht, deren weiterer Infektionsweg, nach der Besiedlung der Narben durch Fusarium, über den Seidenkanal in die Kolbenspitze zu verfolgen ist. Dabei dringen die auskeimenden Hyphen entweder direkt in die sich entwickelnden Körner ein, oder sie besiedeln diese äußerlich. Hier kann das Schadbild entweder sofort entstehen, oder nach einer Latenzphase bei Einsetzen günstigerer Entwicklungsbedingungen für den Pilz, später zum Ausbruch kommen (Hurle et al., 1996). 10 Vorraussetzungen, die den Infektionsvorgang erleichtern, sind einerseits regnerische und kühle Spätsommer- und Herbstwochen mit hoher Luftfeuchtigkeit, sowie alle Faktoren, die dazu führen, dass der natürliche Schutz des Kolbens durch geschlossene Lieschen durchbrochen wird, z.B. bei Befall der Kolben durch den Maiszünsler, durch Frühfröste, Hagelschäden oder sonstige mechanische Verletzungen der Kolben (e.g. Wind-, Vogelschäden). In all diesen Fällen werden die Lieschen geöffnet und Regenwasser schwemmt die Pilzsporen bis tief an die Kolbenbasis. Dort finden sie bei hoher Luftfeuchtigkeit unter den Lieschen ideale Keim- und Entwicklungsbedingungen (Lew, 1993). Weiters werden rissige oder weißrissige Körner, die sich bei ungleichmäßigem Wasserhaushalt bilden, rasch infiziert. Kolbenfäulen sind auch Folgeerscheinungen von Frostschäden und dem Umbrechen der Pflanzen durch Stengelverrottung. Als Wirtspflanzen der genannten Fusariumarten kommen alle Getreidearten, Mais und zahlreiche Gräser, sowie, je nach Fusariumart, zahlreiche Arten weiterer Pflanzenfamilien in Betracht. Eine direkte Bekämpfung im Bestand ist nicht möglich. Die weitere Ausbreitung der Fäulen im Lager muss durch unmittelbar nach dem Drusch einsetzende Trocknung unterbunden werden. Weitere Maßnahmen, die ein Auftreten der Kolbenfäule verhindern sollen, sind eine optimale Standort- und Sortenwahl auch in Bezug auf die Stengelbruchresistenz, eine möglichst rechtzeitige Ernte, eine ausgeglichene Düngung, eine vielseitige Fruchtfolge und eine mischende und wendende Bodenbearbeitung (Hurle et al, 1996). Die Wahl und der Anbau einer resistenten Sorte zählt zu den biologischen oder integrierenden Maßnahmen gegen Krankheiten wie etwa Fusarium und bietet daher eine günstige Möglichkeit zur Ertragssicherung und vor allem Qualitätssteigerung bei der Maisproduktion. Hierbei werden sogenannte biologische Abwehrmechanismen, die auf bestimmten Resistenzgenen lokalisiert sind aktiviert. Je nach Sorte bzw. Genotyp, unterscheiden sich die Resistenzeigenschaften und damit auch die Widerstandskraft einer Sorte gegenüber einem Krankheitsbefall. 2.5. Umweltabhängigkeit der Krankheit Infektionen durch Fusarium sind unter natürlichen Umweltbedingungen sporadisch und von Jahr zu Jahr stark von den jeweiligen Klimaverhältnissen abhängig (Reid et al., 1995). Eine Reihe von Faktoren wie Morphologie oder Physiologie der Pflanze, Sortenund Standortwahl, Fruchtfolge, Düngung und Bodenbearbeitung können den Fusariumbefall beeinflussen, die wichtigsten jedoch sind vor allem Temperaturverlauf, Feuchtigkeit und Beschädigungen an der Pflanze und des Kolbens. Als optimale Wachstumstemperatur für F. graminearum werden Temperaturen zwischen 24°C und 26°C angegeben, gekoppelt mit andauernder Feuchtigkeit. Regen und warmes Wetter im Juli und August zur Zeit der Blüte, des Seidenschiebens und der frühen Kornentwicklung sind wichtige Faktoren, die zu einer raschen Erkrankung führen (Reid et al., 1996). Schäden an den Kolben durch Vögel und Insekten führen auch zu einer erhöhten Infektion durch F. graminearum (Sutton, 1981). Hier wird angenommen, dass die natürliche Schutzfunktion der Lieschen oder Seiden durchbrochen wird und damit eine Infektion ungehindert erfolgen kann. Auch aufgeplatzte oder beschädigte Körner sind anfälliger. Untersuchungen von Lew at al. (1991) zeigten z.B., dass die Larve des Maiszünslers durch ihre Freßschäden eindeutig einen Befall mit F. subglutinans begünstigte. Morphologische Kriterien wie hängende Kolben oder nur locker anliegende Lieschen sollen eine Infektion erschweren. 11 Andererseits fördern aufrechte Kolben und eng anliegende Lieschen eine Erkrankung (Enerson und Hunter, 1980). Physiologische Faktoren können auch einen Einfluss auf eine Infektion ausüben: so sollen Körner, die rascher reifen eine geringere Anfälligkeit besitzen, da sie dem Pilz eine kürzere Zeit zur Infektion bieten. Auch indirekte Resistenzmechanismen, wie eine erhöhte Resistenz gegenüber Insekten, können zu einer Verminderung der Anfälligkeit führen. 2.6. Kontrolle von Kolbenfusariose Eine direkte Bekämpfung der Kolbenfäulen im Bestand ist nicht möglich. Die weitere Ausbreitung der Fäule im Lager muss durch unmittelbar nach dem Drusch einsetzende Trocknung unterbunden werden. Weitere Maßnahmen die ein Auftreten der Kolbenfäule verhindern sollen, sind eine optimale Standort- und Sortenwahl auch in Bezug auf die Stengelbruchresistenz, eine möglichst rechtzeitige Ernte, eine ausgeglichene Düngung, eine vielseitige Fruchtfolge und eine mischende und wendende Bodenbearbeitung (Hurle et al., 1996). Die Wahl und der Anbau einer resistenten Sorte zählt zu den biologischen oder integrierenden Maßnahmen gegen Krankheiten wie Fusarium und bietet daher eine günstige Möglichkeit zur Ertragssteigerung und vor allem Qualitätssteigerung bei der Maisproduktion. Hierbei werden so genannte biologische Abwehrmechanismen, die auf bestimmten Resistenzgenen lokalisiert sind aktiviert. Je nach Sorte bzw. Genotyp, unterscheiden sich die Resistenzeigenschaften und damit auch die Widerstandskraft einer Sorte gegenüber einem Krankheitsbefall. Schwere Schäden durch Fusarium treten oft in Gebieten mit hohen Monokulturanteil auf, oder wenn Weizen nach Mais angebaut wird und vice versa. Daher soll auf eine ordentliche Fruchtfolge geachtet werden, das bedeutet jene Pflanzen, die als Zwischenwirte für das Pathogen in Frage kommen nicht in die Fruchtfolge mit einbeziehen. Weiters ist auch eine sachgemäße Bodenbearbeitung sinnvoll, befallene Pflanzenteile sollten in den Boden eingepflügt werden und eine Stickstoffüberdüngung vermieden werden (Snijders, 1994). Bei der Wahl der Sorten sollten jene mit bereits bekannten guten Resistenzeigenschaften gewählt werden, die auch nicht zu spät reifen. 2.7. Resistenzmechanismen der Maispflanze Es gibt drei verschiedene Infektionswege, auf denen Fusarium spp. die Maiskolben befallen kann: 1. durch auf den Seiden landende und keimende Pilzsporen und die Seiden hinunter wachsendem Pilzmyzel um die Körner und die Spindel zu infizieren. (Koehler, 1942) 2. durch Insektenfraß, Vögel oder Hagel verursachte Verletzungen der Lieschen und Körner direkt in den Kornbereich (Sutton, 1982) 3. einige Fusarienarten sind auch systemisch, z.B. F. verticillioides, und können den Kolben durch infizierte Stängel befallen (Foley, 1959; Munkvold et al. 1997b). Welcher Infektionsweg wichtiger ist hängt von der vorherrschenden Fusarienart und dem Insektendruck in der gegebenen Umgebung ab. 12 In manchen Umgebungen hängen Ausbrüche von Kolbenfusariose mit einer Infektion durch die Seiden zusammen und in anderen Umgebungen, wo maisanbohrende Insekten ein Problem darstellen und nicht durch andere Maßnahmen kontrolliert werden, ist die Infektion durch die Körner vorherrschend. Der Seidenkanal, die Lieschen und die Körner bilden somit eine mechanische Barriere, die der Pilz überwinden muss, um ins Innere des Kolbens eindringen zu können, und um sich dort weiter auszubreiten. Eine Resistenz gegenüber Fusarium bei Mais wird daher von zwei Hauptkomponenten bestimmt (Snijders, 1994): 1. Eine Resistenz gegen das Eindringen des Pathogens über die Seiden und den Seidenkanal (= Eindringungsresistenz / „resistance to initial penetration“) 2. Eine Resistenz gegen einer weiteren Ausbreitung des Erregers nach bereits stattgefundener Verletzung der Kolben (= Ausbreitungsresistenz / „resistance to spreading of the pathogen in host tissue“) Bei einer Prüfung der Hybridsorten auf ihre Resistenzeigenschaften gegenüber Kolbenfusariosen, müssen beide Infektionswege untersucht werden, da diese Resistenzfaktoren nicht miteinander gekoppelt sind (Reid und Hamilton, 1996). 2.8. Inokulationsmethoden und Resistenzkomponenten Obwohl Fusarien durch ihre Mykotoxinbildung zu hohen Qualitätsverlusten führen, ist ein Befall unter natürlichen Umweltbedingungen stark schwankend und von einer Saison zur nächsten relativ sporadisch. Daher sind auch für die Untersuchung von Resistenzverhalten verschiedener Hybridsorten geeignete Methoden notwendig, um bei einem Feldversuch sichere und vergleichbare Infektionen an verschiedenen Orten und zu bestimmten Zeiten zu erzielen. Da der Schweregrad der natürlichen Infektion von Jahr zu Jahr Schwankungen unterliegt, muss man um auf künstliche Inokulationsmethoden zurückgreifen um das Pflanzenmaterial mit Pilzsporen zu inokulieren (Schaafsma et al., 1997). Der einzige Weg um auf Gibberella-Kolbenfäule (GER) zu überprüfen ist im Feld. Zufriedenstellende Befallsgrade und eine verlässliche genotypische Differenzierung wurden unter Glashausbedingungen noch nicht erreicht und es gibt auch keine Labortechnik oder Keimungstest der verwendet werden könnte um auf Resistenz zu testen die in ausgewachsenen Pflanzen gefunden wird (Reid et al., 1996a). Derzeit hebt die Literatur die Seidenkanalmethode der Inokulation gegenüber der Körnerverwundungsinokulation durch kolonisierte Zahnstocher oder Injektion einer Sporensuspension hervor. Beide Methoden resultieren in einer Ausbreitung der Infektion von infizierten Körnern zu benachbarten Körnern: mit der Seidenkanalmethode muss sich die Infektion erst durch die Seiden hin zu den Körnern ausbreiten. Welche der beiden Methoden auch Verwendung findet, als erstes muss der Hauptinfektionsweg der jeweiligen Fusariumart in der aktuellen Region ermittelt werden. Die Methoden zur künstlichen Inokulation und die Evaluierung der Resistenzen sind sowohl für die Gibberella-Fäule als auch für die Fusarium-Fäule und für die verschiedenen anderen Fusariumarten die selben. (Löffler et al., 2010a; Reid et al., 2002, 2009). Maiszüchter können bis heute nicht auf ein geeignetes Merkmal gegen Kolbenfäule durch Fusarien selektieren. Um dennoch die verschiedenen Resistenzverhalten der Hybride darzulegen, werden Sorten an Orten mit bekannt hohem Infektionsdruck angebaut. 13 Nach Abreife der Hybride folgt eine visuelle Bonitur der Pflanzen, und eine relative Resistenz der einzelnen Sorten wird für den Zeitpunkt festgelegt (Farrar und Davis, 1991). Da jedoch das Auftreten der Kolbenfäule unter natürlichen Infektionsdruck im Feld stark variieren kann, wird eine Methode, die eine künstliche Epidemie hervorruft und dadurch die Selektion von resistenteren Sorten ermöglicht bevorzugt. Allgemein könne die Inokulationsmethoden für Kolbenfäule bei Mais in zwei Methoden unterteilt werden: 1. Inokulation mit mechanischer Verletzung (Methode 1) (=> Messung der Ausbreitungs- oder Körnerresistenz nach Verletzung der Körner) 2. Inokulation ohne mechanische Verletzung (Methode 2) (=> Messung der Eindringungs- oder Seidenresistenz über den Seidenkanal) Eine weitere Differenzierung ergibt sich aus dem Inokulationszeitpunkt und der Inokulationsstelle am Kolben. Methode 1 bezieht sich auf die Zahnstocher-Methode und dessen Abwandlungen, die erstmals von Young (1943, siehe Snijders, 1994) beschrieben wurde. Etwa zehn Tage nach 50%igem Seidenschieben werden die Kolben inokuliert. Dies geschieht mit einem Fusarium inokuliertem Zahnstocher, Kügelchen oder Nagel, die durch die Lieschen in die Mitte des Maiskolbens gebohrt werden, wo sie bis zur Abreife steckenbleiben können (Gulya et al., 1980). Hierbei kann nach erfolgreicher Infektion die Ausbreitungsresistenz der Pflanze evaluiert werden. Bei der Arbeit mit dieser Methode konnten bereits mehrere Fortschritte erzielt werden (Mesterházy, 1982, 1983). Die Zahnstocher werden drei Mal in kochendem Wasser entionisiert um Tannine und andere das Pilzwachstum inhibierenden Komponenten auszuwaschen. Danach werden sie getrocknet und für eine Stunde in ein geeignetes flüssiges Medium (z.B. Czapek-Dox) in einem Erlenmeyerkolben eingetaucht. Das meiste des Mediums wird dann weggelehrt bis auf 5 - 10 mm Mediumtiefe im Kolben um eine hohe Feuchtigkeit zu gewährleisten; danach wird der Zahnstocher