Scheinwerfersysteme - Aufbau und Wirkungsweise 27-2

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Scheinwerfersysteme
Aufbau und Wirkungsweise
Niedervoltparabolspiegelscheinwerfer
Plankonvex- und Stufenlinsenscheinwerfer
Abbildende Scheinwerfersysteme, Projektion
© Das Copyright dieses Heftes,
insbesondere auch der Zeichnungen und Bilder,
liegt bei der Firma
H.M.Wörwag GmbH
Berlin
Email: [email protected]
Interent: revolux.com
und bei Hans Wörwag
Scheinwerfersysteme
Zu diesem Heft
Dieses Heft wurde von mir vor über 10 Jahren angefertigt und veröffentlicht. Der Anlaß
war, allen, die sich für Scheinwerfer, insbesondere Theaterscheinwerfer interessieren,
aufzuzeigen, wie diese aufgebaut sind und auf was zu achten ist. Insbesondere war und
ist das Heft für Auszubildende gedacht. Dabei wollte ich ”Theorie“ möglichst vermeiden
und durch schematische Zeichnungen ersetzen.
Die letzte Ausgabe dieses Hefts erscheint nun unverändert seit 2003. Die erste Ausgabe
erschien einige Jahre vorher. Noch heute wird es regelmäßig von unserer Homepage heruntergeladen. Inzwischen wurde es tausendfach eingesehen und benutzt. Das freut mich
und deshalb habe ich das Heft überarbeitet und ergänzt. Dies hat auch mein langjähriger
Mitarbeiter Herr Gunther Friedrichsen tatkräftig unterstützt und deshalb möchte ich ihm für
sein Verständnis und seine Mitarbeit danken.
Die wesentlichen Änderungen sind die Darstellungen der Zusammenhänge. Alle diesbe zügliche Zeichnungen wurden von mir deshalb koloriert. Dabei wurde darauf geachtet,
daß sie sich auch auf einem Schwarz/Weiß Drucker vernünftig ausdrucken lassen.
Die ursprüngliche Ausgabe war eine Zusammenstellung, um den Aufbau der gängigen
Scheinwerfertypen zu zeigen. Das erklärt jedoch nicht, warum diese so aufgebaut sind.
Weitgehendst hängt dies von der Art der Lichtquelle und deren Lichtverteilung, der Linse
und des verwendeten Spiegels ab. In dieser Ausgabe werden deshalb die Bedeutung die ser Bauteile am Anfang kurz behandelt. Weitergehende Einzelheiten über diese Bauteile
werden in Anhängen erläutert. Bislang gibt es den Anhang 1, der diese Bauteile auf einfache Weise erläutert.
Falls ich die Zeit dazu finde, schreibe ich noch den einen oder anderen Anhang, um wei tergehende Details und Fragen zu erläutern und darzustellen.
Anregungen dazu würde ich gerne aufnehmen.
Allen Lesern wünsche ich, daß sie den einen oder anderen Nutzen aus dem Heft haben.
Sollten Sie Verbesserungsvorschläge haben, dann schreiben Sie mir bitte und ich werde
versuchen diese in das Heft aufzunehmen.
Hans Wörwag
Das Copyright liegt bei der Firma REICHE & VOGEL-B.DELTSCHAFT Zweigniederlassungen der H.M.Wörwag GmbH und bei Hans Wörwag.
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Scheinwerfersysteme
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Gliederung
Seite
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1
1 Wesentliche Bauteile eines Scheinwerfers
1
1.1 Lichtquellen und deren Lichtverteilung
1
3
4
6
1.1.1 Halogenlampe
1.1.2 Entladungslampe
1.1.3 LED
1.1.4 Leuchtdichte
7
1.2 Spiegel / Reflektor
8
8
1.2.2 Parabolspiegel
1.2.3 Ellipsenspiegel
8
1.3 Linsen
9
10
12
1.3.1 Plankonvexlinse
1.3.2 Stufenlinse
1.3.4 Asphärische Linse
13
2 Parabolspiegelscheinwerfer
2.1 Grundlagen
13
2.2 Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfer
16
16
19
2.2.1 Wirkungsweise
2.2.2 Ringblende
22
3 Linsenscheinwerfer
22
3.1 Plankonvexlinsenscheinwerfer
24
26
27
3.1.1 Betrieb mit idealisierter Lichtquelle
3.1.2 Aufbau mit realer Lichtquelle
3.1.2.1 Aufbau mit Halogenlampe
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28
Einstellen der Lampe (Beispiel Glühlicht,
Halogenlampe)
3.1.2.2 Aufbau mit Entladungslampe
3.1.2.3 Überfokussierung
31
33
3.2 Stufenlinsenscheinwerfer
34
3.3 Zusammenfassung
34
3.4 Sonderbauformen
35
35
36
3.4.1 Linsenscheinwerfer mit zusätzlichem Kondensor.
3.4.2 Linsenscheinwerfer mit Ellipsenspiegel.
39
4 Abbildende Scheinwerfersysteme
4.1 Scheinwerferobjektiv
40
4.1.1 Starres Objektiv
4.1.2 Zoom Objektiv
40
42
44
4.2 Kondensorlinsenscheinwerfer
44
46
4.2.1 Kondensorsystem
4.2.2 Kondensorlinsensystem als Gesamtsystem
49
4.3 Ellipsenspiegel-Linsenscheinwerfer
49
4.3.1 Licht sammelndes System (Lichthaus) mit
Ellipsenspiegel
4.3.2 Ellipsenspiegelsystem als Gesamtaystem
52
55
4.4 Bühnen-Projektionsgerät
59
5 Entwicklungen - neue Scheinwerfersysteme
59
5.1 Linsenscheinwerfer mit einem LED als Lichtquelle
5.1.1 Linsenscheinwerfer mit Brennweitenverkürzung
5.1.2 Scheinwerfer mit Brennweitenverlängerung
5.1.3 Scheinwerfer mit mehreren LEDs als Lichtquelle
und mit Abbildungsoptik
5.1.3.1 Beispiel eines Scheinwerfers mit mehreren LEDs
69
71
5.2 Profilscheinwerfer / Verfolger für Halogen- oder
Entladungslampe
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60
64
67
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71
73
5.2.1 Mit Halogenlampe
5.2.2 Entladungslampe
74
5.3 Linsenscheinwerfer für Halogen- oder
Entladungslampe
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1 Wesentliche Bauteile eines Scheinwerfers
Abhängig von der Art des Scheinwerfers sind eine Lichtquelle, gegebenenfalls mit Vor schaltgerät, ein oder mehrere Reflektoren und eine oder mehrere Linsen erforderlich. Darüber hinaus sind noch eine oder mehrere Fassungen und ein Gehäuse notwendig. Auf
letzteres wird hier jedoch nicht eingegangen.
Anmerkung:
In der Technik werden für verformte, reflektierende Bauteile der Begriff ”Reflektor“
verwendet. Im Theater wird häufig der Begriff "Spiegel" verwendet. Zum Beispiel
"Kugelspiegel", "Parabolspiegel" und "Ellipsenspiegel".
1.1 Lichtquellen und deren Lichtverteilung
Jeder Lichtquelle läßt sich eine eigene Lichtverteilung zuordnen. Die Art der Lichtverteilung ist bei der Konstruktion und optischen Auslegung des Scheinwerfers zu berücksichtigen. Hier werden beispielhaft vier Typen betrachtet; idealisierte Lichtquelle, Halogenlampe
Entladungslampe und LED.
Idealisierte Lichtquelle
Zunächst sollte jedoch die Lichtquelle betrachtet werden.
Zuerst wird eine idealisierte Lichtquelle dargestellt. Diese
ist unendlich klein, also punktförmig und strahlt nach allen
Richtungen gleichmäßig Licht ab. Von der Seite oder von
oben betrachtet ergibt sich immer die gleiche Lichtverteilung.
Im weiteren Verlauf werden die Strahlen teilweise nicht
mehr als Pfeile, sondern nur als Linien dargestellt.
Abbildung 1
1.1.1 Halogenlampe
Bislang wurde von einer nach allen Richtungen gleichstarken Lichtabstrahlung der
Lichtquelle ausgegangen. Reale Lichtquellen verhalten sich anders. Eine Halogenlampe
mit Mono- oder Biplanwendel strahlt das meiste Licht senkrecht zur Wendelfläche ab. Bei
einem senkrechten Schnitt durch die Lampe würde dies etwa wie in Abbildung 1.1
aussehen:
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Die Lichtverteilungskurve gibt
unter dem jeweiligen Winkel die
Beleuchtungsstärke in 1 m Abstand an. (Candella [cd]) Die
einzelnen Strahlen werden proviel Licht
viel Licht
zur Linse
zum Spiegel
portional in die Kurve eingetragen. Ein hoher Meßwert gibt
einen langen Strahl und ein kleiFlaches Wendel
(rechteckige Fläche)
ner Meßwert einen entsprechend kleineren Strahl. Die Fläwenig Licht
che innerhalb der Lichtverteilungskurve, ist in den AbbildunAbbildung 1.1 Schematische Darstellung - seitlich
gen 1.2 und folgenden Blau
gezeichnet und gibt die Lichtmenge an. Die gesamte Fläche entspricht 100%. Je größer
bei einem Spiegel oder anderen optischen Bauteil der Anteil an der gesamten Fläche
wird, den das oder die optischen Bauteile erfaßt, um so höher wird der Wirkungsgrad.
wenig Licht
Anmerkung:
Normalerweise werden die Strahlen in einer Lichtverteilungskurve nicht eingetragen.
Es werden die Meßpunkte zu einer Kurve verbunden und einige Winkel gezeichnet.
Bei der Messung eines Scheinwerfers wird ähnlich verfahren.
Abbildung 1.2: Halogenlampe
Schematische Darstellung - seitlich
Abbildung 1.3: Halogenlampe
Schematische Darstellung - seitlich
Links in der Abbildung 1.2 ist schematisch die Lichtverteilung einer Halogenlampe mit flachem Wendel ( mono- oder biplan ) dargestellt. Das Wendel ist der glühende Teil der
Lampe und erzeugt das Licht. In Abbildung 1.3 ist derjenige Winkel eingezeichnet, der das
abgestrahlte Licht der Lichtquelle umgibt. Er ist hier als Nutzwinkel bezeichnet.
Ein Schnitt durch die seitlich gezeichnete Lampe, Abbildung 1.2 ergibt die entsprechenden Zeichnungen Abbildung 1.4 und 1.5 von oben betrachtet.
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Es ist dabei darauf zu achten, daß die Zeichnungen zweidimensional sind. In Wirklichkeit
ist die Abstrahlung dreidimensional, also räumlich zu verstehen.
Abbildung 1.4: Halogenlampe
Schematische Darstellung - von oben
Abbildung 1.5: Halogenlampe
Schematische Darstellung - von oben
1.1.2 Entladungslampe
In der Entladungslampe wird ein Lichtbogen aufgebaut und betrieben. Die Strahlen und
die Hitze des Lichtbogens lassen Zusätze in der Gasfüllung der Lampe verdampfen und
regen gleichzeitig die Moleküle der Gasfüllung des Leuchtmittels an. Dadurch wird Licht
erzeugt.
In den Abbildungen 1.6 und 1.7 sind schematisch die Lichtverteilung einer Entladungslam pe abgebildet, wie zuvor bei der Halogenlampe.
Abbildung 1.6 Entladungslampe
Schematische Darstellung - seitlich
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Abbildung 1.7 Entladungslampe
Schematische Darstellung seitlich mit Nutzwinkel
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Bei einer Entladungslampe ergeben sich
seitlich betrachtet ähnliche Bilder, Abbildungen 1.6 und 1.7, wie bei einer Lampe
mit Wendel (Halogenlampe).
Abbildungen 1.2, 1.3 und 1.6, 1.7
Nutzwinkel: volle 360°
Aus dem Schnitt quer zur Lampe, also von
oben betrachtet, ist nun ersichtlich, daß die
Lampe um die ganze senkrechte Achse
herum gleichmäßig ihr Licht abstrahlt. Abbildung 1.8
Abbildung 1.8 Entladungslampe
Schematische Darstellung - von oben
Dazu ein praktisches Beispiel einer Entladungslampe:
Diese Lichtverteilung hat uns die Firma USHIO
zur Verfügung gestellt.
Abbildung 1.9
Abbildung 1.10 Entladungslampe
1.1.3 LED
Nachdem LEDs (Licht emittierende Dioden) in den letzten Jahren leistungsstärker wurden,
werden sie nun auch in Scheinwerfern eingesetzt. Relativ gut lassen sie sich für Scheinwerfer mit Reflektoren, also Fluter und Rampen, verwenden. Es werden mehrere LEDs
eingebaut.
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Bei Scheinwerfern mit Linsen, zum Beispiel Profilscheinwerfern, ist der Einbau hauptsäch lich wegen der erforderlichen Kühlung schwierig. Es sind sperrige Kühlkörper erforderlich
um die Wärme, die die LED entwickelt, abzuführen, sonst zerstört sich die LED wegen
Überhitzung selbst. Auch die Aufteilung der Lichtquelle auf mehrere LEDs ist problematisch.
Oft wird übersehen, daß mit steigender Temperatur des LEDs die Lebensdauer stark abnimmt und beim Übersteigen einer Grenztemperatur (liegt bei ca. 120°C) sofort zerstört
wird.
Lebensdauerangaben von LEDs beziehen sich meistens auf Laborbedingungen mit einer
Umgebungstemperatur von 20° bis 25°C. Im Theater oder in einem Studio kann die Umgebungstemperatur an dem Scheinwerfer über 40°C oder noch höher sein. In einem solchen Fall ist die Lebensdauer wesentlich geringer. Dieser Zusammenhang ist beim Betrieb zu beachten.
Links ist schematisch
eine LED mit Kühlkörper dargestellt.
Abbildung 1.11 Aufbau eines LED Moduls mit Kühlkörper
Wegen des sperrigen Kühlkörpers kann
dieses Modul nicht einfach als Ersatz eines konventionellen Leuchtmittels verwendet werden.
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Abbildung 1.12 Nutzwinkel des LED Moduls
1.1.4 Leuchtdichte
Je kleiner und je stärker die Lichtquelle im Verhältnis zu Spiegel und Linse wird, desto
besser wird der Wirkungsgrad des Scheinwerfers. Dieser Sachverhalt wird später noch erläutert.
Die Leuchtdichte ergibt sich aus der Lichtmenge pro Fläche; gemessen wird in der folgenden Tabelle in Lumen / mm². Die Werte sind aus Katalogen entnommen und sind Richtwerte.
Halogenlampe 1000 Watt
Halogenlampe 1200 Watt
Halogenlampe 2000 Watt
Halogenlampe 2500 Watt
Halogenlampe 5000 Watt
15 x 13
16 x 14
20 x 19
20 x 19
26 x 33
Effizienz
[Lm/Watt]
Leistung
[Watt]
Leuchtdichte
[lm / mm²]
Lichtmenge
[lm]
Fläche der
Lichtquelle
[mm²]
Lichtquelle
Abmessun
g der
Lichtquelle
[mm]
Leuchtdichten verschiedener Lichtquellen
240
224
380
380
858
26.000
30.000
52.000
65.000
135.000
108
134
137
171
157
1.000
1.200
2.000
2.500
5.000
26,0
25,0
26,0
26,0
27,0
7,0
7,0
49.000
7.000
575
85,2
10,0
10,0
110.000
11.000
1.200
91,7
14,0
14,0
240.000
17.143
2.500
96,0
23,5
23,5
380.000
16.170
4.000
95,0
23,0
23,0
600.000
26.087
6.000 100,0
Ø 30
706,5
7.600
11
Bogenlänge
[mm]
Metallhalogendampflampe
575 Watt
Metallhalogendampflampe
1200 Watt
Metallhalogendampflampe
2500 Watt
Metallhalogendampflampe
4000 Watt
Metallhalogendampflampe
6000 Watt
LED 120 Watt
120
63,3
Bei der Flächenberechnung der Metallhalogenlampen wurde für die Dicke der Entladungsstrecke 1 mm angenommen.
