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I n f o r m a t i o n s m a t e r i a l
v o m
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Wie gesund ist Bier?
107 Liter Bier trinken wir Deutschen durchschnittlich pro Jahr! Das sind fast elf Kästen!
Bierliebhaber schwören auf die heilsame Wirkung des Getränkes. Es soll vor Herzinfarkt und Osteoporose schützen und sogar Krebszellen bekämpfen. Doch was ist tatsächlich dran an der Heilkraft des Bieres?
Inhaltsstoffe
Bier hat rund 8.000 Inhaltsstoffe, darunter
mehr als 400 Duftstoffe. Der größte Anteil
am Bier ist Wasser mit bis zu 93 Prozent.
Damit gehört Bier zu den schwach alkoholischen Getränken. Das Malz im Bier enthält
viele B-Vitamine. Die sind wichtig für das
Zellwachstum, gesunde Nerven, Haut und
Haare. Auch Mineralstoffe wie Kalzium,
Phosphor und Magnesium kommen im Bier
besonders reichlich vor.
Das Kalium im Bier ist wichtig für die Regulierung des Blutdrucks, Silizium ist wichtiger
Bestandteil unserer Knochen und kann Osteoporose vorbeugen. Dank des Hopfens
sind gesunde sekundäre Pflanzenstoffe wie
Polyphenole oder auch Gerbstoffe im Bier
genauso reichlich enthalten, wie in grünem
Tee oder in Rotwein.
Auf die Menge kommt es an
Ob Bier tatsächlich gesundheitsförderlich ist,
das ist vor allem eine Frage der richtigen
Menge. Die empfohlene Tagesmenge für
Männer sind 20 Gramm Alkohol, das entspricht etwa 0,5 Liter Bier. Für Frauen gilt
die Hälfte.
In zahlreichen Studien weltweit konnte ein
positiver Effekt auf das Herz-Kreislauf-
System nachgewiesen werden. So kann das
Herzinfarktrisiko bei moderatem Biergenuss
sinken. Eine Harvard-Studie aus dem Jahr
2012 zeigte, dass die Sterberate von Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten
hatten und regelmäßig Alkohol in geringen
Mengen zu sich nahmen, um 42 Prozent
niedriger lag, als bei abstinenten Patienten.
Verantwortlich dafür ist der Inhaltsstoff Xanthohumol.
Xanthohumol
Xanthohumol ist ein natürlicher Bestandteil
des Hopfens, ein sogenanntes Polyphenol.
Es soll entzündungshemmend wirken und
freie Radikale bekämpfen, was das Bier auch
für die Krebsforschung interessant macht.
Der Stoff wurde bisher nur im Hopfen gefunden. Er ist aber in den meisten Biersorten
nur in geringen Mengen vorhanden, weil er
beim Brauprozess abgebaut wird.
In China wird zurzeit erforscht, ob der Stoff
auch gegen Alzheimer und Parkinson helfen
könnte, denn die Substanz scheint auch
Nervenzellen im Gehirn zu schützen. Doch
eines ist jetzt schon sicher: Auch hier gilt,
dass zu viel Alkohol dem Gehirn eher schadet.
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Hopfen gegen Unruhe und Schlafprobleme
Hopfen ist der wichtigste Bestandteil im
Bier. Er sorgt für das bittere Aroma des Bieres und macht es haltbar. Medizinisch wirksam sind besonders die Hopfenzapfen der
weiblichen Blüten. Sie enthalten Bitterstoffe
wie Humulon und Lupulon sowie Bittersäuren und ätherische Öle.
Hopfen wirkt beruhigend und entspannend
und wird deshalb bei Schlafproblemen empfohlen – als Tee oder Hopfenbad. Möglicherweise hat der Hopfen eine ähnliche Wirkung wie das Schlafhormon Melatonin. Der
Effekt des Hopfens ist mild und wirkt nicht
sofort, dafür hat er aber auch keine Nebenwirkungen.
Außerdem hat der Hopfen entzündungshemmende Eigenschaften und lässt sich
deshalb auch gut im Gesichtswasser verwenden.
Bierhefe für schöne und gesunde Haut
Bierhefe entsteht als Abfallprodukt beim
Bierbrauen. Schon die alten Ägypter erkannten seine Wirkung als Schönheitsmittel und
Naturheilprodukt. Bierhefe ist wichtig für
den Gärprozess. Ist das Bier fertig, wird die
Hefe wieder herausgefiltert, damit das Bier
länger haltbar ist. Die Hefe enthält viele
Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen und Zink. Diese Inhaltsstoffe
wirken sich besonders positiv auf Haut, Haare und Nägel aus. Bierhefe kann bei Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte
und Hautpilzinfektionen helfen. Sie ist als
Flocken zum Auftragen auf die Haut oder
als Pillen als Nahrungsergänzungsmittel im
Handel erhältlich.
Warmes Bier gegen Erkältung – ein Mythos?!