für eine Stunde bei 120°C autoklaviert. Ein kleiner Teil des Myzels wird in den sterilisierten Kolben gegeben und drei Wochen später ist der Pilz durch die Zahnstocher gewachsen, welche dann bereit zur Verwendung sind (Mesterházy, 1982, 1983). Die Zahnstocher werden im Allgemeinen zur Inokulation der Kolben auf zwei Arten verwendet (Plienegger und Lemmens, 2002; Reid et al., 1996a): 1. Einstecken in die Mitte des Kolbens (Körnerresistenz) oder 2. Einstecken in den Seidenkanal (Seidenresistenz) Nach 7 bis 9 Wochen wird der Schweregrad der Infektion über den Anteil der sichtbar infizierten Körner entweder direkt oder mittels einer Boniturskaler ermittelt (Enerson and Hunter, 1980; Mesterházy, 1978; Reid et al., 1996a). Eine der Nachteile der Seidenkanalmethode zur Resistenzermittlung ist bei Maisgenotypen bei denen die Kolbenspitze aus den Lieschen herauswächst wodurch der Zahnstocher herausfällt und so den Schweregrad der Infektion reduziert. Eine andere Kritik an der Zahnstochermethode ist, dass die Infektionsgrade zu hoch sein können, da der Zahnstocher selbst ein Substrat fürs Pilzwachstum wodurch die Körnerinokulation in einer schweren Infektion sowohl mehrerer Körner als auch der Spindel resultiert. Inokulationen der Methode 2 verwenden eine Sporensuspension, die entweder auf die Seiden gesprüht wird oder im Seidenkanal injiziert wird. 14 Dabei werden die Seiden entweder unbedeckt gelassen (Gulya et al., 1980), oder sofort nach Inokulation mit befeuchtetem Papier umwickelt und eingesackt (Ullstrup, 1970). Diese Methode soll eine natürliche Infektion am Feld nachahmen und Resistenzunterschiede bezüglich des Eindringungswiederstands des Genotyps verdeutlichen. Die Menge an injiziertem Inokulum kann von einigen μl bis zu 5 ml variieren, wobei die größeren Mengen für die Seidenresistenz verwendet werden (Reid et al., 2006a, 2009). Die Konidienkonzentration kann variieren: (Presello et al., 2008 and Löffler et al., 2010a) verwendeten 1x106 Konidien/ml für Fusariumfäule, während (Löffler et al., 2010a) 1x105 für die Gibberellafäule verwendet. Ausreichend Feuchtigkeit in den Seiden und an den Körnern ist für ein Auskeimen der Konidien und eine weitere Ausbreitung der Infektion am Kolben unbedingt notwendig, da bei einer Austrocknung der Seiden keine bis geringe Infektionen zu erwarten sind. 2.9. 2.9.1. Molekulare Genetik und QTL-Mapping QTL-Mapping für Resistenz gegen Gibberellafäule In einer F5 RIL Population hat Ali et al. (2005) 11 QTL für Kolbenfäule nach einer Seideninokulation und 18 QTL nach Körnerinokulation (welche 6 - 35% der phenotypischen Variation erklären) gefunden. Es konnten aber nur 2 QTL gefunden werden welche quer durch die Umgebungen aktiv für Seidenresistenz waren und nur 1 für Körnerresistenz was einen starken Umgebungseinfluss zeigt. Die Mehrheit der günstigen Allele kommt vom resistenten Elter CO387. Es konnten an die 100 Gene identifiziert werden, darunter jene für Chitinase und Proteinkinase welche ähnlich wie jene Genmarker waren die gemeinsam mit den QTL für Fusariumresistenz abgegrenzt wurden. Erst kürzlich hat Martin et al. (2011a, b) am gleichen Ort lokalisierte QTL für Gibberellafäule und reduzierte DON-Mengen in verschiedenen Mapping-Populationen identifiziert. 2.9.2. QTL-Mapping für Resistenz gegen Fusariumfäule Eller et al. (2008b) hat festgestellt, dass Fusariumresistenz von mehreren Genen bestimmt wird. Robertson-Hoyt et al. (2006c) testeten zwei Populationen auf Resistenz gegen F. verticillioides. In der Fusariumfäule-Population wurden 7 QTL identifiziert welche 47% der phenotypischen Variation erklären und 9 für den Fumonisingehalt welche 67% der Variation erklären. In der NCB Population erklärten 5 QTL 31% der Fusariumfäulevariation und 6 QTL mit 3 epistatischen Interaktionen erklärten 81% der phenotypischen Variation. In den beiden Populationen wurden 3 QTL für Fusariumfäule und 2 für Fumonisin an ähnlichen Positionen kartiert. Jene QTL, die auf den Chromosomen 4 und 5 lokalisiert sind, schienen in beiden Populationen übereinzustimmen. Ding et al. (2008) testeten eine RIL Population bestehend aus 187 Genotypen auf Resistenz gegen F. verticillioides. Die Phenotypisierung wurde in 4 verschiedenen Umwelten durchgeführt (Orte-Jahre-Kombinationen). Bei 2 QTL am Chromosom 3 wurde eine Stabilität über mehrere Umwelten festgestellt. Das Haupt-QTL erklärte 13 bis 22 % der phenotypischen Variation für Resistenz gegen Fusariumfäule. Perez-Brito et al. (2001) identifizierten 9 und 7 QTL in zwei Populationen, drei von diesen waren ortsgleich angeordnet. Kozhukhova et al. (2007) fand einen codominanten Marker „RGA11“ am kurzen Arm von Chromosom 1 für Resistenz gegen Fusariumfäule bei 18.3 cM zum Resistenzort in einer F2-Population. 15 2.9.3. Zusammenhang zwischen QTL für Resistenz gegen Fusariumfäule, gegen andere Kolbenfäulen und ackerbaulichen Eigenschaften Robertson-Hoyt et al. (2007a) fanden dass QTL für Resistenz gegen F. verticillioides auch gegen A. flavus effektiv waren. Die genotypische Korrelation zwischen den Kolbenfäuledaten der beiden Pathogene (rG = 0,99) war sehr eng. Am Chromosom 5 wurde ein QTL mit großem Effekt identifiziert. Die Resistenz-QTL gegen A. flavus und F. verticilioides waren zeitweise gekoppelt auf den selben Chromosomen. Es wurde berücksichtigt, dass ein genetisches kartieren mit feiner Gradeinteilung notwendig sein wird um verknüpfte QTL zu unterscheiden, so wie jene in einem Resistenzcluster von pleiotropischen QTL welche die Resistenz beeinflussen. Dies unterstützt das Bild der allgemeinen Resistenz gegen verschiedene Fusariumarten (Robertson-Hoyt et al., 2007b). Robertson-Hoyt et al. (2007b) kartierten 2 Fumonisin-QTL zu ähnlichen Positionen wie denen für Getreideertrag, aber diese 2 QTL wurden zu eindeutigen genomischen Positionen kartiert. Es konnten keine engen Beziehungen zwischen der Resistenz und ackerbäulichen Eigenschaften gefunden werden und die Selektion auf höhere Resistenz sollte daher keine übermäßigen Effekte auf die ackerbäuliche Effizienz haben. Ein neuer Versuch ist die Meta-Analyse von QTL welche mit der Resistenz gegen Kolbenfäule verbunden sind (Xiang et al., 2010). Die Daten von 14 Studien welche F. graminearum, F. verticillioides und A. flavus QTL representieren wurden analysiert; Resistenz-QTL gegen diese drei Pilze waren auf den selben Chromosomen zusammengefasst. Diese Daten scheinten die Idee der gemeinsamen Resistenz auf QTL-Ebene zu unterstützen. Von den 87 individuellen QTL wurden 29 meta-QTL identifiziert bei denen je 2 - 6 individuelle QTL zusammengefasst waren. Eine Resistenzquelle kann bei verschiedenen Gruppen mitwirken, z.B. beeinflusste CO387 18 der 27 meta-QTL (Mesterházy et al., 2.9.4. Molekulargenetik von Gibberella-Kolbenfäule und Mykotoxinanreicherung Yuan et al. (2008) fanden ein Guanylylzyklase ähnliches Gen (Zmgc1) welches Resistenz gegen G. zeae sicherstellt; es ist beinahe ident mit einem Resistenzgen der G. zeae Resistenzlinie CO387. Jenczmionka und Schaefer (2005) beschrieben Gpmk1 MAPKinase Unterbrechungsmutanten und folgerten, dass der Infektionsprozess mit der Aussonderung von Zellwand abbauenden Enzymen, insbesondere während der frühen Infektionsstadien, zusammenhängt. Igawa et al. (2007) testeten ein ZEA Entgiftungsenzym in transgenen Pflanzen. Es wurde in der Vegetationsperiode exprimiert und war auch bis zu 16 Wochen während der Einlagerung aktiv. Das Problem ist, dass die Krankheit nicht oder nur gemäßigt unterdrückt war und andere Toxine Mais kontaminieren könnten. 2.9.5. Molekulargenetik von Fusarium-Kolbenfäule und Mykotoxinanreicherung Resistenz gegenüber Kolbenfusariosen ist quantitativ und wird polygenetisch vererbt, eine komplette Resistenz einer Pflanze wurde jedoch bisher nicht entdeckt (Snijders, 1994). Vielmehr bestimmt die Interaktion zwischen Wirtspflanze, Pathogen und Umweltbedingungen das Ausmaß der Infektion. Alexander et al. (2009) verglichen die Biosynthese von Trichothecene und Fumonisin und folgerten, dass die Gene welche an diesen Prozessen beteiligt sind unter Umständen zur Erhöhung der Resistenz gegen Krankheiten und Reduktion der Toxinanreicherung verwendet werden könnten. 16 Lanubile et al. (2010) fanden dass in einer Resistenzlinie, die untersuchten, in Beziehung zur Resistenz stehenden Gene (b-Tubulin und FUM21 Gene von F. verticillioides) in großen Mengen vor der Infektion transkribiert wurden und eine Basisabwehr gegen diesen Pilz bereitstellten. In der empfindlichen Linie, werden die selben Gene qualitativ von einem Basislevel induziert und reagieren spezifisch auf die Pathogeninfektion. Zhang et al. (2011) identifizierten das FvMK1 mitogenaktivierte Proteinkinasegen in F. verticillioides welches die Konidienproduktion, die Pathogenese reguliert und auch die Aktivität der FUM1 und FUM8 Gene herabsetzt. 2.9.6. Verwendung der QTL-Kartierung in der praktischen Züchtung Die Existenz der Meta-QTL ändert nichts an der Tatsache, dass die meisten der bisher gefunden QTL nicht bestätigt sind und nur kleine Effekte haben (Eller et al., 2008; Robertson-Hoyt et al., 2006c, 2007a). Die 19 Meta-QTL (Xiang et al., 2010) erklären einen Großteil der Resistenzen, aber die individuellen QTL haben nur kleine Effekte. Nur 1 oder 2 QTL können in Betracht gezogen werden mittlere bis große Effekte zu haben (Robertson-Hoyt et al, 2007a). Deren additiver (in einigen Fällen epistatischer Effekt) scheint gesichert zu sein. Folglich, ist ihre Verwendung für markergestützte Selektion eingeschränkt. Weitere Komplexität ergibt sich aus der Tatsache, dass in einigen Hybriden ein mütterlicher oder väterlicher Effekt dominant war. Der Hybrideffekt kann bis zu einem gewissen Umfang erklärt werden, aber die Resistenzgrad in Hybriden kann nicht mit äußerster Gewissheit vorhergesagt werden. Dies ist ähnlich der Situation bei Weizen (Buerstmayr et al., 2009). Die Ergebnisse von Wilde et al. (2007) bei Weizen zeigten, dass markergestützte Selektion resultierte in einer zweizählig höheren Prädisposition in den Nachkommen als in der phenotypisch selektierten Variante. Wir ziehen in Betracht, dass eine starke Selektion auf erhöhte Resistenz neues Material für die Entwicklung neuer Kartierungspopulationen bringen könnte, was 1) die Bestimmung neuer QTL mit stärkeren Effekten oder 2) die Identifizierung von QTL welche eine transgressive Abspaltung ermöglichen würde. 2.10. Aspekte der Pflanzenzucht Die Entwicklung genetischer Resistenz gegen F. graminearum, F. verticillioides und andere Fusariumarten in Mais sollte eine hohe Dringlichkeitsstufe sein in anbetracht der Toxine, mit welchen diese Arten die Maispflanzen kontaminieren (Munkvold 2003b, Reid et al. 1996a). Duvick (2001) schlug drei theoretische Annäherungen die FumonisinKontamination zu verringern vor. Resistenz wird zuerst genannt, aber die Resourcen mögen begrenzt sein. Molekulare Marker können ebenfalls angewandt werden um QTL zu identifizieren, aber bestätigte Marker mit hohen Effekten sind selten. Eine zukünftige Möglichkeit wäre es Resistenzgene in Mais zu transferieren und auf diesem Weg eine höhere Resistenz zu gewährleisten, aber zur Zeit sind keine Resistenzgene verfügbar. Presello et al. (2005) schlug die Stammbaumselektion vor um die Resistenz gegen F. graminearum zu verbessern. Sowohl Seiden- als auch Körnerresistenz wurden untersucht: Die Selektion auf Körnerresistenz war effektiver und die Selektion auf Seidenresistenz stabiler. Reid et al (2001ab, 2003) verwendete eine modifizierte Stammbaumselektion um 8 Nachkommen mit GER Resistenz zu züchten, einige mit hohen Graden an Seiden- und Körnerresistenz. Deutsche Forscher verwenden die Doppelhaploidentechnologie um GER resistente Nachkommen zu züchten (Martin et al., 2011b). 