Hinweis:
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Scheinwerferoptiken sind meistens rotationssymmetrisch aufgebaut. Deshalb sollte bei
der Konstruktion die größte Strecke der Lichtquelle zu Grunde gelegt werden. Bei einem
Wendel also die Diagonale, bei einer Halogenmetalldampflampe mit klarem Kolben die
Bogenlänge und bei einer runden LED der Durchmesser. Dadurch ergeben sich etwas andere Werte als oben angegeben.
Bemerkenswert ist der niedrige Wert des LED!
Der eine oder andere Hersteller ermöglicht höhere Lichtwerte, das geht dann meistens zu
Lasten der Lebensdauer. Ein genauer und präziser Vergleich ist erforderlich.
Bemerkenswert ist der Vergleich zu einer Halogenlampe. Dabei ist allerdings zu beachten,
daß, wie schon dargelegt, die Hälfte des Lichts, das die Halogenlampe abgibt meistens
auf einen Spiegel fällt und dann über die Mitte des Spiegels reflektiert wird. Bei einem Bi planwendel entstehen dabei besonders hohe Verluste, da das Wendel das reflektierte
Licht versperrt und damit von diesem Lichtanteil bis zur Hälfte verloren wird. Da bei einer
LED das Licht nur in einer Richtung ausgestrahlt wird und deshalb ein Spiegel nicht erfor derlich ist, sollten in einem Vergleich mit einer Halogenlampe mit Biplanwendel für die Halogenlampe nur 75% der angegebenen Lumenwerte angesetzt werden. Auch hier sind
Ausnahmen zu beachten und eine genaue Untersuchung ist im Einzelfall erforderlich!
1.2 Spiegel / Reflektor
Die gebräuchlichsten Spiegel sind Kugelspiegel, Parabolspiegel und Ellipsenspiegel. Einzelheiten dazu sind im Anhang 1 enthalten. Alle drei Spiegelarten lassen sich von einem
Kegelschnitt ableiten.
Der Kugelspiegel ist der Abschnitt einer hohlen Kugel, der Parabolspiegel ist der Abschnitt
eines hohlen Paraboloids, und der Ellipsenspiegel der Abschnitt eines hohlen Ellipsoids.
Bei Bühnenscheinwerfern ist der Spiegel innen mit einer stark reflektierenden Oberfläche
versehen.
In den folgenden Abbildungen werden nur die Lichtstrahlen, die der Spiegel erfaßt darge stellt. Des weiteren liegt eine idealisierte Lichtquelle den Abbildungen zugrunde.
1.2.1 Kugelspiegel
Beim Kugelspiegel steht das Leuchtmittel im Mittelpunkt der Kugel. Das
Licht, das auf den Spiegel trifft, wird
zum Mittelpunkt zurück reflektiert.
Steht die Lichtquelle nicht im Mittelpunkt des Kugelspiegels, dann ergibt
sich ein anderer Nutzwinkel. Das ist
selten der Fall.
Hinweis:
Der Mittelpunkt der Kugel ist nicht der
Brennpunkt! Dieser ist bei r/2 in Richtung Spiegel .
Abbildung 1.13 Kugelspiegel
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Scheinwerfersysteme
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1.2.2 Parabolspiegel
Die Lichtquelle steht im Brennpunkt des
Parabolspiegels und alle Strahlen einer
idealen Lichtquelle, die der Parabolspiegel erfaßt, werden parallel zur optische
Achse reflektiert.
Einzelheiten sind im Anhang 1 erläutert.
Abbildung 1.14 Parabolspiegel
1.2.3 Ellipsenspiegel
Ellipsenspiegel
Beim Ellipsenspiegel steht die Lichtquelle
im ersten Brennpunkt des Ellipsoids und
das Licht, das auf den Spiegel fällt, wird
zum zweiten Brennpunkt reflektiert.
Einzelheiten sind im Anhang 1 erläutert.
Abbildung 1.15 Ellipsenspiegel
1.3 Linsen
Im Scheinwerferbau werden Linsen zum sammeln von Licht und zur Abbildung einer Vorlage, zum Beispiel eines Dias, auch Gobo genannt, benutzt.
Linsen verändern die Richtung der Lichtstrahlen. Bei positiver Brennweite werden die
Lichtstrahlen zur optischen Achse hin verändert, dies wird als „gebrochen“ bezeichnet, bei
negativer Brennweite verändern sie sich weg von der optischen Achse.
Näheres zu den verschiedenen Linsenarten, deren Bezeichnungen und die Gesetzmäßigkeiten zur Abbildung sind im Anhang 1 erläutert.
Die gebräuchlichsten Linsen im Scheinwerferbau sind die Plankonvexlinse, die Stufenlinse und die asphärische Linse.
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1.3.1 Plankonvexlinse
Plankonvexlinse
Kugelabschnitt
Die Plankonvexlinse ist der Abschnitt einer
Glaskugel.
Das Licht wird an der planen und gekrümmten Fläche gebrochen.
r
Oberfläche der
Glaskugel
Plane Fläche
Abbildung 1.16 Plankonvexlinse
Plankonvexlinse
F
Lichtstrahl
Optische Achse
Schnittweite
Brennweite
Abbildung 1.17 Plankonvexlinse
Fallen Lichtstrahlen parallel zur optischen
Achse auf eine Plankonvexlinse, dann
schneiden die Lichtstrahlen die optische
Achse im Brennpunkt F der Plankonvexlinse.
Treffen Lichtstrahlen, die vom Brennpunkt
der Plankonvexlinse ausgehen, auf die Plankonvexlinse, dann werden sie von der Plankonvexlinse so gebrochen, daß sie nach
dem Durchgang durch die Linse, parallel zur
optischen Achse ausgerichtet sind.
Die dargestellten Eigenschaften treffen nur auf dünne Linsen zu. Bei dicken Linsen erge ben sich Abweichungen, die mit dem Abstand zur optischen Achse zunehmen.
Für Scheinwerfer wird dieser Effekt unter dem Abschnitt Plankonvexlinsenscheinwerfer
näher erläutert, für Linseneigenschaften im gesonderten Anhang 1.
Steht die idealisierte Lichtquelle im Brennpunkt der Plankonvexlinse, dann ergibt sich
ein paralleler Lichtstrahl mit dem dazugehörigen Nutzwinkel.
Abbildung 1.18 Plankonvexlinse
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Mit dem Verschieben der Lichtquelle in
Richtung zur Linse öffnet sich der Lichtstrahl und der Nutzwinkel wird größer.
Abbildung 1.19 Plankonvexlinse
1.3.2 Stufenlinse
Eine Plankonvexlinse mit großem Durchmesser und relativ kurzer Brennweite bzw.
Schnittweite würde sehr dickbauchig und damit schwer und ziemlich teuer werden. Die Dicke der Stufenlinse ist gleichmäßiger als eine Plankonvexlinse. Deshalb erwärmen sie
sich gleichmäßiger und kühlen sich auch gleichmäßiger ab. Die Spannungen im Glas sind
geringer. Die Stufenlinse kann deshalb höheren Temperaturen als eine Plankonvexlinse
ausgesetzt werden.
Einer Stufenlinse liegt folgender Gedanke zugrunde:
Die gezeichnete Plankonvexlinse ist sehr dickbauchig und
hat deshalb eine kurze Brennweite. Der Radius „r“ und der
Brechungsindex des Glases legen die Brennweite fest.
r
Abbildung 1.20 Plankonvexlinse als Ausgangslinse für eine Stufenlinse
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ergibt 1. Ring
Nun wird die Linse in einzelne Ringe aufgeteilt.
ergibt 2. Ring
r
ergibt 3. Ring
ergibt 4. Ring
ergibt 5. Ring = Mitte
Abbildung 1.21
Diese Ringe werden im Beispiel nach
links soweit verschoben, bis der Radien1. Ring
ansatz an der selben Fläche anstößt. Es
2. Ring
ergeben sich konzentrische Ringe mit
3. Ring
r1
gleichem Radius und mit gleich langer
4. Ring
r3
Brennweite.
r5
5. Ring = Mitte
Wegen der Verschiebung verschieben
r4
sich auch die Mittelpunkte der konzentrir2
schen Oberflächen. Somit ist auch kein
gemeinsamer Brennpunkt vorhanden.
Im letzten Schritt müssen nun -außer der
äußersten- alle Flächen mit den neuen
Abbildung 1.22
Abständen für einen gemeinsamen
Brennpunkt neu berechnet werden. Es ergeben sich dadurch neue Werte für „“r2 bis „r5“.
Die endgültige Linse ist nicht dargestellt.
Anmerkung:
Die Rückseite der Stufenlinse ist heute meistens gewölbt. Die Ursprungsform ist
dann eine Meniske.
Außerdem ist die Rückseite der Linse strukturiert (siehe Abschnitt Plankonvexlinse),
um einen Art Weichzeichnereffekt zu erhalten und damit Wendelabbildungen zu vermeiden. Durch die Rückseite und durch die Ringe entsteht etwas Streulicht.
Im Allgemeinen werden Stufenlinsen mit positiver Brennweite hergestellt. Es sind
auch Linsen mit negativer Brennweite erhältlich.
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Links ist im Schnitt ist eine positive Stufenlinse mit konkaver
Rückseite abgebildet. Die Linse wird industriell im Preßverfahren hergestellt.
Abbildung 1.23
1.3.4 Asphärische Linse
Bei asphärischen Linsen liegt
der Oberfläche der Linse kein
Kreis, sondern ein anderer Kegelschnitt, zu Grunde.
F
Asphärische Oberfläche
Für Kondensorlinsen wird die
Oberfläche der Linse so korrigiert, daß die Strahlen nach der
Linse möglichst parallel sind.
Abbildung 1.24
Einzelheiten werden im Abschnitt Kondensorsystem und Anhang 1 erläutert. Asphärische
Kondensorlinsen werden in Kondensorlinsenscheinwerfern beziehungsweise Profilscheinwerfern und kleineren Projektionsgeräten eingesetzt.
Die Art und Weise, wie die einzelnen Bauteile zusammenpassen und aufeinander abge stimmt werden können, wird im Folgenden unter den Scheinwerfersystemen erläutert.
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2 Parabolspiegelscheinwerfer
2.1 Grundlagen
In der Abbildung 2.1 befindet sich
im Brennpunkt eines Parabolspiegels eine idealisierte Lichtquelle.
Sie ist punktförmig und strahlt in
Verlustwinkel
allen Richtungen gleich viel Licht
ab.
Nutzwinkel
Alle Lichtstrahlen, die von der
F
Lichtquelle auf den Spiegel treffen, werden vom Parabolspiegel
achsparallel reflektiert und sind
nutzbar. (In der Zeichnung sind
dies die blauen Linien.) Wird der
Winkel über alle Lichtstrahlen, die
den Parabolspiegel treffen, gezeichnet, so ergibt sich der Nutzwinkel.
Alle Lichtstrahlen, die nicht auf
Abbildung 2.1
den Spiegel treffen sind verloren,
da sie nicht achsparallel sind. Davon ausgenommen ist nur jener Strahl, der auf der opti schen Achse liegt. Dieser kann unberücksichtigt bleiben. Wird nun über alle diese Strahlen ebenfalls ein Winkel gezeichnet, ergibt sich der Verlustwinkel. Alle Winkel zusammen
müssen 360° ergeben. In der Abbildung 2.1 hat der Nutzwinkel 220° und der Verlustwinkel
140°.
Wird eine reale Lichtquelle in diesem Parabolspiegel benutzt, dann ändern sich die Ver hältnisse. Je nach der Lichtverteilung der realen Lichtquelle kann sich die Lichtausbeute
verbessern oder verschlechtern. Siehe hierzu auch den Absatz Lichtverteilung von Lichtquellen.
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Scheinwerfersysteme
b
Nutzwinkel des
Leuchtmittels
Teil B
Nutzwinkel des
Leuchtmittels
Teil A
Achsparallele Lichtstrahlen
vom planen Wendel.
Diese sind ebenfalls nutzbar.
Abbildung 2.2
In der Abbildung 2.2 ist in dem
Parabolspiegel eine Halogenlampe mit planem Wendel im Brennpunkt eingezeichnet. Es ist die
gleiche Lichtquelle, wie zuvor beschrieben. Siehe hierzu auch die
Abbildung 1.1.2.
Diese Lichtquelle strahlt ihr Licht
hauptsächlich in zwei Richtungen
ab, so daß sich die Lichtverteilungskurve des Leuchtmittels in
den Teil A und den Teil B aufteilen läßt. In diesem Fall hat jeder
Anteil 50% des Lichts.
Aus der Zeichnung ist ersichtlich,
daß das Licht vom Anteil A vollständig vom Spiegel erfaßt und
reflektiert wird.
Vom Anteil B der Lichtverteilungskurve wird vom Parabolspiegel kein Licht erfaßt und die
Lichtstrahlen gehen fast vollständig verloren, da sie nicht achsparallel zur optischen Achse
sind. Nur ein geringer Anteil des Lichts vom Teil B der Lichtverteilung wird achsparallel abgestrahlt. Diese sind in der Zeichnung gekennzeichnet und ebenfalls nutzbar. Somit liegt
der tatsächliche geometrische Wirkungsgrad dieser Darstellung etwas über 50%.
Aus der Zeichnung geht auch hervor, daß der Spiegel zu groß ist. Der Spiegelteil, der mit
dem Maß „b“ gekennzeichnet ist, ist unwirksam und unnötig. Der Spiegel und damit auch
der Scheinwerfer könnte kleiner und preiswerter gebaut werden, ohne daß sich die licht technischen Eigenschaften verändern würden.
Aus den Abbildungen 2.1 und 2.2 ist ersichtlich, daß der geometrische Wirkungsgrad von
der Lichtverteilung der Lichtquelle und vom optischen Bauteil beziehungsweise weiterer
optischer Bauteile abhängt.
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Scheinwerfersysteme
In Abbildung 2.3 ist in dem gleichen Parabolspiegel, der in Abbildung 2.2 dargestellt ist, eine EntNutzwinkel des
ladungslampe eingebaut. Die EntLeuchtmittels
ladungsstrecke liegt auf der optischen Achse und der Mittelpunkt
der Entladungsstrecke ist im
Brennpunkt. Der Parabolspiegel
hat in der Mitte eine kreisförmige
Öffnung, damit das Leuchtmittel
befestigt werden kann. Dieser Bereich des Spiegels entfällt und die
Nutzwinkel des
Leuchtmittels
davon betroffenen Winkel sind rot
eingezeichnet.
Die Lichtstrahlen, die vom Spiegel
reflektiert werden sind blau gezeiAbbildung 2.3
chent. Analog, wie zuvor ergeben sich die Nutzwinkel. Aus der Lichtverteilungskurve des
Leuchtmittels ist ersichtlich, daß weit über 50% des Lichts achsparallel reflektiert wird. Der
Rest ist wieder verloren.