Selbst wenn viele darauf schwören: Das Bier
bei einer Erkältung helfen soll, ist ein Mythos. Die meisten Infekte werden durch
Viren verursacht. Bier wirkt aber bakterienhemmend und kann deshalb gegen Schnupfen- und Grippeviren nichts ausrichten. Ein
kleiner Trost für Bierfans: Durch den Hopfengehalt fördert das Bier einen heilsamen
Schlaf und kann so helfen, schneller wieder
fit zu werden. Dazu sollte Bier mit einem
niedrigen Alkoholgehalt verwendet und
nicht über 40 Grad erhitzt werden, sonst
verflüchtigen sich die ätherischen Öle. Vorsicht bei zu großen Mengen, denn auch hier
gilt die Devise: Zu viel Alkohol stört den
Schlaf eher. Bei Fieber und/oder Einnahme
von Medikamenten sollte Bier mit Alkohol
generell tabu sein.
Patientengeschichte – Bierspülkur gegen Nierensteine
Der erste Nierenstein war für Thomas K.
beängstigend. Jede Bewegung war ihm zu
viel. Zuerst wusste er nicht, was die starken
Schmerzen auslöst. Ihm wurde heiß, kalt, er
bekam Fieber und höllische Schmerzen in
der Niere beziehungsweise im Rückenbereich. So beschreibt der 44-Jährige die
schlimmsten Momente in seinem Leben.
Dabei ist er eigentlich ein Mensch, den
nichts so schnell umhaut. Er ist Tischler mit
Leidenschaft, liebt die Arbeit mit Holz. Zum
Feierabend trinkt er ab und zu mal ein Bier.
Allerdings nicht nur zur Entspannung, sondern aus medizinischen Gründen! Denn:
Thomas K. ist ein sogenannter Steinbildner.
Immer wieder hat er Nierensteine. Bisher
waren es insgesamt vier seit Mitte der neunziger Jahre.
Doch was genau passiert da in ihm? Nierenoder Harnsteine sind zwar nur so klein wie
Kiesel, dafür aber extrem schmerzhaft. Sie
entstehen durch im Urin gelöste Salze oder
Harnstoffe. Diese kristallisieren aus, lagern
sich erst ab und klumpen dann zusammen.
Oft gehen die Steine auf Wanderschaft ins
Nierenbecken und in den Harnleiter. Hier
können sie an Engstellen festklemmen. Versucht der Harnleiter den Stein durch das
Zusammenziehen von Muskeln voranzutreiben, entstehen starke Krämpfe über Stunden – die gefürchtete Nierenkolik. Bei
Thomas K. hat das schon bis zu sieben
Stunden angehalten, wenn es ein großer
Stein war. Das Schlimme bei ihm ist: Die
Nierensteine bilden sich alle zweieinhalb
Jahre immer wieder. Regelmäßige Untersuchungen beim Urologen sind deshalb für
ihn Pflicht. Sein behandelnder Arzt, der Urologe Stefan Schmidt, schwört bei seinen
Nierensteinpatienten auf ein altes Hausmittel: Ein, zwei Bier wenn der Stein in Bewegung gekommen ist und die Kolik nicht
akut ist. Das sei immer sinnvoll. Der Grund
dafür: Bier hat eine diuretische Wirkung.
Das bedeutet, es wirkt harntreibend. Das
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liegt zum einen am enthaltenen Hopfen und
zum anderen am Alkohol. Beides regt die
Nierentätigkeit an. Bier wird dadurch viel
schneller wieder ausgeschieden als zum
Beispiel Wasser. Zusätzlich kommt es noch
zu einer Erweiterung des Harnleiters und
damit ist die Passage für Steine vereinfacht,
weiß Facharzt Stefan Schmidt. Und: Sogar
bei der Nierenstein-Prophylaxe soll Bier hilfreich sein. Amerikanische Forscher von der
Harvard Universität behaupten in einer Studie, dass Biertrinker ein um 41 Prozent niedrigeres Risiko haben sollen, Nierensteine
überhaupt erst zu bekommen.
Ist das Bier schuld am Bierbauch?
Bier, besonders alkoholfreies, hat weniger
Kalorien als Apfelsaft oder Rotwein. In einer
Londoner Studie konnte kein direkter Zusammenhang hergestellt werden zwischen
Männern, die Bier trinken und übergewichtig sind. Frauen, die wenig Bier trinken, seien laut der Studie sogar etwas dünner als
Frauen, die gar keinen Alkohol trinken.
Aber: Der Hopfen im Bier wirkt appetitanregend. Auch wenn das Bier also nicht direkt
für die Kalorien verantwortlich ist, so ist es
zumindest auch nicht ganz unschuldig an
den überflüssigen Pfunden.
Bier kann man nicht nur trinken, sondern auch damit kochen. Es eignet sich besonders für Nieren- oder Herzpatienten als Würze, um salzarm zu essen.
TV-Koch Christian Henze hat extra für Hauptsache Gesund zwei schmackhafte Bier-Rezepte
entwickelt.