17 Robertson-Hoyt et al. (2007a) fanden keine enge Korrelation zwischen FER Resistenz und anderer Eigenschaften wie z.B. dem Ertrag; deshalb hoffen sie dass eine strenge Selektion auf Resistenz nicht in einem niedrigeren Ertrag und anderen unerwünschten Konsequenzen resultieren wird. Reid et al. (2003) entwickelten eine Inzuchtlinie, CO441, mit hoher Resistenz gegen GER und exzellenter Kombinationseignung für Ertrag. Mesterházy et al. (2000) berichteten dass resistente Hybriden gezüchtet werden können, wenn beide Eltern gute oder exzellente Resistenzeigenschaften hätten; andererseits kann die Höhe der Resistenz in den Hybriden nicht mit hoher Genauigkeit vorhergesagt werden. Die Züchtung auf Kolbenfäuleresistenz beinhaltet zwei wichtige Schritte. Munkvold (2003a) legt den Schwerpunkt auf die Identifikation und Verwendung natürlicher Resistenzquellen. Züchtungsprogramme könnten auf diesen Quellen aufgebaut werden, weil sie bereits angepasst und in den Züchtungsstationen verfügbar sind. De Oliveira et al. (2009) fügten hinzu, dass wertvolles Züchtungsmaterial unter den Landrassen gefunden werden kann; allerdings kann die Züchtung mit Landrassen zeitaufwendig sein, weil viele unerwünschte Eigenschaften zuerst weggezüchtet werden müssen. Die Züchtung kann ausgehend von Kreuzungshybriden, welche zwei oder mehr Linien mit guter Resistenz beinhalten, oder bereits existierenden Hybriden mit geprüfter ausgezeichneter Resistenz gestartet werden, vorausgesetzt dass keine proprietären Probleme involviert sind die eine Verwendung der Hybriden in Züchtungsprogrammen beschränken würden. In den meisten Inzucht-Züchtungsprogrammen erfolgt die Prüfung der Kombinationseignung in den S3, S4 oder späteren Generationen, demzufolge kann die erste Resistenzevaluation von Testkreuzungen erst zu dieser Zeit erfolgen. Allerdings berichteten Löffler et al. (2010b), dass viele Inzuchtlinien anfällig wären obwohl der Infektionsdruck während der Inzüchtung nicht stark genug war. Reid (1999) sammelte Protoplasma von rund um der Welt (angepasstes und nicht angepasstes) mit mittlerer bis hoher Resistenz gegen verschiedene Kolbenpathogene, aber es wurden keine Angaben gemacht wie die Inzuchtlinien hergestellt wurden. Allerdings wie in Reid et al. (2001ab, 2003) hingewiesen wird, wurden Inzuchtlinien in jeder Generation ihrer Entwicklung inokuliert mit der Ausnahme von wenigen Generationsfortschritten die in nicht-saisonalen Winterzuchtstationen erreicht wurden. Einige dieser Inzuchtlinien resultierten von Kreuzungen zwischen resistenten Inzuchtlinien und Inzuchtlinien mit guter ackerbäuerlicher Leistung, andere Inzuchtlinien wurden geselbstet außerhalb von reziproken wiederkehrenden Populationen, welche Gegenstand intensiver Evaluierungen auf Inokulation mit künstlichen Inokulums und Toxinen sind. Eller et al. (2010) berichteten auch über Inokulation während der Inzucht; Sie schlossen dass die Rückkreuzungsmethode, die normalerweise dazu verwendet wird um einzelne Hauptgene zu transferieren, ebenfalls zur Verbesserung der Resistenz gegen FER erfolgreich war. Das mag für Haupt-QTL-Gene zutreffen, aber für die normalerweise polygenischen Eigenschaften ist sie weniger geeignet da QTL verloren gehen könnten. In diesem Fall mag die reziproke sich wiederholende Selektion vorgeschlagen von Boling und Grogan (1965) besser funktionieren. Bolduan et al. (2010) schlugen vor, dass der Fokus mehr auf dem Testen der Hybriden als auf Inzucht liegen sollte. Künstliche Inokulationsmethoden müssen extensiv beim Testen neuer Hybriden und ihrer Eltern eingesetzt werden. Zur Zeit verwenden die meisten Züchter eine Konidiensuspension, aber Zahnstocher werden auch von einigen verwendet. Das Interesse an künstlicher Inokulation wächst. Es ist auch interessant, dass sich der Fumonisingehalt als verlässlichere Eigenschaft bestätigt hat als visuelle Auswertung (Eller et al, 2008). Für beide Kolbenfäulen ist die Korrelation zwischen den sichtbaren Symptomen und der Fumonisinkontamination bis auf wenige Ausnahmen eng. Demzufolge werden die sichtbaren Auswertungen fürs Screening vorgeschlagen. 18 Um die Toxinreaktion der neuen Hybriden zu verifizieren, sollten die Toxine am Ende des Züchtungsprozesses evaluiert werden (Bolduan et al. 2009). Viele Züchter überprüfen entweder nur auf GER oder nur auf FER und einige überprüfen auf beide. Löffler (2010a) und Miedaner et al. (2008) testen Inzuchtlinien und Hybriden an mehreren Orten mit einem einzigen Isolat oder einer Mischung von Isolaten. Da keine Spezialisierung bekannt ist, existiert theoretisch kein Unterschied zwischen einzelnen Isolaten und Mischungen von Isolaten der selben Fusariumart. Deshalb sollten die Isolate getrennt verwendet werden, und so kann (im Fall von vier z.B. Isolaten) der Betrag an Resistenz präziser untersucht werden als mit einer einzelnen ansteckenden Situation. Eben deshalb werden Resistenzuntersuchungen zwei bis drei Jahre lang durchgeführt (Kovács et al. 1988, Mesterházy 1983). Einige bevorzugen Isolatmischungen um die Möglichkeit, dass ein einzelnes Isolat in einer gegebenen Feldsituation weniger aggressiv ist, zu vermeiden was zu einem Krankheitsbefall führen würde der zu niedrig wäre um exakte Resistenzuntersuchungen über zwei bis drei Jahre durchzuführen (Ried et al. 1993). Eine Mischung von Isolaten reduziert die Umgebungsinteraktion. Der Grad an Resistenz wird der Mittelwert der Resistenzgrade bei Verwendung von mehreren Isolaten sein sodass das Ausmaß an Resistenz deshalb besser eingeschätzt werden kann. Eine Vorselektion der Isolate auf Aggressivität ist sehr wichtig (Miedaner et al. 2009). Da die Aggressivität variiert (Mesterházy 2000) erhöht die Verwendung mehrerer Isolate die Verlässlichkeit der Evaluierungen. 3. 3.1. Material und Methoden Maishybriden Die Inokulationsversuche wurden im Zeitraum von sieben Monaten von April bis Oktober 2011 auf dem Versuchsgelände des IFA Tulln durchgeführt. Um Vergleiche zwischen den Resistenzverhalten zu ermöglichen, und auch gleichzeitig Eigenschaften und Wirkung der Inokula zu überprüfen, wurden zusätzlich zu den gängigen österreichischen Genotypen auch bekannt anfällige Sorten, als auch Hybride, die bereits aus früheren Versuchen eine hohe Resistenz gegenüber Kolbenfusariosen zeigten, mit angebaut. Tabelle 3.1. zeigt sämtliche verwendeten Genotypen. Es wurden 19 Genotypen von Saatbau Linz (SBL1 bis SBL19) und 18 Genotypen von Cereal Research Non-profit Ltd. (GK1, GK3 bis GK13 und GK15 bis GK20) zur Verfügung gestellt. Diese Genotypen variieren alle in der Resistenz. 3.2. Versuchsaufbau für die Resistenzuntersuchung mit künstlicher Inokulation Sämtliche Versuchsorte wurden in Tulln in Form einer Spaltanlage mit drei Wiederholungen angelegt, die dabei entstandenen Parzellen waren zweireihig und jeweils 8,2 m lang. Jeder Genotyp wurde in zwei Reihen zu ungefähr fünfzig Einzelpflanzen mit einer Einzelkornsähmaschine angebaut. Der Abstand in der Reihe betrug 17cm und zwischen den Reihen wurden 75cm Platz freigelassen um eine gezielte Inokulation und problemlose Bonitur zu ermöglichen. Drei weitere Wiederholungen für jeden Einzelnen Genotyp wurden nach dem selben Prinzip zusätzlich angelegt. Insgesamt wurden daher rund 300 Einzelpflanzen pro Genotyp auf ihre Körnerresistenzeigenschaften hin untersucht. Vor jedem neuen Genotyp (jeweils nach zwei Reihen) wurde eine Kennzeichnungsplakette in den Boden gesteckt, um spätere Verwechslungen der Sorten auszuschließen. 19 Nach 50%igem Seidenschieben wurde dieses Etikett der entsprechenden Hybridsorte markiert, um den Inokulationszeitpunkt zu fixieren. Danach wurden die einzelnen Pflanzen bis zur Inokulation nicht weiter behandelt. 3.3. Versuchsaufbau für die Untersuchung der natürlichen Infektion Zur Kontrolle wurden auch sämtliche Genotypen in 8,2m langen Parzellen in Form einer Blockanlage unter natürlichen Umweltbedingungen angebaut. Es wurden pro Sorte zwei Reihen zu je fünfzig Einzelpflanzen angelegt und eine zweite Wiederholung analog durchgeführt. Zwischen 40 und 50 Pflanzen wurden pro Wiederholung auf typische Krankheitssymptome hin untersucht und zwecks Vergleiche mit Daten der künstlichen Inokulation notiert. Sämtliche Bonituren der natürlichen Infektion fanden nach Abreife der Sorten statt. Der gesamte Versuch wurde von einem Maismantel umgeben, um Randeffekte und äußere Einflüsse möglichst gering zu halten. 3.4. Herstellung und Eigenschaften der Isolate Fusarienisolate (F. graminearum, ein Desoxynivalenil (DON) und Zearalenon (ZON) Produzent, und F. culmorum, ein DON-Produzent, F. verticillioides ein Fumonisinproduzent) wurden für die künstlichen Inokulationsversuche verwendet. Die Isolate für die Inokulumproduktion wurden aus Dauerkulturen, welche in sogenannte Erdröhrchen über mehrere Jahre aufbewahrt werden (Dhingra und Sinclair, 1985), entnommen und isoliert. Für Infektionsversuche am Feld werden größere Mengen an Inokulum benötigt, welche mit der Bubble-Breeding Methode nach Mesterházy und Rowaished (1977) hergestellt werden können. Die benötigten Fusariumspezies (in diesem Fall F. graminearum und F. verticillioides) wurden in ein Gefäß mit sterilem flüssigem Mungbohnen-Nährmedium überimpft. Anschließend wurden die Gefäße bei Zimmertemperatur eine Woche lang mit steriler Luft durchblasen. In dieser Zeit bildete sich genügend gebrauchsfertiges Makrokonidien-Inokulum (F. graminearum) oder eine Mischung von Makro- und Mikrokonidien Inoculum (F. verticillioides). Die Anzahl der enthaltenen Makro- und Mikrokonidien wurde mit Hilfe der BürkerThomas Zählkammer ermittelt. Eine genaue Übersicht der verwendeten Pathogene für die jeweilige Resistenzuntersuchung, ist aus der Tabelle 3.1. zu entnehmen. Tab. 3.1.: Eigenschaften der Inokula für die Körnerresistenzuntersuchung Isolat Fusarium Spezies Ursprung Lebende Vermehrungseinheiten / ml 1 Fusarium verticillioides Zea mais 2 * 106 (Konidien) 2 Fusarium graminearum T. durum 5 * 105 (Konidien) Zur Herstellung der mit F. culmorum und F. verticillioides inkrustierten Zahnstocher, wurden die Zahnstocher drei mal in kochendem Wasser entionisiert um Tannine und andere das Pilzwachstum inhibierenden Komponenten auszuwaschen. Danach wurden sie getrocknet und für eine Stunde in einen mit Czapek-Doxin befülltem Erlenmeyerkolben eingetaucht. Das meiste des Mediums wird dann weggelehrt bis auf 5 - 10 mm Mediumtiefe im Kolben um eine hohe Feuchtigkeit zu gewährleisten; danach wird der Kolben mit den Zahnstochern für eine Stunde bei 120°C autoklaviert. 20 Ein kleiner Teil des Myzels der jeweiligen Fusarienart wird in den sterilisierten Kolben gegeben und drei Wochen später ist der Pilz durch die Zahnstocher gewachsen, welche dann bereit zur Verwendung sind (Mesterházy, 1982, 1983). Um die Aggressivität der Inokula möglichst konstant zu halten, wurde jeweils nur eine geringe Menge (ca. 150 ml für die Körnerresistenz) zur direkten Inokulation am Feld verwendet. Der Großteil des Inokulums wurde in einer Kühlbox mit Kühlaggregaten aufbewahrt und bei Bedarf in die jeweiligen Sprühflaschen oder Eintauchfläschchen umgefüllt. 3.5. Inokulationsmethoden Die ersten 15 Pflanzen jeder Reihe einer Parzelle, bestehend jeweils aus 2 Reihen, wurden etwa auf halber höhe des Kolbens mit einem Zahnstocher angestochen. Die restlichen Pflanzen (ca. 25) wurden in den Seidenkanal injiziert. Insgesamt wurden 3 Parzellen inokuliert was 3 Wiederholungen entspricht. Bei der Zahnstochermethode wurden sämtliche Hauptkolben einer Sorte eine Woche nach 50%igem Seidenschieben inokuliert. Die Inokulation erfolgte mit der klassischen Zahnstochermethode, bei der ein mit Inokulum bewachsener Zahnstocher durch die Lieschen in etwa auf halber Höhe des Kolbens in den Kolben gesteckt wird. Dabei wurden jeweils ca. 15 Maiskolben jeder Reihe mit einem Stechgerät (ca. 1 cm tief) angestochen und danach ein Zahnstocher im Bohrloch abgelegt. Eine Reihe wurde mit F. culmorum behandelt, die zweite Reihe mit F. verticillioides. Die Inokulation mit den Zahnstochern erfolgte 10 Tage nach 50%igem Seidenschieben. Von den restlichen Maiskolben wurde jenen jeder ersten Reihe eine F. verticillioides Suspension und jenen jeder zweiten Reihe eine F. graminearum Suspension in den Siedenkanal injiziert. Die Injektion der Fusariumsuspensionen, jeweils 2 ml, wurden 4 Tage nach 50%igem Seidenschieben etwa auf halber Höhe des Seidenkanals durchgeführt. 