Es ist auch ersichtlich, daß der Parabolspiegel wesentlich mehr Licht reflektieren würde,
wenn der Spiegel um das Maß „b“ vergrößert wird. Dadurch wird der Durchmesser des
Parabolspiegels größer. Er würde dann vermutlich 80% bis 90% der Lichtstrahlen erfassen und reflektieren.
b
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2.2 Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfer
2.2.1 Wirkungsweise
Abbildung 2.4
Gängige Darstellung des Strahlengangs eines
Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfers mit
kuppenverspiegelter Lampe
Der Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfer ist ein besonderes
Gerät. Vom Aufbau her gibt es
einen engen Lichtstrahl ab. Wegen des Leuchtmittels ist dieses
Licht gleißend und glitzernd. Soll
auf der Bühne ein Kronleuchter
oder Straß an Kostümen zum
Funkeln und Brillieren gebracht
werden, sind NV-Parabolspiegelscheinwerfer die beste Wahl
und in ihrer Wirkung von anderen Scheinwerfern nicht erreichbar.
Darüber hinaus hat dieser Scheinwwerfer einen sehr guten Wirkungsgrad und eignet sich
wegen des engen Lichtstrahls zur Ausleuchtung auf große Entfernungen.
In der Animation (-siehe unsere Internetseite-) wird eine ideale Lichtquelle verwendet, sie
ist also unendlich klein, beziehungsweise ein Punkt. Aus der Animation ist leicht
ersichtlich, daß schon ein geringfügiges Verschieben der Lichtquelle eine große
Auswirkung auf den Strahlengang hat.
Zum Aufbau:
Streuendes Licht
Parabolspiegel
Paralleles Licht
Treffen parallele Lichtstrahlen
zentrisch auf einen Parabolspiegel, dann schneiden sie sich im
Brennpunkt des Spiegels. Dieser Effekt gilt auch umgekehrt.
Alle Lichtstrahlen aus dem
Brennpunkt, die den Spiegel
treffen werden als parallele
Lichtstrahlen reflektiert.
Brennpunkt
Streuendes Licht
Abbildung 2.5
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Scheinwerfersysteme
Parabolspiegel
Hilfsspiegel
Kugelabschnitt
Lichtquelle
im Brennpunkt des Parabolspiegels
und gleichzeitig
im Mittelpunkt des Kugelabschnitts
Abbildung 2.6
Diese Eigenschaft wird beim
NV-Parabolspiegel angewendet.
Die Lichtquelle muß im Brennpunkt des Reflektors stehen.
Um die Lichtstrahlen, die von
der Lichtquelle nach vorne, also
nicht zum Parabolspiegel hin,
abgestrahlt werden, ebenfalls
nutzen zu können, wird ein
Hilfsspiegel verwendet. Dieser
Hilfsspiegel stellt eine Halbkugel
dar, in deren Mittelpunkt sich die
Lichtquelle befindet.
Damit beim Einjustieren der
Lichtquelle der Hilfsspiegel mitwandert, beziehungsweise beim
Verstellen der Lichtquelle diese
immer im Mittelpunkt der Halbkugel bleibt, ist der Spiegel im
Glaskolben der Niedervoltlampe
aufgebracht.
Abbildung 2.7
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Scheinwerfersysteme
minus 3
O 120
dunkle Zone in
der Mitte des Lichtkegels
Idealer Fall
gefährliche Bündelung
des Lichtkegels mit
Brandgefahr
plus 3
Aus den Zeichnungen 2.8, links,
ist leicht ersichtlich, daß schon
eine geringfügige Verstellung
der Lampe aus dem Brennpunkt
heraus eine große Änderung
des Lichtkegels erzeugt, obwohl
eine fast punktförmige Lichtquelle verwendet wird.
Bei einer Verschiebung zum
Spiegel, im Beispiel sind es minus 3 mm, streut der Scheinwerfer und es ergibt sich in der Mitte des Lichtkegels eine dunkle
Zone.
Bei einer Verschiebung weg
vom Spiegel, im Beispiel ebenfalls 3 mm, aber plus, ergibt sich
Abbildung 2.8
außerhalb des Scheinwerfers
eine Verengung der Lichtstrahlen. Diese Verengung kann gefährlich werden und eine Brandgefahr darstellen. Eine
derartige Verschiebung muß deshalb mechanisch verhindert werden. Deshalb ist bei Reiche & Vogel Scheinwerfern ein Stellring vorhanden, so daß auch Fertigungstoleranzen der
Lampe und des Scheinwerfers ausgeglichen werden können.
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Scheinwerfersysteme
2.2.2 Ringblende
Zu den NV-Parabolspiegelscheinwerfern werden Ringblenden geliefert. Die Ringe sind so
gebaut, daß sie Streulicht aus dem Scheinwerfer auffangen.
Einschubrahmen
Versteifung
In der Zeichnung 2.9 ist eine
Ringblende gezeichnet, links die
Aufsicht und rechts ein Schnitt.
Blende
Konzentrische Ringe
Versteifung
Abbildung 2.9
In der Zeichnung 2.10 sind die
Lichtstrahlen, die von der Rinblende durchgelassen werden,
blau gezeichnet. Die Lichtstrahlen mit größerem Winkel zur optischen Achse sind rot gezeichnet und werden von den Ringen
absorbiert, also ausgeblendet.
Dazu
müssen
die
Ringe
schwarz/matt sein.
Der Grenzwinkel „α“ ergibt sich
aus der Tubuslänge „t“ und dem
Abstand „a“ von Ring zu Ring.
Abbildung 2.10
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Scheinwerfersysteme
Beispiele von REICHE & VOGEL
Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfer
NS 250 / T
mit Ringblende und mit eingebautem
Transformator
Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfer
NS 500 / T
mit Ringblende und mit eingebautem
Transformator
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Scheinwerfersysteme
Niedervolt-Parabolspiegelscheinwerfer
NS 1000
mit Ringblende
Dieses Gerät ist auch mit einer
kardanischen Aufhängung erhältlich
Niedervolt-Brückenverfolger
BV 500
mit Ringblende und kardanischer
Aufhängung
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Scheinwerfersysteme
3 Linsenscheinwerfer
3.1 Plankonvexlinsenscheinwerfer
Üblicher Weise besteht ein Linsenscheinwerfer aus einer Linse, einem Kugelspiegel und
einer Lichtquelle. Bei einem Plankonvex-Linsenscheinwerfer ist die Linse eine Plankon vexlinse, beim Stufenlinsenscheinwerfer eine Stufenlinse. Allerdings lassen sich auch andere Linsentypen verwenden, zum Beispiel eine Meniske. Das ist jedoch eher selten der
Fall. Die Mittelpunkte der optischen Bauteile und der Lichtquelle müssen auf einer gemeinsamen optischen Achse liegen. Der Kugelspiegel und die Lichtquelle bilden eine mechanisch feste Einheit und lassen sich entlang der optischen Achse verschieben. Dabei
verändert sich der Abstand zur Linse und der Öffnungswinkel des Lichtkegels.
Das optische System und dessen Wirkungsweise ist bei Stufenlinsenscheinwerfern und
bei Plankonvexlinsenscheinwerfern gleich. Deshalb wird zuerst der Plankonvexlinsenscheinwerfer, oft auch PC genannt, beschrieben und erläutert. Anschließend wird der Stu fenlinsenscheinwerfer erklärt.
In den üblichen, schematischen Darstellungen wird die Lichtquelle als Punkt, also als
idealisierte Lichtquelle abgebildet und es werden nur jene Lichtstrahlen abgebildet, die im
Strahlengang des Scheinwerfers enthalten sind.
In Abbildung 3.1 ist
der
schematische
Strahlengang von der
Spot- bis zur Floodstellung, mit einer
Zwischenposition,
dargestellt.
Unter Spotstellung ist
der engste und unter
Floodstellung
der
breiteste
Lichtkegel
zu verstehen.
Abbildung 3.1
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Scheinwerfersysteme
Mit den folgenden Zeichnungen werden einige Merkmale mit idealisierter Lichtquelle
dargestellt:
Ideale Lichtquelle
Spotstellung
Lichtquelle im Brennpunkt
Schnittweite s
Die Lichtquelle mit dem Spiegel
ist im Brennpunkt. Der Scheinwerfer gibt nahezu paralleles
Licht ab. Diese Einstellung wird
auch "Spot-Stellung" bezeichnet.
Die Nutzwinkel sind sehr klein.
Der erreichte Lichtfleck hat die
größte Helligkeit obwohl der
Wirkungsgrad des Scheinwerfers am geringsten ist.
Brennweite f
Abbildung 3.2
Anmerkung:
Die Brennweite der Linse wird von der Hauptebene bis zum Brennpunkt gemessen.
Die Schnittweite ist die Entfernung von der äußersten Linsenkante bis zum Brennpunkt,
in der Zeichnung von der Linsenrückseite (Abbildung 3.2.). Würde die Lampe über die
Brennweite hinaus verschoben, würde sich das Lampenwendel vergrößert abbilden, der
Wirkungsgrad würde immer schlechter. ( siehe hierzu auch den gesonderten Anhang 1,
Seite 36: 4.4. Darstellung mit Hauptebenen - Abbildungsgesetz und Vergrößerung )
Wird die Lichtquelle mit dem
Spiegel zur Linse hin verschoIdeale Lichtquelle
ben, öffnet sich der Lichtkegel
Zwischenstellung
des Scheinwerfers stufenlos.
Die Nutzwinkel werden größer
und der Gesamtwirkungsgrad
steigt.
Da jedoch die ausgeleuchtete
Fläche überproportional steigt,
fällt gleichzeitig die Helligkeit.
(Beleuchtungsstärke, Lux-Wert
Schnittweite s
fällt)
Brennweite f
Abbildung 3.3
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Scheinwerfersysteme
Ideale Lichtquelle
Floodstellung
Lichtquelle dicht an der Linse
Schnittweite s
Brennweite f
Abbildung 3.4
Sobald die Lichtquelle und der
Spiegel am dichtesten zur Linse
hin verschoben sind, ist der
größt mögliche Lichtkegel erreicht. Diese Einstellung wird
auch "Flood-Stellung" genannt.
Die Nutzwinkel und der Gesamtwirkungsgrad sind am größten.
Die Helligkeit ist am geringsten.
(Beleuchtungsstärke, Lux-Wert
am geringsten).
Der Spiegeldurchmesser wird
deshalb entsprechend der geometrischen Verhältnisse in der
Flood-Stellung bemessen.
3.1.1 Betrieb mit idealisierter Lichtquelle
In Abschnitt 1 wurde kurz erläutert, daß eine idealisierte Lichtquelle ihr Licht in allen
Richtungen gleichmäßig abgibt. Offensichtlich ist deshalb, daß der Spiegel und die Linse
nur einen Teil des Lichtes erfassen und in die beabsichtigte Richtung lenken.
Um den Linsenscheinwerfer leicht zu verstehen wird seine Wirkungsweise zuerst mit einer
derartigen Lichtquelle erläutert.
Wird die Lichtquelle mit einem
Kugelspiegel kombiniert, so wird
Kugelspiegel
nur ein Teil des Lichts von dem
Spiegel erfaßt. Es ergibt sich
der Nutzwinkel des Spiegels.
(Räumlich)
Nutzwinkel
Durch hinzufügen der Plankonvexlinse entsteht das komplette
optische System des Scheinwerfers. Damit das System optimal und symmetrisch ist, müssen Spiegelmitte, Lichtquelle
Mittelpunkt des
und Linsenmitte auf einer Linie
Kugelspiegels und
der Lichtquelle
liegen, sie ist die optische Achse
des Scheinwerfers.
Abbildung 3.5
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Scheinwerfersysteme
Es ergibt sich nun zum Beispiel folgendes Bild:
Kugelspiegel
Spiegel
Linse
optische Achse
Vom Spiegel wird ein größerer
Winkel als von der Linse erfaßt.
Wirksam wird jedoch nur der
Winkel von der Linse. Im Spiegel werden die Strahlen in sich
reflektiert, so daß am Spiegel
ebenfalls nur der Winkel der Linse wirksam wird.
Das restliche Licht geht verloren. Je weiter sich der Spiegel
mit der Lichtquelle von der Linse
entfernt, desto weniger Licht
Abbildung 3.6
wird erfaßt und geht durch die Linse. Umgekehrt gilt auch, je dichter der Spiegel mit Lichtquelle an die Linse gefahren wird, desto mehr Licht wird erfaßt und der Wirkungsgrad
steigt.
Mittelpunkt des
Kugelspiegels und
der Lichtquelle
Der Verlust kann nun durch einen Verlustwinkel folgendermaßen dargestellt werden:
Verlustwinkel
Zu beachten ist, daß es sich
immer um räumliche Winkel
handelt.
Verlustwinkel
Abbildung 3.7
Wie schon erläutert werden üblicherweise nur die wirksamen Strahlen dargestellt, so daß
dem Betrachter die Wirkungsweise des optischen Systems leichter sichtbar wird.
Deshalb werden in Abbildung 3.7 auch einmal die Verluste im Strahlengang aufgezeigt.
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3.1.2 Aufbau mit realer Lichtquelle
Auch die Linsenabmessungen und -eigenschaften wirken sich auf das Licht des Schein werfers aus. Ähnlich wie beim Spiegel ist das Verhältnis Linsendurchmesser/Wendeldia gonale ein wesentliches Merkmal. Je größer dieses Verhältnis ist, desto mehr nähert sich
die Lichtquelle der idealisierten Lichtquelle mit dem Durchmesser 0 und das Gerät streut
weniger Licht.
Darüber hinaus ist die Brennweite „f“ bzw. die Schnittweite „s“ für die Güte des Lichtes
entscheidend. Je größer die Brennweite ist, desto enger und besser läßt sich das Gerät
fokussieren. Auch hier lassen sich Verhältniszahlen angeben. Linsendurchmesser /Brennweite und Linsendurchmesser/Diagonale der Lichtquelle.
Steht die Lampe mit dem Spiegel im Brennpunkt der Linse wird das Lampenwendel im
Unendlichen abgebildet, es ergibt sich ein sehr enger Lichtkegel. Es ist der engste Licht kegel, den das Gerät ermöglicht. Wegen der Schärfentiefe wird das Wendel schon im
Endlichen abgebildet. Um diese Abbildung zu vermeiden kann in das Gerät ein Weich zeichner eingesetzt werden, der die Lichtstrahlen etwas diffus macht, so daß die Abbil dung verschwindet. REICHE & VOGEL empfiehlt und liefert dazu einen Weichzeichner
aus Glas, der mehr Licht durchläßt als ein Weichzeichner aus Kunststoff. Der Weichzeich ner kann bei streuender Einstellung des Gerätes herausgenommen werden, da in diesem
Betriebszustand das Wendel nicht mehr abgebildet wird und sich ein homogenes Licht
einstellt. Dadurch wird eine optimale Lichtausbeute erzielt. Einige Hersteller verwenden
Plankonvexlinsen deren Rückseite wie ein Weichzeichner aufgeraut oder mit einem be stimmten Muster versehen ist, um den selben Effekt zu erzielen. Auch diese Linsen vernichten, ähnlich wie ein Weichzeichner aus Glas, Licht. Allerdings wirkt diese Rückseite
auch bei streuendem Licht, so daß in diesem Betriebszustand nicht das optimale Licht erzielt werden kann. Zu guter Letzt sind auch noch Geräte auf dem Markt, bei denen sich
die Lampe nicht bis zum Brennpunkt verschieben läßt. Diese Geräte benötigen deshalb
auch keinen Weichzeichner. Sie haben jedoch den Nachteil, daß sich das Licht nicht richtig eng einstellen läßt bzw. nicht so eng, wie es konstruktiv möglich wäre. Der Vorteil be steht in einem kürzeren Gerät.
