Herzfehler

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Herz-Kreislauferkrankungen im
Kindes- und Jugendalter
Jörg Ingolf Stein,
Universitätsklinik Pädiatrie III
Kardiologie, Pulmologie, Allergologie, Cystsiche Fibrose
Medizinische Universität Innsbruck
Kinderkardiologie
Europäische Gesellschaft (AEPC)
>1000 Mitglieder/Kongress
Deutsche Gesellschaft (DGPK)
>500 Mitglieder/Kongress
Erwachsenenkardiologie
> 35000 ESC
> 25000 ACC/AHA
Historische Beispiele
Erstbeschreibungen
 Marfan 5 a Gabrielle 1896
 AV-Block 6a Mädchen im 18.Jh
Ersttherapie
 Rashkind BAS Mädchen 1966
Herz- Kreislauferkrankungen
Angeborene Herzerkrankungen
Herzfehler - morphologisch
> 90%
Erworbene Herzerkrankungen
Postentzündlich, traumatisch
<10%
Herz- Kreislauferkrankungen
Erworbene Herzerkrankungen
postentzündlich - cardial
Endo-, Myo-, Pericarditis
Vasculitiden
Kawasaki – Coronar
Takayashu – Aorta
posttraumatisch
Endokarditis
 Infective
EndoKarditis
(IE)
endovascular, microbial infection




Endothel
im Herz
Grossen Gefäßen
Intravsakuläre
Prothesen
Fremdkörper
Medizinische Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
/
Hintergrund
1885 Osler Erstbeschreibung als
primär tödliche Erkrankung
2010 fataler Verlauf bei inadäquter
Diagnose und Behandlung
Medizinische Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
Diagnose
 Klinik
 Labor
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 Bildgebung
Medizinische Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
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Pädiatrische Kardiologie
Hintergrund
Endokarditis
Rheumatisches Fieber
rückläufig
Antibiotika, Hygiene..
kongenitale Herzfeheler
zunehmend
Langzeitüberlebensrate
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Pädiatrische Kardiologie
Vegetation an Tricuspidalklappe
TEE
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Pädiatrische Kardiologie
Hirnabszess bei IE
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Pädiatrische Kardiologie
Therapie
 Medikamentös
 i.v., sofort, mind 6 Wo bis 3 Mo
 Antibiogramm
 Blutkulturen
 Blutspiegel
 Detailliert in ESC Guidelines 2004-EHJ
 Chirurgisch
 Je nach Läsion und Verlauf
Medizinische Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
Endocarditis
Endocarditis in 90% bei Herzfehler
 80% Links - Herz

Leitsymptome
 Fieber, Tachycardie, Dyspnoe
 Petechien, Embolien, Abszesse

Komplikationen in 50%
 Cardial 33%

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Pädiatrische Kardiologie
Hirnabszess nach Therapie
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Pädiatrische Kardiologie
Unauffälliges EKG
M, 8 a
Rhythmusstörungen
Angeboren
AV-Block
Long- QT-Syndrom
Tachycardien
Supraventrikulär
Erworben
postoperativ
postentzündlich
EKG im Kindes - Jugendalter
Änderung Wachstums/Altern, Lage,Muskelmasse,
Voltagen
re >>> li
Endstrecken
T pos>>>neg>>>pos
 HF fetal>>>Erwachsenenalter
180>>>60/min