3.6. Bonituren der Krankheit Die Bonitur der jeweiligen Sorte erfolgte nach Abreifen. Von jedem inokuliertem Hauptkolben wurden direkt an der Pflanze die Lieschen entfernt und eine visuelle Bonitur der Ausbreitung der Krankheitssymptome sowohl nach Injektion in den Seidenkanal als auch nach mechanischem Verletzung der Körner durchgeführt. Hierbei wurden sowohl die erkrankten oder verrotteten Körner (= schwere Befall), als auch das wachsende Myzel an der Oberfläche der Körner bewertet (= leichte Befall). Daraus resultiert der zu untersuchende Parameter „Prozent erkrankte Fläche“ für jeden Genotyp. Der Gesamtbefall bildet sich aus der Summe des leichten und des schweren Befalls, wobei sowohl der schwere als auch der Gesamt-Befall separat bewertet wurden. Der leichte Befall wurde dann mittels Differenzbildung zwischen schwerem und Gesamtbefall in Excel berechnet. Die Schwere der Infektionen wurde mit Hilfe einer linearen Boniturskala evaluiert, die auf der prozentuellen Fläche der erkrankten Körner und Myzelbildung am Kolben basiert. Die genauen Bezeichnungen der Boniturwerte und die entsprechenden erkrankten Flächen und Körner sind aus Tabelle 3.2. zu entnehmen. Es wird angenommen dass der Kolben 500 Körner hat. Ein erkranktes Korn entspricht daher 0.2%. Bis zu 5 Körner werden gezählt. Höhere Befallsflächen werden geschätzt. 21 Maiszünslerbefall wurde bei der Bonitur notiert und Kolben verletzt mit Maiszünsler wurden aus den Analysen ausgeschlossen, weil durch die Einbohrlöcher welche vom Maiszünsler verursacht wurden die verschiedensten Schadpilze eindringen konnten wodurch 1) das Befallsergebnis verfälscht wurde und 2) der Befall nicht mehr eindeutig auf einen der verwendeten Fusarien zurückzuführen war. Tab. 3.2.: Zusammenhang zwischen Boniturwert und der jeweiligen in Prozent ausgedrückten erkrankten Fläche am Kolben (KK = krankes Korn) Boniturwert BONITURSKALA DER KÖRNERRESISTENZ % erkrankter Körner Boniturwert % erkrankter Körner 0 0,2 0,4 0,6 0,8 1 3 5 keine Erkrankung 0,2 % (= 1 krankes Korn) 0,4 % (=2 KK) 0,6 % (=3 KK) 0,8 % (=4 KK) 1 % (= 5 KK) 3 % 5 % 10 10 % 15 15 % 20 25 20 % 25 % (1/4) 35 35 % (1/3) 40 50 65 75 90 100 40 % 50 % (1/2) 65 % (2/3) 75 % (3/4) 90 % 100 % Auch die natürlichen Infektionen wurden anhand dieser Bewertungsskale bemessen, und Kontrollen der künstlichen Methoden mit natürlichen Infektionen durchgeführt, um Korrelationen zu errechnen und dadurch die praktische Relevanz der künstlichen Inokulationsmethoden zu überprüfen. Bei den Bonituren wurden jeweils 3 Krankheitsparameter untersucht (siehe Tabelle 3.3.): 1) Prozentanteil erkrankter Kolben (%KK) 2) Prozentanteil erkrankter Fläche der befallenen Kolben (%KFKK) 3) Prozentanteil erkrankter Fläche gemessen über alle Kolben (%KFAK) Tab. 3.3: Verwendete Parameter, Bedeutungen und Abkürzungen Parameter Bedeutung Abkürzung Prozentanteil erkrankter Kolben Befallshäufigkeit Prozentanteil erkrankter Fläche der Befallsstärke befallenen Kolben Prozentanteil erkrankter Fläche Befallsintensität gemessen über alle Kolben Mittelwert Durchschnitt aller Werte Rang Rang in der Resistenzrangreihung Genotyp Untersuchter Genotyp %KK %KFKK Isolat 1 Isolat 2 Isolat 3 Summe Iso 1 Iso 2 Iso 3 ∑ F. graminearum F. verticillioides F. culmorum Summe aller Werte %KFAK µ R G 22 3.7. Statistische Datenverarbeitung Die statische Auswertung der Boniturergebnisse wurde mit Hilfe von Varianzanalysen (SAS Programm GLM) und Korrelationsberechnungen (SAS Programm CORR) durchgeführt. Bei den verwendeten Daten handelt es sich um Werte aus einem einjährigen Versuch. Für sämtliche Auswertungen wurden die drei Parameter, Prozent erkrankte Kolben, Prozent erkrankte Fläche der befallenen Kolben und Prozent erkrankte Fläche gemessen über alle Kolben herangezogen. Die Haupteffekte, die in den Varianzanalysen zur Sprache kommen sind Wiederholungen, Genotypen und Isolate, ihre entsprechenden Abkürzungen W, G und I. Der Lokationsparameter wurde als µ definiert, e entspricht dem Rest. Das entsprechende Modell zur Messung der Varianzen der künstlichen Inokulationen lautet: Yij = μ + Gi + ei + Ij+ (G*I)ij +eij Es handelt sich hier um eine Spaltanlage mit Hauptparzelle = Genotyp: Kleinparzelle = Fusariumisolat und ei = Großparzellenfehler sowie eij = Restfehler. Analog dazu wurde auch für die Varianzanalysen der natürlichen Infektionen ein Modell aufgestellt: Yi = μ + Gi + ei wobei wiederum µ als Lokationsparameter dient und e dem Rest entspricht. G = Genotyp . Aus Tabelle 3.4. kann man jene Abkürzungen für die P-Werte ablesen, die für die statistische Auswertung der Boniturdaten verwendet wurden. Tab. 3.4. Abkürzungssymbole zur Wahrscheinlichkeitsberechnung P-WERT 4. BEZEICHNUNG SYMBOL P ≤ 0,001 sicher *** P ≤ 0,01 hoch signifikant ** P ≤ 0,05 signifikant * P > 0,05 nicht signifikant n.s. Ergebnisse Nach künstlicher Inokulation sämtlicher Hauptkolben und nach natürlicher Infektion, wurden die Prozentsätze erkrankter Kolbenfläche sowohl erfasst über alle Kolben (%KFAK) als auch über erkrankte Kolben (%KFKK) und die Prozentsätze erkrankter Kolben (%KK) bonitiert. 23 4.1. Injektion in den Seidenkanal Der erste Hauptfaktor „Genotyp“ zeigt sichere Unterschiede zwischen den Genotypen für die Parameter %KFAK und %KFKK und für den Parameter %KK signifikante Unterschiede für schweren Befall, aber keine Signifikanz für leichten Befall (siehe Tabelle 4.1.). Ebenfalls sichere Unterschiede zeigten die Parameter %KFAK und %KFKK und signifikante Unterschiede der Parameter %KK für den Gesamtbefall der eine Summe von schwerem und leichtem Befall darstellt. Der zweite Hauptfaktor Fusarium zeigt sowohl für alle drei Krankheitsparameter als auch für die verschiedenen Symptome (schwer, leicht und gesamt) sichere Unterschiede. F. graminearum zeigte mit einem µ von 49,33 mehr Aggressivität verglichen mit F. verticillioides (µ = 3,99). F. verticillioides zeigte aufgrund seiner geringeren Aggressivität verstärkt leichte Befallssymptome. Aufgrund der höheren Durchschnittsquadrate für den Faktor Fusarium verglichen mit jenen für den Faktor Genotyp zeigt der Faktor Fusarium viel größere Effekte auf die Gesamtvariation als die Genotypen. Die Fusarium*Genotyp Interaktion zeigte sowohl für schwere und gesamte Infektion bei %KFAK und %KFKK sichere Interaktionen aber keine signifikanten Interaktionen für leichten Befall. Für den Parameter %KK konnten ebenfalls keine signifikanten Interaktionen festgestellt werden. Da die Durchschnittsquadrate für die Fusarium*Genotyp Interaktion die gleiche Größenordnung aufweisen wie jene für die Genotypen, hängt die Resistenzrangreihung der Genotypen deutlich von den verwendeten Isolaten ab. Die Wiederholungen zeigten für die Parameter %KFAK und %KFKK sowohl für schwere als auch für Gesamtinfektion signifikante Unterschiede für den Parameter %KK jedoch keine signifikanten Unterschiede. Bei leichter Infektion zeigten die Wiederholungen für den Parameter %KFAK sichere Unterschiede und für %KK hoch signifikante Unterschiede für %KFKK jedoch keine signifikanten Unterschiede. Tab. 4.1.: ANOVA-Analysen für %KFAK, %KFKK und %KK nach Injektion in den Seidenkanal. Die Werten sind Durchschnittsquadrate. (DF, Freiheitsgrade; %KFAK, Prozentanteil erkrankter Fläche über alle Kolben; %KFKK, Prozentanteil erkrankter Fläche über die kranken Kolben; %KK, Prozentanteil erkrankter Kolben). Für Signifikanzangaben siehe Tabelle 3.4. Quelle Symptom Genotyp Wiederholung DF %KFAK %KFKK %KK 36 2 schwer 649,81*** 964,68* leicht 6,85 n.s. 44,81*** gesamt 679,04*** 1.066,38* schwer 633,91*** 785,72* leicht 119,22 n.s. 174,63 n.s. gesamt 697,57*** 842,50* schwer 527,59** leicht gesamt ei Fusarium 70 1 Fusarium * Genotyp Restfehler 36 72 508,95*** 209,90 7,10 n.s. 5,89 209,05 111.077,07*** 522,43*** 219,89 175,47 105.909,60*** 512,03*** 188,99 121,73 n.s. 101,39 185,15 122.790,22*** 526,14*** 192,67 660,36 n.s. 242,93 17.555,09*** 368,46 n.s. 245,23 197,82 n.s. 1.104,93** 133,10 19.158,03*** 212,97 n.s. 157,71 506,05** 676,97 n.s. 231,57 17.479,64*** 362,84 n.s. 250,68 198,18 95.052,39*** 4,44 72,54 105,86*** 8.151,87*** 24 In Tabelle 4.2. wurden sämtliche relevanten Ergebnisse zur Messung der Resistenz der untersuchten Genotypen nach Injektion in den Seidenkanal zusammengefasst. Es handelt sich hier um den Gesamtbefall (schwer plus leicht). Die 37 Hybriden in den Spalten 2, 7 und 12 aufgelistet, wurden nach abnehmenden GesamtResistenzeigenschaften gereiht (Spalten 5, 10 und 15). In den Spalten 3, 4, 8, 9, 13 und 14 wurden jeweils die Werte für Isolat 1 und Isolat 2 aufgelistet. Die Ergebnisse der Ausbreitung der Krankheitssymptome nach Injektion in den Seidenkanal, sind für die Reihung der Genotypen maßgeblich. Die dazugehörigen Daten sind für jeden Genotyp in der letzten Spalte, Mittelwert, über sämtliche Isolate abgebildet. Dieser Mittelwert eines Genotyps entspricht der durchschnittlich erkrankten Fläche aller Kolben in Prozent ausgedrückt. In den Spalten drei und vier sind die durchschnittlich erkrankten Flächen nach verwendetem Isolat zusammengefasst. In der untersten Zeile sind Mittelwerte der einzelnen Isolate und ein Mittelwert für alle zwei verwendeten Isolate sowie die jeweiligen LSD0.05 Werte dargestellt. Für %KK, war F. graminearum am aggressivsten mit im Mittel über alle Genotypen 90% erkrankten Kolben, F. verticillioides zeigte nur 81% erkrankte Kolben. Der beste Genotyp war SBL 12 mit im Mittel 57% erkrankte Kolben (Mittel über beide Isolate). Am anderen Ende der Skala Hybrid liegt GK6 mit %KK gleich 96. Die für %KFKK sehr starke Ausbreitung von F. graminearum (im Mittel über alle Hybriden 52,9% erkrankter Kolbenfläche wenn der Kolben erkrankt war), F. verticillioides breitet sich nur sehr schwach aus (5,2% im Mittel). Erkrankte Kolbenfläche variierte bei F. graminearum von 17.6% (SBL4) bis 97,3 (GK12) und für F. verticillioides von 0,8% (SBL12 und SBL1) bis 20.2 (Hybride GK6). Aus %KK und %KFKK wurde %KFAK (= Prozentanteil erkrankter Körner im Erntegut) errechnet. %KFAK schwankt im Mittel über beide Isolate von 9,3 (SBL4) bis 49.6 % erkrankter Körner im Erntegut (für Hybride GK12). 25 Tab. 4.2.: Auflistung der Genotypen und ihrer entsprechenden Körnerresistenzendaten (Gesamtbefall) nach Injektion in den Seidenkanal, gereiht nach Mittelwert µ über beide Isolate für die Parameter %KFAK, %KFKK und %KK. %KFAK, Prozentanteil erkrankter Fläche über alle Kolben; %KFKK, Prozentanteil erkrankter Fläche über die kranken Kolben; %KK, Prozentanteil erkrankter Kolben (Isolat 1 = F. graminearum, Isolat 2 = F. verticillioides). R 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 µ LSD 0.05 G SBL4 GK11 SBL12 SBL17 SBL7 SBL8 SBL19 SBL1 SBL6 GK17 GK13 GK10 SBL16 SBL18 GK19 SBL9 SBL2 SBL15 SBL11 GK15 SBL10 SBL5 GK20 GK7 GK4 SBL13 GK3 GK1 GK18 GK6 GK5 SBL14 SBL3 GK9 GK16 GK8 GK12 %KFAK ISO 1 ISO 2 16,2 2,3 16,7 4,8 22,8 0,4 21,3 2,4 23,8 2,4 21,8 5,8 27,1 3,0 33,1 0,5 33,5 1,6 38,7 0,9 36,9 3,5 38,5 2,7 40,5 1,0 39,2 3,1 40,0 2,5 44,2 1,8 49,1 1,2 48,7 2,2 50,2 1,3 51,8 1,8 55,5 2,2 55,6 2,1 55,3 3,6 55,8 3,8 58,5 4,5 60,8 3,2 64,3 3,8 60,7 8,0 61,2 8,7 56,0 18,7 65,1 11,0 74,0 4,1 70,9 7,7 81,1 4,0 82,4 4,2 80,1 8,1 94,1 4,9 49,3 4,0 32,9 4,4 µ 9,3 10,8 11,6 11,9 13,1 13,8 15,1 16,8 17,5 19,8 20,2 20,6 20,8 21,2 21,2 23,0 25,1 25,4 25,8 26,8 28,8 28,9 29,4 29,8 31,5 32,0 34,1 34,4 35,0 37,4 38,0 39,1 39,3 42,5 43,3 44,1 49,5 26,7 17,0 G SBL4 GK11 SBL7 SBL12 SBL17 SBL8 SBL19 SBL1 SBL6 GK10 SBL9 SBL16 GK17 SBL18 GK13 SBL15 SBL11 SBL2 GK19 GK15 SBL5 GK20 SBL10 GK7 SBL13 GK18 GK3 GK4 GK6 GK1 SBL14 SBL3 GK5 GK16 GK9 GK8 GK12 %KFKK ISO 1 ISO 2 17,6 4,7 20,1 6,0 24,8 3,9 28,1 0,8 25,0 4,7 22,9 7,3 27,9 3,6 35,4 0,8 36,3 1,9 39,3 3,1 44,8 2,1 46,4 1,6 47,7 1,2 45,7 3,8 44,4 5,3 50,0 2,6 52,9 1,9 53,5 1,6 50,9 5,2 54,5 2,7 56,8 2,5 55,3 5,4 60,9 4,5 60,5 6,1 65,3 3,7 61,2 10,5 66,4 5,3 67,1 5,5 56,6 20,2 68,6 8,6 74,0 5,0 73,5 8,3 70,2 12,9 83,6 5,4 84,1 5,8 86,6 8,8 97,3 9,3 52,9 5,2 30,6 6,0 µ 11,2 13,1 14,4 14,5 14,9 15,1 15,7 18,1 19,1 21,2 23,5 24,0 24,5 24,8 24,9 26,3 27,4 27,6 28,0 28,6 29,7 30,3 32,7 33,3 34,5 35,8 35,8 36,3 38,4 38,6 39,5 40,9 41,5 44,5 45,0 47,7 53,3 29,0 15,8 G SBL12 GK19 SBL17 GK13 SBL10 GK17 SBL1 SBL16 GK18 GK11 GK15 GK7 SBL11 SBL4 SBL18 GK12 GK20 SBL2 GK9 SBL7 GK3 GK4 GK16 GK10 SBL6 SBL15 GK5 SBL8 SBL13 SBL5 GK1 GK8 SBL19 SBL14 SBL9 SBL3 GK6 %KK ISO 1 ISO 2 76 39 79 45 87 41 72 67 90 51 79 67 93 53 83 65 67 84 68 83 92 61 92 63 94 60 92 64 87 70 97 60 100 58 88 72 96 66 94 71 97 69 87 82 98 73 92 81 92 82 97 78 90 86 95 82 92 88 97 82 88 94 93 89 96 86 100 81 99 86 95 93 99 92 90 72 25 26 µ 57 62 64 70 71 73 73 74 75 75 76 77 77 78 79 79 79 80 81 83 83 84 86 87 87 87 88 89 90 90 91 91 91 91 92 94 96 81 18 26 Werden die Daten detaillierter betrachtet: Hybrid GK6 für %KFKK, rangiert im Mittelfeld für F. graminearum mit einem Befall von 56,6% ist aber der am meisten empfindliche