Hier sei gleich erwähnt, daß Stufenlinsen für Theater- und Studioanwendungen immer
eine strukturierte Rückseite haben. Die Anwendungsentfernung dieser Geräte ist relativ
kurz und weil die Brennweite gemessen am Linsendurchmesser ebenfalls gering ist, ist
die strukturierte Rückseite erforderlich, um damit ein homogenes Licht zu erhalten. Derartige Stufenlinsenscheinwerfer ermöglichen keinen so engen Lichtkegel wie Plankonvexlinsenscheinwerfer.
Wird die Lampe vom Brennpunkt aus zur Linse hin verschoben öffnet sich der Lichtkegel
und er wird immer größer, bis das Maximum erreicht ist. Ganz zum Schluß werden die
Lichtstrahlen so extrem gebrochen, daß der Lichtkegel im Innern wieder etwas dunkler
wird als am Rand. ( Siehe hierzu auch Anhang 1 )
Anmerkung: REICHE & VOGEL Plankonvexlinsenscheinwerfer sind so ausgelegt, daß sie
im Spotbereich sich an NV-Parabolspiegelscheinwerfern annähern.
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Scheinwerfersysteme
3.1.2.1 Aufbau mit Halogenlampe
Der Verlustwinkel wirkt sich in Wirklichkeit nicht so stark aus, wie es sich aus den bisheri gen Abbildungen ergibt. Bislang wurde von einer nach allen Richtungen gleichstarken
Lichtabstrahlung der Lichtquelle ausgegangen. Reale Lichtquellen verhalten sich anders.
Eine Halogenlampe mit Mono- oder Biplanwendel strahlt das meiste Licht senkrecht zur
Wendelfläche ab. Bei einem senkrechten Schnitt durch die Lampe würde dies etwa wie in
Abbildung 3.8 aussehen:
wenig Licht
viel Licht
zur Linse
viel Licht
zum Spiegel
Flaches Wendel
(rechteckige Fläche)
wenig Licht
Abbildung 3.8: Schematische Darstellung
Links in der Abbildung 3.9 ist schematisch die
Lichtverteilung einer Halogenlampe mit flachem
Wendel ( mono- oder biplan ) dargestellt. Unten
wird ein seitlicher Längsschnitt und oben ein
Schnitt durch die Lampe gesetzt, quasi von unten oder oben betrachtet. Offensichtlich wird,
daß weder nach unten, noch nach oben viel
Licht abgestrahlt wird, auch nicht auf die Seiten
der Lampe. Diese Lampentype ist deshalb gut
geeignet für Linsenscheinwerfer mit Kugelspiegel und für Kondensorsysteme.
Falls das Wendel quadratisch ist, ist die Lichtverteilung von der Seite und von oben betrachtet nahezu gleich.
Abbildung 3.9
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Aus der schematischen Zeichnung, Abbildung 3.10, ist zu ersehen, daß in den Bereich, der
mit Verlustwinkel bezeichnet ist,
die Halogenlampe kaum Licht
abstrahlt.
Verlustwinkel
Nutzwinkel der Linse
Nutzwinkel
Spiegel
Linsendurchmesser D
Nutzwinkel
Lampe
Abstand a
Fast alles Licht wird vom Spiegel und der Linse erfaßt! Es ergibt sich ein erstaunlich hoher
Wirkungsgrad, bei dieser Einstellung des Scheinwerfers, allerdings nur, wenn die richtige
Lampe verwendet wird.
Verlustwinkel
Abbildung 3.10
Einstellen der Lampe (Beispiel Glühlicht, Halogenlampe)
Weil die Lampe immer im Mittelpunkt – nicht im Brennpunkt – des Kugelspiegels steht,
wird auch das vom Spiegel reflektierte Licht zur Linse gelenkt, mit der Wirkung, daß sich
das direkt von der Lichtquelle zur Linse gestrahlte Licht verstärkt.
Je größer das Verhältnis Spiegeldurchmesser/Wendeldiagonale ist, desto besser wird das
Licht vom Spiegel zum Spiegelmittelpunkt reflektiert und gleichzeitig wird das System unempfindlicher.
Der Spiegel wirkt wie eine Linse, er kann ein Bild vergrößern und verkleinern und auch
gleich groß abbilden. Die Brennweite „f“ eines Spiegel ist der halbe Krümmungsradius.
f = 1/2 r.
Anmerkung:
Häufig wird die Meinung vertreten, daß der Mittelpunkt des
Kreises auch der Brennpunkt ist. Diese Meinung ist falsch, der
Brennpunkt ist auf der optischen Achse genau zwischen
Spiegel und dem Mittelpunkt (siehe auch Spiegel), also „r/2“.
Da die Lampe im Mittelpunkt ist, ist sie gleichzeitig zwei Brennweiten von dem Spiegel
(Scheitel des Spiegels) entfernt. Daraus ergibt sich, daß sich das Lampenwendel in sich
selber im Maßstab 1:1 abbildet, jedoch seitenverkehrt. Dieser Effekt kann zum Einstellen
des Scheinwerfers benutzt werden. Dazu wird die Lampe mit dem Spiegel in die Brennweite der Lampe verstellt; Spiegel und Lampe bilden sich im Unendlichen und wegen der
Schärfentiefe auch in endlicher Entfernung ab. Außer der Lampe sind auch zwei Wende labbildungen sichtbar. Eines davon ist hell und scharf abgebildet und das andere etwas
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unscharf, nicht ganz so hell. Das helle und scharfe Bild ist die direkte Abbildung des Wen dels durch die Linse. Das etwas unscharfe Wendelbild ist die Abbildung von dem durch
den Spiegel erzeugten Wendelbild. Dieses Bild kann größer, gleich groß oder kleiner sein
als das helle Bild, es kann sich auch an einer anderen Stelle befinden. Dies hängt davon
ab, wie das Gerät eingestellt ist. Beim richtig eingestellten Gerät müssen beide Bilder
gleich groß und übereinander liegen. Entweder ist der Spiegel oder es ist die Lampe zu
verstellen.
Der Lampenschlitten mit Spiegel wird soweit verstellt, bis sich das Wendel in relativ kurzer
Entfernung abbildet. Bei Reiche & Vogel Scheinwerfern kann ein Stellring gelöst werden,
damit der Scheinwerfer für diesen Zweck überfokussiert werden kann. Es ist darauf zu
achten, daß nach Einstellung der Lampe der Stellring wieder so eingestellt wird, daß ein
Überfokussieren verhindert wird.
Folgende Abbildungen erläutern das Einstellen des Plankonvexlinsenscheinwerfers:
scharfes, helles Wendel
Die Lampe steht zu dicht am
Spiegel und ist etwas über der
optischen Achse. Das Bild der
Wendel wird vergrößert (seitenverkehrt) und bildet sich unterhalb der optischen Achse ab.
großes, etwas verschwommenes Wendel
Abbildung 3.11
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scharfes, helles Wendel
Die Lampe steht in der richtigen
Entfernung zum Spiegel und ist
etwas über der optischen Achse. Die Abbildung des Wendels
ist gleich groß (seitenverkehrt)
und bildet sich unterhalb der optischen Achse ab.
gleich großes, etwas verschwommenes Wendel,
jedoch noch an der falschen Stelle
Abbildung 3.12
Beide Bilder sind gleich groß
und liegen zentriert übereinander, eines davon ist seitenverkehrt. Das Gerät ist optimal eingestellt. Da die Abbildung des
Wendels auf die Lücken des
ersten Bildes gesetzt wird, ergibt
sich eine Fläche, die leuchtet.
gleich großes, etwas verschwommenes Wendel,
Bei einem monoplanen Wendel
liegt im anderen Wendel
ist eine derartige Einstellung erforderlich, um optimale Ergebnisse zu bekommen. Bei einem
Abbildung 3.13
Biplanwendel ist oft keine Lücke sichtbar, da die Wendel in 2 Ebenen so angeordnet sind,
daß die Lücken des einen Wendels von den Wendeln der anderen Ebene verdeckt werden. In diesem Fall erhöht sich die Leuchtdichte der Lampe erheblich, die Wirkung des
Spiegels läßt aber nach. Die Bedeutung des Spiegels wird geringer.
scharfes, helles Wendel
Bei der Abbildung des Wendels im Bereich der Lampe entsteht eine große Hitze. Theaterund Studiolampen sind so gebaut, daß sie diese bei richtig eingestelltem Gerät aushalten.
Das Wendel muß sich also nicht nur wegen der Helligkeit, sondern auch wegen der Hitze
in sich selber abbilden. Bei einer falsch eingestellten Lampe, wenn sie zum Beispiel zu
hoch im Gerät steht, bildet sich das Wendel auf dem Lampensockel ab, erhitzt diesen,
und die Lampe wird zerstört.
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Scheinwerfersysteme
oberer Strahl
Die Lampe sitzt richtig im Mittelpunkt des Spiegels.
Der obere Strahl wird an der Innenseite des Spiegels reflektiert
und trifft unten auf das Wendel.
Der untere Strahl wird entgegengesetzt nach oben reflektieren und trifft das Wendel oben.
r
Die Lampe sitzt richtig im Mittelpunkt des Spiegels.
reflektierter Strahl
optische Achse
Abbildung 3.14
d
Normale,
Spiegelungsachse
diese Fläche des Sockels,
etwas dicker gezeichnet,
wird überhitzt.
Fehler:
Die Lampe sitzt über der optischen Achse ( Maß d ) und deshalb ergibt sich eine Überhitzung am Sockel.
Vom Wendel sind 2 Grenzstrahlen zum Spiegel eingezeichnet.
Diese reflektieren sich an der
Normalen des Spiegels und treffen auf den Sockel, so daß sich
dieser erhitzt.
optische Achse
Abbildung 3.15
3.1.2.2 Aufbau mit Entladungslampe
Hauptsächlich bei Stufenlinsenscheinwerfern werden häufig Halogen-Metalldampflampen,
also Entladungslampen, verwendet. Wegen des niedrigen, inneren, elektrischen
Widerstands der brennenden Lampe ist zum Betrieb dieser Lampen ein Vorschaltgerät
erforderlich, das den Strom begrenzt. Damit die Lampe „zündet“, muß kurzzeitig eine hohe
Spannung an die Elektroden angelegt werden.
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Scheinwerfersysteme
In Abschnitt 1 wurde schon kurz dargestellt, daß eine Metallhalogendampflampe eine
andere Lichtverteilung als eine Halogenlampe hat. Die Auswirkungen werden hier
erläutert.
In der Abbildung 3.16 ist schematisch die Lichtverteilung einer Entladungslampe abgebildet.
Seitlich betrachtet, siehe zweite Abbildung, ergibt sich ein ähnliches Bild, wie bei der Lampe
mit Wendel. Aus dem Schnitt quer zur Lampe ist
nun ersichtlich, daß die Lampe um die ganze
senkrechte Achse herum gleichmäßig ihr Licht
abstrahlt. Für einen Kugelspiegel ist sie deshalb
weniger gut geeignet. In einem Ellipsenspiegel
oder in einem Parabolspiegel läßt sie sich jedoch gut einsetzen, besser als die oben dargestellte Halogenlampe.
Abbildung 3.16
Bei einer Entladungslampe mit der Entladungsstrecke von 10 mm ergibt sich seitlich betrachtet ebenfalls das selbe Bild. Von oben oder unten betrachtet ergibt sich jedoch ein
Verlustwinkel nach Abbildung 3.17.
Abbildung 3.17
Der Wirkungsgrad des Scheinwerfers ist ungünstig. Wegen der hohen Leuchtdichte der
Lichtquelle ergibt sich eine gute Bündelung und Lichtverteilung. Deshalb wird ein derartiger Scheinwerfer gerne benutzt.
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3.1.2.3 Überfokussierung
Reale Lichtquelle: Wendelgröße: 20 X 21 mm
F
Strahlen vom Brennpunkt F ausgehend sind nach
der Linse annähernd parallel
überfokussiert,
es entsteht eine Bündelung und damit Gefahrenquelle!
Schnittweite
überfokussierter Bereich
Abbildung 3.18
Eine Gefahrenquelle entsteht, sobald
das Gerät überfokussiert wird. Wenn der
Abstand von der
Lichtquelle zur Linsenrückseite größer
als deren Schnittweite wird, entsteht eine
reale Abbildung des
Wendels als heiße
Bündelung
des
Lichts. Fälschlicherweise wird häufig von
einem
zweiten
Brennpunkt
außerhalb des Gerätes gesprochen. Es handelt
sich hierbei nicht um
einen Brennpunkt im
optischen
Sinne,
sondern um eine Einschnürung der Lichtstrahlen mit der Folge, daß es in der Einschnürung heiß wird.
Deshalb wird dieser Punkt manchmal als ”Brennpunkt“ bezeichnet. Bei REICHE & VOGEL
Scheinwerfer verhindert ein einstellbarer Stellring, daß die Lampe mit Spiegel über den
Brennpunkt hinaus verstellt werden kann.
Anmerkung:
Eine Einschnürung des Lichtstrahles kann sich auch aus der
Kautik der Linse ergeben. Dies wird im Anhang A erläutert.
Der Plankonvexlinsenscheinwerfer ist das universale Gerät für Theater, ob groß oder ob
klein, weil mit ihm enge, kleine Flächen und auch große Flächen ausgeleuchtet werden
können. REICHE & VOGEL Geräte werden grundsätzlich mit axial drehbaren
Vierfachlichtblenden ausgeliefert, so daß auch der Lichtkegel des Scheinwerfers in seinen
Konturen sich verändern läßt. Dieser Gerätetyp gehört deshalb zur Grundaussttung einer
Theaterbühne.
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3.2 Stufenlinsenscheinwerfer
Der Stufenlinsenscheinwerfer hat anstelle einer Plankonvexlinse eine Stufenlinse. An sonsten verhält sich das System wie ein Plankonvexlinsenscheinwwerfer. Eine Plankon vexlinse mit großem Durchmesser und relativ kurzer Brennweite bzw. Schnittweite würde
sehr dickbauchig, damit schwer und ziemlich teuer werden. Die Dicke der Stufenlinse ist
gleichmäßiger als eine Plankonvexlinse. Deshalb erwärmen sie sich gleichmäßiger und
kühlen sich auch gleichmäßiger ab, die Spannungen im Glas sind geringer. Oder anders
betrachtet, deshalb können sie in der Praxis höheren Temperaturen ausgesetzt werden.
Anmerkung: Die Rückseite ist heute meistens gewölbt. Die Ursprungsform ist dann eine
Meniske. Die Rückseite der Linse ist strukturiert um einen Art Weichzeichnereffekt zu erhalten um somit Wendelabbildungen zu vermeiden. Durch die Rückseite und durch die
Ringe entsteht etwas Streulicht.