Rhythmusstörungen
VES, Vorhoftachykardien (SVT >>> VhFli/Fla)
Herzfehler spezifisches EKG
postoperative Veränderungen
Block, SND
Rhythmusstörungen
Therapie
Schrittmacher – auch bei NG
Defibrillator ab 20 kg
Medikamentös
manchmal nur befristet nötig
Ablatio
Hilfe unser Kind hat einen Herzfehler!
Was bedeutet das
für Eltern?
für das Kind?
deren Leben?
Warum?
???
Häufigkeit
Prävalenz angeborener Herzfehler
congenitalen Fehlbildungen 10 – 25%
Lebendgeborene
Frühgeborene (2x)
8/1000
17/1000
pränatal (10x)
IFT
20 - 25 %
20 - 30 %
Nora 1989, Rose 1992 Fuhrmann 1993...
Häufigkeit/Ursachen
Primär genetische Faktoren
Chromosomenaberrationen 6%
Mendelnde Gene 4%
Primäre Umweltfaktoren
Röteln, Viren... 2%
andere 3%
„multifaktoriell“85%
Bruyere 1987
Embryologie
Gittenberger de Groot
Kinderkadiologie - Grundlage
cardiale Entwicklung bis 8.SSW
 kein bekannter Erbgang (familiär)
 Risken
 Stoffwechsel (z.B.Diabetes)
 entzündlich (Röteln)
 Chromosomenanomalien Mb.Down,
Tris 13, 18, CATCH 22..., Marfan-sy
 ca 1/3 andere Organfehler
Niere, WS, HNO
Chromosomenanomalien und
angeborene Herzfehler
Chromosomenanomalie
Trisomie 21
Häufigkeit
Herzfehler
~50%
AVSD, ASD, VSD
~50%
90% versterben im 1. Lj.
~90%
90% versterben im 1. Lj.
~40%
häufig Ao-Isthmusstenose
1:700
Trisomie 13 (Pätau Sy)
1:6000
Trisomie 18 (Edwards Sy)
1:3000
Ulrich Turner 45x
1:2000
Nelson, Koletzko
Häufigkeit/Ursachen
Mütterlicher
Risikofaktor
Relatives
Risiko %
CHD
Alkohol
46
VSD,ASD,TOF
(EFAS)
Antikonvulsiva
6
VSD,ASD,TOF
Diabetes
10
VSD, TGA(CRS)
angeborene Herzfehler / Einteilung
nach klinischen Merkmalen:
ohne Zyanose
mit Zyanose
Lungendurchblutung
Lungendurchblutung
vermehrt vermindert normal
ASD
VSD
PDA
PS
AS
AIST
vermehrt
vermindert
TGA
TAPVD
DORV
(ohne PS)
UVH
TOF
PA
DORV+PS
UVH +PS
angeborene Herzfehler
cyanotisch
Herzfehler mit Rechts-LinksShunt
Herzfehler mit bidirektionalem
Shunt
Herzfehler ohne Shunt /
Paralellkreislauf
Herzfehler mit Links-rechts Shunt
azyanotisch
1. Shunt zwischen den
grossen Arterien
2. Shunt auf
Vorhofebene
3. Shunt auf
Ventrikelebene
Koletzko, Kinder-und Jugendmedizin
Herzfehler mit Links-rechts Shunt
azyanotisch
1) Shunt zwischen den grossen
Arterien:
•
Persistierender Ductus
arteriosus Botalli
•
aortopulmonales Fenster (sehr selten)
Koletzko, Kinder-und Jugendmedizin
Herzkatheteruntersuchung
1929 Forssmann 1.Herzkatheter
1941 Cournand...
Diagnose
anatomisch > Angiocardiographie
funktionell > Druck, Shunt

Therapie
1966 Rashkind
1.Ballonatrioseptostomie
Interventionelle Techniken
bei angeborenen Herzfehler
Indikation
Palliativ
Vorbereitung zur OP
OP-Zeitpunkt verschieben
Korrigierend
einziger Eingriff
kombiniert mit OP
postoperativ – zwischen OPs
Läsionen
Pulmonalstenose
valv.,peripher
Aortenstenose
Ao-isthmusstenose
Cavaobstruktion
Läsionen
Persistierender Duktus
ASD
VSD
abnorme Gefäße
Fistel, Kollaterale
BT-Shunt
Material
PDA / Echokardiographie
PA
A
o
Ao
PDA
kurze parasternale Achse
Indikation
Palliativ
Vorbereitung zur OP
OP-Zeitpunkt verschieben
Korrigierend
einziger Eingriff
kombiniert mit OP
postoperativ – zwischen OPs
PDA - Implantate
 Ivalon-Ballon
Rashkind, CS
PFM-Coils
- Schirmchen (17mm)
Amplatzer Duct
 Occluder (ADO)
Coils
ablösbar (Schraube)
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Herzfehler mit Links-rechts Shunt
azyanotisch
2) Shunt auf Vorhofebene
• Vorhofseptumdefekt
–
ASD II: zentral gelegen i.B. der Fossa
ovalis
–
ASD I: liegt nahe der AV Klappenebene –
zusätzlich Mitralinsuffizienz
•
Sinus venosus Defekt:
–
–
nahe Einmündung unterer oder oberer
Hohlvene
oft in Kombination mit fehleinmündenden
Lungenvenen
Koletzko, Kinder-und Jugendmedizin
PDA-Verschluß mit ADO („Propf“)
ADO
PA
A
o
PDA
lange Schleuse von der V. cava
inf.-RA-RV-PA-PDA-Aorta mit
ADO
ASD II /
Transoesophageale Echokardiographie
LA
2 ASD‘s
LA
ASD
RA
kurze Achse mit einem
ASD
RA
VC
S
Längsachse mit 2 ASD‘s
ASD - Implantate
(Clamshell),Sideris, (Angel Wing)
Helex (Gore)
Amplatzer Septal Occluder
(ASO)
Cardio Seal / Starflex
ASD II / interventioneller
Schirmverschluß
Schirm im LA u. RA
entfaltet, noch an Draht
angeschraubt
Schirm vom Draht
abgeschraubt
Kongenitale Aortenklappenstenose
Indikation
Alter
NG , Sgl , KK... Erwachsen
Gradient
> 60-70 mmHg
Symptome unabhängig von Gradient
Anatomie
Klappendysplasie
mono-, bi-, tricuspid
Klappenring
Bogen
Kongenitale Aortenklappenanomalie ist die Valvuloplastie eine Option?
Aortenisthmusstenose (AIST)
Definition: Engstellung der
Aorta im Bereich der Einmündung des PDA
Entwicklung:
vor Geburt mit offenem PDA
(A)
unmittelbar nach PDAVerschluß nach Geburt (B)
Obliteration des PDA führt zu
zusätzlicher Einengung der
Aorta (C)
A
B
C
aus S.C. Jordan, O.Scott:
Heart Disease in Paediatrics
Aortenisthmusstenose - CoA
Komplikation nach Ballondil
Aortenisthmusstenose - CoA
Aneurysma nach OP und Dil
AIST / Stentimplantation
Stent z.T. entfaltet
postduktale AIST /Herzkatheter
AIST
Aortographie ap
AIST
Aortographie lat
AIST /nach Stentimplantation
Aortographie ap
Aortographie lat
LVOTO
Interventionelle Techniken bei
angeborenen Herzfehlern