Genotyp nach Inokulation mit F. verticillioides (20.2%). Dieses Verhalten erklärt sich mit der sicheren Genotyp*Isolat Interaktion in Tabelle 4.1. SBL14 ist sowohl für %KK und als auch für %KFKK überdurchschnittlich schlecht. SBL 12 ist für beide Parameter überdurchschnittlich gut. Aber es wurden auch andere Beispiele gefunden. SBL8 ist sehr gut für %KFAKK: resultiert aus einer guten Leistung für %KFKK und für %KK weit über dem Mittelwert. Mehr oder weniger weißt dieser Genotyp aber viele kranke Kolben auf die aber im Schnitt relativ gering befallen sind. 4.2. Zahnstochermethode Der erste Hauptfaktor „Genotyp“ (siehe Tabelle 4.3.) zeigte für den Parameter %KFAK sichere Unterschiede bei leichter Infektion und für schwere und Gesamtinfektion hoch signifikante Unterschiede. Für den Parameter %KFKK zeigte dieser Hauptfaktor für die Gesamtinfektion sichere Unterschiede und für schwere als auch für leichte Infektion hochsignifikante Unterschiede. Für den Parameter %KK zeigte der Faktor „Genotyp“ sowohl für schwere und leichte als auch für die Gesamtinfektion sichere Unterschiede. Der zweite Hauptfaktor „Fusarium“ zeigte für alle drei Parameter sowohl für schwere und leichte als auch für die Gesamtinfektion sichere Unterschiede. Der Nebenfaktor „Genotyp-Fusarium-Interaktion“ zeigte für den Parameter %KFAK für die leichte Infektion sichere Unterschiede, für die Gesamtinfektion hochsignifikante Unterschiede und für die schwere Infektion signifikante Unterschiede. Für den Parameter %KFKK zeigte die Genotyp-Fusarium-Interaktion für die schwere Infektion signifikante, für die Gesamtinfektion hochsignifikante und für die leichte Infektion keine signifikanten Unterschiede. Für den Parameter %KK zeigte der Nebeneffekt sowohl für schwere als auch Gesamtinfektion signifikante Unterschiede für die leichte Infektion jedoch keine signifikanten Unterschiede. Da die Durchschnittsquadrate der Fusarium*Genotyp Interaktion für die Parameter %KFAK und %KFKK die gleiche Größenordnung wie jene der Genotypen aufweisen, hängt die Resistenzrangreihung für diese Parameter deutlich von den verwendeten Isolaten ab. Die Wiederholungen zeigten nur für die schwere Infektion für den Parameter %KFKK signifikante Unterschiede für alle anderen jedoch keine signifikanten Unterschiede. 27 Tab. 4.3.: ANOVA-Analysen für %KFAK, %KFKK und %KK nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstochermethode. Die Werten sind Durchschnittsquadrate. (DF, Freiheitsgrade; %KFAK, Prozentanteil erkrankter Fläche über alle Kolben; %KFKK, Prozentanteil erkrankter Fläche über die kranken Kolben; %KK, Prozentanteil erkrankter Kolben). Für Signifikanzangaben siehe Tabelle 3.4. Quelle Genotyp Wiederholun g ei 36 2 70 1 36 72 schwer 104,06** 140,67 n.s. 47,79 5.583,14*** 83,85* 48,91 leicht 2,89*** 1,48 n.s. 1,26 65,10*** 2,66*** 1,03 gesamt 119,33** 120,97 n.s. 51,37 6.758,12*** 99,13** 51,39 schwer 112,55** 179,59* 48,57. 6.264*** 89,30* 50,37 leicht 69,37** 36,52 n.s. 37,87 1.245,68*** 36,96 n.s. 37,48 gesamt 129,61*** 150,67 n.s. 51,27 7.716,63*** 105,68** 54,40 schwer 705,03*** 219,00 n.s. 354,29 13.765,79*** 333,62* 187,59 leicht 139,30*** 116,56 n.s. 84,32 gesamt 671,02*** 294,68 n.s. 369,86 12.949,89*** DF %KFAK %KFKK %KK Fusarium Fusarium * Genotyp 3.349,09*** Restfehler 90,72 n.s. 58,14 338,60* 184,65 In Tabelle 4.4. wurden sämtliche relevanten Ergebnisse zur Messung der Resistenz der untersuchten Genotypen nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstochermethode zusammengefasst. Die 37 Hybriden in den Spalten 2, 7 und 12 aufgelistet, wurden nach abnehmenden Gesamt-Resistenzeigenschaften gereiht (Spalten 5, 10 und 15). In den Spalten 3, 4, 8, 9, 13 und 14 wurden jeweils die Werte für Isolat 3 und Isolat 2 aufgelistet. Die Ergebnisse der Ausbreitung der Krankheitssymptome nach mechanischer Verletzung, sind für die Reihung der Genotypen maßgeblich. Die dazugehörigen Daten sind für jeden Genotyp in der letzten Spalte, Mittelwert, über sämtliche Isolate abgebildet. Dieser Mittelwert eines Genotyps entspricht der durchschnittlich erkrankten Fläche aller Kolben in Prozent ausgedrückt. In den Spalten drei und vier sind die durchschnittlich erkrankten Flächen nach verwendetem Isolat zusammengefasst. In der untersten Zeile sind Mittelwerte der einzelnen Isolate und ein Mittelwert für alle zwei verwendeten Isolate sowie die jeweiligen LSD0.05 Werte dargestellt. %KK zeigt sich F. culmorum mit 86% erkrankten Kolben im Mittel über alle Kolben aggressiver als F. verticillioides mit 79% erkrankten Kolben. Der beste Genotyp ist GK17 mit 47,7% erkrankten Kolben im Mittel über beide Isolate. Am Ende der Skala steht Genotyp SBL9 mit 96,3 %KK. Für %KFKK zeigt F. culmorum mit 13,4% erkrankter Kolbenfläche nach Erkrankung des Kolbens im Mittel über alle Hybriden eine wesentlich stärkere Ausbreitung als F. verticillioides (1,4% erkrankter Kolbenfläche). Die erkrankte Kolbenfläche variierte bei F. culmorum von 2,2% (GK20) bis 42,1% (GK1) und bei F. verticillioides von 0,5% (GK20) bis 4,9% (GK1). Aus %KK und %KFKK wurde auch hier wieder %KFAK (= Prozentanteil erkrankter Körner im Erntegut) errechnet. %KFAK schwankt im Mittel über beide Isolate von 1,1% (SBL16) bis 22,0% (GK1). 28 Tab. 4.4.: Auflistung der Genotypen und ihrer entsprechenden Körnerresistenzen nach mechanischer Verletzung (Zahnstocher), gereiht nach Genotypmittelwert für die Parameter %KFAK, %KFKK und %KK. (%KFAK, Prozentanteil erkrankter Fläche über alle Kolben; %KFKK, Prozentanteil erkrankter Fläche über die kranken Kolben; %KK, Prozentanteil erkrankter Kolben, Isolat 3 = F. culmorum, Isolat 2 = F. verticillioides) R 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 µ LSD 0.05 %KFAK G ISO 3 ISO 2 SBL16 1,7 0,5 %KFKK ISO 3 ISO 2 2,2 0,5 µ 1,1 G GK20 GK20 GK17 GK19 SBL4 SBL15 SBL19 SBL1 GK12 GK11 2,1 2,2 2,2 2,1 3,8 4,4 5,4 5,6 5,8 0,4 0,3 0,4 0,6 0,5 0,7 0,2 0,6 1,0 1,2 1,3 1,3 1,4 2,1 2,5 2,8 3,1 3,4 SBL16 SBL4 GK19 GK17 SBL15 SBL19 SBL1 GK11 GK12 2,2 2,4 2,6 4,0 4,2 4,5 6,6 6,1 7,1 SBL17 SBL2 GK10 SBL12 GK18 GK8 SBL5 SBL18 GK9 GK3 GK4 GK7 SBL9 SBL10 SBL6 GK16 SBL7 GK13 GK6 SBL11 SBL8 SBL14 GK15 GK5 SBL13 SBL3 GK1 6,6 6,7 7,8 9,1 6,9 10,2 11,7 11,1 11,3 13,6 13,1 13,7 12,5 14,2 14,0 13,6 15,4 14,2 13,9 17,5 18,3 23,4 23,6 25,0 25,4 29,2 39,9 12,3 16,4 0,4 0,6 0,5 0,3 3,0 1,6 0,7 1,6 1,6 0,3 1,0 0,6 2,0 0,7 1,5 2,3 0,6 2,1 3,8 0,4 0,9 0,5 0,3 0,9 1,6 0,9 4,2 1,1 2,1 3,5 3,6 4,1 4,7 4,9 5,9 6,2 6,4 6,5 6,9 7,0 7,2 7,2 7,5 7,7 7,9 8,0 8,1 8,8 8,9 9,6 11,9 12,0 12,9 13,5 15,1 22,0 6,7 8,3 SBL17 SBL2 GK10 GK18 SBL12 SBL5 GK8 SBL18 SBL9 GK7 GK3 SBL6 GK9 SBL7 GK4 SBL10 GK13 GK6 SBL8 SBL11 GK16 GK15 SBL14 GK5 SBL13 SBL3 GK1 7,6 8,3 8,7 7,3 10,9 11,7 10,8 11,6 12,5 14,2 14,7 14,2 13,3 15,5 14,8 16,0 14,9 15,1 18,6 20,5 18,8 23,6 23,8 26,2 26,3 31,3 42,1 13,4 16,4 %KK ISO 3 ISO 2 61 34 µ 1,3 G GK17 µ 48 0,8 0,9 0,8 0,9 0,9 0,9 0,4 1,2 0,8 1,5 1,6 1,7 2,5 2,6 2,7 3,5 3,7 3,9 SBL1 SBL16 GK4 SBL11 GK3 GK19 SBL12 SBL17 SBL2 81 62 66 79 92 86 88 83 79 30 66 64 52 41 54 55 63 68 56 64 65 66 67 70 71 73 74 0,7 0,9 0,6 3,1 0,7 0,9 2,0 2,1 2,0 0,8 0,8 1,6 2,5 0,7 1,5 0,9 3,8 4,6 1,3 0,7 2,7 0,5 0,7 1,1 1,8 1,2 4,9 1,4 2,7 4,1 4,6 4,7 5,2 5,8 6,3 6,4 6,9 7,3 7,5 7,7 7,9 7,9 8,1 8,2 8,5 9,3 9,8 9,9 10,6 10,7 12,1 12,2 13,6 14,1 16,3 23,5 7,4 8,4 GK12 SBL15 GK9 GK15 GK18 SBL4 SBL10 GK10 GK16 GK13 SBL14 GK8 GK7 SBL8 SBL3 SBL19 GK11 SBL7 GK6 GK5 SBL5 GK20 SBL6 GK1 SBL18 SBL13 SBL9 79 90 84 80 64 85 80 81 75 98 95 85 93 98 91 91 94 94 89 95 100 95 97 95 98 96 98 86 27 70 60 66 71 89 69 74 76 83 61 64 75 75 72 80 81 79 80 86 83 77 83 85 87 87 89 95 71 27 74 75 75 76 77 77 77 79 79 79 79 80 84 85 85 86 87 87 87 89 89 89 91 91 93 93 96 79 16 29 Der Genotyp GK6 reagiert auch hier wieder sehr empfindlich auf F. verticilioides (sowie nach Injektion!!!) womit er wiederum zur Interaktion Genotyp*Isolat beiträgt! Gut bei allen drei Parametern ist der Genotyp SBL16. GK1 ist hier bei allen Parametern der schlechteste Genotyp. GK20 ist zwar überdurchschnittlich schlecht für %KK aber sehr gut für %KFKK, daher ist er auch gut für %KFAK. GK20 zeigt zwar viele kranke Kolben aber nur wenig Befall der erkrankten Kolben. Anders sieht es hingegen bei Genotyp SBL11 aus, hier ist %KK unterdurchschnittlich dafür aber %KFKK überdurchschnittlich. 4.3. Natürliche Infektion Die Ergebnisse der ANOVA Analyse für die Boniturdaten nach natürlicher Infektion sind in Tabelle 4.5 zusammengefasst. Der Haupteffekt „Genotyp“ zeigte nur für den Parameter %KK für die schwere und die Gesamtinfektion sichere Unterschiede und für die leichte Infektion signifikante Unterschiede. Für alle anderen Parameter zeigt der Haupteffekt jedoch keine signifikanten Unterschiede. Die Wiederholungen zeigten für keinen der drei Parameter signifikante Unterschiede. Tab. 4.5.: ANOVA-Analysen für %KFAK, %KFKK und %KK nach natürlicher Infektion. Die Werten sind Durchschnittsquadrate. (DF, Freiheitsgrade; %KFAK, Prozentanteil erkrankter Fläche über alle Kolben; %KFKK, Prozentanteil erkrankter Fläche über die kranken Kolben; %KK, Prozentanteil erkrankter Kolben). Für Signifikanzangaben siehe Tabelle 3.4. Genotyp 36 Quelle Wiederholung 1 Restfehler 36 schwer 0,088 n.s. 0,073 n.s. 0,086 leicht gesamt schwer leicht gesamt schwer leicht gesamt 0,005 n.s. 0,097 n.s. 10,81 n.s. 8,82 n.s. 18,81 n.s. 70,10*** 2,39* 79,07*** 0,009 n.s. 0.15 n.s. 19,12 n.s. 14,54 n.s. 34,56 n.s. 8,22 n.s. 0,67 n.s. 15,95 n.s. 0,005 0,094 10,63 8,69 15,82 15,12 1,13 14,07 DF %KFAK %KFKK %KK In Tabelle 4.6 wurden sämtliche Hybriden nach ihrer Befallshäufigkeit nach natürlicher Infektion aufsteigend gereiht mit den entsprechenden Werten für Befallsstärke und Befallsintensität aufgelistet. In der ersten Spalte sind die Resistenzränge aufgelistet, in der zweiten Spalte die jeweiligen Hybriden. In den Spalten drei, vier und fünf die dazugehörige Befallshäufigkeit (%KK), Befallsstärke (%KFKK) sowie Befallsintensität (%KFAK). %KK schwankte nach natürlicher Infektion zwischen 0% (Hybride GK17 sowie SBL16) und 25% (Hybride GK6). Im Mittel über alle Hybriden lag %KK bei 8%. %KFKK schwankte nach natürlicher Infektion zwischen 0,0% (Hybride GK17 und SBL16) und 13,3% (Hybride GK19). %KFAK schwankte nach natürlicher Infektion zwischen 0,0 und 1,3%. Die durchschnittliche Befallshäufigkeit lag bei 13%, die durchschnittliche Befallsstärke bei 0,9 und die durchschnittliche Befallsintensität bei 0,2%. 30 Tab. 4.6.: Resistenzrangreihung der Genotypen nach %KK nach natürlicher Infektion und Vergleich mit %KFKK sowie mit %KFAK. (R, Rang; G, Genotyp; %KK, Befallshäufigkeit; %KFKK, Befallsstärke; %KFAK, Befallsintensität) R 1 G GK17 2 SBL16 3 GK10 4 GK3 5 GK4 6 SBL14 7 GK15 8 SBL17 9 GK7 10 GK19 11 GK20 12 SBL15 13 GK12 14 SBL3 15 SBL1 16 SBL12 17 GK13 18 SBL6 19 GK18 20 SBL13 21 GK5 22 GK1 23 SBL2 24 SBL7 25 SBL9 26 GK9 27 GK16 28 GK8 29 SBL4 30 SBL11 31 SBL5 32 GK11 33 SBL10 34 SBL19 35 SBL8 36 SBL18 37 GK6 µ LSD 0.05 %KK 0 0 2 2 2 2 2 3 4 4 4 5 5 6 6 6 6 7 7 8 8 8 9 10 10 10 11 11 12 12 12 15 15 20 21 23 25 13 %KFKK 0,0 0,0 1,0 0,3 0,2 0,9 0,3 0,2 7,8 13,3 0,8 0,2 1,7 1,6 0,8 1,0 2,4 0,8 0,7 13,2 2,2 2,1 0,3 0,7 0,3 0,8 1,2 0,7 0,8 0,4 0,9 0,9 0,6 1,8 0,8 1,0 1,7 0,9 %KFAK 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,3 0,3 0,0 0,0 0,1 0,1 0,1 0,1 0,2 0,0 0,1 1,3 0,2 0,1 0,0 0,1 0,0 0,1 0,1 0,1 0,1 0,0 0,1 0,1 0,1 0,4 0,2 0,2 0,4 0,2 8 8,1 0,6 Im allgemeinen ist hervorzuheben, dass der natürliche Infektionsdruck mit %KFAK im Schnitt gering war. Am besten waren die Hybriden GK17 und SBL16 welche beide eine hervorragende Befallshäufigkeit von 0% zeigten. Die Befallsstärken und Befallsintensitäten lagen bei beiden Hybriden ebenfalls bei 0%. Die Hybriden SBL13, GK5 und GK1 zeigten jeweils noch eine überdurchschnittlich gute Befallshäufigkeit von 8%. Der Hybride SBL13 zeigte dabei eine der schlechtesten Befallsstärken (13,2%) und auch eine der schlechtesten Befallsintensitäten mit 1,3%. 