Der Stufenlinsenscheinwerfer wird hauptsächlich in Studios und beim Fernsehen verwen det. Im Normalfall sind die Entfernungen zum auszuleuchtenden Gegenstand geringer als
beim Theater. Das Streulicht der Linse ist deshalb unbedenklich.
3.3 Zusammenfassung
• Das optische System besteht aus Lichtquelle, Linse und Spiegel
• Die Mittelpunkte der Lichtquelle, der Linse und des Spiegels müssen auf einer
gemeinsamen optischen Achse liegen.
• Das System ist rotationssymmetrisch.
• In der Flood-Stellung (weitester Lichtkegel) ist der Wirkungsgrad am größten, die
ausgeleuchtete Fläche ebenfalls, die Beleuchtungsstärke in der Mitte jedoch am
geringsten.
• In der Spot-Stellung (engster Lichtkegel) ist dies umgekehrt. Der Wirkungsgrad ist am
geringsten, die Beleuchtungsstärke in der Mitte am höchsten. Die ausleuchtbare Fläche
am geringsten.
• Der Lichtkegel des Scheinwerfers läßt sich stufenlose verändern.
• Das Verhältnis Linsendurchmesser/Wendeldiagonale ist eine wichtige Kenngröße für
die lichttechnische Qualität.
• Die Brennweite ist ebenfalls eine wichtige Kenngröße; je größer die Brennweite, desto
besser lassen sich große Entfernungen überbrücken.
• Nur mit Scheinwerfern, bei denen die Lichtquelle bis zum Brennpunkt der Linse
verschoben werden kann, lassen sich engste Lichtkegel erzeugen. Für diese ist in
irgendeiner Form ein Weichzeichner wünschenswert.
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3.4 Sonderbauformen
Gelegentlich werden Linsenscheinwerfer mit einer zusätzlichen Kondensorlinse hergestellt. Seltener wird als Licht sammelndes System ein Ellipsenspiegel verwendet. Dieser
ersetzt den Kugelspiegel und den Kondensor.
3.4.1 Linsenscheinwerfer mit zusätzlichem Kondensor.
Der Kondensor
wird dicht zum
Leuchtmittel derart fest eingebaut, daß das
vom Kondensor
erfaßt Licht die
Plankonvexlinse
oder eine Stufenlinse in der Spotstellung voll ausleuchtet.
Das
vom Kondensor
erfaßte Licht ist
bei einer Halogenlampe
mit
quadratischem
Abbildung 3.23
Wendel sehr
hoch und wird durch den Winkel „ “ ausgedrückt. Der Winkel „“ stellt den engsten Winkel
des Scheinwerferlichtkegels dar.
Wird der Abstand zwischen Kondensorlinse und Plankonvexlinse verringert,
wird der Winkel „“ des Lichtkegels grö ßer. Der Winkel „“ verändert sich dabei
nicht, so daß die Lichtmenge konstant
bleibt. Durch den größer werdenden
Winkel des Lichtkegels, nimmt die Beleuchtungsstärke ab.
Abbildung 3.24
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Mit dieser Bauweise läßt sich im Spotbereich ein höherer Wirkungsgrad als
mit einem normalen Linsenscheinwerfer
erzielen. Allerdings läßt sich der Winkel
„“ des Scheinwerferlichtkegels nur we nig vergrößern.
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3.4.2 Linsenscheinwerfer mit Ellipsenspiegel.
Anstelle eines normalen Kugelspiegels und einer Kondensorlinse wird hier ein Ellipsenspiegel mit einem Gegenspiegel zum Ausrichten des Licht
der Lampe eingesetzt. Der Gegenspiegel ist ein Kugelspiegel
und reflektiert das Licht, das
von der Lampe auf ihn fällt, in
sich zur Lampe zurück und trifft
dann ebenfalls auf den Ellipsenspiegel. Das Leuchtmittel
befindet sich im Brennpunkt
„F1“ der Ellipse und zugleich im
Mittelpunkt des Gegenspiegels.
Als Leuchtmittel empfiehlt sich
eine Entladungslampe oder
eine Halogenlampe mit radialem Wendel, das sich auf der
Abbildung 3.25
optischen Achse befindet. Bei einer Entladungslampe befindet sich die Entladungsstrecke
auf der optischen Achse. Im Brennpunkt „F2“ der Ellipse wird durch diese Anordnung eine
virtuelle oder Ersatzlichtquelle mit gerichtetem Licht erzeugt. In der Abbildung 3.25 sind
die Bereiche, in denen Verlust entsteht, Rot eingezeichnet. Das Licht, das direkt von dem
Leuchtmittel durch die Öffnung des Kugelspiegels strahlt ist als Winkel „ ℇ“ bezeichnet und
stellt Verlust dar. Ebenfalls ergibt sich etwas Verlust an der Rückseite des Ellipsenspiegels. Allerdings sind diese Verluste sehr gering, da das
Leuchtmittel in diesen Winkelbereichen kaum Licht abstrahlt.
(Siehe auch Leuchtmittel) Bei
„F2“ steht eine Lochblende und
begrenzt die virtuelle Lichtquelle. In der Spotstellung entsteht
in der Abbildung 3.25 zwischen
der Blende und der Plankonvexlinse etwas Verlust. (rote
Flächen). Dieser Verlust verschwindet, sobald der Abstand
Abbildung 3.26
zwischen Blende und Plankonvexlinse verringert wird und sich der Lichtkegel Winkel „ “ vergrößert. (siehe Abbildung
3.26)
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Scheinwerfersysteme
REICHE & VOGEL
Bühnenscheinwerfer als Beispiele:
Systembedingte Vorzüge:
⇒ Großes Verhältnis von Linsendurchmesser
/Wendel-diagonale
⇒ Lichtquelle mit Spiegel lassen sich bis zum
Brennpunkt verfahren, dadurch sind optimale
⇒ Einstellungsmöglichkeiten
für
das
Licht
gegeben.
⇒ Der Spiegel läßt sich justieren, so daß immer
der dritte Punkt der optischen Achse eingestellt
werden kann, damit ist sie klar festgelegt. Die
Zwischenabbildung des Wendels
läßt sich
ebenfalls justieren.
⇒ Es kann ein Weichzeichner aus Glas verwendet
werden.
⇒ Es können wahlweise Plankonvexlinsen oder
Stufenlinsen verwendet werden. Die Linsen sind
auf einer leicht austauschbaren Platte montiert.
Weitere Merkmale der Bühnenausführung:
⇒ Die Geräte sind nach DIN hergestellt.
⇒ 3 Einschübe für Zubehör.
⇒ Im Lieferumfang sind axial drehbare Vierfachlichtblenden enthalten.
⇒ Die Seiten- und die Rückwand sind doppelt ausgeführt, um die Temperaturen an der
Gehäuseaußenwand möglichst gering zu halten.
⇒ Die Verstellung der Lichtquelle mit dem Spiegel erfolgt über eine Spindel.
⇒ Leicht zu warten.
⇒ Ausführungen auch für elektrische Fernsteuerungen.
Leistungsgrößen und Typen für den Bühnenbetrieb:
650 Watt
L650MS
STL650MS
1000 bzw.1000
Watt
L1200MS
STL1200MS
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2000 Watt
L2000MS
STL2000MS
2000 bzw. 2500
Watt
L2500MS
STL2500MS
5000 Watt
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Scheinwerfersysteme
REICHE & VOGEL
Stufenlinsenscheinwerfer für
Film- und Fernsehbetriebe als Beispiele:
Diese Gerätereihe ist für die Verwendung bei Film- und
Fernsehbetriebe optimiert.
Stabile und trotzdem leichte Bauweise.
⇒ Leichte Wartung.
⇒ Ausführung für händischen Betrieb.
⇒ Ausführung
für
Studiobetrieb,
Einstellung
mit
Bedienungsstange.
Ausführung
mit
verschiedenen,
elektrischen
Fernsteuerungen.
650 Watt
1000 bzw.1000
Watt
2000 Watt
2000 bzw. 2500
5000 Watt
Diese Geräte sind auch mit einer lichtdichten Zubehörkassette erhältlich, so daß sie damit
für Bühnen ebenfalls geeignet sind.
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Scheinwerfersysteme
4 Abbildende Scheinwerfersysteme
Bislang wurden Scheinwerfersysteme ohne einer Optik zur Abbildung von Vorlagen, zum
Beispiel eines Dias oder Gobos, beschrieben. Es handelte sich bislang um zwei grundlegende Typen, nämlich dem Parabosspiegelscheinwerfer und dem Linsenscheinwerfer.
Diese Scheinwerfer eignen sich für die Ausleuchtung von Flächen, ohne scharfen Rand,
so daß deren Licht überlagert werden kann.
Um eine Vorlage projizieren zu können, ist eine Abbildungsoptik erforderlich. Diese er möglicht die Projektion einer Vorlage, zum Beispiel eines Dias, der Abblendschieber und
einer Irisblende.
Im Theater- und Studiobereich gibt es zwei unterschiedliche Systeme. Diese unterscheiden sich in der Art, wie das Licht der Lichtquelle gebündelt wird; entweder mit einem Ellip senspiegel oder mit einem Kondensorsystem. Das Bühnenprojektionsgerät ist als Kondensorsystem und ein Filmprojektor (für Spielfilme) als Ellipsenspiegelsystem aufgebaut.
Auf den Filmprojektor wird hier jedoch nicht weiter eingegangen.
Ellipsenspiegel- und Kondensorlinsenscheinwerfer werden auch Profilscheinwerfer genannt. Der Name kommt daher, daß sich dem normalen runden Lichtkegel des Scheinwerfers ein Profil aufzwingen läßt, indem zum Beispiel mit den Abblendschiebern ein Drei eck eingestellt werden kann, das dann vergrößert projiziert wird.
Das optische System beider Scheinwerferarten besteht in einem Licht sammelnden, der
Bildebene und einem abbildenden Teil. Dabei müssen alle Teile so ausgelegt und aufein ander abgestimmt sein, daß möglichst alles ”gesammelte“ Licht auch durch den abbildenden Teil geht. Das Licht sammelnde System kann als Lichthaus und das abbildende Sys tem als Scheinwerferobjektiv oder Abbildungsoptik bezeichnet werden. Die Bildebene
trennt das Licht sammelnde System von der Abbildungsoptik und besteht meistens aus
vier Abblendschiebern und einer Irisblende, sowie einem Gobohalter, der ein Dia (oft
Gobo genannt) aufnehmen kann. Durch die abbildende Optik lassen sich die Kanten der
Schieber oder/und die Irisblende scharf projizieren. Auch Gobos lassen sich so vergrößert
abbilden.
Beim Ellipsenspiegel-Linsenscheinwerfer wird das Licht durch eine Ellipse gesammelt.
Eine Linse ist in diesem Teil des Scheinwerfers nicht erforderlich. Beim Kondensorlinsen scheinwerfer wird das Licht durch einen Kugelspiegel und einen Kondensor gesammelt.
Der Kondensor kann aus mehreren Linsen bestehen.
Das gesammelte und gerichtete Licht leuchtet die Bildebene aus und muß so gerichtet
sein, daß es durch das Scheinwerferobjektiv geht. Der Ausgangswinkel des Licht sam melnden Systems sollte dem Eingangswinkel der abbildenden Optik entsprechen.
Das Scheinwerferobjektiv ist im grundsätzlichen Aufbau bei allen Typen gleich. Deshalb
wird dieses zuerst erläutert.
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Scheinwerfersysteme
4.1 Scheinwerferobjektiv
4.1.1 Starres Objektiv
Starre Objektive haben eine feste Brennweite. Bei Bühnenscheinwerfern besteht dieses
Objektiv aus einer oder zwei Linsen mit festem Abstand zueinander. Das Objektiv läßt
sich relativ zur Bildebene verschieben, so daß von einer Mindestentfernung bis ins Unend liche die Bildebene scharf abgebildet werden kann.
Die meisten Profilscheinwerfer, bei REICHE & VOGEL alle, bieten die Möglichkeit Gobos
als Bildvorlage, ähnlich einem Dia, in die Bildebene zu schieben. Auf diese Art lassen sich
einfache Projektionen und Lichteffekte erzielen.
Im Folgendem wird kurz dargestellt und erläutert, wie die Grundzüge bei der Abbildung
sind. Die Bilder wurden mit einem Programm für Optik erzeugt und dann in ein normales
Zeichenprogramm übernommen, so daß sie hier dargestellt werden können. Die Blende
beziehungsweise der Durchmesser des Gobos hat die Abmessung von 70 mm und wird
dann durch die Optik vergrößert abgebildet. Es ist die Bildebene.
200
200
183
70
70
9.0
Vorlage
f = 100
Abbildung 4.1
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projeziertes
Bild
Die Vorlage, im folgenden das
Dia genannt, ist links dargestellt.
Die Entfernung zur Hauptachse
beträgt 200 mm, so daß bei der
Plankonvexlinse
mit
einer
Brennweite von 100 mm eine
Abbildung, das projizierte Bild
mit gleicher Größe entsteht.
Die Entfernung vom Dia bis zur
Rückseite der Linse beträgt in
diesem Fall 183 mm. (keine
200!) Soll die Entfernung zum
Bild größer werden, verändert
sich der Abstand zur Linsenrückseite.
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Scheinwerfersysteme
Die Entfernung zur Bildwand beträgt nun 1 m
und aus dem Dia von 70
mm wird ein Bild von 630
mm Kantenlänge. Der
Abstand vom Dia zur Linsenrückseite
verringert
sich auf 94 mm.
1119
1000
110
O 70
O 630
94
Abbildung 4.2
5110.0
5000.0
85
O 70
O 3430
110
Aus den Abbildungen
A13 und A14 ist ersichtlich, daß sich je nach der
Entfernung des Bildes
von dem Dia zur Linse ein
ganz bestimmter, definierter Strahlengang gibt.
Das Licht vom Scheinwerferlichthaus muß so
ausgerichtet sein, daß es
durch die Bildebene, dem
Dia, und durch die Linse
geht, andernfalls ergeben
sich starke Licht- und
Bildverluste.
Abbildung 4.3
Es ergibt sich die einfache Beziehung
Brennweite/Bildentfernung = Gobodurchmesser / Bilddurchmesser . Beziehungsweise
f/e = b/B (alles in der selben Einheit)
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Scheinwerfersysteme
4.1.2 Zoom Objektiv
Beim Zoom-Scheinwerfer werden üblicherweise zwei Plankonvexlinsen verwendet. Je
nach Abstand der Linsen zueinander verändert sich die Gesamtbrennweite und damit bei
fester Entfernung zur Leinwand die Größe der Abbildung.
In den folgenden Abbildungen
wird dies gezeigt. Die einzelnen
Linsen haben jeweils eine
Brennweite von 100 mm.
115
93
78
F
f = 200 mm
50
f = 200 mm
fgesamt = 120 mm
Abbildung 4.4
In den Abbildungen 4,5 und 4.4
wird ein unendlich kleiner Punkt
im Unendlichen abgebildet.
Beim Vergleich der beiden Bilder läßt sich leicht erkennen,
wie sich mit dem Abstand der
Linsen zueinander auch die
Brennweite verändert.