Brock
Hufnagel
> Pulmonary valvotomy
> Aortic regurgitation
30 a Chirurgische Therapie
Gold Standard
Seit 20 a interventionelle
Techniken
Therapie der Wahl
Werden Herzfehler vererbt?
Wiederholungsrisiko
Vater %
Mutter
%
Gesamtrisiko
%
TOF
1,6
4,5
3,1
TGA
0
0
0
AVSD
7,7
7,9
7,8
Burn, Lancet 1998
Vater % Mutter %
VSD
2
6 - 10
ASD
1,5
4,5
PDA
2,5
3,5 - 4
CoA
2
4
Longo 1983
Genetische Beratung und fetale
Echokardiografie
Fetale
Echokardiografie
(ab 12.-14. SSW ):
In der Mehrzahl der Fälle
können spezialisierte Ärzte
ein Vitium schon am
Ungeborenen erkennen.
Wichtig für die Planung von SS
und Geburt
Ziele pränataler kardialer Diagnostik
Was ist möglich – was
nicht?
Physiologie
vaginales Echo- screening
Patientenalter
 Patienten > 18a in BRD ca 220000 - 300000
 in Ö > 25000- 30000
Epidemiologie
8-9-12 /1000 NG
(Kompetenznetz, PAN)
Steigende Überlebensrate
1950 10% 1.Lj
2000 90 % >18 a
50/50 < 18a > 18 a
Behandlungs - Ziel
Paradigmenwechsel
statt
„Über“leben
LEBEN

„Lebensqualität“
Betreuungskonzept
Bio-Pscho-Soziales Modell
 nicht der Herzfehler
 nicht die Eltern
 nicht Kind- Jugendliche
ISOLIERT
 die ganze Familie in ihrem Umfeld!
Angeborene Herzfehler
Langzeit- Probleme
Ausbildung / Beruf / Mobilität
Führerschein
Sport / Belastbarkeit
Familie / Schwangerschaft
Lebenserwartung
Versicherung
Lebensqualität
 schwer beurteilbar …
Lebenszufriedenheit
 ...Grad ist bestimmt von der
Selbstwahrnehmung der positiven
und negativen,
krankheitsabhängigen und
unabhängigen Faktoren
 ...ich fühle mich gut, obwohl ich
einen Herzfehler habe!
Lebensqualität
 ...Teilnahme an allen Aktivitäten
die dem Umfeld und Alter
entsprechen…
 ...bezogen auf die „normale– herz
gesunde- Bevölkerung-Durchschnitt“
Sport, Schule, Beruf, Familie…
 ...berücksichtigt den „Lifestyle“
 ...Gesundheitsbezogene LQ
Lebensqualität
Studienergebnisse (629 pat
Belgien, Budts, ESC
)
 2/3 üben einen Beruf aus
 50% ihren „Wunschberuf“
 sind mit ihrem Zustand zufrieden
 kein Unterschied
cyanotische/acyanotische Fehler
Schwangerschaft und Herzfehler
Beratung
Risiko
Mutter
Fetus / Kind
Wiederholungsrisiko
 Bei Verwandten 1° Gesamtrisiko 3,614%
 Herzfehler für das andere Geschlecht
typisch
Vater ASD, Mutter AST
> Risiko höher für „schwere CHD
 Mutter mit „günstiger Ausprägung“
gleiches Risiko wie Vater für schwere
CHD
Burn, Lancet 1998
Schwangerschaft-Hämodynamik
 Schlagvolumen
HF
CO
SVR
PVR
O2 Verbrauch
Plasmavolumen
 Hkt