31 Die Hybriden GK5 und GK1 zeigten jeweils eine unterdurchschnittliche Befallsstärke mit 2,2 und 2,1%. Beide Hybriden zeigten jedoch durchschnittliche Befallsintensitäten mit 0,2 und 0,1%. Am schlechtesten schnitten die Hybriden SBL18 (23%) und GK6 (25%) ab. Der Hybride SBL18 zeigte dabei eine durchschnittliche Befallsintensität (0,2%) und eine leicht unterdurchschnittliche Befallsstärke (1,0%). Der Hybride GK6 hingegen eine leicht unterdurchschnittliche Befallsintensität (0,4%) und eine stark unter dem Durchschnitt liegende Befallsstärke von 1,7%. Korrelationsanalysen 4.4.1. Vergleichbarkeit der Wirkung der Resistenzmechanismen gegen verschiedene Fusariumarten 4.4.1.1. Korrelation des Gesamtbefalls nach Injektion von F. graminearum und F. verticillioides Befallsintensität F. verticillioides 4.4. Korrelation des Gesamtbefalls nach Injektion von F. graminearum und F. verticillioides 20,0000 15,0000 10,0000 5,0000 0 0 25,0000 50,0000 75,0000 100,0000 Befallsintensität F. graminearum Abb. 4.1. Korrelation des Gesamtbefalls nach Injektion von F. graminearum und F. verticillioides In Abb. 4.1. sind die Ergebnisse für %KFAK (Gesamtbefall) nach Injektion in den Seidenkanal mit beiden Isolaten in Bezug zu einander dargestellt. Der Korrelationskoeffizient gleicht 0,37* (signifikant). Ein Genotyp (GK 6) reißt aus. Ohne diese Ausreißer würde der Korrelationskoeffizient 0,47** betragen. Der niedrige Korrelationskoeffizient von 0,37 lässt darauf schliessen, dass die Resistenz gegen F. graminearum nur schwach mit jener gegen F. verticillioides korreliert ist. 32 4.4.1.2. Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung von F. culmorum und F. verticillioides Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung von F. culmorum und F. verticillioides Befallsintensität F. verticillioides 5,0000 3,7500 2,5000 1,2500 0 0 10,0000 20,0000 30,0000 40,0000 Befallsintensität F. culmorum Abb. 4.2. Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung von F. culmorum und F. verticillioides In Abb. 4.2. sind die Ergebnisse für %KFAK (Gesamtbefall) nach mechanischer Verletzung mit beiden Isolaten in Bezug zueinander dargestellt. Der Korrelationskoeffizient gleicht 0,42* (signifikant). Zwei Genotypen (GK 6 und GK 18) reißen aus. Beide reagieren sehr empfindlich gegenüber F. verticillioides bei gleichzeitiger mittelmäßiger Resistenz gegenüber F. culmorum. GK 1 reagiert sehr empfindlich sowohl auf F. culmorum als auch auf F. verticillioides. Der niedrige Korrelationskoeffizient von 0,42 lässt darauf schliessen, dass die Resistenz gegen F. culmorum nur schwach mit jener gegen F. verticillioides korreliert ist. 4.4.1. Vergleichbarkeit verschiedener Inokulationstechniken 4.4.1.1. Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung und nach Injektion in den Seidenkanal Tab. 4.7. Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung und nach Injektion in den Seidenkanal (%KFAK, Befallsintensität; Isolat 1, F. graminearum; Isolat 2, F. verticillioides; Isolat 3, F. culmorum) %KFAK Zahnstocher Isolat 3 Isolat 2 Injiziert Isolat 1 0,34* 0,27 n.s. Isolat 2 0,37* 0,66 ***. 33 Zeile 1 zeigt die Korrelation der Resistenz zwischen einer Infektion nach Injektion mit F. graminearum und einer Infektion nach mechanischer Verletzung zuerst mit F. culmorum und dann mit F. verticillioides dargestellt. Zeile 2 zeigt die Korrelation der Resistenz zwischen einer Infektion nach Injektion mit F. verticillioides und einer Infektion nach mechanischer Verletzung zuerst wieder mit F. culmorum und dann wieder mit F. verticillioides. Sowohl die niedrigen Korrelationskoeffizienten der Korrelation von Infektion mit F. graminearum nach Injektion mit Infektion mit F. culmorum (0,34) und mit F. verticillioides (0,27) nach mechanischer Verletzung als auch der niedrige Korrelationskoeffizient der Korrelation von Infektion mit F. verticillioides nach Injektion mit Infektion mit F. culmorum (0,37) nach mechanischer Verletzung lässt darauf schliessen, dass die Resistenzmechanismen, gegen verschiedenen Fusariumarten, über verschiedene Infektionswege nur schwach miteinander korreliert ist. Einzig der Korrelationskoeffizient der Korrelation einer Infektion mit F. verticillioides nach Injektion mit der Infektion der selben Fusariumart nach mechanischer Verletzung (0,66) lässt darauf schliessen dass die Resistenzmechanismen einer Infektion mit F. verticillioides nach Injektion in den Seidenkanal mit jenen einer Infektion mit F. verticillioides nach mechanischer Verletzung relativ eng korreliert sind. 4.4.1.2. Korrelation der Befallshäufigkeit nach Injektion in den Seidenkanal mit jener nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstocher Bei allen verwendeten Daten in dieser Masterarbeit , handelt es sich um Zünslerbereinigte-Werte. Dies bedeutet, dass nur Kolben weiter analysiert wurden, die keinen Zünslerbefall aufzeigten. Die Infektion sollte daher größtenteils nur durch Ausbreitung über die Körner bzw. Eindringen in den Kolben nach dem Seidenkanal stattgefunden haben. Tabelle 4.8. zeigt das Ergebnis der hierzu durchgeführten Korrelationsanalyse. Tab. 4.8. Korrelation des starken. leichten und Gesamtbefalls aller Kolben nach Injektion und des starken, leichten und Gesamtbefalls aller Kolben nach mechanischer Verletzung und Injektion (%KK, Befallshäufigkeit) %KK Injiziert %KK stark stark 0,50** Zahnstocher %KK leicht 0,23 ns leicht 0,002 ns 0,48** 0,02 ns gesamt 0,51** 0,24 ns 0,54*** gesamt 0,52*** Der Parameter der starken Infektion zeigt für die starke Infektion nach mechanischer Verletzung einen hoch signifikanten (r = 0,50) und für die Gesamtinfektion nach mechanischer Verletzung einen statistisch sicheren (r = 0,52) Zusammenhang der Boniturwerte. Für die leichte Infektion nach Injektion in den Seidenkanal wurde nur für die leichte Infektion nach mechanischer Verletzung ein hoch signifikanter Zusammenhang (r = 0,48) gefunden. Der Parameter Gesamtinfektion zeigt hingegen einen statistisch sicheren Zusammenhang mit der Gesamtinfektion nach mechanischer Verletzung (r = 0,54) und einen hoch signifikanten Zusammenhang (r = 0,51) mit der starken Infektion. Für alle anderen Parameter konnten keine signifikanten Zusammenhänge gefunden werden und auch bei statistisch sicheren r-Werten sind die Korrelationskoeffizienten aber relativ niedrig was darauf hinweist dass der Zusammenhang gering ist. 34 Die starke Infektion nach Injektion in den Seidenkanal spiegelt die starke Infektion nach mechanischer Verletzung relativ gut, die Gesamtinfektion sehr gut und die leichte Infektion gar nicht wieder. Für alle anderen Beziehungen konnten keine signifikanten Zusammenhänge gefunden werden. Des weiteren waren die r-Werte relativ niedrig (max. 0,54). 4.4.1. Vergleich der Resistenzmechanismen nach künstlicher Inokulation mit jenen der Feldresistenz nach natürlichen Infektionsbedingungen 4.4.1.1. Korrelation des Gesamtbefalls aller Kolben nach natürlicher Infektion und nach Injektion in den Seidenkanal als auch nach mechanischer Verletzung Tab. 4.9. Korrelation des Gesamtbefalls aller Kolben nach natürlicher Infektion und nach Injektion in den Seidenkanal als auch nach mechanischer Verletzung (%KK, Befallshäufigkeit; Isolat 1, F. graminearum; Isolat 2, F. verticillioides; Isolat 3, F. culmorum) %KK natürliche Infektion Injektion Isolat 1 0,15 n.s. Zahnstocher Isolat 2 0,30 n.s. Isolat 3 0,36* Isolat 2 0,43 ** Die Tabelle gibt die Korrelationen der Resistenzmechanismen nach natürlicher Infektion und jenen nach Injektion in den Seidenkanal mit F. graminearum und F. verticillioides sowie nach mechanischer Verletzung mit F. culmorum und F. verticillioides wieder. Die niedrigen Korrelationskoeffizienten lassen darauf schliessen dass sowohl die Resistenzmechanismen nach Injektion in den Seidenkanal (0,15 und 0,30) als auch jene nach mechanischer Verletzung (0,36 und 0,43) nur sehr schwach bis gar nicht miteinander korreliert sind. 4.4.1.2. Korrelation der Befallshäufigkeit nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstocher mit jener nach natürlicher Infektion Die verwendeten Daten sind zünslerbereinigte Werte. Dies bedeutet, dass nur jene Kolben bonitiert wurden, die keinen Befall durch Zünsler aufwiesen. Die Infektion sollte daher größtenteils über Infektion durch den Seidenkanal bzw. Ausbreitung über die benachbarten Körner stattgefunden haben. Tabelle 4.10. zeigt das Ergebnis der hierzu durchgeführten Korrelationsanalyse. Tab. 4.10. Korrelation zwischen mechanischer Verletzung und natürlicher Infektion (%KK, Befallshäufigkeit) %KK Zahnstocher %KK stark stark 0,50** Natürliche Infektion %KK leicht 0,24 ns gesamt 0,51** leicht 0,09 ns -0,05 ns 0,07 ns gesamt 0,48** 0,24 ns 0,49** 35 Der Parameter der starken Infektion nach mechanischer Verletzung zeigt sowohl für die starke Infektion nach natürlicher Infektion (r = 0,50) als auch für die Gesamtinfektion nach natürlicher Infektion (r = 0,51) einen hoch signifikanten Zusammenhang der Boniturwerte. Für die Gesamtinfektion nach mechanischer Verletzung wurde ebenfalls sowohl für die starke Infektion nach natürlicher Infektion (r = 0,48) als auch für die Gesamtinfektion nach natürlicher Infektion (r = 0,49) ein hoch signifikanter Zusammenhang gefunden. Für alle anderen Parameter konnten keine signifikanten Zusammenhänge gefunden werden. Auch bei hoch signifikanten r-Werten sind die Korrelationskoeffizienten aber relativ niedrig was darauf hinweist dass der Zusammenhang nicht hoch ist. Die starke Infektion nach mechanischer Verletzung spiegelt sowohl die starke als auch die Gesamtinfektion nacht natürlicher Infektion relativ gut wieder. Ebenso spiegelt die Gesamtinfektion nach mechanischer Verletzung sowohl die starke als auch die Gesamtinfektion nach natürlicher Infektion relativ gut wieder. Für alle anderen Parameter konnten keine signifikanten Zusammenhänge gefunden werden. Des weiteren waren die rWerte relativ niedrig (max. 0,51). 5. Diskussion Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine Auswahl von 19 österreichischen und 18 ungarischen Hybridsorten hinsichtlich ihrer Anfälligkeit gegenüber Kolbenfusariosen untersucht, die dabei auftretenden Resistenzmechanismen erforscht und ein Vergleich zwischen natürlicher Infektion und den künstlichen Inokulationen durch Injektion in Seidenkanal bzw. mechanischer Verletzung mittels Zahnstocher durchgeführt. Weiters wurden die Hybridsorten auf ihre Kombinationseignung untereinander untersucht um herauszufinden welche davon sich am besten zur Resistenzsteigerung eignen würden. Die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung kann durch das vermehrte Auftreten der Krankheit und die erhöhte Aufmerksamkeit, die man dieser Krankheit in den letzten Jahren schenkte belegt werden (Lew, 1993). Mit der Feststellung des Niveaus der Resistenzausprägung heimischer und ungarischer Hybride, und dem Verständnis der Resistenzmechanismen der Maispflanze kann mit einem anschließenden Forcieren der der Züchtung einer neuen noch resistenteren Sorte, basierend auf den Hybriden mit den besten Resistenzeigenschaften, ein Schritt hin zu einer Verbesserung auf den heimischen Feldern erreicht werden. 5.1. Genotypen Die untersuchten Genotypen wiesen eine extrem hohe Variationsbreite an Fusariumresistenzen auf. Diese Tatsache gilt sowohl für Infektion nach mechanischer Verletzung als auch für Infektion nach Injektion in den Seidenkanal. Dabei wurde kein Hybrid gefunden, der eine absolute Resistenz zeigte, eine Immunität gegenüber Fusarium scheint daher nicht zu existieren. Auf dieses Ergebnis weist auch Snijders (1994) in einer Studie hin. Die Varianzanalysen ermittelten Genotypen und Isolate als stärkste Streuungsursache bei der Ermittlung der Körnerresistenzen. Daneben übte auch die Interaktion der Genotypen mit den Isolaten einen starken Einfluss aus. Der Einfluss der Genotypen auf die Gesamtstreuung ist wahrscheinlich auf die genetische Vielfalt der Sorten zurückzuführen. So zeigten manche Hybride weit aus höhere Resistenzen gegenüber Fusarium, ein Ergebnis, dass auf bessere Resistenzmechanismen der Pflanzen schließen lässt. 