101
72
57
F
100
f = 200 mm f = 200 mm
fgesamt = 141 mm
Abbildung 4.5
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Scheinwerfersysteme
O 70
O 1144
O 588
10
f = 200 mm
f = 200 mm
fgesamt = 107 mm
Abbildung 4.6
150
O 33 2
O 70
1094
f = 200 mm
f = 200 mm
Bei den Abbildungen 4.6
und 4.7 wird wieder ein
reales Bild von 70 mm
Größe abgebildet. Es ist
ersichtlich, wie sich mit
größer werdendem Abstand der beiden Linsen
zueinander, auch die
Brennweite
vergrößert
und zugleich mit größer
werdender
Brennweite
die Abbildung des gleich
großen Bildes (Dias) verkleinert.
fgesamt = 171 mm
Abbildung 4.7
Im Scheinwerfer müssen nicht Linsen mit gleicher Brennweite verwendet werden. Im Gegenteil, die Linsenbrennweiten müssen derart gewählt werden, daß auch das Licht vom
Lampenhaus durch beide Linsen geführt wird und gleichzeitig möglichst gleichmäßig die
Bildebene ausgeleuchtet ist.
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Scheinwerfersysteme
4.2 Kondensorlinsenscheinwerfer
4.2.1 Kondensorsystem
Wie schon beim Plankonvexlinsenscheinwerfer dargelegt wurde, läßt sich mit einem Kugelspiegel und mit einer Plankonvexlinse Licht sammeln und ausrichten. Beim Kondensor system wird dies zum Ausleuchten einer Bildebene optimiert. In den folgenden Abbildun gen ( 4.8 bis 4.11) wird eine unendlich kleine Lichtquelle benutzt. Die Bildebene wird
durch die gepunktete Linie dargestellt und ist in allen Abbildungen gleich groß. Der Kugel spiegel hat einen Radius von 50 mm. Die Lichtquelle steht in den Beispielen immer im
Brennpunkt des Linsensystems, die Abbildungsebene ist also im Unendlichen. Damit wer den die dargestellten Systeme vergleichbar.
Die Plankonvexlinse in Abbildung 8 hat eine Brennweite von
100 mm. Die Bildebene ist gut
ausgeleuchtet. Allerdings wird
das Licht der Lichtquelle nur
mäßig genutzt. Der Winkel beträgt nur ca. 47°.
Abbildung 4.8
In Abbildung 4.9 werden 2 Plankonvexlinsen mit jeweils gleicher
Brennweite von 100 mm benutzt. Die Lichtausbeute wird
F
wesentlich größer. Die Bildebe69°
ne ist ebenfalls gut ausgeleuchtet. Dieser Aufbau wird in vielen
Projektionsgeräten und Scheinwerfern verwendet. Die äußersten Strahlen verlaufen jedoch
"wild". Wegen der starken Linsenkrümmung entstehen hier
Abbildung 4.9
Fehler. (Dieser Effekt wird Kautik genannt.) Dieser Effekt führt auch zu der Verengung im
Strahlengang und kann eventuell zur Ausleuchtung der Bildebene und der Abbildungsoptik benutzt werden.
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Scheinwerfersysteme
In unserem System wurde der Kondensor so ausgelegt, daß die Lichtstrahlen den Kon densor parallel verlassen. Das muß nicht immer so sein. Je nach dem, unter welchem
Winkel die Lichtstrahlen den Kondensor verlassen und die Bildebene ausleuchten, müs sen die Objektivlinsen passend gewählt werden. Bei einem Bühnenprojektionsgerät bün deln sich zum Beispiel die Strahlen wieder. Ähnlich ist es bei einem Ellipsenspiegelschein werfer.
In Abbildung 4.10 wird die zweite Linse verändert, sie hat einen
größeren Durchmesser und eine
andere Brennweite. Sie hat eine
F
Brennweite von ca. 153 mm.
78,3°
Dadurch wird die gemeinsame
Brennweite beider Linsen größer als im vorangegangenen
Beispiel und der nutzbare Winkel der Lichtquelle noch etwas
größer. Die Ausleuchtung der
Abbildung 4.10
Bildebene wird hervorragend. (Die Bildebene könnte noch etwas weiter nach vorne verlegt werden, so daß das gesamte Licht durch die Bildebene geführt wird.)
F
92°
Abbildung 4.11
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In der Abbildung 4.11 werden
die beiden Linsen aus der Abbildung 4.10 durch eine asphärische Linse ersetzt. Diese Linse
ist extrem bauchig. Die Oberfläche ist so korrigiert, daß die
Lichtstrahlen bei Abbildung ins
Unendliche immer parallel zur
Achse gebrochen werden. Damit dies möglich ist, hat die
Oberfläche unterschiedliche Radien.Deshalb auch der Begriff
„asphärisch“.
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Scheinwerfersysteme
In dieser Abbildung wird eine
Lichtquelle mit endlicher Abmessung in Verbindung mit einer
asphärischen Linse dargestellt.
Da nun nicht mehr alle Lichtstrahlen vom Brennpunkt ausgehen, ergeben sich Streuungen.
Diese sind unvermeidlich.
w
D
Strahlen aus der Mitte der Lichtquelle
Strahlen vom oberen Ende der Lichtquelle
Strahlen vom unteren Ende der Lichtquelle
Abbildung 4.12
Lichtquelle mit endlicher Ausdehnung w und
Kondensorlinsendurchmesser D
Je kleiner das Verhältnis „w/D“ wird, desto geringer wird die Streuung.
Bei Verwendung einer realen Lichtquelle in den vorangegangenen Beispielen mit dem sel ben Verhältnis „w/D“ würden bei diesen Beispielen die Streuungen noch größer werden.
4.2.2 Kondensorlinsensystem als Gesamtsystem
Mit dem Kondensor aus Abbildung 4.11 und dem Zoom-Objektiv nach Abbildungen 4.6
und 4.7 wird ein einfacher Kondensorlinsenscheinwerfer für eine Halogenglühlampe zusammengestellt und an diesem werden die Vorgänge erläutert.
17°
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O 332
O 70
Dabei können zwei Teile
unterschieden
werden,
1094
nämlich das Licht sammelnde Teil und das ab150
bildende Teil. Beide Teile
müssen zusammenpasF
sen. Dabei müssen der
92°
größte Winkel (kleinste
Brennweite des Abbildungsobjektives)
und
kleinster Winkel (größte
Bildebene
zum Beispiel
Brennweite des AbbilIrisblende oder Gobo
dungsobjektives) untersucht werden, ob alle
f = 200 mm f = 200 mm
fgesamt = 171 mm
Lichtstrahlen vom Kondensor durch das ObjekAbbildung 4.13
tiv gehen. Der gesamte
Aufbau für den kleinsten Winkel entspricht der Abbildung 4.13 und für den größten Winkel
4.14.
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Scheinwerfersysteme
O 70
1144
29°
92°
F
O 588
10
Bildebene
zum Beispiel
Irisblende oder Gobo
f = 200 mm
f = 200 mm
fgesamt = 107 mm
Abbildung 4.14
Aus den beiden Abbildungen wird ersichtlich:
1) Von der Lichtquelle wird das meiste Licht (rote Strahlen) eingesammelt und über den
Kondensor gesammelt. Es sei daran erinnert, daß die Lichtquelle (Halogenglühlampe)
nach oben und unten nur wenig Licht abstrahlt (siehe Plankonvex- und Stufenlinsenscheinwerfer).
2) Der Kondensor bricht das Licht derart, daß die gesamte Bildebene ausgeleuchtet ist.
3) Das gesammelte Licht (rote Strahlen) tritt auch auf die Eingangslinse des Objektivs. Es
geht kein Licht verloren. Was im Objektiv geschieht wird weiter unten erläutert.
4) Da das gesamte Licht die gesamte Bildebene, nämlich die Irisblende bzw. ein Gobo
usw., ausleuchtet und durch das Objektiv geht, ergibt sich eine voll ausgeleuchtete
Abbildung.
Unter 4) wird behauptet, daß die Lichtstrahlen durch das Objektiv gehen. Bislang steht nur
fest, daß alle Strahlen in die erste Linse gehen. Dort werden sie jedoch gebrochen und
umgelenkt, zusätzlich auch noch von der zweiten Linse des Objektivs. Die Linsen müssen
also so gewählt werden, daß sie nicht nur eine gute Abbildung der Bildebene ermöglichen,
sondern daß sie auch alle Lichtstrahlen erfassen und durchlassen. Erst dann ergibt sich
ein gutes System.
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Scheinwerfersysteme
Gehäuse ca. 410
360
150
Schutzgitter,
Folie
Das "gesamte" Licht
geht durch das Objektiv
In Abbildung 4.15 sind die
Lichtstrahlen für die lange
Brennweite, enger Lichtkegel, rot eingezeichnet.
Es wird ersichtlich, daß
alle Lichtstrahlen durch
das Objektiv gehen und
somit sich auch eine saubere Abbildung erzielen
läßt.
Die Strahlen der Lichtquellen
bündeln sich hier, heiße Stelle!
Abbildung 4.15
In Abbildung 4.16 ist der
selbe Strahlengang für
die kürzeste Brennweite
eingezeichnet. Auch hier
gehen alle Strahlen durch
das Objektiv.
Abbildung 4.16
In beiden Fällen bündeln sich jedoch die Lichtstrahlen nach dem Durchgang des Objektives und schneiden sich. Hier entsteht ein heißer räumlicher Bereich, der bei ungünstiger
Auslegung des Systems außerhalb des Gerätes sein und dann gefährlich werden kann.
Bei unserem einfachen Scheinwerfer wählen wir die Gehäuseabmessung so, daß dieser
heiße Bereich immer innerhalb vom Gerät ist und auch so weit vom Schutzgitter und dem
Einschubfach für Folien entfernt ist, daß nichts passieren kann.
Ferner ist ersichtlich, daß mit größer werdendem Winkel des Lichtkegels die Frontlinse im
Tubus nach innen verschoben wird. Ab einem bestimmten Winkel, wird dann Licht von der
Frontöffnung des Gehäuses und vom Tubus abgeschnitten. Der Wirkungsgrad des
Scheinwerfers sinkt entsprechend ab. Die Abbildung bleibt jedoch scharf. Deshalb ist ein
zu großes Verhältnis vom kleinsten bis zum größten Winkel nicht ratsam. Die praktische
Grenze liegt bei ca. 1:2,5 bis 1:3.
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Scheinwerfersysteme
4.3 Ellipsenspiegel-Linsenscheinwerfer
4.3.1 Licht sammelndes System (Lichthaus) mit Ellipsenspiegel
Eine Ellipse hat zwei Brennpunkte mit der Eigenschaft, daß ein Lichtstrahl, der von einem
Brennpunkt ausgeht, immer so reflektiert wird, daß er durch den zweiten Brennpunkt geht.
Der Ellipsenspiegel ist normalerweise rotationssymmetrisch und ein Ellipsoid.
Nebenachse
Hauptachse
F2
F1
Brennpunkte der Ellipse
Abbildung 4.17
Die Lichtquelle steht im Brennpunkt „F1“ und die Lichtstrahlen
bündeln sich wieder in „F2“, um
dann als Lichtkegel abgestrahlt
zu werden. Durch die Veränderung des Verhältnisses Hauptachse zu Nebenachse läßt sich
der Winkel des Lichtkegels beeinflussen. In der Darstellung ist
die Lichtquelle wieder unendlich
klein. Bei endlicher Größe der
Lichtquelle verändert sich der
Strahlengang und bei „F2“ kann
auch eine Vergrößerung der
Lichtquelle entstehen.
Die wichtigsten Zusammenhänge einer Ellipse ergeben sich aus folgender Zeichnung:
b
a
F1
F2
e
a
e=
a² - b²
Abbildung 4.18
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Scheinwerfersysteme
Spiegel
F2
F1
In der Praxis wird jedoch nur ein
Teil des Ellipsoid als Spiegel
verwendet, da sonst das Gerät
zu groß oder der Spiegel zu
heiß würde. Im Bereich von „F2“
muß der Spiegel immer offen
sein.
Der Spiegel ist ein Abschnitt des
Ellipsoid.
Abbildung 4.19
In Abbildung 4.17 sind nur Lichtstrahlen gezeichnet, die reflektiert werden. In Wirklichkeit
ist der Spiegel ein Abschnitt und es existieren Lichtstrahlen, die nicht reflektiert werden
und teilweise verloren gehen.
F2
F1
Abbildung 4.20
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Die roten Strahlen gehen teilweise verloren. Der Wirkungsgrad ist schlecht.
Um den Wirkungsgrad zu erhöhen kann ein zusätzlicher Kugelspiegel eingesetzt werden. Der
Kugelspiegel muß so eingesetzt
werden, daß die roten Strahlen
in sich reflektiert werden und
zum Brennpunkt „F1“ zurückgehen und anschließend auf den
Ellipsenspiegel treffen. Dort werden sie dann ebenfalls nach
„F2“ reflektiert und sind "Nutzstrahlen".
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Scheinwerfersysteme
Gewinn an Licht
(Verbesserung des Wirkungsgrades)
Geringer Verlust
F2
F1
Geringer Verlust
Kugelspiegel
Ellipsenspiegel
Gewinn an Licht
(Verbesserung des Wirkungsgrades)
Abbildung 4.21
Ausdehnung der Lichtquelle
Die Mitte des Kugelspiegels muß also gleichzeitig der Brennpunkt „F1“ sein. Wie aus Ab bildung 4.21 ersichtlich ist, werden nun fast alle Lichtstrahlen über den Brennpunkt „F2“
gelenkt und der Wirkungsgrad des Spiegelsystems ist deshalb sehr hoch. Dieses
Spiegelsystem wurde von REICHE & VOGEL entwickelt und wird in den EllipsenspiegelLinsenscheinwerfern eingesetzt.
ausgeleuchtete
Fläche
F1
F2
halber Öffnungswinkel
Das Spiegelsystem muß
so ausgelegt sein, daß
der Öffnungswinkel des
erzeugten Lichtkegels zur
abbildenden Optik paßt.
Die Bildebene liegt meistens in der Nähe des
Brennpunktes „F2“.
Leuchtmittel Oben
Leuchtstrahlen
vom Leuchtmittel
ausgehend
Leuchtmittel Mitte
Leuchtmittel Unten
Abbildung 4.22
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Ausdehnung der Lichtquelle
Scheinwerfersysteme
ausgeleuchtete
Fläche
F2
F1
Winkel des Lichtkegels
Durch die endliche Größe
der Lichtquelle wird im
Brennpunkt „F2“ kein
Punkt,
sondern
eine
Lichtanhäufung erzeugt.
Die Bildebene wird durch
diese Bildanhäufung oder
in der Nähe von „F2“ gelegt, so daß sich eine gut
ausgeleuchtete und genügend kleine Fläche ergibt.
Leuchtmittel Oben
Leuchtstrahlen
vom Leuchtmittel
ausgehend
Leuchtmittel Mitte
Leuchtmittel Unten
Abbildung 4.23
4.3.2 Ellipsenspiegelsystem als Gesamtaystem
Beim Ellipsenspiegelsystem wird das Licht der Lichtquelle durch einen Ellipsenspiegel mit
eventuell einem Hilfsspiegel gesammelt. Der Kondensor und der Kugelspiegel werden da durch ersetzt.
Durch das System bedingt wird die Bildebene nicht mehr von parallelem Licht ausgeleuchtet, sondern von einem Lichtkegel mit unterschiedlichen Winkeln der Lichtstrahlen zur Bildebene. Je nach dem, ob die Bildebene vor oder hinter dem zweiten Brennpunkt steht ergeben sich andere Verhältnisse für die Winkel und damit auch für das Objektiv.