+ 23%
+ 17%
+ 35-50%
- 21%
- 34%
+ 30-50%
+30-50%
< 40%
Perloff,El kayarem
Schwangerschaft - maternales Risiko
Hypercoagulopathie
Thrombose
PAE
Stroke
Cyanose
afterload

 R-L-Shunt 
 Hb nötig 17g/dl
DACH 2007
Schwangerschaft - fetales Risiko
 Cyanose
Wachstumsretardierung
LBW,FG
 IFT
96 Grav 41 NG
15 FG
49 AB 6-20.SSW
6 IFT 26-38 SSW
Presbitero
Schwangerschaft - fetales Risiko
 Cyanose - O2
<85 12% lebend NG
85-89 45%
>90 92%
TA/SV31%
TOF/PA 33%
TGA,VSD 60%
ASD,Ebstein 86%
Presbitero
maternales Risiko - gering
korrigierte CHD
ohne wesentlichen Restbefund
Shunt, Stenose, keine Cyanose,
Hb>11g/dl
z.B: op TOF, op CoA
native CHD
ohne hämodynamische Wirksamkeit
z.B: VSD, ASD, PDA
Marfan ohne cardiale Beteiligung
maternales Risiko - maximal
 PAH
- fixiert, >3/4
50 %
 CHD - schwere obstruktive
AST,PST,HOCM,MS
17 %
 LV- Dysfunktion, CHF
7 %
 Marfan Ao > 40
Kontraindikation
Presbitero, Perloff
Schwangerschaft - Kontrazeption
 keine optimale Methode für alle
 cave Nebenwirkungen, Risiken
Thrombose
Infektion
 bei absoluter Kontraindikation einer
Schwangerschaft - s.c.Gestagen
 cave Risiko bei Chirurgie
Connolly, Warnes 2003
Verhütung
 männlich
 weiblich
Kondom (Vasektomie)
Diaphragma
IUD
Hormonell (oral, Pflaster,
i.m.)
Tubenligatur
 Cave Nebenwirkungen
Thrombose
Infektion Connolly, Warnes 2003
Zusammenfassung
 Schwangerschaft ist für die meisten
Frauen ohne besonderes Risiko möglich
 auch nach Fontan, Mustard heute
Schwangerschaft
 Voraussetzung ist exakte Abklärung,
Risikoabschätzung und Betreuung
 Hochrisiko (Kontraindikation) besteht
bei PAH, schweren Obstruktionen
Myocardversagen, Cyanose
Zusammenfassung
HKE im Kindes- und Jugendalter
sind vorwiegend angeborene
Erkrankungen.
Die Lebenserwartung steigt
laufend, 5., 6….Lebensjahrzehnt
Die Lebensqualität steht heute im
Mittelpunkt der Therapiekonzepte
dies ist individuell und unabhängig
vom Herzfehler
Leben mit dem „Berli“n heart
Neue Techniken
supravalvuläre PS
deutliche Abgangsstenose beider Pulmonalarterien (),
nach Stentimplantation
deutlich
verbesserte
Medizinische
Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
Lungendurchblutung
modifizierte Fontan-Operation/
Verschluß einer Fenestration mit Schirm /Coil
Coil
Schirm
Tunnel
Tunnel
Verschluß einer Fenestration
mit
Schirm
(links) bzw. mit Coil
Medizinische
Universität
Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
(rechts)
Zusammenfassung
Entwicklung neuer Materialien bioabbaubar
Tissue engineering – Klappen
Gemeinsame Eingrffe mit Chrurgie
Hybrid-techniken
„maßgeschneiderte Behandlung
ESC 2009
Thank you for your
attention !
Medizinische Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
44th ANNUAL MEETING
ASSOCIATION FOR EUROPEAN PAEDIATRIC
CARDIOLOGY
save the date!
MAY 26-29, 2010
Innsbruck, Austria
Pharmacon
Davos 2010

D A N K E für
Die Aufmerksamkeit
Medizinische Universität Innsbruck
Pädiatrische Kardiologie
DACH 2007
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