36 Andere Sorten hingegen waren extrem anfällig, ihre genetischen Eigenschaften erlaubten keine ausreichenden Resistenzen. Wie Tabelle 4.2. zu entnehmen ist schwankten die erhobenen Resistenzwerte nach Injektion in den Seidenkanal für den Parameter %KFAK in einem Bereich von 9,2 bis 49,5%, jene für den Parameter %KFKK in einem Bereich von 11,2 bis 53,3% und jene für den Parameter %KK in einem Bereich von 57 bis 96%. Der LSD0.05-Wert für den Parameter %KFAK lag für Isolat 1 bei 32,9, für Isolat 2 bei 4,4 und für den Mittelwert bei 17,0. Jener für en Parameter %KFKK lag für Isolat 1 bei 30,6, für Isolat 2 bei 6,0 und für den Mittelwert bei 15,8. Der LSD0.05-Wert für den Parameter %KK lag für Isolat 1 bei 25,2, für Isolat 2 bei 26,0 und für den Mittelwert bei 18,4. Aus Tabelle 4.4. ist zu entnehmen, dass die erhobenen Resistenzwerte nach mechanischer Verletzung für den Parameter %KFAK in einem Bereich von 1,1 bis 22,0%, jene für den Parameter %KFKK in einem Bereich von 1,3 bis 23,5% und jene für den Parameter %KK in einem Bereich von 47,7 bis 96,3% schwankten. Der LSD0.05-Wert für den Parameter %KFAK lag für Isolat 3 bei 16,4, für Isolat 2 bei 2,1 und für den Mittelwert bei 8,3. Jener für den Parameter %KFKK lag für Isolat 3 bei 16,4, für Isolat 2 bei 2,7 und für den Mittelwert bei 8,4. Der LSD0.05-Wert für den Parameter %KK lag für Isolat 3 bei 27,3, für Isolat 2 bei 26,9 und für den Mittelwert bei 15,8. Aus Tabelle 4.6. geht hervor dass bei natürlicher Infektion einzig der Parameter %KK aussagekräftig war und in einem Bereich von 0 bis 25% schwankte. Der Parameter %KFKK schwankte in einem Bereich von 0,2 bis 13,3% und der Parameter %KFAK schwankte in einem Bereich von 0,0 bis 1,3%. Der LSD0.05-Wert lag für den Parameter %KK bei 7,6, für den Parameter %KFKK bei 8,07 und für den Parameter %KFAK bei 0,62. Der natürliche Infektionsdruck war gering was mit der Grund für die geringe Differenzierung sein kann. Der kontinuierliche Verlauf der Daten lässt auf ein quantitatives Merkmal schließen. Dies würde bedeuten, dass es sich bei der Körnerresistenz um oligo- oder polygene Merkmale handelt. Eine Untersuchung von Gendloff et al. (1986) bestätigt dies. Die unterschiedlichen Veranlagungen der Genotypen waren unter natürlichen Infektiosbedingungen weit weniger gut erkennbar als unter künstlichen. Daraus lässt sich schließen, dass in Mais tatsächlich eine sehr große Variabilität in FER Resistenz vorhanden ist. 5.2. Umwelt Damit, dass die Umwelteinflüsse eine Rolle spielen, wurde aber bereits im Vorhinein gerechnet, da nicht alle Inokulationen der Wiederholungen einer Sorte am selben Tag durchgeführt wurden. Dies bedeutet, dass Umweltbedingungen am Versuchsfeld an den verschiedenen Inokulationstagen womöglich unterschiedlich waren und somit Infektionen und/oder den weiteren Krankheitsverlauf unterschiedlich beeinflusst haben. Daher ist es wichtig, dass die Genotypen in mehreren Umwelten untersucht werden. Nur so kann man zuverlässige Resistenzdaten bekommen. 5.3. Vergleich der Inokulationsmethoden Da es laut den hierzu durchgeführten Korrelationsanalysen keinen sehr engen Zusammenhang zwischen den Inokulationsmethoden gibt, scheinen Seidenresistenz und und Körnerresistenz nicht durch die selben Resistenzmechanismen bewirkt zu werden. Daher kann man mit einer Inokulationsmethode alleine NICHT Eindringungsresistenz und Körnerresistenz erfassen und daher müssen auch beide Methoden verwendet werden. 37 Da die Korrelationsanalysen zwischen den Inokulationsmethoden und den Infektionsbedingungen unter natürlichen Bedingungen keinen sehr engen Zusammenhang aufzeigten ist es erforderlich die Daten auch mit jenen erhoben unter natürlichen Bedingungen zu vergleichen. Es muss allerdings wieder darauf hingewiesen werden dass ich nur einjährige Daten unter natürlichen Bedingungen zur Verfügung hatte und daher die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. 5.4. Auswertung der Gesamtresistenz 5.4.1. Resistenzrangreihung nach Injektion in den Seidenkanal In Tabelle 5.1. wurden jeweils die Rankings für Befallsintensität (%KFAK), Befallsstärke (%KFKK) und Befallshäufigkeit (%KK) sowie die Summe über alle drei Parameter für den Befall nach Injektion in den Seidenkanal zusammengefasst. Diese Informationen wurden aus Tabelle 4.2. entnommen. Tab. 5.1.: Resistenzrangreihung nach Injektion in den Seidenkanal (Rangreihung, Genotyp, Summe aller Rankings (Summe), Rangreihung der Befallsintensität (Ranking %KFAK), Rangreihung der Befallsstärke (Ranking %KFKK) sowie Rangreihung der Befallshäufigkeit (Ranking %KK) sind der Tabelle zu entnehmen) Ranking 1 2 3 11 17 36 37 Genotyp SBL12 SBL17 GK11 SBL8 SBL10 SBL3 GK8 Summe 8 12 13 40 49 101 105 Ranking %KFAK 3 4 2 6 21 33 36 Ranking %KFKK 4 5 2 6 23 32 36 Ranking %KK 1 3 9 28 5 36 33 Aus Tabelle 5.1. ist zu entnehmen dass manche Hybriden sowohl sehr gute Ergebnisse bei Befallsintensität und Befallsstärke als auch Befallshäufigkeit haben, andere Hybriden aber entweder nur in einem oder zwei Parametern gute Ergebnisse zeigten und andere wiederum in allen drei Parametern schlechte Ergebnisse aufwiesen. Auf Grund seiner sehr guten Boniturwerte, Platz 3 in Befallsintensität, Platz 4 in Befallsstärke und Platz 1 in Befallshäufigkeit, findet man den Hybriden SBL 12 auch auf dem ersten Platz in der Resistenzrangreihung für die Injektionsmethode (Summe der individuellen Reihungen = 8). Der Hybrid SBL 17 zeigte ebenfalls sehr gute Boniturwerte für alle drei Krankheitsparameter, und ist somit auf Platz 2 der Resistenzrangreihung zu finden. Es wurden aber auch Hybriden mit anderem Resistenzverhalten gefunden.Den Hybrid SBL 8 findet man im Mittelfeld der Resistenzrangreihung da sein Boniturwert von Platz 28 in Befallshäufigkeit, seine ansonsten recht guten Werte in Befallsintensität, und Befallsstärke stark abwertet. Den Hybriden SBL 10 findet man ebenfalls im Mittelfeld da sein sehr guter Wert in Befallshäufigkeit (Platz 5),seine schlechten Werte in Befallsintensität (Platz 21) und Befallsstärke (Platz 23), nicht wettmachen kann. Last but not least, der Hybride SBL 3 ist in der Resistenzrangreihung am vorletzten Platz zu finden, da er in allen Parametern, Befallsintensität (Platz 33), Befallsstärke (Platz 32) und Befallshäufigkeit (Platz 36), sehr schlechte Werte erreichte (Summe = 101). Auch Genotyp GK 8 zeigte ein ähnliches Verhalten. 38 Gute Genotypen sind anhand dieser Daten in der Lage nicht nur den Prozentanteil erkrankter Kolben gering zu halten (unterbinden also die Etablierung der Krankheit auf der Kolbenspitze (niedriges %KK)) sondern sind auch in der Lage die Ausbreitung der Krankheit zu verzögern (niedriges %KFKK). Des weiteren weisen die Ergebnisse darauf hin, dass beide Resistenzeigenschaften nicht gekoppelt sind und man kann schließen, dass Hybriden nur dann eine gute FER Resistenz gegenüber einer Infektion durch den Seidenkanal haben können, wenn beide Resistenzeigenschaften kombiniert in ausreichendem Niveau vorliegen. 5.4.2. Resistenzrangreihung nach mechanischer Verletzung In Tabelle 5.2. wurden jeweils die Rankings für Befallsintensität (%KFAK), Befallsstärke (%KFKK) und Befallshäufigkeit (%KK) sowie die Summe über alle drei Parameter für den Befall nach mechanischer Verletzung zusammengefasst. Diese Daten wurden aus Tabelle 4.4. entnommen. Tab. 5.2.: Resistenzrangreihung nach mechanischer Verletzung (Rangreihung, Genotyp, Summe aller Rankings (Summe), Rangreihung der Befallsintensität (Ranking %KFAK), Rangreihung der Befallsstärke (Ranking %KFKK) sowie Rangreihung der Befallshäufigkeit (Ranking %KK) sind der Tabelle zu entnehmen) Ranking Genotyp Summe Ranking %KFAK Ranking %KFKK Ranking %KK 1 2 SBL16 GK17 6 9 1 3 2 5 3 1 3 GK19 15 4 4 7 10 GK20 35 2 1 32 16 GK3 47 20 21 6 35 GK5 98 34 34 30 37 GK1 108 37 37 34 Aus Tabelle 5.2. ist zu entnehmen dass manche Hybriden sowohl sehr gute Ergebnisse bei Befallsintensität und Befallsstärke als auch Befallshäufigkeit haben, andere Hybriden aber entweder nur in einem oder zwei Parametern gute Ergebnisse zeigten und andere wiederum in allen drei Parametern schlechte Ergebnisse aufwiesen. Auf Grund seiner sehr guten Boniturwerte, Platz 1 in Befallsintensität, Platz 2 in Befallsstärke und Platz 3 in Befallshäufigkeit findet man Hybrid SBL16 auch auf Platz 1 der Resistenzrangreihung (Summe aller individuellen Reihungen = 6). Hybride GK17 brachte ein ähnliches Ergebnisse (Platz 3 in Befallsintensität, Platz 5 in Befallsstärke und Platz 1 in Befallshäufigkeit) und ist daher auch auf Platz 2 (Summe = 9) der Resistenzrangreihung zu finden. Hybride GK3 erreichte zwar Platz 6 in Befallshäufigkeit, aufgrund seines 20. Platzes in Befallsintensität und seines 21. Platzes in Befallsstärke erreichte er in der Resistenzrangreihung nur Platz 16 (Summe = 47). Hybride GK20 erreichte zwar Platz 2 in Befallsintensität und Platz 1 in Befallsstärke erreichte aber aufgrund seines 32. Platz in Befallshäufigkeit nur Platz 10 (Summe = 35) in der Resistenzrangreihung. 39 Der Hybride GK1 zeigte sich als schlechtester Hybride da er sowohl in Befallsintensität als auch in Befallsstärke Platz 37 und in Befallshäufigkeit auch nur Platz 34 erreichte und somit auch in der Resistenzrangreihung auf Platz 37 (Summe = 108) zu finden ist. Gute Genotypen sind anhand dieser Daten auch hier in der Lage nicht nur den Prozentanteil erkrankter Kolben gering zu halten (unterbinden also die Etablierung der Krankheit auf der Kolbenspitze (niedriges %KK)) sondern sind auch in der Lage die Ausbreitung der Krankheit zu verzögern (niedriges %KFKK). Des weiteren weisen die Ergebnisse darauf hin, dass beide Resistenzeigenschaften nicht gekoppelt sind und man kann schließen, dass Hybriden nur dann eine gute FER Resistenz gegenüber einer Infektion nach mechanischer Verletzung haben können, wenn beide Resistenzeigenschaften kombiniert in ausreichendem Niveau vorliegen. 5.5. Vergleich der Resistenzrangreihungen In Tabelle 5.3. wurden nochmals alle Resistenzrangreihungen zusammengefasst und nach den besten Hybriden aufsteigend sortiert. In Spalte eins sind die untersuchten Hybriden aufgezählt, die Spalten zwei bis vier listen die jeweilige Resistenzeinstufung für die Injektionsmethode, die Zahnstochermethode bzw. für die natürliche Infektion auf. Tab. 5.3. Vergleich der Resistenzrangreihungen (Genotyp, Summe aller Rankings (Summe), Ranking nach Injektion (Ranking Injektion), Ranking nach mechanischer Verletzung (Ranking Zahnstocher) sowie das Ranking nach natürlicher Infektion (Ranking natürliche Infektion) können der Tabelle entnommen werden) Genotyp GK17 SBL16 SBL17 SBL4 GK4 SLB13 GK6 Ranking Injektion Ranking Zahnstocher Ranking natürliche Infektion Summe 6 9 2 4 27 28 35 2 1 8 6 17 36 32 1 2 4 25 3 24 36 9 12 14 35 47 88 103 Aus Tabelle 5.3. ist zu entnehmen dass die Hybriden GK 17 und SBL 16 mit Platz 8 bzw. Platz 9 nach Injektion, Platz 2 bzw. Platz 1 nach mechanischer Verletzung und Platz 1 bzw. Platz 2 nach natürlicher Infektion als gleich gut einzustufen sind. Und der Hybride SBL 17 mit Platz 2 nach Injektion und Platz 8 nach mechanischer Verletzung und nach natürlicher Infektion auch noch recht gut ist. Der Hybride SBL 4 wäre zwar auf Grund seiner recht guten Ergebnisse nach Injektion (Platz 4) und nach mechanischer Verletzung (Platz 6) eigentlich nicht so schlecht, auf Grund seines schlechten Ergebnisses nach natürlicher Infektion (Platz 28) ist er jedoch nur im Mittelfeld zu finden. Das gleiche gilt für den Hybriden GK 4 der zwar sehr gute Werte nach natürlicher Infektion aufweist (Platz 5) jedoch nach Injektion sehr schlechte Ergebnisse brachte (Platz 27) und nach mechanischer Verletzung nur mittelmäßig war (Platz 17). Die Hybriden SBL 13 und GK 6 findet man hingegen am Ende der Rangreihung da ihre Werte nach Injektion (Platz 28 bzw. Platz 35), nach mechanischer Verletzung (Platz 36 bzw. Platz 32) sowie nach natürlicher Infektion (Platz 20 bzw. Platz 37) eher schlecht ausfielen. 