Cremiges Weißbiersüppchen mit Meerrettich und Räucherlachs
Zutaten für 4 Personen:
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 EL Mehl
0,4 Liter Weißbier
0,2 Liter Brühe
0,1 Liter Sahne
0,1 Liter Milch
1 EL Meerrettich aus dem Glas
Salz, Pfeffer, Zucker
8 Scheiben Räucherlachs
Dill
Zubereitung:
Zwiebel und Knoblauch würfeln und in Butter glasig dünsten. Mehl einrühren und mit Bier ablöschen. Brühe, Milch und Sahne zugeben. Die Suppe kurz köcheln lassen, Meerrettich zugeben
und fein mixen. Abschmecken.
Anrichten:
Die heiße schaumige Suppe in vorgewärmte Suppenteller füllen. Jeweils zwei dünne Scheiben
Räucherlachs darauf arrangieren und mit Dill garnieren.
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Geschmorte Kalbsbacken in Dunkelbiersauce
Zutaten für 4 Personen:
Marinade:
1 Flasche dunkles Bier
3 Lorbeerblätter
3 Nelken
3 Pimentkörner
Kalbsbacken:
1 kg Kalbsbacken
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
3 EL Öl
100 g Karotten
100 g Schalotten
100 g Knollensellerie
4 Knoblauchzehen
1 Zweig Thymian
1 EL Tomatenmark
1 EL Mehl
2 EL eiskalte Butter, in Würfeln
Beilage:
Kartoffel-Aprikosen-Gratin:
800 g Kartoffeln
100 g Schalotten
10 Soft-Aprikosen (klein schneiden)
200 g Sahne
300 ml Milch
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung:
Die Zutaten für die Marinade mischen. Kalbsbacken einlegen und 24 Stunden gekühlt ruhen
lassen, dabei ab und zu wenden.
Am nächsten Tag Kalbsbacken aus der Marinade nehmen und trocken tupfen. Mit Salz und
Pfeffer würzen. In einem Topf zwei Esslöffel Öl erhitzen und das Fleisch darin anbraten. Anschließend herausnehmen.
Das Gemüse waschen, putzen, fein würfeln und im Fleischtopf anbraten, herausnehmen und
beiseite stellen. Den Topf säubern. Das restliche Öl darin erhitzen und Gemüse und Fleisch wieder mit dazugeben. Den Knoblauch klein schneiden und mit Thymian und Tomatenmark im Topf
rösten. Mehl hineinstreuen, alles einmal kräftig durchrühren und die Marinade angießen. Den
Topf mit dem Deckel verschließen.
Backofen auf 160 Grad Celsius vorheizen und das Fleisch darin 2 ½ Stunden garen. Herausnehmen. Die Sauce durch ein Sieb geben und etwas einkochen. Mit einem Schneebesen die Butterwürfel einrühren. Das Fleisch in die Sauce legen und warm halten, bis das Gratin fertig ist. Für
das Gratin den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Die Kartoffeln waschen, schälen und
in Scheiben schneiden. Schalotten abziehen und in Ringe schneiden. Aprikosen klein schneiden.
Kartoffeln, Schalotten und Aprikosen in Sahne und Milch aufkochen. Salzen und pfeffern. Alles
in eine Ofenform geben und für 30 Minuten in den Backofen schieben.
Die Kalbsbacken in der Sauce zusammen mit Kartoffel-Aprikosen-Gratin servieren.
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Fazit: Bier eignet sich in Maßen für vielerlei Rezepte und Anwendungen. Aber: Es sollte vor allem
ein Genussmittel sein. Zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten ist es nur in Absprache mit dem Arzt geeignet. Das gesündeste Bier ist alkoholfrei.
Biergeschichte
Bereits die Ägypter bauten Hopfen an, um
daraus Bier herzustellen. Auch Römer und
Griechen waren mit der Kunst des Bierbrauens vertraut. Im Altertum wurde es weniger
als Genussmittel, sondern vor allem aufgrund seiner Heilwirkungen geschätzt. Man
verwendete Hopfen gegen Verdauungsbeschwerden und Schlaflosigkeit. Ab dem
frühen Mittelalter wurde Bier auch in Klöstern gebraut. Die Mönche tranken es als
nahrhaften Ersatz während der Fastenzeit.
Aber sie schätzten es auch als Heilmittel
gegen Schwermut, es sollte die Regeneration nach Erkrankungen fördern und den Leib
kräftigen. Paracelsus bezeichnete das Bier
im 16. Jahrhundert als „göttliche Medizin“
und empfahl Bier gegen Halsbeschwerden,
Ohrenschmerzen und Magenleiden. Damals
enthielt das Bier allerdings wesentlich weniger Alkohol. Und genau das ist heute das
Problem: Der im Bier enthaltene Alkohol
zerstört viele der positiven Eigenschaften.
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Gäste im Studio
Prof. Dr. Sabine Westphal, Chefärztin, FÄ für Laboratoriumsmedizin, Institut für Klinische
Chemie, Städtisches Klinikum Dessau
Christian Henze, Hauptsache-Gesund-Koch
Anschrift
MDR FERNSEHEN, Redaktion Wirtschaft und Ratgeber „Hauptsache Gesund“
Internet: www.mdr.de/hauptsache-gesund;
E-Mail: [email protected]
Thema der Sendung am 01. Oktober 2015: „Endlich schmerzfrei“
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