W-to-P IN THEORIE UND PRAXIS - SAATEN

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PUBLISHING
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fernen, Beschneiden, auf die Bildbox
skalieren, Größe verändern und
Druckmarken entfernen. Der Vortrag
war sehr kenntnisreich, die Verbindung zu Web-to-Print-Konzepten in
der Praxis wäre allerdings wünschenswert gewesen.
Einen klaren Bezug zum Thema
Web-to-Print fand Florian Süßl, der
einen fundierten Vortrag über Farbmanagement hielt. Der Farbraum
sRGB ist sinnvoll für die Erzeugung
und Bereitstellung von RGB-Daten
im Internet. In einem Webshop, in
dem Benutzer Bilddaten hochladen
können, sollte in der Regel ein sRGBProfil zugewiesen und eine drucksimulierte Vorschau erzeugt werden.
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Bundesverband Druck und Medien und zipcon consulting veranstalteten am ersten Tag des zweitägigen
Forums zwei parallele Workshops für
Einsteiger und fortgeschrittene Praktiker. Im Workshop für Fortgeschrittene wurden die Themen Preflight, Farbmanagement und Fonts behandelt.
Dietrich von Seggern von callas
software, der zum Thema Preflight
referierte, hält eine Qualitätskontrolle von komplexen Dokumenten für
unverzichtbar. In Verbindung mit
automatischen Korrekturfunktionen
lässt sich ein hohes Maß an Produktionssicherheit erreichen. Am Beispiel einer Logo-Integration zeigte
er Anpassungen wie Weißraum ent-
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W-to-P IN THEORIE
UND PRAXIS
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Zehn Anbieter hatten jeweils sieben Minuten Zeit, aktuelle Lösungen
und neue Funktionen zu präsentieren:
Be.Beyond GmbH & Co. KG, André Hausmann: Mit dem neuen Online
Print Creator lassen sich Drucksachen im Webbrowser personalisieren;
Referenzanwendung ist www.printboy.de.
Brandmaker GmbH, Mirko Holzer: Optimiert wird die komplette Wertschöpfungskette im Marketing von Unternehmen. Highlights sind der
Marketingplaner und das Media-Asset-Management.
BWH GmbH, Christian Pahl: Printbox ist ein Web-to-Print-System für
editierbare Gestaltungsvorlagen. Das Konzept »Noir now« ist ein ASPModell für den Online-Zugriff auf Standard-Software.
ContentServ, Kerstin Brandenburg: Neu ist das Marketing Service Portal, das den gesamten Marketingprozess unterstützt, mit Anbindung
an Buchungssysteme für Anzeigen, Großplakate und Mailings.
Hiflex GmbH, Thomas Reichhart: Wichtige Funktionen des Hiflex Webshops sind der Produktkonfigurator, die Echtzeitkalkulation, blätterbare Produktansichten, die Online-Gestaltung, der optionale callas-Pre-
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www.desktop-dialog.de · 1/2-2010
Für die Druckausgabe ist es erforderlich, eine PDF/X-Datei mit ICC-Profilen zu erstellen.
Durch das Thema Schriften führte
Silke Ploog von der Fontshop AG.
Fontshop ist ein Händler, der
Lizenzen für Schriften von 70 Schriftenhäusern vertreibt und berät. Das
Thema führte zu einer lebhaften Diskussion, bei der zahlreiche Fragen
des Publikums beantwortet wurden:
Frage: Können früher erworbene
»einfache« Schriftlizenzen für Webto-Print-Anwendungen verwendet
werden?
Silke Ploog: Nein, die Grundlizenzen erlauben nur das lokale Editieren
und sind auf den Kunden als Nutzer
begrenzt.
Frage: Welche Schriftlizenzen sind
für den Einsatz in einem Webshop
notwendig?
Silke Ploog: Für den Einsatz in einem offenen Webshop sind spezielle
Webserver-Lizenzen erforderlich. Damit sind das Online-Editieren für einen unbegrenzten Anwenderkreis
und das editierbare Einbetten erlaubt.
Frage: Wie viel kostet eine Webserver-Lizenz?
Silke Ploog: Fontshop bietet ein
spezielles Webserver-Lizenzpaket an:
50 Fonts kosten für die Nutzungsdauer von einem Jahr 1.990 Euro,
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Was erfolgreiche Web-to-Print-Lösungen auszeichnet – darauf fand
das siebte Web-to-Print-Forum in Mainz Anfang November eindeutige Antworten aus der Praxis: Nutzen und Gewinn für den Kunden
müssen im Vordergrund stehen und nicht die Technologie. Durch
permanentes Lernen von den Bedürfnissen der Benutzer werden profitable Systeme kontinuierlich weiterentwickelt.
flight, Sammelformen, die JDF-Schnittstelle.
Kinetik GmbH, Andreas Kurzac: Neue Entwicklungen in 2009: Mailingfunktion, E-Mail-Newsletter, Shop-Integration, Rechte-Management,
Single-Sign-on, 3D-Produktansichten.
Konzept-iX, Holger Schmidt: Neuheiten und Verbesserungen: Kampagnenübersicht, Kalendermodul, Postershop, Workflow-Steuerung,
Versionierung und Änderungsverfolgung, Rich Internet Application
Desktop-Integration, Zahlungsmodule für den Shop, Zeitzonenmanagement.
Printdata GmbH, Frank Siegel: Der Online Print Shop OPS bietet für
alle Geschäftsmodelle eine Lösung: B2B, B2C, Online Editieren, Datenupload oder Warehouse mit festem Warenangebot. Der Online-Editor kann in andere Systeme integriert werden.
trivet.net, Wolfgang Boretius: Mit der Funktion »Sammlungen« lassen
sich Dokumente mit automatischer Paginierung sortieren. Das PDFEditieren ermöglicht u.a. das Bildbeschneiden und Verschieben, Größe
ändern und Text auszeichnen.