F2
F2
F1
Bildebene 20 O
Abbildung 4.24
F1
Bildebene 20 O
Abbildung 4.25
In den beiden folgenden Zeichnungen werden die Winkelverhältnisse dargelegt; zuerst
der engste Winkel (lange Brennweite):
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Scheinwerfersysteme
Gesamtsystem
f = 100
F1
5°
33
f = 200
f = 100
°
24
150
40
Abbildung 126 O
214
F2
Bildebene 20 O
Abbildung 4.26
und nun der größte Winkel (kurze Brennweite):
f = 100
f = 100
f = 200
18°
F2
29
F1
10
79
Bildebene 20 O
Abbildung 386 O
Abbildung 4.27
Durch verschieben der dritten Linse wird der Zoom-Effekt erreicht. Zum scharf einstellen
der Abbildung muß das gesamte Objektiv ebenfalls leicht verschoben werden, weil sich
die Schnittweite des Objektivs verändert. Der Entwurf hat einen großen Zoombereich von
etwa 5° bis 18°. Die Bildebene ist jedoch sehr klein. Sie hat nur einen Durchmesser von
20 mm. Beim Licht sammelnden System wurden auch nur idealisierte Bedingungen angenommen, die Lichtquelle ist unendlich klein. Dies entspricht nicht realen Verhältnissen.
Deutlich werden jedoch der grundsätzliche Aufbau eines Ellipsenspiegellinsenscheinwerfers und die Besonderheiten.
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Scheinwerfersysteme
Der erste Bühnenscheinwerfer mit Vario-Optik ist der V2000 von REICHE & VOGEL:
Abbildung 4.28
Wie schon weiter oben gezeigt wurde, hat das vom lichtsammelden System, also vom Ellipsenspiegel, eine ganz andere Richtung, als beim Kondensor-System. Deshalb sind
auch für Zoomoptiken mit annähernd gleichem Brennweitenbereich auch andere Linsen
erforderlich.
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Scheinwerfersysteme
4.4 Bühnen-Projektionsgerät
Ein Bühnen-Projektionsgerät entspricht prinzipiell dem Kondensor-System. Allerdings soll
darauf hingewiesen werden, daß viele Kinomaschinen für das relativ kleine Filmformat El lipsenspiegel-Systeme verwenden.
Das Kondensorsystem besteht aus einem Kugelspiegel in dessen Kreismittelpunkt die
Lichtquelle ist. Im folgenden Beispiel wird das Kondensorsystem des PV2000 von REICHE & VOGEL benutzt. Als Lichtquelle wird eine Metallhalogendampflampe 1200 Watt
eingesetzt, diese hat eine Entladungsstrecke von 10 mm.
Länge der Entladungsstrecke 10 mm
PL8
PL8
Absatand d
ca. 204 mm bei 14 m Entfernung
PL9
vereinfachtes Objektiv f = 20 cm
ca. 287 mm
Bildebene
Diagonale von Dia 13 x 13 cm
mit Nutzmaß 12 x 12 cm
Abbildung 4.29
Es wird ein Objektiv mit 20 cm Brennweite verwendet. Bei einer Entfernung bis zur Abbil dung des Dias von 14 m ergibt sich eine Distanz vom Dia bis zur Objektivlinse von 204
mm. In dieser Entfernung muß das Licht gebündelt sein, damit es durch das Objektiv ge hen kann. Als Objektiv wird in diesem Beispiel eine Bikonvexlinse mit f = 200 mm verwen det. Normalerweise besteht ein richtiges Objektiv aus mehreren Linsen. Die Lichtstrahlen
werden im Kugelspiegel in sich reflektiert und alle dargestellten Lichtstrahlen werden über
die Plankonvexlinsen PL9, Pl8 und nochmals Pl8 zum Objektiv hin umgelenkt. Dabei wird
die Bildbühne bzw. das Dia vollkommen ausgeleuchtet.
Der Wirkungsgrad ist für ein Projektionsgerät recht gut. Für einen Scheinwerfer wäre er allerdings zu gering. Der schlechtere Wirkungsgrad für das Projektionsgerät ergibt sich aus
der Notwendigkeit, daß das relativ große Dia möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet wird
und gleichzeitig das Licht wieder im Objektiv gebündelt werden muß. Würde die Lichtquel © REICHE & VOGEL, Berlin Dezember 2015
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Scheinwerfersysteme
le dichter zu den Kondensorlinsen geschoben, dann würde der Wirkungsgrad des Kon densors größer, aber die Bündelung der Lichtstrahlen wäre nach dem Kondensor geringer
und damit würde das Objektiv nicht mehr alle Lichtstrahlen erfassen. Gleichzeitig wird der
Durchmesser der Lichtbündelung größer. Bei einem Objektiv längerer Brennweite ist der
Abstand „d“ vom Dia zum Objektiv größer. Bei einem Objektiv von 40 cm sind es etwas
über 40 cm. Um in diesem Abstand eine Bündelung des Lichts zu erreichen muß der Abstand der Lichtquelle zu den Kondensorlinsen verringert werden. Gleichzeitig wird der Ab stand „d“ vom Dia zu der Lichtbündelung für das Objektiv größer und kann somit an den
erforderlichen Abstand von etwas über 40 cm angepaßt werden. Allerdings wird nun der
Durchmesser der Lichtbündelung für das Objektiv immer größer und dafür die Helligkeit
des vergrößerten Bildes geringer. Um dies zu vermeiden können beim Projektionsgerät
P2000 und P5000 die Kondensorlinsen ausgewechselt werden, so daß für verschiedene
Objektivbrennweiten verschiedene Kondensorlinsensätze verwendet werden können.
Beim HP5000 wird diese Anpassung durch einen Vario-Kondensor erreicht. Bei diesem
Gerät kann durch geeignetes Verstellen der Kondensorlinsen zueinander die Brennweite
des Kondensors so verändert werden, daß ein Wechseln der Kondensorlinsen nicht erforderlich ist.
Damit das Dia auch vergrößert abgebildet werden kann, muß ein Objektiv verwendet werden; im Beispiel die Linse. Entsprechend den optischen Gesetzen wird das Dia (oder im
Profilscheinwerfer die Irisblende, das Gobo usw.) vergrößert. Folglich muß auch gleichzeitig der Zusammenhang zwischen Diagröße, Objektivbrennweite, gewünschter Abbildungsgröße und Entfernung vom Scheinwerfer zur Abbildung stimmen. Innerhalb vom Scheinwerfer bzw. Projektionsgerät ergibt sich in unserem Beispiel folgendes Bild:
ca. 205 mm bei 14 m Entfernung
Bildebene
Diagonale von Dia 13 x 13 cm
mit Nutzmaß 12 x 12 cm
vereinfachtes Objektiv f = 20 cm
Abbildung 4.30
Jeder beliebige Punkt auf dem Dia muß über das Objektiv abgebildet werden können. Auf
der Zeichnung erscheint dies leicht möglich zu sein, in Wirklichkeit ist jedoch das Einhalten der Abbildungsmöglichkeiten des Objektives schwierig, besonders bei kurzbrennweitigen Objektiven, diese sind deshalb auch relativ teuer.
Es gibt zwei Strahlengänge. Einer des Lichts, er beginnt bei der Lichtquelle (Abbildungen 4.15 und 4.16) und der Strahlengang von der Abbildungsoptik. Beide Strahlengänge
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Scheinwerfersysteme
sind in Einklang zu bringen. Im Beispiel der vom Kondensorsystem mit dem der Abbildungsoptik.
Abbildung 4.31
Dies ist in obiger Darstellung ( Abbildung 4.31) dargestellt. In dem oben genannten Pro jektionsgerät, dem „P2000“, stimmt alles zusammen.
Anmerkung:
Auswirkung der Schärfentiefe eines Objektives.
Ein Objektives besitzt die Eigenschaft, daß es unabhängig vom theoretischen Abstand
zum Bildpunkt eine mehr oder weniger große Toleranz hat, in dessen Bereich es noch
scharf abbildet. Grundsätzlich steigt der Bereich der Schärfentiefe mit der Brennweite des
Objektives. Ein Objektiv bildet alles ab, was vom Scheinwerfer aus betrachtet hinter ihm
liegt, also vom Objektiv bis zur Lichtquelle. Beim Entwurf eines Projektionsgerätes oder eines Scheinwerfers ist deshalb darauf zu achten, daß der optische Aufbau so durchgeführt
wird, daß sich zwischen der Lichtquelle und der Bildbühne nichts befindet, das abgebildet
werden könnte. Bei Scheinwerfern entsteht leicht der sogenannte ”Hotspot“, der nichts anderes darstellt, als die unscharfe Abbildung der Lichtquelle. Bei einem Aufbau, wie oben
dargestellt, ist die Gesamtbrennweite so kurz, daß störende Abbildungen zuverlässig vermieden werden.
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Scheinwerfersysteme
Auswirkungen eines Vario-Objektives.
Ein Vario-Objektiv verändert seine Brennweite. Dadurch werden auch die Orte der Abbildung verändert, mit zunehmender Brennweite wird auch der Bereich der Schärfentiefe
größer. Beim Entwurf von Scheinwerfern ergeben sich dadurch besondere Probleme, die
beachtet und gelöst werden müssen. Ein Fall ist vielen bekannt. Bei kurzbrennweitigen
Scheinwerfer ergibt sich bei bestimmten Einstellungen ein heißer Punkt vor der äußersten
Linse, im Bereich des Zubehörhalters. (Siehe unter Kondensorlinsenscheinwerfer Abbildungen 4.15 und 4.16)
Beispiele von REICHE & VOGEL
Kondensorlinsenscheinwerfer
KL 1200 MS/L
mit Zoom-Optik zum Verstellen des
Lichtkegels von ca. 11° bis 30°
Typenreihe:
KL 1200 MS/K
KL 1200 MS/M
KL 1200 MS/L
KL 2500 MS/M
KL 2500 MS/L
Abbildung 4.32
Ellipsenspiegellinsenscheinwerfer
NEL650/1000
mit starrer Optik, Lichtkegel ca. 18°
Typenreihe:
NELK 650/1000
NEL 650/1000
NELL 650/1000
Abbildung 4.33
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Scheinwerfersysteme
5 Entwicklungen - neue Scheinwerfersysteme
In den letzten Jahren erfolgten bei REICHE & VOGEL noch umfangreiche, grundlegende
Entwicklungen, die allerdings nicht mehr vermarktet wurden. Auf diese Entwicklungen wurden jedoch Schutzrechte angemeldet. Deshalb:
Bitte beachten: Auf die Konstruktionsweise der im Abschnitt 5 erläuterten Scheinwerfersysteme sind Schutzrechte angemeldet. Deshalb sind sie für einen gewerblichen Nachbau ohne unsere schriftliche Zustimmung nicht geeignet.
Bei herkömmlichen Plankonvex- oder Stufenlinsenscheinwerfern, zum Beispiel mit Halogenlampe, ist die Linse (Frontlinse) immer starr und nicht verschiebbar im Gehäuse eingebaut.
Um den Öffnungswinkel des Lichtkegels zu verändern wird die Lichtquelle auf der optischen Achse verschoben.
Wird als Lichtquelle eine oder mehrere LEDs verwendet, ist dies nicht mehr möglich. Der
oder die erforderlichen Kühlkörper müßten mit verschoben werden oder die Frontlinse
müßte verschiebbar sein.
Mit den Techniken der Reiche & Vogel Universaloptik läßt sich dieses Problem lösen, entweder mit Brennweitenverkürzung und/oder -verlängerung, beziehungsweise Schnittweitenverlängerung oder -verkürzung. Im Folgenden wird jeweils ein durchgerechnetes Beispiel für einen Scheinwerfer mit einer LED als Lichtquelle erläutert. Anschließend wird
kurz auf den Aufbau eines Scheinwerfers mit einer Vielzahl von LEDs eingegangen und
zum Schluß der Aufbau eines Verfolgers beziehungsweise eines Profilscheinwerfers für
eine Halogen- und eine Entladungslampe. Damit die Wirkungsweise der Scheinwerferoptiken leichter verständlich ist, werden sie an extremen Beispielen erläutert. Die
Beispiele sind nicht optimiert und deshalb in der vorliegenden Form nicht unbedingt für Scheinwerfer verwendbar.
Da das Licht von LEDs kaum Wärme mit sich führt, können Linsen aus Kunststoff verwen det werden. Stufenlinsen aus Kunststoff mit sehr feinen Rillen können im Preßverfahren
preiswert gefertigt werden. Diese haben teilweise eine sehr hohe „Brechkraft“ und asphärische Eigenschaften. Derartige Linsen werden im Folgenden teilweise verwendet. Deshalb
sind die Linsen in den Zeichnungen auch so dünn.
5.1 Linsenscheinwerfer mit einem LED als Lichtquelle
Den Beispielen liegt eine LED mit einem Durchmesser von 30 mm zu Grunde. Abhängig
von der Scheinwerferauslegung können auch LEDs mit größerem Durchmesser verwendet werden.
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Scheinwerfersysteme
5.1.1 Linsenscheinwerfer mit Brennweitenverkürzung
233
Öffnungswinkel etwa 10°
( Kautik )
163
O 30
11
LED 30 O
Frontlinse
mit positiver Brennweite
Kondensorlinse
( Positive Brennweite )
Linse
mit negativer Brennweite
©
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Abbildung 5.1
In Abbildung 5.1 ist der Aufbau ersichtlich. Von Links nach Rechts sind folgende Bauele mente vorhanden:
LED mit 30 mm Durchmesser. Der Kühlkörper ist nicht eingezeichnet. Das LED ist
feststehend und zum Beispiel an der Gehäuserückwand derart angebracht, daß der
Kühlkörper außerhalb des Gehäuses ist.
Eine Linse mit positiver Brennweite als Kondensorlinse. Es handelt sich um eine Stu fenlinse mit hoher Brechkraft (kurzer Brennweite) aus Kunststoff. ( Es könnte auch
eine Baugruppe sein. )
Etwa in der Mitte ist eine Stufenlinse ( oder eine Baugruppe ) mit negativer Brenn weite. Diese wird zum verändern des Öffnungswinkels auf der optischen Achse verschoben.
Die Frontlinse ist ebenfalls eine Stufenlinse ( oder eine Baugruppe ) mit positiver
Brennweite. Diese ist nicht beweglich und zum Beispiel in der Frontseite des Gehäu ses fest eingebaut.
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Wird die mittlere Linse mit negativer Brennweite, verschoben, verändert sich die gemeinsame Brennweite der positiven Frontlinse und der beweglichen mittleren Linse derart, daß
sich der Öffnungswinkel des Lichtkegels verändert. Siehe Abbildung 5.2.
233
222
O 30
206
13
O 231
O 76
O 140
11
LED 30 O
©
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Abbildung 5.2
© die gemeinsame
Durch Verschieben der mittleren Linse zur positiven Frontlinse wird
Brennweite beider Linsen länger und der gemeinsame Brennpunkt verschiebt sich nach
links über das LED hinaus.
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Die folgende Bilder sind selbsterklärend.
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Scheinwerfersysteme
©
53°
41°
LED 30O
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Abbildung 5.3
O 2448
ab Frontlinse
11938
©
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Verengung des Lichtkegels
(Kautik)
©
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Abbildung 5.4
Aus Abbildung 5.4 ist ersichtlich, daß sich bei engem Lichtkegel vor dem Scheinwerfer
eine Verengung des Lichtkegels ergibt. ( Kautik ). Somit erklärt sich auch der enge Licht strahl aus Abbildung 5.1.