40 Eindringungsresistenz (Seidenkanal-Injektion) und Ausbreitungsresistenz (Zahnstocher-Methode) dürften ebenfalls nicht gekoppelt sein, können aber in einem Hybrid kombiniert werden. Nur wenn beide vorhanden sind ist das Risiko auf Infektionen minimiert. In bestimmten Regionen der EU (z.B. Südfrankreich, Italien) findet man überwiegend einen Befall mit F. verticillioides/proliferatum und hätte die Ausbreitungsresistenz die größte Bedeutung. In Österreich hingegen ist nicht nur die Verletzung durch Maiszünsler ein Risiko, sondern auch das Eindringen über den Seidenkanal in feuchteren Gegenden wichtig. Um einen ausreichenden Schutz gegen Fusarium zu gewährleisten müssen beide Resistenzmechanismen vorliegen. Da eine gezielte Züchtung auf quantitative Merkmale meist schwieriger ist, scheint eine geeignete Methode um Resistenzeigenschaften einer Sorte genau feststellen zu können, als äußerst vorteilhaft. Die große Variationsbreite der Genotypen bietet jedoch eine gute Ausgangssituation, um das Gesamtniveau der Fusariumresistenz durch züchterische Maßnahmen erheblich zu verbessern, und einen zukünftigen Selektions- und Zuchterfolg zu garantieren. Für die Praxis würde sich beim momentanen Stand der Resistenzen folgende Situation ergeben. Durch die erheblichen Unterschiede in den genetischen Veranlagungen der Sorten, bieten manche Hybride bessere Vorraussetzungen, für eine gezielte Linienzucht. Für eine erfolgreiche Züchtung einer resistenteren Linie kämen einerseits die Genotypen SBL1, SBL16, SBL17 und GK17 in Betracht, da sie bei allen drei verwendeten Methoden die besten Ergebnisse erzielt haben. Der Genotyp SBL1 erreichte ziemlich gute Ergebnisse sowohl nach Injektion in dem Seidenkanal als auch nach natürlicher Infektion dafür aber nur mittelmäßige Ergebnisse nach mechanischer Verletzung. Der Genotyp SBL16 erreichte z.B. ausgezeichnete Resistenzergebnisse sowohl nach mechanischer Verletzung als auch bei der natürlichen Infektion und auch ein recht gutes Ergebnis nach Injektion in den Seidenkanal. Der Genotyp SBL17 hingegen erreichte wiederum ausgezeichnete Ergebnisse nach Injektion in den Seidenkanal und auch nach natürlicher Infektion und ein recht gutes Ergebnis nach mechanischer Verletzung. Der Genotyp GK17 erreichte wiederum ausgezeichnete Werte nach mechanischer Verletzung und nach natürlicher Infektion und recht gute Werte nach Injektion in den Seidenkanal. Ein mögliches konventionelles Zuchtprogramm könnte nun folgendermaßen aufgebaut werden. Im ersten Schritt könnte man die Genotypen SBL17 und SBL1 miteinander kreuzen und die aus dieser Kreuzung hervorgehenden F1-Hybriden zunächst einmal vorselektieren und die vorselektierten F1-Hybriden dann wiederum mit einem zuvor ausgesuchten Topcross-Tester kreuzen. Die hieraus resultierenden F2-Hybriden sollten dann auf ihre allgemeine Kreuzungseignung getestet und die positiv beurteilten F2Hybriden danach auf ihre spezielle Kombinationseignung getestet werden. F2-Hybriden mit positiver spezieller Kombinationseignung könnten danach mit Hilfe der DH-Technik oder durch über Generationen wiederholte Selbstung zu Inzuchtlinien weiter entwickelt werden. Diese Inzuchtlinie könnte man im nächsten Schritt mit Hybride SBL16 kreuzen und diesen 3-Wege-Hybriden wie oben beschrieben wiederum zu einer stabilen Inzuchtlinie weiterentwickeln. Als nächsten Schritt könnte man dann die Genotypen GK17 und SBL17 kreuzen und die F1-Hybriden ebenfalls wieder mit einem Topcross-Tester kreuzen und nach erfolgter Prüfung auf Kombinationseignung die F2-Hybriden zu einer stabilen Inzuchtlinie weiter bearbeiten bevor man dann die Inzuchtlinie ((SBL1 X SBL17) X SBL16) mit der Inzuchtlinie (SBL17 X GK17) kombiniert und die hieraus gewonnenen F1Hybriden wiederum mittels Topcross-Tester auf Kombinationseignung testet und aus den F2-Pflanzen mittels Inzucht zu einer stabilen neuen Linie weiter bearbeitet. Für ein mögliches Zuchtprogramm mit Einsatz von genetischen Markern und QTL kämen die Genotypen SBL17, GK17, SBL12 und SBL16 in Betracht. 41 Der Genotyp SBL12 hätte eine hervorragende Resistenz nach Injektion in den Seidenkanal welche mittels den bereits bekannten QTL isoliert werden könnte. Das kombinierte Zuchtprogramm könnte nun folgendermassen gestaltet werden. Im ersten Schritt könnte man wieder die F1-Hybriden aus der Kreuzung (SBL17 X GK17) mittels Topcross-Tester auf ihre Kombinationseignung testen und die F2-Pflanzen weiter oben beschrieben zu einer Inzuchtlinie entwickeln und dann im zweiten Schritt die Gene für die Resistenz nach Injektion in den Seidenkanal des Genotyps SBL12, jene für die Resistenz nach mechanischer Verletzung des Genotyps SBL16 sowie eine für die natürliche Infektion des Genotyps GK17 in diese Inzuchtlinie übertragen und die Resultierenden Pflanzen nach erfolgter Prüfung auf Kombinationseignung zu einer stabilen Inzuchtlinie weiter bearbeiten. 5.6. Wirksamkeit der Resistenzen gegenüber verschiedenen Fusariumarten Mesterhazy, 1988 sowie Snijders und van Euwijk, 1991 belegten hochsignifikante Korrelationen zwischen den beiden Fusariumarten F. culmorum und F. graminearum. Was nach Mesterhazy und Snijders und van Euwijk bedeuten würde dass die Resistenzmechanismen, die für die Körnerresistenzen gegenüber diesen beiden Fusariumarten verantwortlich sind, möglicherweise identisch sind. Meine Untersuchungen zeigten jedoch keine Signifikanten Zusammenhänge der Resistenzen gegenüber diesen beiden Fusariumarten sowohl nach Injektion in den Seidenkanal als auch nach mechanischer Verletzung, r <= 0,5. Wahrscheinlich spielt der geringe Infektionsdruck eine Rolle. Weiters ist bekannt das bei der Resistenzprüfung hochsignifikante Umwelt*Genotyp Interaktionen auftreten können. Ich schließe daher daraus, dass mehrjährige Daten brauchen würde um die Aussagen von Mesterhazy, Snijders und van Euwijk bestätigen zu können. Ein Verzicht auf eine der Inokulationsmethoden scheint daher nicht sinnvoll und würde einen Teil der natürlichen Resistenzmechanismen der Pflanze unberücksichtigt lassen. Die genetisch vorhandenen Resistenzmechanismen der Maispflanze agieren wahrscheinlich unabhängig voneinander. Unterschiede in den Resistenzreihenfolgen bei Gegenüberstellung der Ergebnisse der beiden Inokulationsmethoden werden hierdurch erklärt. (Eder, 1999). Das diese Reihenfolgen nicht übereinstimmen müssen wurde auch schon von Gulya et al. (1980) bei einer Untersuchung der Körnerresistenzen und Seidenresistenzen bei Mais festgestellt. 5.7. Wirksamkeit der Resistenzen bei natürlicher und künstlicher Infektion Nur die Resistenz gegen F. verticillioides nach mechanischer Verletzung, sowohl bei starker Infektion als auch bei der Gesamtinfektion, zeigte hoch signifikante Zusammenhänge mit den Resistenzen bei starker und gesamter Infektion nach der natürlichen Infektion. Alle anderen Resistenzen zeigten keine signifikanten Zusammenhänge. Dies würde bedeuten, dass man mit Hilfe der Resistenz gegen F. verticillioides nach mechanischer Verletzung Aussagen über die Resistenzen nach natürlicher Infektion treffen könnte. Allerdings sind diese Daten und meine Schlussfolgerungen dazu mit Vorsicht zu interpretieren da ich nur einjährige Daten hatte und bei einer natürlichen Infektion im Normalfall Infektionen über beide Infektionswege stattfinden würden. Um auch einen Zusammenhang zwischen der Körnerresistenz und der Infektion unter natürlichen Bedingungen herzustellen, könnte man gezielt nur jene Kolben untersuchen, die Vogel- oder Hagelschäden aufweisen, oder bei denen ein Zünslerbefall deutlich erkennbar ist, und diese mit den künstlich verletzten Kolben vergleichen. (Eder, 1999). Auch hier ist ein einjährigen Datensatz nicht ausreichend um sinnvolle Aussagen zu machen. 42 6. Zusammenfassung Durch die Zunahme und Intensivierung des Maisanbaus in Österreich, hat das Auftreten der Kolbenfusariose durch Fusarium spp. bei entsprechenden Umweltbedingungen bereits zu enormen Problemen geführt (Lew, 1993). Die Tatsache das mehrere Fusariumarten Mykotoxinbildner sind, kann dazu führen, dass bei einem höheren Anteil befallenen Erntegutes Gesundheitsprobleme bei Mensch und Tier auftreten können, wenn befallenes Erntegut als Nahrungs- oder Futtermittel verwendet wird. Aufgabe der vorliegenden Masterarbeit war es die Resistenzmechanismen der Hybriden zu untersuchen, das Resistenzniveau gegenüber Kolbenfusariose zu ermitteln, mit den Resistenzdaten der künstliche Inokulationsmethoden zu vergleichen und mögliche Zusammenhänge aufzuzeigen. Weiters war es Aufgabe der Masterarbeit, herauszufinden welche der Hybriden sich für die Züchtung einer neuen Linie besonders gut eignen sowie die möglichen Methoden zu erwähnen. Diese 37 Hybriden wurden anhand von 2 Inokulationsmethoden auf Seidenresistenz (Eindringen von Fusarium durch den Seidenkanal) und Kornresistenz (Eindringen von Fusarium nach Verletzung) mithilfe von 2 Fusariumspezies und natürlicher Infektion auf die Krankheitsparameter Befallshäufigkeit (%KK), Befallsstärke (%KFKK) und Befallsintensität (%KFAK) hin untersucht. Aus den Ergebnissen kann folgender Schluss gezogen werden: Die Seidenresistenz der untersuchten Hybriden nach Injektion in den Seidenkanal für die Parameter %KFAK, %KFKK und %KK zeigte signifikante Unterschiede. Als Streuungsursache waren vor allem die Haupteffekte Fusarium und Genotyp verantwortlich. Einen wesentlichen Anteil hatte dabei auch noch die Genotyp*Fusarium Interaktion. Die besten Genotypen waren SBL4, SBL12, SBL16, SBL17 und GK17. Die Ausbreitungsresistenz der untersuchten Hybriden nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstocher für die Parameter %KFAK, %KFKK und %KK zeigte ebenfalls signifikante Unterschiede. Als Streuungsursache können auch hier vor allem die Haupteffekte Fusarium und Genotyp genannt werden. Die Genotyp*Fusarium Interaktion hatte auch hier einen wesentlichen Anteil. Die besten Genotypen waren hier wie auch bei der Seidenresistenz SBL4, SBL16 und GK17, zusätzlich aber auch noch GK 20 und SBL 1. Die Untersuchung der natürlichen Infektionsbedingungen der Genotypen zeigte, dass es einzig für die Befallshäufigkeit signifikante Unterschiede gab. Der Infektionsdruck durch die natürliche Infektion war jedoch gering. Ein Vergleich der natürlichen Infektionsbedingungen mit den künstlichen Infektionen über den Seidenkanal und nach mechanischer Verletzung zeigte, dass außer zwischen der künstlichen Infektion mit F. verticillioides für den Parameter %KK und den natürlichen Infektionsbedingungen sowohl bei starker als auch bei der Gesamtinfektion keine guten Zusammenhänge zu finden sind. Allerdings ist anzumerken dass ich für meine Untersuchungen nur einjährige Daten zur Verfügung hatte und der natürliche Infektionsdruck gering war. Die Untersuchung eines möglichen Zusammenhanges einer Resistenz gegen mehrere verschiedene Fusariumarten zeigte, dass es zwischen den Resistenzen gegen die verschiedenen Fusariumarten keine signifikanten Zusammenhänge gibt. Es ist allerdings wiederum darauf hinzuweisen dass ich für meine Untersuchungen nur einjährige Daten zur Verfügung hatte und der natürliche Infektionsdruck gering war.Des weiteren zeigten meine Untersuchungen dass die Seidenresistenz nicht mit der Körnerresistenz gekoppelt ist und dass daher beide Resistenzen in ausreichendem Niveau nötig sind um einen Guten Maishybriden zu erhalten. 43 7. Literaturverzeichnis ADLER, A. (1987): Toxinbildung in vitro durch Fusarien von Getreide und Mais aus Österreich. Dissertation, Universität für Bodenkultur, Wien. 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Abkürzungssymbole zur Wahrscheinlichkeitsberechnung 23 Tab. 4.1.: ANOVA-Analysen für %KFAK, %KFKK und %KK nach Injektion in den Seidenkanal 24 Tab. 4.2.: Auflistung der Genotypen und ihrer entsprechenden Körnerresistenzendaten (Gesamtbefall) nach Injektion in den Seidenkanal, gereiht nach Isolat 1 für die Parameter %KFAK, %KFKK und %KK 25 Tab. 4.3.: ANOVA-Analysen für %KFAK, %KFKK und %KK nach mechanischer Verletzung mittels Zahnstochermethode 27 Tab. 4.4.: Auflistung der Genotypen und ihrer entsprechenden Körnerresistenzen nach mechanischer Verletzung, gereiht nach Genotypmittelwert für die Parameter %KFAK, %KFKK und %KK 28 Tab. 4.5.: ANOVA-Analysen für %KFAK, %KFKK und %KK nach natürlicher Infektion 30 Tab. 4.6.: Resistenzrangreihung der Genotypen nach %KK nach natürlicher Infektion und Vergleich mit %KFKK sowie mit %KFAK 31 Tab. 4.7. Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung und nach Injektion in den Seidenkanal 33 Tab. 4.8. Korrelation des starken. leichten und Gesamtbefalls aller Kolben nach Injektion und des starken, leichten und Gesamtbefalls aller Kolben nach mechanischer Verletzung 34 Tab. 4.9. Korrelation des Gesamtbefalls aller Kolben nach natürlicher Infektion und nach Injektion in den Seidenkanal als auch nach mechanischer Verletzung 35 Tab. 4.10. Korrelation zwischen mechanischer Verletzung und natürlicher Infektion 35 Tab. 5.1.: Resistenzrangreihung nach Injektion in den Seidenkanal 38 Tab. 5.2.: Resistenzrangreihung nach mechanischer Verletzung 39 Tab. 5.3. Vergleich der Resistenzrangreihungen 40 8.2. Abbildungsverzeichnis Abb. 4.1. Korrelation des Gesamtbefalls nach Injektion von F. graminearum und F. verticillioides 32 Abb. 4.2. Korrelation des Gesamtbefalls nach mechanischer Verletzung von F. culmorum und F. verticillioides 33 51