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Einfach und
kostentransparent
Der zweite Kongresstag zeigte
ein breites Spektrum interessanter
Web-to-Print-Lösungen. Mit titelhelden.de von der Deutschen Post AG
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in den Warenkorb übernommen werden. Bei printplanet.de ist das Bezahlen auf Rechnung möglich; Soll
rät hier zum Einsatz eines InkassoUnternehmens, das hilft, die Zahlungsausfälle auf einstellige Prozentsätze zu reduzieren.
RTL interactive realisierte gemeinsam mit der Druckerei Wolf aus Ingelheim das Portal kochbar.de. Individualisierte Kochbücher können hier
für eine Online-Community erstellt
werden, die aus rund 500.000 registrierten Benutzern besteht. Eine
schwierige Herausforderung war die
bestehende Datenstruktur, die nicht
mehr verändert werden konnte. So
kann ein Rezept aus beliebig vielen
Zutaten bestehen, die in das Layout
integriert werden müssen. Technische Basis ist das PDF-basierende
System trivet.net.
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Die beiden wichtigsten Vertreter der Anbieter von Publishing-Serverlösungen, Ingo Eichel von Adobe
und Markus Moranz von Quark, traten
gemeinsam auf. Beide demonstrierten Einigkeit und betonten die Gemeinsamkeiten ihrer Systeme in Bezug auf die Funktionen und den
Preis, der im oberen Bereich bei circa
30.000 Euro liegt. Quark setzt verstärkt auf Workflow-Lösungen in großen Unternehmen, die Lösungen von
Adobe hingegen werden ausschließlich von Partnerfirmen entwickelt.
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Adobe oder Quark?
können Zeitungen für Privat- und Geschäftskunden mithilfe themenbezogener Vorlagen einfach erstellt werden. Eine erste Testphase führte zu
wichtigen Weiterentwicklungen: Testen des Systems auch ohne Registrierung, gleichzeitiges Editieren und
Chatten mehrerer Benutzer, Bildtransfer per Drag and Drop und das
Bewerten von Vorlagen. Titelhelden
ist eine Eigenentwicklung auf PDFBasis; den Druck übernehmen externe Dienstleister.
Jörg Scheffler von themediahouse,
einem Digitaldruck-Mediendienstleister, demonstrierte printmaileasy.de,
ein Portal für personalisierte Standard-Mailingprodukte, das mit Printdata als Softwarepartner entwickelt
wurde. Professionelle Mailings lassen
sich damit auch für kleine und mittlere Unternehmen kostengünstig realisieren. Besonderheiten sind die patentierten, vorkonfektionierten Papiere mit Perforation und Klebestellen und ein Laserschneidsystem zum
Freischneiden von Konturen in den
Mailings. Die Gesamtkosten des Portals schlüsselte Scheffler wie folgt
auf: 15% Web-to-Print-Software, 60%
interner Aufwand (Personal) und 25%
Marketinganteil.
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das sind rund 40 Euro pro Font und
Jahr.
Frage: Wenn das Online-Editieren
von Dokumenten nur Inhouse in einem Unternehmen erfolgt, welche Lizenzen müssen dann eingesetzt werden?
Silke Ploog: In diesem Fall kann
eine Multiuser-Lizenz infrage kommen, die für einen begrenzten autorisierten Anwenderkreis gültig ist.
Der Preis für diese Lizenz ist volumenabhängig, zum Beispiel kosten
25 Arbeitsplätze 125 Euro (5 Euro
pro Arbeitsplatz), mit einem lebenslangen Nutzungsrecht.
Frage: Gilt die Multiuser-Lizenz
auch für Unternehmen mit mehreren
Standorten?
Silke Ploog: In bestimmten Fällen
ist dies möglich, z.B. bei Tochtergesellschaften ab 51% Beteiligung.
Ausgenommen sind Franchises oder
externe Partner, dann ist wieder die
Webserver-Lizenz erforderlich.
Rechnung nur mit Inkasso
Aus dem Alltag eines Mediendienstleisters, der einen offenen
Webshop für Privatkunden betreibt
(printplanet.de), berichtete Wilhelm
Soll von digital print. Bei printplanet.de gibt es rund 60 Produkte, von
der Acrylglas-Fotoplatte bis hin zu
Zollstöcken. Der Shop ist bunt, aber
gerade deshalb verkaufsfördernd. Für
Soll ist die Benutzerführung in nummerierten Schritten besonders wichtig. Das Lernen vom Kunden führte
zu einer speziellen Funktion: Ein
T-Shirt wird nur einmal ausgewählt
und kann mit unterschiedlichen Bestellmengen für verschiedene Größen
Fazit
Das Forum rückte die bisher wenig beachteten Themen wie Preflight, Farbmanagement und Fonts
ins Rampenlicht. Es wäre wünschenswert, wenn sich die im Forum genannten Anforderungen künftig in
Web-to-Print-Systemen wiederfinden
lassen. Die Lösungen aus der Praxis
zeigten, dass für den Aufbau lukrativer Web-to-Print-Portale viele Erfahrungen gesammelt und Schwierigkeiten überwunden werden müssen. Eine weitere wichtige Erkenntnis der
Referenten war, dass der Aufwand an
Zeit und Kosten nicht unterschätzt
werden darf. Mediendienstleister
sollten dennoch nicht länger zögern,
sich Märkte in der Online-Welt zu erschließen.
Ira Melaschuk
www.desktop-dialog.de · 1/2-2010
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