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Öffnungswinkel etwa 10°
( Kautik )
233
163
233
Öffnungswinkel über 40°
222
206
13
Verschiebung der Linse 150 mm
©
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Abbildung 5.5
Aus Abbildung 5.5 ergibt sich die erforderliche Wegstrecke für die Verschiebung, sie be trägt 150 mm.
Durch entsprechende Auswahl der zur Anwendung kommenden Linsen, kann der Lichtstrahl so eng ausgelegt werden, daß der Scheinwerfer einen NV-Parabolspiegelscheinwerfer ersetzen kann.
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5.1.2 Scheinwerfer mit Brennweitenverlängerung
296
Öffnungswinkel etwa 11°
( Kautik )
O 230
58
LED 30 O
Kondensorlinse
( Positive Brennweite )
Baugruppe
mit positiver Brennweite
Frontlinse
mit negativer Brennweite
©
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Abbildung 5.6
Aus Abbildung 5.6 ist der Aufbau ersichtlich. Von Links nach Rechts sind folgende Bauelemente vorhanden:
LED mit 30 mm Durchmesser. Der Kühlkörper ist nicht eingezeichnet. Das LED ist
feststehend und zum Beispiel an der Gehäuserückwand derart angebracht, daß der
Kühlkörper außerhalb des Gehäuses liegt.
Eine Linse mit positiver Brennweite als Kondensorlinse. Es handelt sich um eine Stu fenlinse mit hoher Brechkraft (kurzer Brennweite) aus Kunststoff. ( Es könnte auch
eine Baugruppe sein. )
Etwa in der Mitte ist eine eine Baugruppe aus zwei Linsen mit positiver Brennweite.
Diese wird zum verändern des Öffnungswinkels auf der optischen Achse verschoben.
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Die Frontlinse ist ebenfalls eine Stufenlinse ( oder eine Baugruppe ) mit negativer
Brennweite. Diese ist nicht beweglich und zum Beispiel in der Frontseite des Gehäu ses fest eingebaut.
Wird die mittlere Baugruppe, mit positiver Brennweite, verschoben, dann verändert sich
die gemeinsame Brennweite der negativen Frontlinse und der beweglichen mittleren Bau gruppe derart, daß sich der Öffnungswinkel des Lichtkegels verändert. Siehe Abbildung
5.7.
296
208
O 230
ca. 54°
1
©
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Abbildung 5.7
Eine enge Bündelung des Scheinwerferlichts ist aus Abbildung 5.6 und ein aufgeweiteter
Lichtkegel des Scheinwerferlichts aus Abbildung 5.7 ersichtlich.
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296
58
Öffnungswinkel etwa 11°
( Kautik )
296
Öffnungswinkel über 45°
208
Verschiebung der Linse 150 mm
©
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Abbildung 5.8
Aus Abbildung 5.8 ergibt sich die erforderliche Wegstrecke für die Verschiebung der mitt leren Linse, sie beträgt 150 mm.
Anmerkung
Der tatsächliche Wirkungsgrad müßte durch Versuche noch festgestellt werden. Ein üblicher Wirkungsgrad für Linsen- / Stufenlinsenscheinwerfer ist zu erwarten. Mit anderen Lin sen lassen sich andere Winkel und Abmessungen realisieren.
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5.1.3 Scheinwerfer mit mehreren LEDs als Lichtquelle
und mit Abbildungsoptik
Am naheliegendsten ist die Verwendung einer Lichtquelle in einem Scheinwerfer. Bei der
Verwendung von Halogenlampen und Entladungslampen ist dies möglich, da sie in vielen
Leistungsklassen hergestellt werden.
Werden LEDs verwendet, entstehen plötzlich Probleme. LEDs werden mit Zunahme der
Leistung recht groß und sie benötigen zuverlässige Kühler. Je stärker das LED wird, desto
schwieriger wird es, den Chip zu kühlen, da die Wärmedichte am Chip zunimmt. Naheliegend ist es deshalb, mehrere LEDs als Lichtquelle in einem Scheinwerfer zu verwenden.
Bei Flächenleuchten ist dies kein Problem, bei Scheinwerfern mit Optik wird es jedoch
schwierig, da das Licht der einzelnen LEDs auf die Reihe gebracht werden müssen; nämlich auf die optische Achse.
Reiche & Vogel hatte ein derartiges Gerät mit Abbildungsoptik entwickelt. Es funktioniert
vorzüglich. Bei dieser Gelegenheit haben wir auch eine Optik erprobt, die einen Plankonvex- oder Stufenlinsenscheinwerfer ermöglicht.
In diesem Fall wird eine virtuelle Lichtquelle verwendet. Auch diese Entwicklungen haben
wir zum Patent angemeldet.
Im Prinzip werden die einzelnen Lichtquellen optisch so ausgerichtet, daß sie sich in einem Punkt überlagern. An diesem Punkt entsteht dann eine virtuelle Lichtquelle. Diese
virtuelle Lichtquelle ist räumlich betrachtet eine Kugel oder ein Ellipsoid, in dem sich das
Licht aller Lichtquellen sammelt. Diese Kugel bzw. dieser Ellipsoid wird der optischen
Auslegung des Scheinwerfers zu Grunde gelegt und stellt eine virtuelle Ersatzlichtquelle
dar. In der zweidimensionalen Zeichnung (Abbildung 5.11) ist dies eine Strecke. Soweit
auch zum Verständnis der Zeichnungen.
Unter dem Abschnitt 1 wurde eine Optik dargelegt, die mit einer Lichtquelle funktioniert.
Diese Lichtquelle kann durch die virtuelle Lichtquelle, die aus einer Mehrzahl von LEDs er zeugt wird, ersetzt werden.
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Scheinwerfersysteme
21
O 125,5
O 105
O 90
O 125,5
74,5
15 LED Modul 18W
95,5
©
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Abbildung 5.10
In Bild 5.10 ist als Beispiel ein LED Modul abgebildet. Die einzelnen LEDs sind mit einer
Linse versehen, die das Licht zu einem Lichtstrahl von etwa 12° bündelt. In Abbildung
5.11 ist das Lichtbündel einer LED schraffiert gezeichnet.
Systemaufbau
Lichtbündel
einer LED
Linse
Virtuelle
Lichtquelle
Lichtbündel
aller LEDs
Abstrahlwinkel der
virtuellen Lichtquelle
Abstand a
©
Abstand b
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Abbildung 5.11
Wird der Abstand „a“ verändert, verändern sich auch der Abstand „b“, die Größe der virtu ellen Lichtquelle und deren Abstrahlwinkel. Somit läßt sich die virtuelle Lichtquelle an die
Scheinwerferoptik anpassen.
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5.1.3.1 Beispiel eines Scheinwerfers mit mehreren LEDs
Dieser Scheinwerfer wurde für eine spezielle Anwendung entwickelt und gebaut. Er ver fügt über eine Scheinwerferoptik, die eine Vorlage abbildet, in diesem Fall vier Abblend schieber. Ausgelegt ist er für einen extrem großen Öffnungswinkel des Lichtkegels. Das
Gerät ist vollständig geschlossen und die Frontlinse ist unbeweglich eingebaut, das Ge häuse ist staubdicht.
Abbildung 5.12 Muster
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Abbildung 5.13
Durch Verschieben der zweiten Linse läßt sich die Brennweite und somit der Öffnungswin kel einstellen. Die dritte Linse ist starr ins Gehäuse eingebaut, damit das Gehäuse staub dicht wird. Um eine scharfe Abbildung zu erhalten wird die Bildbühne verschoben. Durch
Verschieben der ersten Linse wird immer eine volle Ausleuchtung der Bildbühne erreicht.
Die Abbildungen 5.14 und 5.15 zeigen projizierte Bilder eines senkrechten Schlitzes, der durch vier Abblendschieber eingestellt ist, bei etwa 10 m Entfernung. Der Öffnungswinkel des Lichtkegels beträgt ca.
56° .
Der Lichtschlitz hebt sich gegenüber dem Umlicht gut
und scharf ab.
Abbildung 5.14 Abbildung 15.5
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5.2 Profilscheinwerfer / Verfolger für Halogen- oder Entladungslampe
5.2.1 Mit Halogenlampe
Die neuartigen Techniken mit Schnittweitenverkürzung und Schnittweitenverlängerung von
REICHE & VOGEL ermöglicht Abbildungsoptiken mit besonders großem Zoombereich,
insbesondere, wenn beide Techniken gleichzeitig zur Anwendung kommen. Bei Scheinwerfern mit sehr engem Lichtkegel, also besonders langer Brennweite, verkürzt sich die
Baulänge des Scheinwerfers erheblich. Dadurch wird er leichter zu handhaben und hat
ein geringeres Gewicht.
Im Folgenden wird an einem extremen Beispiel die Wirkungsweise erläutert. Bei dem Beispiel ist zu beachten, daß die Auslegung nicht optimiert ist. Das Beispiel eignet sich jedoch gut, um die Wirkungsweise zu erläutern.
Licht sammelnder
Teil - Kondensor
Linsenbaugruppe 1
Linsenbaugruppe 3
Linsenbaugruppe 2
Blende
75 mm Durchmesser
Brennweite f = ca. 1.974 mm
©
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Abbildung 5.16
Der das Licht sammelnde Teil besteht aus einem Kondensorsystem, wie schon zuvor
erläutert. Die Blende, beziehungsweise Bildbühne, hat einen Durchmesser von 75 mm
und wird sehr gut ausgeleuchtet. Die Lichtstrahlen des Kondensors sind auf die
Scheinwerferoptik abgestimmt.
Die Abbildungsoptik besteht aus drei Linsengruppen. Die erste Linsengruppe sind Linsen
mit insgesamt positiver Brennweite, die zweite aus Linsen mit insgesamt negativer
Brennweite und die dritte wiederum mit insgesamt positiver Brennweite. Im Beispiel ist der
Abstand zwischen der ersten und zweiten Linsengruppe konstant und beide
Linsengruppen werden zusammen verschoben.
Bei engster Einstellung des Lichtkegels (Abbildung 5.16) wird die Schnittweite der dritten
Linsengruppe (Frontlinsen) durch die zweite Linsenbaugruppe (mittlere) stark verkürzt,
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Scheinwerfersysteme
trotzdem bleibt die lange Brennweite erhalten. Dadurch wird die Länge des Tubus
wesentlich kürzer, als bei herkömmlicher Bauweise.
908
729
ca. 2°
Abstand t2
416
O 300
Blende
75 mm Durchmesser
Brennweite f = ca. 1.974 mm
©
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Abbildung 5.17
Die Abmessungen des Beispiels ergeben sich aus Abbildung 5.17. Obwohl die Brennweite
1974 mm beträgt, ist der Tubus nur 729 mm lang. Bei herkömmlicher Bauweise wäre der
Tubus mindesten 2.000 mm lang. Auf der Strecke „t2“ entsteht etwas Streulicht. Dies
könnte durch größere Linsendurchmesser der Baugruppe drei verringert werden.
886
707
ca. 35°
Abstand t1
322
Blende
75 mm Durchmesser
Brennweite f = ca. 111 mm
©
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Abbildung 5.18
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Scheinwerfersysteme
Die Einstellung mit dem größten Lichtkegel ist aus der Abbildung 5.18 zu entnehmen. Es
ergibt sich ein Lichtkegel mit etwa 35° ! Das Verhältnis engster Lichtkegel zu größtem
Lichtkegel beträgt 1 : 17,5 ! Die Baulängen des Tubus betragen 707 mm bei größtem
Lichtkegel und bei engstem Lichtkegel 729 mm. Die Differenz sind nur 22 mm, so daß
vom Gehäuse auch bei größtem Lichtkegel kein Licht abgeschnitten wird.
Durch verschieben der Linsenbaugruppen 1 und 2, wird nun die Schnittweite der Abbil dungsoptik extrem verlängert. Die Brennweite beträgt nur etwa 111 mm.
Mit Streulicht ist bei der Strecke „t1“ zu rechnen. Der Verlust kann durch Anpassungen
noch verringert werden und dürfte sich im üblichen Rahmen halten.
5.2.2 Entladungslampe
Soll eine Entladungslampe zur Anwendung kommen, dann empfiehlt sich, das Licht sam melnde System umzustellen. Anstelle des Kondensorsystems sollte ein Ellipsenspiegelsystem eingesetzt werden. Die Baulänge des Scheinwerfers wird dadurch etwas länger.
In Abbildung 5.19 ist ein für unser Beispiel passendes System dargestellt.
Es ist für eine Metallhalogendampflampe geeignet.
Das gesamte Scheinwerfersystem ist
nicht mehr dargestellt.
Abbildung 5.19
Hier ist noch erwähnt, daß sich der
Scheinwerfer in gewissem Umfang
mechanisch dimmen läßt. Hierzu wird
die Lampe aus dem Ellipsenspiegel
gezogen. Dadurch nimmt die Helligkeit an der Bildbühne ab, die Lichtstrahlen werden stei ler und es gelangen weniger durch die Abbildungsoptik. Wird eine elektrische Dimmung
der Entladungslampe - im Vorschaltgerät - mit der mechanischen Verdunklung gekoppelt,
ergibt sich ein großer Regelbereich für die Helligkeit des Scheinwerfers. Das Restlicht
kann mit einer Blackout Klappe ausgeblendet werden.
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5.3 Linsenscheinwerfer für Halogen- oder Entladungslampe
Im Folgenden wird ein einfacher Aufbau eines Linsenscheinwerfers mit Schnittweitenverkürzung dargestellt. Die Zeichnungen sind weitgehend selbsterläuternd.
517
ca.
26°
1 ,6 °
O 200
ca.
467
f = 740 mm
2 x 0,77°
Abbildung 5.20
O 200
ca.
52°
ca
.
40
°
317
267
Abbildung 5.21
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Scheinwerfersysteme
517
ca.
26°
1 ,6 °
O 200
ca.
467
f = 740 mm
Verschiebung
ca.
52°
ca
.
40
°
200
267
317
Abbildung 5.22
Um die Floodstellung einzustellen, ist die erforderliche Verschiebung der Linsen relativ ge ring.
In den Zeichnungen ist jeweils eine Brennweitenverkürzung angewendet. Es läßt sich jedoch auch ein Aufbau mit Brennweitenverkürzung und -verlängerung realisieren. Ähnlich
wie zuvor bei der abbildenden Optik, (Abbildungen 5.16 bis 5.18). Bei geschickter Auslegung der Optik müssen dann nur eine oder zwei Linsen zum Verändern des Lichtkegels
verschoben werden. Die Lichtquelle und die Frontlinse können dann fest in das Scheinwerfergehäuse eingebaut werden.
Diese Bauweise eignet sich besonders für die Anwendung von Metallhalogendampflam pen und Ellipsenspiegel.
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ca.
ca
.3
7°
1 ,6 °
O 500
Scheinwerfersysteme
470
520
Abbildung 5.22
Wird die Frontlinse durch eine Stufenlinse aus Kunststoff ersetzt, dann wird ein größerer
Durchmesser der Frontlinse möglich und der Wirkungsgrad wird größer.
In diesem Abschnitt wurden einige Entwicklungen der Firma REICHE & VOGEL aus
letzter Zeit erläutert. Die Darstellungen sind nicht optimiert und sollen ausschließlich die
Wirkungsweise der Entwicklungen aufzeigen.
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